Eltern empört euch, um unsere Kinder zu retten!

Ein Artikel zieht Kreise: „Liebe Marie“ von Henning Sußebach hat viele zu Weiterleitungen oder auch Blogbeiträgen bewegt. Und ich finde, dieser Artikel sollte verteilt werden. Kopiert ihn verteilt ihn, nehmt ihn mit auf Elternabende.

Wir machen die Jugend unserer Kinder kaputt. Wir sind mittlerweile so leistungsfixiert, haben uns so sehr von den dummen, platten Forderungen der Wirtschaft dazu verleiten lassen, aus unseren Kindern kleine Hochleistungsschüler machen zu wollen. DAS MUSS AUFHÖREN. Kindheit heißt auch Freizeit, heißt unbeschwertes Spiel. Es ist jetzt, als ich diesen Artikel schreibe 20:00 Uhr und gerade erst habe ich die letzten Aufgaben mit unserer Tochter erledigt. Und sie ist noch in der Grundschule.

Unser Ältester am Gymnasium ist zwar durchaus gut, hat aber vor jeder Arbeit große Angst, denkt jetzt schon, ob er es mal so weit schaffen wird, dass er einen Beruf nach seinen Wünschen ergreifen kann.

Die guten Noten  in Musik, Kunst und Sport interessieren ihn kaum (dabei bin ich so stolz auf z.B. seine Eins in Kunst!!) aber eigentlich hat er ja recht. Kultur,  Bildung, wer braucht das schon. Ethik und Moral, das hat uns die Finanzkrise gezeigt, sind heute ja sowieso überflüssig.

Wir Eltern sollten endlich auf die Barrikaden gehen. Schluss mit 8 Jahren Turboabi, oder starke Entschlackung der Lehrpläne. Bildung muss wieder in den Fokus rücken. Der junge Mensch soll sich entwickeln dürfen, nicht nur zur  Humanressource für die Wirtschaft gedrillt werden.

Wenn das Buch einer chinesischen Horrormutter so hohe Auflagen erreicht und anstelle der Selbstkritik, die durchaus auch in dem Buch vorkommt plötzlich Eltern ernsthaft drüber nachdenken, ihre Kinder auch zu kleinen Jasagern zu machen wie der chinesische Drill das will, dann wird es Zeit sich zu empören. „EMPÖRT EUCH“ jawohl, das gilt nicht nur für die Finanzssysteme. Das gilt vor allem für diesen Irrsinn, den wir heute Schule nennen.

Und neben diesem tollen Brief wird jedes meiner Kinder, wenn sie für die Inhalte reif genug sind das Buch „Empört euch“ von Stéphane Hessel bekommen. Ach und am besten „Von der Pflicht zum zivilen Ungehorsam“ von Henry David Thoreau gleich noch mit dazu.

IT darf nicht nach IT riechen, sondern nach Obst

Apple hat die iCloud angekündigt. Das ist nun nichts wirklich neues. Ich arbeite schon seit über einem Jahr mit Wuala, auch Dropbox nutze ich noch und mache damit Backups, sichere die Systeme der Familie und synchronisiere wichtige Verzeichnisse mit der Cloud. Insofern nichts neues. Warum aber jetzt dieser Hype um ein eigentlich uraltes Produkt.

Weil Apple, bei aller unlogischer, den Nutzer einschränkender Politik eines begriffen hat. Wenn der Massenmarkt mit IT überflutet werden soll, dann darf diese IT nicht so riechen. Dann muss die Bedienung so einfach sein, das wirklich jeder damit umgehen kann. Linux wird so lange nicht Fuß fassen, so lange man auch nur irgendwelche Kommandos eingeben muss oder nicht alles mit schönen bunten Bildchen funktioniert.

Geben wir uns keinen Illusionen hin. Der Durchschnittsnutzer eines Smartphones oder eines Computers ist genau dann glücklich, wenn er nur auf ein buntes Bildchen klicken muss, und schwups, schon hat er sein eBook (Amazon Whispernet), seine App (Apple Appstore, Android Market) oder seine Musik (iTunes). Den Durchschnittsuser interessiert es auch nicht wirklich, ob Apple seine Bewegungen überwacht, oder protokolliert, was er kauft. Er wird sich wahrscheinlich kurz aufregen, wenn die Durchschnittspresse (also BLÖD) einen Artikel über den bösen Apple Tracking Bug bringt, das aber schon bei der nächsten schönen bunten App wieder komplett vergessen.

Erst wenn der gesamte Markt begreift, dass der normale Nutzer keinen Computer und kein Smartphone, sondern das einfache Internet Surfen oder auch den einfachen Buchzugang oder die einfache Spielekonsole (auch wenn man sie eigentlich Smartphone nennt) haben, ist IT im Massenmarkt angekommen.

Wer das so einfach wie möglich hinbekommt, gewinnt. Und, auch wenn es mich als Linux Geek schmerzt. Da muss ich sagen: 1 zu null für Apple. Die Zukunft riecht wie Obst. Muss ja nicht gerade ein Apfel sein. Vielleicht riecht sie ja bald nach einem Androiden?

Hut ab vor vor Daimler, man nimmt Social Media dort offensichtlich ernst:

Nach dem ganze Medienhype um die angebliche Zensur bei einer Facebook Gruppe hat sich jetzt   Uwe Knaus mit dem Blogbeitrag

Es hat was mit Anstand und Haltung zu tun…

zu den jüngsten Presseartikeln geäußert. Ich hatte schon zuvor den Verdacht, dass hier einseitig gegen Daimler berichtet wurde aber wie jetzt Uwe Knaus reagiert ist im Blick auf Social Media vorbildlich. Offene Kommunikation ohne zu beschönigen. Bravo dafür.

Und an alle Kritiker, die behaupten, Daimler hätte zensiert. Es gibt Social Media Guidelines auch bei Daimler. Und wie immer im Leben, wenn dagegen verstossen wird, muss dagegen vorgegangen werden. Man beachte, die Mitarbeiter wurden weder abgemahnt noch sonst irgendwie bestraft, aber mit einem Mitarbeiter, der gegen eine Guideline verstösst muss man mal drüber reden dürfen. Und dass Facebook eine Gruppe, in der gegen die Regeln der Facebook Geschäftsbedingungen verstossen wird sperrt, steht so in den Nutzerbedingungen von Facebook und liegt in deren Ermessen, nicht im Ermessen von Daimler. Also bitte, lassen wir die Kirche im Dorf. Daimler hat hier völlig korrekt gehandelt, aber die Medien mögen offensichtlich im Moment jeden scheinbaren Social Media Skandal.

Towel day: Coole Froods haben am Mittwoch ihr Handtuch dabei

Mein Equipment für den 25.;)

Der 25. Mai. Ein wichtiges Datum für alle Fans der Romane von Douglas Adams. Der Towel day wird jedes Jahr gefeiert in Erinnerung an den viel zu früh verstorbenen genialen Autor Douglas Adams.  An diesem Tag trägt jeder echte Douglas Adams Fan ein Handtuch GUT SICHTBAR bei sich. Warum Handtuchtag? Nun, in seiner wohl bekanntesten Romantrilogie in fünf Teilen erklärt uns Douglas Adams:

„Ein Handtuch ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischem Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluss hinuntersegelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.
Was jedoch noch wichtiger ist: ein Handtuch hat einen immensen psychologischen Wert. Wenn zum Beispiel ein Strag (Strag = Nicht-Anhalter) dahinter kommt, dass ein Anhalter sein Handtuch bei sich hat, wird er automatisch annehmen. er besäße auch Zahnbürste, Waschlappen, Seife, Keksdose, Trinkflasche, Kompass, Landkarte, Bindfadenrolle, Insektenspray, Regenausrüstung, Raumanzug usw, usw. Und der Strag wird dann dem Anhalter diese oder ein Dutzend andere Dinge bereitwilligst leihen, die der Anhalter zufällig gerade „verloren“ hat. Der Strag denkt natürlich, dass ein Mann, der kreuz und quer durch die Galaxis trampt, ein hartes Leben führt, in die dreckigsten Winkel kommt, gegen schreckliche Übermächte kämpft, sich schließlich an sein Ziel durchschlägt und trotzdem noch weiß, wo sein Handtuch ist, eben ein Mann sein muss, auf den man sich verlassen kann.

– Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis

Und für alle, die noch mehr darüber wissen wollen, hier ein paar interessante Links:

 

 

Social Media Spionage oder: Netz bööööse, Menschen guuuuuut ? FUD reloaded.

Manchmal wundere ich mich über Artikel in der ZEIT. Meist schätze ich die Wochenzeitung für ihre dezidierte und gut recherchierte journalistische Arbeit, die auch mal konträre Standpunkte präsentiert. Aber im Artikel: „Falsche Freunde“ hat man doch gehörig danebengegriffen. Dort wird behauptet, die sozialen Netze eigneten sich hervorragend zur Spionage und Unternehmen sperrten diese Dienste genau aus dieser Angst vor Spionage. Das ist extrem kurzsichtig gedacht.

Machen wir doch zunächst mal das technologische Fass auf: Tablets, Netbooks und Smartphones finden immer weitere Verbreitung. Selbst ganz einfache Mobiltelefone besitzen bereits einen Internet Zugang. Wollte ein Unternehmen hier konsequent sein, müsste es jegliche privaten Kommunikationsgeräte am Eingang abnehmen. Und am besten auch noch Aktentaschen, persönliche Kleidung. Leibesvisitationen wären dann auch angebracht. So bekäme  man völlig sichere und <ironie> hochmotivierte </ironie> Mitarbeiter.

Zum anderen. Was ist mit dem privaten Internetzugang zu hause? Wird dort dann ein Firmenscanner einegerichtet, damit ja niemand privat dort etwas über die Firma sagt? Was ist mit Telefon privat, was mit der Kneipe?  Ich denke, nach ein zwei Bierchen oder Glas Wein ist manche  Zunge gelöster als im Büro, wo man in einem professionellen Umfeld professionell arbeitet.

Es ist doch schlichtweg so: Wer etwas ausspionieren will, der schafft das, wer etwas verraten will, ebenso. Statt zu versuchen durch immer mehr Kontrolle mehr Sicherheit aber immer weniger Motivation zu produzieren (wer glaubt, er wird überwacht, arbeitet auch nur noch so. Überwachung ist ein idealer Weg, Mitarbeiter zum Dienst nach Vorschrift zu bringen).

Wichtiger wäre es, eine Unternehmenskultur zu schaffen,  in der sich Mitarbeiter dem Unternehmen verbunden fühlen, in dem sie gerne arbeiten und loyal sind. Das hat aber mit weichen Faktoren zu tun, die sich weder mit Geld erkaufen lassen, noch direkt eine Rendite abwerfen. Dazu gehören eine wirklich ernst gemeinte Work Life Balance (echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf), ein Umfeld, das den Mitarbeitern auch das Gefühl gibt, als Mensch gesehen zu werden, sich einbringen zu können und etwas wichtiges zu leisten. Ja, auch eine gute Vergütung, die dem Mitarbeiter eine gewisse finanzielle Sicherheit gibt, denn oft ist auch hier ein Ansatzpunkt. Jemand, der permanent in Angst vor Kündigung und/oder sozialem Abstieg lebt, wird jede scheinbare weitere Absicherung dankend annehmen. Und letzlich, eine Form der Spionage darf auch nicht vergessen werden. Fluktuation. Jeder Mitarbeiter, den ich verliere, nimmt sein Wissen mit und setzt es willentlich oder unbewußt bei seinem neuen Arbeitgeber mit ein.

Tut mir leid lieber Autor des Artikels in der ZEIT. Mag  ja sein, dass auch Social Media für Spionage genutzt werden. Aber daraus ein Bedrohungsszenario zu konstruieren und die Sperren der Konzerne zu rechtfertigen ist extrem kurzsichtig gedacht.  Dann sollte man am besten dieses ganze böse Internet abschaffen. Und jedem Mitarbeiter den Rat geben „Sprich ja nicht mit fremden Menschen“.

Oder in einen Satz zusammengefasst: Man kann Spionage nicht verhindern, aber man kann die Motivation herunterschrauben.

 

Empire Avenue als Messsystem für die Relevanz im Netz

Eine der zumindest für Unternehmen wichtigsten Fragen im Netz ist die nach der Relevanz, nach dem „Marktwert“. Und zwar in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist es interessant zu erfahren, welchen Marktwert die Marke für die Social Community hat, quasi die eigene Reputation zu erfahren. Zum anderen auch ob man mit seinen Botschaften im Netz ankommt, wie weit sie streuen.

Und hier kommt für mich EmpireAvenue als neues Konzept ins Spiel. Vordergründig nur eine Börsensimulation bei der ich mich selbst als Börsenwert präsentiere sehe ich Empire Avenue als den Beginn einer neuen Art des Social Media Measurings. Im Netz ist es nicht so relevant, wie alt ich bin, zu welchem Geschlecht ich gehöre oder wo ich wohne. Ich definiere mich vielmehr durch meine Interessen, meine Vorlieben und Abneigungen und durch die Interaktion mit anderen Netizens, die gleicher, oder andere Meinung wie ich sind.

Diese Interaktionen fließen bei Empire Avenue neben den direkten Käufen und Verkäufen durch andere Netzuser (auch ein Zeichen eines gewissen Marktwertes) in die Berechnung des Börsenwertes ein. Wie aktiv bin ich in den sozialen Netzen? Wie oft werde ich geretweetet oder bekomme ich ein Like auf  Facebook? Als das senkt oder steigert meinen Börsenwert bei Empire Avenue. So gesehen kann ich recht gut anhand des Aktienwertes meiner Aktie ablesen, welchen „Rang“ ich am globalen Markt der Blogger, Twitterer und Facebook User habe. Und das kann auch für ein Unternehmen interessant sein. Denn in der Vergangenheit wurden Menschen häufiger in Altersgruppen eingeteilt, und man orientierte sich an diesem Faktor. Das löst sich mit dem Netz langsam auf. Dort ist viel interessanter, welche Musik ich mag, worüber ich mich mit anderen austausche. Dort kann ich direkt meine Interessen präsentieren und bin aktiver Meinungsbildner. Wer die Meinungsführer in den sozialen Netzen identifiziert und für seine Marke gewinnt, hat einen entscheidenden Marktvorteil. Aber dieses Gewinnen ist schwer. Denn es muss ehrlich sein.

Wir wissen aus der Vergangenheit. Gekaufte Meinungen fliegen irgendwann auf. Und dank der Intelligenz des Schwarms mittlerweile immer schneller.

Und übrigens. Auch wenn jetzt wieder manch einer „Datenschutz“ brüllen wird. Es gibt diverse Informationen, die will ich im Netz haben. Schon, weil ich Gleichgesinnte treffen will. Wer im Netz unterwegs ist, sollte schlicht denselben Sachverstand walten lassen, wie im wirklichen Leben.

Update: Erfreulich, es scheinen auch andere meine Einschätzung zu teilen, dass mit Empire Avenue zum ersten Mal eine interessante Ratingalternative entsteht, und das offensichtlich unter dem neuen Buzzword „Gamification“.

Don’t feed the hype. Die „Fachpresse“ schreibt immer wirrer.

Manchmal kann ich über unsere angebliche Fachpresse nur den Kopf schütteln.

Wir erinnern uns. Die EBook Reader  kamen auf, weil man feststellte, dass die damals schon verfügbaren EBooks auf den LCD Displays oder Röhrenmonitoren einfach unangenehm zu lesen waren und die Augen anstrengten. Mit E-Ink gab es endlich eine Displaytechnologie, die an das angenehme Lesegefühl eines Buches heran kam.

Und jetzt lese ich Schlagzeilen, die behaupten, Tablets (LCD Displays) wären der Untergang der EBooks. Liebe Fachpresse, setzen 6. Entweder, ihr werdet mittlerweile für solch markige Marketingsprüche bezahlt, oder euer Gedächtnis hat eine Speicherfähigkeit, die über wenige Tage nicht hinausgeht. Wenn ich ein Buch lesen will, will ich ein Buch lesen. Ich will nicht im Hintergrund dauernd über eingehende Mails informiert werden oder permanent irgendwo hin surfen, wo im Buch verlinkt wurde. Wobei ich hier von Unterhaltungsliteratur, Belletristik spreche. Fachbücher sind ein anderes Thema, aber der Massenmarkt besteht nun mal aus Unterhaltungsliteratur. Aber da finde ich immer noch, schlägt ein günstiger (unter 50 Euro) jedes Tablet. Meines Erachtens sind nicht die EBook Reader , sondern die Tablets die Nische. Ich habe selbst einen Convertible PC. Aber eigentlich nutze ich ihn zu 95% als Netbook, weil ich einfach nicht nur konsumiere, sondern auch damit arbeite. Und dafür will ich einfach eine vernünftige Tastatur. Und fürs Lesen will ich VOR ALLEM ein gutes, angenehmes und augenfreundliches Display. Also eben KEIN LCD Display.

Saulus oder Paulus? Last years model oder gadget freak?

Mein "alter" EeePC 4g (2008 Modell, also the year before last years model) immer noch fit und aktiv als Webserver und Wuala Sharing Server

Ich weiß, bei den meisten wird dieser Gedankengang Gelächter und Kopfschütteln auslösen. Der Uwe? Unser Gadgetfreak? Er will das Modell vom letzten Jahr nutzen? Ja, ich gebe zu, ich habe eine Tendenz dazu, mich immer für die neuesten Technologien zu interessieren. Aber ich habe auch recherchiert. Und diskutiert, und im Moment bin ich mir sehr unsicher, ob ich in der Vergangenheit nicht ausgesprochen verantwortungslos gehandelt habe. Warum?

Weil ich, wie so viele andere mehr darauf geachtet habe, immer das neueste, das hypste Gadget zu haben, anstelle das, was ich wirklich brauche. Seit etwa einem halben Jahr schon recherchiere ich aber auch in die andere Richtung. Nachhaltigkeit sollte vor Technologie nicht halt machen. Ich bin bereits dabei, manch eine kurzlebige Technik wieder „zurückzubauen“ oder einfach weiter zu nutzen, als der Hersteller es vorsieht.

Auch Fukushima, ich schrieb ja schon darüber, hat mich zum Nachdenken gebracht. Wir sparen in vielen Bereichen nicht, schon gar nicht Energie. Im Gegenteil. Wir ersetzen immer mehr Dinge des täglichen Lebens, die wir durchaus stromlos mechanisch nutzen könnten, ohne Bequemlichkeit zu verlieren dennoch durch die elektrische Version. Elektrische Dosenöffner, elektrische Brotmesser und und und.

Für mich, der sich ja für neue Technologien interessiert, ist hier z.B. EBay eine interessante Alternative. Wenn ich etwas ausprobieren möchte, dann macht es manchmal auch ökologisch wie ökonomisch Sinn, nicht unbedingt das neueste Gerät zu kaufen, sondern das Modell vom letzten Jahr.
Oder einfach ein Gerät, das all das tut, was ich brauche einfach länger zu nutzen. Oder wie eine Aktion im Netz so schön sagt „Stick with last years model„.

Das ganze aber bitte nicht mit „Konsumverzicht“ verwechseln. Diese esoterische Gutmenschenattitüde halte ich für genau so falsch wie unreflektierten Konsum. Wir alle sind denkende Menschen (gut manche mehr, manche weniger). Wir sollten einfach häufiger hinterfragen, ob eine Anschaffung aus der Motivation des brauchens oder des Wollens heraus geschieht. Und ab und an mal auf etwas verzichten, was wir nicht brauchen.

Bei mir hilft da der zwei Wochen Trick. Wenn ich irgendwo etwas entdecke, was ich spontan besitzen möchte, dann einfach zwei Wochen warten. Denke ich dann immer noch, ich bräuchte es, dann kann ich mir das ganze ernsthaft überlegen anzuschaffen. Und meist hat sich dann das Thema schon erledigt 😉