Fundstück der Woche: Wie man mit Homophobie und dem resultierenden Shitstorm richtig umgeht

Ein tolles Beispiel zum einen, wie man mit einer Werbung auch eine Botschaft gegen Homophobie transportieren kann, und auf den leider danach auftretenden Shitstorm sehr souverän und gekonnt reagiert. Honey Maid hat die Klaviatur der Social Media Möglichkeiten virtuos bespielt:

Für mich ein weiteres extrem gutes Beispiel für meine Präsentationen zum Thema Social Media, Shitstorm, und wie man darauf richtig reagiert. Anschauen lohnt hier wirklich!

Zum einen präsentiert sich Honey Maid mit dem ersten Spot als tolerant und weltoffen, was zwar in Folge einige aufgeregte Proteste hagelt, die aber Honey Maid extrem intelligent aushebelt, in dem es den Homophobikern nicht nur mit „Liebe“ antwortet, sondern ihnen auf gekonnte Art noch vor Augen führt, dass sie nur eine gestrige Minderheit sind.

Bravo dafür.

 

 

Samsung nimmt Stellung zum Regio Lock

IMG_1647Nachdem auf Amazon der Shitstorm ja extrem gewütet hat und teilweise ernsthafte Rezensionen unter den ganzen „Ein Stern, ich habs zwar nicht, aber bin sauer und glaube niemandem“ Rezension nahezu verschwunden sind, hat Samsung jetzt eine Stellungnahme in Form eines PDF bei den Note 3 hinterlegt.

Zitat:“

Welche Auswirkungen hat die Sperre bei der Benutzung außerhalb Deutschlands?

 Mit einer SIM-Karte aus Deutschland kann der Roaming-Service des Providers genutzt werden.

Mit einer SIM-Karte aus einer anderen Region gilt:

Wenn das Gerät in Deutschland mit einer deutschen SIM-Karte aktiviert und benutzt wurde, kann es ohne Einschränkung mit SIM-Karten aus anderen Regionen verwendet werden.

Wenn das Gerät in der Herkunftsregion noch nicht aktiviert und benutzt wurde, kann die SIM-Karte zur Verwendung in einer anderen Region beim Samsung Service freigeschaltet werden.“

und später nochmal:

„Erwirbt ein Nutzer ein Gerät in Deutschland und aktiviert das Gerät mit einer SIM-Karte eines deutschen Mobilfunkanbieters kann er das Gerät weiterhin via Roaming-Dienst gegen entsprechende Roaming-Gebühren des Mobilfunkanbieters auf der ganzen Welt verwenden. Eine Nutzung von SIM-Karten ausländischer Service-Provider ist nach Erstaktivierung in der vorhergesehen Region ebenfalls uneingeschränkt möglich.

Erwirbt ein Nutzer ein Gerät in Deutschland und möchte es erstmals im außereuropäischen Ausland aktivieren, greift die regionale SIM-Karten-Sperre. In diesem Fall kann der Kunde mit dem Samsung Service Kontakt aufnehmen und eine Freischaltung der SIM-Karten-Sperre beantragen.“

 

Also: Deutsches Gerät kaufen, einmal mit SIM Karte aktivieren, danach gehen ALLE anderen auch. So lese ich das, und wenn das nicht funktionieren sollte, DANN kann man bei Samsung Regress fordern, ich gehe aber stark davon aus, dass alles klappt,wenn man sich an diese Reihenfolge hält.

Die ganze Stellungnahme findet hier bei Amazon, hier nur ein Auszug, der wohl einiges klären dürfte für diejenigen, die nicht nur eine Stellungnahme wollen, sondern wenn diese dann kommt, dieser auch glauben.

Allen anderen ist ja eh nicht mehr zu helfen.

Oh und all die, die jetzt offene Briefe, ein Entschuldigung, Stellungnahmen etc. fordern. Bitte dann aber auch ebendieses akzeptieren, wenns kommt 😉

 

Note 3: Kein Garantieverlust, kein Regio Lock, aber negative Wertungen auf Amazon.

IMG_1647
Sowohl das Note 2 als auch das Note 3 können ohne Garantieverlust gerootet werden.

Könnten wir bitte jetzt so langsam alle mal wieder runterkommen?

Wie nicht anders zu erwarten haben findige Hacker bereits einen Weg gefunden, wie man das Note 3 ohne Verlust der Garantie (Stichwort eFuse) rooten kann und es gibt ebenfalls bereits eine App, die den Regio Lock entfernt. Insofern finde ich mittlerweile den weiterhin schwelenden und mit teilweise sehr dämlichen Texten geführten Shitstorm auf Amazon nicht mehr gerechtfertigt.

Also bitte, alle mal wieder etwas beruhigen, bei anderen Herstellern, vor allem denen aus dem Fallobst Sektor regen sich die Käufer ja auch nicht so über das Gefängnis auf, in das sie sich begeben, und vor allem finde ich es ein Unding, ein Gerät zu kommentieren, das man gar nicht besitzt und damit Beurteilungen zu verfälschen. Vielleicht sollte sich Amazon mal Gedanken machen, ob nur noch Bewertungen erlaubt sind, wenn derjenige das Produkt auch bei Amazon erworben hat?

Denn insgesamt ist das Note 3 ein überragendes Smartphone, das ich nach mittlerweile einer Woche Härtetest nur wärmstens empfehlen kann. Der zunächst vermutete Fehler im System bezüglich Reboots konnte mittlerweile durch den Wechsel der Micro SD Karte vollständig behoben werden (vermutlich führten Fehler auf der Karte zum Reboot) und bei mir treten weder die von manchen angeführten Fehler bei Filmaufnahmen mit schlechten Lichtverhältnissen auf, noch wird das Gerät zu warm auch nicht, wenn ich anspruchsvolle 3D Spiele spiele.

IMG_1646
Weder das Note 2 noch das Note 3 werden unangenehm warm, zumindest nicht bei diversen Tests in meinem Testlabor

Für mich hat dieser Bewertungsshitstorm mittlerweile einen ziemlich üblen Nachgeschmack. Natürlich sollte Samsung sich klarer positionieren und die Hintergründe und Seiteneffekte offenlegen. Aber der Missbrauch von Amazon Bewertungen für Kritik an einem Produkt, das diejenigen, die es schlecht bewerten offensichtlich nicht mal erworben haben, das ist wirklich grenzwertig.

Vor allem für den Schutz via eFuse gibt es für mich auch einen sehr treffenden Grund. Wenn ich ein Produkt auf den Markt bringen will, das auch im Business Umfeld Bestand hat, muss ich schon ganz andere Sicherheitsmechanismen einbauen, als für ein Consumergerät. Und tut mir leid euch allen das sagen zu müssen. Ein gerootetes Smartphone hat in einem Businessnetzwerk nichts verloren! Und wenn da etwas gerootetes unterwegs ist, muss das für die Administratoren erkennbar sein. Sonst können wir den Business Aspekt, der ja gerade bei der Note Serie ein Teil des Erfolges ist zukünftig vergessen.

Was das Regio Lock angeht, da gehe ich davon aus, dass Samsung nicht bewußt lügt, sondern dass es hier offensichtlich wie bei jeder Innovation Probleme mit dem Verfahren gibt. Meine Annahme und ich möchte fast drauf wetten, dass es sich genau so verhalten wird. Der Regio Lock gilt für die Erstaktivierung eines Smartphones um Billigexporte aus Asien nach Europa zu verhindern. Und wenn wir noch ein paar Wochen warten und sich die Probleme im Ausland bestätigen sollten, dann wird es mit Sicherheit auch hierfür einen Update geben.

Man sieht aber hier wieder mal, wenn der Community die Möglichkeit zum Spielen mit ihrem Gadget genommen wird, dann kann das ganz böse enden. Insofern eine Ermahnung an die Öffentlichkeitsabteilung von Samsung. Besser kommunizieren hätte viel von diesem Shitstorm verhindern können. Und möglicherweise empfindliche finanzielle Einbußen verhindert.

Der Samsung Note 3 Shitstorm, der zum Tornado wird

note3
Das Galaxy Note 3 ist definitiv ein großartiges Smartphone. Die Kommunikation von Samsung zu den aktuellen Kritikpunkten Region Lock und eFuse ist aber absolut unterirdisch.

Erst war es nur das unsägliche Region Lock, also eine Sperre, die es einem Kunden nicht erlaubte, ein aus Asien importiertes Note 3 so einfach in Deutschland zu verwenden. Dann gab es Gerüchte, das ganze beziehe sich nur auf die erste Aktivierung, danach könne man SIM Karten diverser Länder nutzen. Welche genau, und ob die Aussage an sich stimmt, ist aber immer noch nicht wirklich klar.

Und schon erlaubt sich Samsung einen, vielleicht noch viel größeren Fauxpas. Es scheint im Note 3 eine sogenannte eFuse zu geben, also einen Chip, der sich unwiderbringlich verändert, sobald jemand das Note 3 rootet.

Nun ist gerade das Rooten bei Android Nutzern sehr beliebt, erlaubt es doch, die volle Kontrolle über das Gerät zu erlangen, und anders als bei Apple selbst Modifikationen vorzunehmen wie die beliebten Custom Roms.

IMG_1647
Auch das Note 2 soll woll noch mit Region Lock nachgerüstet werden. Ob Samsung weiß, wie viel Kundenzufriedenheit sie sich damit verspielen? Wird Samsung das zweite Apple?

Wieder macht Samsung alles falsch, im Sinne der offenen Kommunikation. Statt Klarheit zu schaffen hüllt man sich in Schweigen. Währenddessen äußern sich die Kunden dafür um so lauter. Schaut man auf Amazon, so findet man für das Note 3 eine Bewertung von gerade mal 2,5 Sternen. Grund ist nicht ein schlechtes Produkt sondern der Protest der Kunden, die das Gerät gerade wegen des Region lock und vermutlich bald auch wegen eFuse mit nur einem Punkt bewerten.

Es ist Samsung dringend angeraten, hier klar Position zu beziehen und ggf. auch das ganze nochmals zu überdenken. So vergrault man sich nämlich nicht nur die Privatkunden, sondern auch die Businesskunden werden langsam unsicher  ob der vielen negativen Äußerungen. Wenn Samsung nicht bald positiv eingreift und Stellung bezieht, kann auch ich nur noch meinem Umfeld vom Erwerb eines Note 3 abraten. Ich selbst besitze eins und bin hochzufrieden, aber kann bei dieser Firmenpolitik auch nur von weiteren Käufen abraten. Es scheint, Samsung will partout das zweite Apple werden, und was ich von Apples Firmenpolitik halte, dürfte jeder wissen, der mich kennt.

Denn eins sollten wir uns auch eingestehen. Sofern der Region Lock nur bedingt, dass ein im Ausland erworbenes Smartphone erst im Land des Kaufes aktiviert werden muss, bevor man es weltweit einsetzen kann, das ist zwar unbequem aber kein Hindernis. Wenn es aber stimmt, dass auch danach nicht in allen Ländern ein z.B in Deutschland aktiviertes Note 3 nutzbar ist, ist das für mich ein Grund JEDEM vom Kauf eines solchen verkrüppelten Smartphones abzuraten. Gleiches gilt für eFuse, wenn diese Technik nicht nur für die Sicherung des Smartphones im Businesseinsatz genutzt wird, sondern auch als Garantiekontrolle und den Verlust der Garantie nach dem Rooten bedeutet.

Also Samsung, bitte endlich Klarheit schaffen, offen, ehrlich und ohne irgendwelche wenns und abers. Sonst war auch für mich das Note 3 das letzte Smartphone von Samsung.

 

Social Media Plattformen sind unmenschlich

Was meine ich damit?

Es wird immer wieder beklagt, Facebook, Twitter oder andere kümmerten sich nicht um frauenfeindliche, pädophile, sexistische oder rechtsradikale Inhalte.

Doch, das tun sie, aber die Plattform ist nicht gleichzusetzen mit einem Menschen. Man muss immer auch im Hinterkopf behalten, es handelt sich um Unternehmen. Große Unternehmen, die mehr damit befasst sind, neue Projekte zu stemmen und für das „Tagesgeschäft“ oft Automatismen nutzen. Und ich denke jeder, der sich ein bisschen damit beschäftigt hat wird einsehen, Automatismen greifen nicht immer sicher ein. Deshalb sind solche Plattformen eben auch darauf angewiesen, dass Nutzer zum Teil mitarbeiten und Fehlverhalten melden. Ab einer gewissen Größe ist es schlicht falsch, hier zu erwarten, dass jedes sozial diskutierte Thema auch in der gleichen Tiefe bei den Plattformbetreibern ankommt. Sofern sich daraus nicht echte Effekte für den Erfolg oder für den Gewinn ableiten lassen, werden eben nur Themen proaktiv angepackt, die auch den berühmt berüchtigten ROI liefern.

Um das zu ändern benötigt es ein Umdenken in der gesamten Wirtschaft und wir wissen ja, wie schwierig so was ist, wenn das Umdenken mit dem Gehalt und einem etwaigen Verlust desselben gekoppelt ist.

Insofern, manch ein Shitstorm wäre unnötig, würde man sich klar machen, dass hier möglicherweise nicht nachgedacht, sondern nach vorgegebenen Prozessen gehandelt wurde. Das soll allerdings keine Entschuldigung, sondern eher eine Erklärung sein. Ich habe schon des öfteren angemerkt, sobald Prozesse eingesetzt werden, gilt es sehr wachsam zu sein, denn schnell werden solche Prozesse zu gefährlichen Selbstläufern oder unnötigen Geldvernichtern.

Darf ein Unternehmen nicht auch Fehler machen?

Bei all dem Hass, der gerade auf Amazon herniederprasselt, möchte ich nur mal eine Frage in den Raum stellen. Wir wissen, Amazon ist kein  kleines Unternehmen. Nicht jeder in jeder Entscheidungsebene kann hier über alle Zusammenhänge bei Subunternehmern bescheid wissen bzw. muss gelegentlich auch darauf vertrauen, was ihm von der Geschäftsführung des Subunternehmens versichert wird. Amazon zieht jetzt Konsequenzen und kündigt Subunternehmen oder veranlasst, dass wiederum beschäftigte weitere Subunternehmen gekündigt werden.

Dennoch ist der Protest weiterhin laut und die Empörung groß.

Nur mal so als Frage in den Raum gestellt. Was muss ein Unternehmen wie Amazon machen, damit Vertrauen wieder hergestellt wird? Oder ist es nicht oft auch so, dass da einfach die Empörung zum Selbstläufer wird und mit nichts mehr eindämmbar ist?

Ich will hier mit nichts die Geschehnisse rechtfertigen, aber ich wäre mal an Meinungen dazu interessiert, ob wir mit Fehlern von Unternehmen nicht manchmal deutlich ungerechter umgehen, wenn sie eine bestimmte Größe oder Marktmacht erreicht haben, oder wenn durch eine kritische Masse enttäuschter Kunden ein Shitstorm am Leben gehalten wird, der nicht mehr rational begründbar ist.

Denn auch andere Unternehmen haben bei den Beschäftigten Fehler gemacht, wurden im Fernsehen angeprangert nur kräht da oft schon nach ein zwei Tagen kein Hahn mehr danach. Was ist also bei Amazon so anders?

Wie gesagt, ich stelle es als Frage in den Raum, einfach weil ich selbst mit dem Thema nicht wirklich korrekt umzugehen weiß. Ich kann mir nur sehr gut vorstellen, dass durch solche Ereignisse die OFFENE Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden nicht gerade gefördert wird.

Mein Eindruck, aber das ist nur ganz persönlich ist, wir sind es auch als Kunden noch nicht gewohnt, dass Social Media solche Effekte erzeugt und sind möglicherweise genau so wenig wie manche Unternehmen bereit sind offen Fehler zuzugeben, bereit unsererseits Entschuldigungen oder nachgelagerte Konsequenzen einfach als das anzunehmen, was sie möglicherweise sind. Ehrlich gemeinte Eingeständnisse eines Fehlers.

 

Amazon und der Skandal der Scheinheiligkeit

Hallo ihr da draußen, die ihr euch so herzlich über die ARD Doku zu den Zuständen bei Amazon aufregt.

Mal wieder runter kommen. Vor allem all jene, die jetzt zum Boykott von Amazon aufrufen. Wie wäre es dann damit, auch mal über einen Boykott der Post (miese Bedingungen bei Zulieferern), vieler Smartphone Hersteller (Stichwort Foxconn) oder auch bei Discountern (Preisdruck auf Produzenten) nachzudenken? Am besten wäre es ja, den Konsum ganz einzustellen. Damit ist dann zwar auch keinem einzigen Mitarbeiter geholfen, dem es dort dreckig geht, aber man hat halt für sich ein Zeichen gesetzt und sein Gewissen beruhigt. Und mal ganz ehrlich. Ich bin mir sicher, auch wenn alle, die in den sozialen Medien jetzt „Boykott“ brüllen, nicht mehr bei Amazon einkaufen würden, spürbar wäre das für einen global agierenden Konzern wie Amazon kaum.

Für mich sind Boykotts so ähnlich wie die von der Leyenschen Stoppschilder. Ich kauf da nicht mehr also passiert da auch nix mehr, weil jetzt ja deren Umsatz zusammenbricht.

Just my two cents.

Und ich werde weiterhin bei Amazon bestellen, aber auch weiterhin ein Auge drauf haben, wie sich deren Bedingungen entwickeln. Denn das ist etwas, das wir Blogger tun können, um etwas zu bewegen. Den Finger länger auf der Wunde halten, als es die öffentlich rechtlichen unter dem Druck der Quote tun. Denn bei einem könnt ihr sicher sein. In einem Monat ist das Thema allerspätestens aus den Medien verschwunden.