Wir leben in einer „Mimimi“ Kultur

Mimimi, das ist das Meme für jemanden, der sich missverstanden fühlt, sich beklagt oder einfach meckern möchte über etwas, das eigentlich gar nicht erwähnenswert wäre.

Und genau das umschreibt für mich uns Deutsche. Wir beklagen uns viel lieber über etwas, als positives zu sehen. Wir denken unglaublich gerne in schwarz und weiß. Wenn ich Öko bin, dann muss ich Technik böse finden. Wenn ich Vegetarier bin, dann muss ich messiatisch gegen alle pösen Fleischfresser vorgehen.

Jedes Verhalten wird gleich zur Glaubenslehre erhoben und ohne Regelung, Festlegungen und heftigstes Mimimi, wenn sich einer nicht dran hält geht es nicht. Deutschland hat das Netz als digitalen Schrebergarten entdeckt, in dem man dem anderen wunderbar vorhalten kann, dass er nicht nach den Regeln der „Peer-Group“ lebt. Da „der andere“ aber nicht vor einem steht, kann man das gleich auch noch auf die unflätigste, verletzendste und meist unfairste Art tun.

Und immer noch ist es deutsche Unkultur, bei allem, was schief geht nicht nach einer Lösung zu suchen, sondern erst mal die Schuldigen zu finden. Bringt zwar überhaupt nicht weiter, lässt aber einen selbst erhaben wirken. Ich war es ja nicht, er war schuld. So what? Das interessiert mich nicht, ich will ein Ergebnis, und wenn das wegen Fehlern nicht erreicht wurde, dann will ich nicht wissen, wer den Fehler gemacht hat, sondern wie man ihn behebt.

Auch immer wieder gerne genommen, diese bösen Smartphones, die angeblich die Sprachkompetenz zerstören, unaufmerksam und assozial machen. Wir sind halt eine „Früher war alles besser“ Gesellschaft, auch wenn diese Aussage eigentlich in den meisten Fällen nicht stimmt. Aber statt neue Technologien anzunehmen kommt erst mal das reflexartige Mimimi zum Vorschein, weil ja das alles so kompliziert, schlimm, böse, unsere Kinder verrohend ist. Seltsam nur, dass jede Jugend das über irgendwas gesagt bekommen hat und jede Jugend dann doch noch ganz vernünftig groß geworden ist. Leider liebe Leute hat von Einzelfällen auf alle schließen noch nie funktioniert und wird es auch nie.

Ganz klar, wer Egoshooter spielt, ist potentieller Amokläufer. Aber gilt das dann nicht auch für jeden, der zu Fuß geht? Der etwas isst? Der in die Schule geht oder gegangen ist? Wir vergessen viel zu oft den Unterschied zwischen Kausalität und Koinzidenz. Ersteres wäre vernünftig, letzteres wird in den Medien kolportiert.

Ich bin ganz entschieden für weniger #Mimimi und mehr #Flausch

Die Fremdbildlüge

Lange Zeit hat mich der Begriff des Fremdbilds gestört. Ich wusste nur nicht genau warum. Waren es die versteckten Konnotationen, die da mitschwangen? War es die Subjektivität, die mich störte.
Letztlich bin ich zum Schluss gekommen, dass es die dahinter liegenden Annahmen sind. Wer das Fremdbild als Mittel zur Selbsteinschätzung nimmt, muss sich immer damit auseinandersetzen, wer dieses Fremdbild liefert. Und da liegt das große Problem. Es passiert äußerst selten, dass die Person, die mir ein Bild meiner eigenen Persönlichkeit liefert selbst komplett objektiv, uneigennützig un ehrlich ist.

In Wirklichkeit sollte ich in den meisten Fällen das Fremdbild sehr vorsichtig interpretieren, oder besser erst gar nicht zu ernst nehmen. Warum denke ich so?

Nun, dafür gibt es einige Gründe.
Zum einen leben wir in einer Umwelt, in der uns dauernd Fremdbilder präsentiert werden, meist indirekt und versteckt, in dem uns vor Augen geführt wird, wie wir sein sollen. Die Werbung ist der direkteste Fremdbildlügner. Wir sollen konsumieren, uns für die neuesten Techniken interessieren, jeden Kosmetikblödsinn kaufen um jugendlich auszusehen, Convenience Food kaufen, weil wir ja angeblich so wichtig und ausgelastet sind, dass Kochen reine Zeitverschwendung wäre.
Dabei macht vieles, was Menschen sich ins Gesicht schmieren oder zu uns nehmen uns nicht gesünder, schöner, fitter, sondern eigentlich nur krank. Und auch im Alltag hören wir viel zu oft auf die Fremdbilder von Kollegen, Nachbarn, Vorgesetzten, Medien. Es wird uns gesagt wir sollten Karriere machen, wir müssten uns auf eine bestimmte Art verhalten, etwas bestimmtes denken um erfolgreich, klug oder auch nur brav zu sein.

Warum hören wir nicht mehr auf uns selbst? Schließlich behauptet die Presse doch permanent, wir würden immer mehr zu einer Gesellschaft der Egoisten. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn gerade durch diese Behauptung zwingt man insgeheim dazu, über das eigene Selbstbild nachzudenken, eigene Werte und Vorstellungen permanent zu hinterfragen und sich immer mehr an dem zu orientieren, was Fremde zu uns sagen ergo am Fremdbild.

Ich halte es für eine der großen Lügen unserer Zeit, dass wir vermittelt bekommen, unser eigenes Bild von uns selbst wäre gestört, unehrlich und ungenau. Wer wenn nicht wir selbst kennen unsere Stärken und Schwächen, unsere dunklen Geheimnisse und großen Leidenschaften? Man redet uns ein, wir wären psychisch nicht dazu in der Lage, uns selbst einzuschätzen und beweißt es an an all den Fehleinschätzungen, die Menschen in Experimenten machen. Was man dabei vergisst. Genau die gleichen Fehleinschätzungen führen zu den Fremdbildern die andere von uns haben. Ich behaupte, wer sich auf Fremdbilder mehr verlässt, als auf das eigene Wissen über einen selbst, der wird mit der Zeit nur noch zu einer Marionette seines Umfeldes. Denn wer glaubt denn, dass andere mich uneigennützig beurteilen oder auch nur objektiv. Da spielen eigene Erfahrungen, eigene Ideale und Wertvorstellungen mit hinein. Wenn nun diese aber aus der persönlichen Erfahrung meines Gegenübers resultieren, ist ja gerade das Fremdbild NOCH ungenauer, da es zum einen nicht meine ganze (Lebens)Geschichte mit einbeziehen kann, zum anderen durch die Erfahrungen meines Gegenübers gefärbt ist.
Oder was zum Beispiel für die Werbung gilt, aber auch für viele Menschen, die mich zu einer bestimmten Handlung bringen wollen, es interessiert überhaupt nicht wer ich bin oder was meine Ziele sind, es interessieren die Ziele und Wünsche des Auftraggebers oder desjenigen, der mich beeinflussen will. Eine extrem pervertierte Art, wie man das Selbstbild einer Person hinterfragen und durch ein völlig falsche Fremdbild ersetzen kann zeigt sich in all den Sekten wie Scientology, die gerade darauf hinarbeiten, dass ich mich selbst nicht mehr einschätzen zu können glaube.

Insofern, vertraut wieder mehr auf euch selbst, auf eure Talente und Fehler. Denn wer sich selbst gut kennt, ist viel zufriedener und kennt auch seine Grenzen. Ich wage zu behaupten, dass dies eine hervorragende Burn Out Prävention ist, wenn man mal die ganzen Fremdbilder einfach ignoriert und sich selbst wirklich mal am nächsten ist.

C.G. Jung, sagt hierzu in „Bewusstes und Unbewusstes“:
Wer in den Spiegel des Wassers blickt, sieht allerdings zunächst sein eigenes Bild. Wer zu sich selber geht, riskiert die Begegnung mit sich selbst. Der Spiegel schmeichelt nicht, er zeigt getreu, was in ihn hineinschaut, nämlich jenes Gesicht, das wir der Welt nie zeigen, weil wir es durch die Persona, die Maske des Schauspielers, verhüllen. Der Spiegel aber liegt hinter der Maske und zeigt das wahre Gesicht. Dies ist die erste Mutprobe auf dem inneren Wege, eine Probe, die genügt, um die meisten abzuschrecken, denn die Begegnung mit sich selber gehört zu den unangenehmeren Dingen, denen man entgeht, solange man alles Negative auf die Umgebung projizieren kann.

Man könnte auch sagen: Es fällt uns viel leichter, uns von den Meinungen und Fremdbildern anderer abhängig zu machen, als ehrlich und offen mit uns selbst und unserem Wesen umzugehen. Aber durch diese Unehrlichkeit werden wir immer unehrlich auch zu unserer Umwelt. Und da wir in einer Gesellschaft leben, die sehr viel Wert auf die Einbeziehung des Fremdbildes legt, werden wir qua definitionem auch immer unehrlicher in der Entwicklung unseres Fremdbildes von anderen.

Die klarsten Manifestationen dieses Misstandes sind die Einschätzungen, die wir immer wieder hören können über „die Ausländer“, „die Arbeitslosen“, „die Behinderten“. Alles Fremdbilder über eine ganze Bevölkerungsgruppe, alle scheren über einen Kamm und alle sind in den meisten Fällen schlicht falsch.

 

Aber bequem.

 

 

 

Das Leben ist kein Ponyhof?

Den Spruch hört man ja zur Genüge. Aber warum eigentlich? Wer schreibt uns das vor? Bzw. was meint man damit eigentlich?

Wäre das Leben ein Ponyhof, so wären die meisten Menschen wohl enttäuscht, dass es auch dann aus Arbeit bestünde. Das Bild, das den meisten irrigerweise im Kopf herumspuckt ist, dass Ponyhof gleichbedeutend mit nur Spaß und keine Arbeit wäre.

Aber halt. Was ist denn daran eigentlich so falsch? Wer zum Teufel hat uns allen eingeredet, unser Leben müsse, so es etwas wert ist voll Mühsal und Plagerei sein, und Spaß dürften wir nur in wenigen Momenten haben, wenn wir unverantwortlicherweise uns unterhaltsamen Tätigkeiten hingeben?

Mir macht mein Beruf Spaß, ich halte es sogar für sehr wichtig, zumindest so gut es geht Freude an der Tätigkeit zu haben, die man den überwiegenden Teil des Tages ausübt. Und was ist so verwerflich, auch für das Leben an sich ein gerüttelt Maß an Spaß zu fordern?

Es gibt den guten Rat: Wähle, mit wem du dich umgibst und sortiere jene aus, die dich durch Meckerei und Griesgrämerei nur herunterziehen.

Natürlich gibt es Probleme in der Welt. Natürlich ist nicht alles gold, was glänzt (Metaphernalarm). Aber ich bin mir sicher, Veränderungen zum besseren kommen nicht von jenen, die sich dauernd nur beklagen und immer nur das Schlechte sehen. Verbesserung kommt von jenen, die an das Gute glauben und das es sich auf die eine oder andere Art realisieren lässt. Ich behaupte, Spaß am Leben ist elementar wichtig für das Wohlbefinden, die Gesundheit und auch die Gesundheit einer Gesellschaft. Griesgrämerei lässt den Blick nicht nach vorne auf die Chancen wandern, sondern zurück, auf all das Schlimme, das aber bereits VORBEI ist!

Mehr Spaß im Leben oder um im Bild zu bleiben. Ich fordere: Ponyhof für alle, und zwar im positivsten Sinn. Und wem es nicht so gut geht, wer gerade in einer Krise steckt oder meint, nicht weiter zu kommen. Hilfe suchen, jeder hat ein Recht auf Glück im Leben. Manchmal erreicht man es alleine, manchmal Bedarf es Hilfe. Nur sich in Trauer und Zurückgezogenheit leid zu tun und auf die „Kein Ponyhof“ Apolegeten zu hören hilft nicht weiter.

Beste Reste: Eine App gegen die Lebensmittelverschwendung

25ac9b04edbdffa8Tag für Tag werfen wir Deutschen Unmengen von Lebensmitteln in den Müll, obwohl diese noch durchaus essbar wären. Nun will eine neue App Abhilfe schaffen.

Die App „Zu gut für die Tonne!“ verfügbar für IOS und Android sammelt Rezepte für Reste. Dabei greift man auch auf das Wissen so prominenter Köche wie Tim Mälzer, Johann Lichter und Alfons Schuhwerk zurück, die eigene Resterezepte beitragen. Die App ist kostenlos herunterladbar und sehr ansprechend aufgemacht Zur Verfügung gestellt wird die App kostenlos vom  Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und wer nicht über die App die Informationen beziehen will, kann sich auch auf der zur Kampagne gehörenden Webseite https://www.zugutfuerdietonne.de/ . Ich finde, eine gute Idee und ich werde mit Sicherheit mal das eine oder andere Rezept ausprobieren.

Zudem muss ich gestehen. Für eine von einer Bundesbehörde initiierte App ist „Zu gut für die Tonne!“ wirklich gut gelungen. Also jeder der wie ich gerne kocht und versucht, ich betone versucht, möglichst nachhaltig zu leben, der sollte sich diese App mal genauer ansehen.

[appbox googleplay com.bmelv.zgt]

 

 

 

Unbequeme Wahrheiten des Alltags, die beliebtesten Lebenslügen

Ich hab hier mal damit angefangen, ein paar unbequeme Wahrheiten zu sammeln, die viele gerne leugnen würden, die aber oft (nicht immer) so sind.

1) Wir alle finden Kinder toll. Bis der Kindergarten direkt neben unserem Wohnblock gebaut werden soll

2) Wir alle fahren unglaublich gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad. Bis wir merken, dass wir dann deutlich länger brauchen, als mit dem Auto

3) Wir alle schätzen offene Kommunikation und praktizieren sie auch Bis der Chef vor uns steht.

4) Wir alle wollen eine saubere Umwelt und gesundes Essen. Bis wir abends feststellen, dass das ganze bedeutet, weniger Müll zu machen und selbst etwas für uns zu kochen.

5) Wir alle schätzen Satire und Ironie. Bis wir selbst davon betroffen sind.

6) Wir alle sind selbstbewußt und unabhängig. Bis der Nachbar mit seinem neuen Sportwagen in die Einfahrt einbiegt.

7) Wir alle lieben es, uns zu bilden und zu lernen. Bis wir abends im Programm die nächste Casting Show sehen.

8) Wir alle schimpfen über die Politik und die Politiker. Bis wir dazu aufgefordert werden, dann für unsere Meinung auch auf die Straße zu gehen.

9) Wir alle behandeln Behinderte wie Nichtbehinderte. Bis wir mit einem behinderten Menschen konfrontiert werden, der unsere Hilfe braucht aber schwierig im Umgang ist.

10) Wir alle haben nichts gegen Ausländer. Bis der Ausländer uns für weniger Geld unseren Arbeitsplatz scheinbar wegnimmt.

11) Wir alle lesen nur gute Literatur und guten Journalismus. Bis wir am Kiosk die nächste BILD Schlagzeile lesen.

12) Wir alle ernähren uns gesund und treiben viel Sport. Bis wir nach Feierabend zu hause angekommen sind, und damit loslegen könnten.

13) Wir alle sind für Solarstrom oder Windenergie. Bis das Solarkraftwerk auf der Wiese vor unserem Haus oder das Windrad direkt neben unserem Wohngebiet gebaut werden soll.

14) Wir alle machen uns nichts aus Marken und Trends. Bis der Freund/Nachbar/Kollege uns seinen neuesten heißen Shice präsentiert.

Wem noch eine schöne Lebenslüge einfällt, gerne in den Kommentaren ergänzen.

Yahoo kauft Vizify, das Ende eines weiteren Social Media Aggregators

Wie Vizify in einer EMail und auf ihrer Homepage berichtet, hat Yahoo den Dienst gekauft. Damit werden keine Neuanmeldungen  oder kostenpflichtige Registrierungen mehr erlaubt und der Dienst in den nächsten Wochen eingestellt.

Vizify als Dienst bot eine Aggregierung aller Social Media Aktivitäten in einer ansprechenden Oberfläche an und erstellte eine Art Social Media Profil des  Nutzers. Schade, dass Yahoo offensichtlich in den meisten Fällen kein  Interesse an den Diensten sondern lediglich an den Entwicklern hat. Das stärkt den schlechten Ruf un ihrer d dürfte eine bessere Marktposition nachhaltig verhindern.

Yahoo tritt immer mehr als Potential Vernichter denn als Förderer auf.

Die Illusion des kontrollierbaren Mitarbeiters. Vom Social im Media

Es erfolgt ein stiller Umbruch. Jenseits der Bürokommunikation, jenseits von 9-17 Uhr denken kommuniziert der Mitarbeiter mit Kollegen, Freunden, der ganzen Welt.

Das überrascht? Mich nicht. Schon immer gab es technische Möglichkeiten, sich zum Beispiel als Softwareentwickler mit Kollegen weltweit auszutauschen. Und oft brachte das dem Unternehmen bare Münze ein, denn so konnte so manches Entwicklerproblem schnell binnen eines Tages gelöst werden, an dem man sonst sicher ein oder zwei Wochen geknobelt hätte.

Deshalb war in den Anfängen der Vernetzung, als nur der versierte Internetnutzer überhaupt Zugang und Kenntnis über den Umgang mit dem Internet hatte, die Tage auch noch… halt, ich schweife ab.

Natürlich gab es schon immer den Flurfunk und das Gespräch unter Kollegen bei einer Tasse Kaffee. Aber meist waren das enge Zirkel von Teammitgliedern, die auch sonst zusammenarbeiteten. Über das ganze Unternehmen hinweg war transparente offene Kommunikation oft schwer, der hauseigene Gärtner wusste nichts von der IT, die Sachbearbeitung nichts von der Produktion jenseits dessen, was für die beruflichen Tätigkeiten brauchte.

Doch das ändert sich gerade radikal, ob die Führungsebenen dies nun für gut befinden oder zu verhindern suchen. Smartphones, Tablets, soziale Netzwerke vermögen Menschen zusammenzubringen, die früher ggf. nicht einmal voneinander wussten. Und neben dem Austausch über private Hobbies oder den aktuellsten Klatsch ist es heute auch möglich, sich über das Unternehmen und die Irrungen und Wirrungen der einzelnen Bereiche untereinander auszutauschen. Es ist sogar möglich, und das dürfte so manchem nicht gerade schmecken, jenseits der Hierarchien Dinge auf die Beine zu stellen oder sich über Ärgernisse auszutauschen. Und auch im Netz wird der Mitarbeiter, wird das Unternehmen sichtbarer. Meist nicht, weil der Mitarbeiter etwas ausplaudert sondern vielmehr, weil jegliche öffentliche Äußerung gerade auch der Führungsebenen oder der Bereiche, die für die Öffentlichkeitsarbeit tätig sind nun UNKONTROLLIERT im Netz kommentiert und persifliert werden kann. So manch ein Shitstorm entstand aus einer gut gemeinten Nachricht.

Man mag hier dem Mitarbeiter einen Maulkorb anlegen, in gar vom (sozialen) Netz trennen. Das halte ich aber für eine sehr schlechte Idee. Zum einen dringt so etwas über kurz oder lang nach außen und schädigt damit nicht nur den Ruf des Unternehmens als Arbeitgeber sondern  erzeugt auch ein sehr altbackenes Bild einer Firma mit Kontrollwahn und Misstrauen gegen die Mitarbeiter.

Was viel schwerer wiegt, der Wunsch nach Kontrolle des Mitarbeiters demotiviert und  behindert oft in der eigenen Arbeit. Wer sich überwacht und kontrolliert wähnt, verhält sich auch so. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es dringend einer neuen Führungskultur des Loslassens und des Vertrauens bedarf. Wer seine Mitarbeiter mit Zahlen und Auswertungen kontrolliert, wer Kennziffern und Tabellen voller Tätigkeitsberichte fordert, der wird bald viele Mitarbeiter haben, die sich mehr darum bemühen, Zahlen und Tabellen gut aussehen zu lassen, als die eigentliche Arbeit zu tun. Und wer Prozessketten aufbaut, bei denen eine einzige Entscheidung über 5 oder 6 Schreibtische muss, der sollte sich nicht wundern, wenn Projekte immer länger dauern und immer teurer werden, ohne dabei qualitativ besser zu werden.

Wir sollten endlich die Mehrheit der Kontrollmechanismen hinterfragen und wieder mehr Vertrauen und Eigenverantwortung erlauben. Und das heißt nicht, Unternehmerisches Denken zu fordern und dessen Einhaltung gleich wieder durch Controllingmechanismen zu überprüfen. Das heißt viel mehr, sich wieder auf die eigentlichen Aufgaben und die gewünschten Ergebnisse zu besinnen, statt nur dafür zu sorgen, dass die Humanressourcen ausgelastet sind, ja nichts persönliches tun, im Prinzip ihr Wesen, ihren Charakter am Zugang zum Betriebsgelände draußen lassen. Das ist nicht sinnführend und zudem auch völlig jenseits der Realität.

 

Ertrunken im Gadget Meer. Weniger ist Me(h)(e)r

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Dockingtastatur als Standard bei Tablets. Die Hybriden werden den Markt übernehmen.

Der Mobile World Congress präsentiert neue Smartphones, Wearables, Tablets. Aber wer braucht das eigentlich alles?

Ein Notebook, ein Smartphone. Brauche ich denn wirklich mehr? Ich denke nein, denn mit den großen Smartphones jenseits der 5 Zoll kann man die meisten Anwendungen, die bislang auf dem Tablet genutzt wurden auch angenehm auf dem Smartphone verwenden. Und das Tablet als mobiles Endgerät, das sagen unter anderem die Verkaufszahlen ist eine Illusion. Die überwiegende Mehrheit der Tablets hat kein UMTS und wird zuhause auf der Couch verwendet.

Und bereits jetzt erscheinen immer mehr hybride Endgeräte, die eine Brücke schlagen zwischen Tablet und Notebook. Meine Prognose für die nächsten Jahre ist, dass wir eine durchschnittliche Displaygröße von Smartphones um die 5 Zoll erleben werden, NUR Tablets werden verschwinden und den Weg frei machen für Hybriden, die eine Dockingtastatur besitzen und zusätzlich als Tablet verwendet werden können.

Denn ich möchte maximal zwei Endgeräte haben. Eines, das ich immer überall dabei haben kann und eines für die bequeme Nutzung zu hause.

Das einzige zusätzliche Device, das ich mir noch vorstellen kann, ist ein Fitnessdevice, das aber auch Uhr sein muss und als Erweiterung des Smartphones fungiert. Aber selbst das ist und wird auch in Zukunft eine Nische bleiben, denn im Prinzip genügt dem durchschnittlichen Nutzer, der vielleicht gelegentlich joggt sein Smartphone als Fitnesstracker.

Ein Hybrid Notebook und ein Smartphone jenseits der 5 Zoll. Das sind die zwei Devices, die ich für den breiten Markt in den nächsten Jahren sehe. Wearables werden nur dann zum flächendeckenden Erfolg werden, wenn sie nicht zu teuer und ständig tragbar sind. Zudem muss die Synchronisation quasi transparent laufen (Stichwort Bluetooth) oder gleich mit der Cloud erfolgen. Überhaupt die Cloud, sie und das Vertrauen, das wir hoffentlich bald wieder in sie bekommen werden zum Schlüssel für die Vernetzung und die Gadgets der Zukunft. Denn ich will meine Daten immer greifbar haben, unabhängig, auf welchem Gerät ich gerade arbeite. Und auch hier gilt, transparente Synchronisation, nichts, was ich aktiv tun muss.