Saulus oder Paulus? Last years model oder gadget freak?

Mein "alter" EeePC 4g (2008 Modell, also the year before last years model) immer noch fit und aktiv als Webserver und Wuala Sharing Server

Ich weiß, bei den meisten wird dieser Gedankengang Gelächter und Kopfschütteln auslösen. Der Uwe? Unser Gadgetfreak? Er will das Modell vom letzten Jahr nutzen? Ja, ich gebe zu, ich habe eine Tendenz dazu, mich immer für die neuesten Technologien zu interessieren. Aber ich habe auch recherchiert. Und diskutiert, und im Moment bin ich mir sehr unsicher, ob ich in der Vergangenheit nicht ausgesprochen verantwortungslos gehandelt habe. Warum?

Weil ich, wie so viele andere mehr darauf geachtet habe, immer das neueste, das hypste Gadget zu haben, anstelle das, was ich wirklich brauche. Seit etwa einem halben Jahr schon recherchiere ich aber auch in die andere Richtung. Nachhaltigkeit sollte vor Technologie nicht halt machen. Ich bin bereits dabei, manch eine kurzlebige Technik wieder „zurückzubauen“ oder einfach weiter zu nutzen, als der Hersteller es vorsieht.

Auch Fukushima, ich schrieb ja schon darüber, hat mich zum Nachdenken gebracht. Wir sparen in vielen Bereichen nicht, schon gar nicht Energie. Im Gegenteil. Wir ersetzen immer mehr Dinge des täglichen Lebens, die wir durchaus stromlos mechanisch nutzen könnten, ohne Bequemlichkeit zu verlieren dennoch durch die elektrische Version. Elektrische Dosenöffner, elektrische Brotmesser und und und.

Für mich, der sich ja für neue Technologien interessiert, ist hier z.B. EBay eine interessante Alternative. Wenn ich etwas ausprobieren möchte, dann macht es manchmal auch ökologisch wie ökonomisch Sinn, nicht unbedingt das neueste Gerät zu kaufen, sondern das Modell vom letzten Jahr.
Oder einfach ein Gerät, das all das tut, was ich brauche einfach länger zu nutzen. Oder wie eine Aktion im Netz so schön sagt „Stick with last years model„.

Das ganze aber bitte nicht mit „Konsumverzicht“ verwechseln. Diese esoterische Gutmenschenattitüde halte ich für genau so falsch wie unreflektierten Konsum. Wir alle sind denkende Menschen (gut manche mehr, manche weniger). Wir sollten einfach häufiger hinterfragen, ob eine Anschaffung aus der Motivation des brauchens oder des Wollens heraus geschieht. Und ab und an mal auf etwas verzichten, was wir nicht brauchen.

Bei mir hilft da der zwei Wochen Trick. Wenn ich irgendwo etwas entdecke, was ich spontan besitzen möchte, dann einfach zwei Wochen warten. Denke ich dann immer noch, ich bräuchte es, dann kann ich mir das ganze ernsthaft überlegen anzuschaffen. Und meist hat sich dann das Thema schon erledigt 😉

Von mir kann man Aktien kaufen! Über die Renaissance der Bonussysteme

Und zwar bei Empire Avenue. Was zunächst nur wie ein weiteres ziemlich sinnfreies Online Spiel anmutet, entpuppt sich für mich bei genauerem Hinsehen als eine kongeniale Möglichkeit, aktive User der sozialen Netzwerke zu finden. Denn ich steigere meinen Wert zwar auch durch die Anteile, die User von mir kaufen. Aber zusätzlich werde ich mehr wert durch die Aktivitäten in sozialen Netzen. Und hier geht es dann nicht nur um die Postings, sondern auch darum, wie oft ich zitiert werde, wie oft meine Tweets weitergeleitet werden.

Mein "Börsenwert" hat sich schon ganz ordentlich entwickelt.

Für mich eine sehr spannende und erfolgversprechende Art, im Social Webe diejenigen zu identifizieren, die eine gewisse Reichweite haben. Und da ich mich auch noch einem bestimmten „Kontext“ zuordnen kann, lassen sich sogar Gruppierungen identifizieren.

Ich zum Beispiel bin in der Gruppe „Technology“ mittlerweile immerhin Vice President, habe also durchaus schon eine gewisse Reputation erreicht.

Für mein Gefühl eine Plattform, die zu beobachten sich durchaus lohnen kann, gerade auch ,wenn man etwas über die Schlüsselpersönlichkeiten in den sozialen Netzen herausfinden will. Meiner Ansicht nach wird einer der interessantesten neuen Trends im Netz in Zukunft sein, dass sich eine Form von Belohnungssystem etablieren wird. Besuche von Webseiten, Einchecken an bestimmten Orten, das schauen bestimmter Sendungen. All dies kann man über Plattformen wie gomiso.com, foursquare oder auch waydoo bereits registrieren. Und in Zukunft wird es möglich sein, durch das Nutzen eines bestimmte Produkts oder einer Marke oder den Besuch eines bestimmten Events oder Ortes Bonuspunkte zu sammeln, die dann wieder eingelöst werden können. Quasi das Prinzip von Payback, aber automatisiert und für verschiedenste Dienste und Angebote.

1. Mai, Hausfriedensbruch und Tränen in Kinderaugen

Tja, es hätte ein schönes Maibaumfest werden können. Selbst die Streiche der Kinder waren eigentlich noch ganz witzig. Bis eine Horde in unseren verschlossenen Garten eingedrungen ist (Hausfriedensbruch) und das frisch für unsere Kinder erworbene grosse Trampolin durch drauf wuchten einer schweren schmiedeisernen Sitzgarnitur beschädigt hat. (Gerissene Halteseile und ein kleiner Riss im Sprungtuch).

Und das traurige? Es wird sich nichts ändern, auch wenn wir dagegen vorgehen.Es wird das ganze nur noch schlimmer machen.  Mein erster Reflex war eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung, aber was würde es helfen.

Ob ich wütend bin? Ja, denn meine Kinder saßen zum Teil mit Tränen in den Augen vor mir, weil man einen ihrer großen Wünsche aus reiner Schadenfreude und im Unverstand beinahe völlig kaputt gemacht hätte.

Der 1. Mai war mal ein schöner Feiertag. Für mich ist er gestorben.

Prügelprediger versus Internet: Mixa 0 – Internet 1

Tja, so hätte er sich das wohl gerne gedacht. Die neue Plattform Internet für seine unglaubwürdigen Botschaften zu verwenden. Aber da hat der liebe (??) Bischof Mixa die Rechnung wohl ohne die Community gemacht. Folgendes ist aktuell auf der Domain www.bischof-mixa.de zu lesen:

Es scheint, das Netz mag keine Prügelprediger. Statt einer "wir sind die Guten und wollen euch alle bekehren Seite" konnte man am 22.04.2011 lesen: "Die Reaktionen auf die geplante Freischaltung dieser Internetpräsenz waren dergestalt,dass zum jetzigen Zeitpunkt eine Freigabe für das Anliegen der Glaubensverkündung wenig hilfreich zu sein scheint."

Da hat wohl jemand gedacht, man würde seine Prügeleskapaden schnell vergessen. Aber gerade das Netz hat ein gutes Gedächtnis und kann sich schnell organisieren, wenn es notwendig ist. Na, Frau von der Leyen und Frau zu Guttenberg. Wäre schön, wenn sie beiden auch öfter zum Wohle der Kinder so schnell reagieren würden, wie das Netz es offensichtlich permanent schafft.

 

 

Das Ende des gold(igen)Bären, wenn unmenschliches Management Firmen ruiniert

Die Zeit titelt in ihrer aktuellen Ausgabe „Haribo: Der böse Bär“ und meint damit das diktatorisch unmenschliche Verhalten des 88-jährigen Seniorchef Johannes Peter Riegel.

Ich werde nicht weiter auf diese Firma eingehen, da solche Manager die Angewohnheit haben, unliebsame Wahrheiten mit einer Flut an Klagen zu überziehen. Aber was ich zu lesen bekommen habe ist offensichtlich symptomatisch für einen überkommenen, veralteten aber scheinbar in der deutschen Wirtschaft noch verbreiteten Führungsstil, der zwischen Gutsherrenart und Wirtschaftsdiktatur schwankt. Und er die Menschen zerstört. Wir wundern uns gerade alle über die immer weiter steigende Zahl von psychischen Erkrankungen in Unternehmen, über die hohe Zahl von Burnouts. Nun, geisteskrankes Management erzeugt am Geist krankende Mitarbeiter. Wer unter der Knute der Angst arbeitet, arbeitet zwar folgsam, aber nicht gut. Die innere Kündigung dürfte in solchen Unternehmen extrem hoch sein.

Was ist aber schuld daran? Wieder muss ich einen Gutteil auch der Erziehung zusprechen. Längst erziehen wir nicht mehr zu sozialem Verhalten, sondern zum Fokus auf Karriere und Erfolg. Da hat der karrieregeile BWL Student oft halt leider keine Zeit, sich auch noch über seine Mitmenschen, geschweige denn seine Untergebenen (oder sollte ich sagen Lohnsklaven) Gedanken zu machen. Wer nur auf Wachstum und Gewinnmaximierung fixiert ist, verliert extrem schnell die sozialen Aspekte aus den Augen.

Lange schon sage ich, dass wir mit einer rein auf Wachstum fokussierten Wirtschaft in die Irre laufen. Und das hat nichts mit kommunistischen Anwandlungen zu tun. Es ist einfach so, dass nichts, aber auch gar nichts grenzenlos wachsen kann. In der Natur wächst im Jäger Beute Schema auch stets eine Population auf Kosten der anderen so lange, bis die Balance kippt und die andere Population die Oberhand gewinnt. Und das heutige Wirtschaftssystem unterscheidet sich hier keineswegs. Man denkt ja immer, ein intelligentes Lebewesen wie der Mensch würde diese Mechanismen begreifen und hier für eine Balance sorgen, aber da steht offensichtlich oft die eigene Gier, mangelnde Weitsicht oder im einen oder anderen Fall schlichte Dummheit im Weg.

Wenn hier ein alter Mann nach Gutsherrenart herrscht und damit den Untergang eines Familienkonzerns mit in Kauf nimmt, gut, es mag seine Sache sein. Dass darunter aber die Belegschaft leidet, dass dadurch Mitarbeiter Burn Out und psychische Erkrankungen erleiden, das ist nicht mehr hinzunehmen.

Vielleicht sollten wir uns auch mal Gedanken machen, für eklatantes Missmanagement auf Kosten der Gesundheit der Mitarbeiter im Strafgesetzbuch eigene Paragraphen einzuziehen. Warum nicht „Körperverletzung aus wirtschaftlicher Gier?“

Mein Arbeitgeber achtet sehr auf die Gesundheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Warum? Reine Selbstlosigkeit anzunehmen wäre zwar sozialromantisch aber da denke ich, wäre es unprofessionell, nicht auch die wirtschaftliche Komponente mit zu betrachten. Ich habe bereits früher darüber geschrieben, dass die ethische Komponente durchaus in der Zukunft bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber eine Rolle spielen wird. Und da haben manche eben die Zeichen der Zeit erkannt, (sind quasi ausgefuchst 😉 ) Andere erweisen sich eher einen Bärendienst.

Gott sei Dank sind unsere Kinder nicht markengeil, haben begriffen, wie dumm es ist, auf ein Label, eine Marke zu achten, ohne über andere Faktoren nachzudenken. Wir haben noch genau eine Tüte im Küchenschrank, in der der Bär goldig ist. Danach wechseln wir. Und mit Sicherheit fliegt auch der nächste ganz schnell raus, sollte auch dort Macht, Gier und Dummheit die Mitarbeiter ausbeuten. Und wenns gar nicht anders geht, dann verzichten wir halt.

Denn eins sollten die Unternehmen heute wissen. Dank sozialer Medien verbreitet sich solch ein Fehlverhalten und die Information darüber extrem schnell im Netz. So wie der Bericht der ZEIT, das hoffe ich zumindest. Denn wir haben heute mehr Macht denn je als Verbraucher. Und wir beginnen sie Gott sei Dank endlich zu nutzen, statt uns mit dem scheinheiligen Argument des „Was kann ich denn da ändern“ aus der Verantwortung zu ziehen. Und wenns nichts hilft. Schon andere Kampagnen haben unethisches Verhalten abgestraft. Ihr werdet euch noch wünschen, wir Konsumenten hätten mit dem Nachfragen nie begonnen.

Das ZDF, der Twitteraccount und zwei Twitterer: Gutjahr enthüllt (fast)

Das Interview läuft, da wars aber noch ein Geheimnis (und ich musst mich ssssoooo beherrschen.. grins)

Gutjahr deckt auf (na ja, ich weiss es schon länger, liegt aber auch daran, dass ich Marco persönlich kenne). Diese Story müsst ihr lesen: Wer steckt hinter dem Twitter Account @zdfonline vom ZDF. Nicht etwa zwei Medienprofis sondern zwei „Amateurtwitterer“ die mal nicht stumpfsinnig abgemahnt wurden, sondern deren professionelle Schreibe wohl auch dem ZDF gefiel und die kurzerhand eingestellt wurden.

Was mir das zeigt? Wenn alte und neue Medien, wenn Community und Firmen nicht gegeneinander arbeiten, sondern sich aufeinander einlassen, können extrem fruchtbare Kooperationen entstehen.

Talente zeigen sich oft auf

verschlungenen Wegen. Man sollte und das meine ich eigentlich für viele Bereiche der neuen Technologien, lieber auf die abgelieferten Arbeiten als auf die Titel und Urkunden schauen. Manchmal finden sich dann kreative Köpfe, wo man sie am wenigsten vermutet ;)Für mich ist das ZDF mit dieser Story extrem im Ansehen gestiegen, oder was meint ihr?

 

Update: Was mir dabei auch noch auffällt. Wieder ein gutes Beispiel dafür, dass es mittlerweile in immer mehr Bereichen irrelevant wird, wo man arbeitet. Denn die Jungs haben das quasi in der digitalen Diaspora aufgezogen, nicht etwa in Berlin, München oder Frankfurt. Also wir sollten vielleicht viel mehr alte Zöpfe abschneiden, als wir bisher bereit sind. Mit Notebook und Internet Zugang lässt sich an sehr vielen Orten arbeiten.

Update: Danke des Blogs „Wiegold zwo“ stellt sich mir die Geschichte jetzt noch etwas anders dar. Es geht nicht so sehr um die Enthüllung, denn die war schon viel früher da, naemlich im Blog Adeffect „Vom privaten Twitterer zum ZDF Botschafter“ sondern es geht darum, wer die grösste Klappe und damit die Marktmacht hat. Gutjahr ist halt bekannt wie ein bunter Hund und insofern ist es da leicht, das ganze als Enthüllung darzustellen. Also ist es wieder mal weniger die Botschaft, sondern die Lautstärke, die zählt.