Frage an meine Follower: Vermischung von Arbeit und Privat, positiv oder negativ?

Hab heute wieder in einigen Studien gelesen, die eine immer stärkere Vermischung von Arbeit und Privat sehen. Ich weiss, die meisten werden jetzt „Oh, wie furchtbar“ sagen. Ich sehe das auch als Chance. Im Prinzip vermischt sich das bei mir ja jetzt schon, da ich mich auch privat für IT Themen interessiere und auf eigene Faust weiterbilde. Aber wie seht ihr das generell? Wird es weiterhin beim 9-17 Uhr Job bleiben? Und von einer Sache gehe ich natürlich aus. Wer es nutzt ist selbstbewusst genug, die Balance zwischen beidem durchzusetzen.

Meine persönliche Meinung: Positiv, wenn auf beiden Seiten (Arbeitnehmer/Arbeitgeber) gelebt.

Arbeitgeber darf Handynutzung am Arbeitsplatz verbieten. Aber sollte er das überhaupt?

DNews meldet: Arbeitgeber darf Handynutzung am Arbeitsplatz verbieten. Ich gehe mal davon aus, dass hier jegliches private Telefonat verboten ist. Schön. Oder eher nicht. Unüberlegt. Denn zum einen zeigt mir als Arbeitnehmer mein Arbeitgeber damit, wo der Hammer hängt und was er von mir hält. Ich bin offensichtlich für ihn nur als Arbeitskraft etwas wert die 100% ausgelastet nur für ihn da ist? Das macht zum einen die Arbeitsatmosphäre kaputt zum andern ist es auch kurz gedacht. Denn dann werden Mitarbeiter auch häufiger sofort zum Ende der Arbeitszeit nach hause gehen, obwohl manch ein Thema mit einem !!kurzen!! Telefonat geregelt sein könnte. Außerdem wandelt sich die heutige Arbeitswelt in Richtung einer Vermischung von Privat und Beruf. Sicher in bestimmten hochsensiblen Forschungsumfeldern verhindert so etwas in gewissem Masse Werkspionage. Aber wer dem Arbeitnehmer jegliches private bei der Arbeit verbietet, der wird vom Arbeitnehmer eben auch genau das zurückerhalten. Nur noch Dienst nach Vorschrift, keine proaktiven Handlungen mehr, kein besonderes Engagement. Und das gerade in einem Altenpflegeheim, wo es auf Menschlichkeit ankommt. Passt aber ins momentane Bild, das wohl viele in Politik und Gesellschaft vom normalen Arbeitnehmer haben. Nur für den gesellschaftlichen Konsens und für eine gute (Arbeits-)atmosphäre ist so etwas schädlich. Ich erwarte nicht von meinem Arbeitgeber, dass er es gut findet, wenn ich jeden Tag ein bis zwei Stunden telefoniere. Aber ein generelles Verbot halte ich für kontraproduktiv. Mitarbeiter, die so etwas so ausnutzen, sollten disziplinarische Konsequenzen spüren. Aber ein pauschales Verbot erachte ich für nicht sinnvoll. Für mich ist und war schon immer klar, dass ich, wenn ich AUSNAHMSWEISE mal privat telefoniere mich auch EXTRA kurz fasse.

Update: Einige interessante Beiträge bei Facebook zu dem Urteil haben mich das ganze etwas relativieren lassen. Ich halte das Urteil mittlerweile nicht mehr für generell falsch, nur muss ein solches Verbot die letzte Konsequenz bei wiederholtem Verstoss sein. Denn worauf mich einige Poster hingewiesen haben, und womit sie auf jeden Fall Recht haben. Es gibt leider viel zu viel unbelehrbare Mitmenschen. Da ist mein Menschenbild was Einsicht und Rechtschaffenheit angeht wohl etwas zu optimistisch.

Apple löscht kriti…..WARNUNG, DIESER BEITRAG KÖNNTE GELÖSCHT WERDEN …

Tja, Steve, da ist wohl der Streisand Effekt noch nicht zu dir durchgedrungen.
Ja, ich weiss, schon wieder auf Apple bashen. Aber sie machen es einem in den letzten Tagen und Wochen ja auch so was von leicht. Jetzt berichtet der Tecchannel: „Gelöscht: Apple bringt I-Phone Kritiker zum Schweigen“. Böses Foul. So etwas verzeiht der durchschnittliche Apple Fanboy vielleicht noch, weil er ja selbst überbegeistert und Kritik gegenüber eher verschlossen ist. Aber Apple ist mittlerweile im Massenmarkt angekommen. Und dort verzeiht man fehlerhafte Produkte schon nicht. Einen solchen Umgang mit Kritikern verzeiht man aber erst recht nicht. Hier scheint Apple erst lernen zu müssen, vernünftig mit Kritik umzugehen. Den das soziale Netz verzeiht nicht. Und es hat ein gutes Gedächtnis. Das mussten schon andere Unternehmen schmerzhaft erfahren. Scheinbar beginnt Apple hier gerade erst.
Die Produkte sind innovativ, aber die Gängelei der Nutzer und jetzt auch noch die Zensur kritischer Stimmen. Steve, das geht nun wirklich nicht. So gläubig kann ich gar nicht werden, dass ich so was akzeptiere.

Urlaub Digital: Was bei mir dieses Jahr ins Reisegepäck kommt

Als Geek werd ich natürlich auch gefragt, ob ich mein ganzes Equippment auch mit in den Urlaub schleppe. Au contraire, es kommen exakt drei devices mit. Mein eBookReader, der Cybook Opus aber ohne die MicroSD Karte mit den Fachbüchern, nur Romane (5 Stück, das reicht hoffentlich), mein HTC Desire Smartphone als Navi und Reiseführer und die Kodak PlaySport als Videokamera und Fotoapparat.
Damit brauch ich deutlich weniger Platz im Reisegepäck, als zu nicht digitalen Zeiten. Genauer gesagt, ich kann das alles in einer kleinen Tasche mitnehmen wofür ich früher nen ganzen Rucksack brauchte.

Und speziell das eBook ist für mich mittlerweile ein extrem nützlicher Begleiter, auch im Beruf. auf der MicroSD Karte (2Gbyte) habe ich ca. 30 Fachbücher zu allen möglichen Themengebieten ständig bei mir, aber anstelle einer grossen Regalfront brauche ich nur den Reader.

Die Alten glotzen, aber schimpfen über die Jungen. Fernsehkonsum und Altersstruktur

Bislang wurde immer nur über den Fernsehkonsum junger Menschen polemisiert.
Nun meldet eine neue Studie aus den USA unter 4000 US-Amerikanern ab 15 bis 98 Jahren, dass gerade die ältere Generation deutlich mehr fernsieht als die Jugend. Zitat: „Nach anderen Untersuchungen verbringen die 65-Jährigen in den USA durchschnittlich 25-30 Prozent ihrer Wach- und 50 Prozent ihrer Freizeit vor dem Fernseher, durchschnittlich liegt der tägliche Fernsehkonsum bei 270 Minuten, eine Stunde mehr als noch vor einem Jahrzehnt (bei den Deutschen lag die [extern] Sehdauer 2009 bei 212 Minuten, deutlich mehr als die 144 Minuten 1988, die Verweildauer liegt allerdings bei 300 Minuten). “
Ich bin ehrlich gesagt nicht überrascht. Wenn ich drüber nachdenke, wie oft mich Bekannte und Freunde verwundert fragen, woher ich die Zeit für meine Hobbies wie Bloggen, Astronomie, Lesen nehme, ich dann gleichzeitig aber erfahre, dass sie jeden Abend vor dem Fernseher sitzen (am Wochenende oft wohl noch mehr), dann wundert mich nicht, dass sie keine Zeit für andere Dinge haben. Fernsehen ist an sich nicht schlecht, aber es gilt auch hier wie für Computer und Medien generell, ohne hinreichende Medienkompetenz wird aus Konsum schnell unreflektierter Glaube an alles, was dort gesendet wird.
Wer glaubt, nur weil etwas in der Tagesschau berichtet wird, stimme das auch, oder wer die Nachmittagsgerichtsshows oder Talkshows ernst nimmt (und leider kenne ich genug in meinem Umfeld, die wirklich glauben, das wären reale Fälle), der wird immer leichter beeinflussbar und steuerbar.
Bei mir beschränkt sich der Fernsehkonsum auf sehr stark selektierte Dokus und Nachrichten, wobei gerade hier dennoch auch die Reflexion über das Gesehne wichtig ist und ich nach Möglichkeit bei Informationen, die mir unglaubwürdig erscheinen oft nochmals gegenrecherchiere. Würden das mehr Menschen tun, würden weniger auf Pseudowissenschaftler und Sharlatane oder die vielen Bedenkenträger hereinfallen. Aber vielleicht ist das ja gar nicht gewollt? Vielleicht ist es ja gerade gut, wenn der Bürger in Unwissenheit und einer gewissen Angst gehalten wird. Damit ist er besser lenkbar und steuerbar.
Querdenker sind nun mal unangenehm. Aber wir brauchen Querdenken und kritisches Denken um nicht auf die Scharlatane reinzufallen. Und lebenslanges Lernen geht nur, wenn ich mir auch die Zeit dafür nehme. Wenn ich mich jeden Abend vor dem Fernseher betäuben lasse, sollte ich mich vielleicht fragen, ob da nicht was elementares in meinem Leben falsch läuft?
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Das BKA kann es immer noch nicht. Sie wollen schon wieder die Zensurinfrastruktur

Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost von heute 15. Juli plädiert das BKA in einem internen Papier auf Grund der langen Zeit, die zwischen Löschaufforderungen und dem Verschwinden der Seiten vergeht dafür, dass die Seiten erst gesperrt, und dann gelöscht werden. Tolle Idee. Durch die Sperre die Verbrecher erstmal darauf aufmerksam machen, dass man sie gefunden hat und dann glauben, man könne sie noch schnappen. Anstelle die eigenen Infrastrukturen und Massnahmen zu optimieren will man jetzt wieder die Opfer weiter im Netz lassen und den Tätern quasi via Sperre zeigen, dass man sie gefunden hat, so dass diese genug Zeit haben, die Daten zu verlagern und die Spuren zu beseitigen. Es geht nicht darum, die Inhalte zu verstecken, sondern die Täter zu schnappen. Und wenn das BKA das nicht schafft, muss es sich selbst optimieren, nicht den einfachsten Weg gehen, und das eigene Unvermögen hinter einer Sperrinfrastruktur verstecken.

Best of both worlds: Ist die Trennung zwischen Buch und eBook falsch?

Wer sagt, dass ich beim Kauf eines Buchs nicht auch Zugriff auf die eBook Fassung bekomme. Schliesslich kaufe ich, zumindest aus meiner Sicht primär den Inhalt, den ich lesen will. Warum also nicht zu jedem Buch einen einmaligen Code generieren, mit dem ich die Ebook Fassung herunterladen kann? Die zweite Kaufvariante wäre die vergünstigte als alleiniges eBook. Ich behaupte, es würden dennoch viele Menschen die Variante Buch und eBook bevorzugen, da es immer noch Kontexte gibt, in denen ich einfach nur das papierne echte Buch nutzen will.
Ich mache hier mal die Diskussion auf, wie seht ihr das? Ist das die Zukunft des Buches?

Social Media Guidelines, auch bekannt als gesunder Menschenverstand, über die europäische Verbots(un-)kultur

Gerade ruft die Telekom zur Definition der 101 Regeln für die Digitale Welt auf. Dabei gelten, und ich sage das gerne noch einmal in der digitalen Welt natürlich auch die Regeln der realen Welt.
Was die meisten verkennen ist, dass alles, was im realen strafbar ist, auch digital verfolgt werden kann. Der einzige Unterschied ist die Möglichkeit zur Anonymität. Wer sich anonym einloggt (und so dumm ist, zu glauben, dass er dann nicht auffindbar ist), der pöbelt gerne mal, schreibt unqualifizierte Kommentare oder posiert schlicht mit seiner eigenen Dummheit.
Ganz klar, und dazu stehe ich auch gegen mögliches Bashing: Für ein Unternehmen, für den Umgang der Mitarbeiter eines Unternehmens mit dem Social Web und für die Präsentation nach außen sind Guidelines elementar. Das predige ich auch gebetsmühlenhaft.
Aber eigentlich sollten wir so etwas nicht brauchen. Sofern die Regeln für das Miteinander im Alltag eingehalten werden, sollten sich die meisten dieser Netiquette Definitionen schon aus dem gesunden Menschenverstand herleiten.
Was momentan meiner Ansicht nach allenthalben fehlt, ist das Vertrauen in den Menschen. Wir brauchen immer mehr Regeln, Definitionen, Grenzen. Bloß nicht die Möglichkeit für etwas falsches eröffnen. Dabei ließe sich ein Aussreisser ein Quertreiber doch ganz einfach einfangen. Aber nein, erst wird ALLEN das Leben schwerer gemacht, werden teilweise unsinnige oder offensichtlich von mangelndem Vertrauen getragene Regeln indoktriniert, die natürlich von denen, die wirklich mit der digitalen Welt arbeiten wollen, auf die eine oder andere Art ausgehebelt werden.
Es hat sich bei uns, und das speziell im europäischen Raum meiner Ansicht nach eine Unkultur des mütterlich oder väterlichen Überwachens etabliert. Mir scheint, man hält den Europäer durchweg für einen pädophilen gewaltbereiten Proleten, der nichts besseres zu tun hat, als Arbeitgeber, Staat und Öffentlichkeit zu beschädigen und auszunutzen. Während der Zensursula Diskussion kursierte das wundervoll gemachte Video „Du bist Terrorist“. Das Bild, das dort ironisiert gezeichnet wurde, scheint weiterhin vorzuherrschen. Und der durchschnittlich informierte Bürger scheint auch gar nichts daran zu finden, dass ihm immer mehr vorgeschrieben wird. Dabei bleibt Freiheit und bleiben Entscheidungsspielräume auf der Strecke. Oder wandern in den digitalen Untergrund. Bekommen wir es bald mit einer Digital Guerilla zu tun? Mit einer Netzrevolte? Ich hoffe nicht, ich hoffe, wir besinnen uns wieder darauf, dass wir immer noch in einer Gesellschaft leben, in der die extremistischen Tendenzen Gott sei Dank nicht im Mainstream zu hause sind. Und letztlich gilt, was schon bei der Kindererziehung gilt. Verbote helfen nicht, Verbote machen etwas nur noch spannender. Einsicht hilft weiter.