Buchhülle reloaded, edel aus Filz

Etwas, das mich an Rucksäcken und Taschen, gerade als Fahrradfahrer schon immer störte. Selbst wenn man sein Buch dort tief und sicher verstaut, es wird doch herumgeschleudert und mit der Zeit sieht man Spuren.
Heute nun bei meinem Buchhändler entdeckte ich folgendes:

Buchfilz
Buchfilz, als Schutzumschlag für Bücher

Von außen eher unscheinbar, gearbeitet aus Filz bietet der Buchfilz durch die Grösse Platz für Bücher unterschiedlichster Dicke und Grösse.

Buchhülle
Buchhülle für Bücher verschiedenster Formate

Selbst grosse Bücher werden noch so sicher umfasst, dass ein Anstossen an den Buchrücken nicht passieren kann. Innen befindet sich eine Schlaufe, die man als Buchzeichen verwenden kann und ein Stifthalter mit beigefügtem Bleistift. Eine simple Idee, elegant umgesetzt und ein wie ich finde innovatives Weiterdenken des klassischen Schutzumschlags.

Was unsere Gadgets mit Fukushima zu tun haben

Seit den entsetzlichen Bildern geht mir ein Fakt nicht mehr aus dem Kopf. Wie weit ist Japan wirklich von uns entfernt. Wie viel Anteil haben wir an den Ereignissen?
Direkt möglicherweise recht wenig. Technologie ist ggf. in Fukushima verbaut, die von deutschen Ingenieuren bzw. Firmen stammt.

Aber es gibt auch noch den mittelbaren Anteil. Den, der sich durch unsere Lebensweise definiert. Wir werden immer mehr technologisiert. Gadgets durchziehen unseren Alltag. Und auch die Geschwindigkeit, mit der ein Gadget das andere ablöst, beschleunigt sich immer mehr. Wir leben mobil, wollen viel reisen und auch im Zielland auf unseren westlichen Lebensstil, inklusive allen technologischen Komforts nicht verzichten.

Das hat wenig mit Nachhaltigkeit zu tun. Viele derjenigen, die sich für nachhaltig halten, die ökologisch vernünftig leben wollen, kaufen dennoch Biogemüse, das um die halbe Welt gekarrt wurde. Oder sie pendeln jeden Tag von ihrem Niedrigenergiehaus auf dem Land 50km und mehr in die Stadt.

Aber auch diejenigen, die in der Stadt leben, leben deshalb nicht vernünftiger. Wie viele Autos sind eigentlich viel zu groß für den Bedarf des Stadtbewohners. Wer kann mir erklären, wofür ich in einer Großsstadt ein SUV brauche? Selbst jetzt sind die Schlaglöcher nicht so tief, dass man sie nur mit einem Geländewagen überwinden könnte.

Es ist sehr einfach, den Energiehunger der Welt zu beklagen. Aber wer ist schon so ehrlich, bei sich selbst anzufangen. Denn jedes Produkt, jeder Konsum geht einher mit Energieverbrauch. Und je mehr Luxus der Westen fordert, um so geringer ist die Chance, alleine mit erneuerbaren Energien kurzfristig die Atomkraft abzulösen.

Wir alle rufen laut nach dem Ende der Atomkraft. Aber der Lebensstil vieler Menschen sagt etwas anderes. Und auch der politische Wille ist beschränkt.
Jetzt tut die Bundesregierung so, als stelle sie alles auf den Prüfstand. Dabei weiss sie genau, in ein paar Monaten sind jedem die Kosten fürs Benzin und die Altersabsicherung, der Erhalt des eigenen Luxuslebens wieder wichtiger als die Hilfe für Arbeitssuchende Hartz IV Empfänger oder die Generation unserer Kinder, die mit unseren auch atomenergierelevanten Versäumnissen leben muß.

Sicher, wir brauchen eine Energiepolitik ohne Atomstrom.
Aber wir brauchen auch einen Lebensstil, der energieeffizienter ist und nachhaltiger. Und dazu gehört es auch, den Sinn des nächsten neuen Gadgets zu hinterfragen. Denn sicherlich ist ein Tablet PC eine tolle Sache oder das nächste, noch bessere Smartphone. Aber brauche ich es, oder will ich es?

Ich weiß wo von ich rede, auch ich gestehe, ich bin ein Gadgetfreak, der immer das neueste Gadget gerne hätte. Aber im Moment ist mir irgendwie die Neugier vergangen. Wenn ich nach Japan blicke werden die neuesten Meldungen zu Device XY ziemlich irrelevant.

Von Lesebefehlen, Gutmenschendünkel und der Qualität von Twitter

Oh wie schnell kamen sie aus ihren Höhlen gekrochen. Diejenigen die scheinbar dauernd mit erhobenem Zeigefinger durch die Welt laufen. Die immer an allem etwas auszusetzen haben.
Als das Beben in Japan begann und auch von einem Tsunami die Rede war ,ging ich sofort auf Twitter, um Informationen aus verschiedenen Quellen und aus erster Hand zu erhalten und auch weiterzugeben. Aber ach wie schnell waren jene da, gleich den Verdacht der Lust an der Katastrophe hatten. Die nur schlechtes bei denjenigen vermuten, die sich informieren wollen.
Klar, ich kann wegschauen, kann mir sagen, ist ja Japan, geht mich ja nichts an. Aber beklagen wir uns nicht dauernd gleichzeitig, dass wir wegsehen, wenn zum Beispiel in Afrika Menschen für ihre Rechte aufstehen?

Ich vertraue mittlerweile Twitter und den sozialen Medien mehr, wenn es um aktuelle Informationen geht, einfach, weil sie schneller sind, mehr Quellen verfügbar sind und gerade bei schnellen Ereignissen oft auch hilfreiche Informationen an die Beteiligten streuen.

Auch vor Twitter und Facebook haben wir uns schon vor den Fernseher gesetzt und fassungslos Unglücken zugesehen. Der Unterschied? Wir waren an wenige Quellen gebunden. Jetzt können wir selbst zur Verbreitung von Informationen beitragen, können uns aktiv informieren. Oder halt über andere meckern, und bei jedem gleich nur schlimmes vermuten.

Wir sollten uns vielleicht manchmal einfach das Gutmenschendenken schenken. Wer nicht über die Ereignisse in Japan informiert sein möchte, soll zur Zeit einfach die Medien nicht anschalten oder von mir aus mir nicht mehr folgen. Ich will wissen, was in Japan passiert. Zumal es direkte Auswirkungen auf die gesamte Welt haben kann.

Und nein, ich werde weder den polemisierenden AKW Befürwortern noch den AKW Gegnern im Moment folgen. Aber im Gegensatz zu Lesebefehlern und Gutmenschen will ich informiert sein.So objektiv wie möglich. Nur wer das Prinzip von Twitter noch nicht begriffen hat, kann das nicht verstehen. Aber offensichtlich gibt es sehr viele. Nur frage ich mich, was die dann überhaupt auf Twitter verloren haben.

Die Wiedergeburt des Journalismus

In seinem Artikel „Universalcode“ berichtet Wolfgang Michal über den Versuch von Christian Jakubetz, Ulrike Langer und Ralf Hohlfeld ein Buch „über den Journalismus im digitalen Zeitalter“ zu schreiben. Erste Leseproben sind bereits online verfügbar.

Die Ansätze klingen interessant und treffen recht genau das, was ich unter Berücksichtigung von neuen Medien, neuen Publikationswegen und den Chancen der neuen medialen Plattformen nicht als den Untergang sondern eine Wiederbelebung des Journalismus unter Einbezug des Lesers sehe. Verlage wie epidu oder epubli, Zeitungen wie „Der Freitag“ oder auch generell qualitativ hochwertige Blogs zeigen, dass der Journalismus nicht tot ist, sondern sich in einer Transformation befindet. Es wird neue Wege zum Journalismus geben, es wird neue Qualitätskriterien geben (Stichwort: Qualität gewinnt).

Wir beklagen den Abschied von einem Journalismus für den viele auf der anderen Seite schon lange nicht mehr zu zahlen bereit sind (die sinkenden Auflagen der Zeitungen zeigen das) andererseits haben Nischenmagazine, die mit Profil statt Populismus arbeiten (genannt sei hier nur „Landlust“, deren Auflagen im zweistelligen Prozentbereich wachsen) großen Erfolg. Und manch ein Journalist mutiert zwischendurch zum erfolgreichen Blogger (Herr Gutjahr sei hier nur genannt).

Was wir erleben ist eine Demokratisierung des Journalismus. Natürlich wird es hier auch negative Entwicklungen, schlechte Schreibe und populistische Artikel geben. Aber ebenso wie der Autor hier einfacher publizieren kann, kann auch der Leser einfacher, durch Wertung oder im härtesten Fall Ignoranz die Qualität bewerten.

Eine Vision, die ich für die Zukunft habe ist eine Plattform, die wie doyoo oder ähnliche Bewertungsplattformen eine Bewertungssystem für journalistische Beiträge und Autoren im Netz bietet. In Ansätzen entsteht das schon durch flattr. denn wer hier oft „geflattrt“ wird schreibt offensichtlich zumindest relevantes, evtl. sogar qualitativ gutes. Aber wir brauchen mehr Kriterien. Dann ist es denkbar, dass die Zeitung der Zukunft entsteht, die sich direkt aus journalistischen Beiträgen zusammensetzt unter Umgehung klassischer Strukturen.

Und nein, ich glaube nicht, dass der Beruf des klassischen Journalisten verschwinden wird. Aber es wird mit Sicherheit mehr ein Miteinander der „Community“ und der Journalisten entstehen. Nichts anderes passiert, wenn während der Revolution in Ägypten Handyvideos und Twitterbeiträge gleichberechtigt zu journalistischen Beiträgen in der Prime Time des Senders erscheinen. Nichts anderes passiert, wenn Leser in Zeitungen eine ganze Seite für eigene Beiträge erhalten oder eigene Artikel auf der Online Plattform erstellen können, (so zum Beispiel möglich bei der Wochenzeitung „Die ZEIT„)

Über die Intoleranz der Norm und viele kleine Sarrazins

Es gibt sie, sie sind unter uns. Menschen, die nicht der Norm entsprechen. Sie sind zu groß, zu klein, Linkshänder, behindert, mögen die falsche Musik, haben die falschen Freizeitbeschäftigungen oder die falsche Bildung oder gar Gott bewahre, sind intelligenter als die Norm, womöglich haben sie gar einen IQ jenseits der 130 und gelten somit als hochbegabt, kurz, sie entsprechen nicht der Norm. Der gute, brave, der Politik und den Medien glaubende Normbürger verabscheut sie. Das zeigt sich immer wieder, vor kurzem erst sehr deutlich und hässlich durch den Erfolg des Machwerks von Thilo Sarrazin.

Aber womit hat der Normbürger denn eigentlich ein Problem? Warum werden alle jene zumindest schief angesehen, die nicht die Interessen des Durchschnitts haben. Warum werden Kinder von ihren Klassenkameraden geschnitten, die nicht so fußballbegeistert sind, die nicht rauchen wollen, oder nicht bei den dummen Mobbingspielchen gegen Mitschülerinnen, noch dazu wenn sie nicht die blasse Nordeuropäerhaut haben. Man mag viele Gründe anbringen. Für mich gelten vor allem zwei. Dummheit und Angst. Dummheit insofern, daß offensichtlich das nötige geistige Potential fehlt, sich mit etwas zu befassen, das nicht sofort ins eigene Weltbild passt. Daraus resultieren solche Dinge wie Intoleranz, Rassismus und Vorurteile. Und Angst. Angst davor, selbst nicht mehr der Norm zu entsprechen, selbst aufzufallen.

Denn wer anders ist als der Durchschnitt hat zu kämpfen. Er wird oft abgelehnt, oder zumindest belächelt. Ich hatte es noch einfach, denn ich bin nur zu groß und Linkshänder. (Ok, ich mag auch kein Fussball, keine bierseeligen Männerrunden, in denen von Autos oder Fußball gesprochen wird und schätze eher ein gutes Buch, klassische Musik und ein Glas Rotwein, bin also in den Augen meiner normgerechten Geschlechtsgenossen ein arroganter Schnösel). Kommt aber noch ein etwas fremdartiges Aussehen dazu, oder eine Behinderung, dann werden solche Menschen schnell gemobbt, da der denkfaule Durchschnittsbürger sie als etwas seltsames wahrnimmt, das nicht in sein oft beschränktes Weltbild passt.

Letztlich aber wäre unsere Welt extrem viel ärmer, würden alle Außenseiter,alle besonderen Menschen verschwinden. Wo wären dann die Künstler, die kreativen, die hochbegabten Menschen. Es würde eben nur noch die Norm herrschen und mit Verlaub, nicht erst seit der Ignoranz gegenüber dem Rechtsbruch eines Herrn zu Guttenberg, der von anderen gestohlen hat,aber vom ignoranten Durchschnittsbürger dennoch geliebt wurde ist mir klar, dass man sich als Nichtnormmenschen oft besser bedeckt hält, seine „Andersartigkeit“ versteckt. Ich bin ein Gadgetfreak, aber ich verwende mittlerweile wieder Papier (zumindest scheinbar) weil ich mit digitalen Notizen eher angeeckt bin und belächelt wurde. Ich lese offiziell langsam, weil meine Fähigkeit zum Schnelllesen schon in der Schule bei den Lehrern auf Unverständnis stieß.

Ich höre meine Musik zu hause oder über den Walkman, spare mir mittlerweile Feste, auf denen es mehr ums Saufen und Männerrituale geht und genieße lieber mit guten Freunden gelegentliche Treffen, bei denen gute Gespräche und angenehme Gesellschaft wichtiger sind als Imponiergehabe und geballte Intoleranz.
Aber all das sind kleine Probleme eines Erwachsenen. Viel schlimmer finde ich die täglichen Mobbereien der Kinder gegen ihre Altersgenossen, die eben nicht wie „alle anderen “ auf den Fussballplatz wollen, die es nicht in Ordnung finden, Schwächere zu mobben oder zu verprügeln, die weder Alkohol, noch Autos cool finden. Wenn ein Kind nicht in die meist dröge und dumme Norm passt, ist es sehr schnell Mobbingopfer. Aber das kann man nicht dem Kind vorwerfen, denn meist stehen hinter einem intoleranten Kind intolerante Eltern. Wir sollten wieder begreifen, dass eine Gesellschaft erst dann vielfältig, zukunftsorientiert und positiv sein kann, wenn Toleranz herrscht. Wer glaubt, dass alle Behinderten dumm und alle Ausländer faul sind, der braucht sich nicht zu wundern, wenn er irgendwann in einer Gesellschaft lebt, die von Intoleranz und Neid zerfressen wird.

Als Außenseiter muss man stets auf der Hut sein, in unserer Gesellschaft nicht aufzufallen, denn nicht nur die EU besteht immer mehr auf Normen. Auch für den Durchschnittsbürger ist alles, was von der ihm bekannten Norm abweicht, meist erst mal fremd und gefährlich.

Was ist das für eine Gesellschaft, in der es einem bereits zum Nachteil gereicht, wenn man hochbegabt ist, wenn Schulen alle Schüler über einen Normierungskamm scheren. Talente ragen heraus, sind nicht durch normierte Methoden erfassbar. Wir machen die Besonderen, die Talentierten in den normierten Schulen und in der normierten Gesellschaft zu Außenseitern, wir vernichten Talente und damit Chancen!

Wir lassen Behinderte oft nicht am normalen Leben teilhaben, dabei sind wir eine technologisch so fortschrittliche Gesellschaft, die es nahezu jedem Menschen mit einer Behinderung möglich macht, völlig normal am Alltag teilzuhaben. Aber Technik bedingt nicht, dass auch die Gesellschaft bereit ist.

So lange der Normbürger noch eher an die Esoterik glaubt und Wissenschaft und Bildung nur dann akzeptiert werden, wenn sie ins eigene beschränkte Weltbild passen, so lange werden wir stets das Andersartige verdammen. Wer immer noch an Wundermittel und Parawissenschaften glaubt, wer dem Esoteriker mehr vertraut als dem Wissenschaftler, der bekommt die dumme Gesellschaft, die er verdient.

Wie heißt es so schön: Die Intelligenz auf unserem Planeten ist eine Konstante. Die Bevölkerung wächst.

Demokratie lebt von der Mehrheitsmeinung, aber eben auch davon, dass auch Minderheiten das demokratische Recht zur Teilhabe an der Gesellschaft haben. Nur im Alltag, da wird das oft schwer gemacht. Auch darum wandert Wissen, wandern Talente immer mehr ins Ausland ab. Wer daheim Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt, im Ausland aber mit offenen und toleranten Armen empfangen wird, der wendet sich irgendwann leichten Herzens ab. Was dann im eigenen Land übrig bleibt? Nun, jeder möge sich das selbst ausmalen. Ein Hinweis vielleicht. Es sind nicht diejenigen, die Goethe, Schiller oder auch Heine lesen, nicht die Abonnenten von ZEIT, Süddeutscher oder Spektrum der Wissenschaft. Eher diejenigen, die BILD und Sarrazin lesen.

Und zum Schluss noch ein schönes Zitat von Schiller, damit man mich auch wieder einen Bildungsschnösel nennen kann:

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn.
Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen.
Bekümmert sich ums Ganze, wer nichts hat?
Hat der Bettler eine Freiheit, eine Wahl?
Er muß dem Mächtigen, der ihn bezahlt,
um Brot und Stiefel seine Stimm‘ verkaufen.
Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen.
Der Staat muß untergehn, früh oder spät,
wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet. (Sapieha)

Friedrich von Schiller

Update: Bei Tagesschau.de gibts ein schönes Schlusslicht zu dem Thema: Schlusslicht: Doof bleibt doof – und das ist gut so. Hat mich doch sehr schmunzeln lassen, und ich bin DANN auch gar nicht traurig, sollte ich keine Karriere machen.

Die Schule als Lernbüro. Warum wir ganz andere Modelle brauchen.

Vor kurzem hatte ich ja über die größten 10 Demotivationsmöglichkeiten gebloggt (ironisch, das will ich noch mal deutlich klarstellen). Aber dabei fel mir eines auf. Viele dieser Punkte konnte ich direkt aus meiner Erinnerung auch auf meine Erfahrung und die meiner damaligen Klassenkameraden mit der Institution Schule anwenden.
Letztlich war das ein Ort, in dem man unreflektiert Informationen an den Kopf geworfen bekam nach dem Motto erinnere dich oder fall durch, es wurde aber weder vermittelt, wofür im eigenen Leben diese Informationen nützlich sind noch wurde hinterfragt, ob man nur memorierte oder auch verstand. Letztlich war und ist auch heute noch oft das Ziel des Schülers, die Informationen bis zur nächsten Klassenarbeit, in der sie abgefragt werden zu memorieren um sie danach möglichst schnell wieder zu vergessen (bewusst oder einfach, weil man keine alltägliche Anwendung mehr dafür da ist).

Ich plädiere deshalb für einen anderen Ansatz. Wir sollten das Konzept des Büros auf die Schule anwenden. Keinerlei Frontalunterricht mehr (dieser wird ja jetzt bereits abgeschafft) sondern Lernprojekte. Die Schule muss wieder zum Lernort für Schüler werden. Hierfür müssen aber auch neue Medien, Technologien, wie sie im Büro zur Verfügung stehen und eine Offenheit UND Kompetenz im Umgang mit ihnen vorhanden sein. Kein Computer, kein Internet ersetzt die Reflektion mit dem Lerninhalt, die Auseinandersetzung zum Beispiel im Rahmen eines Projekts. Aber wenn wir unsere Kinder wirklich bilden wollen, dann sollten wir endlich bereit sein, sie auch als intelligente, lernwillige Wesen zu sehen. Jedes Mal, wenn ich im Rahmen der Berufsorientierung bei mir im Unternehmen wieder neue Schüler aus Realschule und Gymnasium erlebe, stelle ich fest, dass das Interesse meist sehr einfach zu wecken ist, wenn man den Alltag, das Leben der Schüler mit einbezieht und sie nicht nur rezipieren sondern auch direkt umsetzen lässt. Mit grosser Freude erlebe ich immer wieder, wie Schüler sich an das Zusammenbauen eines PCs machen, selbständig ein Betriebssystem (natürlich Linux) installieren und im Laufe dieses Prozesses oft auf überraschende und hochintelligente Fragen kommen. Und da für mich die Betreuung nicht mit dem Ende des Berufsorientierungstages aufhört, erhalten sie zumeist auch meine internetbasierten Kontaktdaten. Über diesen Weg erfahre ich dann später oft, dass die im Betrieb vorgestellten Themen
Warum denken wir Schule nicht wie ein Büro? Jeder Schüler ist „Mitarbeiter“ mit dem Ziel, den Jahrgang auf ein gewisses Wissensniveau zu heben. Die Lehrer sind quasi die Projektleiter, Coaches und für die schwächeren Schüler durchaus auch mal der Nachhilfelehrer, aber nicht mehr der unter Dauerstress stehende Vortragende, dem die Schüler lediglich mehr oder minder aufmerksam lauschen. Durch Umgang mit Büchern, mit dem Internet, durch das Erstellen von Präsentationen zu Themen oder der Arbeit an einem Projekt, das physikalische, chemische oder biologische Fragestellungen beantwortet wird quasi im Arbeitsprozess gelernt. Die neuen Ganztagsschulen bieten hier schon den zeitlichen Rahmen. Aber natürlich müssen wir uns auch im Klaren sein, dass wir nur in dem wir auch Geld in die Hand nehmen, in dem wir in die Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer und auch in ihre (nicht nur mediale) Ausrüstung investieren, es auch zu einer Verbesserung der Gesamtsituation führen wird. Wenn in Schulen immer noch mit Filmprojektoren gearbeitet werden muss, wenn Internet und neue Medien immer noch als Teufelswerk abgetan werden, dann werden wir früher oder später den (Bildungs-) anschluss ganz verlieren. Wir müssen Bildung neu denken. Oder eigentlich wieder ganz alt. Wir müssen Schülerinnen und Schüler wieder für das Leben vorbereiten. Und dazu reicht es nicht, wenn sie das Auswendig Lernen lernen. Dazu muss der Umgang mit Informationen, ihre Filterung, ihre Bewertung und die Umsetzung in den konkreten Alltag der Schülerinnen und Schüler im Fokus stehen.

Dann wird vor allem auch der Lern- und Versagensdruck genommen und ganz nebenbei die Teamarbeit, der faire Umgang auch mit Schwächeren und Fragestellungen wie Ethik und Moral erlernt, durch selbsttätiges Handeln der Schüler. So und nur so lässt sich die intrinsische Lernmotivation fördern. Extrinsische Motivation funktioniert schon im Berufsleben mehr schlecht als recht. Warum glauben wir dann noch ernsthaft, dass wir Lust am Lernen, Lust an Bildung durch extrinsische Motivation, oder direkter gesagt, durch Angst vor schlechten Noten, Angst vor Versagen fördern?

privat weiter ausgearbeitet wurden.

Update: Ich scheine durchaus nicht alleine mit diesen Ansichten zu sein. In der ZEIT-Online findet sich ein interessanter Artikel „Etwas Respekt, bitte“, der sich exakt mit diesen Thesen befasst. Die dort empfohlenen Bücher werde ich mir mal genauer ansehen.

Raum ist in der kleinsten Hütte. Mein Fundstück des Monats

Hongkong ist bekannt für seine Platzprobleme.
Der Architekt Gary Chang hat aber aus einer knapp 32 qm grossen „Kammer“ eine luxuriöse Wohnung mit insgesamt 24 Zimmern gemacht. Wie? Seht selbst. Für mich sollte dieser Architekt alle Architekturpreise der Welt für diese geniale Idee gewinnen.

Natürlich ist dieses Apartment in der vorgestellten Form nur etwas für Singles, aber ich kann mir sehr gut Abwandlungen vorstellen für Familien. Letztlich besitzen wir auch ein Haus mit mehreren Räumen, die nur zu ganz bestimmten Zeiten des Tages benötigt werden und ansonsten durchaus verschwinden dürften. Und mit dieser Idee ließe sich die Zubetonierung der Landschaft stark eindämmen. Außerdem könnte ich mir diese Lösung auch fürs Alter, dann mit Elektromotoren vorstellen. So könnte man ein großen Haus für eine Generation in mehrere Wohnungen für mehrere Generationen transformieren. Das ist doch wieder mal ein wunderbares Beispiel für visionäre Lösungen, die gerade auch für die ältere Generation relevant werden. Quasi das, was ich in meinem Blogartikel: „Der nächste große Trend: Senior IT“ prognostiziere.

Wie demotiviere ich Mitarbeiter? Zehn nicht ganz ernst gemeinte Tipps zur erfolgreichen Demotivation.

Oft wird diskutiert, wie man die Motivation der Mitarbeiter steigert. Aber selten wird gefragt, warum Mitarbeiter demotiviert sind, warum offensichtlich mittlerweile mehr als die Hälfte nur noch Dienst nach Vorschrift macht und sich dem Unternehmen nicht mehr verbunden fühlt. Aus vielen Artikeln, aber auch einfach aus der Verkehrung ins Negative habe ich hier ein paar Punkte zusammengestellt, mit denen sie garantiert und hoch effizient jeden Mitarbeiter demotivieren. Und damit kein Missverständnis entsteht: IRONIE AN! BITTE NICHT ernst nehmen.
Aber ich habe schon oft festgestellt, dass das ironische Verkehren ins Gegenteil Defizite besser vor Augen führt als gute und ernst gemeinte Tipps. Also:



1 ) Ändern sie permanent die Vorgehensmodelle

Nichts ist langweiliger, als nach einer vorgegebenen Methodik zu arbeiten, die auch längerfristig gilt. Werfen sie neue Begrifflichkeiten in den Raum, lassen sie möglichst jährlich ihr Vorgehen von externen überprüfen und ändern sie dann alles.

2 ) Loben Sie nicht

Im schwäbischen heißt es „Ned gschumpfa isch gnug globt“. Warum sollten sie loben? Sie bezahlen ja für die Arbeit, das muss reichen!

3 ) Informieren sie nicht über Ziele und Strategie des Unternehmens

Ganz einfach, was sie für Ziele mit ihrem Unternehmen haben, hat die Mitarbeiter nix anzugehen. Die sollen arbeiten und nicht denken.

4 ) Misstrauen sie ihren Mitarbeitern

Mitarbeiter sind alle böse. Sie stehlen, sie sind faul, sie arbeiten nicht genug. Führen sie möglichst genaue Kontrollen ein, am besten täglich oder zumindest wöchentlich muss jeder seinem Vorgesetzten genauestens berichten, was er wann wie getan hat. Social Media? Teufelszeug, die sollen sich nicht vernetzen, die sollen was schaffen.

5 ) Mitarbeiter sind faul

Siehe oben. Mitarbeiter wollen ja gar nicht arbeiten, also muss man sie möglichts überwachen und so viel Druck erzeugen, dass sie gar keine Ruhe haben. Internet? Sperren, das ist doch eh nur Spielzeug.

6 ) Mitarbeiter sind dumm

Alles erklären, wie einem kleinen Kind. Und nicht voraussetzen oder gar fordern, daß selbst gedacht oder eigene Initiative ergriffen wird.

7 ) Mitarbeiter sind nur ein Kostenfaktor

Ja diese bösen Mitarbeiter wollen auch noch ein Gehalt für ihre Arbeit. Und eventuell sogar gelegentlich mehr. Dabei (Achtung böseste Zynik) stehen doch draußen hunderte, die nur auf den Posten warten.

8 ) Arbeit darf keinen Spass machen

Spass? Bei der Arbeit? Da ist die Freizeit dafür gedacht? Arbeit muss wehtun, lachen bei der Arbeit, wo denken sie hin. Ein angenehmes Ambiente? Kostet doch nur Geld! Die sollen gefälligst ausstechen für die Gespräche miteinander.

9 ) Wer noch Freiräume hat, arbeitet nicht genug.

110% ist das Minimum, wer nicht dauernd Überstunden arbeitet, und rund um die Uhr am Arbeitsplatz sitzt, ist einfach nur faul und kostet Geld. Pausen sind was für Weicheier. Nur Druck und Stress treiben an. Intrinsische Motivation ist was esoterisches. Zuckerbrot und Peitsche, das ist das einzige, das wirkt.

10 ) Erzeugen sie höchstmögliche Unsicherheit

Nur wer Angst hat, arbeitet gut. Angst um den Arbeitsplatz, Angst vorm Chef, Angst vor der Zukunft. Die Angst spornt an.