Keine EMail nach Feierabend. Bevormundung oder Mitarbeiterschutz?

Gut, dass ich keinen Blackberry habe, so kann ich selbst entscheiden, wann ich erreichbar sein will.

VW-Betriebsrat setzt E-Mail-Stopp nach Feierabend durch so berichtet der Spiegel. Klingt ja eigentlich erst mal gut. Aber was soll das? Wieder das beliebte: Wir müssen die Mitarbeiter vor sich selbst schützen? Und welchen Effekt erhofft man sich davon, außer, dass die Mitarbeiter, die dennoch erreichbar sein wollen jetzt außerhalb der Firmenkontrolle mit ihren eigenen Smartphones ein „verstecktes“ ein „graues“ Netz von Erreichbarkeit aufbauen?

Ich weiß nicht, worauf man hier überhaupt stolz sein will? Man bevormundet wieder mal die Mitarbeiter, schreibt ihnen ihre Arbeitsform vor und erklärt das zur tollen Errungenschaft, anstelle sich darüber Gedanken zu machen, wie man diese Freiheit erhalten und gleichzeitig die Mitarbeiter schützen kann. Ich halte dieses Vorgehen für blanke Bevormundung und Entmündigung des denkenden Mitarbeiters. Nochmal, weil ich es immer wieder predige: Wer sich überarbeiten will, der tut das. Da helfen dann auch keine Verbote, sie können, auch wenn das vielleicht einige wenige überrascht, umgangen werden.

Schade, dass offensichtlich in vielen Firmen noch keinerlei Umdenken in Richtung neuer Arbeitsmodelle angesetzt hat. Vermutlich wird man als nächstes die Gleitzeiten und Überstunden abschaffen und in 3-5 Jahren wieder 8:59 vor der Stechuhr stehen, um ja nicht zu früh oder zu spät ein- oder auszustechen.

Moderne Arbeitswelten gehen anders. Und auch wenns dem lieben Betriebsrat nicht gefällt. Sie kommen und sie bauen sich auf, denn sie sind schon lange nicht mehr unter der Kontrolle der Unternehmen. Vernetzung läuft global und verzahnt sich zwischen Privat und Beruf. Wen ich über seinen Blackberry nicht erreiche, den erreiche ich, wenn er das will über seine EMail, sein Telefon, seinen Messenger, sein Facebook, sein Twitter.

Verbietet ihr nur. Hätte ich einen Blackberry, mich würde das nicht anfechten, da meine WICHTIGEN beruflichen Kontakte mich eh alle über Messenger oder Twitter erreichen.

UPDATE: Das gilt übrigens nur für die Mitarbeiter mit Tarifvertrag. Alle andern haben das Gl…. aeh die böse Strafe, selbst denken zu müssen, wann sie erreichbar sind. Wie schön es doch ist, wenn einem das Denken tarifvertraglich abgenommen wird.
UPDATE 2: Einen sehr schönen Kommentar zu dem Thema liefert auch Sascha Lobo bei SPON. Unbedingt lesenswert!
In diesem Sinne, ein schönes, ein geruhsames Weihnachtsfest. Und wer mich über die Feiertage erreichen darf, der weiß ja wie 😉

Gedanken in der Bahn: Wir brauchen keine Titel sondern Talente

Mit der passenden "Ausrüstung" lässt sich auch im Zug vortrefflich arbeiten.

Wieder eine dieser Reisen in meiner  Rolle als Blogger, die mich mindestens genauso stark nachdenken lassen, wie hoffentlich meine Hörer.

Der Vortrag bei Beiersdorf ging um  die Frage, wie die IT unser aller Leben in der Zukunft beeinflussen wird. Dann beim gemeinsamen Abendessen mit der CIO kam das Gespräch wieder auf mein momentanes Lieblingsthema: Workplace of the future. Auch bei Beiersdorf Shared Services wie eigentlich in den meisten Unternehmen ist das Bewußtsein geschärft für den Wandel.

Was ich aber mitgenommen habe für meine Recherchen zur Arbeitswelt der Zukunft: Wir brauchen nicht  nur eine Abkehr von den alten Denkmustern zu Lohnarbeit, nämlich, das Anwesenheit = Leistung. Wir müssen auch Talent und Bezahlung neu denken. Es kann nicht angehen, dass z.B. ein neuer Mitarbeiter, der sich auf eine Stelle beworben hat, für die er oder sie ¨überqualifiziert¨ist  nur deshalb abgelehnt wird, weil zwar der Personalbereich UND der neue Mitarbeiter sich auf die Gehaltsstufe der Ausschreibung geeinigt haben, nach Tarifvertrag der Skill aber eine andere Einstufung verlangt. Wir müssen wegkommen von der Bevormundung der Mitarbeiter, vor dem Anspruch vor allem vieler Betriebsräte, den Mitarbeiter vor sich selbst schützen zu wollen. Das ist pure Arroganz und Bevormundung erwachsener Menschen.

Ich würde es mir verbitten, vorgeschrieben zu bekommen, wie ich genau meine Arbeit zu organisieren habe. Wir reden mittlerweile in vielen Bereichen gerade der IT von Arbeitsmodellen, die dem Empfinden und der Arbeitsweise vieler Informatiker schlicht konträr laufen. Und das wird sich auf weitere Bereiche der ¨Wissensarbeit¨ausdehnen. Der grösste Denkfehler ist anzunehmen, es gäbe das Arbeitsmodell, das Denkmuster für bezahlte Arbeit, das 100% und für alle Menschen gleich geeignet sei. Der Mensch ist Individuum, und das endet nicht am Eingang zum Unternehmen.

Wir müssen zudem den Fokus endlich wegnehmen von erworbenen Titeln, die einen Mitarbeiter in gewisse Bezahlkorsetts zwingen und einen Wechsel in andere Bereiche dank scheinbarer Überqualifizierung fast unmöglich, oft aber zumindest sehr schwierig machen. Es gilt wieder mehr den Mitarbeiter zu betrachten mit seinem aktuellen Status Quo. Wie viele versteckte Talente sind in Unternehmen quasi begraben, weil ihre ¨Ausbildung¨angeblich nicht zur Stellenausschreibung passt. Hinterfragt man aber das Motiv für die Bewerbung findet man oft ein verstecktes Talent, das auf die ausgeschriebene Stelle nicht nur passt sondern eigentlich quasi die Idealbesetzung darstellen würde. Wenn dann aber der Tarifvertrag das nicht hergibt, darf dieser Person dann die Stelle verweigert werden, wenn sie selbst damit einverstanden ist, anders eingruppiert zu werden? (Die Betriebsräte unter meinen Lesern rufen jetzt hoffentlich nicht gleich wieder nach dem elterlich besserwisserischen Beschützen des Mitarbeiters vor sich selbst)

Lasst Menschen die Chance, auch neues zu probieren, vertraut auch wieder mehr auf Selbsteinschätzung desjenigen, der sich bewirbt. Wir reden hier von erwachsenen Menschen und sollten ihnen zumindest die Chance einer Probezeit geben. Und kommt mir nicht mit Kosten. Ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Menschen sehr wohl einschätzen können, ob eine Anstellung zu ihnen passt oder nicht (die meisten trauen sich ehe zu wenig als zu viel zu). Wir müssen aber auch die Chance zum Wechsel, zum Schnitt, zum Neuanfang in einem anderen Thema möglich machen. Der talentierte, motivierte Mitarbeiter auf neuem Gebiet ist mir allemal lieber, als alle Mitarbeiter auf ihre Titel und die dazu passenden Berufe zu reduzieren. Ich bin nicht nur Informatiker, sondern auch Autor, Blogger, Maler und vieles mehr.
Sucht die Talente, nicht die Titel!

Meine 10 Megatrends der nächsten zehn Jahre

Roboter werden alltäglicher

Da wir dem Jahresende entgegen gehen und es dann immer wieder Zeit wird, dass sich die Fachmagazine mit ihren Prognosen über die Trends der nächsten Jahre auszustechen versuchen hier mal meine Prognose, die eher versucht, das weiterzudenken, was heute bereits technisch möglich ist.

 

1. Senior IT:

Wir erleben alle den demographischen Wandel, hier sehe ich den Wachstumsmarkt der nächsten Jahre. Technologien, die älteren Menschen helfen, ihr  Leben nicht nur zu meistern, sondern mit Komfort zu leben, werden boomen. Seien dies bionische Erweiterungen wie die Exoskelette, um auch Menschen mit Gehbehinderungen ihre Mobilität zu erhalten oder Unterstützungs- und/ oder Überwachungssysteme für Vitalfunktionen, die es auch bei schwereren Erkrankungen ermöglichen, weiterhin in den eigenen vier Wänden zu wohnen

2. Intelligente Häuser:

Immer mehr It wird sich nahtlos in das Haus der Zukunft integrieren. Von Sensoren, die abhängig von Außentemperatur aber auch von der An- oder Abwesenheit der Bewohner die Temperatur, Beleuchtung etc. regeln bis hin zu Ferndiagnosesystemen, die den „Status“ des Hauses aufs Mobiltelefon bringen um zum Beispiel von der Ferne die Heizung zu regeln oder Funktionen wie die Jalousien fernzusteuern. Das Haus wird durch neue Integration in ein gemeinsames Hausnetz intelligenter, in dem die Steuerung der Verbraucher im Haus dynamisch nach den Bedürfnissen der Bewohner und den Jahres- und Tageszeiten geregelt werden kann.

3. Das Ende des klassischen „Mobiltelefons“:

Auch wenn immer noch viele Stimmen sagen: „So ein Smartphone ist doch ein Spielzeug, das brauch ich nicht“. Wie so oft wächst eine Generation heran, die sich diese Frage gar nicht mehr stellt, für die ein „normales“ Mobiltelefon schlicht zu funktionsarm ist und die die Möglichkeiten der Smartphones, sei es Navigation, Kommunikation, Social Media Interaktion oder auch Location Bases Services aktiv nutzt.

Auch der Festnetzanschluss wird stark an Nutzern verlieren, denn wer mobil ins Netz geht, braucht oft keinen Festnetzzugang mehr, zumal wir in den nächsten Jahren einen verstärkten Ausbau der breitbandigen Mobilzugänge erleben werden, einerseits getrieben vom Kundenwunsch andererseits von der Industrie, die nach und nach die Chancen der Location Based Services für gezieltes Marketing erkennt.

4. Die Verschmelzung von Buch und EBook:

Rogner&Bernard und Haffmanns und Tolkemitt haben es gerade angekündigt und ich bin sicher, andere werden folgen. Nach und nach wird das EBook an die Stelle des Paperbacks treten und wer ein Hardcover kauft, erhält die EBook Ausgabe quasi als Dreingabe dazu.

Die EBooks werden sich in weiten Teilen der Bevölkerung etablieren, wünschenswert vor allem im Bildungssektor, wo sie dazu führen könnten, dass die Schulranzen der Kinder deutlich leichter werden und die Kosten für die Materialausstattung deutlich sinken.

5. Neu Formen der Arbeit, weg vom 9-17 Uhr Job am festen Schreibtisch im Büro:

Eine These, die ich schon seit einiger Zeit propagiere. Nicht für alle Arbeitnehmer, aber in einer sich immer mehr verstärkenden Wissensgesellschaft für immer mehr Arbeitnehmer wird der Ort, an dem sie arbeiten irrelevant. Es werden sich Mischformen herausbilden aus Heimarbeit und Bürojob. Konzepte aus den Coworking Spaces werden auch in den klassischen Büros Einzug halten. Denn es werden neue Aspekte wie Energieeinsparung zum tragen kommen, wenn sich mehrere Mitarbeiter einen Büroschreibtisch teilen können und einen Teil der Arbeit nicht zur Arbeit fahren müssen, weil sie von zu hause online Zugang haben.

Auch werden sich neue Jobprofile entwickeln, so etwa das des angestellten Beraters, der seine Skills nicht nur dem eigenen Unternehmen, sondern in dessen Auftrag auch anderen anbietet. Microjobs werden versteckten Talenten die Chance auf einen Nebenerwerb geben, wir werden mobiler arbeiten ohne gleichzeitig mehr pendeln zu müssen und damit mehr Ressourcen zu verbrauchen.

6. Collaborative Consumption:

Produkte zu teilen beginnt gerade als Konzept Fuß zu fassen. Car Sharing sie hier nur genannt oder Mifahrdienste wie www.flinc.org. Doch collaborative consumption als Teilen statt zu kaufen ist noch in vielen weiteren Bereichen denkbar. Von Gartengeräten bis hin zu Küchenutensilien gibt es in jedem Haushalt viele Gerätschaften, die einmal gekauft nur noch verstauben. Es wird verstärkt durch die technischen Möglichkeiten des Internet zu einem Aufblühen von Nachbarschaftsplattformen kommen, in denen jeder seine Leihprodukte anbieten und andere Produkte leihen kann.

Generell wird es einen Trend zur virtuellen Community von Gleichgesinnten geben, die sich gegenseitig bei bestimmten Fragestellungen helfen. Wobei im Gegensatz zu Chatforen hier der direkte Austausch von Diensten oder Hilfen im Vordergrund steht.

 

7. Social Business und Work Life Integration:

Auch wenn Gewerkschaften und Betriebsräte das sicher als Bedrohung sehen werden. Die Grenze zwischen Arbeit und Privat wird zunehmen verschwinden. Es entstehen hier völlig neue Herausforderung für den Einzelnen und die Unternehmen, hier eine Integration zu erreichen, die sowohl die Interessen der Firma in Richtung Umsatz und Effizienz als auch die Interessen der Mitarbeiter mit Blick auf ausreichend Privatleben und Wahrung der Gesundheit bzw. Schutz vor Stress und Burn Out zu erlangen. Aber auch durch die neuen Formen der Arbeit mit zunehmender Mobilität und Unabhängigkeit von Ort UND Zeit wird sich hier einiges wandeln und eine stärkere Vernetzung beidder Lebensbereiche stattfinden. Hier eine gesunde Balance zu finden, wird eine der grossen Herausforderungen für Mitarbeiter wie für die Personalabteilungen der Unternehmen.

8. Roboter werden alltäglich:

Damit sind nicht zwangsläufig humanoide Roboter gemeint, aber intelligente Haushaltshelfer, wie sie schon heute in der Form von Roboterrasenmähern und Roboterstaubsaugern in Privathaushalten Einzug halten, werden in Zukunft auch in anderen Bereichen Dienstleistungen übernehmen. Wenn man nach Japan blickt, sind die Perspektiven gerade auch in der Pflege vielfältig.

 

9. Bionik als neue Schlüsseltechnologie:

Die Medizin wird sich im Bereich der Bionik stark weiterentwickeln. Exoskelette, Implantate, die es bislang bereits ermöglichen, das Blinde wieder Formen und Schattierungen erkennen werden sich weiterentwickeln. Es wird möglich sein, bislang unheilbare Behinderungen zwar nicht zu heilen, aber das Leben mit der Behinderung deutlich zu vereinfachen.

 

10. Makerbots für jedermann:

Bislang eher eine exotische Erscheinung werden sich in zukünftigen Haushalten gerade für die Produktion einfacher Gebrauchsgegenstände 3D Printer, sogenannte Makerbots etablieren. Da nach meiner Prognose die Preise drastisch sinken werden, kann sich in Zukunft jeder neben seinem Drucker oder gar als Multifunktionsgerät und Ersatz eines einfachen Druckers einen Makerbot leisten. Damit ist es jedem Privatmann in begrenztem Maß möglich, einfach Produkte für den täglichen Bedarf wie Tassen, Gläser oder ähnliches selbst produzieren. Durch die Weiterentwicklung der Technologie werden die möglichen Objekte komplexer werden. Hier gilt es zu beobachten, welche neuen Möglichkeiten in den 3d Druck noch integriert werden.

 

Die Jugendgefährdung aus dem Freundeskreis

„Gut, dass unsere Kinder so einen Papa haben.“ Was als Kompliment meiner Frau an mich wirken könnte ist für mich eher erschütternd. Denn der Hintergrund des ganzen: Unser Ältester besitzt einen Notebook. Mit Linux, damit sind schon mal einige Probleme außen vor. Und ich habe auf unserem Hausrouter entsprechende Filter eingerichtet, die einschlägige Themengebiete blockieren.

Nun bin ich nicht so dumm, zu glauben, damit sei es schon getan. Ich kontrolliere auch regelmässig, was die Filter wann so an Themen abgefangen haben. Und immer wieder stelle ich mit Entsetzen fest, was im Freundeskreis meines Sohns wohl so alles üblich sein muss. Auffallend genau zu den Zeitpunkten, an dem mein Sohn mit einem Freund auf seinem Zimmer ist und sie online gegangen sind, sind dem Filtersystem doch ein paar Webseiten ins Filternetz gegangen. Man kann die Zeitfenster deckungsgleich bekommen. Interessant wirds dann, wenn man sich ansieht, was kurz zuvor gesucht wurde. Meist wurden Suchanfragen durchgeführt, die in sich völlig harmlos sind aber dann über etwas missglückte Suchergebnisse bei Google auf inakzeptable Angebote führen. Und bevor jetzt gleich wieder der Ruf nach Sperrung laut wird. Es handelt sich um nichts illegales, aber eben um Angebote, die schon auf den Startseiten Material darstellen, dass ich keinem Kind zumuten würde.

Das heißt jetzt nicht, dass alle Freunde meines Sohnes verdorben und mein Sohn ein Engel ist, aber gerade das Zusammensein mit Freunden fördert natürlich auch den „Forscherdrang“ die von den Eltern aufgestellten Grenzen auszuloten und zu zeigen, wie cool man darüber hinweg kann.

Der Filter greift. Jeder, der seine Kinder ins Netz lässt, sollte solche Filter einstellen. JEDER!

Und es heißt auch nicht, dass ich glaube, mein Sohn interessiere sich nicht auch für Müll im Netz. Wer mir gegenüber behaupet: Mein Kind macht so etwas nicht, dem kann ich nur abgrundtiefe Blauäugigkeit bescheinigen.Aber meine Kinder haben zumindest, so weit ich die technische Kontrolle über die Endgeräte habe,
bei uns zu hause keine Möglichkeit, darauf zuzugreifen. Und mit allen spreche ich über diese Themen und versuche ihnen zu erklären, warum ich diese Angebote für nicht akzeptabel halte und ihnen entsprechende ethische und moralische Werte zu vermitteln.
Extrapoliere ich aber die Suchbegriffe, die im Filter unseres Systems auftauchen, sobald ein Freund mit ihm auf dem Zimmer ist, dann muss ich sagen, da kann es in manchen Familien wohl kaum irgendeine Form von Jugendschutz fürs Internet geben, da scheinen manche Kinder offensichtlich freien Zugriff auf pornographische, ja manchmal schon illegale Inhalte zu haben.
Ich bin mir nicht sicher, ob die Eltern dieser Kinder wissen, in welche psychologische wie rechtliche Gefahr sie sich und ihre Kinder bringen. Und dass der Filter wirkt, erkenne ich schon daran, dass die Menge an Anfragen, die gefiltert werden müssen, deutlich zurückgegangen ist. Es wird wohl gelegentlich noch versucht, aber sobald die Sperrmeldung kommt, merkt man schnell, dass die Jungs sich anderen Themen zuwenden.

Auf jeden Fall muss es jedem Elter klar sein. Nur, weil man sein Kind bei sich zu hause beschützt, heißt das noch lange nicht, dass es nicht Zugriff auf Müll zum Teil der perversesten Sorte erlangen könnte.

Bei uns im Hausnetz ist Gott sei Dank die Attraktivität des Internets recht gering. Zumal auch Chatforen und Social Media Plattformen NOCH gesperrt sind. Denn jetzt ist unser Ältester in einem Alter, in dem ich mit ihm über diverse Themen sprechen werde, und dann das Netz FÜR IHN und NUR FÜR IHN etwas freier gestalten werde und nur noch illegale Inhalte im Filter aktiv entfernen lasse.

Und ich hoffe, dass er den Mut hat, auch bei Freunden nein zu sagen, wenn dort der entsprechende Schmutz ungefiltert auf den Rechnern erscheint.

Ach und für alle, die sich jetzt mit der Medienabstinenz in ihrem Haushalt brüsten.

Viel wichtiger, als ein striktes Verbot ist das Gespräch mit den Kindern, die Medienerziehung. Und wenn man selbst nicht das Wissen dazu hat. Es gibt hinreichend viele Tutorials, Vorträge und Kurse zu dem Thema. Und damit meine ich nicht diese dummen Vorträge der Polizei oder irgendwelche Psychologen a la Spitzer, die das Netz grundsätzlich zum Hort des Bösen machen. Das ist genau so dumm wie ein komplett unüberwachter Zugang. Aber man darf nie vergessen. Nur weil man selbst zu hause einen Hort der Sicherheit eingerichtet zu haben glaubt, heißt das noch lange nicht, dass nicht irgendwo, irgendwer einen offenen Zugang besitzt. Aber wer mit seinen Kindern im Kontakt bleibt, wer darüber spricht, der hilft ihnen, selbst eine kluge Entscheidung zu treffen.

Im Moment kooperiere ich mit mehreren passenden Organisationen, um eine sinnvolle Einführung in den Umgang mit dem Internet für Familien mit Kindern anzubieten. Denn sperren alleine ist nur ein Teil der Lösung. Und komplette Abstinenz löst das Problem nicht, sondern verlagert es nur in den Freundeskreis, frei nach dem Motto, aus dem Auge, aus dem Sinn.

Wir dürfen solche Themen nicht ausblenden noch an Institutionen delegieren. Gerade heute ist es enorm wichtig geworden, auch moralische Werte zu vermitteln (und das sollten wir tun, denn wenn ich sehe, was über die Kirchen zutage gekommen ist, erwarte ich von dort keinerlei angemessene Hilfe) UND einen vernünftigen Umgang mit dem Medium Internet. Der kann zu Beginn im Filtern des Internets starten (vor 10 Jahren bin ich der Meinung benötigt KEIN Kind direkten Online Zugang. Maximal Surfen mit Papa oder Mama in sehr kleinen Dosen) und je älter das Kind wird, umso mehr sollte man Verantwortung, Ethik und einen kritischen Umgang mit dem Medium vermitteln.

Update: Weil der Wunsch nach weiterführenden Links geäußert wurde:

Gute Suchmaschine und Infos : fragfinn

Guter DNS Server Dienst, der auch Filterung nach jugendgefährdenden Inhalten anbietet: OpenDNS

Gute Anleitung, um OpenDNS in einem AVM Router einzurichten: Fritzbox 7270 mit AVM

Gutes Angebot zum Thema: Internet-ABC

 

Die Sueddeutsche definiert 10 Trends für die Arbeitswelt von morgen. Ein Kommentar

Unter dem Titel
Zehn Trends in der Berufswelt
Chef ist, wer das Projekt betreut

stellt die Sueddeutsche zehn Thesen zur Arbeitswelt der Zukunft auf.
Da sie damit genau mein Spezialthema des Tages anreisst, möchte ich hier die von der Sueddeutschen aufgestellten Trends kurz beleuchten und bewerten:

Die Mobilität

Definitiv ein wichtiger Punkt, wobei es hier zwei Aspekte gibt. Zum einen wird Mobilität gebetsmühlenartig von immer mehr Unternehmen gefordert, zum anderen ist sie aber auch gerade in den Wissensberufen dank Telearbeit, hochwertigen Videokonferenzen und Desktop Sharing immer häufiger überflüssig. Dieser Bereich hat zwei Komponenten, die sich oft gegenseitig das Leben schwer machen. Zum einen verlangen ganze Wirtschaftzweige nach einem sesshaften Leben, nach einem Haus, einer Einbindung in die sozialen Strukturen. Zum anderen sollen wir alle hypermobil sein, soll Pendeln kein Problem sein, auch wenn das sowohl der Gesundheit als auch der Umwelt schadet. Hier ignoriert man meines Erachtens oft die negativen Auswirkungen einer hypermobilen Gesellschaft.

Das Wissen

Wissen ist sicher ein wichtiger Faktor. Wir arbeiten in einer immer stärker auf Wissensarbeit fokusierten Gesellschaft. Wobei dies natürlich nicht bedeutet, dass Handwerk und Dienstleistungen z.B. im Gesundheitsbereich überflüssig sind, ganz im Gegenteil, aber es wird eine Verschiebung in Richtung Wissenarbeit stattfinden. Nur sind wir, und da greift ein weiterer Punkt des Spiegel-Artikels darauf eigentlich nicht wirklich vorbereitet. Der klassische Nürnberger Trichter hilft uns in einer Zeit, in der die Informationsmenge von Tag zu Tag steigt, nicht mehr weiter. Wir brauchen neues Wissen, Wissen, wie ich Informationen bekomme, Wissen, dass ich auch mal querdenken muss, um auf neue Lösungen zu kommen. Und da sehe ich unsere momentane Bildungspolitik nur unzureichend vorbereitet.

Die Dienstleister

Wie beim Wissen beschrieben, es werden weiterhin Dienstleistungen gefordert sein, aber in spezifischen Bereichen. Vielfach wird die Dienstleistung vom Kunden selbst erledigt. Betrachten wir nur einmal die Selbstscan Kassen in diversen Supermärkten. Oder auch die gesamten SB Angebote an sich. Ich hebe mein Geld mittlerweile zu 100% am Automaten ab und mache mehr als 90% meiner Bankgeschäfte online. Dienstleistung wird sich auf bestimmte vor allem soziale Dienstleistungen eingrenzen, diese werden aber an Bedeutung gewinnen und dementsprechend auch teurer werden (müssen).

Neue Arbeitsverhältnisse

Da stimme ich voll zu. Ich sehe in der Zukunft den festen 9-17 Uhr Job bei einem Arbeitgeber als Auslaufmodell. Verschiedene Modelle sind hier denkbar, vom echten Freiberufler bis zum angestellten Mitarbeiter, der aber auch an andere Unternehmen „geliehen“ wird. Hier hängt viel von der Flexibilität der Arbeitnehmer UND der Offenheit von Betriebsräten, Gewerkschaften und Vorständen ab. Neue Wege gehen, ohne dabei nur die Humanressource Mitarbeiter auszubeuten ist ein spannendes, aber wichtiges neues Feld, gerade mit Blick auf den „War for Talents“.

Die Selbstvermarkter

Schon heute bin ich als Blogger, als Autor unterwegs, gehe auf Konferenzen und halte Vorträge, obwohl ich eigentlich Softwareentwickler bei einem IT Dienstleister bin. Warum? Selbstvermarktung. Ich will meine Skills offen zeigen und das wird ein Punkt werden, der in Zukunft die starren Titel und Abschlüsse ersetzen wird. Wichtig ist nicht, was ich einmal gelernt habe, sondern was ich jetzt und hier an Skills zu bieten habe. Und das will vermarktet sein. Wissen verändert sich und damit müssen auch wir uns beständig verändern in dem was wir wissen, was wir können.

Die Demographie

Neueste Forschungen zeigen, dass auch im höheren Alter der Mensch sich durchaus noch wandeln kann, dass neues gelernt werden kann. Die Unternehmen müssen sich auf die alternde Belegschaft einstellen, sowohl durch Angebote, um die Gesundheit zu erhalten aber auch, in dem sie ggf. das wertvollste endlich länger nutzen, das ältere Mitarbeiter zu bieten haben: Erfahrung, Gelassenheit und den Blick aufs Ganze.

Der Fachkräftemangel

Ja, es gibt ihn, den Fachkräftemangel, aber das ist meiner Ansicht nach weniger ein demographisches als ein Problem der mangelhaften Ausbildung. Wenn ich es nicht schaffe, Berufe attraktiv zu machen, für die ich Menschen brauche, sollte ich mich als ausbildender Betrieb oder Unternehmen immer AUCH fragen, warum das Image so schlecht ist. Wir erleben eine Gesellschaft, die auch wieder auf andere Werte schaut außer Karriere und Geld. Die vor Augen geführt bekommen hat, was Gier und unbedingtes Machtstreben mit der Gesellschaft anrichten können. Ich spreche zur Zeit mit vielen Menschen, die nicht mehr bereit sind, täglich Überstunden zu arbeiten, die auch noch ein Privatleben wollen, die Kinder aufwachsen sehen wollen und nicht nur ins Bett bringen.
Ein Mangel ist immer auch selbstverschuldet. In dem man zuvor nicht vernünftig in die Zukunft geplant hat.
Und hier sollte man sich auch immer vor Augen halten. Wird wirklich für z.B. eine Krankenschwester, eine Altenpflegerin nicht nur ein ausreichendes, sondern ein gutes und vor allem ein moralisch korrektes Gehalt bezahlt? Wenn ich den Lohn einer Krankenschwester mit dem eines Investmentbankers vergleiche…. Muss ich mehr sagen?

Die Bildung

Was meint die Sueddeutsche hier? Meint sie wirklich Bildung? Oder doch wieder nur Ausbildung, vorbereiten für den Arbeitsmarkt? Vermutlich letzteres, denn der gebildete Mensch hinterfragt auch, ist kritisch, denkt nach und das ist oft auf dem Arbeitsmarkt eher nicht erwünscht. Bildung heißt auch, philosophische Fragen stellen, heißt auch Gesellschaftskritik üben. Insofern ja, wir brauchen Bildung in der Zukunft, aber ob das das Credo des Arbeitsmarktes sein wird, da habe ich so meine Zweifel.

Das weibliche Potential

Eigentlich traurig, so etwas noch erwähnen zu müssen. Aber offensichtlich sind wir immer noch weit von der Gleichberechtigung entfernt, wobei das Gehalt hier nur ein Aspekt ist. Gerade in einer vernetzteren Welt, die mehr auf Teams setzt, sind auch weibliche Stärken gefragt.
Wobei wir einen Fehler nicht begehen dürfen, nämlich uns zu sehr auf das „nur Erwerbsarbeit ist richtige Arbeit“ zu beschränken.
Denn genau deshalb sind meines Erachtens heute noch meist die Frauen eher zu hause und die Männer eher im Beruf, auch wenn beide gleich viel verdienen. Wir müssen uns endlich von klassischen Rollen- und Denkmustern verabschieden und dazu gehört auch zu akzeptieren, dass auch die Erziehung von Kindern, sei sie durch den Vater, die Mutter oder arbeitsteilig durch beide geleistet eine richtige und ernstzunehmende Arbeit ist. Die Medien und die Politik heute vermittelt eher das Bild, dass die gute Mutter, der gute Vater die Kinder so bald als möglich in Betreuung gibt, um wieder dem Arbeitsmarkt dienlich sein zu können. Und zwar außer Haus. Warum denken wir nicht mehr über Telearbeit für junge Familien nach, so daß es die grossen Probleme mit Krippenplätzen, problematischen Arbeitszeiten gar nicht gibt? Auch hier ist Querdenken gefragt, und sind viele überkommenen Denkweisen zu hinterfragen.

Der Weltmarkt

Ist das nicht der Schuldige an allem? Nicht wirklich, denn es bieten sich auch Chancen, wenn wir global denken UND handeln. Aber dazu braucht es auch neue Arbeitsmodelle, denn wenn die Arbeit global erledigt wird muss das nicht zwangsläufig heißen, dass jeder Mensch auch dort hin ziehen muss, wo der Sitz des Global Players ist. Hier verbinden sich einige der Aspekte der vorigen Punkte zu einer Melange aus alternativen Modellen von Arbeitsplatz/Arbeitszeit und Sicht auf die Festanstellung. Was genau hindert mich heute, für einen Softwaredienstleister in den USA oder in Indien oder in Australien zu arbeiten? Technologisch nichts, denn alles was ich brauche ist eine breitbandige Internetanbindung und einen Entwicklerrechner. Aber was noch hindert sind die kulturellen Unterschiede, ist auch und da muss ich einigen Sprachfanatikern die rote Karte zeigen, die uns permanent zum Verwenden des deutschen Begriffs für englische Fachwörter zwingen wollen, ist also auch das in grossen Teilen der Gesellschaft noch vorherrschende Defizit, zumindest die Weltsprache englisch wirklich zu beherrschen und nicht nur mit Müh und Not zu verstehen. Je globaler wir werden um so wichtiger wird es, mit einer Zunge zu sprechen. Wir können es mögen oder nicht, Englisch ist nun mal die Weltsprache, die in allen Ländern verstanden wird. Auch hier ist Bildung, ist kultureller Wandel gefragt. Das neue tun heißt ja nicht, das Alte lassen müssen.

Eine Bloggerin braucht unsere Hilfe! Spenden für den Start in ein neues Morgen

Creezy steht quasi auf der Straße. Durch widrige Umstände und viele Nackenschläge hat sie jetzt ihre Wohnung verloren und ist im Moment bei Freunden untergekommen.

Eine Bloggerin braucht unsere Hilfe für einen Neustart. Da sollten wir uns doch mal überlegen, ob wir nicht mal direkt einer verwandten Seele (Bloggerin) helfen wollen.

Ich hab gespendet und rufe hiermit dazu auf, es mir gleich zu tun. Den Link zum Spenden findet ihr rechts oben in ihrem Blog. Dort könnt ihr auch ihre ganze Geschichte lesen.

Für mich war sie Grund genug, meinen kleinen Beitrag zu leisten. Wir sind viele. Und viele können viel bewegen. Und wenn ihr ihr nicht finanziell helfen wollt, nehmt bitte ihren Aufruf ernst und achtet auf euer Umfeld. Es brauchen mehr Menschen Hilfe, als es scheint. Viele wagen nicht, sich zu melden, bis es zu spät ist. Hört hin, schaut hin, bietet eure Hand, eure Hilfe. Das muss nicht Geld sein, als Mensch da zu sein ist oft die grösste Hilfe.

 

Flinc, ein Konzept das überzeugt, jetzt auch für Android

Das Konzept von Flinc ist denkbar einfach. Jeder, der häufiger mit dem Auto fährt bzw. der des öfteren zu Orten muss, die z.B. mit der Bahn nur schlecht erreichbar sind, kann sich bei Flinc registrieren lassen.
Plane ich nun eine Fahrt, sei es als Mitfahrer oder als Fahrer und befindet sich irgendein anderer Flincer quasi auf meiner Route zu meiner Zeit, dann bekomme ich das über Flinc mitgeteilt. Die Anwendung ist zudem in Navigon Software integriert, so daß ich direkt sehen kann, ob jemand auf meiner Route mitfahren möchte.
Wenn meine Planung und die eines entsprechenden (Mit-)fahrers passen, erhalte ich eine Info über Mail, SMS oder in der App. Jetzt ist auch die Beta für Android verfügbar und ich kann sie jedem nur empfehlen, der häufiger mit dem Auto unterwegs ist bzw. häufiger nach einer Mitfahrgelegenheit sucht. Durch das Prinzip der Vernetzung verbindet Flinc quasi die Effekte eines sozialen Netzwerks mit der Idee der Mitfahrgelegenheit.

Wie ich finde ein Konzept mit Zukunft.

Das Netzwerk meiner potentiellen Mitfahrer

 

Blogparade zu „Arbeit und Lebenssinn“

Heute möchte ich eine Blogparade starten zu einem Thema, das mir in meinen Recherchen über die Arbeitswelt der Zukunft immer wieder begegnet: Rationalisierung, Fremdbestimmung, 9-17 Uhr Jobs. Für viele Menschen scheint Arbeit vom sinnstiftenden Element ihres Lebens immer mehr zum reinen „Broterwerb“ ohne ethische, moralische oder sinnbringende Ansprüch zu werden, deshalb folgende Blogparadenfrage:

Wie wird „sinnhafte Arbeit“ in Zukunft aussehen? Kehren wir wieder zurück zu „sinnhaftiger Arbeit“ oder wird sich Arbeit als Broterwerb immer weiter von sinnstiftender Tätigkeit entkoppeln? Woraus werden wir uns in Zukunft definieren? Jenseits der kreativen Berufe verlieren die Mitarbeiter doch immer mehr den Bezug zu ihrer Tätigkeit, zur Sinnhaftigkeit des Tuns. Für viele wird das „Hobby“, das, was sie als „Amateur“ (als als jemand, der sein tun amare, also liebt) zu ihrem Lebenssinn, während hochrationalisierte, fremdgesteuerte Tätigkeiten immer weniger „Lebenssinn“ geben können. Oder wird es ganz anders sein?

Ich bin gespannt auf eure Beiträge, die ich sammeln und als EBook hier bereitstellen werde. Und bitte, verbreitet den Aufruf, je mehr Beiträge um so interessantere Ergebnisse.