Die Cloud kommt durch die Hintertür

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Nich Unmengen von Speicher im Device, aber in der Cloud.

Alle weltweit reden von „der Cloud“. Viele, von den Möglichkeiten, wir deutschen fast ausschliesslich von den (oft vermeintlichen) Risiken. Aber während noch eifrig diskutiert wird, zeigen mir persönlich einige Entwicklungen, dass der zweite Aufstieg der Cloud frei nach dem bekannten HypCycle in vollem Gange ist.
Ein Indiz für mich sind die Verkaufszahlen von Smartphones, Tablets und insbesondere Chromebooks. Alles Geräte, die nicht mit Monsterspeichermedien prahlen können, die kein Terrabyte an Daten bereithalten. Aber alles auch Geräte, die davon leben, darauf aufbauen, dass der Nutzer das meiste im Netz tut.

Und der Gedanke, wenn mal zu Ende gedacht macht Sinn. Denn Terrabytes an Daten verwalten ist vielleicht noch angenehm, wenn man wirklich nur ein Endgerät hat. Aber sobald ich Teile, Ausschnitte davon dabei haben will, sei es auf meinem Smartphone, dem Tablet oder meinem Ultrabook/Chromebook, dann brauche ich Synchronisierungsmechanismen. Und diese müssen zuverlässig laufen, und wenn ich unterwegs bin, darf da dann ja nichts fehlen.

Auftritt Cloud Speicher. Schon seit Jahren nutze ich die Cloud, um bei Workshops und Vorträgen alle mein e Dateien, Daten und Medien bei mir zu haben. Ich brauche mir NIE Gedanken zu machen oder zu prüfen, ob der Sync der letzten Nacht funktioniert hat. Und wenn es sich um sensible Daten handelt, na dann lege ich sie entweder auf meine private Cloud, die von einem simplen RaspberryPi bereitgestellt wird, oder lege sie verschlüsselt ab.

Damit sehe ich noch einen weiteren Trend auf uns zukommen. Es wird wieder abgespecktere, günstigere Endgeräte geben, die nicht mehr Unmengen an Rechenleistung oder Speicher mitliefern, sondern so abgestimmt sind, dass sie schnell arbeiten und schnell im Netz operieren. Denn die Rechenleistung wie auch der Speicher wird dann aus dem Netz kommen. Datenbackups inklusive.

Und während wir noch diskutieren, ob Google unsere Daten an die NSA gibt (warum eigentlich Google, jeder Trojaner auf dem eigenen Rechner kann das, oder evtl. das eine Game, das man heruntergeladen hat, aber Google Bashing ist ja dank Verlagen und Verwertungsgesellschaften in Deutschland gerade modern.) Nutzen weltweit immer mehr Menschen und gar Unternehmen die Cloud als Teil ihrer IT.

Datensicherung in der Cloud. Mit cloudly so simpel wie das eigene Laufwerk

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Ein neuer Cloudsicherungsdienst mit interessanten Features.

Ein neuer Dienst namens Cloudly schickt sich an, den großen Playern wie Dropbox oder Box Konkurrenz zu machen. Zwar liegen dessen Rechner nicht in den USA, wohl aber in England 😉 Aber die Firma selbst hat ihren Sitz in Österreich und unterliegt damit europäischem Datenschutzrecht. Insofern für mich als juristischem Laien ein gefüllter Vorteil, auch wenn das Rechenzentrum in England steht.

Aber genug der rechtlichen Betrachtung.

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Eine Oberfläche nach meinem Geschmack, einfach, elegant, funktional. Die Android App gefällt mir sehr.

Was bietet Cloudly denn nun. Es handelt sich um einen Dienst, der zwei grundlegende Funktionen abdeckt. Zum einen erhält man über Cloudly ein Netzlaufwerk, das sich nahtlos in die eigene Rechnerumgebung einbindet. Für Cloudly existieren Anwendungen für Windows und Mac sowie für IOS und Android. Damit bietet Cloudly wo immer ich auch bin den gleichen Zugriff auf meine Daten an. Speziell die Android App finde ich sehr gut gelungen und einfach zu bedienen. Das es für Linux keine spezielle Softwarelösung gibt ist bedauerlich aber kein Hinderungsgrund, da Cloudly auch eine Weboberfläche zum Zugriff auf die Daten anbeitet. Der Funktionsumfang bietet alles, was man von der Konkurrenz auch kennt. Man kann zwei verschiedene Dienste entweder getrennt oder im Gesamtpaket buchen, was in der maximalsten Ausbaustufe mit 2,99 Euro pro Monat für die reine Backup Lösung zu buche schlägt (dafür erhalt man 500GB Plattenplatz) 6,99 Euro kostet monatlich eine Sync Lösung, bei der die Daten sowohl auf der Platte als auch im Netz immer auf dem gleichen Stand gehalten werden. Im Gegensatz zum reinen Backup lassen sich die Daten beim Sync auch online bearbeiten  man hat weltweit Zugriff darauf dank Weboberfläche. Die reine Backup Lösung ist nur zur Sicherung gedacht und zum Betrachten der Dateien über die Weboberfläche. Hier dürften die meisten auch mit den 500GB mehr als gut auskommen.

Das buchbare Maximum ist die Kombination aus Backup und Sync, das bei 500GB  9,99 Euro pro Monat kostet und im maximalen Ausbau  16.99 Euro pro Monat.

Nachdem ich das System jetzt einige Wochen getestet habe muss ich sagen, alles läuft sehr stabil und zuverlässig und es ist wirklich eine sorglos Installation. Einmal den Dienst einrichten und schon läuft alles sauber im Hintergrund.

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Wie man sieht, ist das Sync Laufwerk automatisch als Laufwerk eingebunden. Es ist nicht wirklich zu erkennen, dass es sich um ein Netzlaufwerk handelt. Die Bedienung ist also komplett transparent.

Sehr gut gefällt mir die extrem einfache Installation und die gute Integration in das Gesamtsystem. Das Netzwerklaufwerk (Sync) wird quasi wie ein normales Laufwerk eingebunden, und auch der Client für Android ist schnell installiert, klar aufgebaut und einfach zu bedienen.

Wer einen zuverlässigen Anbieter für Backup und Cloudbasierte Laufwerke sucht, wem dabei noch wichtig ist, dass der Dienst eben NICHT in den USA beheimatet ist, der sollte sich Cloudly durchaus mal ansehen. Einziger Wermutstropfen bei der aktuellen Datenschutzdiskussion sind die Rechenzentren in England. Andererseits, es gilt österreichisches Recht und ich bin da nicht bewandert genug um hier wirklich abschätzen zu können, wie z.B. eine rein deutsche Lösung aussähe und ob diese letztendlich wirklich sicherer wäre. (Wobei mir mein Bauchgefühl sagt, wenn jemand spionieren will, tut er das, ganz egal, wo die Server stehen, hier bietet Cloudly auf jedenfall hohe Verschlüsselung an, und wer auf Nummer sicher gehen will, verschlüsselt seine Dateien eben selbst noch mal).

Was die Software, den Service und die Leistungen angeht, kann ich Cloudly nur empfehlen und werde denn Dienst wohl weiter nutzen als sichere Backuplösung für meine wichtigen Daten. Für diesen Dienst vergeben ich vier von fünf Wertungssternen, den letzten behalte ich mir vor, wenn ich noch weiter recherchiert habe und sicher bin, dass die Daten in England auch spionagesicher sind ;).
Zwei einführende Videos veranschaulichen recht gut, was der Dienst leistet und wie angenehm die Oberfläche sich darstellt.

 

 


Nicht am Namen stören, die Software für Android heißt Open Access.

[appbox googleplay screenshots com.getopenaccess]

 

Neu bei Amazon in den USA: Autorip-Kauf die CD, krieg das MP3 kostenlos dazu

Das nenne ich eine konsequente Idee. Wer sich von  einem Künstler eine CD aus dem Autorip Programm erwirbt, erhält die MP3 via Cloudplayer automatisch dazu. Das ist nur konsequent, da ich mal zu behaupten wage, dass in der Zeit von MP3 Playern und Smartphones die meisten gekauften CDs sowieso gerippt werden, um die Musik auch auf dem MP3 Player genießen zu können.

Das ganze gilt auch für Audio CDs, die Kunden vor Beginn des Autorip Programms erworben haben, und die jetzt ins Programm aufgenommen werden. Deren MP3s erscheinen automatisch im CloudPlayer. Durch die Speicherung in der Cloud können so jedwede Titel aus dem Autorip Programm, die auf CD erworben wurden automatisch auch aus dem Cloudplayer angehört werden.

Mehr dazu liefert Amazon auf seiner Webseite und in einer Videoserie.

 

Mir wäre Werbung lieber als Abo Modelle

Eine spannende Plattform, aber ein überdenkenswertes Preismodell

Mit Wunderkit ist ein neuer Player auf den Markt der Cloud Dienste getreten. An sich eine gute Sache und die Plattform sieht vielversprechend aus. Das Manko dabei: Wenn ich mehr machen will, als nur meine eigene ToDo Liste zu führen, muss ich in ein Abo einsteigen. Und da sage ich: Sorry, aber wer soll das alles zahlen? Wir reden ja  nicht von ein oder zwei Diensten in der Cloud. Jeder Dienst, der neu an den Markt kommt, versucht sich mit Abomodellen zu finanzieren.

Dann doch lieber Werbung für eine allumfassende Basisfunktionalität in Kauf nehmen und nur „nice to have“ Feature zum Zukauf.

Ein Blick auf die Spielebranche zeigt, dass hier noch genauer nachgedacht werden muss. Die Zahl von Online Spielen, die sich vom Abomodell als alleinigem Teilnahmemodell für den Full Feature Client verabschieden wächst. Star Trek Online, Need for Speed Online, Herr der Ringe online, alle wechseln auf das Free to Play Modell und bieten Premium Feature gegen Bezahlung an. Klingt wie bei Wunderkit? Nicht ganz. Denn Wunderkit macht erst mit einem Abo wirklich Sinn, da ich nur dann mit mehreren Teilnehmern gemeinsam ToDo Listen pflegen kann, was ja das eigentlich besondere ist.

Und auch bei anderen Diensten funktionieren die wirklich wichtigen Features oft erst gegen Abonnement.

Das aber summiert sich ziemlich schnell, will ich einige sinnvolle Dienste nutzen. Hier mal 5 Euro monatlich, da 10 Euro. Wer soll das bezahlen?

ZeroPC, der Rechner in der „Cloud“

Ein neuer Dienst bietet an, all meine Daten im Netz vorzuhalten. Doch ZeroPC kann noch mehr. Mir wird ein vollständiger Desktop für meine Arbeit geboten, inklusive Software und Datensynchronisation. Zusätzlich bietet ZeroPC Apps an für Android, IOS und Chrome.

Der virtuelle Desktop Rechner in der Cloud

Der Dienst stellt eine komplette Desktop- oberfläche dar und bindet diverse Online Dienste für eine kombinierte Suche ein, so kann man Evernote, Flickr, Picasa,  Dropbox und diverse andere Dienste einbinden und darin auch suchen.

Damit kommt man dem „meine Arbeitsumgebung in der Cloud“ schon ein sehr deutliches  Stück näher. Ich werde in der nächsten Zeit den Dienst ausgiebig testen und von meinen Erfahrungen damit berichten. Der Android Client sieht schon mal ganz gut aus, wenn auch noch etwas buggy (er findet z.B. keine Bilder in Subverzeichnissen, wenn man nur nach Bildern sucht und nicht „Alle“ auswählt).

 

Mittels App kann man direkt auf die Inhalte im Web zugreifen, unabhängig vom Dienst, auf dem sie liegen. Die Dienste werden aggregiert und über die App gesammelt bereitgestellt.

 

Javaforum Stuttgart 2011 #jfs2011 Live Blogging Vortrag 4

Vortrag 4:

Java in der Cloud – Aktuelle Möglichkeiten und Entwicklungen

Was ist die Cloud?
Infrastructure as Service
Virtuelle Server, vergleichbar mit Virtualisierung

Manage Everything yourself
Player sind z.B. Amazon Webservices
VMWare
Platform as a Service
Virtual App Server
werden meist von den Providern gemanagt.
Skalierung wird vom Anbieter gemanagt.
Beispiele Cloudfoundry oder Google App Engine

Software as a service

Software aus der Cloud meist ebenso relevant für User wie Entwickler
Beispiele: Salesforce
Google Mail

Cloud Modelle:

Public -> Für die Öffentlichkeit verfügbar

Private -> Nur für eine Organisation verfügbar

Community -> Für mehrere Organisationen verfügbar

Hybrid -> Kombination verschiedener Modelle

Warum Cloud überhaupt machen

Public Cloud: Zahl nur, was du brauchst
Billige Art, Lastspitzen zu behandeln
Transparentes Kostenmodell

Private Cloud:
Besser Verwendung der Ressourcen
Kosten können abgerechnet werden
Der nächste Schritt nach der Virtualisierung

Business Agility
Deployment von Anwendungen per Maus Klick
Testumgebungen sehr einfach und günstig. Zahlen nur beim Testen.
Die Anwendung skaliert automatisch

Werner Vogels (CTO Amazon) sagt: Ihre Ingenieure brauchen 70% der Zeit für Skalierbarkeit und Technologie-> Deshalb Cloud

Plattform der Zukunft
Ausfallsicherheit, Automatische Verteilung, neue Computer einzurichten wird trivial
Günstige Systeme mit hoher Verfügbarkeit und Datenhaltungssicherheit
Sieht so aus wie Google, Amazon, Facebook

Wie sieht das für den Java Entwickler aus

Wie gehe ich mit Lastspitzen um? Ich brauche mehr App Server Instancen
Nach dem Peak müssen sie auch wieder gestoppt werden
Elastic Scaling als Stichwort
Was der Entwickler am Ende hat:
Eine Werkzeug, das eine Anwendung nimmt und daraus eine VM erzugt, mit der gesamten nötigen Infrastruktur.
Diese kann dynamisch hoch und runter skalieren.

Wir benötigen Werkzeuge zur Installation der Software
Die Infrastruktur verwalten
Benutzer einrichten

Tools sind z.B. Puppet, Chef etc.
Quasi eine Factory für VMs
Für lokale Installationen existiert „Vagrant“
Vorteile: Sehr flexibel
Arbeitet für jetwede Infrastruktur und Anwendung
Arbeitet auf komplexen Installationen mit versch. Komponenten
Verschiedene Anwendungen können auf verschiedene Knoten deployt werden.

Aber noch besser geht es:

Anwendung auf einer PaaS Umgebung also Plattform as a Service deployen
Vorteil: Nützlicher, da ein Server sowieso installiert werden müssten
Automatische Skalierung
Zusätzliche Dienste im Angebot

Aber:
Weniger flexibel
Vordefiniertes Entwicklungsmodell
Lernkurve für das Programmiermodell
Existierender Code ggf. schwer zu migrieren.

Mogliche PaaS Plattformen
Google App Engine
Java Unterstützung aber sehr restriktive Umgebung mit Java Classes White List
Fokus auf NoSQL

Begrenzung der startbaren Applikationen
Limit auf Antwortzeit (30sec)
Kein Zugriff auf OS oder Server

Daher wurden spezielle Frameworks entwickelt
(Gaelyk for Groovy)

Aber besser laut Vortragendem

Amazon Elastic Beanstalk

Basierend auf der EC2 Infrastruktur
plus Auto Scaling und S3
Dazu Linux, OpenJDK und Tomcat

Zur Zeit im Betatest im Osten der USA
Es gibt Eclipse Plugin
Es unterstützt Versionsverwaltung für Applications, sowie Elastic Scaling
Einfaches Monitoring ist eingebaut
Detailierte Kontrolle über die Umgebung ist möglich.
Zugang aufs OS und Tomcat Logs

Spring basierte Demoanwendung ist vorhanden und es existiert ein Relational Database Service (RDS) für enterprise scale MySQL und andere Amazon Web Services
Skalierungseinheit 1 VM = 1 Server

Weiterer Ansatz
VMWare Cloud Foundry
Open Source Projekt bei GitHub unter der Apache2 Lizenz

Sehr neu, noch ohne kommerzielle Angebote

Kann Ruby, Java und Node.js laufen lassen
Verschiedene Frameworks werden unterstützt
Kann überall gehostet werden, wird von der Community erweitert, z.B. Support für Erlang, PHP, Python

Es existiert ein Eclipse Plugin
Es unterstützt elastic scaling…. Ok, man kann es bauen.
Aehnlich normalen EJB Umgebungen mit Tomcat und MySQL
Läuft auf ubuntu
es teilen sich n Server eine virtuelle Maschine, damit geht die Skalierung feingranularer.
Angebotene Dienste sind
RDB Service
Key Value Store
Document Store
Messaging Service
Mehr kommt
Es gibt auch eine API zum Erstellen der eigenen Services

Zusammenfassend
Cloud wird aus drei Gründen kommen: Kosten, Business Agility, Platform of the Future
Google App Engine Pionier aber veraltet

Amazon Beanstalks: Standing on the shoulde of Giants

Cloudbees: Für Entwickler

Spannend scheint CloudFoundry: Open Source mit einer grossen aktiven Community, lauffähig auf ubuntu!

Das Netz vergisst nicht. Oder doch?

Papier ist geduldig, aber wie geduldig ist das Web?

Die TAZ titelt: Das verschwundene Web. Und sie trifft da einen Punkt, der mich schon länger beschäftigt.
Alle die Klagen darüber, dass das Netz nichts vergisst, waren für mich schon lange nur die halbe Wahrheit. Seit 1991 betreibe ich verschiedenartige Homepages im Netz und von den Seiten existieren heute nicht einmal mehr Backups. Mein weitester Rückgriff geht gerade mal 2 Jahre zurück und beinhaltet die Texte, die ich auf unserer aktuellen Homepage eingebaut habe.

Nun vermisse ich den „alten Content“ nicht, haben ihn gar bewußt löschen lassen. Aber was ist mit dem neuen Trend zur „Cloud“? Wer garantiert mir, dass nicht morgen ein Datengau, oder auch einfach die Insolvenz des Dienstleisters mir von heute auf morgen den Zugang zu meinen Daten sperrt? Wie sichere ich mich hier ab? Muss ich tatsächlich stehts mit mehreren Diensten parallel fahren oder ggf. doch noch lokale Backups vorhalten, die eigentlich ja die Idee des Cloud Computings konterkarieren.

Ob die drei in 10 Jahren noch alle Daten beisammen haben?

 

Wir brauchen neben den hochgejubelten technologischen Konzepten der Cloud auch neue Verfahren, um auch im Falle von Insolvenzen oder dem Verschwinden eines Providers oder Dienstes meine Daten zumindest für einen bestimmten Zeitraum wiederherzustellen. Und hier rede ich weniger von technologischen Verfahren als von Rechtsansprüchen auf Weiterbetrieb eines Dienstes, ggf. auch von automatisierten Migrationsverfahren.

Meine papierenen Dokumente zu hause sind relativ sicher, die CDs, sofern sie Backups haben auch. Aber die Cloud und deren Datenpools können sich mir von heute auf morgen entziehen. Was dann? Wo liegt dann mein Backup? Natürlich kann ich wieder selbst für die Backups meiner Webdaten sorgen. Aber auch hier wird eigentlich die Idee des Datenoutsourcings konterkariert, wenn ich diese Dinge wieder selbst absichern muss. Und das so etwas passieren kann wissen wir alle nicht erst, nachdem Google hundertausende von EMails verloren hat.

Sicher kommen jetzt wieder Anmerkungen in Richtung: „Wer keinen Backup macht, ist selber schuld.“ oder auch  „Wer der Cloud vertraut, hats nicht anders verdient.“ Alles wohlfeile Argumente, die aber nur für die technophile, die erfahrene Community gilt. Wir dürfen nie vergessen: Der Durchschnittsuser will sich um so etwas wie ausfallende Dienstleister, Gefahren der Cloud nicht kümmern. Und er hat recht. Denn für ihn muss wie bei jeder Technologie gelten, sie muss das Leben erleichtern und darf nicht viel Zeit kosten.

 

McKinsey über die wichtigsten IT Trends der Zukunft. Eine kritische Bewertung

DAS CIO Magazin stellt McKinseys Studie unter dem Titel:
Die 10 IT-Trends von McKinsey
Wie IT das Leben von morgen bestimmt
vor.

Darunter einiges interessante aber auch viele Dinge, die schon heute gehen oder bei denen fraglich ist, ob der User diese akzeptiert:

1. Unternehmen schaffen gemeinsam mit ihren Kunden Wert (Cocreation):

Das mag funktionieren, aber nur, wenn die Unternehmenskulturen sich massiv ändern. Wer auf Dauer Cocreation nutzen will, muss nicht nur dem Kunden auch einen Gegenwert liefern, er muss auch offen sein für alternative Konzepte aus dem Kreis der Kunden. Das wird durch „althergebrachte Unternehmenskulturen“ schwer. Insofern müssen Unternehmen, die Cocreation nutzen wollen auch in ihren Arbeitsprozessen und ihrer Adaptionsgeschwindigkeit für neue Entwicklungen deutlich schneller werden.

2. Das Netzwerk entwickelt sich zum Unternehmen:

Hierunter lassen sich auch Begriffe wie Virtual Workplace und neue Arbeitszeit und Work Life Integration Modelle subsumieren.
Alles natürlich im Prinzip richtig, allerdings ebenfalls ein Prozess, der nur dann kommen wird, wenn sich die Kultur der Arbeit deutlich ändert, und wir vom effizienten, an der Arbeitszeit orientierten Arbeiten zu einem effektiven, am Ergebnis orientierten Arbeiten gelangen.

3. Skalierbare Collaboration:

Hierunter fallen nach Aussage des Artikels Wikis, Blogs und ähnliche Tools.
Und wieder steht dieser Entwicklung eine althergebrachte Unternehmensstruktur mit festen Jobbezeichnungen und Rollen im Weg. Wo es versteckte Talente gibt, lassen diese sich in einer skalierbaren Collaboration einfach verbinden. Dafür muss man sich aber vom alten Denken in festen Teams mit Teamleitern verabschieden und jeden Mitarbeiter ernsthaft als Mitunternehmer sehen.

4. Das Internet erobert die physische Welt („Internet of things“):

Dies passiert nur dann, wenn auch die datenschutzrechtlichen Aspekte geklärt sind. Schon solch einfache Themen wie Google Street View oder RFID Chips in Kleidung lassen Datenschützer Alarm schlagen und nur, wenn diese Techniken gesellschaftlich auch akzeptiert und von Gesetzen und Opt In Möglichkeiten unterfüttert sind, wird sich das Internet der Dinge wirklich etablieren.
Schon heute kann man z.B. Geldbörsen kaufen, die jegliche Abstrahlung von RFID Chips unterbinden…….

5. Die Datenmenge wächst und wächst und wächst…:

Hier fällt mir spontan ein … ACH? Schon länger propagiere ich die Wiederkehr des Information-Brokers, der
als originäre Aufgabe die Sammlung, Sichtung und das Sortieren von Information nach Relevanz und Thema zur Aufgabe hat.
Zusätzlich eröffnet sich hier ein neuer Markt für intelligente Werkzeuge, um automatisiert Informationen zu filtenr und aufzubereiten. Beispiele hierfür finden sich heute bereits, wie z.B. Feedly oder Tabbloid.

6. Technik für Nachhaltigkeit:

Ein grosses Thema, zumal wir in Zukunft steigende Energiekosten erleben werden, die auch im privaten Bereich zu energiesparenden Geräten oder gänzlichem Verzicht führen. Wer hier federführend operiert, kann sich sehr schnell einen entscheidenden Imagegewinn und auch Marktvorteil generieren. Insofern stimme ich diesem Punkt zu.

7. Alles-as-a-Service:

Daran wiederum zweifle ich: Es gibt hier meiner Ansicht nach eine natürlich Hemmschwelle, da wir Menschen immer auch Wert auf Status legen. Das Beispiel Car Sharing zieht nur insofern, da im Moment das Auto nicht mehr als das Statussymbol gesehen wird. Aber schon jetzt, am Ende der Finanzkrise ist wieder ein vemehrter Umsatz mit grossen Limousinen zu vermelden, insofern ist Car Sharing eher ein Trend einer kleinen Gruppe, und viele andere Dienste werden auch weiterhin besessen werden wollen. Nur Dienste, die mir keinen Status, kein Ansehen bringen, können in diesem Modell „As A Service“ angeboten werden.

8. Mehr Umsatz von dritter Seite:

Ja, Zustimmung. Ein Bereich sind, wie der Artikel erwähnt, Webseiten, mit denen sich Geld verdienen lässt, wenn sie dem Kunden einen Mehrwert liefern. Das kann auch ein wildern in fremden Themen sein, wenn ein Finanzdienstleister z.B. eine Plattform für Finanzierungsfragen anbietet, und dort Privatpersonen kostenlos, Unternehmen aber gegen eine Gebühr auftreten. Quasi jedes beratungsintensive Thema lässt sich auf diese Art monetarisieren, wenn eine gewisse Qualität und ein ehrlicher Umgang mit den Usern gewährleistet bleibt.

Zudem können so einige Unternehmen durchaus Zielgruppen erreichen, die sich früher nie für die Produkte der Firma interessiert hätten oder die man auf den herkömmlichen Kommunikationswegen nicht oder nur schwer erreicht. Social Media werden hier vor allem immer mehr an Bedeutung gewinnen, da ein immer grösserer Anteil der Nutzer Produktentscheidungen von ihren Followern oder Freunden abhängig machen, mit denen sie im Netz kommunizieren.

9. Innovationen in aufsteigenden Märkten testen:

Hier liegt der Effekt schon im Markt begründet. Aufsteigende Märkte sind innovativer, da sie schon per definitionem neues erzeugen. Hier lassen sich Konzepte antesten und neue Wege gehen, da die Teilnehmer solcher aufsteigender Märkte selbst oft hochinnovativ sind, oder der Mangel zur Innovation zwingt.

10. Veränderungen im öffentlichen Raum:

Ein gefährliches Thema, da hier die Grenze zwischen Dienstleistungen zur z.B. Verkehrssicherheit und Überwachung des Bürgers oft sehr schwammig ist. Kameras auf öffentlichen Plätzen können die Sicherheit erhöhen, gerade aber mit Blick auf die momentane Datenschutz- und Überwachungsdiskussion muss man hier sehr behutsam und unter frühestmöglicher Einbeziehung der Bürger vorgehen, um nicht am Widerstand der Bürger zu scheitern.