Am 26. März um 20:30 Uhr!
Mehr Infos gibts unter http://www.earthhour.org/
Neue Publikationswege: Offenes Wissen und Print on Demand, epubli machts vor
Jörg Kantel berichtet in seinem Blog „Schockwellenreiter“ von einer wie ich finde hochgradig spannenden Kooperation zwischen dem Max Plank Institut, bei dem er arbeitet und epubli. Die »Max Planck Research Library for the History and Development of Knowledge« will Publikationen zur Wissenschaftsgeschichte frei zur Verfügung stellen und konnte für die Print on Demand Lösung epubli gewinnen. Interessant hierbei folgender Absatz in Kantels Blog:
Zitat: „Als Print-ond-Demand-Partner für die Buchfassung haben wir epubli gewinnen können, die bereit waren, ihre Standardverträge so weit zu öffnen, daß sie kompatibel zu der Creative-Commons-Lizenz waren (viele andere Print-on-Demand-Anbieter haben ähnliche Knebelverträge wie die »klassischen« Verlage und damit wäre uns nicht geholfen gewesen).“
Tja, da sieht man mal wieder, wer die Zeichen der neuen Zeit erkannt hat, und wer nicht. Gerade solche Aktionen bieten zum einen die einmalige Chance, wissenschaftlich spannende Materialien einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und stellen gleichzeitig ein sehr schönes Bindeglied zwischen Print und Online dar. Mehr davon, solche Aktionen sollten gefördert werden. Und wie schon Cory Doctorow bewiesen hat. Das kostenlose Bereitstellen der elektronischen Version kann durchaus auch zu einer Steigerung der Verkaufszahlen der klassischen Printversion führen. Gerade wenn ich die Chance habe, vorher quasi „reinzulesen“ und dennoch später das Buch auch physisch im Regal haben möchte. Mein Wunsch ist und bleibt in der Beziehung: Best of both worlds. Wenn ich das „physische Buch“ kaufe, will ich auch die EBook Version ohne Aufpreis dazu.
Update vom 3.3.2011: Der Spiegel Online bringt heute einen interessanten Bericht über die Autorin Amanda Hocking, die sehr erfolgreich Vampir-Liebesromane schreibt, aber ganz ohne Verlag als EBook. Man sieht, es geht nicht darum, daß das Buch stirbt, sondern dass Verlage sich schlicht umorientieren müssen um die neuen Konzepte zu integrieren. Dienstleister wie epubli sind da ein innovativer Vorreiter.
Das Ende der Kulturkritik: Die Beliebigkeit des Web 2.0
Eine Meinung ist eine Meinung ist eine Meinung. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Als sich die Verbreitungskanäle für Kulturkritik auf Zeitung, Radio und TV beschränkten und es einige wenige „Kulturkritiker“ gab, deren Meinung man folgen konnte oder nicht, die aber auch eine dezidierte Meinung unterfüttert durch eine nachgewiesenes Hintergrundwissen und ein Talent für gute Schreibe hatten, haben Kritiken nicht nur Spaß gemacht, sondern auch noch einen gewissen Wert gehabt.
Aber durch die Möglichkeiten des Web2.0 gefördert, kann sich heute jeder als Kulturkritiker aufspielen und Filme, Bücher, Spiele zerreissen oder in den Himmel loben. Das an sich wäre ja nicht negativ. Nur verschwimmt zusehends die Wertigkeit einer Kritik durch die Vielfältigkeit und damit Beliebigkeit. Wer mir nicht glauben möge soll nur einmal versuchen, zu irgendeinem Mainstreamfilm oder Buch eine Pro Meinung im Netz zu finden und gleichzeitig eine Contra Meinung. Er wird fast immer Erfolg haben. Auch die Wertungen bei Amazon werden immer belangloser, weil sie oft, speziell bei Technik oder anspruchsvoller Literatur bzw. Genrefilmen weniger von fundiertem Wissen über Filme, Inhalte und Qualitätskriterien zeugen, sondern von Unverständnis, sich nicht auf etwas schwieriges, intellektuell anspruchsvolles einlassen wollen geprägt sind. Gerade was Buchkritiken angeht beginne ich wieder , die Offline bzw. Einwegmedien wie die oft eigenwilligen aber von einer klaren Linie gekennzeichneten Kritiken eines Denis Scheck oder das Feuilleton von ZEIT oder Süddeutscher schätzen zu lernen.
Denn der platte Massengeschmack kommt offensichtlich im Netz sehr gut an. Aber was etwas mehr intellektuelles Engagement fordert, das kippt oft hintenüber. Schön dabei nur, das landet dann oft bei Restpostenversendern wie zweitausendeins, Weltbild oder Joker. Da bekam ich schon manchen schönen Klassiker, manchen philosophischen Sammelband oder auch manch Gesamtwerk eines bedeutenden Autors für weniger als ein Drittel des Neupreises. Dank insofern dennoch an den Mainstream.
Nur leider ist das nicht gerade förderlich für etwas anspruchsvollere Literatur, Kunst oder auch Musik. Gefällig ist der Massengeschmack. Daß dieser nicht unbedingt auch Qualität bedeutet zeigt uns nicht nur durch ihren Künstlernamen Lady Gaga. Oder auch Literatur wie die „Biss“ Reihe… Da bekommt für mich der Wortteil Grauen im Buchtitel „Biss zum Morgen-Grauen“ eine ganz tiefe wenn auch sicher nicht vom Autor gewünschte Bedeutung.
Die EBook Card, EBuchkauf ganz ohne DRM

Heute ist sie angekommen, meine EBook Card von epidu! Innen eine BuchID, mit der ich mir das erworbene Buch ganz ohne störendes DRM runterladen kann. Eine wirklich elegante Lösung und ich hoffe, bald auch Beilage in richtigen Büchern um sich dann auch die digitale Version herunterladen zu können.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Auf www.epidu.de kann man sich im Shop die EBook Card für das Buch erwerben. Diese kommt kurz darauf per Post. In der Card ist ein Feld zum Freirubbeln mit einer ID, die man auf der Seite www.ebookcards.de eingibt und sich dann das entsprechende Buch herunterladen kann.
Gefällt mir sehr.
Im Moment gibt es natürlich nur die Bücher, die bei epidu auch verlegt werden, aber ich hoffe, daß diese Idee weitere Freunde findet!
Und der Download lief auch völlig problemlos. Das Ebook ist bereits auf meinem Sony Reader gelandet 😉
Mit Twitter und Facebook am Social Book schreiben. Collaborative Writing
Wieder ein neues spannendes literarisches Konzept, das so erst durch die Social Media Plattformen möglich wird:
Bookrix erlaubt, via Twitter und Facebook Updates an einem gemeinsamen EBook zu arbeiten.
Zitat Bookrix:
„Im Schnelldurchlauf: Wie funktioniert SocialBook?
Eine Person legt auf BookRix ein SocialBook an und lädt seine Twitter-, Facebook- oder BookRix-Freunde ein als Co-Autoren daran mitzuschreiben.
Die ausgewählten Co-Autoren folgen dem Link in der Einladung, verknüpfen ihren BookRix-Account mit ihrem Facebook- bzw. Twitter-Account und können sofort an dem Buch mitschreiben.
Alle Facebook-Statusmeldungen bzw. Tweets der Freunde, die das festgelegte Hashtag (Stichwort) enthalten, werden im gemeinsamen SocialBook auf BookRix veröffentlicht.
Was benötige ich um SocialBook nutzen zu können?
Du benötigst einen BookRix-Account, um ein SocialBook anzulegen oder daran mitschreiben zu können. Hier kannst Du Dich kostenlos registrieren.
Zudem brauchst Du entweder einen Twitter- oder Facebook-Account, den Du mit Deinem BookRix-Account verknüpfen musst.“
Das Konzept finde ich sehr spannend, zumal ich mir durchaus vorstellen kann, in kurzen Pausen, bzw. abends gemeinsam mit anderen Interessierten etwas zu schreiben, die grösste Hürde ist ja meist der Zeitaufwand.
Vor allem finde ich es spannend, daß durch die neuen sozialen Plattformen auch das „gute alte Buch“ wieder unter ganz neuen Aspekten gesehen wird. Epubli, Epidu und jetzt BookRix bringen ganz neue Ideen, Aspekte und Konzepte in die Welt der Literatur. Das Buch ist nicht tot. Ich finde, in Zeiten neuer Medien werden sie gerade auf mannigfaltige Weise wiederbelebt!
Der meistmissbrauchte Satz: Das muss Konsequenzen haben
Schon mal aufgefallen? Ob es nun um den Dioxin Skandal, die Umgangsformen auf der Gorch Fock, das Öffnen von Briefen der Feldpost, die Finanzkrise, Bestechung von Politikern, zu heißen, zu kalten, nicht fahrenden Zügen oder S-Bahnen geht. Immer hört man von den Verantwortlichen: Das muss Konsequenzen haben, wir werden schonungslos aufklären. Aber tut sich was? Nein! In den letzten Jahren z.B. gab es diverse Dioxinskandale, aber geändert hat sich nichts. Das heißt doch, es gibt immer diese witzigen Verpflichtungen zu FREIWILLIGEN Selbstkontrollen. Also quasi, ich mache den Bock zum Gärtner und lasse ihm noch die Wahl, wann er wie wo kontrolliert.
Wen wundert es da noch, dass jetzt von den angeblichen Wutbürgern gesprochen wird? Ich würde nicht sagen, Wutbürger, aber enttäuschte Bürger. Es geht doch immer wieder um dasselbe Prinzip. Die eigentlich Verantwortlichen geben sich betroffen und uninformiert (hätten wir gewusst, was da vorgeht, wir hätten das unterbunden) und irgendwelche zumeist Unschuldigen werden zum Bauernopfer stilisiert. Und diejenigen, die darunter leiden, also meist der Konsument, Bürger oder Angehörige darf sehen, wie er damit zurecht kommt.
Ich möchte den Satz: „Das muss Konsequenzen haben“ nicht mehr hören. Ich will sehen, dass es endlich mal Konsequenzen hat, und zwar bei den Verantwortlichen. Und vor allem, es wird Zeit für Kontrollen, die nicht die Schädigenden selbst durchführen. Das heißt nämlich, dass es gar keine Kontrollen gibt.
Ob Elektroauto oder EBook, es mangelt an Infrastruktur!
Warum boomen die neuen Technologien nicht? Warum sind EBook, E-Auto oder auch Video on Demand immer noch keine Massenprodukte? Viele glauben, es hängt an der Verfügbarkeit der Geräte, Fahrzeuge oder Dienste.
Falsch: Das Hauptproblem ist und bleibt die mangelnde Infrastruktur! Solange ich nicht sicher sein kann, daß ich überall, wo ich Benzin tanken kann, auch mein Elektroauto schnell aufladen kann, solange ich nicht in jedem Online Buchladen ALLE im Moment verfügbaren Bücher in einem Format für ALLE Lesegeräte herunterladen kann wird auch der Massenmarkt diese Techniken nicht akzeptieren. Wenn ich mir einen Fernseher mit Video on Demand anschaue, aber erst umständlich bei meinem Provider nachrecherchieren muss, ob er mir die nötige Bandbreite bereitstellen kann, wird die Technologie kein Erfolg. Und wir dürfen nicht erwarten, daß die Unternehmen die Infrastrukturen bereitstellen.
Das muss Aufgabe des Staates sein. So, wie es gewisse Dienstleistungen gibt, die einfach nicht dem Diktat des Marktes folgen sollten (Gesundheit, Straßenbau, Strom-, Wasserversorgung, Bahn ) so müssen auch die neuen Technologiinfrastrukturen vom Staat vorangetrieben werden um auch jene Regionen zu erreichen, in denen die Einrichtung nicht nach unternehmerischen Gesichtspunkten profitabel ist, wohl aber aus gesellschaftlicher Sicht. Sonst haben wir früher oder später Megastädte, in denen die Menschen zu überteuerten Preisen leben müssen und komplett verödete Regionen, die sowohl kulturell als auch technologisch abgehängt sind.
Natürlich wird im Moment die Renaissance des Lebens in der Stadt gepredigt. Aber das ist so durchschaubar, denn es bedeutet vor allem für die Konzerne Dienstleistungen an Kunden verkaufen zu können, ohne selbst investieren zu müssen.
Wir müssen neben dem Profit der Konzerne auch immer den Nutzen, den Bedarf des Bürgers, nicht des Konsumenten im Auge behalten. Und wir sind alle schon längst so weit von profitorientierten Großkonzernen zu reinen Melkkühen für überteuerte Dienstleistungen geworden, die wir dann noch selbst erledigen müssen (man sagt dazu großspurig kundenorientierter Self-Service wenn man eigentlich meint. Wir sparen uns teure Angestellte und ihr Kunden arbeitet für uns kostenlos mit).
Der Kunde der Zukunft erwartet Service. Individuell und überall. Und das kann nur geleistet werden, wenn auch der Staat mit involviert ist, wenn auch der Bürger eine Lobby hat und nicht nur der zu melkende Konsument, der am richtigen Ort für den Konzern lebt.
Wenn ich Krankenhäuser und das Gesundheitswesen nur noch profitorientiert führe, wird es bald nur noch in Ballungszentren Ärzte und Krankenhäuser geben. Dann wird das Leben in ländlichen Regionen zum Überlebenrisiko. Dann werden ganz Regionen veröden. Und eine Ballung der Bevölkerung in wenigen Megacities mag für Konzerne oder Verwaltungangestellte wünschenswert sein, kulturell und auch was die ländlichen Dienstleistungen angeht, könnte sich das bald gegen die städtischen Monokulturen wenden. Und wenn ich nicht auch auf dem Land entsprechenden Zugang zu schnellem Internet biete, werden immer mehr Unternehmen dort wegziehen und somit eine Arbeitslosigkeit der Landbevölkerung bewirken, die extrem risikoreich für das soziale Gleichgewicht werden könnte. Zumal dann auch der Pendlerverkehr wieder steigt, was wieder eine höhere Belastung der Transportinfrastrukturen UND der Umwelt bedingt.
Die Welt im Jahr 2000 aus der Sicht meines Geburtsjahrs
Danke Twitter für diese Perle! Über folgenden Tweet kam ich auf eine echte Perle des Netzes:
Gebloggt bei @yuccatree: Retrofuture: Der WDR 1967 über das Jahr 2000 http://yuccatree.de/2011/01/retrofuture-der-wdr-1967-uber-das-jahr-2000/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+freshzweinull+%28YuccaTree+Post+%2B%29
Da hat der WDR im Jahr 1967 mal einen Blick auf das Jahr 2000 gewagt. Spannend, interessant und teilweise hochgradig amüsant! Auf jeden Fall sehenswert:

