Freiheit, die ich meine. Warum wir eigentlich gar nicht frei sein wollen.

BHgQPPiCQAES_glIhr war mir nicht sicher, soll ich es als Frage formulieren oder als Aussage. Denn eigentlich will doch jeder von uns frei sein. Sagen wir zumindest. Stimmen wir total zu. Nicken wir zustimmend.

Und dann geht es wieder los, in einen Tag voller Unfreiheiten, die wir uns oft genug selbst wählen. Das beginnt schon bei dem, was wir besitzen. Dass viele von uns überhaupt schon so viel besitzen, ist eigentlich Teil einer selbstgewählten Unfreiheit. In ihrer einfachsten Ausprägung bedeutet diese nur, dass wir nach vielen Dingen schauen müssen, oft nach mehr Dingen, als wir eigentlich brauchen und nutzen. In der von vielen aber selbst gewählten Konsequenz binden wir uns an Banken an Kredite, an Besitztümer wie Häuser und Autos, deren Preis wir nur bezahlen konnten, weil wir bereit waren, einen Teil unserer Freiheit an eine Bank abzugeben.

Nun ist es richtig, dass gewisse Anschaffungen gar nicht ohne Kredit gehen, hat man nicht reich geerbt oder eine andere Freiheit aufgegeben. Nämlich die der Zeithoheit.

Wer Karriere machen will, wird früher oder später auch erkennen müssen, dass immer mehr Zeit investiert werden muss und Priorisierungen der „eigenen Zeit“ immer schwieriger werden.

Nicht falsch verstehen, es gibt IMMER Ausnahmen. Aber ich spreche über Dinge, die ich lange Jahre beobachtet und als für die Mehrheit von uns geltend identifiziert habe.

Auch im Alltag binden wir uns oft unreflektiert und recht unfrei an Rituale, nur weil man das eben so macht. Wir verbringen viel Zeit vor dem Fernseher, beklagen uns dann aber am nächsten Tag stets, wie schlecht doch wieder das Fernsehprogramm war. (Für mich habe ich da eine schöne Abhilfe gefunden. Ich schaue einfach nicht und blogge dann lieber. So ist auch dieser Text entstanden 😉 )

Viele sind in Vereinen, damit man Leute kennenlernt, oder weil man das eben so macht. Und manchmal frage ich mich, wie viele mehr da nicht drin wären, wenn sie sich nicht ganz unfrei von dem Gedanken leiten ließen, man müsse da ja drin sein, um in seinem Ort, seinem Freundeskreis anerkannt zu sein.

Wir lassen uns von den Medien Fitnessideale vorschreiben, binden uns an die Thesen sogenannter Experten, die aber jedes Jahr eine neue Sau durchs Fitness- Gesundheits- oder Schönheitsdorf treiben oder noch viel schlimmer, daherorakeln, was denn nun der letzte neueste beste Trend wäre.

Und wir vergleichen uns. Mit Models. Nachbarn, Kollegen, Fernsehstars und vergessen dabei nach und nach, dass wir auch eine eigene Seele, einen eigenen Charakter haben.

Wir lassen uns viel zu oft davon leiten, was „andere“ von uns denken. Sehr beliebt ist der stete Blick auf das Fremdbild, bei dem ich mich den Meinungen und Sichtweisen anderer aussetze (n muss). Nichts dagegen, wenn ich wüsste, dass jeder objektiv und frei von eigenen Zwängen und Werten urteilen würde. Dem ist oft aber nicht so. Und schon gar nicht wird in Betracht gezogen, wie meine Seele tickt, was für ein Typ Mensch ich bin oder was ich gerade in den letzten 12 Monaten erlebt habe.

Momentaufnahmen bestimmen über die Zukunft. Fehleindrücke, bedingt durch die eigene Geschichte haben da schon so manche Karriere, oder im gedämpfteren Maß Motivation getötet.

Und das verrückte an dieser Geschichte. Vieles davon ist selbst so gewollt. Denn sobald es in meiner Entscheidungshoheit liegt, die Situation zu verändern muss ich vor mir selbst auch akzeptieren, dass ich so manche Unfreiheit, die ich oft nicht als von mir bestimmt wahrnehme, selbst zu verantworten habe.

Vielleicht ist das eine Erkenntnis, die uns allen wieder gut täte. Zu klären, was wir tun, weil wir es wollen und was wir tun, weil man das nun mal so macht.

Früher war das oft sehr einfach zu klären, wenn man nur mal das Gegenteil zur Disposition stellte und dann vom Gegenüber zu hören bekam: „Ja, aber was sollen die Leute denken?“

Das ist heute bei weitem nicht mehr so einfach, denn durch wechselnde Berufe, wechselnde Wohnorte und immer schneller wechselnde Lebensumfelder ist es längst nicht mehr klar, wer eigentlich „die Leute“ sind, deren Denkmuster mein Leben beeinflussen könnten.

Aber das ist ja gerade die Chance. I am the best, fuck the rest. Wir sollten endlich wieder uns akzeptieren als Wesen, deren höchstes Streben Freiheit ist und die auch in einer Zeit leben, in der man die Freiheit ausleben kann in einem Ausmaß, wie es Generationen vor uns nicht konnten. Heute haben wir da ein anderes Problem.

Wir wollen oft nicht. Weil es anstrengt, weil es eigenständiges Denken verlangt. Und das ist in Zeiten von BILD und Privatfernsehen einfach für viele zu anstrengend geworden.

Ich vermute, mein Unverständnis über die weitgehende Ignoranz der Öffentlichkeit, was den Fall Snowden und die unsägliche Spionage der NSA und auch anderer Geheimdienste angeht, hängt vor allem eben mit dem oben dargestellten zusammen. Wir sagen zwar immer, wir halten Freiheit für das wichtigste Gut. Aber in Wirklichkeit ist es oft ein anderes, dem wir höchste Priorität schenken. Bequemlichkeit.

Die Evolution des Papierfliegers. Der Propeller für den Flieger 2.0

Auf Kickstarter ist wieder mal eine sehr interessante Idee gestartet, die schon in den ersten Tagen ihr Finanzierungsziel weit übertroffen hat.

Die Rede ist von Powerup 3.0 einem kleinen Motor, den man an einen beliebigen gefalteten Papierflieger montieren kann und in damit steuern.

Das ganze ist so simpel wie genial. Man steuert den Flieger mit seinem Smartphone (im Moment noch nur mit IOS, aber bei dem abzusehenden Erfolg der Kampagne wohl auch für Android 3.0) und der Lagesensor übernimmt die Steuerung.

Vermutlich wird hier der Knackpunkt die Faltung des Papierflieger sein. Der muss, davon gehe ich aus, bereits in sich eine gute Aerodynamik haben, damit das Steuern auch Spass macht. Für den angestrebten Preis aber auf jeden Fall eine tolle Idee, die man bei einem Betrag von 30$ plus 20$ für den Versand nach Europa bereits sein eigen nennen kann.

 

871ce6d36514866d7634b8ae19d08a5a_large
Bildquelle: Kickstarter/Powerup Toys

 

a1170b0117be6d236c891df647ea23f4_large
Bildquelle: Kickstarter/Powerup Toys

 

 

f44b02d89f02b2aa31116202a2533835_large
Bildquelle: Kickstarter/Powerup Toys

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir alle sind Trolle. Die wahre Geschichte hinter Obamas Selfie

Bilder können lügen. Das schreibt der Fotojournalist, der für die Bilder von Obama ,Cameron und der dänischen Premierministerin Helle Thorning Schmidt beim Aufnehmen eines Selfie verantwortlich zeichnet.

Denn der Kontext wurde weder in den Medien noch in der Social Media Crowd wirklich beachtet. Eine Gedenkfeier in Südafrika ist keine „Trauerfeier“, insofern ist es schon mal ganz ok, dabei Spaß zu haben. Man ehrt einen Verstorbenen indem man ihn FEIERT.

Also passen auch solche Bilder gut in das Gesamtbild, das man bei einer solchen Feier erwartet. Es sei dann, man kommt mit seinem eigenen Weltbild und Gedankenmodellen daher und projiziert diese unreflektiert. Dann natürlich geht so etwas bei einer Trauerfeier gar nicht. Aber die drei waren eben bei keiner Trauerfeier. Selbst Michelle Obamas ernster Gesichtsausdruck ist nach Aussage des Fotojournalisten ein reiner Zufall.

Wir sehen zwei Dinge: Bilder lügen doch! Und wir sollten immer zuerst nachdenken, bevor wir jemanden verurteilen.

Zur Vollständigkeit  noch der Link zum Blogbeitrag des Fotojournalisten. So, und können wir uns jetzt alle mal wieder wichtigen Themen zuwenden?

 

Game Dev Story heute kostenlos im Amazon App Store.


image

Heute gibt es ein wirklich empfehlenswertes Strategiespiel bei Amazon als App des Tages kostenlos.
In Game Dev Story seid ihr Chef eines kleinen Softwarehauses und müsst versuchen, mit eurem Team zusammen erfolgreich Computerspiele zu entwickeln.
Kairosoft, die noch einige Spiele nach dem gleichen Muster am Start haben ist hier ein liebevoll gemachter Überraschungshit gelungen.
Die sehr schön gestaltete Pixekgrafik im Retro Design tut ein übriges.
Jeder, der auch nur ein bisschen Spaß an Aufbau Simulationen hat, dürfte hiermit großen Spaß haben.
Also zuschlagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[appbox amazonapps B00AQCMK32 ]

Ein Computer zum Selbst Zusammenbauen. Auch für Kinder: Projekt Kano

Das nenne ich mal eine klasse Idee, um auch Kinder an die Informatik und den Computer sinnvoll heranzuführen.

Auf der Basis des Raspberry Pi will das Kickstarter Projekt Kano einen Computer zur Verfügung stellen, den jeder zusammenbauen kann und der für kleines Geld den Einstige in die Informatik ermöglicht. Als Betriebssystem kommt KanoOS zum Einsatz, eine Variante von Debian Linux. Im Kano Paket steckt folgendes:

1 – Kano Books, illustrated and intuitivecfff2dce494db65cb35681f8e1a61cb7_large2 – Kano OS and Levels on 8GB SD card
3 – DIY Speaker
4 – Raspberry Pi Model B
5 – Kano Keyboard Combo
6 – Custom case
7 – Card mods and stencils
8 – Stickers!
9 – Cables: HDMI*, Mini-USB
10 – Smart power plug (all region pins available)
11 – WiFi powerup

 

 

Ich halte das für eine tolle Idee, auch mit Blick auf Schulen, die so auf einfache Art Informatikwissen vermitteln können, das über das übliche „wie bediene ich Word und Excel“ hinaus geht.

Und wer bereit ist, einen bestimmten Betrag zu investieren, der erhält nicht nur ein komplettes Set, sondern unterstützt auch noch die „Kano Academy“ die dann einem Kind einen Kano kostenlos zur Verfügung stellt, frei nach dem Prinzip, get one, give one for free.

Wie ich finde, wieder mal eine gute Initiative, die sich das Beklagen von Ingenieursnachwuchs bzw. den Mangel an IT Bildung in unseren Schulen spart und statt dessen die Initiative ergreift und etwas sinnvolles anbietet.

Unterstützenswert und von mir bekommt Kano eine ganz besondere Empfehlung.

 

 

Die GetDigital Abmahnung wegen Geek und Nerd geht in die nächste Runde!

Neueste Info von Getdigital zu dem Fall, ich hoffe, ihr streut das kräftig, GetDigital kann unsere Unterstützung gut gebrauchen!

Kurz zur Zusammenfassung: Die Firma Trade Buzzer UG hat sich die Marke „Geek Nerd“ (und noch einige weitere) eintragen lassen und mahnt nun Onlineshops wegen der Verwendung dieser Begriffe ab. Mehr dazu gibt es im Getdigital Blog zu lesen:http://www.getdigital-blog.de/abmahnung-mal-wieder-dieses-mal-wegen-der-marke-geek-nerd/

Leider hat in einer ersten Instanzt die Trade Buzzer UG es tatsächlich geschafft, einen Richter zu überzeugen und nun liegt sogar eine einstweilige Verfügung gegen GetDigital vor!
Wir mussten also alle Texte in unserem Shop ändern, in denen die Begriffe „Geek“ und „Nerd“ zusammen benutzt wurden und – was natürlich noch viel schlimmer ist – 160 Shirts bei eBay löschen.

Der finanzielle Schaden ist dadurch natürlich nicht unerheblich, aber GetDigital will sich wehren:
http://www.getdigital-blog.de/fall-trade-buzzer-abmahnung-gerichtliches-verbot-der-benutzung-von-geek-nerd/

Best Blog Award: Ein Stöckchen und 11 Fragen.

BestBlogAwardJohannes hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Ein großes Stöckchen, eigentlich einen Zaunpfahl.

Und in dem Zaunpfahl sind 11 Fragen eingraviert. Die soll ich beantworten.

Man sieht, Johannes kennt mich gut, denn die Fragen sind wirklich eine Herausforderung und insofern bin ich mehr als versucht, diese Fragen zu beantworten.

Nun aber flux zu Johannes 11 Fragen:

 
Was ist Dein persönlicher Antrieb für die Bloggerei?

Punkt eins, ich schreibe gern. Schon in der Schule hatte ich zwei Fächer mit so richtig guten Noten. Das war zum einen die Informatik, zum anderen Literatur. Ja ich weiß, eine sehr merkwürdige Kombination, aber daraus ist dann mein Studienwunsch und schliesslich Wirklichkeit „Computerlinguistik und KI “ entstanden. Mit der  Informatik verdiene ich mittlerweile unseren Lebensunterhalt, mit meiner Leidenschaft fürs Schreiben habe ich diesen Blog als meine persönliche Möglichkeit, meine Gedanken in Textform zu bringen gestartet. Letztlich schreibe ich primär für mich, dann für meine Leser. So kann ich gewährleisten, dass was ich schreibe auch meine Gedanken sind. Natürlich denke ich auch darüber nach, wie ich meine Gedankenwelt verständlich in Textform gießen kann, aber ich bin es, so empfinde ich zumindest meinen Lesern schuldig, authentisch und ehrlich zu sein.

Hand aufs Herz, wie wichtig ist es Dir, dass gelesen wird, was Du schreibst?

Auch wenn kaum jemand meine Texte lesen würde, würde ich weiterhin schreiben. Ich freue mich über Feedback, weil es mir erlaubt, meine eigenen Gedanken zu reflektieren und weil ich gerne auch korrigiert werde, wo ich mit meinen Ansichten fehl zu laufen drohe. Aber würde ich mein Blog nur schreiben, weil ich will, dass es gelesen wird, würden die Inhalte vermutlich anders aussehen. Andererseits kann ich beruhigen, ich habe mittlerweile einen durchaus ansehnlichen Kreis von Stammlesern und freue mich über jeden Kommentar.

Was war Dein bisher schönstes Blog- oder Online-Netzwerk-Erlebnis?

Da kann ich nur Stefan Pfeiffer und unsere mittlerweile zur Freundschaft erwachsene Online Verbindung anbringen.

Es war zu Beginn dieses Blogs, ich war schon auf Twitter sehr aktiv und befasste mich gerade mit Linux als Alternative für den Business Desktop. Da schrieb mich @digitalnaiv an via Twitter und fragte, ob ich nicht, da ich mich ja so sehr mit dem Thema Linux und der Desktop beschäftige, Interesse hätte, auf der re:publica einen Workshop zu dem Thema zu halten? Da ich sowieso plante, zur re:publica zu fahren konnte ich da natürlich schlecht nein sagen und er Rest ist schönste Social Media Geschichte. Egal, wer von uns beiden ein Beispiel für den Nutzen von Social Media anbringt. Diese Geschichte wird immer wieder erzählt und auch später haben wir uns noch das eine oder andere Mal getroffen bzw. treffen uns immer wieder mal und dann ist es, auch wenns ein Klischee  bedient, als wäre man gar nicht weg gewesen.

Was bereichert Dein Leben zur Zeit am meisten?

Weit vor allem die Familie. Ich hatte in den letzten Jahren auch schlechte Tage und persönliche Tiefs, aber was auch immer war, meine Familie stand zu mir. Und da ich meine Frau auch heute noch zutiefst liebe und wir drei wirklich tolle Kinder haben ist das wirklich die Basis und die Grundlage, auf der mein restliches Leben ruht. Ansonsten bereichert mich die Arbeit in einem neuen wunderbaren Team, das wirklich Teamspirit hat und in dem der persönliche Umgang von erstaunlich viel Freundlichkeit geprägt ist. Und ganz aktuell mein erstes Buch, das mir doch mehr bedeutet, als ich dachte. Ich hatte schon während meiner Schulzeit immer diesen Traum, mal ein ECHTES eigenes Buch zu veröffentlichen und jetzt ist das wahr geworden. Das ist für mich in sich ein tolles Gefühl, da damit einer meiner eher unrealistischeren Lebenswünsche doch noch wahr geworden ist. Und zusätzlich bereichert hier die Arbeit am zweiten Band, der quasi das Sahnehäubchen darstellt.

 

Kunst und Kultur oder Kommerz und Kapital? Und wieso das Eine und nicht das Andere?

Definitiv Kunst und Kultur. Ich hätte gerne beides, habe aber in der Vergangenheit immer wieder erfahren (müssen), dass der Kommerz und das Kapital früher oder später die besten Ideen zerstört, wenn man ihn die Oberhand gewinnen lässt. Schon so manche gute Idee, so manches Projekt war tot, als es darum ging, jetzt endlich „Rendite“ zu erwirtschaften. Sobald etwas in die Hände der Verkäufer fällt und diejenigen, die mit dem Herzen dabei sind in die zweite Reihe rücken (müssen), geht es mit der guten Idee in den meisten Fällen bergab.

Mal angenommen, Du dürftest an einem Tag um 20.00 Uhr auf dem Sendeplatz der Tagesschau eine 15minütige Botschaft an die Zuschauer richten. Was würdest Du ihnen sagen?

Denkt stets daran, dass auf eurem Grabstein nie stehen darf, er schuftete sich zu Tode. Das Leben dreht sich um Menschen, um Beziehungen, um Glücksmomente, die nicht mit Geld erkauft sind. Und hängt nicht zu sehr am Geld, das ist nur bedrucktes Papier. Versucht nicht, jeden Tag zu leben, als sei es euer letzter, das würde den Tag nur überhöhen. Lebt jeden Tag, lebt einfach, genießt, habt Freude und haltet euch fern von muffeligen, von griesgrämigen Menschen. Lernt, hört nie auf, neugierig zu sein. Und seid kindisch, bleibt in eurer Seele ein Kind, das staunen kann, das neugierig und verspielt ist. Die Welt ist schon viel zu ernst, viel zu erwachsen, wir müssen alle auch wieder Kinder sein, Freude und Spaß im Leben entdecken.

Womit kann man Dich wirklich begeistern?

Mit Begeisterung. Ich schätze Menschen, die für eine Sache brennen (nicht ausbrennen). Ich mag Menschen, die tiefe Gedanken zu denken wagen, die auch mal unbequeme Fragen stellen. Und ich schätze Menschen, die authentisch sind, auch wenn das vielleicht für manche ein abgegriffener Begriff ist.

Was war Deine größte Enttäuschung in diesem Jahr?

Mir selbst eingestehen zu müssen, dass eine berufliche Entscheidung doch nicht das richtige für mich war. Ich hatte mich mit Begeisterung auf ein Thema gestürzt, das jetzt leider doch im Sande verläuft und nicht wirklich gelebt wird. Da viel mir der Abschied von dem Team, von den Kollegen sehr schwer, weil sie alle wunderbare Menschen waren und sind aber es heißt so schön: „Love it, change it, leave it“ Love ging gar nicht, wenn meine Ideen nicht gehört werden, change it, da hätte ich viel zu viel von mir aufgeben müssen um so aufzutreten, dass es einen Wandel gegeben hatte, also blieb mir nur leave it. Dafür bin ich jetzt angekommen. In jedem Ende liegt halt doch auch ein neuer Anfang 😉

Unterstellt, Du wärst ein Musikstil. Welcher käme Deinem Wesen am nächsten?

Schwer zu sagen, wie man das beschreiben könnte, vielleicht hilft es, Musiker zu nennen, die mich musikalisch vertreten sollten, so ich denn auswählen müsste: Sting, Kate Bush, Enya aber auch Lilly Allen. Vielleicht trifft es am besten: Ich bin viele Stile, ich mag mich da nicht festlegen, da es für mich nur gute und schlechte Musik gibt, jenseits von Stilen.

Was war das schönste Lob, das Du in diesem Jahr erhalten hast?

Das war erst vor kurzem. Wir hatten mit Studenten ein Projekt gestartet, es entstand eine Software und was schon lange mein Wunsch war, dieses Mal haben wir es, mit viel Hilfe und auch Unterstützung durch mich und meine Skills geschafft, dass das Produkt tatsächlich in den realen Einsatz kam. Als dann noch der Kunde insbesondere auch meinen Einsatz gelobt hat, das tat und tut schon verdammt gut. Oh, erwähnte ich schon, dass ich der festen Meinung bin, dass wir alle viel zu viel kritisieren und viel zu wenig loben?

Hand aufs Herz und geradeheraus: Wie findest Du es, dass ich Dir diesen Stock ungefragt vor die Füße geworfen habe?

Hmm, erste Reaktion, oh je, dann die Fragen gelesen, darauf ein hmm, dann ein , na das könnte spannend werden. Ich mag es, Fragen zu beantworten die jenseits vom üblichen Themenspektrum liegen.

Und nun zum Stöckchen, das ich gerne an die folgenden geschätzten Blogger weitergebe:

Stefan Pfeiffer

Marc Höttemann

Marco Bereth

Beate Schmitz

Dorothee Leister

EM Jungmann

Hilke Gesa Bussmann

Mika Kienberger

Georg Schiele

Romy Mlinzk

Und hier meine 11 Fragen:

1 Was war für dich das einschneidenste Ereignis, persönlich oder öffentlich des Jahres 2013?

2 Was würdest du noch heute ändern, wenn du könntest?

3 Was wolltest du immer lernen und hast es noch nicht? Und warum nicht?

4 Welchem Menschen des öffentlichen Lebens würdest du am liebsten Mal so richtig die Meinung sagen?

5 Wenn du für einen guten Zweck 1 Million Euro spenden könntest, welcher wäre das?

6 Was würdest du gerne machen, wenn du nicht mehr für deinen Lebensunterhalt arbeiten müsstest?

7 Dir wird ein Autorenvertrag für ein Buch über dein Leben angeboten. Wie würde der Titel lauten?

8 Welches ist für dich das bislang wichtigste Buch und warum?

9 Wenn man dein Leben verfilmen würde, welches Genre sollte der Film haben?

10 Welcher Mensch, lebend oder bereits tot ist für dich die wichtigste Persönlichkeit?

11 Es kommt mal wieder ein Weltuntergang. Dieses Mal aber wirklich. Was würdest du zum Schluss noch machen wollen?

 

Wider den Meetingwahn, ein ergänzender Rant

Es besteht eine Unkultur in deutschen Büros. Die der vielen Meetings. Ganz egal, worum es geht, erst mal wird ein möglichst großer Kreis eingeladen, um über ein Thema zu diskutieren, das man hätte oftmals zwischen Tür und Angel bilateral, oder in einem sinnvoll ausgewählten Kreis klären können.

Für alle, die sich in Meetings beklagen, dass andere „auf ihrem Smartphone rumspielen“ oder aus dem Fenster starren und ihren ach so salbungsvollen Weisheiten nicht lauschen gebe ich mal folgendes zu bedenken:   Dass sich Menschen ablenken lassen, hängt auch viel damit zusammen, dass tendenziell zu häufig und zu viele Menschen in Meetings eingeladen werden. Wenn ich im Meeting thematisch nur kurze Zeit beitragen kann, langweile ich mich den Rest der Zeit. Das fällt nur nicht so auf, wenn ich dann in meinen Block irgendwelche Bildchen male, wenn ich ein Smartphone benutze, geht jeder gleich erst mal von „Spielzeug“ aus. Da stimmt aber im Grundsatz dann erst mal was mit der Meetingkultur nicht.

Leider sitzen in zu vielen Meetings Menschen, die eigentlich was besseres vor haben und gar nicht dabei sein müssten, nur, weil sich wenige dann wichtig vorkommen, wenn ein großer Kreis ihnen lauscht. Zeigt dann jemand, dass er eigentlich gar nicht dabei sein müsste, gibts erst mal dialektische Haue.
Lasst in Zukunft  Smartphone oder Tablet am Schreibtisch oder in der Tasche (Smartwatch ;P), dann müssen die Leute halt damit leben, dass  dann weder ein Kalender dabei ist, noch Notizen gemacht werden, denn auf Papier Notizen zu machen, damit man sie später extra digitalisieren muss ist  blöd. Aber Gott sei Dank werden in solchen Meetings die Wichtigkeit der Anwesenden und die Aussagen häufig in einem Protokoll niedergelegt. Und wo nicht, war auch das Meeting nicht wichtig.

Oder kurz gesagt: Wenn es euch ärgert, dass andere gelegentlich auf ihr Smartphone starren, statt euern Eingebungen zu lauschen.Ladet in Zukunft nur noch diejenigen ein, die permanent an euren Lippen hängen oder akzeptiert, dass in großen Runden nicht jeder zu jeder Zeit aufmerksam sein muss. Und vor allem. Kümmert euch um euren Shize.

Ach und noch was, wenn ich schon mal wieder am ranten bin. SPART EUCH EURE ÄRGERLICHEN MASSEN CC Mails.

Update: Falls die Frage aufkommen sollte: Sprichst du da aus eigener Erfahrung und hast du Tipps, wie es besser geht,  kann ich Gott sei Dank sagen. Nein und Ja, es gibt zwar auch bei uns Meetings, aber sowohl die Zeit wird gut genutzt, als auch der Kreis stets gut gewählt. Aber in Diskussionen habe ich schon so manche Schreckensgeschichte gehört. Zwei Punkte, die in meinem Umfeld praktiziert werden, um Dinge im Rahmen zu halten: Es werden Meetingzeiten stets eingehalten, wenn nötig lieber ein Folgemeeting geplant. Und der Kreis wird so gewählt, dass möglichst nur wirklich am Thema Beteiligte auch teilnehmen. Zur Not wird selektiv für eine gewisse Zeit eingeladen. Das ist überhaupt der beste Trick. Und dabei nicht vergessen, jemanden zu benennen, der explizit auf die Zeit achten soll und ggf. Signal geben darf, so man nicht als Meetingleiter selbst die Zeitgrenzen überwachen kann (kann in hitzigen Diskussionen nämlich schon mal passieren)