Wir sollten Innovation auch nach ihrer Nachhaltigkeit bewerten

Ein biologisch 98% abbaubarer Stift. DAS nenne ich eine zukunftsorientierte Innovation.

DBA 98 Biodegradable Pen from DBA on Vimeo.

Wir sollten hier in Zukunft genauer hinsehen und uns bei allen technologischen Neuerungen stehts fragen, ist diese Innovation auch nachhaltig? Und hier muß gerade ich mir vorhalten lassen, daß ich so manches Gadget besitze, das nicht wirklich nötig wäre. Wie innovativ sind elektronische Equivalente zu nicht elektronischen Werkzeugen wirklich? Wie viel Ressourcen werden verbraucht. Oft glauben wir nur, daß etwas die Umwelt schont, in Wirklichkeit ist der ökologische Fußabdruck, betrachtet man auch die Produktion und den Transport so schlecht, daß es nicht zu rechtfertigen ist, das Produkt zu kaufen.
Ich würde mir neben der Nahrungsmittelampel wünschen, daß bei allen Produkten, die produziert werden auch auf der Verpackung mit einem einfachen Symbol dargestellt wird, wie groß der ökologische Fußabdruck des Produkts ist. Und vor allem sollten wir uns alle endlich von dieser irrigen Ansicht verabschieden, nur durch Wachstum kann die Wirtschaft weiter funktionieren. Wachstum sorgt vor allem für Probleme. Nachhaltigkeit sollte das Todschlagargument Wachstum ersetzen.

Neue Publikationswege: Offenes Wissen und Print on Demand, epubli machts vor

Jörg Kantel berichtet in seinem Blog „Schockwellenreiter“ von einer wie ich finde hochgradig spannenden Kooperation zwischen dem Max Plank Institut, bei dem er arbeitet und epubli. Die »Max Planck Research Library for the History and Development of Knowledge« will Publikationen zur Wissenschaftsgeschichte frei zur Verfügung stellen und konnte für die Print on Demand Lösung epubli gewinnen. Interessant hierbei folgender Absatz in Kantels Blog:

Zitat: „Als Print-ond-Demand-Partner für die Buchfassung haben wir epubli gewinnen können, die bereit waren, ihre Standardverträge so weit zu öffnen, daß sie kompatibel zu der Creative-Commons-Lizenz waren (viele andere Print-on-Demand-Anbieter haben ähnliche Knebelverträge wie die »klassischen« Verlage und damit wäre uns nicht geholfen gewesen).“

Tja, da sieht man mal wieder, wer die Zeichen der neuen Zeit erkannt hat, und wer nicht. Gerade solche Aktionen bieten zum einen die einmalige Chance, wissenschaftlich spannende Materialien einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und stellen gleichzeitig ein sehr schönes Bindeglied zwischen Print und Online dar. Mehr davon, solche Aktionen sollten gefördert werden. Und wie schon Cory Doctorow bewiesen hat. Das kostenlose Bereitstellen der elektronischen Version kann durchaus auch zu einer Steigerung der Verkaufszahlen der klassischen Printversion führen. Gerade wenn ich die Chance habe, vorher quasi „reinzulesen“ und dennoch später das Buch auch physisch im Regal haben möchte. Mein Wunsch ist und bleibt in der Beziehung: Best of both worlds. Wenn ich das „physische Buch“ kaufe, will ich auch die EBook Version ohne Aufpreis dazu.

Update vom 3.3.2011: Der Spiegel Online bringt heute einen interessanten Bericht über die Autorin Amanda Hocking, die sehr erfolgreich Vampir-Liebesromane schreibt, aber ganz ohne Verlag als EBook. Man sieht, es geht nicht darum, daß das Buch stirbt, sondern dass Verlage sich schlicht umorientieren müssen um die neuen Konzepte zu integrieren. Dienstleister wie epubli sind da ein innovativer Vorreiter.

Social QRCode kombiniert die virtuelle und die reale Welt

Eine erste meiner Prognosen für die Trends 2011 scheint tatsächlich an Dynamik zu gewinnen.

Meine Visitenkarte: Der QR Code beinhaltet meine vollständigen Adressdaten, deshalb ist er auch etwas "verhackstückt" in diesem Bild

Nachdem ich entdeckt hatte, dass auch die Volksbank Bühl sich Gedanken um die Verwendung von QR Codes macht, bin ich in deren Innovationsblog auf die SocialQRCodes gestossen, eine wie ich finde sehr gute Idee, die reale Welt mit meinen eigenen virtuellen Projekten zu verknüpfen.

Im Prinzip ermöglichen die QRCodes es jedem, seine digitalen Welten und Projekte durch ausdruckbare „Aufkleber“ mit der realen Welt zu verbinden. Etwas ähnliches habe ich für mich auch bereits realisiert, ich nutze eine echte Visitenkarte mit QRCode, damit jeder, der die Technik dafür besitzt, meine Adresse quasi direkt von meiner Visitenkarte in sein Smartphone einlesen kann.

Ich bleibe bei  meiner Prognose: in 2011 werden wir die Ankunft der QRCodes im breiten Markt erleben.
QR Codes können auf Unternehmensseiten leiten, schnellen Austausch relevanter Kontaktdaten ermöglichen, Bewertungsportale aufrufen bzw. auf dem Smartphone des Nutzers zu spezifischen Apps des Unternehmens leiten. So kann ich gewährleisten, dass ich den Kunden auf meine Unternehmenspräsenz ziehe und mich gleichzeitig innovativ und modern darstellen.
Weitere denkbare Anwendungen z.B. QRCodes auf Litfaßsäulen, In Werbeplakaten, auf Briefzusendungen, in Prospekten, eigentlich überall wo das gedruckte Wort oder Bild zum Einsatz kommt, kann dieses durch einen QRCode ergänzt und der dort präsentierte Inhalt virtuell erweitert werden.

Das Ende der Kulturkritik: Die Beliebigkeit des Web 2.0

Eine Meinung ist eine Meinung ist eine Meinung. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Als sich die Verbreitungskanäle für Kulturkritik auf Zeitung, Radio und TV beschränkten und es einige wenige „Kulturkritiker“ gab, deren Meinung man folgen konnte oder nicht, die aber auch eine dezidierte Meinung unterfüttert durch eine nachgewiesenes Hintergrundwissen und ein Talent für gute Schreibe hatten, haben Kritiken nicht nur Spaß gemacht, sondern auch noch einen gewissen Wert gehabt.

Aber durch die Möglichkeiten des Web2.0 gefördert, kann sich heute jeder als Kulturkritiker aufspielen und Filme, Bücher, Spiele zerreissen oder in den Himmel loben. Das an sich wäre ja nicht negativ. Nur verschwimmt zusehends die Wertigkeit einer Kritik durch die Vielfältigkeit und damit Beliebigkeit. Wer mir nicht glauben möge soll nur einmal versuchen, zu irgendeinem Mainstreamfilm oder Buch eine Pro Meinung im Netz zu finden und gleichzeitig eine Contra Meinung. Er wird fast immer Erfolg haben. Auch die Wertungen bei Amazon werden immer belangloser, weil sie oft, speziell bei Technik oder anspruchsvoller Literatur bzw. Genrefilmen weniger von fundiertem Wissen über Filme, Inhalte und Qualitätskriterien zeugen, sondern von Unverständnis, sich nicht auf etwas schwieriges, intellektuell anspruchsvolles einlassen wollen geprägt sind. Gerade was Buchkritiken angeht beginne ich wieder , die Offline bzw. Einwegmedien wie die oft eigenwilligen aber von einer klaren Linie gekennzeichneten Kritiken eines Denis Scheck oder das Feuilleton von ZEIT oder Süddeutscher schätzen zu lernen.

Denn der platte Massengeschmack kommt offensichtlich im Netz sehr gut an. Aber was etwas mehr intellektuelles Engagement fordert, das kippt oft hintenüber. Schön dabei nur, das landet dann oft bei Restpostenversendern wie zweitausendeins, Weltbild oder Joker. Da bekam ich schon manchen schönen Klassiker, manchen philosophischen Sammelband oder auch manch Gesamtwerk eines bedeutenden Autors für weniger als ein Drittel des Neupreises. Dank insofern dennoch an den Mainstream.

Nur leider ist das nicht gerade förderlich für etwas anspruchsvollere Literatur, Kunst oder auch Musik. Gefällig ist der Massengeschmack. Daß dieser nicht unbedingt auch Qualität bedeutet zeigt uns nicht nur durch ihren Künstlernamen Lady Gaga. Oder auch Literatur wie die „Biss“ Reihe… Da bekommt für mich der Wortteil Grauen im Buchtitel „Biss zum Morgen-Grauen“ eine ganz tiefe wenn auch sicher nicht vom Autor gewünschte Bedeutung.

Die EBook Card, EBuchkauf ganz ohne DRM

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Die EBook Card, noch in der Klarsichthülle

Heute ist sie angekommen, meine EBook Card von epidu! Innen eine BuchID, mit der ich mir das erworbene Buch ganz ohne störendes DRM runterladen kann.  Eine wirklich elegante Lösung und ich hoffe,  bald auch Beilage in richtigen Büchern um sich dann auch die digitale Version herunterladen zu können.

Das innere der EBook Card. Unter dem silbernen Streifen verbirgt sich noch die Buchnummer zum Download.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Auf www.epidu.de kann man sich im Shop die EBook Card für das Buch erwerben. Diese kommt kurz darauf per Post. In der Card ist ein Feld zum Freirubbeln mit einer ID, die man auf der Seite www.ebookcards.de eingibt und sich dann das entsprechende Buch herunterladen kann.
Gefällt mir sehr.
Im Moment gibt es natürlich nur die Bücher, die bei epidu auch verlegt werden, aber ich hoffe, daß diese Idee weitere Freunde findet!

Und der Download lief auch völlig problemlos. Das Ebook ist bereits auf meinem Sony Reader gelandet 😉

Monica Lierhaus ist wieder da, und stiehlt allen die Goldene Kamera Show

Beim Zappen bleibt man ab und zu bei wirklichen TV Ereignissen hängen. So ging es mir gestern, als ich beim ZDF vorbezappte und einen erstaunlich emotionalen Laudator sah. Doch dann der Auftritt von Frau Lierhaus. Was genau passierte, als sie vor zwei Jahren operiert wurde, ist nicht klar. Aber dieser Auftritt war ein großer Schritt zurück ins Leben. Und mit Blick auf die Medien erstaunlich würdig und schon im Vorfeld verblüffend, daß offensichtlich selbst die Boulevardpresse Frau Lierhaus in Ruhe ließ und sie so wirklich die Ruhe und Kraft fand, so erstaunlich zu genesen. Sie ist noch weit entfernt von einem „normalen“ Leben, aber der gesamte Auftritt war ein Signal „Ich bin wieder da“. Und da sie selbst diesen Auftritt wünschte scheint auch das übliche „das war kalkuliert“ und „alles für die Quote“ Geschwafel still zu bleiben.
Für mich einfach eine bewundernswerte Frau, die zeigt, wie unbedeutend die eigenen Probleme of t sind und was man mit unbedingtem Lebenswillen und der Hilfe wirklicher Freunde erreichen kann. Ich wünsche Frau Lierhaus wirklich alles gute und hoffe, daß das Erste das wirklich ernst meinte und Monica Lierhaus auf die eine oder andere Art wieder im TV als Moderatorin erscheinen wird. Gestern hat sie uns gezeigt, daß sie selbst es schaffen wird. Und ganz ehrlich: Ich fände es eine tolle Sache, wenn eine Behinderung auch durch Frau Lierhaus wieder ein Stück normaler würde und damit auch andere noch ein wenig mehr ins Leben integriert und weniger als Außenseiter gesehen würden.
Wir alle sollten uns endlich klar werden, daß eine Behinderung nicht heißen muß, immer geschont, immer übersehen zu werden. Wenn ich mir meinen Arbeitgeber ansehe, so sind dort viele Behinderte voll integrierte Mitarbeiter. Und durch die Selbstverständlichkeit im Umgang sind diese Behinderte für mich längst nicht mehr behindert in meiner Wahrnehmung. Es sind einfach Kollegen. So sollte es überall sein. Denn das größte Geschenk, daß man einem Behinderten geben kann ist, ihn oder sie nicht als Behinderten zu sehen, sondern als Mensch.

Hier nochmal der Link zum Video des Auftritts: http://www.youtube.com/watch?v=fbh4rjAixRQ

Mit Twitter und Facebook am Social Book schreiben. Collaborative Writing

Wieder ein neues spannendes literarisches Konzept, das so erst durch die Social Media Plattformen möglich wird:
Bookrix erlaubt, via Twitter und Facebook Updates an einem gemeinsamen EBook zu arbeiten.

Zitat Bookrix:
Im Schnelldurchlauf: Wie funktioniert SocialBook?

Eine Person legt auf BookRix ein SocialBook an und lädt seine Twitter-, Facebook- oder BookRix-Freunde ein als Co-Autoren daran mitzuschreiben.

Die ausgewählten Co-Autoren folgen dem Link in der Einladung, verknüpfen ihren BookRix-Account mit ihrem Facebook- bzw. Twitter-Account und können sofort an dem Buch mitschreiben.

Alle Facebook-Statusmeldungen bzw. Tweets der Freunde, die das festgelegte Hashtag (Stichwort) enthalten, werden im gemeinsamen SocialBook auf BookRix veröffentlicht.

Was benötige ich um SocialBook nutzen zu können?

Du benötigst einen BookRix-Account, um ein SocialBook anzulegen oder daran mitschreiben zu können. Hier kannst Du Dich kostenlos registrieren.

Zudem brauchst Du entweder einen Twitter- oder Facebook-Account, den Du mit Deinem BookRix-Account verknüpfen musst.

Das Konzept finde ich sehr spannend, zumal ich mir durchaus vorstellen kann, in kurzen Pausen, bzw. abends gemeinsam mit anderen Interessierten etwas zu schreiben, die grösste Hürde ist ja meist der Zeitaufwand.
Vor allem finde ich es spannend, daß durch die neuen sozialen Plattformen auch das „gute alte Buch“ wieder unter ganz neuen Aspekten gesehen wird. Epubli, Epidu und jetzt BookRix bringen ganz neue Ideen, Aspekte und Konzepte in die Welt der Literatur. Das Buch ist nicht tot. Ich finde, in Zeiten neuer Medien werden sie gerade auf mannigfaltige Weise wiederbelebt!