Mein Fundstück der Woche lasse ich völlig unkommentiert. Aber ich rate zu Vollbild und Ruhe beim Betrachten. SO möchte ich bitte demnächst auch eine Businesspräsentation erleben.
Rezension:Mozarts letzte Arie, ein „Geschichtskrimi“

Als Wolfgang Amadeus Mozart am 5. Dezember 1791 in Wien stirbt, glaubt seine Schwester Maria Anna, besser bekannt als „Nannerl“ nicht an eine Erkrankung Mozarts sondern vermutet ein Komplott. Sie reist nach Wien und nimmt auf eigene Faust Ermittlungen auf.
Das ist die Grundlage eines sehr spannenden und historisch durchaus in weiten Bereichen authentischen Romans „Mozarts letzte Arie“ des Autors Matt Beynon Rees, der im Verlag C.H.Beck erschienen ist.
Rees gelingt mit dem Buch ein kleines Kunststück in dem er bis auf wenige Details historisch belegte Fakten und Erkenntnisse zu einem Kriminalroman verwebt, in dem die These fortgeführt wird, Wolfgang Amadeus Mozart sei vergiftet worden. Angenehmerweise wird nicht die klassische und nach bisherigem Kenntnisstand falsche These neu aufgewärmt, Salieri habe Mozart vergiftet. Vielmehr wird ein Vexierspiel aufgeführt aus Verschwörung, Spionage, Eifersucht und Gier.
Als Nannerl in Wien die Ermittlungen aufnimmt, entdeckt sie eine Verschwörung, in der Mozart tief verstrickt und gleichzeitig unschuldiges Opfer war.
Rees erreicht eine Spannung in seinem Roman, die zum einen durch die Erzählung aus der Sicht von Anna Maria, zum anderen aus dem Verflechten historische Begebenheiten und Schauplätze mit zwar fiktiven aber durchaus möglichen Wendungen der Ereignisse ergibt. Der Schreibstil ist eingängig, dabei nie oberflächlich und erzählt aus Nannerls Sicht die Ereignisse. Die Figuren in der Geschichte sind vielschichtig gezeichnet und die Auflösung dieses Krimis erfährt gegen Ende eine Beschleunigung, die an die überraschenden Wendungen und Wirrungen mancher Agatha Christie Romane erinnert.
Ein Kernmotiv, das auch in anderen historischen Betrachtungen oft sowohl als Oper als auch als Füllhörn versteckter Botschaften betrachtet wurde ist Mozart Zauberflöte, die durchwirkt von freimaurerischen Motiven Mozarts Mitgliedschaft und Ideen im Umfeld der Freimaurer repräsentiert.

Diese Oper spielt zusammen mit anderen Werken Mozarts eine zentrale Rolle bei Nannerls Ermittlungen, die sie in höchste Kreise und ebenso zu den Gräbern und ebenfalls in Lebensgefahr bringen. Wer Freude an einem Kriminalroman hat, der mit historischen Schauplätzen und Ereignissen durchwirkt ist, wer Sinn für die Zeit und die Kultur hat, in der Mozart wirkte, der wird an diesem Roman seine Freude haben. Nie bekommt man den Eindruck jetzt würde der Autor sich in unrealistischen Fantasiegebäuden ergehen, nie sagt man: „So kann es nicht gewesen“ sein. Stehts bleibt im Hinterkopf der Gedanke, warum nicht? Was spräche dagegen, das alles so geschehen ist? Rees selbst fügt ans Ende noch eine Erläuterung an, die aufzeigt, wo der Autor sich dichterische Freiheit erlaubte und wo die Erzählung auf historischen Fakten beruht.
Für mich war der Roman eine Lesefreude, zumal ich die Musik Mozart sehr schätze und insofern auch die Erzählung kritische begleitete, da ich mich auch zuvor bereits mit Mozarts Geschichte befasst hatte.
Ein glaubwürdiger Kriminalroman mit Mozarts Schwester als „Ermittlerin“, ein Lesevergnügen, das mir 5 Sterne wert ist.
[xrr rating=5/5]
Mein Dank geht an den Verlag C.H.Beck für das Rezensionsexemplar und an Blogg dein Buch für die Plattform, die mir stets neue und häufig sehr gelungene Literatur zur Rezension vermittelt. Bislang bieten die dort aktiven Verlage eine erstaunlich hohe literarische Qualität.
Bodo Wartkes „Klaviersdelikte“ in Heilbronn, ein Erlebnis

Bodo hat Schnupfen. Das zu Beginn als Info, was man ihm aber durch das ganze Konzert nicht anhört. Mit unglaublicher Dynamik und der bekannten Textfertigkeit stellt Bodo Wartke in Heilbronn sein neues Programm „Klaviersdelikte“ vor. Meine Frau und ich haben uns natürlich Karten besorgt, so früh, dass auf den Karten noch „Neues Programm“ steht.
Und es soll sich lohnen. Tolle neue Songs, viel amüsante Interaktion mit dem Publikum und vor allem ein sehr schöner Block mit nachdenklichen Liedern, wobei mich persönlich vor allem „Christine“ sehr beeindruckt hat.
Souverän führt Bodo durch sein Programm, spielt mit dem Publikum und erhält völlig zu Recht zum Abschluß quasi sofort Standing Ovations. Drei Zugaben später steht das Publikum zum dritten Mal um in zu umjubeln und die dritten Standing Ovations für ein sagenhaftes neues Klavierprogramm zu geben.
Manchmal muss man sich wirklich konzentrieren um dem Staccato seiner Songs und Texte zu folgen, aber der bekannte Wortwitz ist noch mal schärfer geworden, man merkt ihm einfach an, dass er wirklich gerne mit der Sprache kleine Kunstwerke zusammenstellt. Von sehr zotigen bis hin zu tief nachdenklichen Songs reicht das Repertoire. Und gnadenlos gut führt er uns den Unterschied von U- und E-Musik vor Augen, den die GEMA zu sehen meint und zeigt uns musikalisch, wie falsch sie damit liegt ;).
Interessant dieses Mal auch, dass die CD zum Programm NICHT eine live CD ist (diese wird wohl später folgen) sondern ein Studioalbum, auf dem neben Bodo und dem Klavier auch Gastmusiker mitmachen.
Als besondere Überraschung war auch in Heilbronn ein Gast dabei, nämlich die Sängerin und Schauspielerin Melanie Haupt, die Bodo bei zwei Stücken unterstützte.
Alles in allem ein wundervoller Abend, der unsere Lachmuskeln bis aufs äußerste strapaziert hat und den ich jedem, der irgendwie an Karten kommen kann, nur ans Herz legen kann, wenn sie oder er einen Sinn für Sprache und Wortwitz, für Klaviervirtuosität par excellence und einfach für viel Lachen hat.
Und jetzt noch zwei Auszüge aus seinem Programm. Viel Spass und HINGEHEN!
Star Wars Episode IV als Crowdsourcing Kunstwerk
Aus 15 Sekunden Schnipseln ist die „Uncut“ Version zusammengestellt. Teils schräg, teils einfach nur schlecht, dann aber auch wieder brilliant haben Fans den Film neu gedreht mit eigenen Mitteln aber inhaltlich eng am Original.
Aber seht selbst:
Der ultimative Jahresrückblick 2011 „Frohes Fest“
Diese beiden kreieren jährlich für meinen Geschmack den besten Jahresrückblick im Netz, anschauen und geniessen 😉
Es ist Blogwichteltag, auch mir hat ein lieber Wichtel was gebracht
Mein Wichtel sandte mir folgenden schönen Text:
K. machte sich auf den morgendlichen Weg zu seinem Büro. Als er nachlässig seinen Finger in die Mulde der Bioerkennung legte, begrüßte ihn eine sanfte, weibliche Stimme mit den Worten: „Guten Morgen, Herr K.! Ich hoffe, Sie haben gut geschlafen! Ihr Puls ist heute etwas höher als gestern.“ und die Glastür gab den
Weg in einen strahlend weißen Flur frei, der ins Innere des Gebäudes führte. An den Wänden baute sich plötzlich eine Tropenlandschaft auf, die Herr K. als Motiv bevorzugte, und ein leises Plätschern und
Vogelgezwitscher begleitete seinen Weg. Zwischen den Blättern erschienen wie ein schwarzes Band die heutigen Börsenkurse und die Zahlen seines Unternehmens. Herr K. fühlte sich wohl. Er würde in der heutigen Sitzung nur Angenehmes berichten können, und er freute sich schon auf die anerkennenden Worte seines Chefs
wie auf einen warmen Sonnenstrahl.
Als er die weiße Tür zu seinem Büro öffnete, traute er seinen Augen kaum. Sein Schreibtisch war von einer Roten, überquellenden Masse besetzt, die sich amorph an seinem Tablet-PC rieb. Aus einem Gesicht mit roten Bäckchen blitzten ihm zwei blaue Äuglein entgegen, und aus dem furchtbaren, weißumbarteten Höllenschlund dieses Lebewesens gurgelte ihm ein „Ho! Ho! Ho!!“ entgegen. Herr K. zögerte einen kurzen Moment – vielleicht hatte er sich auch in der Tür geirrt? Nein, er war richtig. Hinter dem Fenster zeichnete sich die altbekannte Kulisse des Büroturms ab, die er Tag für Tag vor Augen hatte, wenn er ziellos aus seinem Fenster blickte. Was tun? Fliehen?
Er fühlte sich, wie durch ein Wunder, wieder in seine Kindheit zurückversetzt. Das war ja, ja, – ihm fehlten die Worte. Er musste in einer defekten Zeitmaschine gefangen sein, die ihn statt nach vorne in eine glänzende Zukunft in seine dunkelste Vergangenheit zurückkatapultiert hatte. Damals hatte er noch an Männer in
roten Mänteln, mit weißen Bärten und lustigen Zipfelmützen geglaubt. Voller Vorfreude hatte er sich auf jenen Moment gefreut, in dem ein silberhelles Glöckchen das Verschwinden des Christkinds andeutete und
er endlich das weihnachtlich erhellte Wohnzimmer betreten durfte. Da fühlte er einen sanften Druck auf seinem Arm…“Vergiss es nicht, das Kind! Und wenn du geistig noch so weit in der Zukunft herumdüst…“
Irgendein Geräusch riss ihn aus seiner Versunkenheit. „Herr K., Biokonferenz! Wo bleiben Sie denn?“ Er war eingeschlafen, und morgen war doch schon Weihnachten, was für ihn jedes Jahr nur die Jagd nach
außergewöhnlichen Geschenken bedeutet hatte. Dieses Mal würde er alles anders machen…
„Herr Ka-aaaa!!!“
@Frauenfuss reloaded, nach der Schneekugel jetzt der Weihnachtsbaum
Und wieder gibt es ne süsse kleine Weihnachtsspielerei von Michaela Aichberger, besser bekannt als @frauenfuss . Der Weihnachstbaum zum selber dekorieren. Wieder eine schöne App, die durch die zeichnerische Begabung Michaelas glänzt und Android Smartphones in vorweihnachtliche Stimmung bringt.
Zu finden im Android Market und kostenlos.

Kate Bush, das neue Album. Besonders, speziell, melancholisch, schön
Kate Bush mag man, oder man mag sie nicht. Ich möchte ihre besondere, stets leicht melancholische und anspruchsvolle Musik schon immer. Rechtzeitig zur Weihnachtszeit erscheint nun eine neue LP.
„50 words for snow“ ist ein melancholisches Werk, mit besonderen, langen und intensiven Stücken. Gezielt instrumentiert, mit teils sehr intensiven Gesangspassagen ist auch die neue LP wieder ein besonderer Hörgenuss. Bei Amazon bereits seit letzter Woche als MP3 Download erhältlich erscheint sie offiziell heute am 21.November.

