Zwei ganz besondere Android Launcher: Everything Home und Aviate

lovedeviceEine der beliebtesten Beschäftigungen vieler Android User ist es, den Startbildschirm nach den eigenen Wünschen zu gestalten.

Mir ist das aber mit der Zeit zu viel Aufwand für zu wenig Effekt geworden. Und auf der Suche nach einer intelligenteren Lösung bin ich schließlich auf Everthing.me und ihren Launcher Everything Home gestossen. Dieser geht einen komplett anderen Ansatz, in dem er dem Benutzer je nach Anforderung eine ganz neue Zusammenstellung seines Startbildschirms liefert. Zwar kann man auch hier eigene Widget Screens gestalten, aber das große Plus ist, dass der Launcher intelligent auf Themenanfragen reagiert. Sagt oder schreibt man zum Beispiel „Mittagessen“ werden alle Apps und bekannten Links präsentiert, die irgendetwas mit dem Thema (Mittag-) Essen zu tun haben. Fragt man nach Unterhaltung oder Spielen kommen ebenfalls entsprechende Zusammenstellungen.

Natürlich klappt das nicht immer 100% aber in den meisten Fällen findet man tatsächlich auch die Apps, die man sonst aufgerufen hätte in der Zusammenstellung.

Aber am besten, ihr schaut euch das Video an, das wirklich am besten darstellt, was der Launcher kann.

Leider ist er „offiziell“ noch nicht in Deutschland verfügbar, lässt sich aber über Stores wie Aptoide (auf eigene Gefahr) indirekt installieren. Hierbei rate ich dann aber spätestens zu einer guten Antivirenlösung. Nur zur Sicherheit, denn dann müsst ihr eurem Smartphone auch die Installation von Software aus unbekannten Quellen erlauben.

aviate
Abhängig von Ort oder Zeit ändert Aviate automatisch den Look and Feel des Homescreeens.

Der Launcher ist immer noch in der Beta und offiziell nicht in Deutschland erhältlich (er ist noch nicht auf die deutsche Sprache adaptiert worden) aber wie gesagt über andere Quellen herunterladbar für alle, die schon mal ein Gefühl davon bekommen wollen. Und zudem funktioniert er auch mit deutschen Eingaben schon recht gut.

Auch meine zweite Vorstellung ist noch in einer Beta Phase, sieht aber schon extrem vielversprechend aus. Das Grundkonzept des Launchers legt den Schwerpunkt nicht auf Individualisierung sondern auf das Konzept der intelligenten Informationspräsentation. Dazu gibt es verschiedene Szenarien, die man mit bestimmten Apps und Widgets befüllen kann. Im Moment existieren die Szenairen „Morgen“ „Arbeit“ „Irgendwo hin gehen“ und „At Night“. Der Launcher prüft abhängig von Uhrzeit und Lokation, welcher Kontext geeignet scheint und präsentiert sich individuell mit dem entsprechenden Szenario. Erste Tests laufen bereits sehr gut, Morgens nach dem Aufstehen erscheint das passende Szenario ebenso wie bei der Ankunft im Büro.

Noch ist das ganze in der Entwicklung, mit Sicherheit werden hier noch weitere Möglichkeiten auftauchen, aber das Konzept des digitalen Assistenten, der mir stets die sinnvollsten Informationen präsentiert finde ich hochgradig spannend. Auch hier gilt, nicht gleich schimpfen, die Potentiale testen und selbst entscheiden, ob das Konzept interessant ist. Ich finde beide Ideen sehr spannend, da sie aus einem statischen Werkzeug, den Homescreens eine dynamische Sache machen, die deutlich stärker auf den einzelnen Nutzer eingeht.

Bei Aviate gab es kürzlich übrigens einen kleinen Shitstorm, weil in der Alpha Version die anonyme generische GeräteID und die Liste der Apps sowie die Geokoordinaten unverschlüsselt an die Server geschickt und somit mit einem Trick einsehbar waren. Dass diese Daten gesammelt und an die Server geschickt werden ist dabei ein Grundbestandteil der Idee, denn Aviate soll aus allen Nutzern und deren Verhalten lernen. Ich selbst habe damit kein Problem, da hier ja keine wirklich persönlichen Daten mitgesendet werden, sondern eine generische Id, die nur eine Smartphone Instanz eineindeutig bestimmten Apps und Orten zuordnet. Der Verschlüsselungsbug wurde mittlerweile behoben. Wer aber weiterhin Probleme damit hat, dass die Liste der Apps und die Geodaten gesendet werden, der sollte sich vielleicht auch überlegen, ob er weiterhin bei Amazon einkauft, dort funktioniert die Artikelempfehlung „Kunden, die X kauften, kauften auch Y“ bzw. das Empfehlen anderer Produkte zu meinem Einkauf auch nur, weil ich mein Kaufverhalten preisgebe.

Anyway, die Idee des digitalen Assistenten war schon während meines Studiums eines meiner Hauptinteressensfelder, da hier die künstliche Intelligenz mit ihren Lernalgorithmen und ggf. auch Dialoggenerierungsmöglichkeiten durchaus unterstützen könnte, aber wie es scheint beginnt erst so langsam das ganze auch Gestalt in Form von Apps anzunehmen. Die Sprach- wie die Schrifterkennung sind mittlerweile sehr ausgereift und auch die Lernalgorithmen sind nicht nur ausreichend intelligent sondern hinreichend schnell, um in Smartphones Anwendung zu finden.
Wir dürfen gespannt sein, wie sich diese Technologie, auch im Hinblick auf Smartwatches und Google Glass weiterentwickelt.

[appbox googleplay com.tul.aviate]

 

 

Das Netz ist beta und wird es auch immer bleiben

Einer der Fakten, den wohl nur diejenigen begreifen, die nicht nur gegen Bezahlung im Netz arbeiten, sondern auch das Netz als Teil ihres Lebens integriert haben.

Während Management und Qualitätssicherer, Controller und Projektleiter stets auf 100% Qualität bedacht sind (oder zumindest darauf, dass alle Prio 1 Fehler wenigstens zu Prio 2 Fehlern gemacht wurden) weiß der langjährige Internetbewohner, dass eigentlich alles Beta ist. Diverse Anwendungen erscheinen schon im Alpha Stadium, dann im closed Beta, dann Beta und werden daraus nie in einen endgültigen Zustand des „Releases“ kommen. Einfach deshalb, weil das Netz hochgradig dynamisch ist.

Meiner Ansicht nach müssen wir uns wieder vom Dogma der Releasezyklen verabschieden. Oder wie es z.B. mittlerweile bei ubuntu angedacht wird, die rollierenden Updates realisieren. Ist eine Anwendung, eine Lösung so weit, dass sie weitestgehend funktioniert, dann wird sie veröffentlicht und es gibt dann weitere Updates, neue Feature etc. Würde Google immer auf den endgültig abnahmebereiten Stand warten bei Anwendungen wie Google+ oder ähnlichen, ich wage zu bezweifeln, dass dann jemals zur rechten Zeit etwas auf den Markt gekommen wäre. Aber die meisten Unternehmen testen und zögern noch so lange, bis das, was sie dann endlich im Netz anbieten schon hoffnungslos veraltet ist. Bis dann ganz andere Branchen bereits den Markt betreten haben mit Beta Software, und die Kunden sich bereit abgewandt haben.

Die endlosen Abstimmungen und Rückversicherungen bewirken nur, dass wir immer weiter abgehängt werden von Unternehmen, die mit dem Beta Status groß werden. Den „finalen“ Stand einer Software, oder den zu Beginn bereits feststehenden Funktionsumfang gibt es im Netz nicht. Hier entwickelt sich alles so dynamisch, dass es durchaus passieren kann, dass ich den Funktionsumfang meines Produkts oder meiner Anwendung noch im Entstehungsprozess ändern oder erweitern muss. Dafür braucht es aber Flexibilität, schnelle Reaktionszeiten und kurze Entscheidungswege. Sascha Lobo nennt es die „Deutsche Netzkrankheit“ und trifft es damit eigentlich recht gut. Wir ergehen uns in Kontrollen, Abstimmungen und erneuten Abstimmungen, jeder will mitreden, jeder will sich absichern, es geht nicht um das Produkt sondern um die politischen Ränkespiele der Karriereleiter. Und währenddessen hängen uns dynamischere hierarchieärmere und vor allem entscheidungsfreudigere Unternehmen komplett ab. Im Moment tauchen auf dem Markt diverse ausländische Anbieter mit Bezahldiensten auf. Paypal, Kredikartenunternehmen, selbst Apple und Google wollen oder bieten bereits Bezahlmöglichkeiten an.

Da stellt sich doch die provokante Frage: Wird es bald Bankgeschäfte ohne Banken geben?

Und wird diese Entwicklung nicht auch in vielen anderen Branchen einfach so passieren, während wir noch damit beschäftigt sind, Verantwortung, Qualität und Schuld zu klären?

 

 

Das Microsoft Social Network so.cl ist jetzt für alle da (offen)

so.cl Das neue soziale Netzwerk von Microsoft is jetzt offen für alle.

Was bislang eine closed beta war, kann jetzt jeder nutzen. so.cl, das Soziale Netzwerk von Microsoft. Man kann sich via Facebook (nette kleine Ironie am Rande) oder Windows Live anmelden.
Bisheriger erster Eindruck: Die Oberfläche sieht aufgeräumt aus. Der Eindruck entsteht, das ganze ist speziell auch für die Tablet Nutzung designt worden.
Es gibt all die schon von anderen sozialen Netzen bekannten Funktionen.
Nun bleibt abzuwarten, ob ein so später Einstieg in die Welt der sozialen Netze überhaupt gelingen kann.

Das muss vor allem der Mehrwert zeigen und wie so.cl mit solch heißen Themen wie Datenschutz und Privatsphäre umgeht.