Warum ich Produktbeurteilungen aus Foren keinen Glauben mehr schenke

Früher waren Foren oft für mich erster Anlaufpunkt, wenn ich mich über das Für und Wider eines Produktes informieren wollte. Dort konnte man, so dachte ich aus erster Hand erfahren, was die Vor- und Nachteile des einen oder anderen Produktes sind.

Je länger ich mich aber in Foren zu verschiedenen Produkten und Dienstleistungen umgeschaut habe, um so häufiger habe ich festgestellt, daß die „lautesten“ Poster nicht unbedingt diejenigen sind, die das Produkt wirklich objektiv beurteilen können. Oft werden Feature erwartet, die so gar nicht gehen. Viele lesen die Anleitungen nicht oder haben überzogene Erwartungen. Manchmal werden auch einzelne Produktionsfehler zu einem Riesendrama hochgejubelt. Und am allerwichtigsten. Die vielen zufriedenen Nutzer tauchen tendenziell in Foren nur sehr selten auf.
Insofern. Wenn ihr ein neues Produkt kaufen wollt. Vorsicht bei Urteilen aus Foren. Dort sind leider viel zu oft die Basher unterwegs und eine objektive Beurteilung ist schwer zu finden. Man sollte stets auch unabhängige Tests sichten. Hier wiederum kann ich www.testberichte.de empfehlen und natuerlich Test.de, die Seite der Stiftung Warentest. Dort wird realistischer getestet und meist auch sehr viel fairer beurteilt.

Was schreibt man denn nun in Firmenblogs?

Ich will hier mal eine Diskussion anregen, da ich mir zu dem Thema grade auch so meine Gedanken mache. Denn letztlich und da sollten wir ganz ehrlich sein, will jedes Firmenblog auch Werbung für das Unternehmen machen.
Also was sind Themen, die da hinein gehören? Was ist glaubwürdig?
Ich habe eine interessante Zusammenstellung einiger Ideen gefunden, würde mich aber freuen, wenn hier eine rege Kommentardiskussion beginnen würde.

Für mich ist stets wichtig, dass ein Firmenblog das Medium auch ernst nimmt, insofern sollte Basis aller Blogging Aktivitäten sein, daß Kommentierung erwünscht ist und das Blog keine reine Werbeplattform ist, sondern z.B. auch aus dem Alltag der Mitarbeiter berichtet, ggf. auch mal Tipps gibt, die nichts direkt mit den Produkten der Firma zu tun haben und auch die Region einbeziehen. Man muss sich letztlich immer fragen: Was würde ich als Besucher auch lesen, wenn mich aktuell keines der Produkte interessiert, sei es, weil ich sie nicht brauche, nicht will oder schon habe. Denn den Interessenten für ein Produkt bekomme ich sehr einfach auf meine Seiten, aber wie halte ich eine echte Community aufrecht?

Zum Start das Fundstück aus dem Netz:31 Artikel-Ideen für Firmenblogs der Seite: selbstaendigimnetz.de, dort findet sich wie ich finde schon eine sehr gelungene Zusammenstellung möglicher Themen.

Gartner prophezeit 10 Veränderungen der Arbeitswelt. Ein kritischer Kommentar

Interessant, wie sich manche Themen zu gewissen Zeiten geradezu aufdrängen. Da lese ich aktuell gerade „Morgen komm ich später rein“ von Markus Albers (dessen Buch „Meconomy“ auch ein klarer Lesetipp ist). Und jetzt vermeldet Gartner 10 Veränderungen für die Arbeitswelt binnen der nächsten 10 Jahre.

Vieles, was Gartner prognostiziert, wünsche ich mir selbst, bzw. erwarte ich selbst für die Zukunft. Aber leider sind auch viele Aspekte dabei, die zwar wünschenswert sind, aber sicherlich speziell von denen, die Arbeit controllen, so nicht mal gedacht werden können.

Die Thesen mit einem Kommentar von mir:

1. De-routinization of Work

Gartner sieht hier weiterhin Aufgaben für die Angestellten, die sich aber wegbewegen von einfachen Routineaufgaben, hin zu den Aufgaben, die speziell nur der Mensch bearbeiten kann. Das ist eine positive Entwicklung, verschärft meiner Ansicht nach aber zum einen das Fachkräfteproblem, da ich jetzt sehr spezifische Skills brauche und lässt das Heer der schlecht ausgebildeten Langzeitarbeitslosen wachsen. Und es gibt durchaus auch einfache Tätigkeiten, die zwar ein Computer leisten kann, die ich aber immer noch am liebsten von einem Menschen erledigt haben möchte (Stichwort Telefonservices)

2. Work Swarms
Gartner identifiziert hier Teams anstelle von Einzelleistungen und den Schwarm, der sich nur kurzfristig aus Mitarbeitern bildet, die z.B sonst in verschiedenen Teams arbeiten aber jetzt für eine spezielle Aufgabe schnell zusammen agieren, evtl. auch nur virtuell um sich danach sofort wieder anderen Themen zu widmen. Hier wird stark die Rolle des mittleren Managements in Frage gestellt, da solch schnelle Selbstorganisation nur durch unmittelbares Agieren ohne Kontrolle von oben gut funktioniert.

3. Weak Links
Diese Verbindungen existieren schon heute, wenn man stark in sozialen Netzwerken agiert, wo man schnell und unbürokratischen Austausch pflegt. Problem wird hier wiederum der Verlust der Hierarchien sein, da hier keine Manager den Austausch kontrollieren, anfordern oder lenken können. Er entwickelt sich dynamisch aus Aufgaben und Interessen der Beteiligten.

4. Working With the Collective

Hier sind Gruppierungen gemeint, seien sie unter Kontrolle des Unternehmens oder außerhalb, die über Wohl oder Wehe eines Unternehmenserfolges mitbestimmen. Ganz klar eine solche Gruppe sind natürlich die Kunden. Aber das geht noch weiter, auch NGOs oder Meinungsbildner im Netz oder den Medien können beeinflussend wirken. Ebenso kann hier die Dynamik der sozialen Netze schnell für ein Unternehmen zum Erfolgsfaktor oder auch zum Misserfolg führen (Streisand Effekt). Ein richtiger, ehrlicher Umgang ist hier von Nöten und es gilt neue Wege zu finden, offener und ehrlicher mit Kunden wie mit Partnern zu kommunizieren, denn die Zeiten eines Unternehmens „da oben“ und der Kunden „da unten“ sind bald vorbei. Dann heisst es, die Rolle des gleichberechtigten Partners zu akzeptieren und zu verinnerlichen, will man nicht vom „Kollektiv“ ab gestraft werden.

5. Work Sketch-Ups
Gartner meint hier, dass gerade die Nicht-Routine Tätigkeiten nicht mehr nach vorgegebenen Standardabläufen bearbeitet werden. Das ist insofern nur logisch, da mich die Verwaltung und Kontrolle der Einhaltung solcher Standardverfahren viel zu viel Zeit kostet und letztlich durch den informellen Kreis das in dieser speziellen Situation optimale Verfahren angewendet wird, das durchaus auch erst im Prozess der Tätigkeit entstehen kann.

6. Spontanous work
Hier beschreibt Gartner den Horror eines jeden Controllers, da hier pro-aktive Tätigkeiten, Ideenfindung, arbeiten ohne direkten Auftrag gemeint ist. Wenn ich frei bin von Routinetätigkeiten kann ich meine kreativen Potentiale nutzen. Aber wie soll hier der direkte Nutzen gemessen werden, wer bestimmt eine „freie Tätigkeit“. Und auf welchen Posten buche ich Arbeiten, die jetzt noch gar keinen Auftraggeber haben. Andererseits stecken gerade hier, wie Unternehmen wie Google zeigen die Potentiale für neue marktfähige Ideen, die das Unternehmen wirklich voranbringen, die aber im „Alltagsgeschäft“ untergehen. Leider wird hier auch ein großes Problem sein, dass sich schnell eine Neidkultur entwickelt. Denn so hart das klingen mag. Wer sich nicht selbst organisieren kann, wer nicht die nötige Selbstdisziplin und vielleicht auch nicht das nötige Können hat, der wird neidisch auf diejenigen blicken, die frei, die kreativ arbeiten. Schon heute gibt es zwischen Kreativen und den „Echten Schaffern“ eine Neiddebatte. Die ist zwar dumm aber wird leider geführt.

7. Simulation and Experimentation
Hier kann man ganz klar sagen, ja, das passiert schon heute schon. Viele Prozesse werden heute nicht mehr im Realen durchgeführt, sondern virtuell. Eines der schönsten Beispiele sind Crashtests. Der kritische Aspekt ist, wie erhalte ich Gewissheit, dass die Simulation auch die Realität abbildet, wie schütze ich mich vor Fehlinterpretationen oder vergessenen Rahmenparametern. Und wer bezahlt mir das ganze? Auch hier wieder zeigt sich, daß die Zeit der Erbsenzähler, der Human Ressource Denker vorbei ist, will ein Unternehmen auch für die Zukunft gut aufgestellt sein.

8. Pattern Sensitivity
Wichtig. Und ein Trend in sich. Bestes Beispiel hierfür die Entwicklung zuerst der Netbooks, die von vielen belächelt sowohl den eigenen Markt gefunden haben, als auch den Markt für Notebooks zu einer Umorientierung in der Preispolitik gezwungen haben. Ähnliches geschieht bei den EBooks Readern und bei den Tablet PCs. Es wird immer wichtiger, Muster zu erkennen, die sich im Geschäftsumfeld entwickeln, und die ggf. Einfluss auf die eigene Geschäftspolitik haben können.

9. Hyperconnected
Wir sind immer vernetzter. Gartner sieht hierin heute das Problem und morgen die Lösung in dem sich Firmen ihrer starken Vernetzung innerhalb und mit den Kunden bewusst sind und diese Vernetzung fördern, statt sie unter Kontrolle halten zu wollen. Hier sehe ich zum Beispiel die sozialen Netze und die Business Netzwerke als gute Beispiele für die Richtigkeit der These. Viele meiner Tipps für Problemlösungen erlange ich durch Crowdsourcing, durch die Frage, die ich an die Netzcommunity stelle und die mir sehr oft durch jemanden beantwortet wird, der entweder selbst die Lösung kennt, oder jemanden kennt, der sie kennt, oder jemanden….

10. My Place
Mit Sicherheit für mich das Schlüsselthema der Zukunft. Die Arbeitszeitmodelle des 9-17 Uhr Jobs gelten für immer weniger Bereiche. Wissensarbeiter, gerade im internationalen Kontext können theoretisch immer und überall arbeiten. Das bedingt zum einen die Disziplin, auch nicht erreichbar, privat zu sein. Zum anderen eröffnet es aber auch ganz andere Möglichkeiten, Beruf und Familie in Einklang zu bringen, dann zu arbeiten, wenn man kreativ ist, wenn die Arbeit auch leicht gelingt, anstelle im Büro sitzen zu müssen, nur weil man nicht für das Ergebnis sondern für die geleistete Arbeitszeit bezahlt wird. Als Wissensarbeiter ist es eigentlich irrelevant, wo ich arbeite, solange ich einen Netzzugang habe, kann das auch von zu hause aus, auf Dienstreise oder im Cafe um die Ecke sein. Aber auch dies bedeutet einen Kontrollverlust für meine direkten Vorgesetzten. Sie müssen sich mehr darauf fokussieren, ob meine Aufgabe in Time erledigt wird und nicht, ob ich die vorgeschrieben Zeit gearbeitet habe. Sie müssen damit leben, dass ich beginne, effektiv zu arbeiten und aufhöre, effizient zu sein.
Ich lebe schon längst nach diesem Modell. Meinen Beruf gebe ich nicht einfach am Ausgang ab, ich recherchiere, forsche, schlicht arbeite auch, wenn ich zu hause am Rechner bin. Leider noch nicht so flexibel, wie ich es mir wünschen würde aber ich bin da zuversichtlich. Oder um es mit Markus Albers zu sagen: „Morgen komm ich später rein“, diesen Satz hoffe ich, in Zukunft wirklich mal auch bei mir im Büro sagen zu können 😉

Alles in allem ein paar gute Punkte, ich zweifle jedoch, ob alle so einfach umsetzbar sind und daher wirklich in 9-17 Uhr Unternehmen ankommen werden. Denn bei all diesen Punkten muss eins am Anfang stehen. Ein Umdenken im Umgang mit den Mitarbeitern, ein Umdenken im Umfang des Kontrollwahns und das Bewusstsein, dass man auch in der Arbeitswelt loslassen muss, um wirklich gutes zu leisten. Der Flow ist auch für den Angestellten ein Gewinn. Wenn er zugelassen wird.

Letztlich trifft es das Bild, das Albers in seinem Buch „Meconomy“ zeichnet doch meiner Ansicht sehr gut. Auch wenn ich Angestellter bin, werde ich in Zukunft immer mehr wie ein Freiberufler arbeiten, mit flexibleren Arbeitsorten und Zeiten, mit neuen Arbeitsmodellen und ggf. auch mit anderen Denkmustern, was die Trennung von Privat und Beruf angeht. Ob wir das wollen, kann ich nicht sagen, ich will es, wenn es von beiden Seiten gelebt wird. Denn für mich stellt all dies einen klaren Schritt hin zu einer erfüllenderen, und auch zu einer familienfreundlicheren Arbeitswelt dar. Wenn auch ich als Arbeitnehmer mehr Verantwortung übernehme. Auch und gerade beim Planen von Auszeiten, bei Quality Time und beim beachten meiner „Work Life Balance“.

Update: Auch Stefan Pfeiffer bespricht in seinem Blog die Studie von Gartner und zeigt, dass in innovativen Unternehmen wie der IBM vieles davon schon längst gelebt wird.

Das esoterische Halbwissen der Technophobiker erinnert an pseudowissenschaftliche Alternativmedizin

Die New York Times in Gestalt von Nick Bilton berichtet in einem ihrer Blogs: „No e-Books allowed in this establishment“, dass offensichtlich in Cafes und Restaurants in New York langsam eine gewisse Technophobie ganz unreflektiert Einzug hält. Es werden eBook Reader in einen Topf mit klassischen Computern geworfen und verboten. Wie albern ist das denn? Aber das erinnert mich an die Technopobiker in meinem Umfeld, die Angst vor UMTS Sticks und Handystrahlung haben, aber sich nur selektiv über die Effekte und die dahinter liegenden Technologien informieren. Kritik an einer Technologie, wenn sie fundiert ist, akzeptiere ich gerne. Aber leider haben die meisten Menschen ganz offensichtlich Angst vor etwas, weil sie es eben nicht verstehen, nicht durchschauen. Da siegt also Ignoranz über Wissen, um es mal genau so agressiv zu formulieren, wie es die Technophobiker Gemeinde tendenziell tut

Der Bausparfuchs bloggt

Lang hab ich drüber nachgedacht, ob ich als Blogger, der ja auch bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall, genauer gesagt, bei der Tochter VR Kreditwerk AG beschäftigt ist, darüber berichten soll/darf, wenn mein Arbeitgeber seinen Sympathieträger bloggen lässt. Ich hab mich dafür entschieden, aus mehreren Gründen. Zum einen, ja ich arbeite gerne hier, die Rahmenbedingungen könnten nicht besser sein, und damit mein ich nicht nur das Betriebsrestaurant (Kantine würde der Qualität nicht gerecht, vieles schmeckt so gut wie im Restaurant). Viel wichtiger ist mir, ich möchte auch die Inititative, die Idee, unseren Fuchs bloggen zu lassen, unterstützen. Auch deshalb, weil dies das Thema Social Media auch bei uns voranbringt. Und ich kann alle beruhigen, die jetzt fürchten, der Fuchs würde nur vom nächsten Bauspartarif berichten. Was ich bislang gelesen habe, find ich ist ne richtig flotte Schreibe und auch die Interaktion mit der Blogosphäre hat schon erste zarte Wurzeln gebildet.

Bausparfuchs-Reiseblog © by Bausparkasse Schwäbisch Hall

Und wer ihm unter Twitter folgen mag @bausparfuchs.

Geben wir dem Fuchs eine Chance, sich auch in der Blogosphäre und auf Twitter zu etablieren. Er ist nämlich ein Netter… und er hilft mir indirekt, meine Ideen rund um Social Media im Unternehmen und neue Formen der Arbeit weiterzuentwickeln. Denn nur wenn man sich aktiv beteiligt, wird man im Netz auch wahrgenommen. Also folgt dem Fuchs, er hat noch eine spannende Reise vor sich.

Warum die Arbeitsmarktdiskussion am Problem vorbei geht

Toll, die einen fordern „Begrüssungsgeld“ für Einwanderer, die anderen, dass erst auf das „heimische Potential zurückgegriffen wird“. Für mich gehen beide Diskussionen an der Realität vorbei. Wir leben längst in einer Wissensgesellschaft, wir sollten längst über andere Arbeitsmodelle nachdenken. Und wir müssen zwingend die Bildung, nicht die Ausbildung wieder in den Vordergrund stellen. Wer nur für den Arbeitsmarkt ausbildet, erzeugt Fachidioten mit Tunnelblick, die so lange gefragt sind, so lange ihr Spezialistenwissen gefragt ist. Was aber, wenn sich die Technik, die Aufgabe ändert, wenn sie gar abgelöst wird. Dann haben es solche ausgebildeten Arbeitskräfte sehr schwer, da für sie eine neue Ausbildung quasi einen Beginn bei Null bedeutet. Schliesslich haben sie kaum über den Tellerrand hinausgeblickt. Insofern begrüsse ich sehr den Entschluss führender deutscher Universitäten, wieder zum Diplom, dem nach meinem Eindruck breiter gefassten und mehr an Bildungszielen orientierten Abschluss zurückzukehren, statt den verschulten Arbeitsmarktbachelor anzubieten. Beim Diplom werden die Einser Kandidaten aus den Gymnasien zwar wieder rudern müssen, weil ihnen nicht bis in die letzte Buchbesprechung gesagt wird, was sie lernen sollen, aber es wird wieder ein breiteres, flexibleres Wissen angeboten.

Gute Bildung BRAUCHT Zeit und in einer alternden Gesellschaft, in der man auch im „höheren“ Alter durchaus noch als Wissensarbeiter voll leistungsfähig sein kann, ist eine Diskussion um 1 Jahr früher oder später auf dem Arbeitsmarkt geradezu lächerlich.
(Außerdem leben ja ganze Medienzweige von ihren Praktikanten 😉

Wir sollten von einigen überkommenen Denkmodellen wegkommen, wir mussen uns wieder verstärkt um Bildung, statt nur um Ausbildung kümmern (wenn auch für den einfach denkenden Arbeitgeber der stille, brave, nicht querdenkende Arbeitnehmer die bessere Humanressource sein mag), in Zeiten des Wandels müssen wir alle flexibler agieren können, das gilt sowohl für die Arbeitszeit, als auch für die Art der Arbeit. So lange ich noch mit Begriffen wie überqualifiziert, oder 9-17 Uhr Bürojob um mich werfe, haben wir nix begriffen.
Meine Vision, Arbeit und Privat werden im positiven immer mehr verschmelzen, ich biete mich mit meinen Talenten, auch denen, die ich mir später selbst angeeignet habe meinen Auftraggebern an, auch wenn ich festangestellt arbeite. Und Arbeit ist nicht mehr an Zeiten oder Arbeitsplätze gefesselt, sondern orientiert sich an dem zu ereichenden Ziel. Wir arbeiten schon heute in Teams, die ein gemeinsames Ziel erreichen müssen. Und dieser Trend wird sich noch verschärfen, wenn er letztlich auch globalisiert wird. Spätestens dann wird es zwingend nötig, überkommene Arbeitsmodelle neu zu denken. Ich habe eine ehemalige Studienkollegin, die bei Microsoft in Seattle im mittleren Management arbeitet. Als ich sie gefragt habe, wie ihr Arbeitszeitmodell aussieht, war ihre lakonische Antwort. Die Firma ist immer offen. Und das ist ja klar, wenn ich international arbeite. Die Welt schläft nie.
Was wichtig wird ist immer mehr. Ich muss Herr über meine Zeiteinteilung werden. Und ich muss auch bereit sein, die Verantwortung für ein Nein zu übernehmen oder aktiv offline sein. Es ist ein Geben und Nehmen. Auf beiden Seiten.
Kurzupdate: Es scheinen noch andere zu merken, dass wir hier Spiegelfechtereien beobachten. „Arbeitsmarktexperte Gerhard Bosch im Interview mit tagesschau.de

Meine pers. Nachricht des Jahres: Das Diplom kommt zurück, Bye, bye Bachelor!

Die Welt schreibt: Technische Hochschulen kehren zurück zum Diplom! STRIIIIKE! Ja! Endlich! Warum um alles in der Welt hat man überhaupt einen weltweit hoch geachteten Abschluss wie das deutsche Diplom gegen einen nichtsagenden, nur halbherzig umgesetzten und völlig verschulten Bachelor geopfert? Warum hat man aus Hochschulen, die wissenschaftliches Arbeiten lehren sollten, Lehranstalten gemacht, die die Schule nur mit anderen Mitteln fortgesetzt haben? Für mich war das wichtigste, das ich während meines NICHT Bachelor Studiums gelernt habe, selbst zu denken, selbst zu recherchieren, einfach eigenständig wissenschaftlich und professionell zu arbeiten. Wissenschaftliches Arbeiten bedingt auch Freiräume, bedingt, die Zeit zu haben, sich auch inhaltlich zu orientieren.
Danke all jenen, die diese Entscheidung tragen. Ich finde, ein sehr richtiger und wichtiger Schritt. Und ich bin begeistert. Das ist für mich die Nachricht des Jahres. Und ich hoffe, sie zieht weitere Konsequenzen nach sich. Ich halte gerade die umgekehrte Strategie für richtig. Warum muss sich die international anerkannte deutsche Wissenschaftslandschaft eigentlich dauernd internationalen Standards anpassen? Machen wir denn so viele so schlecht? Dagegen spricht das Ansehen der deutschen Forscher. Es wäre vielmehr zu wünschen, daß endlich wieder mehr Wissenschaft gefördert wird, mehr Grundlagenforschung anstelle von Pseudoexperten und Pseudowissenschaften. Wer immer noch richtig findet, dass unwirksame Alternativmedizin von meinen Kassenbeiträgen bezahlt wird, aber nicht bereit ist, in fundierte Grundlagenforschung mehr Geld zu stecken, der braucht sich nicht zu wundern, wenn die besten (Wissenschaftler-) Köpfe ins Ausland abwandern.
Wir werden immer mehr zu einer Wissensgesellschaft. Das wird unser Wirtschaftsgut des 21 Jahrunderts. Wer das nicht begreift, lässt sich international abhängen. Und das wäre das letzte, was wir jetzt brauchen können.

Klar bin ich online im Urlaub……. aber anders

Die TAZ hat als Sonntagsstreitthema das Internet im Urlaub entdeckt. Für mich eher eine ermüdende Diskussion und ein typisch deutsches Denkphänomen. Da wird ein mittlerweile von vielen Menschen täglich genutztes Werkzeug, das Internet in Gestalt von Smartphone und Netbook anstelle einer viel sinnhafteren Diskussion um die berufliche Erreichbarkeit im Urlaub in den Fokus gestellt. Denn letztlich gehts doch genau darum. Was ist so verwerflich daran, wenn ich auch im Urlaub mit meinen Twitterfollowern gerne in Kontakt bleibe? Sollte man das nicht bitteschön mir überlassen, was für mich zur Erholung gehört. Das ist so ähnlich wie der Diätwahn, in dem alle über einen Kamm geschoren werden und sich gefälligst schlecht zu fühlen haben, wenn sie nicht irgendein gerade aktuelles Idealgewicht haben.
Alles Quatsch, ich z.B: will unbedingt mit Smartphone in den Urlaub. Warum? Ich nutze Wikitude anstelle von dicken Reiseführern, kann mir vor Ort sehr einfach einen Platz im Restaurant reservieren oder herausfinden, wo es den nächsten Supermarkt, Arzt oder die nächste Sehenswürdigkeit gibt (Aloqua und Wikitude sei dank). Ich habe ein Navi bei mir und muss auch im Urlaub nicht auf meine ZEIT verzichten, dann allerdings in der eBook-Version, die ich mir auch im Urlaub als Download holen kann, Abonnent der ich bin.
Die Diskussion ist ein Scheingefecht, das davon ablenkt, dass viele Menschen mit dem Online sein, mit den Nutzern des Internets, die es in ihren Alltag integriert haben, immer noch ein Problem haben.
Wie sagte schon Schiller so schön? Gebt Gedankenfreiheit, ich würde es erweiteren zu „Gebt Onlinefreiheit“. Dass wir uns unerreichbar für unseren Beruf machen sollten, ist ein anderes Thema, das aber ebenso für die telefonische Erreichbarkeit gilt.

Übrigens nehme ich mir auch sieben schöne Romane mit. Aber in meinem eBookReader. Da spar ich mir nämlich mindesten 2kg Gepäckgewicht. Oh was bin ich ein böser Kulturverachter.. Aber mir ist die Geschichte wichtig, die ich lese, nicht die äußere Form.