Vernunft ist eine Illusion

Schon als Kinder kriegen wir doch alle gesagt, sei vernünftig, sei klug, sei strebsam.

Nur, was uns da an Vorstellungen zu dem vermittelt wird, was klug, vernünftig, strebsam sein soll; ganz ehrlich, bei wirklich vernünftigem, hellem Licht der Erkenntnis betrachtet, ist vieles davon mit Verlaub grandioser Bullshit.

Warum ich so denke? Weil ich mit Menschen spreche, weil andere Menschen miteinander sprechen. Und immer wieder gerate ich an Menschen, an Meinungen, an Wertesysteme bei denen ich lauthals „hör auf zu reden und fang zu denken an. “ rufen möchte. Und nein, ich nehme mich da nicht aus. Auch heute noch folge ich vielen Dogmen, Vorstellungen, Werten, die eigentlich Bullshit sind, aber leider hab ich mich entweder freiwillig drauf eingelassen, oder es ist so sehr gesellschaftlicher Konsens, dass ein Aussteigen so gut wie unmöglich ist. (Und kommt mir  nicht mit dem, wenn du willst, geht alles Bullshit. Habs versucht, stimmt einfach nicht.)

Wir alle kennen doch diesen inhärenten Irrsinn, dass so manche von uns in einem Job (ich spreche nicht von Beruf, der kann einem immense Freude bereiten) arbeiten, den sie hassen, den sie aber auch nicht kündigen wollen. Witzigerweise gibt es dann aber auch wieder Umfragen, so und so viele wären mit ihrem Job zufrieden. Ja was denn nun? Oft ist es die Diskrepanz zwischen dem, was man vernünfitgerweise tun möchte im Beruf und dem, was erwartet wird. Oder auch, die Arbeit an sich würde ja Spass machen, hätte man genug Zeit, weniger Druck und weniger Überwachung. Oder anders herum, Stress kann selbst einen Bürojob zur Gesundheitsgefährdung werden lassen.

Gerade Menschen mit kreativen Berufen finden in ihrer Jobbbeschreibung oft die kreativen Entfaltungsmöglichkeiten, die dann von der Realität auf ein Minimum an Freiheit eingestampft werden (sie dürfen gerne wählen, welche von zwei Farben, welche von zwei Schriftarten sie für das Design verwenden dürfen, aber wie sie zu arbeiten haben, dass bestimme ich, ich bin ihr Chef)

Wir leben in so vielen Korsetts, was Job, was Konsum, was soziale Interaktion, ja sogar was Sex angeht.

Leistung ist wichtig, es gesellschaftlich konform zu tun. Ich war und bin auch heute noch in meinem Umfeld Außenseiter, weil ich weder ein gesteigertes Interesse an Autos, an Besäufnissen oder Fussball hatte und habe. Wir mögen uns so aufgeklärt geben, gendergerechte Sprache, keine Diskriminierung von Minderheiten fordern aber im kleinen, im privaten, im persönlichen Umfeld jenseits derer, die für political correctness kämpfen, läuft der Wahnsinn weiter wie bisher.

Da wird nach wie vor konsumiert, als gäbe es kein Morgen. Kaum, dass nach Corona Lockdown wieder Geschäfte öffnen durften, die nicht für den alltäglichen Bedarf zuständig sind, wurde wieder konsumiert, als gäbe es kein Morgen (nun gut, wenn wir so weiterleben, ist dass in nicht allzuferner Zukunft für viele richtig).

Wenn ich reflektiere, was ich seit Beginn meines Homeoffice wirklich vermisse, dann ist das eigentlich ziemlich wenig. Soziale Kontakte reichen mir bei vielen Menschen virtuell, alleine bin ich dank Familie nicht und unser Haus bietet genug Platz, um sich auch zurückziehen zu können.

Was aber viel mehr zählt: Mir wurde und wird vor Augen geführt, wie viel unnötiges ich bislang freiwillig mitgemacht habe, nur weil man das halt so macht. Wie viele Manager haben in der Vergangenheit behauptet: „Also bei uns geht kein Homeoffice“ und dann festgestellt, dass das wenn alternativlos doch plötzlich binnen Tagen, manchmal Stunden geht. Microsoft hat die 4 Tage Woche in Japan testweise eingeführt, weil erkannt wurde, dass Produktivität eben nicht das Ausdehnen von Arbeit in den zeitlichen Rahmen bedeutet.  Und oh Überraschung, die Effekte waren überwiegende positiv.

 

Im Home Office ist es plötzlich nicht mehr möglich, die Untergebenen wie kleine Kinder zu überwachen, damit sie überhaupt arbeiten, und siehe da, die Arbeit wird erledigt (wobei es ja an sich ein krankes Menschenbild ist, wenn jemand glaubt, Mitarbeiter würden nur arbeiten, wenn das auch überwacht wird)

Wir stehen vor großen Herausforderungen. Klimawandel, Gender Paygap. Ein immer höheres Rentenalter obwohl die Unternehmen ältere nach wie vor eher feuern als einstellen. Machtgier bei Staatsoberhäuptern, gepaart mit Dummheit und manchmal auch noch einer besch…eidenen Frisur. (Person, Man, Woman, Camera, TV, Yellow Hair). Wir müssten eigentlich vieles, das unser aktuelles Wirtschafts- und Sozialsystem zusammenhält hinterfragen, ändern, beenden oder gänzlich neu gestalten. Das wäre vernünftig. Aber Vernunft ist nichts, an dem man wirklich viel Geld verdienen kann. Schaut euch mal bei euch um, was ihr an Dingen besitzt, die vernünftig sind, was ihr an Verhaltensmustern lebt, die vernünftig sind. Und wenn bei euch alles vernünftig ist, seid ihr dann auch wirklich ehrlich?

Und wenn ich mir die Bezahlung und dazu die Relevanz der betroffenen Berufe ansehe (dank Corona sehr schön mit „systemrelevante Berufe“ bezeichnet) dann wird nicht der gut bezahlt, der wichtige Arbeit leistet, wie Pfleger*innen, Ärzt*innen oder Mitarbeiter in Supermärkten oder diejenigen, die die Versorgung mit WESENTLICHEM aufrechterhalten. Investmentbroker, Menschen, die mit Geld spielen, Berufe, die niemand vermissen würde, gäbe es sie plötzlich nicht mehr, die werden teuer bezahlt. Erinnert mich an die Golgafrincham Arche aus Anhalter durch die Galaxis.

Wo die Gesundheit des Menschen nur noch als ökonomischer Wert betrachtet wird, wo Krankenhäuser wirtschaftlich sein müssen, statt erfolgreich in der Heilung von kranken Menschen, da läuft was extrem falsch.

Wo Verschwörungstheoretikern geglaubt wird, statt der Vernunft, wo man persönliche Interessen und Freiheiten vor vernünftigem Handeln für eine Gemeinschaft stellt, da sehe ich nicht wirklich die Vernunft am Ruder. Gier, Dummheit, Machtstreben, Faulheit, Ignoranz. Alles Eigenarten, die ich gefühlt heute viel häufiger erlebe, als Vernunft.

Und, Spoileralert. Da schließe ich mich beileibe nicht aus.

Was die Lösung ist? Bildung. Nicht Ausbildung, Bildung. Und eine Wertegemeinschaft, die Streben nach Besitz ersetzt durch Streben nach Gemeinschaft, Toleranz, Freiheit und vor allem, die es Menschen ermöglicht, unabhängig von Sorgen um Geld und das Überleben durch Geld  zu existieren. Wer gleichzeitig Arbeitsplätze wegrationalisiert und diejenigen bestraft, die dadurch keine Stelle mehr finden, wer digitalisiert und ignoriert, dass damit immer. mehr einst sichere Jobs wegfallen, der hat noch nicht gemerkt, wie sehr sich die Gesellschaft wandeln muss, wollen wir auch in Zukunft einigermaßen friedlich zusammenleben.

Rente mit 70 ist genauso ignorant wie die Annahme man könne einen Banker einfach mal zum Altenpfleger machen, wenn seine Stelle wegfällt oder ein über 50 jähriger, der entlassen wird, weil jüngeres Material zu verbrennen vorhanden ist, würde so einfach eine neue Stelle für die Zeit bis zur Rente finden.

Wir brauchen einen Diskurs der Vernunft. Ich sehe aber noch nicht mal ansatzweise, dass der irgendwo begonnen hat. Der Finger in der Wunde ist da, aber statt die Wunde zu behandeln, wird sie noch größer gemacht. Hey, Klimawandel, das erleb ich ja eh nicht mehr. Vernünftig ist so eine Haltung nicht, maximal fatalistisch und ignorant.

Und wenn ich an die Corona Krise, die plötzlich mögliche Digitalisierung und das schlagartig funktionierende Home Office denke. Warum nicht beibehalten?  Warum nicht endlich mal begreifen, dass immer mehr und immer schneller nicht der Weg sein kann. Und warum nicht da wo möglich weiterhin auf Wunsch Home Office. Und die, die vor Ort sein müssen, dann evtl. dafür wertschätzen (und das darf durchaus monetär sein, in dem man zum Beispiel eine Vor Ort Pauschale zahlt. Schliesslich sparen viele Arbeitgeber ja wiederum bei denen, die zuhause arbeiten können zumindest den Büroplatz in der Firma).

 

Oliver Kalkhofe kommentiert die rechte Gewalt. Der beste Kommentar bislang

Es lohnt absolut, sich diesen Kommentar von Oliver Kalkhofe anzusehen. Treffender kann man es nicht ausdrücken. „Gewalt war schon immer die Sprache der Dummen.“ Wie wahr, wie wahr.

Und für alle, die gerade in einem bildungs- und spassfremden Büroumfeld sein müssen, hier das ganze als Text:

Hallo. Ich bin Oliver Kalkofe.
Einer dieser längst vergessenen, mediengeilen Z-Promis, die für ein bisschen Aufmerksamkeit absolut alles tun –
weshalb ich heute ganz groß die Fresse aufreiße und auf den medialen Mainstream-Zug der naiven Gutmenschen aufspringe.
Armes Deutschland!
So – das kurz vorab für alle, die sowieso nicht wirklich zuhören wollen… oder nicht können… und einen Grund zum Abschalten oder eine Texthilfe für ihren orthographisch tollkühnen Pöbelkommentar unter dem Video brauchen. Gern geschehen.
Ich sage jetzt allerdings trotzdem meine Meinung.
In der Hoffnung, andere damit zu motivieren, auch nicht länger den Mund zu halten und nicht mehr schweigend zuzuschauen, wie sich in unserem Land furchtbare Dinge ereignen, die ich aus dem Geschichts-Unterricht, aus Filmen und Büchern kenne,
von denen ich mir aber niemals habe träumen lassen, sie einmal selbst miterleben zu müssen.
Und bevor die sich selbst ernannten ‚Besorgten Bürger’ gleich wieder aufschreien:
Es geht hier nicht darum, welche Meinung man zum Thema Flüchtlinge oder Ausländer vertritt, ob die Politik alles richtig gemacht hat – was man derzeit wohl fraglos bezweifeln darf – und wer wo wie am meisten Recht hat.
Es geht darum, dass derzeit Menschen, auf der Flucht und um ihr Leben kämpfend, in einem für sie fremden Land, auf der Suche nach Hilfe, von Parolen-grölenden Vollidioten gewalttätig bedroht werden.
Dass Heime, in denen die ärmsten Schweine, die hier momentan rum laufen, nur für kurze Zeit in Sicherheit durchatmen sollen, angezündet und niedergebrannt werden –
Und zwar ganz offensichtlich von den dümmsten Schweinen, die bei uns gerade rumlaufen.
Dass Ausländerkinder von hirnfrei lebenden Rechtsextremisten in der U-Bahn beschimpft und vollgepinkelt werden.
Sorry –
Das alles hat nichts mit Kritik oder Meinungsäußerung zu tun.
Das ist einfach abartig, widerwärtig, kriminell und beschämend.
Wenn das bedeuten sollte, ein aufrechter Deutscher zu sein, gebe ich gern meinen Ausweis ab.
Aber das heißt es zum Glück nicht – denn solche Taten bedeuten nur ein ausgemachtes Arschloch zu sein.
Emotionslose Kreaturen und mutwillige Intelligenz-Flüchtlinge, die derartige Dinge tun, sollte man wirklich nicht als ‚Pack’ bezeichnen – denn dieser Ausdruck ist viel zu harmlos und beschönigend für solch ekelerregend degenerierte Menschen-Darsteller und feige Verbrecher im faulig schimmelnden Schutzmantel des vorgetäuschten Patriotismus.
Die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten war übrigens auch keine Literaturkritik,
die Scheiterhaufen der Hexenverbrennung kein friedlicher Diskussions-Beitrag zur Okkultismus-Debatte
und der Ku-Klux-Klan auch keine freundliche Gesprächsgruppe besorgter weißer Bürger mit Zipfelmützen.
Gewalt war schon immer die Sprache der Dummen.
Wer seine Meinung auf Grund verstandesmäßiger Begrenzungen nicht verbal ausdrücken oder einigermaßen fehlerfrei aufschreiben kann,
der muss halt schreien, schlagen oder irgendwas anzünden.
Dies gilt übrigens für beide Seiten.
Links oder Rechts, Schwarz oder Weiß, Reich oder Arm.
Dumme und böse Menschen gibt es überall – keine Frage.
Zur Zeit allerdings in erschreckend hohem Maße unter vermeintlich anständigen Menschen, die uns ihre hoch kriminellen Handlungen als Akt der Meinungsfreiheit verkaufen wollen.
Nee, Leute, so nicht.
Wer Gewalt und Ungerechtigkeit im Kampf gegen Gewalt und Ungerechtigkeit einsetzt, mit der Begründung: die anderen machen es ja auch – oder werden es bestimmt noch tun, wenn ich nicht vorher zuschlage – der hat leider nicht verstanden, was es heißt ‚Mensch’ zu sein und in einer Gemeinschaft zu leben.
Man kann Ungerechtigkeiten nicht gegeneinander aufwiegen wie an der Fleischtheke der Fehlverhalten.
Wer auf Dinge, die seiner Ansicht nach falsch laufen, damit reagiert, es einfach noch falscher zu machen, dreht selbst die Spirale des Irrsinns ins Absurde und zerstört damit – rein rechnerisch – jede Chance auf das Richtige.
Und wenn Gutmensch in einer Gesellschaft zum hämischen Schimpfwort mutiert, um damit das eigene Schlechtmenschentum zu beschönigen, ist definitiv etwas nicht in Ordnung.
Allerdings muss ich sagen: dann doch lieber Gutmensch als Arschloch!
Brandstiftung, Körperverletzung und Demütigung sind keine Ausdrucksmittel der freien Meinungsäußerung, sondern schlicht und einfach Verbrechen.
Wir können uns nicht alle immer weiter nur gegenseitig auf der Straße oder im Internet Wut und Hass entgegenschleudern und alle fremden Menschen als Bedrohung ansehen.
Nicht die Politiker oder die anderen – wir selbst entscheiden wie unsere Welt aussieht.
Wenn jetzt nicht langsam jeder einzelne anfängt, für sich persönlich einen eigenen moralischen Kompass zu entwickeln, um nach ihm nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln, dann sieht es düster für uns alle aus.
Und dieser Kompass ist eigentlich ganz simpel:
Einfach einem anderen Menschen nichts antun, was man nicht selbst erleben möchte.
Und andere Menschen so behandeln, wie man selbst gern behandelt werden würde.
Vielleicht naiv, aber rein logisch gesehen unsere einzige Chance auf Besserung.
Stoppen wir die Blödheit, den Hass und den Wahnsinn.
Und schweigen wir nicht, auch wenn das Böse und das Dumme meist lauter ist als die leise Stimme der Vernunft.
Benehmen wir uns einfach endlich einmal wieder wie Menschen.
Und für alle, die trotzdem immer noch sagen:
‚Na und, mir wurde auch nie was geschenkt!’ –
Doch. Verstand, Vernunft und Mitgefühl gab es für jeden von uns – zumindest theoretisch – für jeden von uns absolut kostenfrei!
Dann kann man die doch ruhig auch mal benutzen, oder?

Gefährliches Halbwissen. Die Salzpanik oder bleibt mir weg mit Ratgebern

Und wieder hat sich eine Instanz in meinen Augen lächerlich gemacht. Stiftung Warentest  vermeldet:

Stiftung Warentest entlarvt gefährliche Salzbomben

dagegen findet sich in einer Studie amerikanischer Wissenschaftler sogar die Annahme, es könnte gar ein zu geringer Salzkonsum schädlich sein. Wohlgemerkt, es ist ein Studie, kein Zeitungsartikel und deshalb wird hier auch nicht von IST gefährlich sondern nur von einer noch zu untersuchenden Möglichkeit gesprochen  (Wers nachlesen will: http://www.forum-gesundheitspolitik.de/artikel/artikel.pl?artikel=1239 )

Ja ne, is klar. Bis heute streitet sich die Wissenschaft, ob Salz für Bluthochdruck verantwortlich ist oder nicht, aber man macht halt gleich mal nen Testbericht und nutzt dazu Halbwissen und Ernährungsirrtümer.

Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, solchen Ratschlägen zur Ernährung irgendwelches Vertrauen zu schenken. Meine einzige Ernährungsregel lautet: Vielfältig. Denn alles ist ungesund, wenn die Dosis stimmt.

Aber die Bevölkerung mit solchen halbwahren unausgegorenen Informationen zu verunsichern halte ich zumindest für grob fahrlässig. Das passt in die Reihe: Mobilfunkstrahlen erzeugen Krebs (und die Angst vor Strahlung erzeugt Dummheit 😉  )und ähnliche Volksmärchen. Selbst Acrylamid ist bei weitem nicht so gefährlich, wie alle glauben. Denn was meist übersehen wird sind die Laborbedingungen. Da bekommen Versuchstiere, deren Testergebnisse schon bei normaler Dosierung nur schwer direkt auf den Menschen anwendbar sind ÜBERDOSEN und man wundert sich dann, wenn sie erkranken. Das ist ähnlich kurzsichtig wie dieses blödsinnige Experiment namens „Supersize Me“ in dem ein offensichtlich nicht sehr fantasievoller Mensch über Wochen nur Hamburger ist. Da kann ich nur sagen, toll und selber doof. Ich esse ja auch nicht jeden Tag ein Steak oder nur Kuchen. Was soll solch ein Experiment beweisen ausser dem Lob der Vielfalt. Wir lassen uns von Medien und esoterischen Pseudowissenschaftlern ins Bockshorn jagen und ignorieren dann die wirklich wichtigen, wissenschaftlich unterfütterten aber meist nicht so propagandistisch panisch hinausposaunten wirklichen Wahrheiten.

Aber was wollen wir in einer Gesellschaft anderes erwarten, in der sich angeblich geistig völlig gesunde Menschen mit Astrologie befassen, Zuckerkugeln futtern, weil die angeblich an einer Heilpflanze vorbeigewedelt wurden oder abstruseste Psychoratgeber lesen, die schon deshalb falsch sein MÜSSEN weil man ein Prinzip niemals auf alle Menschen anwenden kann, da der Mensch naturbedingt unterschiedlich ist.

Update: Weil schon wieder einige Paniker mit Verschwörungstheorien in Richtung Salzlobby auftauchen: Hier noch weitere Quellen für eigenes Nachdenken über das Pro und Contra Salz: http://www.bll.de/download/ernaehrung-bewegung/kongress-ernaehrung.html/vortrag-resch.pdf
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2005/0419/pdf/Q_Salz.pdf
http://www.netzathleten.de/Sportmagazin/Gesundheits-Ernaehrungs-Fitness-Mythen/Salz-und-Blutdruck-Gefahr-oder-Mythos/6513972710774747219/head
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,773662,00.html

Es ist wieder mal so, wie oft in den Medien. Ja, bei BESTIMMTEN Konstellationen ist eine Salzreduktion anzuraten, aber der normale gesunde Mensch braucht sich keine Sorgen zu machen. Aber mit Diäten und Arztbesuchen und Medikamenten lässt sich halt wunderbar Geld verdienen.

Die Welt ist offensichtlich eingeteilt in Normale und Verrückte. Und die Einteilung nehmen die Verrückten vor.

Das Internet macht dumm, nicht dumm, dumm, nicht dumm

 

„Internet macht vielleicht doch nicht dumm!“ schreibt die ZEIT. Ach, natürlich nicht! Eine Technik an sich kann weder dumm, noch schlau machen. Wenn überhaupt, dann ihre Anwendung. Und warum um Himmels Willen sollte das Internet dumm machen? Der Mensch hat in der Geschichte schon mal eine Kulturtechnik entwickelt, die Wissen aus seinem Kopf auslagerte. Man nannte und nennt das Buch. Und offensichtlich sind wir wirklich dümmer geworden, haben keine neuen Erfindungen gemacht, sind nicht zum Mond geflogen, haben keine Computer entwickelt.

Es geht nie darum, ob eine Technologie verdummt, es geht darum, ob der Mensch Wissen intelligent anwendet, ob er schlussfolgern und intelligente Schlüsse ziehen kann. Ich erinnere mich an mein Studium und die Hilflosigkeit der Studenten, die mit ihren super Zeugnissen plötzlich vor einer Wand standen. Sie konnten nicht mehr einfach auswendiglernen, bekamen den Stoff nicht zum Auswendiglernen vorgelegt, sondern sollten sich Wissen erarbeiten. Damit hatte ich überhaupt keine Probleme, weil das für mich schon immer das Spannendste war. Aber so mancher Einser Kandidat wollte schier daran verzweifeln.

Meiner Ansicht nach ist dieses Gerede vom Verdummen des Internets eine Schutzbehauptung all jener, die schon immer Schwierigkeiten mit neuem hatten, die sich nicht wirklich gerne verändern, die ihr Weltbild möglichst lange aufrechterhalten wollen. Sonst müsste ja eigentlich auch jeder Brockhaus zur Verdummung der Menschheit geführt haben.

Ich verdumme nur dann, wenn ich mich entscheide, mich nicht mehr weiterentwickeln zu wollen. Für mich ist aber gerade das Netz und die IT die grösste neue Möglichkeit, mich weiterzubilden. Ich habe Zugriff auf riesige Datenmengen, die für mich extern gespeichert sind, die ich nicht mehr memorieren muss, aus denen ich aber Schlüsse ziehen, Erkenntnis gewinnen kann.

All ihr Kulturpessimisten, wettert nur weiter gegen das Internet. Wir nutzen es derweil, um uns weiterzuentwickeln und intelligenter zu handeln.

Wobei es natürlich für verschiedene Institutionen ausgesprochen ärgerlich ist, wenn der Mensch sich plötzlich unabhängig von Kontrollinstanzen informieren kann. Das haben wir schon früher erlebt, denn der Buchdruck war ein echtes Ärgernis für die Kirche, da sie jetzt nicht mehr mit verlogenen Drohszenarien die Menschen kontrollieren konnte. Schliesslich konnten jetzt ja, oh schlimm, die Menschen das Herrschaftswissen hinterfragen und die Lügen entlarven. Ähnliches passiert auch heute, ich sage nur: Gutenplag.

Oder wie ein altes chinesisches Sprichwort sagt:

Es gibt Menschen, die Fische fangen, und solche, die nur das Wasser trüben.

Lasst uns Fische fangen, während die ganzen Kritiker immer noch mit Wasser trüben beschäftigt sind.

Update: Lustig auch: Spiegel Online behauptet zur selben Studie, das Internet mache vergesslich, so viel zum Thema Qualitätsjournalismus. Leider muss ich sagen, der Artikel zeigt offensichtlich, dass hier nicht wirklich genau gelesen wurde. Schade, so schürt man Vorurteile. Aber wir reden ja von professionellem Journalismus, da kann ich als Blogger ja nur vor Ehrfurcht die Klappe halt: NOOOOOT!

 

Technikhasser schaden dem Klima

Ich weiss, eine gezielte Provokation. Aber mit mehr als einem Körnchen Wahrheit: Betrachten wir doch mal die Fakten:

Wie viele ökologisch engagierte Menschen kenne ich, die mit irgendwelchen die Umwelt verpestenden, Benzin fressenden Monstren durch die Weltgeschichte und auf ihre Demos zuckeln (SEHR VIELE!)

Warmweisse LED
LED

Wie viele Menschen kaufen unreflektiert auf dem Wochenmarkt, nur weil da die Produkte ja alle frischer sind und denken nicht drüber nach, dass reines Tiefkühlgemüse, das nicht vorverarbeitet wurde, mehr Vitamine hat, weil es direkt vom Acker eingefroren wurde.

Wie viele Menschen lästern über Navi Fahrer und gurken selbst, mit Karte bewaffnet und ständig den Weg suchend durch die Weltgeschichte, fahren zig Umwege und gefährden sich und andere durch das unsichere, suchende Fahren.

Wie viele behaupten immer noch, die alte Glühbirne sei das Non plus ultra, und wissen gar nicht, dass es warm leuchtende Energiesparlampen und LEDs gibt, die längst nicht mehr bläuliches Licht produzieren?

Wie viele Autofahrer schimpfen über die Spritpreise, haben aber keinen Spritsparkurs besucht, der den Verbrauch bei mir z.B: um bis zu 2 Liter auf 100 km gesenkt hat?

Wir hassen die Technik, weil wir uns ihr ausgeliefert fühlen. Dabei würde ein wenig Nachdenken oft dazu führen, dass wir feststellen würden: Es ist nicht alles so, wie wir meinen. Man sollte die Fakten kennen, und nich alles blind nachplappern, was der Freund, Kollege oder Nachbar behauptet. Auch in meinem Umfeld habe ich schon viele Diskussionen geführt mit einem Umfeld, das zwar mächtig ökologisch tut, aber in Wirklichkeit oft zu den grössten Dreckschleudern gehört, die man sich vorstellen kann. Wir haben dagegen sowohl den Verbrauch an Storm als auch an Heizenergie durch den Einsatz von modernster Technologie um fast 50 % gesenkt….. EAT THIS!

Und übrigens: Leider ist das ein Thema in dem verblüffenderweise die Städter den Landbewohnern oft um Jahre voraus sind. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht: Das gilt besonder für technologischen Fortschritt. Ich lebe in einer solchen Diaspora und muss mich jeden verdammten Tag mit extrem dummen Vorurteilen oder mit geradezu übermächtiger Ignoranz rumschlagen. Das mögen die Landbewohner nicht gerne hören. Es ist aber leider Fakt! Jeder, der schon mal gefragt hat, wofür der Monstergeländewagen gut ist, oder warum es zwei Autos sein müssen, jeder, der schon mal nachgebohrt hat, ob denn neben den zum Geld verdienen installierten Photovoltaikanlagen auch an Energieeffizienz oder an Konsumverzicht gedacht wurde, wird verstehen, was ich meine. Wir schimpfen gerne auf andere, aber bei uns selbst fangen die wenigsten an. Und leider, auch wenn es vielen schwer fällt, das zu akteptieren, wir brauchen Technologie, ja oft sogar Hochtechnologie um in der heutigen Zeit wirklich umweltschonend zu leben. Der einfach ländliche Stil ist längst nicht mehr so ökologisch wie uns manch Hochglanzmagazin weis machen will.

Wutblog: Wenn schon Kinder zu Idioten werden

Gerade erfahren. Ein Freund meines Sohnes hat wohl aktuell Angst davor, in ein Ferienlager zu gehen, weil offensichtlich in seiner Schule noch die alte dröge Schlägercliquenkultur herrscht und er nur dazu gehören darf, wenn er mitmacht. Nun ist der Junge aber nicht so doof wie die anderen und will das nicht.

Ich finde es wirklich toll, dass immer noch dröges Machogehabe und Schlägecliquen offensichtlich nicht unterbunden sondern zumindest stillschweigend geduldet werden. Denn anscheinend hat der Lehrkörper, nachdem er auf das Problem hingewiesen wurde sehr überrascht reagiert. HALLO? Wer so etwas nicht merkt, hat seine Verantwortung nicht erkannt.

Nur: Wenn ich mich in meinem Umfeld so umsehe, dann könnte ich selbst bei uns in meinem Lebensumfeld aus dem Stand 2-3 Arschlochkinder benennen, die auch ihr Ego vor allem dadurch stärken, daß sie andere verkloppen. Auch mein Sohn hatte da schon so seine Probleme mit solchen Arschlochkindern, hat sie aber bislang sehr gut gemeistert. Und da ich nicht will, daß er sich in die Reihe der dummen Prügelprolls einreiht, unterstütze ich ihn bei seinem Wunsch, Aikido zu lernen. Denn dort lernt man vor allem, Kampf zu vermeiden oder schnell zu unterbinden. Und es wird auch Moral und ethische Werte vermittelt (ein Grundprinzip von Aikido ist weitestgehende Gewaltvermeidung)

Ich finde es immer wieder erschreckend, wie oft die Klichees noch greifen. Beispielhaft an einem solchen Arschlochkind aus meinem Umfeld: Fussballbegeistert, intellektuell eher weniger gut ausgestattet, aber mit solventen Eltern und mit einem Umfeld, das immer wieder mit dem bescheuerten „Lass ihn doch“ Spruch kommen. Da wurd ich schon so manches Mal lauter. Denn das ist dumm, und gerade im Hinblick auf die aktuellen Ereignisse: Man sollte sich stehts vor Augen halten. Es geht nicht nur um Geld, auch Ethik und Moral sind wichtig und wer gelernt hat, daß er anderen ungestraft weh tun kann, dessen Hemmschwellen sind nun mal reduziert.

Und übrigens, wer sich aufregt, daß Kinder schon Killerspiele spielen oder Filme ab 18 anschauen. Aus eigener Erfahrung: Oft kümmern sich die Eltern einen Dreck drum, was die Kids da sehen, ja kaufen es sogar. Mein Sohn hatte Albträume, weil er bei einem Kumpel einen Film gesehen hatte, der erst ab 16 war.
Das war ihm Gott sei Dank zwar eine Lehre. Aber wenn ich gewisse erzieherische Masstäbe habe, dann verdammt noch mal sollte ein gewisses Maß an Verantwortung auch anderswo gelten.