Warum wir die Kreativität und damit die Zukunft verlieren

Malerei, Musik, Literatur. Alles Skills, die in der heutigen „Humanressourcengesellschaft“ zwar angeblich noch vermittelt, aber nicht mehr wirklich wert geschätzt werden.
Für mich eine extrem gefährliche Entwicklung. Wir leben in einer sich immer schneller wandelnden Gesellschaft. Mittlerweile verfällt tradiertes Wissen manchmal bereits innerhalb nur einer Generation. Gleichzeitig nimmt die Menge an verfügbarer Information stetig zu.
Und ebenso wachsen die Herausforderungen, oder wenn man nicht Management Sprechblasen verwendet, die Probleme unserer Gesellschaft.
Mit klassischem Wissen über Rechtschreibung, Mathematik, Physik kommt man da nicht weiter. Wir brauchen kreative Querdenker, keine konformistischen Humanressourcen, die Wissen auf Knopfdruck wiedergeben können, aber jenseits des Tellerrandes nur noch intellektuelle Leere verspüren.
Ich bin im Moment nicht sicher, ob ich mir wirklich Sorgen darüber machen soll, dass meine Kinder mit den leider immer noch in großem Maße wissensvermittlungszentrierten Lehrmethoden so ihre Schwierigkeiten haben.
Sie sind nicht dumm und jeden Tag erlebe ich ihre überbordende Phantasie, ihre Kreativität und ihren Willen, etwas zu durchschauen, was ihnen wichtig ist. Aber die Bedeutung schulischen Wissens, den Wert einer guten Bildung, den bekommen sie seltsamerweise nicht mehr wirklich vermittelt. Schule war schon zu meiner Zeit ein langweiliger Ort, an den ich musste und das Wissen, das ich später für Studium und Beruf brauchte habe ich mir weitestgehend selbst angeeignet. Warum zum Teufel erleben meine Kinder die Schule immer noch als einen düsteren, beängstigenden, langweiligen Ort? Ich versuche stets, wenn ich als Ausbilder tätig bin, die Freude am schöpferischen Arbeiten, am kreativen Denken, einfach daran, Wissen zu erlangen und anzuwenden zu vermitteln. Auch wenn ich jetzt gleich wieder Haue von Rektoren und Lehrern bekomme. Tut mir leid, die engagierten, die motivierenden Lehrer sind immer noch in der Minderheit. Und im Gegensatz zu anderen Ländern ist der Lehrerberuf im deutschen Gesellschaftsbild nicht wirklich ein anerkannter und schon gar nicht ein für so wichtig gesehener, wie er ist.

Wie kann es sein, dass nach dem Referendariat die Tätigkeit eines Lehrers nicht mehr bewertet wird. Wie kann es sein, dass sich unser Bildungssystem auf die Ausbildung zurückgezogen hat, und die Bildung, die Vermittlung gesellschaftlicher Werte fast völlig ausgeklammert hat. Geschichte zu vermitteln heißt nicht Werte zu vermitteln. Religionsunterricht sehe ich ob der immer neuen Skandale sogar als mittlerweile schädigend an und wäre glücklich, würde man ihn durch allgemeine Ethik ersetzen. Bringt ja aber nix, ist ja nicht wichtig für Humanressourcen.

Was das Internet mit Andy Warhol zu tun hat

wpid-IMAG0021.jpg
Mein eigenes T-Shirt zu meinem Blog, auch so eine Sache, die erst mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung für jeden erschwinglich wurde

Es gibt von Andy Warhol die berühmte These, dass heutzutage jeder für 15 Minuten ein Star sein könne. Das hat er aber noch zu Zeiten geäußert, als Internet/Social Media und die Digitalisierung kein Thema waren.

Was mich heutzutage fasziniert sind die Möglichkeiten, die wir alle mittlerweile haben, uns künstlerisch auszudrücken. Und dabei denke ich noch nicht einmal an die vielfältigen Onlinegalerien von Bildern teilweise erstaunlicher Qualität aber geschossen von „Amateuren“ oder selbstgemachtem,  sondern schlicht auch daran, das eigene Kunstwerk auf Leinwand zu bringen. Es gab eine Zeit, in der ich intensiv Ölmalerei betrieben habe. Dabei haben mich immer die möglichst realistischen Bilder anderer Künstler fasziniert. Und das eine oder andere Mal habe ich mir gewünscht, da ich auch gerne fotografierte, eine Möglichkeit zu haben, eines meiner Bilder auf Leinwand zu bannen.

Das alles ist heutzutage kein Thema mehr: In Zeiten von Internet und Digitalisierung gibt es diverse Dienste, die Fotos auf  Tassen, Tellern, T-Shirts oder eben auch auf Leinwand anbieten. Schöne Erinnerungen auf Leinwand zu bannen ist mittlerweile für jeden möglich, wenn man sich auf entsprechenden Online Portalen  anmeldet, die einem eine Leinwand mit dem eigenen Foto darauf binnen kurzer Zeit liefern können, oder eine Tasse oder……….

wpid-IMAG0019.jpg

 

Natürlich werden jetzt wieder einige meckern, das habe ja nix mit Kunst zu tun. Richtig, aber mal ehrlich, wie oft haben wir alle schon diese unsäglichen Baumarktfotorahmen gesehen, auf denen zum hundertausendsten Mal Marylin Monroe, das Empire State Building oder irgendeine Naturszenerie zu sehen war. An sich schöne Bilder, aber in der Verviefältigung langweilig. Da finde ich es viel spannender, eigene gelungene Fotos auf Leinwand zu ziehen und aufzuhängen. Oder als Kalender zu verschenken. So kann man sich tatsächlich auf Leinwand verewigen, etwas, das vor kurzem noch nur unter großem Aufwand möglich war. Oder man entwirft sich das eigene, ganz individuelle T-Shirt. Damit kann jeder quasi sein eigener Künstler und Galerist werden. (Wobei mich hier mal interessieren würde, ob mir jemand sagen kann, wie die rechtliche Situation ist, wenn ich ein eigenes Foto auf Leinwand ziehen lasse. Darf ich es dann als mein Kunstwerk verkaufen? Mein Bauchgefühl sagt ja).

Oder nehmen wir nur die Möglichkeiten, heute relativ einfach ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Dank eBook Readern und Publishern wie epidu.de oder epubli.de kann jeder zum Autor werden, jeder ein Buch entweder in der klassischen gedruckten Form oder als EBook veröffentlichen. Auch hier ist der Prozess der Erstellung durch die Digitalisierung extrem vereinfacht worden, und es gilt nur noch, ob das Publikum das Buch auch mag.

Jeder Mensch ein Künstler. In gewissem Sinne macht die Digitalisierung das erst richtig möglich. Und wie gelungen die Kunst ist, nun, das liegt wie schon seit Anbeginn der Kunst im Auge des Betrachters.

 

 

Qualität, Handarbeit und …. Das Internet ! @manomama und roterfaden

Ökologisch und sozial verantwortlich produziert manomama

Neue Wege bieten neue Chancen. Genau das hat sich wohl Sina Trinkwalder gedacht, als sie ihr Label manomama ( so findet man sie auch auf  Twitter unter dem Nick @manomama) gründete.

Der Herren Rollkragenpulli in der Farbgebung Vampire, andere Farben sind ebenso möglich wie Sondergrössen.

Ziel: 100% ökologisch 100% sozial 100% transparent zu produzieren. Und die Idee schlug ein wie eine Bombe. Durch geschickte Nutzung der Möglichkeiten des Social Web verbreitete sich die Kunde von hochwertiger Kleidung, die sowohl ökologisch als auch sozialverträglich produziert wird. Echte deutsche Handarbeit. Nicht Gewinn, sondern Kundenorientierung als oberste Priorität, gleichwohl aber auch ein soziales Arbeitsumfeld mit gerechter Bezahlung. Geht nicht? Blödsinn.

Der Erfolg gibt ihr recht. Selbst Prominenz wie Thomas D. zählt zu ihren Kunden.

Und ich auch. Weil es einfach ein gutes Gefühl ist, qualitätiv hochwertige, gesunde Kleidung zu tragen, die auch noch fair produziert ist.

Wer mehr wissen will von diesem tollen Label, gehe einfach auf www.manomama.de oder folge Sina auf Twitter unter ihrem Pseudonym @manomama. Natürlich ist manomama auch auf Facebook vertreten.

Wer sagt, papierne Ordnung wäre out, hat roterfaden noch nicht kennengelernt

Aber noch ein zweites Label hat meine Aufmerksamkeit erregt. www.roterfaden.com, die Produzenten eines genialen Organisationssystems, des sogenannten Taschenbegleiters. Eigentlich nur eine Außenhülle mit 6 oder acht Klammern innen kann der Taschenbegleiter neben Notizheften auch alle Arten von Zetteln sicher aufnehmen.

Und auch hier ist der Kunde König. Es ist möglich, sich auf der Seite www.roterfaden.com seinen ganz persönlichen Taschenbegleiter zusammenzustellen, inklusive persönlicher Stickerei. Und auch hier gilt: 100% deutsche Handarbeit, fair produziert. Noch eine klare Empfehlung für alle, die auf hohe Qualität wert legen.

Ich bin begeistert darüber, daß es offensichtlich nicht nur einen Markt für hochwertige, fair und bei manomama auch so weit irgend möglich ökologisch produzierte Produkte gibt. Nein, zudem bietet das Internet durch die soziale Vernetzung via Twitter, Facebook und co. ungeahnte Möglichkeiten, Kunden auf sich aufmerksam zu machen und stellt eine neue und viel effizentere Form von Mundpropaganda dar.

Hier die Tanzbodenversion des Taschenbegleiters. Diese Hülle ist sehr strapazierfähig.

Zufriedene Kunden, die bloggen, twittern oder auf Facebook kommentieren bieten eine direkte Informationsquelle. Und Sina hat darauf sogar noch eins draufgesetzt. Es gibt die manomama Treffs, bei denen ähnlich dem Tupperprinzip, ausgebildete manomamas oder auch manopapas direkt die Produkte vorführen, Maß nehmen und individuell beraten.

Faszinierend, welch neue Geschäftmodelle sich im Netz plötzlich realisieren lassen. Und extrem beruhigend zu wissen, daß es noch Unternehmer(Innen) gibt, die nicht nur nach dem Gewinn gieren, sondern sich auch ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung bewußt sind. Weiter so. Mehr davon!

Innovation kann man nicht verordnen

Innovation findet in vielen Unternehmen immer noch nach dem „wir verordnen das, dann klappt das auch“ Prinzip statt. Da wird ein Prozess aufgesetzt, unterfüttert von vielen Excel Tabellen und Datenbanken, mit mehreren Freigabeinstanzen für neue Ideen.

SO GEHT DAS NICHT. Innovation ist nicht verordenbar. Innovation hat etwas mit Kreativität zu tun. Und das ist, speziell in stark verwaltungsgetriebenen Betrieben ein rotes Tuch. Kreativität hat auch etwas mit Spielerischem,  mit nicht sofort sichtbarem ROI zu tun. Und die üblichen Manager der heutigen Generation brauchen Zahlen. Aber leider lässt sich Innovation nicht in Zahlen packen. Innovation entsteht in Freiräumen,  in denen der Mitarbeiter eben nicht an seinen Kennzahlen gemessen wird. Flow, also das selbstvergessene und oftmals hochkreative Arbeiten an einem neuen Thema klappt dann am besten, wenn kein Erbsenzähler mit Stoppuhr und Excel Sheet hinter einem steht. Die Kultur der 20% zur eigenen Verfügung oder der abgeschafften Zeiterfassung in manchen Unternehmen ist keine reine Menschenfreundlichkeit sondern vielmehr der Erkenntnis geschuldet, dass wir heute gerade mit den kreativen Köpfen unsere Marktvorteile erreichen. Die Produkte sind in allen Branchen austauschbar geworden, nur die kreative, besondere Idee kann ein Unternehmen da noch hervorheben oder das neue, innovative noch nicht dagewesene Produkt.

Wie heißt es so schön in Schillers Don Carlos: „Sire, gebt Gedankenfreiheit“.

Recht hat er, nur der freie Geist kann auch neues erfinden. Der eingezwängte, überwachte Geist versucht lediglich das zu erreichen, was von ihm mit der Stoppuhr in der Hand erwartet wird.