Mein Lieblingssatz in letzter Zeit: Das gibt es schon längst: Oder auch „Flipboard“ ist ein alter Hut

Die TAZ titelt: Social Magazine statt Zeitschriften aber was ist so neu daran? Ich nutze mit Feedly, Twittertim.es und relevANTS schon längst Dienste, die mir einen aufbereiteten, zusammengefassten Blick auf meine Streams und News liefern. Wieder mal wird die Implementierung einer Idee auf einem neuen Device mit einem neuen Konzept verwechselt. Sicher, Flipboard hat einige neue Features oder ein anderes Look and Feel. Aber das Konzept an sich ist durchaus schon älter.
Was ich viel spannender fände wären Aggregatoren, die mir immer wieder auch NEUE News aus nicht abonnierten Feeds und nicht gefollowten Tweets liefern, die aber zu meinem aktuell abonnierten Nachrichtenstream passen. Denn sonst verhindere ich, was ich in jeder guten Zeitschrift habe. Ich stolpere nicht mehr über Artikel und Infos, die ich nie in dieser Zeitschrift vermutet hätte, die mich aber auf neue Gedanken, neue Ideen bringen.
Wieder mal gilt, es ist nicht die Technologie, sondern die Philosophie dahinter, die das ganze spannend macht. Man darf den Hype um eine Device nicht mit wirklich neuen Ideen verwechseln.

Vom Zwang des Online seins. Gibt es auch gute Gründe, offline zu gehen?

Immer mehr Dienste spriessen aus dem Boden, immer mehr Location based Services bieten sich an, um mir Zusatznutzen zu bieten. Klar, die webaffinen Bekannten und Kollegen nutzen viele dieser Dienste, aber manchmal beschleicht mich das Gefühl, wir geraten wieder in eine „wenns alle cool finden, dann ich auch“ Spirale, wie schon bei der DotCom Blase.
Auch heute gilt, wir sollten nicht unreflektiert alles neue adaptieren und jedem neuen Hype hinterherlaufen.
Zur Zeit beobachte ich recht kritsch die Dienste im Stile von Gowalla und Foursquare. Ich nutze sie, weil ich mich über die Technik informieren will. Aber bislang erschliesst sich mir hier weder ein Mehrwert, noch ein dezidierter Nutzen. Die meisten Bekannten, mit denen ich mich treffen will, vereinbaren mit mir im Vorfeld ein Treffen, viele derer, die ich auf der Freundesliste habe leben so weit von mir entfernt, dass die Chance auf eine spontane Begegnung via Gowalla oder Foursquare gen null strebt.

Was mir im Moment ein bisschen fehlt ist das reflektierte Beobachten und auch das Bewusstsein, dass Online sein nicht in sich selbst sinnvoll ist. Miriam Meckel beschreibt das in ihrem Buch „Das Glück der Unerreichbarkeit“. Denn und das habe ich ja auch schon in einem anderen Artikel reflektiert: Die neuen Techniken und Möglichkeiten sollen uns das Leben erleichtern. Wenn die Nutzung selbst zum Stressfaktor wird, sollte man sein Verhalten überdenken. Technik sollte im Idealfall Arbeit abnehmen und das Leben vereinfachen. Wenn ich mich, vor einem Lokal oder dem Bahnhof stehend erst in 5 Dienste einchecken muss um up to date zu sein, dann läuft da was falsch.
Dieses Jahr werde ich persönlich mal das Experiment offline für unseren Jahresurlaub wagen und mich zwei Wochen aus dem Netz verabschieden. Nicht weil wir wegfahren, sondern um einfach mal Urlaub vom Netz zu machen 😉

Der nächste Megatrend? Offline und dennoch Online?

Wir alle erleben im Moment einen Hype. Social Media, always on, Twitter und mein Facebook Status. Wer netzaffin ist, der ist auch online und meldet seinem Umfeld immer und überall, was ihn umtreibt.
Oder auch nicht. Es gibt immer noch viele, die dem ganzen nichts abgewinnen können, die sagen: „Dafür ist mir meine Zeit zu schade, was solch ich denn bloggen/twittern, das ist mir alles zu kompliziert.“
Auftritt: Web 3.0. Ja ich weiss eine Buzzword Nummerierung aber wenn man mal hinter die Fassade schaut und sich so seine Gedanken über das kommende Semantic Web macht… Ich finde, da kommt was spannendes auf uns zu.
Letztlich nutze ich jetzt schon RSS Feeds, Aggregatoren und Suchfilter, um die Informationsflut in für mich interessant und eträgliche Bahnen lenken. Aber es wird mehr werden. Und ich bin mittlerweile auch wieder kontrolliert offline, gönne mir längere informationstechnische Auszeiten. Aber das schaffe ich, da ich mich mit den Technologien befasse und aktiv nach Aggregierungsmöglichkeiten und Filterungswegen suche.
Was ich als die grosse Chance von Web 3.0 ansehe, sind Möglichkeiten, Informationsströme auch semantisch aufzubereiten. Da im Semantic Web auch der Inhalt einer Seite aus der Seitenbeschreibung hervorgeht ist meiner Ansicht nach die Zeit für intelligente Informationsagenten gekommen. Wir werden, so meine Prognose, Werkzeuge an die Hand bekommen, die für uns anhand dessen, was wir bislang angesurft haben nach neuen Quellen suchen, zusammenfassen, aufbereiten und uns ein sehr komprimiertes Bild der aktuell im Netz vorhandenen Informationen geben. Sie schauen auf unser Facebook und Twitter Profil, auf die bislang von uns gesendeten Tweets und recherchieren auf diese Basis nach weiteren Informationen. Ich muss nicht mehr „persönlich“ online sein und meine Filter justieren, um über meine Themen auf dem Laufenden zu bleiben. Das wird Software für mich erledigen. Es könnte z.B. kleine Newsticker geben, die vielleicht sogar als Standalone Devices einen gefilterten Nachrichtenstorm zu mir ins Haus, aufs Smartphone und vielleicht sogar ins TV liefern. Diese Ströme bestehen dann nicht mehr nur aus Text, sondern können auch Videoschnipsel enthalten.
Wir werden meiner Ansicht nach erleben, dass die Zukunft wieder mehr „Offline“ Zeit erlaubt. Denn always on ist auch ein Stressfaktor. Wer ist schon so diszipliniert, wirklich auch mal offline zu gehen? (Ok, und auch , weil ich abends lieber im Web recherchiere oder ein Buch lese, als dem Fernsehprogramm zu folgen)

1. Barcamp Hohenlohe (2011?), die Planung ist gestartet

Hallo,
da ich begeisterter Blogger und Social Media Evangelist bin und der Szene nicht nur Konsument sein will, sondern auch selbst etwas anbieten habe ich mich entschlossen, den Versuch zu starten, in meiner Region ein eigenes Barcamp auf die Beine zu stellen.

Die Planung hat jetzt mit dem Einrichten einer Plattform auf Mixxt begonnen unter : BarcampHohenlohe. Um überhaupt abzuschätzen, ob sich solch eine Veranstaltung lohnt, wäre die erste grosse Hilfe der Community, sich dort zu registrieren und mitzuhelfen (natürlich speziell meine Follower aus der Region), damit wir das auf die Beine stellen können. Termin ist noch nicht sicher, ich avisiere im Moment das Frühjahr nächsten Jahres oder ggf. den Juni/Juli.
Wer auch immer mir mit Tipps, Infos, Material, Dos und Don’ts helfen kann, sei mir herzlichst willkommen.. Ist, wie man so schön sagt, mein erstes Mal 😉

Die Technik sollte uns doch mal das Leben erleichtern, was ist eigentlich daraus geworden?

Irgendwo scheinen wir den eigentlichen Sinn des technischen Fortschritts vergessen zu haben. Ich dachte mal, Fortschritt soll auch dazu da sein, uns das Leben zu erleichtern. Aber im Moment scheint alles Streben nur in Richtung, schneller, schneller, mehr Profit, mehr Arbeit in der gleichen Zeit zu gehen. Warum eigentlich? Wir sollten uns auch wieder darauf besinnen, dass wir nur ein Leben haben, und dass die neuen Technologien uns nützen und das Leben leichter machen sollen. Das heisst aber auch, ständig zu hinterfragen, ob eine neue Entwicklung, eine neue Technologie uns das Leben wirklich vereinfacht. Zu den Erleichterern zähle ich zum Beispiel die sozialen Medien, so ich sie denn immer und überall nutzen darf. Dadurch kann ich Netzwerke aus Helfern bilden, bleibe verbunden und informiert. Allerdings sollte ich mir stets auch „offline“ Zeit gönnen, um mich nicht komplett im Virtuellen zu verlieren. Und Crackberries zählen für mich definitiv zu den negativen Aspekten, speziell, wenn sie mir ausschließlich zu dienstlichen Zwecken übergeben wurden, man dann aber erwartet, dass ich sie auch nach Feierabend aktiv und damit mich dauernd erreichbar halte. Deshalb auch nutze ich zwei Telefone. Es gibt eine private Nummer, die nur mein engster Freundes- und Familienkreis kennt, und über die ich immer erreichbar bin und eine „Business“-Nummer, die auch immer mal wieder offline ist. Wir müssen stets darauf achten, selbstgesteuert zu bleiben und uns nicht in eine (digitale) Abhängigkeit drängen lassen.

Neue Aktion bei GetDigital.de zum 1000(?!) Jubiläum

Ja, die Zahl stimmt. Wenn man sie auf die richtige Art und Weise liest 😉 und aus diesem Anlaß gibts bei GetDigital aktuell das „There are 10 types of people. Those who understand binary and those who don’t“ T-Shirt für lau, null, nada, zero. Also vorbeischauen, vielleicht findet ihr ja noch was interessantes geekiges dort. Denn der Laden hat wirklich die geekigsten und nerdigsten Sachen, diesseits des Universums.

Social Media handeln nicht von Technik sondern von Umgangsformen

Ich habe mich schon lange gefragt, warum eine Technologie, die es eigentlich schon sehr lange gibt (Foren gab es schon weit vor dem grossen Web 2.0 Hype) erst in den letzten Jahren so sehr in die breite Masse vorgedrungen ist. Ich denke, es liegt vor allem daran, dass die Technik erwachsen geworden ist. Was ich damit meine? Nun, die Technik verschwindet für die meisten Nutzer. Nie war es einfacher, auch mobil auf das Internet zuzugreifen. Man braucht keine Informatikkentnisse mehr um ein Blog zu erstellen oder sich via Facebook oder Twitter mit seinen Freunden auszutauschen. Und mit der immer weiteren Verbreitung von Smartphones und mobilen Zugängen, kommen auch immer mehr Durschnittsuser in den Genuss von „Always On“ Zugängen.
Ein Problem allerdings tritt jetzt erst richtig zu Tage. Die Frage der Umgangsformen. So lange das Web noch ein abgeschotteter Bereich für Geeks und Nerds war, galten auch deren oftmals sehr klare Umgangsformen. Mit dem Durchdringen des Web durch alle Schichten und Charaktere des täglichen Lebens tauchen nun aber im Netz auch die gleichen Probleme wie im Alltag auf. Laute Proleten dominieren Chats, unwissende Gegner polemisieren gegen Technik und User.
Wir brauchen tatsächlich Regeln für das Web, aber nicht wie die meisten das wünschen, durch Verbote, Filter und Sperren. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Konsens auch über die Umgangsformen im Netz. Denn dieser Kanal der Kommunikation wird immer mehr unseren gesamten Alltag durchdringen.
Beim Web 2.0 geht es um Umgangsformen. Um Kommunkation auf Augenhöhe. Und wir müssen akzeptieren, dass mit Web 2.0 die Grenze zwischen Privat und Beruf in der Kommunikation verschwimmt. Dass hier Verbote und Trennung schlicht nicht mehr funktionieren. Wer mobil Zugriff hat, wer always online ist, der lacht über Zugangsverbote. Denn er findet sie unsinnig und die Arbeit behindernd.