Das große BYOD Missverständnis

So viel Auswahl brauchts im Büro nicht, aber schon eine Umgebung, die das eigene Arbeitsprinzip unterstützt.

Ich werde in Diskussionen und bei meinen Workshops immer wieder gefragt, ob das Thema BYOD nicht ein immenses Sicherheitsrisiko bedeute. Natürlich tut es das, wenn man davon ausgeht, dass jeder Mitarbeiter einfach sein eigenes privates Endgerät nutzt. Aber wer sagt, dass es so überhaupt sein muss. Für mich kann und sollte eigentlich BYOD auch bedeuten, dass der Mitarbeiter schlicht die Auswahl hat, welches Endgerät er für die REIN BERUFLICHE Nutzung anschaffen will.

Denn lasse ich jedes x-beliebige Endgerät zu und vermische darauf die private mit der beruflichen Nutzung, dann entstehen natürlich Sicherheitsrisiken. Man kann hier zwar mit virtuellen Maschinen gegenwirken, aber für mich stellt sich hier die Frage: Warum überhaupt. Wir alle reden von Work-Life Integration. Doch meist würde es ja genügen, ein paar ganz dezidierte Schnittstellen anzubieten, um zum Beispiel von unterwegs auf EMails zuzugreifen. Alles andere kann dann durchaus weiterhin gesperrt sein. Oder eben gleich richtig gemacht, mit einem Firmenrechner, den sich der Mitarbeiter aber selbst auswählen kann. Denn die Grundidee von Bring Your Own Device ist nicht nur reines Kostensparen, auch wenn das in den Köpfen vieler IT Entscheider wohl der Hauptfaktor ist, sondern auch, dem Mitarbeiter ein an seine Bedürftnisse angepasstes Arbeiten zu ermöglichen. Jemand, der Apple affin ist, wird sich mit einem Windows Rechner immer schwer tun. Jemand, der ein IPad nutzt, wird kein Android Tablet wollen, und jemand, der ein Android Smartphone nutzt, hat kein Interesse an einem Blackberry.

Wohlgemerkt, es kann durchaus auch denkbar sein, wirklich sein privates Endgerät zu nutzen. Aber dann müssen die Grenzen sehr klar gezogen sein, was damit funktioniert und was nicht.

Endlich auch für Android Tablets: Die ZEIT App

Jetzt auch für Android, aber hier als Webapp und PlayStore App.

Und im Gegensatz zur IPad App hat man sich bei der Android Tablet App für eine WebApp Lösung entschieden, was ich schon insofern bemerkenswert finde, da man sich damit auf elegante Art von der Problematik der verschiedenen Plattformen und Displaygrößen abkoppelt. Diese  Lösung lässt sich zum Beispiel sehr einfach auch für Windows 8 Tablets einsetzen und ist insofern eine plattformunabhängige UND zukunftsorientierte Lösung.

Zu finden ist die ZEIT App entweder direkt online unter http://webapp.zeit.de  oder innerhalb des PlayStore.

Facebook – wie die Einnahmengier Nutzer vor den Kopf stößt

Facebooks Börsengang sollte die Erdbeere auf der gigantischen Sahnetorte Mark Zuckerbergs sein. So hat dieses soziale Netzwerk doch wie kein zweites die heutige Gesellschaft beeinflusst – wer nicht auf Facebook ist, ist nicht dabei. Wie die Presse vor kurzem berichtete, werden Menschen ohne Facebook-Profil einer Studie zufolge heutzutage leicht als Psychopathen abgestempelt. Fast wöchentlich lässt sich jedoch mittlerweile von neuen Tiefs der Facebook-Aktien lesen. Analysten, die sich vor dem Börsengang nicht von der fast schon unverständlichen Euphorie anstecken ließen, erkannten schnell, dass Facebook sich im schlimmsten Fall zu einem Reinfall entwickeln könnte.

War das soziale Netzwerk schon vor dem Börsengang auf der Suche nach einer lukrativen Monetarisierungsstrategie, so wurde es nach der Börsenpleite umso wichtiger, zu demonstrieren, dass Facebook Geld abwirft. Dass heute fast jeder junge Mensch in Industrienationen ein Laptop (oder besser noch einen Hybriden wie von Lenovo aktuell vorgestellt), Tablet oder ein Smartphone besitzt, macht es Facebook relativ einfach, Daten zu Geld zu machen. Laut einer Studie stiegen die Notebook-Verkaufszahlen allein 2010 um bis zu 25 Prozent. Wer heutzutage ein Notebook hat, der hält sich in der Regel auch oft auf Facebook auf und ist leichtfertiger bereit, Daten preiszugeben.

Aus amerikanischen Berichten lässt sich herauslesen, dass Facebook deshalb plant, Premium-Unternehmen einen Zugang zu den Mobiltelefon- und Emaildaten der Kunden zu geben. Noch kann man sich nur schwer vorstellen, wie genau die Weitergabe von Daten vonstatten gehen soll. Facebook versuchte aber im Rahmen einer Anwort an das Online-Magazin Gizmodo schon vorab, Bedenken von Datenschützern zu zerstreuen. Darin versucht das Unternehmen zu versichern, dass Verschlüsselungstechniken dafür sorgen sollen, dass Facebook und das werbende Unternehmen keine Nutzer- und Kundendaten abgleichen können.

Facebook hat bislang noch keine Angaben darüber gemacht, ob diese neue Strategie zur Maximierung von Werbeeinnahmen auch in Europa angewendet werden soll. In Deutschland würde der Fall jedoch garantiert vor Gericht landen. Schaut man sich die bisherige Rechtssprechung deutscher Gerichte an, so könnte die neue Marketingidee am Recht auf informationelle Selbstbestimmung scheitern. Im Rahmen des sogenannten Volkszählungsurteil stellte das Bundesverfassungsgericht fest, dass der Bürger vor der unkontrollierten Weitergabe und Verwendung der eigenen Daten geschützt werden müsse. Von daher gewährleiste das Recht auf informationelle Selbstbestimmung „die Befugnis des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen.“

Spannend ist an dieser Stelle lediglich noch, ob Facebook, das werbende Unternehmen oder gleich beide vor Gericht gezogen werden – das wird vor allem darauf ankommen, ob die deutschen Facebook-Nutzer vorab ausreichend informiert werden.

Zuschauen bei der Entstehung eines Romans

Literatur kann auf vielen Wegen entstehen, einen ganz neuen Ansatz verfolgt Silvia Hartmann

Ein interessantes neues Projekt läuft gerade bei Google in den Google Docs.

Die Autorin Silvia Hartmann schreibt ihren neuen Roman „The Dragon Lords“ live im Netz und alle können zusehen.  Möglich ist das, weil sie den Roman in Google Docs verfasst und die Leserechte freigeben hat: Dazu sagt Google:

Fantasy author Silvia Hartmann is reinventing the editorial process by letting her readers follow along as she drafts her new novel – The Dragon Lords – in a public Google document. Hartmann started writing last week, and has already drafted 20 chapters.

Read the story so far and follow along to find out how it ends:http://goo.gl/Bb6bF“

Wie ich finde, eine brilliante Idee, um dem Leser den Entstehungsprozess eines Romans direkt vor Augen zu führen.

Neues Transformer TF300 Update verfügbar

Aktuell rollt Asus ein weiteres Update für das Transformer TF300 aus, Voraussetzung hierfür ist, dass das Tablet bereits auf Jelly Bean gehoben wurde.

Also flux in die Geräteinfos gehen und nach einem Systemupdate suchen. Das Update ist inkrementell und es bleiben die bereits auf dem Tablet enthaltenen Daten und Programme dabei erhalten. Welche genauen Fehler bereinigt wurden, müssen die nächsten Tage ergeben. Ich hoffe vor allem auf stabilere Treiber für das SD Laufwerk und Performanzverbesserung der NVIDIA Tegra 3 Treiber.

 

 

Google Maps und Google Now jetzt mit Fahrplänen der deutschen Bahn

Heute Mittag wurde es  offiziell angekündigt. Innerhalb Google Now und Google Maps werden ab sofort auch die Fahrplaninformationen der Deutschen Bahn dargestellt. Dies ist wohl das erste Ergebnis einer Kooperation der Deutschen Bahn mit Google . Fürs erste hauptsächlich für Fernverbindungen aber da lässt die weitere Integration sicher nicht auf sich warten.

Hier sieht man ein Beispiel für mehrere Navigationsanfragen, die alle die nächsten Bahnverbindungen angeben, das spannende daran: Die Route nach Stuttgart entstand kurz zuvor durch eine Suchanfrage im Chrome nach dem Ort Stuttgart. Direkt danach werden in Google Now passende Verbindungen angezeigt! Der Name des Kindes: Google Transit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wider die Hochdruckgesellschaft

Wo immer ich hinschaue, es werden Spitzenleistungen gefordert. Und die Spitzenleistung von heute wird zur Normalität von Morgen.

Darunter leiden bereits unsere Kinder in einer immer mehr nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimierten (Aus-)Bildungsmühle, die Werte wie Moral, Ethik hinter ach so wichtige Dinge wie Fit sein für den Beruf, Vorbereitung aufs Hochdruck-Bachelorschulstudium und die danach folgende Arbeitswelt der Topleister stellt.

Und dann wundern sich Medien und Politik über immer mehr psychische Erkrankungen, über Burnout und eine heranwachsende Generation, die plötzlich Werte wie Familie und Freunde hinter Karriere stellt. Dabei zeigt sich doch nur. Das Individuum ist offensichtlich nicht so dumm wie die abstrakte Wirtschaftsmaschinerie.

Wer Hochdruck aushalten muß, der sucht sich Ventile, sucht sich Möglichkeiten, dem Druck zu entkommen. Und da die Wirtschaft immer noch den Fokus auf Wachstum, auf immer mehr Leistung und Umsatz setzt, statt Nachhaltigkeit, kippen auch immer mehr angebliche Lowperformer aus dem Gefüge.

Spitzenleistung kann auf Dauer niemand bringen, wenn die Spitze dauernd weiter nach oben gesetzt wird. Und wer die Prozesse statt an der einen oder anderen Stelle sinnvoll zu entschleunigen immer weiter beschleunigt, der wird früher oder später merken, dass sich Fehler häufen, dass Krankheitsraten steigen, Fluktuation sich erhöht und irgendwann plötzlich der Kunde immer unzufriedener wird und schließlich das eigene Image darunter leidet.

Der Spruch „In der Ruhe liegt die Kraft“ scheint heute dem „Geschwindigkeit um jeden Preis“ gewichen zu sein. Oder halten wir es wirklich für vernünftig und gesund, unsere Kinder mittlerweile bereits im Kindergarten auf das Berufsleben vorzubereiten? Ich erinnere mich noch an den Satz „nicht für die Schule, für das Leben lernen wir.“ Das gilt heute nicht mehr. Heute müsste der Satz lauten „nicht für die Schule, für den Arbeitgeber lernen wir“.

Wir sollten einen gesellschaftlichen Konsens erreichen, der nicht alleine auf Profit und Beschleunigung basiert. Es ist ein Irrtum zu behaupten, wir ertrinken in Informationen, wir sind Sklaven unserer Technologie. Das stimmt so nicht, denn das sind alles Werkzeuge. Was aber stimmt ist, dass wir Sklaven eines Dogmas sind, das den Wert des Menschen immer stärker auf seine berufliche (Spitzen-)leistung fokusiert, das alle Handlungen außerhalb der Arbeitswelt nur noch auf  „fit machen für den Beruf“ beschränkt. Und das gleichzeitig in immer größerer Zahl Arbeitslosigkeit produziert, weil man natürlich am liebsten ohne den zweibeinigen Kostenfaktor Mensch Profite erzielen will. Das Gehalt soll bitte möglichst gering sein, der Konsum aber möglichst hoch.

Es ist aber leichter, die Schuld für Überlastungen und ein Ertrinken in Technologien zu suchen, statt die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mechanismen zu hinterfragen, die Menschen dazu bringen, sich so von Informationen überfluten zu lassen. Dabei hilft es gar nichts, das Smartphone oder den Notebook auszuschalten, wenn man dadurch Probleme mit Vorgesetzten oder Kollegen bekommt, die im gleichen Trott stecken und die Erreichbarkeit als notwendig erachten. Wer immer noch in einer zeitbasierten Ökonomie arbeitet, in der die Entlohnung an der Erreichbarkeit und Anwesenheit hängt und nicht an zu erreichenden Zielen, der wird es sehr schwer haben, hier eine gewissen Entschleunigung einzubauen, da er ja nur dann tätig zu sein scheint (!!!) wenn er auch anwesend und erreichbar ist.

Sind wir wirklich so überrascht, dass diesem Irrsinn manche Menschen auch mit irrationalen Argumenten entgegentreten? Ist es wirklich so verwunderlich, dass psychosomatische Erkrankungen so stark zunehmen, wenn der normale Mensch keinen Ausweg aus einer immer schneller arbeitenden Mühle aus Arbeit und Konsum sieht?

Wir brauchen einen gesellschaftlichen Wertewandel. Das wird aber sehr schwer im Zeichen einer globalisierten Welt, in der alles der Prämisse „schneller sein als die Konkurrenz“ geopfert wird.

Ich habe kein Patentrezept zur Lösung dieses Dilemmas. Aber ich werde nicht müde, auf den Irrsinn hinzuweisen und ihn für mich selbst wo immer es geht nicht mehr mitzumachen. Denn der nächste Burn out lauert um die Ecke. Und nur, wer da einmal drin gesteckt hat, weiß, dass es auch persönliche Grenzen gibt, die zu verteidigen wichtig ist.

Kommentar: Der Stopp Acers durch Google war richtig!

Hoch schlagen die Wellen und die Gemüter erhitzen sich in der Debatte, ob Google Acer erpresst und den Verkauf eines speziell für den asiatischen Markt entwickelten Smartphones Namens CloudMobile A800 mit Aliyun auf dem fernöstlichen Markt verhindert.

Dabei vergisst die Community eins. Worüber beklagen sich den Android Gegner wie Befürworter am meisten? Über die Fragmentierung der Android Gemeinde, über immer neue Modifikationen am Kernsystem durch die einzelnen Hersteller, die permanent zu Verzögerungen bei den OS Updates führen.

Meines Erachtens hätte Google hier schon viel früher eingreifen sollen, und den Herstellern klarere Vorgaben machen, was die Modifikationen am OS angeht. Denn warum soll ich auf den neuen OS Release warten, nur weil ein Hersteller meint, er müsse unbedingt einen eigenen Starter implementieren? Bei allem, was man Apple an Abgesperrtheit und Zensur vorwirft, eines haben sie geschafft, es gibt nur ein IOS. Aber leider viele Android OS mit kleinen, störenden Rucksäcken.

Nicht umsonst hat das CynogenMod so viel Erfolg, bietet es doch auch für die Smartphones, deren Android durch den Hersteller verschlimmbessert wurde, die reine Lehre, das Original OS von Google.

Also Google, bitte noch mehr den Herstellern diesbezüglich auf die Finger schauen, sonst machen sich die Anbieter mit ihren unbeliebten Modifikationen nur gegenseitig das Geschäft kaputt, während sich Apple weiterhin ins Fäustchen lacht.

Wären heute schon alle Smartphones, die es hardwaretechnisch schaffen auf Jelly Bean, ich glaube, Android hätte ein ganz anderes Standing auf dem Weltmarkt.

 

Update: Es gibt mittlerweile eine Stellungnahme von Andy Rubin auf Google+:
We were surprised to read Alibaba Group’s chief strategy officer Zeng Ming’s quote „We want to be the Android of China“ when in fact the Aliyun OS incorporates the Android runtime and was apparently derived from Android.  

Based on our analysis of the apps available at http://apps.aliyun.com, the platform tries to, but does not succeed in being compatible.

It’s easy to be Android compatible, the OHA supplies all the tools and details on how to do it.  Check out this blog post that explains how we think about compatibility and how it relates to the ecosystem we worked hard to build:

http://officialandroid.blogspot.com/