Ihr sollt mich kennen, aber meine Daten geb ich nicht her.

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Wer Personalisierung will, sollte gewisse Daten auch freigeben.

Zuletzt passierte es bei Aviate, dem neuen Launcher, der gerade in die private Beta gegangen ist (nutzen nur nach Invite, also quasi wie Ingress).

Da der Launcher, um die einzelnen Seiten dynamisch an die Bedürfnisse des Nutzers anzupassen und auch neue Apps vorschlagen zu können, darauf zurückgreift, was jeder Nutzer in welcher Kategorie verwendet, und dazu gemeinsam mit der Geocodierung (um auch die Orte zu erkennen, die in der Nähe des Nutzers liegen) diese and die Server von Aviate schickt gab es wieder mal einen Aufschrei.

Was man dabei merkte. Das Prinzip von Aviate wurde nicht verstanden. Es ist eben elementarer Bestandteil, dass das Nutzerverhalten ANONYM getrackt wird,vergleichbar mit Amazons „Kunden die X kauften, kauften auch Y“ um den Launcher so intelligent zu machen, dass er sich ohne Zutun des Nutzers anpasst.

Hier stoßen wir auf ein elementares Problem aller vernetzten Dienste. Die generelle Angst davor, Daten preizugeben und damit zu ermöglichen, dass einem Schaden zugefügt  wird. Diese Angst ist natürlich berechtigt, aber wir sollten uns auch immer vor Augen führen.

Wenn ich ein gewisses Ziel verfolge, gewisse Funktionen oder Dienste haben möchte, muss ich auch Daten Preis geben. Ohne dies würden Dienste wie Google Now, Foursquare, Facebook oder Google+ garnicht existieren oder nur sehr rudimentär funktionieren.

Und wichtig ist immer, was gebe ich überhaupt preis. Bei Aviate z.B. sind es eine generische ID um die Smartphone Instanz eineindeutig zu identifizieren, die Geocoordinaten des momentanen Standorts (etwas, das z.B. auch Google, Vuze und andere Dienste tun) und die Liste der Apps. Keine Daten die direkt auf mich als Person schließen lassen.

Und last but not least. JEDER konnte wie bei Android üblich bei der Installation sehen, welche Daten übertragen werden. Aber wahrscheinlich war es wie immer, das liest keiner durch aber hinterher beschwert man sich.

Wir sollten bei allem Datenschutz auch überlegen, welche Daten wirklich schützenswert sind. So lange es sich um die Liste meiner Apps und den aktuellen Standort handelt und niemand darüber auf mich als Person zurückschließen kann, gebe ich diese gerne Preis. Denn die Funktionalität und der Mehrwert gerechtfertigen es in meinen Augen. Gleiches gilt für Google Now und Amazon.

Wir dürfen die Herrschaft über unsere Daten nicht geringschätzen.

Wir sollten aber auch nicht aus einer Datenschutzparanoia heraus gar nichts mehr preisgeben wollen, aber dennoch personalisierte Dienste fordern.

Zwei ganz besondere Android Launcher: Everything Home und Aviate

lovedeviceEine der beliebtesten Beschäftigungen vieler Android User ist es, den Startbildschirm nach den eigenen Wünschen zu gestalten.

Mir ist das aber mit der Zeit zu viel Aufwand für zu wenig Effekt geworden. Und auf der Suche nach einer intelligenteren Lösung bin ich schließlich auf Everthing.me und ihren Launcher Everything Home gestossen. Dieser geht einen komplett anderen Ansatz, in dem er dem Benutzer je nach Anforderung eine ganz neue Zusammenstellung seines Startbildschirms liefert. Zwar kann man auch hier eigene Widget Screens gestalten, aber das große Plus ist, dass der Launcher intelligent auf Themenanfragen reagiert. Sagt oder schreibt man zum Beispiel „Mittagessen“ werden alle Apps und bekannten Links präsentiert, die irgendetwas mit dem Thema (Mittag-) Essen zu tun haben. Fragt man nach Unterhaltung oder Spielen kommen ebenfalls entsprechende Zusammenstellungen.

Natürlich klappt das nicht immer 100% aber in den meisten Fällen findet man tatsächlich auch die Apps, die man sonst aufgerufen hätte in der Zusammenstellung.

Aber am besten, ihr schaut euch das Video an, das wirklich am besten darstellt, was der Launcher kann.

Leider ist er „offiziell“ noch nicht in Deutschland verfügbar, lässt sich aber über Stores wie Aptoide (auf eigene Gefahr) indirekt installieren. Hierbei rate ich dann aber spätestens zu einer guten Antivirenlösung. Nur zur Sicherheit, denn dann müsst ihr eurem Smartphone auch die Installation von Software aus unbekannten Quellen erlauben.

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Abhängig von Ort oder Zeit ändert Aviate automatisch den Look and Feel des Homescreeens.

Der Launcher ist immer noch in der Beta und offiziell nicht in Deutschland erhältlich (er ist noch nicht auf die deutsche Sprache adaptiert worden) aber wie gesagt über andere Quellen herunterladbar für alle, die schon mal ein Gefühl davon bekommen wollen. Und zudem funktioniert er auch mit deutschen Eingaben schon recht gut.

Auch meine zweite Vorstellung ist noch in einer Beta Phase, sieht aber schon extrem vielversprechend aus. Das Grundkonzept des Launchers legt den Schwerpunkt nicht auf Individualisierung sondern auf das Konzept der intelligenten Informationspräsentation. Dazu gibt es verschiedene Szenarien, die man mit bestimmten Apps und Widgets befüllen kann. Im Moment existieren die Szenairen „Morgen“ „Arbeit“ „Irgendwo hin gehen“ und „At Night“. Der Launcher prüft abhängig von Uhrzeit und Lokation, welcher Kontext geeignet scheint und präsentiert sich individuell mit dem entsprechenden Szenario. Erste Tests laufen bereits sehr gut, Morgens nach dem Aufstehen erscheint das passende Szenario ebenso wie bei der Ankunft im Büro.

Noch ist das ganze in der Entwicklung, mit Sicherheit werden hier noch weitere Möglichkeiten auftauchen, aber das Konzept des digitalen Assistenten, der mir stets die sinnvollsten Informationen präsentiert finde ich hochgradig spannend. Auch hier gilt, nicht gleich schimpfen, die Potentiale testen und selbst entscheiden, ob das Konzept interessant ist. Ich finde beide Ideen sehr spannend, da sie aus einem statischen Werkzeug, den Homescreens eine dynamische Sache machen, die deutlich stärker auf den einzelnen Nutzer eingeht.

Bei Aviate gab es kürzlich übrigens einen kleinen Shitstorm, weil in der Alpha Version die anonyme generische GeräteID und die Liste der Apps sowie die Geokoordinaten unverschlüsselt an die Server geschickt und somit mit einem Trick einsehbar waren. Dass diese Daten gesammelt und an die Server geschickt werden ist dabei ein Grundbestandteil der Idee, denn Aviate soll aus allen Nutzern und deren Verhalten lernen. Ich selbst habe damit kein Problem, da hier ja keine wirklich persönlichen Daten mitgesendet werden, sondern eine generische Id, die nur eine Smartphone Instanz eineindeutig bestimmten Apps und Orten zuordnet. Der Verschlüsselungsbug wurde mittlerweile behoben. Wer aber weiterhin Probleme damit hat, dass die Liste der Apps und die Geodaten gesendet werden, der sollte sich vielleicht auch überlegen, ob er weiterhin bei Amazon einkauft, dort funktioniert die Artikelempfehlung „Kunden, die X kauften, kauften auch Y“ bzw. das Empfehlen anderer Produkte zu meinem Einkauf auch nur, weil ich mein Kaufverhalten preisgebe.

Anyway, die Idee des digitalen Assistenten war schon während meines Studiums eines meiner Hauptinteressensfelder, da hier die künstliche Intelligenz mit ihren Lernalgorithmen und ggf. auch Dialoggenerierungsmöglichkeiten durchaus unterstützen könnte, aber wie es scheint beginnt erst so langsam das ganze auch Gestalt in Form von Apps anzunehmen. Die Sprach- wie die Schrifterkennung sind mittlerweile sehr ausgereift und auch die Lernalgorithmen sind nicht nur ausreichend intelligent sondern hinreichend schnell, um in Smartphones Anwendung zu finden.
Wir dürfen gespannt sein, wie sich diese Technologie, auch im Hinblick auf Smartwatches und Google Glass weiterentwickelt.

[appbox googleplay com.tul.aviate]

 

 

Samsung nimmt Stellung zum Regio Lock

IMG_1647Nachdem auf Amazon der Shitstorm ja extrem gewütet hat und teilweise ernsthafte Rezensionen unter den ganzen „Ein Stern, ich habs zwar nicht, aber bin sauer und glaube niemandem“ Rezension nahezu verschwunden sind, hat Samsung jetzt eine Stellungnahme in Form eines PDF bei den Note 3 hinterlegt.

Zitat:“

Welche Auswirkungen hat die Sperre bei der Benutzung außerhalb Deutschlands?

 Mit einer SIM-Karte aus Deutschland kann der Roaming-Service des Providers genutzt werden.

Mit einer SIM-Karte aus einer anderen Region gilt:

Wenn das Gerät in Deutschland mit einer deutschen SIM-Karte aktiviert und benutzt wurde, kann es ohne Einschränkung mit SIM-Karten aus anderen Regionen verwendet werden.

Wenn das Gerät in der Herkunftsregion noch nicht aktiviert und benutzt wurde, kann die SIM-Karte zur Verwendung in einer anderen Region beim Samsung Service freigeschaltet werden.“

und später nochmal:

„Erwirbt ein Nutzer ein Gerät in Deutschland und aktiviert das Gerät mit einer SIM-Karte eines deutschen Mobilfunkanbieters kann er das Gerät weiterhin via Roaming-Dienst gegen entsprechende Roaming-Gebühren des Mobilfunkanbieters auf der ganzen Welt verwenden. Eine Nutzung von SIM-Karten ausländischer Service-Provider ist nach Erstaktivierung in der vorhergesehen Region ebenfalls uneingeschränkt möglich.

Erwirbt ein Nutzer ein Gerät in Deutschland und möchte es erstmals im außereuropäischen Ausland aktivieren, greift die regionale SIM-Karten-Sperre. In diesem Fall kann der Kunde mit dem Samsung Service Kontakt aufnehmen und eine Freischaltung der SIM-Karten-Sperre beantragen.“

 

Also: Deutsches Gerät kaufen, einmal mit SIM Karte aktivieren, danach gehen ALLE anderen auch. So lese ich das, und wenn das nicht funktionieren sollte, DANN kann man bei Samsung Regress fordern, ich gehe aber stark davon aus, dass alles klappt,wenn man sich an diese Reihenfolge hält.

Die ganze Stellungnahme findet hier bei Amazon, hier nur ein Auszug, der wohl einiges klären dürfte für diejenigen, die nicht nur eine Stellungnahme wollen, sondern wenn diese dann kommt, dieser auch glauben.

Allen anderen ist ja eh nicht mehr zu helfen.

Oh und all die, die jetzt offene Briefe, ein Entschuldigung, Stellungnahmen etc. fordern. Bitte dann aber auch ebendieses akzeptieren, wenns kommt 😉

 

Es geht auch digital, Die Payback App, macht Coupon sammeln leichter

In Amerika ist es schon lange verbreitet, das Bezahlen mit der Karte. Und auch verschiedene Coupon Dienste bieten mittlerweile digitale Versionen ihrer Rabattaktionen an.

Genau dies bietet auch die Payback App.

coupons
Die Ecoupons haben viele Vorteile, man hat sie immer dabei, sie nehmen keinen Platz weg und durch die Integration, weiß man immer, wo man welchen Rabatt bekommt.

Statt umständlich mit der Karte arbeiten zu müssen, und damit den eigenen Geldbeutel unnötig zu belasten, kann man die App herunterladen und da wir ja mittlerweile eh alle ein Smartphone dabei haben, ist es nun möglich, digital Coupons einzulösen.

Dabei zeigen die Coupons auch noch an, wie lange sie noch gültig sind und es wird sogar eingeblendet, wie weit es bis zum nächsten Shop des Partners ist.

Ein der spannendsten Möglichkeiten ist hierbei, auch mobil Punkte sammeln zu können, so kooperiert Payback bereits mit Conrad, Amazon und diversen anderen Anbietern.

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Mit den Online Partnern kann man auch im Internet Payback Punkte sammeln, sofern man über die App in den Store einsteigt.

Auch mobil kann man Punkte sammeln. Hier sehe ich eine große Stärke der App. Denn mit der “Mobil Punkten” Funktion kann man nun auch online Punkte sammeln. Viele Partner sind schon dabei. Amazon, Conrad, Blume 2000.de und viele mehr. (Und einige, die ich wirklich häufig nutze, insofern für mich doppelt interessant ;))

Das Sammeln funktioniert hier sehr einfach, man muss nur über die App in den entsprechenden Shop einsteigen, und schon werden die Punkte gesammelt. Sehr angenehm ist hier auch der Filialfinder, der es ermöglicht, unterwegs die nächsten Payback Partner zu finden.

Also herunterladen und ausprobieren, aktuell bietet Payback auch noch ein Gewinnspiel an, unter allen die den eCoupon(Payback Aktion) aktiviert haben, wird jede Woche einer von fünf Opel Astra verlost.

 

Wie läuft denn aber nun das Einlösen eines ECoupons ab? Eigentlich ganz einfach:

eCoupon-Aktivierung in 3 Schritten

1. eCoupon aktivieren: eCoupon vor dem Einkauf wird per Klick aktiviert. Der eCoupon wird als aktiviert gekennzeichnet.

2. Einkaufen: Mit der PAYBACK Karte wie gewohnt einkaufen und diese an der Kasse vorzeigen.

3. Automatische Punkteverbuchung: Extra-Punkte werden automatisch gutgeschrieben.

und wenn ihr am Gewinnspiel teilnehmen wollt, dann wie folgt vorgehen:

Gewinnspiel OPEL – Teilnahme in 2 Schritten
1. Jede Woche einen Opel eCoupon direkt in der APP aktivieren (4 Wochen lang => 4 Coupons) -> Jede Woche Chance einen Opel zu gewinnen
2. Nach den 4 Wochen und Aktivierung aller 4 eCoupons kann ein 5. eCoupon aktiviert werden, welcher die Gewinnchance auf den neuen Opel Insignia als Hauptgewinn ermöglicht

eCoupon Aktivierung = Teilnahme am Gewinnspiel
Die App gibt es sowohl für IPhone als auch für Android.

 

Insgesamt macht die App in meinen Tests einen ausgereiften Eindruck, man hat hier wirklich alle wichtigen Funktionen versammelt, die man als Payback Nutzer braucht. Das Look and Feel gefällt mir gut, es ist recht schlicht gehalten und somit auch übersichtlich. Und was für mich als notorischen Kartenverleger am besten ist. Ich habe alle nötigen Daten als Payback Kunde immer dabei.

Und wenn hier wieder das Thema Datenschutz, Kundenverfolgung kommen sollte. Es ist wie immer ein Geben und Nehmen. Dafür, dass ich Rabatte bekomme, ermögliche ich dem Unternehmen, mein Kaufverhalten zu analysieren. Das passiert bei anderen Plattformen ganz ähnlich, oder was glaubt ihr, woher zum Beispiel Amazon seine Empfehlungen hat?

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Der Filialfinder zeigt sehr schön auf einer Karte, wo die nächsten Kooperationspartner von Payback sind.

 

Ich sehe es so, da ich kein Problem mit den Dingen habe, die ich einkaufe und damit, dass andere darüber Bescheid wissen, ist für mich diese Form der Datenweitergabe auch kein Problem. Es gilt wie immer, abzuwägen, was man bereit ist zu geben, um etwas zu bekommen. Ich für meinen Teil habe schon das eine oder andere Produkt kostenlos bekommen, dadurch, dass ich z.B. Payback oft beim Tanken einsetze oder bei Online Käufen bei Amazon.

Hier noch ein kleiner Film, der schön zeigt, wie das ganze funktioniert.

 

Hallimash Socialmedia Marketing



Hallo Hersteller: Bitte weniger Smartphones!

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Selbst das älteste Gerät in diesem Bild, ein knapp 2 Jahre altes Nexus kommt noch mit der gesamten neuen Softwarepalette klar. Wie wäre es also mal mit „weniger ist mehr“?

Laut AllaboutSamsung sind die Verkäufe des S4 Mini weit unter den Erwartungen. Die Frage ist nur, unter welchen? Wenn ich sehe, in welchen mittlerweile nahezu irrsinnig schnellen Zeiträumen das neueste Smartphone bereits wieder zum alten Eisen gehört kann ich den Herstellern nur raten. Macht langsamer.

Denn letztlich bedingt das vor allem eine Reaktion. Ich kümmere mich erst mal nicht mehr um den Smartphone Markt, wenn ich mir schon nach wenigen Wochen vor Augen führen lassen muss, dass mein Gerät bereits veraltet ist, kaum dass ich es gekauft habe.

Das Galaxy S4 ist eigentlich immer noch ein Top Smartphone aber schon kursieren Gerüchte, Samsung wolle im Januar das neue vorstellen.

Nach nicht einmal einem Jahr! Da sage selbst ich als Technikgeek, NA UND? Das neue kann gar nicht so viel bieten, dass die Software das ausreizen könnte. Und schon ein Jahresrhythmus bei neuen Geräten ist nur für die wirklichen Technikfans interessant, werden die Geräte jetzt im Halbjahresrhythmus ausgetauscht, sorry, dann bin ich auch raus. Dann wird halt nur noch jedes zweite oder dritte neue Gerät einer Serie betrachtet. Wenn ich mir das Nexus meiner Frau ansehe (nein, nicht das Nexus 4, das Nexus) dann muss ich sagen, es läuft ALLES, was momentan an interessanten Apps auf dem Markt ist hervorragend darauf, das Betriebssystem ist aktuell, die Performanz hervorragend und dank Wechselakku brauch ich mir auch keine Sorgen um evtl. abfallende Batterieleistung zu machen (gleiches gilt übrigens auch fürs Note 2 meines Sohnes und mein Note 3 sowie das S3 Mini der Tochter, ich würde IMMER zu Wechselakkus raten).

Auch die Verkaufszahlen des IPhone 5c scheinen weit unter den Erwartungen zu bleiben, wundert nicht, wenn bislang die Apple Käufer doch stets hohen Wert auf Wertigkeit und gutes Design legten, warum sollen sie dann ein Billigplastik Smartphone mit billigen Kitschfarben kaufen?

Und auch die inflationäre Variantendichte von verschiedenen Smartphones ist mittlerweile geradezu lächerlich. Weniger ist mehr, und es gibt Erkenntnisse aus der Konsumentenforschung, die besagen, dass Kunden zufriedener sind, wenn die Auswahl begrenzter ist. Also reduziert, verlangsamt un baut lieber wieder qualitativ hochwertige Geräte, die nicht kurz nach dem Erscheinen schon die ersten Fehlerbehebungen benötigen!

 

 

Pures Android oder Hersteller Android. Ein Pro und Contra

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Bildquelle: Google

Wir haben den Herbst 2013 oder wie ich diese Jahreszeit zu nennen Pflege, die Zeit der fallenden Smartphones. Zum einen, weil die Preise für „ältere Generationen“ fallen. Zum anderen, weil im Nachklang zur IFA wieder ein Füllhorn an neuen Geräten beim Händler und dann letztlich in die Hände der Kunden „fällt“.

Und wie jedes Jahr, gerade um die Zeit wenn Google wieder sein ureigenes auf reinstem Android basierendes Smartphone präsentieren wird, ist es mal Zeit, sich ein paar Gedanken um das für und wider von angepassten Android Systemen versus purem, reinem Android zu machen.

Ich begebe mich damit natürlich auf vermintes Terrain, denn neben Apple versus Android, Windows versus Mac und Linux ist gerade dieses Thema ein sehr heiß diskutiertes.

Betrachten wir es doch mal ganz objektiv.

Für ein reines Android spricht vor allem, dass man dann mit Sicherheit zu den ersten gehört, die neue Versionen und Sicherheitsupdates bekommen. Das ist ein wichtiges Kriterium gerade da Android wegen der hohen Verbreitung auf dem Markt auch stärker Angriffen durch Hacker ausgesetzt ist.

Für das angepasste Android spricht, dass oft die Hersteller gemeinsam mit der Anpassung auch neue Feature einbauen, die so von Google (noch) nicht vorgesehen sind. Ich denke da z.B. an Funktionen wie Gestensteuerung, eine Kamera, die prüft, ob man das Smartphone ansieht und nur dann abschaltet, wenn man nicht aufs Smartphone blickt. Oder ganz prominent beim Note 3 die diversen Funktionen, die mit dem speziellen Samsung Stift verbunden sind. Auch die angepassten Android Versionen bekommmen natürlich Updates aber gerade z.B. bei Samsung bekommen jetzt, wo wir vermutlich Mitte Oktober mit Android 4.4 Kitkat rechnen können Android 4.3.

Ich persönlich nutze ein Note 2, das zur Zeit mit einem Custom Rom läuft. insofern kann das für die technisch versierten die „Krücke“ sein, um die neueste Version zu bekommen.

Aber ist das wirklich so wichtig? Mal davon absehend, dass auch angepasstes Android relativ zügig Sicherheitsupdates, dann aber nur als Modifikation der bestehenden Version erhält ist die Thematik der Anpassung wenn wir es mal genau betrachten doch nur für technisch versierte Nutzer relevant.

Die große Mehrheit kauft sich ihr Smartphone nach dem, was es zum Zeitpunkt des Erwerbs für Möglichkeiten bietet. Die Updates werden zur Kenntnis genommen, hoffentlich auch installiert aber ob das eigene Smartphone nun auf 4.1, 4.2 oder 4.3 läuft, das ist für den Durchschnittsnutzer irrelevant.

Insofern diskutieren wir hier eigentlich von Geek zu Geek und am Markt vorbei. Der Markt möchte ein Top-Smartphone, mit möglichst allem an technischen Finessen, die aktuell möglich sind. Ob das dann originales Android ist oder nicht. So what.

Also, relax, wer den Unterschied versteht, bildet sich eh seine eigene Meinung, und für den Rest gehört diese Diskussion zu den absoluten Nebenkriegsschauplätzen.

Aber einen Rat kann ich dennoch geben. Solltet ihr jemandem ein Smartphone empfehlen müssen, bei dem ihr erkennt, dass sie oder er keinerlei Interesse an technischen Details hat, gleichzeitig keine speziellen Features möchte (Stichwort Phablet), dann ratet zu purem Android.

Aha, jetzt doch? Klar, aus dem einfachen Grund. Dann kommen die Updates quasi automatisch drauf und es gibt keine großen Diskussionen, wann wo wie denn jetzt geupdatet werden muss, sollte in den Medien mal wieder über eine Sicherheitslücke diskutiert werden.

Aber sobald ihr merkt, da möchte einer besondere Features (wiederum Stichwort Phablet, bestimmter Formfaktor, bestimmte Add Ons wie Wechselakku oder Erweiterbarkeit des Speichers durch Micro SD), dann wird es Zeit für eine echte Marktsichtung.

Note 3: Kein Garantieverlust, kein Regio Lock, aber negative Wertungen auf Amazon.

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Sowohl das Note 2 als auch das Note 3 können ohne Garantieverlust gerootet werden.

Könnten wir bitte jetzt so langsam alle mal wieder runterkommen?

Wie nicht anders zu erwarten haben findige Hacker bereits einen Weg gefunden, wie man das Note 3 ohne Verlust der Garantie (Stichwort eFuse) rooten kann und es gibt ebenfalls bereits eine App, die den Regio Lock entfernt. Insofern finde ich mittlerweile den weiterhin schwelenden und mit teilweise sehr dämlichen Texten geführten Shitstorm auf Amazon nicht mehr gerechtfertigt.

Also bitte, alle mal wieder etwas beruhigen, bei anderen Herstellern, vor allem denen aus dem Fallobst Sektor regen sich die Käufer ja auch nicht so über das Gefängnis auf, in das sie sich begeben, und vor allem finde ich es ein Unding, ein Gerät zu kommentieren, das man gar nicht besitzt und damit Beurteilungen zu verfälschen. Vielleicht sollte sich Amazon mal Gedanken machen, ob nur noch Bewertungen erlaubt sind, wenn derjenige das Produkt auch bei Amazon erworben hat?

Denn insgesamt ist das Note 3 ein überragendes Smartphone, das ich nach mittlerweile einer Woche Härtetest nur wärmstens empfehlen kann. Der zunächst vermutete Fehler im System bezüglich Reboots konnte mittlerweile durch den Wechsel der Micro SD Karte vollständig behoben werden (vermutlich führten Fehler auf der Karte zum Reboot) und bei mir treten weder die von manchen angeführten Fehler bei Filmaufnahmen mit schlechten Lichtverhältnissen auf, noch wird das Gerät zu warm auch nicht, wenn ich anspruchsvolle 3D Spiele spiele.

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Weder das Note 2 noch das Note 3 werden unangenehm warm, zumindest nicht bei diversen Tests in meinem Testlabor

Für mich hat dieser Bewertungsshitstorm mittlerweile einen ziemlich üblen Nachgeschmack. Natürlich sollte Samsung sich klarer positionieren und die Hintergründe und Seiteneffekte offenlegen. Aber der Missbrauch von Amazon Bewertungen für Kritik an einem Produkt, das diejenigen, die es schlecht bewerten offensichtlich nicht mal erworben haben, das ist wirklich grenzwertig.

Vor allem für den Schutz via eFuse gibt es für mich auch einen sehr treffenden Grund. Wenn ich ein Produkt auf den Markt bringen will, das auch im Business Umfeld Bestand hat, muss ich schon ganz andere Sicherheitsmechanismen einbauen, als für ein Consumergerät. Und tut mir leid euch allen das sagen zu müssen. Ein gerootetes Smartphone hat in einem Businessnetzwerk nichts verloren! Und wenn da etwas gerootetes unterwegs ist, muss das für die Administratoren erkennbar sein. Sonst können wir den Business Aspekt, der ja gerade bei der Note Serie ein Teil des Erfolges ist zukünftig vergessen.

Was das Regio Lock angeht, da gehe ich davon aus, dass Samsung nicht bewußt lügt, sondern dass es hier offensichtlich wie bei jeder Innovation Probleme mit dem Verfahren gibt. Meine Annahme und ich möchte fast drauf wetten, dass es sich genau so verhalten wird. Der Regio Lock gilt für die Erstaktivierung eines Smartphones um Billigexporte aus Asien nach Europa zu verhindern. Und wenn wir noch ein paar Wochen warten und sich die Probleme im Ausland bestätigen sollten, dann wird es mit Sicherheit auch hierfür einen Update geben.

Man sieht aber hier wieder mal, wenn der Community die Möglichkeit zum Spielen mit ihrem Gadget genommen wird, dann kann das ganz böse enden. Insofern eine Ermahnung an die Öffentlichkeitsabteilung von Samsung. Besser kommunizieren hätte viel von diesem Shitstorm verhindern können. Und möglicherweise empfindliche finanzielle Einbußen verhindert.