Ich bin die Zeit, und hätte eine Frage an euch, so ihr denn Zeit für mich habt.
Warum eilt ihr so, warum ist euer Leben dem eines ICE nicht unähnlich?
Ihr habt viele Maschinen, die für euch arbeiten, dennoch versucht ihr noch mehr von mir aus eurem Tag zu pressen.
Wisst ihr denn nicht, dass ihr euch mir beraubt, wenn ihr in Eile von Termin zu Termin hastet?
Ich bin für euch da, wenn ihr mich haben wollt. Aber wenn ihr mich stehlt, dann werde ich immer kleiner. Und mit mir werdet ihr älter, merkt, dass ihr das beste von mir verschwendet habt.
Ihr könnt mich messen, aber nicht anhalten oder gar zurückdrehen. Denn ich vergehe nur einmal. Dann bin ich um und ihr steht am Ende eures Anteils von mir. Ich habe euch genug von mir gegeben.
Ich hoffe, ihr könnt dann sagen, ihr habt mich gut genutzt.
Ich bin die Zeit.
Im Internet bin ich ein Timelord. Die zwei Zeiten der Realität
Ja, ich gestehe, dieser Titel entstand auch aus einem spontanen Infekt mit dem Dr. Who Fieber.
Aber was ich damit eigentlich sagen will. Während mein Umfeld immer noch alles synchron, hier und jetzt tut, existiere ich mittlerweile in zwei Zeitwelten. Da ist die uns allen bekannte physische Welt, die durchzogen ist mit Arbeit, Meetings (meist zwei disjunkte Dinge) und all den alltäglichen Tätigkeiten, die nur zu einer bestimmten Zeit stattfinden.
Dann gibt es aber noch die Welt des Internet. Diese weigere ich mich als virtuell zu bezeichnen, weil sie für mich genauso real ist wie die physikalische Welt. Aber in ihr kommuniziere ich weitestgehend asynchron. Ich antworte nicht auf jede Frage sofort. Ich schreibe keine Artikel genau dann, wenn ich sie poste.
Eigentlich springe ich dort in der Zeit, schreibe zum Beispiel Artikel für eine Veröffentlichung übermorgen, chatte mit einem Kontakt oder einem Geschäftspartner hier und jetzt oder beantworte Anfragen aus Facebook, Twitter oder anderen Kanälen im Nachhinein abends. Nichts muss jetzt geschehen, alles kann. Das ist vielleicht eines der Prinzipien, die die meisten Menschen missverstehen, wenn sie behaupten, durch das Internet sei ich dauernd online. Das Internet ermöglicht eine dauernde Erreichbarkeit, wie ich damit aber umgehe, ob ich mich durch ständige Erreichbarkeit stressen lasse oder meiner Umwelt klar mache, dass mich online zu sehen schlicht nur heißt, man kann mir eine Nachricht HINTERLASSEN. Das liegt in meinem Ermessen. Und für mich persönlich ist das sogar eine Freiheit, weil ich so zwar immer erreichbar sein kann, aber nie erreichbar sein muss.
Das anzunehmen bedeutet, dass da jemand das Medium und den Nutzer verwechselt. Bin ich immer erreichbar habe ich das meinem Chef, meinem Unternehmen zuzuschreiben, die das fordern oder mit Entlassung drohen (wobei ich so viel Dummheit eigentlich bei keinem Chef, keinem Unternehmen annehme). Es sind oft Ängste vor Bestrafung, wenn ich nicht direkt antworte, die aber eigentlich völlig unnötig sind.
Ein Gedankenexperiment. Wenn zu hause das Telefon klingelt, gehen sie IMMER SOFORT ran?`Oder im Büro? Und wenn ja, warum zum Teufel? Wir sind nicht selbstbestimmt, wenn wir immer erreichbar sein MÜSSEN. Wenn ich selbst entscheiden kann, wann mich mein Chef erreichen kann und wann ich Freizeit habe oder einfach nur Ruhe, um konzentriert an einem Thema zu arbeiten, dann bin ich produktiver. Jede Studie zur Arbeitseffektivität bestätigt, dass Unterbrechungen, insbesondere aktive durch Telefonate und EMails viel vom Arbeitstag auffressen. Wenn ich aber die neuen Technologien nutzen kann, um asynchron antworten zu können, kann ich genau diesen Stress vermeiden.
Schnell, billig, gut , gelogen. Warum so vieles scheitert

Die Elbphilharmonie, Stuttgart 21, der Berliner Flughafen. Warum werden Projekte nur immer teurer als geplant, haben diverse Mängel und dauern länger, als jemals vorgesehen.
Meines Erachtens ist daran vor allem eines schuld (und das ist wichtig, denn das ist es ja, was der deutsche Manager/Politiker/Bürger wissen will, nicht etwas die Lösung, Gott bewahre, nein, wer ist schuld).
Die mangelnde Akzeptanz von Auftraggebern/Kunden/Konsumenten, dass man das berühmte Dreieck aus schnell, billig und gut immer nur an zwei Seiten bekommt.
Wenn ich bei einem Projekt verlange, dass es zu einem fixen Termin fertig ist, und das in guter Qualität, muss ich bereit sein, mehr zu zahlen, ggf. auch noch etwas extra im Projektverlauf, falls und davon kann man eigentlich immer ausgehen, unvorhergesehene Probleme auftauchen.
Lasse ich den Termin offen, nehme ich Druck aus der Geschichte so dass man oft mit mehr Überlegung schon an die Planung gehen kann und solche Probleme frühzeitig erkennt, was dann wieder die Kosten senkt. Und will ich das ganze billig haben, dann kann ich nicht erwarten, dass die Qualität stimmt, vor allem wenn ich dann noch Zeitdruck produziere.
Letzteres gilt auch für viele andere Branchen. Wenn ich die Innovationszyklen von Produkten immer kürzer mache, dabei noch möglichst niedrige Preise haben will, dann leidet zwangsläufig die Qualität.
Das wird den BWL-Studenten zwar (so hoffe ich zumindest) in ihren Vorlesungen vermittelt, aber in der Realität werden offensichtlich die einfachsten Wahrheiten auf dem Altar des Profits und des Aufstiegs auf der Karriereleiter geopfert. Denn wer, der von seinem Vorgesetzten eine Aufgabe bekommt, die alle drei Seiten des Dreiecks gleichzeitig bedient, wird schon widersprechen, wenn er im Unternehmen oder der Organisation noch aufsteigen will. Ja, ich weiß, das wird offiziell doch gefordert, Charakterstärke blablabla. Aber das sind oft nur hohle Phrasen und wenn es hart auf hart kommt, dann gilt das Rechthaben des Stärkeren. Herr Medohrn mit seinem Managerverschleiß und den immer peinlicheren neuen Ankündigungen (selbst der Postillion amüsiert sich und uns bereits köstlich) ist da nur ein Beispiel.
Wir leben in einer Welt, die gerade in der Wirtschaft im Moment voller Lügen und Selbstlügen ist. In der man die offensichtlichsten Fehler nicht zuzugeben bereit ist, nicht umsteuern will und stehts mit den immer wiederkehrenden Totschlagargumenten vom „Markt der das so will“, „den Kunden, die das nicht verstehen würden“, und „den Arbeitsplätzen, die dann verloren gehen“ faselt. Forscht man aber nach, dann gilt keines dieser Argumente wirklich. Es gibt genug Unternehmen, die mit einer nachhaltigen, langsamen, und qualitativen Strategie erfolgreich sind (Vaude, Miele und quasi als Optimum im Moment @manomama, wo sogar noch der Mitarbeiter wie ein fühlender und denkender Mensch behandelt wird, Gott bewahre, das geht doch gar nicht 😉
Ich denke, wenn der Öffentlichkeit hinreichend kommuniziert wird, warum etwas wie lange dauert, wenn dann auch noch die Pressesprecher und Topmanager es sich sparen, das neue Produkt anzukündigen mit Releasetermin, bevor man überhaupt wirklich die echte Projektdauer abschätzen kann, dann hätte die Elbphilharmonie vielleicht nicht so viel gekostet, wäre S21 vielleicht anders gelöst worden und der Flughafen Berlin vielleicht bereits ohne Baumängel fertig. Aber es ging ja nie um das Produkt, den Bau, die Planung. Es ging gerade bei diesen Großprojekten um Profilneurosen, das setzen eines Denkmals für sich selbst und vermutlich um sehr viel mehr Geld, als die Öffentlichkeit weiß. Qualität war da nicht das Thema, wenn schon, dann schnell und billig. Und dass das auf Kosten der Qualität und damit indirekt der Zeit geht. Nun, wir sehen es als Mahnmal in Stuttgart, Berlin und Hamburg und sicher noch in vielen anderen Städten oder bei vielen anderen Produkten, die zurückgerufen werden mussten, geflopt sind oder den Markt nie erreicht haben.
Wir sollten endlich begreifen, dass wir wieder Druck rausnehmen müssen, wollen wir weiterhin die berühmte deutsche Qualität liefern. Denn ist der Ruf erst ruiniert lebts sich zwar ungeniert aber auch erfolglos.
Warum ich keine Tageszeitung mehr lese.

Man könnte es kurz zusammenfassen mit „selber schuld“. Denn wenn ich in eine der aktuellen Tageszeitungen schaue, die in unserer Region zur Verfügung stehen, stelle ich diverses fest, was mich an der Sinnhaftigkeit einer Tageszeitung zweifeln lässt. Zum einen finde ich diverse Artikel, die offensichtlich nicht selbst verfasst, sondern von Nachrichtendiensten eins zu eins übernommen wurden. Das bekomme ich auch direkt im Netz.
Zum anderen sind viele der Artikel mittlerweile von erschreckend schlechter Qualität. Von den Inhalten will ich gar nicht reden, da ziehe ich die ZEIT dem Politik und Wirtschaftsteil jeder Tageszeitung vor. Aber auch Rechtschreibung, Stil und Genauigkeit lassen sehr zu wünschen übrig. Da werden zum Teil komplette Falschaussagen geliefert, oder es werden Personennamen, Berufe oder Namen von Organisationen oder Vereinen falsch wiedergegeben.
Der größte Gau, den ich persönlich erlebt habe, und über den ich mich noch heute köstlich amüsiere ist der Abdruck eines von mir gemachten Fotos von einer Konferenz, bei der derjenige, der angefragt hatte, weil er in einem Artikel erscheinen sollte ausdrücklich die Zeitung informiert hatte, meinen Namen abzudrucken als „Uwe Hauck, mit CK“. Was macht die Zeitung daraus. Ein Bild mit dem Urheber: „CK“ !!!.
Zeitungen, die über die große Konkurrenz aus dem Netz klagen, kann ich nicht ernst nehmen, so lange ich keinen wirklichen Mehrwert aus dem Bezug einer Tageszeitung habe. Der einzige Grund, warum bei uns im Haus immer noch ein Regionalblatt geliefert wird, ist der Regionalteil, der über lokale Veranstaltungen und Termine informiert. Aber gäbe es hier eine adäquate Alternative, ich würde sie gerne nutzen. So könnte ich mir durchaus ein abgespecktes Lokalblatt vorstellen, das wirklich nur die regionalen Informationen liefert. Und das dann am besten noch digital (haben wir im Prinzip schon, da das Abo auch eine digitale Version im Netz einschließt, aber bislang schätzt meine Frau noch die Papierversion). Obwohl. Papier für das Anfeuern des Kamins kann man ja immer brauchen ;).
Apple Maps und das Phänomen des Entscheiderweghörens
Wie CNet berichtet, haben Entwickler Apple schon nach Erhalt erster Betas vor der erschreckend schlechten Qualität der Maps Anwendung gewarnt. Warum aber wurde sie dann dennoch auf den Markt geworfen? Man kann darüber nur spekulieren, aber ein Phänomen erlebe ich immer wieder bei IT Projekten. Die Entscheider und Planer hören viel zu wenig auf diejenigen, die ja nur das „ausführende Element“ sind. Softwareentwickler erzählen mir immer wieder von Projekten, in denen sie Aufwände schätzen müssen für eine Neuentwicklung, die sich so sicher gar nicht abschätzen lässt.
Später werden sie aber auf genau diese meist fiktiven, da nicht errechenbaren Zahlen festtgenagelt. Und da es scheinbar den immer noch großen Irrglauben gibt, Entwickler würden doch eh alles viel zu aufwändig schätzen, passieren dann eben solche Dinge. Denn der Manager will ja nicht zugeben, dass er sich da verrechnet hat, also wird die Verantwortung auf das „gemeine Fußvolk“ abgewälzt und die Ampel so lange als Grün komuniziert, bis das Fiasko nicht mehr vertuschbar ist.
Zum einen wäre hier endlich mal wieder angebracht, realistische Zeitplanungen zu machen, die nicht auf Kante gerechnet sind und die nicht dauernd den Eindruck erwecken, man wäre in einem alles entscheidenden Notfall (auch das trägt zur steigenden Zahl von Burn Outs gerade in der IT bei). Zum anderen sollte man auch akzeptieren, dass auch der „kleine Entwickler“ durchaus in größeren Dimensionen denken kann. Aber wenn BWL über technisch-fachliches Wissen siegt, darf man nicht erwarten, dass alles so glatt geht, wie es in den bunten Folien und Tabellen fürs Management dargestellt wird. Man sollte vielleicht den Planern mal die Farbe grün wegnehmen ;).
Das Leben, und selbst große Teile der Wirtschaft sind kein Notfall. Es täte Unternehmen gut, wieder etwas das Gas aus der Entwicklung rauszunehmen. Denn was ist besser? Ein marktreifes Topprodukt auf den Markt zu bringen, das auch gut funktioniert, aber leider halt 6 Monate oder ein Jahr länger braucht? Oder ein Produkt, das eigentlich nicht vernünftig nutzbar ist, aber wenigstens „mal da“ ? Also letzteres hat bei mir zumindest wiederholt dazu geführt, dass der Hersteller mich als Kunden verloren hat.
Und das ist KEIN Rant gegen Apple, denn ich bin mir sicher, dass da sehr kompetente Entwickler unterwegs sind, die mit Sicherheit selbst des öfteren kommuniziert haben, dass die Maps Anwendung noch nicht fertig ist. Aber vermutlich standen da einige Manager mit zugehaltenen Ohren und wollten es einfach nicht hören.
Endlich auch für Android Tablets: Die ZEIT App

Und im Gegensatz zur IPad App hat man sich bei der Android Tablet App für eine WebApp Lösung entschieden, was ich schon insofern bemerkenswert finde, da man sich damit auf elegante Art von der Problematik der verschiedenen Plattformen und Displaygrößen abkoppelt. Diese Lösung lässt sich zum Beispiel sehr einfach auch für Windows 8 Tablets einsetzen und ist insofern eine plattformunabhängige UND zukunftsorientierte Lösung.
Zu finden ist die ZEIT App entweder direkt online unter http://webapp.zeit.de oder innerhalb des PlayStore.
Wer keine Zeit hat, plant vielleicht nicht genug?
Bin wieder auf einen interessanten Artikel gestossen:
10 Ways to Find More Time in Your Schedule .
Da tauchen einige wirklich gute Punkte auf. Am wichtigsten finde ich:
1. Meetings ablehnen. Mag schwer fallen, aber ist auch richtig und wichtig. Wenn ich in einem Meeting nur dabei bin, ohne dass ich etwas beitragen kann oder es für mich wichtige Infos gibt, dann sollte ich erst gar nicht hingehen.
4. Plane Erholung: Wichtig deshalb, weil es oft gar nicht mehr zur Erholung kommt, da für diese am Schluss des Tagesplanes keine Zeit mehr bleibt. Mittlerweile plane ich Erholungsphasen zu allererst, damit kein Tag mehr gänzlich randvoll ist.
9. Fernsehen ausschalten: Wenn ich überlege, wie viel Zeit ich fürs Lesen, fürs Bloggen für die Familie habe, seitdem ich das Fernsehen nur noch ganz selten anschalte für bestimmte Sendungen, die mich interessieren kann ich nur sagen, wer mich fragt, woher ich die Zeit für meine Webaktivitäten nehme, der verbringt vermutlich jeden Tag mehrere Stunden vor dem Fernseher.
10. Zeit für sich selbst blockieren. Das muss ja gar nicht viel sein, aber etwas Zeit zu haben, über den Tag zu reflektieren, seine Ziele neu zu bewerten, einfach mal die Gedanken fliegen zu lassen tut auch gut.
Cognitive Surplus visualized
Cognitive Surplus visualized bietet eine interessante Grafik, die ich all jenen nur ans Herz legen kann, die mich immer wieder fragen, woher ich die Zeit fürs Bloggen und meine ganzen Gadgets und Forschungsprojekte nehme..
Die Quintessenz: Einfach mal den Fernseher ausschalten.

