Vernetztes Denken wird der Schlüsselskill der Zukunft

Wir leben in interessanten Zeiten. In Zeiten, wo sich Kontakte immer häufiger zunächst virtuell anbahnen. Und wo es oft wichtiger wird, zu wissen, wer die benötigte Information bereitstellen kann, als das notwendige Wissen selbst zu haben.
Schon seit längerem sehe ich eine Renaissance eben jenes Renaissancemenschen, der vielfältig gebildet und interessiert, von Thema zu Thema wechseln kann. Nur nicht zwangsweise, weil er alles bis in die tiefsten Tiefen des Faches durchschaut, vielmehr, weil er die Zusammenhänge erkennt. Wir bauen eine immer komplexere, divergentere multimediale Zukunft auf und nur wer den kommenden Trend erkennt, wer auch mit neuen Denkmustern und Technologien zu Rande kommt wird in der Zukunft bestehen können.

Insofern ist auch in der Bildung ein Umdenken von Nöten. Es gilt, die vielen verschiedenen Begabungen zu fordern aber auch zu fördern. Niemand muss heute mehr alles wissen, ja kann das zum Teil gar nicht. Aber man muss die Grundfähigkeiten haben und dann die Werkzeuge erlernen, die den Umgang mit unserem „zweiten Hirn“ dem Internet ermöglichen. Denn das Netz wird zu einer immer grösseren Wissensressource, in der sich Experten und Informationssuchende informell und unabhängig von Rang, Berufsbild und kulturellem Background austauschen und Wissen teilen können.
Wissen ist die Währung des 21. Jahrhunderts, wir verändern uns mittlerweile von einer Dienstleistungsgesellschaft zu einer Wissensgesellschaft. Aber wir bereiten unsere folgende Generation, die Arbeitnehmer von morgen nur unzureichend darauf vor. Wir denken in der Ausbildung in den Schemata von vorgestern, wir müssen dringend zumindest im vernetzten Heute ankommen.

Wir müssen flexibler werden. Auch wen es in manches Menschen Ohr wie ein abgedroschenes Schlagwort klingen mag. Wir leben in einer Zeit beschleunigten Wandels, in der Kreativität, Innovation und Flexibilität mehr den je gebraucht werden. Und wir müssen uns über Wissens- Rollen- und evtl. auch über Unternehmensgrenzen hinweg vernetzen.

Interessant hierzu ist auch folgender Artikel: Wer braucht HEROs ?, denn die dort beschriebenen Mitarbeiter entsprechen ziemlich genau dem, was ich als den Mitarbeiter der Zukunft sehe!

Sorgfalt und Schnelligkeit. Wenns schnell gehen muss gehts selten gut

Etwas, das ich mir vom „Markt“ wünschen würde wäre, dass neben der immer schnelleren Lieferung, Fertigstellung und der Bedingung, noch mehr zu optimieren auch Entschleunigung als Qualitätsmerkmal wieder gewinnen würde.

Es gibt Reparaturen, da wünsche ich mir eine hohe Sorgfalt bei der Bearbeitung, da muss es nicht schnell gehen, sondern richtig, sorgfältig, und qualitativ hochwertig. Ein Auto bringe ich in die Werkstatt, weil ich es möglichst so gewartet haben will, dass alles gemacht, alle Fehler gefunden alles sauber und gut durchgeführt wird. Das beisst sich manchmal aber damit, dass alle heute nur auf das Geld schauen, dass alles schnell gehen muss, und dann eben nicht wirklich so sorgfältig wie gewünscht. Auch in der Projektarbeit werden oft Zeitrahmen gesteckt, die eher auf Kostensparen durch möglichst schnelle Erledigung zielen, als auf Sorgfalt in der Ausführung.

Es wäre manchmal sinnvoll, die notwendigen Nachbearbeitungen mit einzuberechnen, wenn man ein Angebot schreibt, das zeitlich sehr eng gestrickt ist. Ich bin mir sicher, viele Grossprojekte der öffentlichen Hand wären dann auch in ihren Kostenschätzungen besser, wenn man ehrlich ein gewisses Maß an Verzögerung, and Sorgfalt in die Planung mit einbeziehen würde. Wenn ich einen Handwerker habe, der mir die Fliesen an die Wand knallt oder die Küche so schnell wie möglich installiert, dann ist das Risiko hoch, dass dabei etwas falsch läuft, vergessen wird oder einfach so gemacht wird, wie immer, anstelle sich auf eine neue Gegebenheit einzulassen.

Wir sollten wieder entschleunigen. In allen Bereichen.

Im Moment geht oft Quantität vor Qualität. Schade eigentlich. Oder, was ich immer gerne anbringe: Effzienz vor Effektivität 😉

Der Trend hinter dem Trend: Informationsfilterung und Aufbereitung

IBM nimmt einen neuen Anlauf, die Informationsflut zu kanalisieren: „Social Lens“ solls diesmal richten.
Noch bleibt abzuwarten, inwieweit das Werkzeug wirklich die Flut bändigen kann, was aber hier offensichtlich wird. Die großen Player haben erkannt, dass es längst nicht mehr um die Bereitstellung von Informationen geht, sondern der nächste Megatrend und die nächste Killerapp eine Anwendung ist, die über alle Informationskanäle hinweg Informationen sammelt, sortiert, filtert und ggf. sogar aufbereitet.

Ich nutze diverse Informationstools um meinen täglichen Nachrichtenkonsum auf meinen Bedarf zurecht zu filtern, aber selbst hier beginnt es schon wieder zu zerfleddern. Ich will kein eigenes Tool für Twitter, für RSS, für Facebook.

Was ich als nächste Vision habe, ist ein grundlegendes Protokoll für ALLE Nachrichtendienste (ist es RSS, Atom, XML??) das sich auf einfache Art extrahieren lässt, das Metainformationen über die Inhalte bietet und das damit für entsprechende Tools eine ideale Aufbereitung bietet. Erste Ansätze hierzu sind schon vielversprechend, wie das Werkzeug feedly beeindruckend darlegt. Eine Übersichtsseite, die mit dem Start meines Browsers alle für mich relevanten Infokanäle in Form einer Zeitung aufbereitet. Das ist meiner Ansicht nach die größte Konkurrenz für die klassischen Printmedien. Personalisierte, vor gefilterte Information, zugeschnitten auf meine Bedürfnisse. Und es mögen die Auguren des Bösen jetzt sagen, damit schränke ich meinen Horizont doch ein, weil ich nur noch lese, was mich interessiert. Dazu sage ich nur, ja richtig, in den meisten Fällen habe ich auch nur die Zeit dafür, das zu lesen, was ich für mich als relevant ansehe. Den Tellerrand verlasse ich aber dennoch. Nur brauche ich für die tägliche Information einen zurechtgestutzten Infodienst. Und dieser wird in der Zukunft dynamisch als Internetplattform bereitstehen. Verschiedene Ansätze existieren, jetzt ist es an der Zeit, diese zu unifizieren. Denn der Informationbroker wird wiederkommen. Aber vermutlich automatisiert als App, nicht mehr als Person.

Hier wird auch das Semantic Web eine weit bedeutendere Rolle spielen, als es in der Öffentlichkeit bislang zu spielen scheint. Metainformationen über Inhalte werden an Bedeutung gewinnen, sobald die Filtersysteme auch bei grösstmöglicher Filterung dennoch überlaufen. Dann wird es wichtiger, nach Themen zu sortieren, aus mehreren Texten ggf. einen einzigen zu extrahieren und zu kürzen. Automatisierte redaktonelle Arbeit wird final gar elementar für Journalisten werden, um eine umfassende Recherche zu einem Thema überhaupt noch zu erlauben. Ich sehe in der Zukunft neben der DPA auch eine DIA eine Deutsche Infobroker Agentur, die sich auf die Bereitstellung von zusammengefassten Dokumenten und Infodiensten zu Themen spezialisiert.

Sehr positiv finde ich die Aussage „Die Software zu bedienen, müsse noch einfacher werden, räumt IBM-Mann Michael Muller an. Außerdem müssten weitere Tests zeigen, dass das Filtersystem definitiv besser als andere Lösungen ist.“, denn im Idealfall wünsche ich mir den Dienst mit einer initialen Konfiguration. Danach sollte das System quasi im Hintergrund operieren und Adjustierungen sehr intuitiv und einfach möglich sein.

Social Media kann man nicht verordnen, nur ermöglichen

Einer der grössten Irrtümer, speziell im Geschäftsumfeld ist:“ Wir führen jetzt eine Social Media Plattform ein und dann müssen die Mitarbeiter damit arbeiten“. So geht das nicht. Social Media ist eine Frage der Einstellung, des Charakters und gute Social Media braucht auch einen gewissen Spassfaktor und Freiheitsgrad. Wenn ich von oben verordne: „Ihr macht jetzt Social Media“ dann klappt das nicht. Nicht jeder Mitarbeiter ist gerne aktiv.Wir wissen aus verschiedenen Studien, dass maximal ca. 1% überhaupt aktiv und andauernd Content erzeugen, dann evtl. noch 9 % zumindest empfehlen und/oder kommentieren oder gelegentlich etwas schreiben und der Rest liest.

Der Mehrwert entsteht dynamisch, und das lässt sich nicht erzwingen. Einzig eine gute Plattform als Grundlage wie z.B. Connections von IBM kann im Businessbereich den Einstieg erleichtern. Und eine Social Media Policy (etwas, das ich immer wieder gebetsmühlenartig predige), die den Mitarbeitern das notwendige Wissen ob der Möglichkeiten und ihrer erlaubten Aktivitäten aufzeigt (nicht etwas im Stile von: Ihr dürft dies nicht, ihr dürft das nicht… Wir wollen ja, dass die Plattform ohne Angst und kreativ genutzt wird)

Wir werden immer schneller. Warum eigentlich?

Es fällt zunächst bei Stuttgart 21 auf. Der Grund für den Umbau ist die Beschleunigung des Bahnverkehrs, deretwegen jetzt Gegner und Befürworter in einer eskalierenden Stimmung sich gegenüberstehen.
Aber noch an anderen Stellen resultieren viele Probleme nicht aus der Langsamkeit eines Prozesses, sondern aus der immer höheren Beschleunigung.

Der Burn Out ist ein Kennzeichen der Beschleunigung in der Arbeitswelt. Immer mehr, in immer kürzerer Zeit erledigen, dabei wird aber immer weniger auf Rythmen und für den einzelnen angenehme Arbeitsgeschwindigkeit geachtet.

Mal ganz abgesehen davon, dass durch Doppelverdiener, Überstunden und immer weniger Privatleben auch die Ernährungsgewohnheiten extrem leiden. Wer wenig Zeit hat, kocht nicht mehr selbst sondern nutzt Convenience oder Fast Food und selbst Familien mit Kindern schaffen es oft nicht mehr auch nur eine warme Mahlzeit auf den Tisch zu bringen, die selbst gekocht ist. Nicht, weil sie es nicht wollen, sondern weil viele durch den Job so eingebunden sind, dass dafür einfach keine Zeit bleibt (zumal auch die klassische Mittagspause schon lange nicht mehr existiert.)
Gymnasiasten müssen statt in 9 jetzt in 8 Jahren für den Arbeitsmarkt fit… aeh will sagen, gebildet werden (Bildung braucht Zeit, Ausbildung weniger, denn da fällt das erlernen des kritischen Denkens weg).

Ärzte müssen immer mehr Patienten abwickeln, damit es sich für sie rechnet. Die Produktzyklen neuer Geräte werden immer kürzer und wer mithalten will, muss diese Zyklen mitmachen. Wir sind gewohnt, sofort zu kommunizieren, die nicht beantwortete SMS oder EMail ist schon nach Stunden völlig veraltet.

Ich bin kein Technophobiker. Aber selbst ich als Gadgetfreak, Informatiker und Social Media Verfechter überlege im Moment, ob das ganze nicht zu schnell wird. Ein wenig mehr Langsamkeit, Zeit zum Überlegen, Zeit zum Ausklinken aus dem Geschwindigkeitswahnsinn ist sicher nicht falsch. Wir müssen auch unsere Lebenszeit und unser Leben noch selbstbestimmt leben können und je schneller wir hier werden, umso fremdbestimmter läuft das ganze ab. Ich muss nicht meine EMails im Halbstundenrythmus abfragen und auch Twitter und Facebook entschleunige ich, in dem ich nur zu bestimmten Zeiten und in der Freizeit auch mal gar nicht reinschaue.

Wir klagen über Stress, über zu wenig Lebenszeit, zu wenig eigene Zeit für sich. Aber wir tun selbst oft genug dafür, uns des jetzigen Momentes zu berauben.
Wir sollten aufhören, für die zukünftige „Entschädigung“ zu arbeiten oder wie es Randy Komisar so treffend ausdrückt:

„Bei der aufgeschobenen Lebensplanung wird es immer die nächste Belohnung geben, hinter der man her ist, die nächste Ablenkung, den neuen Hunger, der zu stillen ist. Sie werden immer zu kurz kommen.“

Oder sehr viel kürzer aber ebenso wahr: Carpe Diem

Und hier glaube ich fest daran, dass ein neues Denken von Arbeit, das eher ergebnisorientiert ist, für viele der Ausweg sein kann, die sich heute noch wie in einer Tretmühle fühlen, die immer schneller dreht.

Blogparade: Wie konsumierst du Medien?

notebooksbilliger.de veranstaltet eine Blogparade darüber, wie wir Blogger so Medien konsumieren. Nun, da kann ich was erzählen und mache deshalb gerne mit:

Zum ersten. Zwar schaut meine Frau noch ab und an fern, aber bei mir ist Fernsehen fast völlig in den Hintergrund getreten. Meine Nachrichten hole ich mir aus verschiedenen RSS Feeds und lasse sie mir mit Tools wie Tabbloid oder Feedly zusammenfassen. Radio höre ich fast ausschliesslich über das Internet, bevorzugt ByteFM, einen genialen Radiosender aus Hamburg, bei dem noch Musik gespielt wird, die den Moderatoren gefällt, nicht nur Mainstream.
Unser Musik zu hause wird über eine Fritzbox 7270 und daran angehängte Festplatte gestreamt, so daß die Internetradios (derer 3 Stück) alle auf die MP3 Sammlung zugreifen können. Dort sind auch die Lieblingsfilme abgelegt, so daß auch diese über den Samsung Flatscreen geschaut werden können (ja, ich habe die Filme gekauft, nicht gezogen). Der Fernseher kann auf die Filme via WLan zugreifen. Zusätzlich hängt am Fernseher noch eine Festplatte, so daß auch dort noch Musik, Fotos und Filme abgelegt werden. Das ganze ist fernsteuerbar via VNC und Fernzugriff auf die Fritzbox.
Als neuestes Experiment habe ich noch einen älteren Netbook mit SSD zum Mediaserver umgebaut, mit dem ich dann experimentiere, und der unter anderem auch als Wiki und Internetfestplatte fungiert.
Das ist so mein Setup, man sieht, bin schon lange weg von den „herkömmlichen Medienwegen“.

Ach ja, und ab und an lese ich noch ein Buch (na ja, eigentlich sogar sehr viel). Aber wenns geht meist als EBook auf meinem Sony EBookReader, den ich mit Adobe Digital Editions und Calibre verwalte.

Mobbing ist geistige Körperverletzung

Die ZEIT berichtet über Mobbing in der Schule. Da kann auch ich ein Lied davon singen. Zwar nicht ganz so extrem, wie in dem Artikel, aber auch ich war Außenseiter bis zur Oberstufe. Und die grössten Mobber waren meist die Schüler, die eigentlich in der Schule nichts drauf hatten. Dumm, aber agressiv, proletenhaft und leider meist körperlich stark. Ich habe viele Situationen erlebt, die mir vor Augen geführt haben, wie viele Vorurteile leider stimmen. Zumal ich schon dadurch auffiel, dass ich grösser war als der Rest und mich nicht für Fussball und Raufen interessierte, sondern für Computer, Literatur und Kunst. Wie kann ich nur nicht der drögen Proletennorm entsprechen. Gott sei Dank war ich nicht Mobbingopfer sondern nur halt „der spinnerte Außenseiter“. Vielleicht auch, weil ich Judo konnte und solche Proleten oft nur vor körperlicher Überlegenheit Respekt haben. Und die Oberstufe war meine Rettung, denn dort wurden die Mobber plötzlich zu den Außenseitern. JA, ich hab tiefe Genugtuung empfunden.

Aber seien wir ehrlich, diese Dummköpfe gibt es auch unter den Erwachsenen, auch im Alltag, sei es im Beruf (wo man oft leider nicht flüchten kann) als auch im Privaten, wo man solche dummen Menschen wenigstens meiden kann. Meinjetziger Arbeitgeber hat Mobbing als Problem schon erkannt und bietet sogar den Führungskräften Seminare an, damit diese lernen, wie man erste Anzeichen von Mobbing erkennen kann. Denn es muss jedem Arbeitgeber klar sein: Mobbing vergrault oft die leisen aber wirklich guten Leute, die mit der grossen Klappe, die Luftnummern bleiben dann und das gemobbte Talent geht.

Und für alle die jetzt mit dem Spruch kommen, bist halt zu empfindlich, das war ja nicht so gemeint. Es kommt nicht drauf an, wie es von den gefühlskalten Schwachmaten gemeint war, sondern wie es bei den meist sensibleren, feinfühligeren und oft auch intelligenteren Mobbingopfern ankommt.
Wer mobbt, verletzt. Es entstehen zwar keine sichtbaren Wunden aber grosse Wunden in der Seele.
Letztlich war möglicherweise sogar mein Burn Out ein finales Ergebnis davon. Aber darüber schreiben die wenigsten. Was ich schlimm finde. Mobbingopfer müssen sich wehren. Klar und deutlich. Denn Mobber sind Abschaum und wirklich das letzte.

Kling ich wütend? jau, bin ich. Jedes Kind, das ein anderes mobbt ist eins zu viel. Und dessen Eltern bekommen ein Gespräch mit mir aufgedrückt. Ich schaue nicht zu, ich weiss, wie so was enden kann. Und auch Erwachsene, die andere Erwachsene mobben, müssen gestoppt werden. Denn das ist unverantwortlich und wie ich schon oben schrieb…geistige Körperverletzung.

Wenn Schule besser motiviert als Unternehmen

Gestern hatte ich eine interessante Erfahrung. Das Gymnasium meines ältesten Sohnes bot einen pädagogischen Abend für Eltern an. Dort wurden verschiedenste Erkenntnisse aus der modernen Psychologie dargeboten, um es den Eltern zu gestatten, ihren Kindern individuell zu helfen. Es kamen Themen auf den Tisch wie extrinsische versus intrinsische Motivation (klares Votum der Lehrer, nur intrinsisch wirkt, extrinsisch ist zum Scheitern verurteilt), es wurden die verschiedenen Arbeitstypen dargestellt (auditiv, visuell etc.) und viele Erkenntnisse, die ich zum ersten Mal vor über 10 Jahren während meines Studiums kennengelernt hatte, als wir im Rahmen des maschinellen Lernens auch neueste Erkenntnisse aus der Psychologie kennenlernten.

(Für alle, die es genau wissen wollen, ich habe Computerlinguistik und Künstliche Intelligenz studiert, und in der KI war schon vor 10 Jahren Motivation und Lerntechnik und generell die Frage danach, wie das menschliche Gehirn Informationen speichert ein Thema. Vieles von dem, was heute als so furchtbar neu dargestellt wird, ist schon über 10 Jahre alt, nur wollte wieder mal keiner auf die Wissenschaftler hören)

Was mich dabei zum einen freut: Die Schule hat offensichtlich erkannt, dass nicht alle Schüler gleich sind. Das war noch zu meiner Schulzeit so, es gab nicht verschiedene Schüler, alle hatten gleich zu lernen.

Aber leider ist die Arbeitswelt in weiten Teilen noch nicht so weit. Es wird immer noch in vielen Bereichen geglaubt, man müsse jeden Arbeitnehmer „zum Jagen tragen“. Sogar Gewerkschaften glauben, die einzig wirklich gute Motivation ist mehr Bonus, aber natürlich nur ohne weniger Bonus bei Fehlleistung.
Es wird immer noch geglaubt, erl. Arbeit = Mitarbeiterzahl*Zeit.

Dabei ist die Formel weitaus komplizierter und tendiert eher in Richtung: erl. Arbeit = Mitarbeiter*Motivation^2/Kontrolldrang (oder so, Mathe war noch nie mein Fach 😉 )

Ich beneide meinen Sohn ein bisschen ob seiner modernen Schule, die zumindest das Bewusstsein zu haben scheint, dass Lernen und Motivation aus weit mehr besteht als Zuckerbrot und Peitsche! Bei meinem Arbeitgeber sind viele dieser Erkenntnisse auch schon angekommen. Aber – und Achtung, jetzt kommt ein klassischer Spruch – bei mir in der Schule hats das nicht gegeben. Hätte ich das damals gehabt, hätte ich mit Sicherheit leichter gelernt. Das ganze durchschaut habe ich erst im Studium, als ich plötzlich erkannt habe, dass es nicht an mir, sondern and er Methodik gelegen hatte, daran, dass ich ein Mensch bin, der Freiheitsgrade, kreative Freiräume wie die Luft zum Atmen braucht. Seitdem weiss ich, wie ich meine „persönliche Spitzenleistung“ erbringen kann. Nur mein Umfeld ist da manchmal nicht wirklich drauf vorbereitet.

Dan Pink zeigt im folgenden Video, das wieder mal auf der herausragenden Seite von TED zu finden ist, dass die Wissenschaft schon seit Jahren weiss, wie falsch die Wirtschaft oft motiviert, aber permanent ignoriert wird: