Das Windows Prinzip: Kaufe nie die erste Version

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Es gibt immer eine „nächste“ Version. Aber diese sollte am besten nicht die .0 sein 😉

Wenn ich, und das passiert schon berufsbedingt häufiger, um Rat bei einer Anschaffung gefragt werde, dann ist meine wichtigste Empfehlung: Kaufe nie die 1.0, es sei denn, du bist masochistisch veranlagt oder bekennender und chronischer Nerd und Early Adopter.

Und das hat nicht nur mit mangelnder Qualität zu tun, sondern auch damit, dass es zwei bis drei Iterationen bedarf, um aus einer neuen Idee, einem neuen Konzept auch eine tragfähige Lösung zu erarbeiten.

Nur sollte man gerade mit Blick auf die oft unnötige hektischen Releasezyklen mancher Unternehmen selbst bei den 1.1 und folgenden Releases stehts eine gewisse Zeit warten. Denn mittlerweile habe ich das Gefühl, der Großteil der Produkte, die auf den Markt geworfen werden, sind maximal Beta, wenn nicht sogar Alpha. Da stürzen Geräte dauernd ab, da gibt es Sicherheitslücken noch und nöcher und manchmal folgt dem initialen Gerät nur kurze Zeit später die nächste, verbesserte Version.

Und wenn es so weit ist, dass man sich zum Kauf entschlossen hat, ist die beste Strategie ab dann den gesamten Markt für dieses Produkt zu ignorieren. Denn sonst geschieht zwangsläufig, was ich als den bei „Kauf obsolet“ Effekt nenne. Sobald man sein Produkt erworben hat und sich auf dem Markt weiter umsieht, werden umgehend neue, noch bessere Geräte oder Produkte auftauchen.

Erst wenn Software und Hardware eine gewisse Releasetiefe von produktiven Versionen erreicht hat (idealerweise bereit mit einer 2 vor dem Komma) dürften sich die Fehler in Grenzen halten. Dann zuzugreifen ist deutlich sicherer, als in die Early Adopter Falle zu tappen.

 

 

German Angst reloaded: Die XBox One und das Ende der Privatsphäre?

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Wir sollten alle unsere Smartphone Kameras abkleben, vielleicht werden wir ja überwacht.

Ach wie regen sich nur alle wieder auf. Da liefert Microsoft mit der XBox One eine neue Version der erfolgreichen Xbox aus und tatsächlich gibt es ein verbessertes Kinect. Und damit will Microsoft jetzt alle Wohnzimmer überwachen. Immer, na ja, fast immer, na ja, nur wenn die Box an ist…

Ach ich könnte mich immer wieder amüsieren über die große German Angst vor jedweder möglichen Überwachung. Sicher, Microsoft hat kein anderes Ziel, als in die Wohnzimmer aller XBox Nutzer zu schauen und sich die gräusligen Trainingsanzüge, biederen Wohnzimmermöbel und leicht adipösen Jugendlichen anzusehen.

Bald werden auch wieder populistische Politiker plärren, dass diese bösen amerikanischen Unternehmen uns alle ausspionieren wollen.  Und es werden die gleichen Politiker sein, die natürlich nur zu unser aller Sicherheit flächendeckende Videoüberwachung fordern.

Manchmal frage ich mich, ob wir überhaupt noch Gefahren realistisch einschätzen können.

Würde Microsoft tatsächlich zum Zwecke der totalen Kontrolle die Kamera der XBox einsetzen, dann würde das zum einen früher oder später rauskommen und zum anderen den sicheren wirtschaftlichen Todesstoß für die XBox bedeuten. Also be realistic.

Solltet ihr es noch nicht begriffen haben: Die Kamera wird gebraucht, damit bestimmte Spiele auf der XBox funktionieren, und selbst eine XBox hat so etwas, das sich Ausschalter nennt. Und wenn ihr ganz sicher sein wollt. Ohne Strom kann auch die Kamera der XBox nix aufnehmen. Also bitte, etwas mehr Gelassenheit und Realismus. Und meckern bei den wirklichen Überwachern

Arbeitsorganisation, Wunsch und Wirklichkeit

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Arbeiten wie man will, nicht wie andere das wollen, das ist auch eine Form der Stressprophylaxe

Es gibt ja nun wirklich genug Literatur, Kurse, Workshops zum Thema: „Wie organisiere ich mich effizient“. Nur was diese Kurse alle nicht bedenken: Es gibt auch die Realität. Und man kann mir so oft predigen wie man will, dass Mails, die ich in CC bekomme zu lesen nur Zeit kostet. Wenn es erwartet wird, muss ich das tun.

Oder zum Beispiel organisiere ich mich komplett digital. Das heißt papierene ToDo Listen wird man bei mir nicht finden. Das hat in der Vergangenheit schon zu recht großen Irritationen geführt.

Letztlich kann ich mich nur selbst gut organisieren, wenn ich und da schlage ich wieder in die Scharte des „nach Zielen“ Arbeitens wenn ich auch selbstbestimmt arbeite. Aber das ist heute für die meisten leider nur ein frommer Wunsch. Man hat sich an Prozesse und Vorgaben zu halten, man muss politische Befindlichkeiten verstehen oder zumindest nachvollziehen und sich ihnen beugen.

Ich behaupte, der grösste Frust bei der Arbeit entsteht für die meisten Menschen nicht dadurch, dass sie zu viel Arbeit bekommen, sondern dass sie viel zu oft fremdbestimmt arbeiten müssen, vorgegeben bekommen, wie sie das zu erledigen haben.  Und zwar nicht unbedingt so, dass es für die betreffende Person nach dem eigenen Empfinden optimal ist sondern „wie man es halt schon immer gemacht hat“.

Wir müssen endlich davon weg kommen, für andere definieren zu wollen, was richtige und was falsche Arbeit ist. Gute Arbeit entsteht, wenn der Mitarbeiter optimal nach seinen Vorlieben arbeiten kann. Dann wird er auch motiviert und zufrieden arbeiten. Und das ist in Zeiten, wo unzufriedene Arbeitnehmer es immer leichter haben, woanders was zu finden ein nicht zu unterschätzender Vorteil für die Attraktivität als Arbeitgeber. Nicht umsonst sieht es bei Google anders aus, als in klassischen Großkonzernen. Auch das hat mit Selbstbestimmung zu tun.

 

Dann mach ichs halt selbst. Die neue Qualität des Amateurs

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Das eigene Gemüse ist einfach leckerer. So es uns die EU lässt.

Beim Lesen des Artikels meines quasi „Arbeitgebers“ des Bausparfuchses ist mir aufgefallen, wie sehr der Amateur eine Renaissance erlebt. Für mich schon immer nicht abwertend gemeint (stammt ja von amare, also etwas lieben) hatte der Amateur in den letzten Jahren immer den Beigeschmack eines Menschen, der etwas zwar tun will, aber nur laienhaft kann.

Aber durch die großen Pleiten und Krisen der letzten Jahre, die allesamt von sogenannten Profis ausgelöst wurden, besinnt man sich offensichtlich wieder auf das, was ich als die „Mach ichs halt selbst“ Philosophie bezeichne.

Dienste wie flinc.org oder www.garten-teilen.de und auch das wiederaufleben des Anbaus eigenen Gemüses und Obsts zeigen mir eins. Man hat erkannt, dass „Experte“ oder „Profi“ zu sein, keine Qualität an sich bedeutet. Und das jemand, der etwas mit Liebe, statt mit (Zeit-) Druck tut, oft bessere Qualität liefert, zumal er nicht des Geldes wegen, sondern der Liebe zum Objekt seiner Leidenschaft wegen daran und damit arbeitet. Auch die Blogger Kultur, zu Beginn belächelt, findet mittlerweile Eingang in klassische Medien und Blogger werden zunehmend, als ernstzunehmende Ergänzung der journalistischen Szene gesehen, zumal sie oft noch unabhängiger agieren können, als angestellte Journalisten, die doch durch gewissen Vorgaben gebunden sind, und sei es nur die Auflage.

Vermutlich ist das eine der versteckten aber um so bedeutsameren Umwälzungen der Wirtschaft, auf die Spitze getrieben durch die Möglichkeit des 3D Drucks, der in nicht allzuferner Zukunft jeden zum Produzenten auch von Produkten machen kann, die bislang nur großen Unternehmen vorbehalten waren.

Ein Stück mehr an Befreiung von der noch in weiten Bereichen existierenden hierarchischen Kunde-Unternehmens Beziehung. Ich warte nur auf erste Telefonate mit Hotlines von Unternehmen, die mit den Worten enden: Ach, wenn sie das nicht können, dann mach ichs halt selbst.

So entspannt euch doch!

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Entspannung. Entschleunigung. Haben wir es verlernt?

Immer wieder habe ich es gelesen und lese es. Die Behauptung, Technik wäre dazu da, uns die Arbeit und das Leben zu erleichtern. Und immer wieder erlebe ich parallel dazu, wie durch den Einsatz neuer Techniken die Menschen nur noch mehr gestresst, noch mehr belastet sind.

Irgendwie passt das auf den ersten Blick nicht zusammen. Aber wenn man genauer hinsieht wird klar, woran es hier mangelt. Nämlich an der Einsicht, dass Technologie nicht alleine zum Beschleunigen von Prozessen da ist. Im Gegenteil, ich behaupte, das wichtigste Ziel von neuen Technologien ist es, uns MEHR Zeit zu geben, unser Leben zu entschleunigen, in dem sie uns Arbeit und Belastung abnimmt.

Nur leider wird hier oft nicht nach dem Menschen geschaut, sondern nach dem, was die Technik einsparen, beschleunigen, billiger machen kann. Die versteckten Kosten durch erkrankte Mitarbeiter, durch Arbeitslose, deren Finanzierung uns alle belastet, diese Kosten werden wohl gesehen, aber auf die Gesellschaft abgewälzt.

Wir sollten Technologie als Mittel zur Entspannung, zur Entschleunigung propagieren.
Nicht mehr Arbeit, dank neuer Technologie, sondern zunächst ein Mal die gleiche Arbeit aber weniger belastend. Durch unsere fortwährende Wachstumsdenkweise haben wir verlernt, mit dem Status Quo zu arbeiten und hier im Sinne des Menschen zu optimieren. Wir optimieren stets für die Wirtschaft, für die Shareholder, für die Börse. Es wird dabei aber der Mensch vergessen, dem die Technologie eigentlich dienen soll. Ich erinnere mich immer wieder an die Bilder aus dem Film „Modern Times“ von Charlie Chaplin. Eigentlich haben wir nur die großen Maschinen in der Produktion durch die großen Maschinen im Büro ersetzt, die uns zu immer schnellerem Arbeiten antreiben. Warum nicht umgekehrt, warum nicht hinterfragen, wo Maschinen unser Leben leichter, langsamer, entspannter machen können?

Meiner Meinung nach sollte dies eine generelle Forderung sein, nicht etwas, das in Teilbereichen wie bei der Slow Food Bewegung existiert. Wir brauchen eine Kultur des „Slow Life“ oder wenigstens des „Slower Life“.

Digitale Fitness. Wie das Smartphone beim Sport helfen kann

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Die Widgets von runtastic bieten auch einen guten Überblick über das laufende Training

Ja, ich fahre Rad. Aber ich jogge auch. Zum Teil, weil ich selbst gemerkt habe, dass ich irgendeinen Ausgleich brauche aber auch auf ärztliche Anordnung (Befehl würde ich nie sagen), weil bei mir doch ziemlich viele Stressoren auf die Gesundheit geschlagen hatten.
Aber ich wäre nicht der Geek, der ich nun mal bin, wenn ich nicht auch hier neben dem reinen Laufequipment auch das technische Drumherum genau studiert hätte.

Es gibt diverse Apps rund um Gesundheit und Fitness in den diversen App Stores. Deshalb ist diese Auswahl auch nicht repräsentativ sondern soll eher aufzeigen, mit was ich so im Moment unterwegs bin, und was diese Apps zu leisten vermögen.

Außen vor bleibt zusätzliche Hardware, die z.B. noch den Blutdruck misst oder auch den gesamten Tagesablauf aufzeichnet. Für mich ist es immer wichtig, so wenig wie möglich an zusätzlichen Gadgets zu benötigen, denn wenn ich jogge, will ich nicht noch zusätzliches Equipment tragen müssen.

 

Hier meine Liste von Apps, die ich selbst einsetze oder eingesetzt habe und noch ein paar Quellen, wo man weitere Informationen finden kann.

Primär arbeite ich mit der runtastic App, da sie für mich alles bietet, was ich brauche und zudem sehr elegant und auch mit dem Gamification Aspekt gut in die sozialen Netze eingebunden ist. So kann man sich von seinen Freunden während eines Laufes anfeuern lassen, erhält genaue Statistiken über das eigene Training und kann sich mit seinen Freunden messen.
[appbox googleplay screenshots com.runtastic.android]
Zusätzlich habe ich aber auch noch die runtastic Pulsmesser App installiert, da mich ein Brustgurt beim Laufen stört, ich aber schon gerne zumindest meinen Puls vor und nach dem Lauf erfasse. Das ganze funktioniert mit der Kamera und dem Blitzlicht des Smartphones und bei Tests stimmten die Werte verblüffend genau.

[appbox googleplay screenshots com.runtastic.android.heartrate.lite]

 

Gelegentlich verwende ich auch die Schrittzähler App von Runtastic, aber das nur sporadisch.
[appbox googleplay screenshots com.runtastic.android.pedometer.lite]
Eine alternative Software ist Noom, die aus Cardiotrainer entstanden ist. Diese App legt den Fokus aber mehr auf die Gewichtskontrolle und/oder das Abnehmen. Dazu kann man neben den eigentlichen Trainingseinheiten auf sehr einfache Art erfassen, was man täglich zu sich nimmt, und erhält zusätzlich von einem „Coach“ Tipps und Aufgaben. In der freien Version funktioniert das schon recht gut, wirklich effizient wird das ganze aber erst durch ein kostenpflichtiges Abo.
Auch runtastic kostet in der Premiumversion einen jährlichen Beitrag, dann kann man seine Trainingseinheiten genauer auswerten und auch die Social Media Funktionen sind deutlich ausgeweitet.
Ein Nachteil von Noom besteht darin, dass die ganze App weitestgehend in englischer Sprache läuft, dafür ist aber der dort integrierte Schrittzähler sehr gut und die App betreut mich quasi während meines ganzen Tages mit Tipps, Erinnerungen und Auswertungen.
[appbox googleplay screenshots com.wsl.noom]

Ähnlich wie das Kalorienzählen bei Noom funktioniert es auch bei „MyFitnessPal“. Diese App ist vor allem interessant, wenn man zugleich mit runtastic arbeitet, da diese Apps sich mit dem MyFitnessPal Account verbinden lassen und somit in die Überwachung des Kalorienverbrauchs mit einfließen.

[appbox googleplay screenshots com.myfitnesspal.android]

Bei meiner anfänglichen Recherche nach guten Trainingsapps bin ich dann auf der Seite shop-apotheke.com noch auf die App Workout Trainer gestossen. Die werde ich wohl noch einem genaueren Test unterziehen, denn sie sieht auf den ersten Blick sehr interessant aus. Man kann dort eingeben, wie man mit welchem Ziel trainieren will und erhält dann Tipps und Anleitungen für Trainingseinheiten. Die Anleitungen sind dabei mit Fotos hinterlegt, so daß man sich ein richtig gutes Bild davon machen kann, wie man trainieren soll.

[appbox googleplay screenshots com.skimble.workouts]

Es gibt noch diverse andere Trainingsapps im Play Store und auch bei Apple. Was ich festgestellt habe, selbst hier lohnt es sich, wenn man das ganz ernsthaft betreiben will, auf die kostenpflichtigen Versionen umzusteigen und zudem sollte man sich auch hier klar sein: Wer englisch kann ist klar im Vorteil.

Ich wollte doch nie nett sein. Freud und Leid eines netten Kerls

An manche Dinge wird man erst durch seine Kinder wieder erinnert. Meine Frau und ich sind stolz auf unsere drei. Aber immer wieder erkenne ich in ihnen Wesenszüge, die  ich auch von mir kenne.

Vorneweg, nicht falsch verstehen, ich bin gerne „nett“ und hoffe auch, dass unsere Kinder weiterhin so „nett“ bleiben, wie sie es bislang sind.

Will sagen, sie haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, wenig Lust auf harten Wettkampf, versuchen meist den Schwächeren zu helfen und gehören nicht zu den „zentralen Rowdie Cliquen“ in ihrem Umfeld. Lehrer mögen Sie, Eltern die sie kenne mögen sie….. Na ja, ihr wisst, was ich meine.

So weit so gut.

Aber ich erinnere mich. Es war zwar den Erwachsenen früher sehr recht, dass ich ein „netter Kerl“ war, aber im täglichen Umgang mit Gleichaltrigen, da hatte ich immer so meine Probleme. Weil es immer irgendein „Arschlochkind“ gab, hinter dem meist auch noch „Arschlocheltern“ standen, die egal was das Kind anstellte, es verteidigten. Wurde mir von solche einem Kind etwas geklaut, nein unmöglich, das konnte nicht stimmen, das hatte ich mir nur eingebildet. Auch die Mädels damals fanden  mich alle supernett, mit mir konnte man über alles reden, ich war ein super Kumpel, aber als Freund, da suchten sie sich in schöner Regelmäßigkeit die fiesesten Typen aus, die sie ausnutzten und kamen dann zum Schluss verblüfft, unter Tränen zu mir, weil sie gar nicht verstehen konnten, wieso er so sein konnte. Und auch später war und bin ich immer hilfsbereit gewesen, bin es heute noch, gebe nicht mit meinen Leistungen an (frei nach dem Motto: Mit Kompetenz ist es wie mit Potenz, wer sie hat, spricht nicht darüber). Einfach ein (zu?) netter Kerl.

Und da denke ich im Moment drüber nach. Wir regen uns gerade wieder über bestimmte Promis auf, die Steuern hinterzogen haben, sich von einer Frau zur nächsten schlafen oder über Politiker, die ihren eigenen Vorteil und die Lobbies mehr achten, als den Bürger, ihren eigentlichen Auftraggeber.

Die effektiv negativen Aspekte sind natürlich, dass ich einfach nicht wirklich auf den Tisch hauen kann und den ungerechten, dummen, gemeinen Menschen die Meinung sagen. Dafür bin dann wieder zu nett. Aber ich persönlich kann damit leben, dass ich Kritik nur dann liefere, wenn ich damit niemand verletze. Viele andere sind so verletzend, wie ich es nie sein möchte.

Nur mal ganz ehrlich. Leben wir eigentlich wirklich in einer Gesellschaft, in der der nette, der ehrliche, der gute Mensch erfolgreich sein kann? Die Welt ist extrovertiert, auf Kampf fokusiert, auf Konkurrenz auf all jene Dinge, die eben nicht von einem netten Menschen  von ganzem Herzen geleistet werden können.

Denn die meisten großen Konzerne wollen doch Profit, nicht das Wohl des Kunden. Wer Karriere machen will, muss doch auch heute noch darauf gefasst sein, in einen oft brutalen Verdrängungswettkampf einzusteigen. Und wer glaubt, dass Politik, Werbung, die Medien ehrlich zu uns sind. Na ja…

Wir beschweren uns über die Betrüger, die Steuerhinterzieher, aber wer ist denn wirklich immer selbst im Alltag ehrlich? Warum ist es immer noch eine herausragende Story, wenn bei einem Unfall erste Hilfe geleistet wird, wenn ein verlorener Geldbeutel zurückgegeben wird oder Menschen in Krisen von ihrem Umfeld uneigennützig geholfen wird?

Gibt es wirklich irgendwo ein Umfeld, in dem der einfach nur „nette“ Mensch, der sein Talent zum Wohle anderer einsetzen will, ohne dabei gleich ausgenutzt zu werden, friedlich existieren kann?

Im Moment habe ich das Gefühl, wir alle sehen die Welt wie eine römische Gladiatorenarena. Und bereiten so auch unsere Kinder auf das Leben vor. Denk an dich selbst, pass auf, dass ein anderer dir nichts wegschnappt.

Wer nicht dauernd lauthals auf seine Leistungen hinweist, sich durch permanentes in den Vordergrund drängen sichtbar macht, wer einfach nur etwas herausragendes leisten will, der wird doch von denen überrollt, die meist weniger leisten, aber lauter darüber berichten, oft nicht ganz ehrlich zudem.

Das will ich aber nicht, das ist nicht das, was ich unter guter Erziehung verstehe. Vielleicht stimmt ja, was mir mal ein Twitterer geschrieben hat, und was ich mir immer wieder sage, wenn ich daran zweifle, ob  nette Kinder wirklich auch erfolgreich sein können.

Meine Aufgabe als Elternteil ist es, meinen Kindern immer genau die Herausforderungen zu bieten, an denen sie positiv wachsen können. Alles andere ergibt sich von selbst, denn ich bin nur der Bogen der den Pfeil abschießt. Danach sucht sich der Pfeil seinen Weg selbst.

Und der Weg, den ich mir persönlich für meine Kinder wünsche ist eben ein netter, ein guter, ein menschlicher Weg. Einige wenige Zeichen zeigen, dass es wohl noch andere Menschen gibt, die so denken. Und das ermutigt.