Mein Samsung Galaxy S7 Edge. Erfahrungen, Tipps und Tricks

Nachdem ich in letzter Zeit eher über meine Depression oder mein Buchprojekt berichtet hatte, jetzt mal wieder einer der Artikel, deretwegen das Blog eigentlich entstanden ist. Seit über 3 Monaten ist mein Daily Driver das Samsung Galaxy S7 Edge. Wer mich kennt, wird sich jetzt wundern, warum es nicht das Note7 wird. Zwei Gründe. Zum einen die bessere Akkulaufzeit, die jetzt nicht so intensiv ins Gewicht fällt, für mich aber immer noch ein relevanter Faktor ist. Zum anderen meine Erfahrungen mit meinem persönlichen  Nutzungsverhalten bei den bisherigen Note Devices, die ich besessen habe.

Tough Case von der Seite
Man sieht sehr deutlich, dass wegen der abgerundeten Kanten das Case nicht alles Kanten schützen kann. Hier ist eine etwas stabilere Folie angeraten

Ja, zu Beginn fand ich die  Note und insbesondere Note Stift spezifischen Feature toll, hab sie auch hin und wieder genutzt. Das hielt aber jedes Mal maximal 2-3 Wochen an. Danach blieb der Stift in seinem Fach und auch die „speziellen“ Features habe ich kaum mehr genutzt. Um wirklich gut Notizen machen zu können, ist selbst der Bildschirm eines Note7 noch zu klein, gerade bei meiner Sauklaue. Zudem dauerte mir die Umsetzung von schnellen Notizen in Druckschrift dann doch immer zu lang. Da war ich mit dem Tippen auf der virtuellen Tastatur wesentlich schneller.

Als also das S7 Edge auf den Markt kam, und die Specs eigentlich eher an ein etwas geschrumpftes Note ohne Stift denken ließen, war mein Beschluß gefasst. Weg vom Stift, hin zu einem reinen Touchscreen Smartphone. Und mit all den Sensoren und der möglichen Zusatzhardware hab ich schnell erkannt, dass die Kombi mir auch im Umgang mit Depressionen und der Angststörung helfen kann. Sag noch mal einer, Technik sei nur Spielerei.

Und ich habe es nicht nur nicht bereut, ich bin auch nach einigen Monaten noch schwer begeistert. Die Größe ist ideal, die Schnelligkeit herausragend und auch in der Handhabung liegt es sehr gut in der Hand. Ich werde mir das Note 7 mal ansehen (an ein Testgerät bin ich bislang noch nicht gekommen, da sollte sich aber was machen lassen), sollte ich es in die Finger bekommen. Aber für mich das nächste spannende Device wird mit Sicherheit das S8Edge sein.

Jpeg
Das Tough Case von Spigen hat auch einen Kickstand und schützt zudem die Kamera stärker. An den Pulssensor kommt man dennoch gut ran.

Was gibt es nun für Tipps. Zum ersten, Cases und Displayfolien. Solltet ihr euch für eine Panzerglasfolie entscheiden, achtet auf zweierlei. Erstens werden auch Folien verkauft, die die Edges aussparen. Die kann man gleich wieder liegen lassen, da sie genau an der entscheidenden Stelle keinen Schutz bieten.

Zweitens. Wenn es eines mit Schutz auch für die Edges ist, folgt sehr genau der Anleitung. Dann funktioniert das auch bestens. Zudem solltet ihr dann bei einem etwaigen Case sehr genau darauf achten, wie stramm es sitzt und wie hoch der Schutzrahmen an den Edges gezogen wird. Denn sitzt es zu stramm oder geht der Rand zu hoch, dann hebt das Case das Panzerglas wieder ab und somit ist zwar der Schutz noch gegeben, aber die Bedienung klappt nur noch eingeschränkt.

S7 Edge
Mein persönlicher Daily Driver mit meinem ganz speziellen Setup

Wer also ein stark schützendes Case verwendet, sollte auf eine klassische Bildschirmfolie setzen, auch hier gibt es bereits dickere Versionen, die einen höheren Schutz auch bei Stürzen bieten. Und testet auch immer, wie gut sich die Kante noch nutzen lässt, wenn sowohl Folie (Panzerglas) als auch Case montiert sind, auch hier kann es zu Problemen kommen.

Ich verwende das Spigen Tough Armor Case in Verbindung mit dem Urcover Nano Crystal 6H Anti Shock Screenprotector. Der wird zwar von manchen Käufern kritisiert, weil er angeblich nicht so gut hält. Wenn man sich aber genau an die Anleitung hält, sollte das kein Problem sein. Bei mir zumindest sitzt es bombenfest. Wenn es mal etwas eleganter sein soll, wechselt das Case zum Tech21 Evo Wallet, das für meinen Geschmack ideal den verstärkten Schutz eines Tough Cases mit dem Look and Feel eines Wallet Cases verbindet.

Auch wenn es einige Kritiker des Edge Displays gibt, ich verwende es ausgiebig. Nachrichtenticker laufen nach mehrfachem Wischen über die Kante des öfteren ab und sparen mir das anschalten des

Gear S2
Mein persönlicher Gesundheitscoach. So behalte ich Puls, Schritte, Wasseraufnahme im Blick und werde auch immer mal wieder gewarnt, wenn ich zu faul rumhänge

Smartphones. Für die Nacht habe ich die Einstellung für Uhrzeit und Weckzeit auf dem Edge aktiviert und anders als manche Kritiker nutze ich auch die Seitenleiste des öfteren, um schnellen Zugriff auf wichtige Informationen zu bekommen. Für mich ist das Edge Display klar ein Mehrwert, den ich nicht mehr missen möchte, und den ich vor allem deutlich häufiger verwende, als noch zu Note Zeiten den Stift.

Was ich als weiteres Zubehör empfehlen kann, ist die induktive Ladestation. Eleganter und einfacher lässt sich das S7 Edge nicht aufladen.

Das ganze ist bei mir mit der Galaxy Gear S2 verbunden, die ich, jetzt kommen wir doch wieder auf meinen schwarzen Hund, für mich wichtig geworden ist, um in Bewegung zu bleiben, und auch um gerade wegen meiner Angststörung meinen Puls zu überwachen als Indikator, was mich wann in „Aufruhr“ versetzt. Auch hier bin ich froh, mit der Gear S2 und dem S7 Edge Hardware an der Hand zu haben, die mich hier unterstützt.

Und zusätzlich habe ich auch die Gear VR. Ob ihr es glaubt, oder nicht, die hat mir in Verbindung mit der Software „Be Fearless“ schon

Gear VR
Eigentlich alles ganz simpel, der Effekt ist dennoch enorm. Die Gear VR

deutlich dabei geholfen, meine Höhenangst zu bekämpfen. Es gibt dafür eine Software, die einen mittels VR von einem Glasaufzug bis hin zum Helikopterflug oder dem gehen auf dem Dach eines Wolkenkratzers alles erleben lässt. Als ich davon hörte, habe ich noch gespottet. Wenn man es aber mit dem S7 Edge in der Gear VR selbst erlebt, dann kriegt man sehr schnell weiche Knie.

 

 

 

Verschont mich mit eurem Digital Detox

Die Idee an sich alleine schon ist genauso dumm, wie all die anderen „Detox“ Ideen, die nachweislich nur denen helfen, die sie verkaufen. 

Urlaubszeit. Lass dein Smartphone/Notebook/Tablet doch daheim. Warum?  Um mir das Leben schwer zu machen? Gerade im Urlaub hilft mir das Smartphone, Dinge einfacher zu machen. Navigation, gute Restaurants, Übersetzungen, die Kamera und der MP3 Player. Soll ich das alles extra mitnehmen? Macht ihr das ruhig. Und erst die Bücher. Aber es gibt sie jedes Jahr, die Klugscheisser, die wieder von der bösen digitalen Technik salbardern, die sie offensichtlich schlicht nicht beherrschen. Mein Smartphone ist genau dafür da, damit ich NICHT immer erreichbar bin. Wer meint, er müsse jeden Telefonanruf beantworten, jeden Tweet, jede SMS, der hat mit Verlaub ein ganz anderes Problem. Denn das ist kein Problem des Smartphones, sondern des Nutzers, der sich offensichtlich zu wichtig nimmt.

Aber ihr hört ja lieber auf die digital dementen Cyberkranken, die aus eurer Leichtgläubigkeit mit immer neuen Büchern voller Halbwahrheiten oder schlichter Lügen ihr Geld an euch verdienen, obwohl die Fachwelt längst über sie lacht.

Leute, kommt mal runter. Das Smartphone ist ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug bedarf es einiger Übung, um richtig damit umzugehen. Die erlangt man aber nicht, indem man meint, man müsse es so oft es geht daheim lassen, das konterkariert nämlich die Idee eines Smartphones. Und wenn wir nicht endlich anfangen, in Schulen Medienkompetenz zu lehren, werden wir auch weiterhin technophobe Panikmacher haben, die ohne dass sie wirklich wissen, wovon sie reden Ängste schüren, statt die Zukunft bauen zu helfen.

Mein Smartphone ist im Urlaub dabei. Und ich würde euch auch dringend dazu raten. Wenn ihr es denn wirklich bedienen könnt.

Oh, und wenn ihr dennoch ein Digital Detox machen wollt, gut. Dann ignoriert bitte auch Ampeln, schaut kein Fernsehen mehr, hebt kein Geld ab, kauft nicht im Supermarkt ein und so weiter. Denn all das ist auch längst digital…Und damit dement, krank und böse………..

Horrorlehrer von Vorgestern senden Rauchzeichen

Der Spiegel, mittlerweile für mich die BILD Zeitung als Zeitschrift lässt einen Lehrer über die bösen Smartphones herziehen und den Untergang der Bildung herbeisalbadern.

Ein typisches Phänomen des Technophobdeutschen, der am liebsten noch mit der Dampflok ins Büro fahren würde, wo er dann 10 Stunden arbeiten muss, an einer Schreibmaschine. Wie, nein? Keine Dampflok?

Hallo, aufwachen bitte, solche Lehrer, die einer Vergangenheit nachtrauern, die es in der erinnerten Schönheit nie gab, solche Lehrer schaden meinem Kind. Denn sie bereiten nicht auf die Gegenwart vor, sondern auf eine Vergangenheit, die nicht mehr wieder kommt.

Sie versäumen es, einen intelligenten Umgang mit neuen Medien zu lehren, zu denen eben auch das Smartphone gehört. Meine Kinder haben Smartphones und Computer, weil ich mir der Verantwortung bewußt bin, eben nicht wegzuschließen sondern aufzuklären.

Gerade heute, in einer Gesellschaft, die immer digitaler wird, und das vor allem, weil es das berufliche Umfeld, die Unternehmen so wollen halte ich es für fatal, eben diese Themen auszublenden. Wobei, auch meine Lehrer waren zum Teil ewig gestrig. Das nötige Wissen für das echte  Leben hab ich mir damals jenseits der verbohrten Schule geholt. Und das ist, oh Schreck schon über 30 Jahre her. Und ein Großteil diesen Wissens war schon damals Computerwissen. Immerhin bin ich auf der Straße gelandet. Ne, Moment. Ich hab studiert und bin Informatiker und Autor geworden.

Gestern noch habe ich „Club der toten Dichter“ gesehen. Die dortigen Lehrer, mit Ausnahme von Mr. Keating alias RobinWilliams verkörpern genau das, was wir immer wiedergekäut kriegen. Und was dann noch von“Wissenschaftlern“ wie Dr. Spitzer mit teils falschen, teils halbwahren Aussagen bekräftigt wird, und mit gefilterten Studien untermauert.

Solche Gegner verdummen uns. Nicht die Smartphones.

Und zudem entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, wenn diejenigen, die uns Wissen vermitteln sollen, selbst Wissen verweigern.

Warum ich nicht mehr leben wollte

Triggerwarnung: Solltest du dich im Moment emotional nicht stabil fühlen, lies diesen folgenden Text bitte nicht, sondern hol dir Hilfe. Versprich es mir.

sonne

Ja, ich wollte Suizid begehen. Ich habe es tatsächlich real versucht. Gott sei Dank ging das schief, wobei ich unglaublich viel Glück hatte, im Nachhinein betrachtet.

Aber warum tut man so etwas überhaupt, ist die Frage, die ich am häufigsten zu hören bekomme. Warst du den irre? Nein, war ich nicht. Vielmehr so klar im Kopf, so erschreckend sicher, dass ich im Nachhinein noch immer erschrecke, wenn ich an jenen Tag, den 5. Februar denke. Ich bin nicht stolz auf das, was ich getan habe. Ich bin sogar entsetzt über die Angst, die ich ausgelöst habe.

Aber in diesem Moment, als alles damals begann, war mir nur eines klar. Man hatte mir mein Leben weggenommen. Und das, was jetzt drohen würde, das wollte ich nicht, konnte ich nicht ertragen. Ich wollte nicht sterben. Aber dieses Leben wollte ich auch nicht mehr und es gab in diesem Moment keinen Ausweg mehr, keine Alternative. Mein Leben war am Ende. Es war nicht ohne Fremdbeteiligung aber ich will niemandem Vorwürfe machen. Man hätte manches nicht sagen, manche Regel nicht mir aufbürden sollen. Aber im nachhinein ist man immer klüger. Man hat mich nicht verängstigt, ich wurde in pure, blanke Panik versetzt.

Eines wusste ich in diesem schrecklichen, panischen, vor Angst starren Moment. Ich bin eine Last. Für alle, insbesondere für meine Familie. Klar, es würde Trauer geben, aber dann würde es weiter gehen.

Erst durch den Verlust eines wirklich guten Freundes, Johannes Korten ist mir vor Augen geführt worden, dass dann nichts besser wird. Es gibt immer Menschen, denen man fehlt, deren Leben danach nie wieder ganz heil wird.

Ich werde hier kein Wort über das Wie und das Wo verlieren. Würde mir sowieso nur Ärger einbringen.

Ich bin zurück im Leben, will es nicht mehr tun, auch wenn der Gedanke an sich etwas tröstliches hat. Nein, wer einen Suizid begehen will, ist deshalb kein Monster, nicht gefühllos oder egoistisch. Er ist zutiefst verzweifelt und sieht im eigenen Leben keinen Wert mehr. Dass diese Sichtweise falsch ist, oft sorgt eine Depression oder eine Panikattacke dafür, dass dieser Blick nicht mehr existiert.

Solltet ihr jemanden kennen, der sich schon verdächtig in dieser Richtung geäußert hat, versucht mit allen Mitteln, ihn wenigstens zum Hausarzt oder ans Telefon der Telefonseelsorge zu bringen. Hört zu, helft wenn es geht, schon das kann ein Leben retten.

Solltest du, lieber und gebrauchter Leser selbst suizidale Gedanken haben, bitte, such dir AUF JEDEN FALL Hilfe. Es gibt einen Ausweg. Immer. Ich habe genug Menschen und deren neues, besseres Leben kennengelernt um sagen zu können: Ich weiß, dass es so ist.

Oh und eines noch. Ich bin immer noch zu finden, in diesem Internet. Ich habe mich daraus nicht gelöscht, schon gar nicht schnell.

Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222.

Der Anruf bei der Telefonseelsorge ist nicht nur kostenfrei, er taucht auch nicht auf der Telefonrechnung auf, ebenso nicht im Einzelverbindungsnachweis.

Muslimisches Seelsorgetelefon

Das muslimische Seelsorgetelefon ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 030 / 44 35 09 821 erreichbar.

Hilfe im Chat

Ebenfalls von der Telefonseelsorge kommt das Angebot eines Hilfe-Chats. Die Anmeldung erfolgt auf der Webseite der Telefonseelsorge.

Den Chatraum kann man auch ohne vereinbarten Termin betreten, mit etwas Glück ist ein Berater frei. In jedem Fall klappt es mit einem gebuchten Termin.

Hilfe per E-Mail

Das dritte Angebot der Telefonseelsorge ist die Möglichkeit der E-Mail-Beratung. Auf der Seite der Telefonseelsorgemelden Sie sich an und können Ihre Nachrichten schreiben und Antworten der Berater lesen. So taucht der E-Mail-Verkehr nicht in Ihren normalen Postfächern auf.

Depression heißt auch, mit Schönrednern zu leben

Die Dreharbeiten neigen sich dem Ende. Es hätte noch ein paar wichtige, völlig unbedenkliche Aufnahmen gegeben, die wichtig für die Dramaturgie sind. Aber man verbietet sie. Schade. Aber abzusehen.

Man ist als depressiver Mensch halt immer auch eine Image Gefahr. Bloß alles totschweigen, bloß nicht darüber reden oder damit in Verbindung gebracht werden. Es könnte ja negativ auf einen zurückfallen.  Dass es das durch ein völlig unbegründetes Verweigern erst recht passiert, da denken Menschen halt nicht dran. Oder dass man als toleranter und für depressive Menschen offener Charakter vielleicht weit mehr positive Publicity erreicht, als durch den Versuch, sich komplett raus zu halten. Was sowieso nicht funktioniert, weil dann niemand jemals Google nutzen dürfte, keiner nachdenken, keiner mich kennen.

Ärgerlich nur, wenn gleichzeitig gegenüber dem Umfeld ein weltoffenes, tolerantes Bild präsentiert wird. Ein Phänomen, dass es nicht nur im Privaten, sondern durchaus auch in Politik und Wirtschaft gibt. (Oder vielleicht da erst recht, oder gab es schon mal eine Pressekonferenz in der nicht alles „wir haben uns alle lieb und sind so toll“ Stimmung versprühte?

Dass Menschen sich auf diese Art abwenden ist nicht überraschend für mich. Das ist ja der Grund, warum ich erst recht laut bin, darüber rede, erkläre, was wo wie passiert ist. Damit diese dumme, gefährliche Stigmatisierung aufhört. Damit sich depressive Menschen nicht weiterhin verstecken und Freunde, Bekannte, Kollegen, das Umfeld eben anlügen aus Angst, man könne sie fallenlassen.

Was viele mit genau oben beschriebenem Verhalten tun.

Wir werden für die TV Doku einen anderen Weg finden, aber traurig, dass manche Menschen nicht bereit sind, mich auf meinem Weg zu begleiten.

Und auch auf ein oder zwei Entschuldigungen warte ich immer noch von Menschen, die mitgeschubst haben, manchmal sogar eine eindeutige Mitschuld an dem Fiasko tragen. Aber nein, bin ja nur ich ganz alleine, der das alles gemacht hat. Ja von wegen. Und nein: „Aus diesem Internet löschen.“ werde ich mich ganz bestimmt nicht. Eher das Gegenteil.

Nun denn. Ein Gutes hat das Ganze. Es gibt mir schon weiteren Stoff für ein vielleicht entstehendes zweites Buch über meine Krankheit. Material sammle ich dazu bereits und das ist als Inhaltssequenz Gold wert.

Ich bin Bastei-Lübbe  dankbar für die Chance, mein Thema an die Öffentlichkeit zu tragen. Dankbar für den Mut, ein nicht ganz einfaches Thema, das dann auch noch ein Mischung aus ernsten Passagen und viel Humor darstellt, ins Portfolio aufzunehmen. Aber ich habe auch ein gutes Gefühl, dass die Geschichte, die ich erzähle, gut ankommt. Denn es ist eine wahre Geschichte, mit den üblichen Veränderungen von Personen und Orten um Unbeteiligte zu schützen. Es ist meine Geschichte. Und im Gegensatz zu so manch anderen ehrlich und auch mit meinen Tiefpunkten.

 

Die Medien. Großmeister der Stigmatisierung

Großeinsatz in Saarbrücken, man vermutet einen Bewaffneten. Stellt sich heraus, der Mann, der dummerweise psychisch krank ist (welche psychische Krankheit erfährt man natürlich zuerst nicht, nur dass er so einer von diesen Irren sei) ist nur EINGESCHLAFEN und hat deshalb nicht gehört, als Mitangestellte ins Gebäude wollten.

Die Nachrichten klingen natürlich gleich nach wahnsinnig, psychisch völlig irre und gefährlich. Und bewaffnet.

Man weiß zwar nichts genaues, vermutet aber fröhlich rum, versetzt die Öffentlichkeit in Panik und bekommt Leser, Zuschauer, Klickzahlen.

Ich finde das ist BILD Niveau, das leider auch von den öffentlich rechtlichen gelebt wird. Statt abzuwarten, bis es gesicherte Erkenntnisse gibt, wird jede noch so hirnrissige Vermutung gleich aufgebauscht und breitgetreten.

Und später lädt man sich eine Diskussionsrunde ein, die sich in ihrer Weltsicht oft seltsam einig ist, und stigmatisiert fröhlich weiter. Statt einmal Betroffene einzuladen und ein differenzierteres Bild zu zeichnen, werden Klischees bedient, die einfach, erklärbar und meist falsch sind.

Und dann soll man den klassischen Medien noch trauen, sie konsumieren. Ne danke, ich will Fakten, keine Panikmache.

Meine Depression und ich. Ein Nicht-Angriffspakt

Mittlerweile sind schon nahezu 1 1/2 Jahre vergangen seit meinem Suizidversuch. Seit dem finalen Einbruch der Depression in mein Leben. Das letzte Jahr war geprägt von Klinikaufenthalten und Selbstzweifeln, von wundervollen Begegnungen und tiefschwarzen, einsamen Tagen.

Anfang diesen Jahres dann der erste Versuch, wieder ins Arbeitsleben einzusteigen, motiviert begonnen, gnadenlos gescheitert. Weil ich annahm, ich sei völlig gesund. Weil ich auch annahm, mein Umfeld wisse um die Trigger, um das, was an jenem 5. Februar 2015 wirklich mit mir passierte. Völlig falsch, niemand ahnte auch nur das geringste. Also alles wieder auf Los, neues Spiel, neues Glück. Erneut die Klinik, diesmal nur temporär.
Ein zweiter Anlauf, dieses Mal nicht 6 Wochen sondern ganze 12. Behutsam, vorantastend, immer darüber klar, ich bin NICHT gesund, ich habe nur mehr Mittel, meinen Dämon Depression und den wie sich herausstellte viel bedeutsameren Dämon generelle Angststörung im Griff zu behalten. Unterstützung erfuhr ich oft aus Quellen, an die ich nie gedacht hätte. Meine Twitter Follower haben mir so unendlich viel gegeben, geholfen, Zuneigung und Verständnis gezeigt. In meinem privaten Umfeld outeten sich wegen meines offenen Umgangs mit meiner Erkrankung immer mehr Menschen.

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die re:publica 2016. Für mich Teil der Rückkehr in mein Leben, und zwar die schönen Teile.

Die re:publica schliesslich war der Höhepunkt. Eine Session über Depression und Social Media. Viele Menschen, die mir die Hand geben wollten, sich für meine Aufklärungsarbeit bedankten, die mir doch eigentlich nichts weiter als inneres Bedürfnis und Teil meiner Heilung ist. Gespräche auf Augenhöhe, beiderseitige Offenheit. Die re:publica war für mich ein ungeheurer Motivator, offen und ehrlich über meine Geschichte zu kommunizieren, jenseits all der dummen Sprüche „ob der Herr Hauck schon stabil genug ist“ oder „Wir müssen den Herrn Hauck schützen“. Einen SCHEISS müsst ihr, ich habe depressive Episoden. Ich bin nicht entmündigt!
Und das zweite Projekt, mein Buch über mich und meine Zeit in den Kliniken und mit meiner Krankheit. Nicht nur vollendet, nicht nur von meiner Innenlektorin gelobt. Auch die Außenlektorin, die es unbefangen überarbeiten und lesbarer machen soll, ist begeistert, wie ich es nicht erwartet hätte.
Alles Gründe zufrieden zu sein. Glücklich zu schreiben, wage ich noch nicht. Und dennoch ist da immer noch mein kleiner Teufel Angststörung auf meiner Schulter, der mir von Versagen, Verarmen, Verwahrlosen, Verschwinden erzählt. Ich kriege ihn zwar leiser, aber verstummen will er partout nicht. Vermutlich wird er das nie und ich werde mich auch mit ihm arrangieren müssen. Aber eines ist geschehen und das macht mich im Moment ruhiger und gelassener. Die Suizidgedanken, sie sind sehr, sehr leise geworden.
Ich lebe wieder, statt nur zu funktionieren. Zwar nur in zarten Ansätzen, aber mit dem Blick auf eine angenehmere Zukunft, auf ein vom Urteil anderer unabhängigeres Leben.

Ich lebe wieder. Muss ich überhaupt mehr erreichen?

Nur eins, das werde ich nie heilen, nie vergessen, nie ganz wegstecken können.

Nur eins.

Hannes, du fehlst.

Von Freiheit und Überwachung

Nein, ich rede jetzt nicht von den großen, den politischen Überwachern. Mir geht es eher um die Gesinnungskontrolleure im privaten wie beruflichen Umfeld. Diejenigen, die in deinem Twitteraccount herumschnüffeln, deinen Blog lesen, nicht aus Interesse, sondern um dir möglichst bald einen Strick daraus zu drehen. diejenigen, die dich in Gesprächen permanent mit politischer Korrektheit konfrontieren, obwohl es überhaupt nicht um kritische Themen geht. Die radikalen Gleichmacher, die Unterschiede zwischen Menschen per se nicht akzeptieren und für alle das Gleiche fordern, also für die meisten das Falsche.
Es braucht Kraft, gegen diese heimlichen Spanner, diese Gesinnungspolizisten zu bestehen, den Mut nicht zu verlieren zu sagen was man denkt. Denn oft gibt es Denkverbote, darf nur das gesagt werden, was möglichst positiv klingt. Die Klugen erkennen aber oft genau aus dem, was weggelassen wird, wo die Leichen begraben sind.
Ich wünsche mir, dass wir alle mehr Mut aufbringen, Probleme zu benennen, den Finger in Wunden zu legen und nicht nur das Positive aufzuzeigen.
Denn ich bin mir sicher, auch das hat mich diese Woche einen guten Freund gekostet. Und auch das ist ein Vermächtnis. Offener Umgang. Deshalb spreche ich offen über meine Depression, wie sie entstand, wie es zum Suizidversuch kam. Bislang hat mir noch niemand verboten, die Wahrheit zu sagen. Kommt sicher noch. Aber dann hab ich mein Netzwerk. Und das ist größer, als manche denken.
Ich kann und will nicht mehr über mein Schicksal schweigen, weil genau der offene Umgang für mich ein wichtiger Teil meiner Heilung ist. Das Buch ist da nur die papierene Manifestation des Ganzen und dessen, was ich im letzten Jahr erlebt habe. Authentisch, ohne Personen zu benennen. Aber was geschah, das spiegelt sich wieder. Auf das es niemand anderem so gehen muss.