Dear Esther, kein Spiel, kein Film, ein Faszinosum

Unbedingt auch die volle Auflösung laden. Hierbei handelt es sich um ein ECHTES Bild aus dem "Spiel"

Selten hat ein Spiel so wenig Interaktionsmöglichkeiten geboten wie Dear Esther. Und selten hat mich ein „Spiel“ dennoch so fasziniert.

Eigentlich handelt es sich bei „Dear Esther“ nur um eine Geistergeschichte, die in Fragmenten von einem Erzähler gesprochen wird, während man über eine Hebrideninsel wandert. Aber was die Entwickler aus der Halflife 2 Engine da gekitzelt haben ist fantastisch.

Und für mich ist das ganze ein guter Vorgeschmack auf ein ganz neues Genre, zwischen Buch und Spiel. Quasi eine Form des interaktiven Films. Während der Charakter mit der Maus und den Tasten gesteuert über die Insel wandert, wird in immer neuen Kombinationen eine Geistergeschichte erzählt. Einziges Ziel des „Spielers“ ist es dabei, zu einem auf der Insel befindlichen Leuchtturm zu kommen.

Faszinierend ist dabei die Darstellung der Umgebung: Wolken, Wasser, Pflanzen, alles wirkt so realistisch wie selten zuvor. Und die Atmosphäre zieht einen in ihren Bann. Licht und Schatten, das Wiegen der Pflanzen im Wind, die Gischt am Strand. Selbst die kleinsten Details sind fein ausgearbeitet und tragen zur dichten Atmosphäre der Geschichte bei. Und bei jedem neuen Start wird die Geschichte etwas anders erzählt, werden die Teile der Story anders zusammengesetzt. Aber im Grunde bleibt der „Spieler“ ein Beobachter, dessen einzige Aufgabe das Wandern über die Insel ist, und der dabei in kurzen Einspieltexten immer wieder Fragmente der Story (in Englisch) hört.

 

Wer Aktion und Rätsel erwartet, wird enttäuscht sein, wer sich aber auf eine gute Geschichte und eine faszinierende Bildsprache einlassen will, dem kann ich „Dear Esther“ nur empfehlen.

Selten wurde eine Geschichte computeranimiert so schön und eindrücklich erzählt.
Dear Esther, der Trailer

Der Tod der Work-Life-Balance: Ich nenne es Work-Life-Integration

Mobile Workplace, my style.

Immer häufiger wird der meiner Ansicht nach völlig überladene Begriff der Work-Life-Balance in letzter Zeit in den Medien kritisch hinterfragt. So schrieb erst kürzlich die „Karrierebibel“:

Alles im Lot? – Work-Life-Balance ist ein Mythos

Ich verwende in meinen Vorträgen zur Arbeitswelt der Zukunft schon seit längerem den Begriff der „Work-Life-Integration“. Denn das denken in den Dimensionen Arbeit und Privat halte ich für falsch und riskant. Balance finde ich meiner Ansicht nach nur, wenn ich mich stets in beiden Feldern nach Bedarf bewege und zwischen diesen variabel jonglieren kann. Auch ein Verschwimmen ist meiner Ansicht nach durchaus akzeptabel. Der grosse Irrtum in den meisten Diskussionen ist, dass jeder, der seinen Fokus auf die Arbeit legt gleich übertreibt. Das ist wahr, es gibt solche Menschen. Aber die haben ein Defizit, das nichts mit einem Mangel an Ausgleich zu tun hat sondern mit der Charaktereigenschaft, nicht nein sagen zu können. Und da wir immer noch in einer 9-17 Uhr Kultur leben, in der nur der ein Topleister ist, der dann auch noch Überstunden anhängt, ist die Gefahr der Ausbeutung hier sehr groß.

Davon müssen wir weg kommen, es müssen wieder mehr die Resultate zählen und REALISTISCHE Zielvorgaben. Deshalb ist neben der Work-Life-Integration auch in gewissem Rahmen ein Abschied vom alternativlosen Wachstumsdenken notwendig. Denn eines muss jedem klar sein. Nur ein zufriedener AUSGEGLICHENER Mitarbeiter kann auch Top Ergebnisse liefern. Wer unter Druck steht, macht zwangsläufig Fehler.

Wir müssen ein integratives Leben führen, in dem es möglich ist, eine Familie zu gründen UND in einem interessanten Beruf zu arbeiten. Und zwar OHNE eine Auszeit nehmen zu müssen. Technologisch sind wir schon lange so weit dank mobiler Endgeräte und schneller Datenleitungen. Aber in den Köpfen arbeiten wir immer noch wie im 19. Jahrhundert nach dem Muster Arbeit=Zeit. Wichtig ist das (Team-) Ergebnis. Und dass wir ein glückliches Leben führen, sei es im Privaten wie auch im Beruflichen. Das klingt nach Träumerei aber wer nicht träumt, der will auch nichts mehr verändern…

Bodo Wartkes „Klaviersdelikte“ in Heilbronn, ein Erlebnis

Warten auf Bodo, der Saal ist ausverkauft und schon vor Konzertbeginn war die Schlange lang.

Bodo hat Schnupfen. Das zu Beginn als Info, was man ihm aber durch das ganze Konzert nicht anhört. Mit unglaublicher Dynamik und der bekannten Textfertigkeit stellt Bodo Wartke in Heilbronn sein neues Programm „Klaviersdelikte“ vor. Meine Frau und ich haben uns natürlich Karten besorgt, so früh, dass auf den Karten noch „Neues Programm“ steht.
Und es soll sich lohnen. Tolle neue Songs, viel amüsante Interaktion mit dem Publikum und vor allem ein sehr schöner Block mit nachdenklichen Liedern, wobei mich persönlich vor allem „Christine“ sehr beeindruckt hat.

Souverän führt Bodo durch sein Programm, spielt mit dem Publikum und erhält völlig zu Recht zum Abschluß quasi sofort Standing Ovations. Drei Zugaben später steht das Publikum zum dritten Mal um in zu umjubeln und die dritten Standing Ovations für ein sagenhaftes neues Klavierprogramm zu geben.

Manchmal muss man sich wirklich konzentrieren um dem Staccato seiner Songs und Texte zu folgen, aber der bekannte Wortwitz ist noch mal schärfer geworden, man merkt ihm einfach an, dass er wirklich gerne mit der Sprache kleine Kunstwerke zusammenstellt. Von sehr zotigen bis hin zu tief nachdenklichen Songs reicht das Repertoire. Und gnadenlos gut führt er uns den Unterschied von U- und E-Musik vor Augen, den die GEMA zu sehen meint und zeigt uns musikalisch, wie falsch sie damit liegt ;).

Interessant dieses Mal auch, dass die CD zum Programm NICHT eine live CD ist (diese wird wohl später folgen) sondern ein Studioalbum, auf dem neben Bodo und dem Klavier auch Gastmusiker mitmachen.
Als besondere Überraschung war auch in Heilbronn ein Gast dabei, nämlich die Sängerin und Schauspielerin Melanie Haupt, die Bodo bei zwei Stücken unterstützte.
Alles in allem ein wundervoller Abend, der unsere Lachmuskeln bis aufs äußerste strapaziert hat und den ich jedem, der irgendwie an Karten kommen kann, nur ans Herz legen kann, wenn sie oder er einen Sinn für Sprache und Wortwitz, für Klaviervirtuosität par excellence und einfach für viel Lachen hat.

Und jetzt noch zwei Auszüge aus seinem Programm. Viel Spass und HINGEHEN!

Nachhaltige Rabatte mit Biodeals: Eine geniale Idee

Nachhaltigkeit mit Rabatt

Für manche Idee ist die Zeit einfach reif. Wer kennt nicht Groupon, den bekanntesten Rabattedienst im Netz. Aber leider gibt es dort absolut seltenst wirklich nachhaltige, ökologische und fair gehandelte Produkte. Doch es gibt eine Alternative! biodeals.de springt genau in diese Bresche und bietet Gutscheine für Unternehmen, die biologische, fair gehandelte und nachhaltige Produkte anbieten. Seien wir mal ehrlich, wir alle sind doch Sparfüchse und froh über jeden Rabatt, den wir kriegen können. Aber viele von uns würden ja auch ökologischer und „fairer“ handeln, wenn es denn nur Gelegenheit dazu gäbe.

Das aktuelle Angebot bei Biodeals

Das halte ich für eine sehr gute Idee, denn wie besser könnte man Konsumenten zum ökologischeren Konsum, zu fairen Produkten und Diensten bringen, als mit einer Plattform, die gerade für solche Produkte Rabatte bietet. Momentan haben Sie einen Deal online, bei dem es sich um Papierkörbe handelt, die selber aus recyceltem Papier hergestellt wurden. Der Shop heißt Grünspar. Die Kunden können bei einen Gutschein im Wert von 40,- Euro für nur 19,90 Euro erwerben.

Ich hab mir dieses Angebot mal näher angeschaut und kann es wirklich empfehlen. Aus ähnlichem, ebenfalls nachhaltigem Material habe ich einen Schreibtischorganizer, der bei mir schon seit zig Jahren sehr gute Dienste leistet Und die Idee ist so trivial wie genial. Neben dem normalen Papierkorb gibt es eine Ablage für Schmierpapier, also oft einseitig bedrucktes Papier, das man durchaus noch für schnelle Notizen verwenden kann. Ja, ist eigentlich naheliegend, aber der Mensch ist faul, und wenn er nicht direkt eine Möglichkeit hat, solches Papier zu lagern, seien wir doch mal ehrlich, dann wandert es meist doch in den Papiermüll. Das kann man mit den Papierkörben von Biodeals und Grünspar vermeiden. Und das halte ich schon deshalb für eine geniale Idee, weil hier mit extrem wenig Aufwand ein toller Effekt erzielt wird. Wem die Papierkörbe so gut gefallen wie mir, für den habe ich noch eine Extra Überraschung, nämlich einen Gutscheincode: livingthefuture10 bringt euch nochmal 10% Rabatt auf die so schon meiner Ansicht nach wirklich günstigen Papierkörbe mit dem coolen Design.

Social Media ist schlecht fürs Verkaufen

Social Media ist Kommunikation, nicht Kaufen

Und wieder ein Unternehmen, das sich überraschenderweise beklagt, in Social Media könne man nicht das Geld verdienen, das sie erwarten. Swoodoo glaubt nicht an Facebook & Co. meldet die Internet World.

Tja, wenn man auch erwartet, Social Media als Marktplatz für einen Shop missbrauchen zu können? In Social Media und das müssen offensichtlich so manche Manager erst noch begreifen, geht es vor allem um Kommunikation. Um ehrliche, offene Kommunikation, darum die Reputation des eigenen Unternehmens, der eigenen Marke zu stärken. Schon Werbung wird in den Social Media Plattformen eher geduldet, als gemocht.

Wer glaubt, Social Media Nutzer als reine Käufer oder Konsumenten sehen zu können, der sollte sich sein Engagement in den Sozialen Medien vielleicht wirklich noch einmal überlegen. Denn der hat nicht verstanden, wie die Plattformen ticken.

Kluge Unternehmen und Unternehmer sehen Social Media primär als Kommunikationskanal mit dem Kunden, als Möglichkeit, die eigene Reputation, das Außenbild positiv zu beeinflußen. Deshalb ist es auch so schwer, den ROI von Social Media realistisch zu bemessen. Es geht um Soft Values, wie ich sie nenne, um Werte, die ich nicht einfach mit Geld bemessen kann.

Wer einen Shop aufmacht, muss sich darüber im Klaren sein, dass der Shop eigentlich eine laut schreiende Produktwerbung ist. Und deshalb ebenso gelitten statt gemocht.

Insofern sollte so manche Firma erst noch mal wirklich versuchen, Social Media zu verstehen, bevor sie lauthals über die bösen Plattformen klagt. Wer Social Media Verantwortung primär im Vertrieb ansiedelt, liegt sehr falsch. Marketing, Unternehmenskommunikation und Personalmarketing sind eher Bereiche, die einen sinnvollen Nutzen ziehen und für die Social Media Nutzer relevante Informationen liefern können. Denn: Wir wollen keine Werbung, wir wollen Gespräche.

App Entwickler, denkt an unsere Rechte

 

Taschenlämp

Ein Freund von mir hat vor kurzem eine App in den Android Market  gestellt, die zwar als Grundfunktion wie viele andere lediglich die LED eines Android Smartphones als Taschenlampe nutzt. Was aber das besondere ist und was ich hier mal generell hervorheben will. Sie benötigt dafür nur die allernotwendigsten Berechtigungen.

Im Gegensatz dazu wollen diverse andere Apps oft Rechte, deren Notwendigkeit sich mir meist nicht erschließt.

Da ich selbst experimentell eine App im Market habe, habe ich hier die Vermutung, dass viele App Entwickler der Einfachheit halber alle Rechte einfordern, um sich nicht Gedanken machen zu müssen. Aber hier sollten wir als Kunden reagieren, diverse Rechte sind einfach nur nötig, wenn die App sie auch nutzt.

Und zudem, wenn meine App bestimmte Rechte benötigt, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind, ist es immer eine gute Strategie, die Gründe offenzulegen. Schließlich bietet der Android Market genug Möglichkeiten, die Features der App zu dokumentieren.

 

Die AppInventor App für Android ist zurück

Ein grober Überblick darüber, wie die Inventor App funktioniert. Quelle: MIT

Ja, sie war tot.  Google hatte die Weiterführung der AppInventor Anwendung eingestellt. Aber jetzt meldet sich die für mich sehr spannende Anwendung unter den Fittichen vom MIT zurück.

In einer offenen Beta können Nutzer jetzt die App testen, die zuvor in einer geschlossenen Beta weiter gereift war. Programmierkenntnisse sind dazu nicht zwingend nötig, in einer Art Bausatz aus Bausteinen, die Puzzlestücken gleichen, lassen sich damit ganze Anwendungen quasi zusammenklicken.

Ich werde die App demnächst einem genaueren Test unterziehen und hier berichten.

Bis dahin kann sich jeder die App in der offenen Beta beim MIT selbst anschauen.

Vielleicht ist das ja ein guter Weg, jungen Leuten die Programmierung beizubringen. Mit einer Anwendung, mit der sie für ihre eigenen Smartphones Programme schreiben können. Kleines Schmankerl am Rande. selbst für Lego Mindstorms sind Programmbausteine eingebunden!