Familienbilder und Zerrbilder: Ich muss mich da jetzt reinsteigern

Immer wieder finde ich es amüsant bis befremdlich, wie Familie, Erziehung, Bildung in der Öffentlichkeit und vor allem in der Politik dargestellt wird. Man bekommt das Gefühl, wir sind doch alle zu dämlich, Kinder zu haben und müssen betreut, reglementiert und kontrolliert werden. Dabei kann ich in meinem Umfeld und ja, dazu gehören bzw. gehörten auch Hartz IV Empfänger ebenso wie sehr wohlhabende so gut wie überhaupt keine Familie nennen, die in der Öffentlichkeit dargestellte Probleme hatte.

Sicher, es gibt „soziale Brennpunkte“ aber hallo? Wäre es da nicht an der Zeit zu hinterfragen, wer diese Brennpunkte hat entstehen lassen? Erzähl mir keiner, es gäbe Menschen, die frewillig in solchen Gegenden wohnen bzw. ihre Entstehung gut heißen. Das ist die eigentliche Vernachlässigung. Die gesellschaftliche Norm, die sich nur noch am rentablen ausrichtet, am optimieren der Kosten bei Minimierung der Aufwände. Würden wir gleiche Chancen für Mütter haben, die bei Ihren Kindern zu hause bleiben wollen wie für Mütter, die möglichst früh wieder arbeiten wollen, gäbe es keine solchen Diskussionen, welche Mutterrolle denn nun die richtige  ist. Zum Gelde drängt, am Gelde hängt doch alles. Und leider hängt heutzutage auch viel zu sehr davon ab, wie wir leben. Und zu fordern, dass auch Väter eine Auszeit nehmen für die Kindererziehung, dann aber nicht in der Lage sein, in der Gesellschaft gleiche Bezahlung für Mann und Frau bei gleicher Arbeit zu etablieren ist mehr als nur ein Armutszeugnis. Es zeugt von einem überkommenen und rein materiellen Weltbild. Denn es könnte ja sein, dass die Frau wegen Schwangerschaft ausfällt. JA kann sein, aber das ist auch und insbesondere ein wichtiger Beitrag für eine Gesellschaft, die dauernd über zurückgehende Geburtenzahlen und Arbeitskräftemangel klagt. Es mag ja richtig sein, soziale Hängematten abzubauen, aber ich halte das Weltbild für gefährlich, das den Eindruck erweckt, jeder HartzIV Empfänger könne doch sofort einen neuen Job finden, wenn er sich nur anstrengt. Und gleichzeitig fordern wir mittlerweile sogar schon für Erzieherinnen ein Studium.

Hallo? Reality Check irgendwer? Wir müssen ein Gesellschaft bleiben, die auch die Schwächeren akzeptabel und menschenwürdig auffängt. Und die aufhört, nur nach der Rendite zu fragen. Das klingt sehr arrogant in einer Welt, in der der Investmentbanker um ein vielfaches mehr verdient, als die Krankenschwester oder der Altenpfleger (das einem Kind so zu erklären, dass man nicht das Bild von Gerechtigkeit und Wert total verschiebt ist wirklich schwer). Und wer Gesundheit, Erziehung und Bildung unter die Doktrin der Rentabilität und des Kosten Minimierens und Gewinn Maximierens stellt, darf sich nicht wundern, wenn die Qualität auf Kosten der Quantität leidet. Da wird dann halt nicht mehr das Optimale geleistet, sondern das wirtschaftlichste.

Wir sollten wieder mehr Fokus auf Werte wie Gleichberechtigung, Menschlichkeit, sozialen Zusammenhalt und ein gutes Leben setzen, statt uns von einer rein am wirtschaftlichen Erfolg und am Produktkonsum orientierten Gesellschaftsdoktrin irritieren zu lassen. Wer sich darüber aufregt, dass die Menschen bevorzugt beim Discounter einkaufen und ökologische Gesichtspunkte oder gar soziale Produktionsweisen vernachlässigt, sollte ganz still sein, wenn er gleichzeitig Lohnverzicht fordert und HartzIV Empfängern nicht mal hinreichend Geld für eine vernünftige Grundversorgung gönnt, „weil die ja alle so faul sind“. Ich möchte meine Kinder als mündige Bürger, mit einem Wissen jenseits von Arbeitsmarktnotwendigkeiten erziehen und erwarte das auch von den Instanzen, die ich durch meine Steuern mitfinanziere.

Und ich erwarte eine am Bürger orientierte Politik, nicht eine, die den Lobbyisten mit den größten wirtschaftlichen Machtfaktoren folgt. Denn dann wird auch der Bürger wieder die Politik und die Politiker ernst nehmen.

Ich bin wirklich mal gespannt, wann ich meinen Kindern in der Mehrheit der Fälle auf die Frage: „Papa, warum machen die das“ sagen muss: „Weil das viel Geld bringt.“ sondern „weil es den Menschen nutzt.“ Oh, und wo wir schon dabei sind.

Nein, ich bin kein Kommunist. Aber dennoch denke ich, dass die Wirtschaft für den Menschen da sein sollte, nicht umgekehrt.

Lifeworkcamp Tag 1: Viele neue Menschen und viele neue Gedanken

Marga und Jan bei der Eröffnung

Das erste Lifeworkcamp in Stuttgart. Irgendwo konnte ich mir einerseits nicht wirklich etwas darunter vorstellen, ich schwankte zwischen, oh klasse genau mein Thema und hoffentlich wird das kein esoterisches Happening.

Aber nein, es ist eine hochspannende Mischung aus Menschen geworden, die sich auf die eine oder andere Art mit der Bedeutung von Arbeit, ihrer Integration in das Leben und der vernünftigen „Balance“ zwischen zu viel und zu wenig befassen. Es waren erfrischend viele neue Menschen da, die offen zugaben, noch keinerlei Barcamp Erfahrung zu haben, die sich aber schon nach Minuten völlig in die Gemeinschaft der Camper integrierten. Viele neue Themen und Impulse habe ich mitgenommen. So dank einer Session von Barbara Fischer-Reineke neue Wege, Burn Out vorzubeugen und für sich Ziele und Lebensinhalte jenseits von 9-17 Uhr zu definieren. Zudem kristallisierte sich heraus, dass auch die nur noch auf eine Kultur der Spitzenleistung fixierte Gesellschaft mit für den Druck verantwortlich ist, da oft die Spitzenleistung von gestern zum Normalzustand von heute erklärt wird. Und auch die von vielen so propagierte Fehlerkultur ist oft nicht mehr als ein Lippenbekenntnis, das in den Unternehmen in Wirklichkeit nicht gelebt wird.

Fotoprotokoll der Schlagworte aus der Burn Out Präventionssession

Schön auch, das Frank Hamm mich dankenswerterweise bei meiner Session unterstützt hat in der es darum ging, wie man die Informationsflut bändigt, wobei das grundlegende Prinzip der Mut zur Lücke und zum konsequenten Löschen ist.

Von Jan und Marga wurden wir rundum gut umsorgt, wie schon vom Barcamp Stuttgart bekannt war die Verpflegung herausragend, wenn auch die Kaffeebecher etwas klein geraten waren, was ich aber durch meine Fördererkaffetasse kompensieren konnte.

Und der Abend wurde beschlossen  mit meiner allerersten Werwolf-Session, die mir sehr großen Spaß gemacht hat. Ich bin auf jeden Fall….infiziert 😉

 

Nicht das Netz trollt, sondern die Gesellschaft

Ein großer Irrtum in der öffentlichen Diskussion ist meiner Ansicht nach, dass immer behauptet wird, erst durch das Internet und die sozialen Medien gäbe es die ganzen Shitstorms und Beschimpfungswellen im Netz. Erst durch das Internet wäre das Benehmen der Menschen in diesen Medien eskaliert.
Falsch behaupte ich, das einzige, was sich geändert hat ist, dass der Stammtisch plötzlich öffentlich geworden ist. Schon vor der Öffnung des Kanals Internet für die breite Masse gab es Trolle und Dummköpfe, Proleten und Radikale. Nur hatten sie weniger Möglichkeiten, ihre Meinung über den eigenen engen Horizont hinaus zu verbreiten.
Jetzt gibt es dank Internet für jeden die Möglichkeit, seine Meinung zu sagen. Jetzt wird offenbar, dass es eben verschiedene Denkweisen und ja, auch Intelligenzgrade in der Bevölkerung gibt und diese sich ALLE frei äußern können im Rahmen der gesetzlichen Regelungen.
Aber das dem Internet anzulasten heißt, den Bringer der schlechten Nachricht abzustrafen.
Wir sollten uns lieber Gedanken darüber machen, was in unserer Gesellschaft schief läuft, dass solche Meinungen dort existieren. Denn sie existieren weder im, noch durch das Internet. Sie existieren, weil Menschen so denken, weil sie so (schlecht?) informiert sind. Und warum sind sie so schlecht informiert. Da kommt für mich wieder das ins Spiel, was der liebe Herr Prof. Dr. Dr. als unsinnig abtut. MEDIENKOMPETENZ. Denn wer den richtigen Umgang mit Medien, und dazu gehören eben auch Internet bzw. Social Media Plattformen, wer diesen Umgang gelernt und die Mechanismen durchschaut hat, dem bietet das Internet eben auch die Möglichkeit, sich besser und objektiver als jemals zuvor zu informieren.
Aber vielleicht ist es ja besser für Politik und Meinungsträger, die Menschen uninformiert zu lassen. Ich weiß es nicht, ich muss da mal recherchieren 😉

Wider die Hochdruckgesellschaft

Wo immer ich hinschaue, es werden Spitzenleistungen gefordert. Und die Spitzenleistung von heute wird zur Normalität von Morgen.

Darunter leiden bereits unsere Kinder in einer immer mehr nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimierten (Aus-)Bildungsmühle, die Werte wie Moral, Ethik hinter ach so wichtige Dinge wie Fit sein für den Beruf, Vorbereitung aufs Hochdruck-Bachelorschulstudium und die danach folgende Arbeitswelt der Topleister stellt.

Und dann wundern sich Medien und Politik über immer mehr psychische Erkrankungen, über Burnout und eine heranwachsende Generation, die plötzlich Werte wie Familie und Freunde hinter Karriere stellt. Dabei zeigt sich doch nur. Das Individuum ist offensichtlich nicht so dumm wie die abstrakte Wirtschaftsmaschinerie.

Wer Hochdruck aushalten muß, der sucht sich Ventile, sucht sich Möglichkeiten, dem Druck zu entkommen. Und da die Wirtschaft immer noch den Fokus auf Wachstum, auf immer mehr Leistung und Umsatz setzt, statt Nachhaltigkeit, kippen auch immer mehr angebliche Lowperformer aus dem Gefüge.

Spitzenleistung kann auf Dauer niemand bringen, wenn die Spitze dauernd weiter nach oben gesetzt wird. Und wer die Prozesse statt an der einen oder anderen Stelle sinnvoll zu entschleunigen immer weiter beschleunigt, der wird früher oder später merken, dass sich Fehler häufen, dass Krankheitsraten steigen, Fluktuation sich erhöht und irgendwann plötzlich der Kunde immer unzufriedener wird und schließlich das eigene Image darunter leidet.

Der Spruch „In der Ruhe liegt die Kraft“ scheint heute dem „Geschwindigkeit um jeden Preis“ gewichen zu sein. Oder halten wir es wirklich für vernünftig und gesund, unsere Kinder mittlerweile bereits im Kindergarten auf das Berufsleben vorzubereiten? Ich erinnere mich noch an den Satz „nicht für die Schule, für das Leben lernen wir.“ Das gilt heute nicht mehr. Heute müsste der Satz lauten „nicht für die Schule, für den Arbeitgeber lernen wir“.

Wir sollten einen gesellschaftlichen Konsens erreichen, der nicht alleine auf Profit und Beschleunigung basiert. Es ist ein Irrtum zu behaupten, wir ertrinken in Informationen, wir sind Sklaven unserer Technologie. Das stimmt so nicht, denn das sind alles Werkzeuge. Was aber stimmt ist, dass wir Sklaven eines Dogmas sind, das den Wert des Menschen immer stärker auf seine berufliche (Spitzen-)leistung fokusiert, das alle Handlungen außerhalb der Arbeitswelt nur noch auf  „fit machen für den Beruf“ beschränkt. Und das gleichzeitig in immer größerer Zahl Arbeitslosigkeit produziert, weil man natürlich am liebsten ohne den zweibeinigen Kostenfaktor Mensch Profite erzielen will. Das Gehalt soll bitte möglichst gering sein, der Konsum aber möglichst hoch.

Es ist aber leichter, die Schuld für Überlastungen und ein Ertrinken in Technologien zu suchen, statt die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mechanismen zu hinterfragen, die Menschen dazu bringen, sich so von Informationen überfluten zu lassen. Dabei hilft es gar nichts, das Smartphone oder den Notebook auszuschalten, wenn man dadurch Probleme mit Vorgesetzten oder Kollegen bekommt, die im gleichen Trott stecken und die Erreichbarkeit als notwendig erachten. Wer immer noch in einer zeitbasierten Ökonomie arbeitet, in der die Entlohnung an der Erreichbarkeit und Anwesenheit hängt und nicht an zu erreichenden Zielen, der wird es sehr schwer haben, hier eine gewissen Entschleunigung einzubauen, da er ja nur dann tätig zu sein scheint (!!!) wenn er auch anwesend und erreichbar ist.

Sind wir wirklich so überrascht, dass diesem Irrsinn manche Menschen auch mit irrationalen Argumenten entgegentreten? Ist es wirklich so verwunderlich, dass psychosomatische Erkrankungen so stark zunehmen, wenn der normale Mensch keinen Ausweg aus einer immer schneller arbeitenden Mühle aus Arbeit und Konsum sieht?

Wir brauchen einen gesellschaftlichen Wertewandel. Das wird aber sehr schwer im Zeichen einer globalisierten Welt, in der alles der Prämisse „schneller sein als die Konkurrenz“ geopfert wird.

Ich habe kein Patentrezept zur Lösung dieses Dilemmas. Aber ich werde nicht müde, auf den Irrsinn hinzuweisen und ihn für mich selbst wo immer es geht nicht mehr mitzumachen. Denn der nächste Burn out lauert um die Ecke. Und nur, wer da einmal drin gesteckt hat, weiß, dass es auch persönliche Grenzen gibt, die zu verteidigen wichtig ist.

Von Warenwerten und wahren Werten

Immer wieder fällt mir auf, wie oft unsere Gesellschaft monetäre Werte über moralische, ethische oder einfach menschliche Werte stellt.

Das beginnt schon bei der Bezahlung, die oft abstrakte Tätigkeiten ohne direkten Nutzen für Menschen (Geldvermehrung) besser bezahlt, als soziale Tätigkeiten.  Wer aber einmal auf die Hilfe von Menschen angewiesen war, wer einmal erlebt hat, welche Opfer dort viele freiwillig bringen und mit welcher emotionalen Beteiligung viele tätig sind, der wünscht sich, dass diese Berufe mehr Relevanz erhalten und damit auch monetär gerechter behandelt werden. Klar gibt es dort, wie auch  in jedem anderen Gebiet auch Menschen, die nicht wirklich begeistert dabei sind. Aber das liegt oft auch genau am Umgang und dem Stellenwert, der diesen Tätigkeiten gegeben wird.

Ebenso unverständlich für mich ist, welche Bereiche und Dienstleistungen oft unter das starre und meist kurzsichtige Regime der Gewinnoptimierung gestellt werden. Ein Krankenhaus hat primär den Auftrag, Menschen zu helfen. Und ein Krankenhaus ist für mich eine gesellschaftliche Instanz, die wir uns auch leisten können müssen, wenn sie nicht nur Gewinne einfährt. Gleiches gilt für viele soziale Dienste.

Gleichfalls nicht nachvollziehbar  ist für mich die oft gespiegelte Meinung der Politik und der Wirtschaft von ihren Bürgern, Kunden oder Arbeitnehmern. Da wird kontrolliert, überwacht, da wird dem Hartz IV Empfänger ein Mißbrauchswille unterstellt, der mit Sicherheit nur bei einer kleinen Minderheit wirklich auf Tatsachen trifft.

Und auch die Medien sind hier nicht müde, immer wieder gerade die negativen Beispiele wie eine allgemeingültige Tatsache darzustellen. Dabei muss ich hier meine Leser enttäuschen. Mir sind schon einige Menschen begegnet, die aus verschiedensten Gründen arbeitslos waren und zum Teil auch bereits in Hartz IV gerutscht. Und ich habe KEINEN EINZIGEN kennengelernt, der nicht glücklich gewesen wäre, statt Hartz IV wieder arbeiten zu dürfen.

Und in wie vielen Unternehmen werden selbst Kreative oder Wissensarbeiter immer noch in Zeitraster gepresst, müssen diverse Tabellen ausfüllen und sich immer wieder rechtfertigen, wenn sie mal bereits eine Stunde früher gehen oder etwas später ins Büro kommen. Wir wollen alle wie Erwachsene behandelt werden, oft kommt es mir aber so vor, als würde man dem Menschen generell misstrauen und glauben, alleine durch Kontrolle und Geld könnten Menschen zur Arbeit motiviert werden.

Zudem halte ich das auf stetiges Wachstum und Spitzenleistungen bedachte Wirtschaftsdenken für hochgefährlich. Jeder weiß, dass in einem begrenzten Raum unbegrenztes Wachstum nicht möglich ist. Außer die Wirtschaftswissenschaftler und die sogenannten Experten. So lange wir hier immer noch Shareholder Value vor Kundenzufriedenheit, billiges Produzieren vor Qualität für den Kunden und geplante Obsoleszenz vor nachhaltige und dauerhafte Produkte stellen, werden wir weiterhin unsere Ressourcen im Übermaß missbrauchen, weiterhin unsere Umwelt verpesten und weiterhin die Last, die wir eigentlich tragen und erleichtern sollten auf unsere Kinder abschieben und sie immer  mehr belasten.

Wer heute in Werbung oder Medien etwas über Nachhaltigkeit liest, sollte sich immer im Klaren sein. Wirklich nachhaltig wirtschaften und leben wir noch lange nicht. Wir nutzen lediglich den Begriff, um uns gut dastehen zu lassen.

Die Veränderungen, die notwendig sind, um auch unseren nachfolgenden Generationen ein gutes Leben zu bieten, sind viel radikaler in manchen Bereichen, als die Medien und die Politik uns vermitteln. Aber wer auf den eigenen Machterhalt und den eigenen Vorteil bedacht ist, der hat kein Interesse an Veränderung.

Es gibt ganz wenige positive Beispiele von Unternehmerinnen und Unternehmern, die wirklich etwas bewegen wollen. Aber so lange die Gesellschaft immer noch so bequem und am Status Quo hängend ist, wird sich nicht viel ändern.

Wir predigen Wasser und trinken noch viel zu oft teuren Wein. Denn der Mensch soll doch bitte am besten genormt, bereit für jegliche noch verfügbare Arbeit sein, das natürlich so früh wie möglich und so lange wie möglich, dabei aber für einen Hungerlohn arbeiten, dennoch jeden Quatsch konsumieren und gleich wieder wegwerfen, den die Konzerne auf den Markt bringen, Kinder bekommen, danach sofort wieder arbeiten und am besten sobald er in Rente geht sofort tot in die Kiste fallen. Ein genügsames aber gutes Leben ist nicht vorgesehen.

Und ich muß nochmal eine absolute Leseempfehlung anbringen: „Why work sucks and how to fix it“ von den Erfinderinnen des „Results only Work Environments“ ist extrem empfehlenswert für jeden, der das Gefühl hat, dass die Arbeitswelt eher einem Irrenhaus gleicht. Und wer dann noch lachen will, dem empfehle ich: „Ich arbeite in einem Irrenhaus„.

Discovering Dad. Ein spannendes Webprojekt!

Ich bin bekennender Monty Python Fan und auch die anderen Filmprojekte von Terry Gilliam habe ich immer sehr geschätzt. Um so mehr gespannt bin ich auf das, was Discovering Dad wohl bald der Netzgemeinde präsentieren wird. Terry Gilliams Tochter öffnet sein immenses Archiv an historischem Material und lässt die Netzgemeinde daran teilhaben. So werden wir im Laufe der Zeit sicher einige tolle Fundstücke aus der Arbeit des Monty Python und Filmemachers Terry Gilliam erleben können.

 

Ich freue mich drauf, hier schon ein paar Postings. Ein Vorbeischauen auf der Seite lohnt immer.

Quelle: Discovering Dad
Quelle: Discovering Dad

Panikmache für Geldmache, Spitzer wandert durch die Medien

Interessantes Phänomen. Da bringt der bekennende unreflektierte Medienhasser Dr. Manfred Spitzer ein neues Buch auf den Markt, dass uns weiß machen will, der Computer mache dumm (was diverse Studien längst widerlegt haben, die Spitzer aber ignoriert oder nicht ernst nimmt) und die Medien stürzen sich auf ihn und zerren ihn von einem Interview zum nächsten.

Dabei gibt es im Netz diverse Artikel und Arbeiten, die nachweisen, dass Spitzers Thesen wenn nicht gar falsch, sehr schwammig und wissenschaftlich nicht belegt sind. Er spricht oft von Studien, die etwas belegen, ohne sie zu benennen, pauschalisiert und verwechselt des häufigeren Korrelation mit Kausalität. Ich empfehle hierzu gerne unter anderem:

http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/bibliothek/frank_vorsicht/frank_vorsicht.pdf

http://scorpiodorp.wordpress.com/2010/02/05/verschworungstheoretiker-der-mediengewaltforschung-i-manfred-spitzer/

http://vicarocha.wordpress.com/2006/08/21/manfred-spitzer-%E2%80%93-the-moralapostel-strikes-back/

http://www.dr-mueck.de/Wissenschaftsinfos/Computerspiele-Gewalt.htm

http://www.heise.de/tp/artikel/14/14900/1.html

http://sciencev1.orf.at/science/news/147130/

http://www.focus.de/schule/familie/medien-tipps/tid-11805/studie-computer-machen-schueler-schlauer_aid_332642.html

http://www.lemmon-wuerselen.de/WebLive/upload/Notebook_Studien_Schaumburg_51.pdf

http://www.mediaculture-online.de/Medienkompetenz.356.0.html

 

Aber der Durchschnittsbürger fühlt sich bestätigt und bringt seinen Kindern statt Medienkompetenz Medienignoranz bei. Und züchtet sich damit die nächste Generation von unreflektierten Privatfernsehschauern heran. Herr Spitzer. So nicht.

Übrigens empfiehlt der gute Mann ernsthaft Gentests für die Schulwahl. Dazu fällt mir ehrlich gesagt nichts schreibbares mehr ein.