Von Fanboys und Ignoranz

Manchmal bin ich es leid. Nein, in letzter Zeit eigentlich häufig. Dieses immer sich wiederholende gegenseitige Zerfleischen.
Da hat Apple offensichtlich Beweise gefälscht, um einen Konkurrenten vom Markt zu klagen und die Apple Fanboys heulen vor sich hin: „Aber Apple ist doch sooo innovativ“. Richtig, aber das berechtigt nicht, zum Spamtroll zu werden.

Da werden bei Android eklatante Sicherheitslücken publik und die Android Fanboys beklagen, dass wieder alle auf Google draufhauen, die doch sooo innovativ“ seien.

Hallo Fanboys (übrigens interessant, mir kommen fast nur Fanboys unter Fangirls extrem selten). Leben und leben lassen. Ich bin bekennender Android User. Aber die PRODUKTE von Apple finde auch ich gut. Ich habe meine ganz persönlichen Gründe, Android zu bevorzugen aber ich empfehle durchaus anderen einen Blick auf Apple zu werfen. Und das nicht weil ich ihnen Android nicht gönne sondern weil ich mir beide Systeme angesehen habe und sie mit Apple einfach genau das bekommen, was ihnen in den gewünschten Anwendungen hilft.

Wir sollten immer bedenken, die Welt ist nicht schwarz oder weiß sondern grau. Was Apple gerade gegen Samsung durchzieht finde ich unterirdisch und kämpfe in den sozialen Netzen dagegen. Aber das heißt nicht, dass ich Apple hasse. Ich hasse das aktuelle Vorgehen. Ich mag gewisse Einschränkungen nicht. Ja. Aber warum soll ein Apple User dumm sein, wie ich es in Kommentaren schon gelesen habe. Das gilt ebensowenig wie bei Android Usern. Dumm sind nur diejenigen, die sektenartig nur noch einem Gedankenmodell folgen. Aber das hat ja schon George Orwell in „Farm der Tiere“ erkannt. Tiere guuuut, Menschen schleeeeecht ist ebenso dümmlich wie Apple/Android guuuuut, Android/Apple schleeecht.

Und das lässt sich erweitern. Auch die Datenschutz über alles (CCC) versus Datenfreiheit über alles (Datenschutztechnische Spakeria) Diskussion ist für mich ein klarer Fall von „Thema verfehlt“. Erst eine ausgewogene Betrachtung, die das eine tut, ohne das andere zu lassen, bietet ernstzunehmende Lösungen. Mit Extrempositionen kommen wir in einer zielführenden Diskussion nicht weiter.

Lasst uns gegen Fehlentwicklungen bei JEDEM Anbieter vorgehen. Aber lasst uns auch akzeptieren, dass die Welt nicht nur aus Äpfeln besteht, sondern es auch Birnen gibt (Wer findet das Wortspiel?) und der Ausgewogenheit halber, natürlich auch Birnen, nicht nur Äpfel.

So lange wir noch in Fanboy Fraktionen denken, ganz ehrlich, dürfen wir nicht erwarten, dass der Durchschnitts- PC User uns ernst nimmt. Diese Diskussionen sind nicht mal Kindergarten Niveau. Diese Diskussionen sind eher dringend therapiebedürftig.

Aber jetzt bitte: Spammt mich zu. Ich erwarte es eigentlich. Oder beweist mir das Gegenteil. Überrascht mich.

Die kleinen Betrügereien gehen weiter: Hat Apple auch Samsung Galaxy SII Bilder „modifiziert“?

Webwereweld hat sich weitere „Beweismittel“ von Apple genauer angesehen und scheinbar wurden auch Bilder des Samsung Galaxy SII künstlich so angepasst, dass sie eine nicht vorhandene Ähnlichkeit zum IPhone suggerieren. Zudem wurden auch hier der Startbildschirm nicht dem Startbildschirm des Galaxy SII sondern dem nur durch Aufruf einer anderen Ansicht erreichbaren App Menüs gegenübergestellt. Offensichtlich hält man die Richter sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden nicht für so schlau, sich die Geräte im Original anzusehen.

Werte, wer mag. Für mich noch ein weiterer Grund gegen ein Produkt aus dem Haus des angebissenen Apfels und ein weiteres Indiz dafür, dass Apple weder elitär, noch besonders, noch besonders „gut“ ist. It is just another „Make Money Company“

Aufruf zur Unterstützung: empirische Untersuchung zum Thema „Crowdsourcing“

Hallo liebe Leser,
heute mal ein Aufruf zu Unterstützung einer Masterarbeit zweier Studenten der Uni Bayreuth: Ich zitiere hier mal die Anfrage der beiden Studenten: „im Rahmen unserer Masterarbeit am Lehrstuhl für Direct Marketing der Universität Bayreuth führen wir eine empirische Untersuchung zum Thema „Crowdsourcing“ durch. Zielgruppe sind dabei Marketinginteressierte und internetaffine Menschen. Daher wenden wir uns auch an Sie.

Je mehr Interessierte an unserer Studie teilnehmen und ihre Meinung äußern, desto aussagekräftiger werden unsere Daten. Daher bitten wir Sie darum, den Link zu unserem Online-Fragebogen auf Ihrem Blog livingthefuture.de oder auf Ihrer Facebookpräsenz zu veröffentlichen.

http://meineumfrage.com/crowdsourcing/index.php

Die Teilnahme an unserer Befragung dauert ca. 10 Minuten. Selbstverständlich sind alle Angaben anonym und werden streng vertraulich behandelt. Eine Zuordnung der Personen ist durch die separate Speicherung der Daten nicht möglich. Es findet keine personenbezogene Auswertung
statt.

Alle Teilnehmenden können am Ende des Fragebogens an einer Verlosung von Amazon-Gutscheinen teilnehmen.“

Also bitte liebe Leser, helft mit, als ehemaliger Student weiß ich, wie schwer es oft ist, an empirische Daten zu kommen und das Thema Crowdsourcing interessiert mich auch persönlich. Und ja, ich nehme auch ander Umfrage teil.

Hat Apple beim deutschen Gericht mit gefälschten Beweisen gearbeitet?

Folgendes haben Bloggerkollegen der niederländischen Website Webwereld entdeckt

Zitat: (Auszug laut AndroidCentral)

Webwereld has compared the some of the images from the court documents (read them here, in German) to reality and found some disturbing differences. In Apple’s images, the Galaxy Tab 10.1 has been shown with a different aspect ratio (1:36 as opposed to the actual 1:46 — the iPad is 1:30), causing it to more closely resemble the dimensions of the iPad. „

Fazit: Die Grössenverhältnisse des Galaxy Tabs sind nicht originalgetreu, damit es dem IPad ähnlicher sieht. Würden beide Geräte mit den Originalverhältnissen gezeigt, wäre ein DEUTLICHER Unterschied zu erkennen.

Hier auch noch das Bild mit der Analyse der Größenverhältnisse der Fotos im Dokument, wie es dem Gericht vorlag.

 

Ich will ja nicht behaupten, dass hier absichtlich an den „Beweisen“  „manipuliert“ wurde. Aber andererseits, wie anders soll ich das nennen und warum sonst meinte das Gericht, es bräuchte den Beklagten nicht zu hören. Hätten die Richter beide Geräte vorliegen gehabt, wäre das ganze ggf. anders ausgegangen. Denn wer so dumm ist, ein IPad mit einem Galaxy Tab zu verwechseln.. Na ja.

Auf jeden Fall bekommt das ganze für mich immer mehr einen sehr üblen Beigeschmack. Die Produkte von Apple sind definitiv technologisch herausragend,  aber die Firmenpolitik wird immer unterirdischer. Erste Stimmen vermuten gar, dass Apple sich damit ein Ei gelegt haben könnte und Schadenersatzforderungen auf die Cupertianer und ihren Prediger Steve zurollen könnten.

 

Update 16.08.2011: Interessant auch, dass im obigen Bild bei der direkten Gegenüberstellung nicht der „Home“ Screen von IPad UND Galaxy Tab gezeigt werden, die sich dank der Android Widgets überhaupt nicht ähnlich sehen würden, sondern die beim Galaxy Tab in einer zweiten Ebene versteckte App Ansichten. Ein Schelm, der böses dabei denkt. Realistisch wäre es, die Abbildung des Galaxy Tab wie sie darüber zu sehen ist, direkt daneben zu stellen, dann würden aber die eklatanten Unterschiede ins Auge fallen.
Update: 22.08.2011 Der Journalist, der die Manipulationen aufgedeckt nimmt Stellung zu den Entdeckungen und berichtet über die manchmal eher unfreundlichen Reaktionen und Behauptungen. Fazit: Die Fälschung ist geschehen und Apple hat einiges zu erklären.

Apple schreibt uns vor, was wir gut finden sollen, der Patenttroll tobt

Ganz grosses Kino, Apple lässt per einstweiliger Verfügung den Verkauf des Samsung Galaxy Tabs 10.1 in Europa verbieten. Da fällt mir eigentlich nur noch Joschka Fischers berühmtes Zitat ein. Mit Verlaub Herr Jobs, sie sind ein ……… . Hätte ich früher vielleicht noch Apple Produkte in die engere Wahl gezogen, so kann ich jetzt nur noch kopfschüttelnd mich abwenden. Wer eine Produktmonokultur betreibt und seinen Jüngern kleinste Verbesserungen, die andere schon längst anbieten als grosse Errungenschaft anpreist, der muss wohl gegen die besseren Produkte der Konkurrenz klagen. Ganz unterste Schublade lieber Steve.

Diesen Mist haben schon andere vor dir getrieben und sind damit ganz böse abgestürzt. Und vielleicht weißt du es ja nicht, aber es gibt auch noch Menschen, die selbst entscheiden wollen, welches Produkt sie kaufen. Wer das Galaxy Tab mit dem IPad vergleicht muss wirklich technologisch so ziemlich gar keine Ahnung haben, um deinen Vorwurf richtig zu finden. Das ist schon nicht mehr Äpfel mit Birnen verglichen, sondern Äpfel mit Honigmelonen. Um welche Patente es genau geht? Um diese.

Ich bin für Vielfalt statt Einfalt. Also bitte, Steve, hör auf, deine Konkurrenz wegzuklagen, nur weil sie Tablets entwickeln, die dir und deiner Monokultur Konkurrenz machen. Deine Produkte sind nur Produkte. Keine Heiligtümer, keine Reliquien. Und es gibt Menschen, die kotzt deine grossspurige Arroganz und dein Patentgetrolle schlichtweg an.

Vor allem, wenn man sich folgendes Bild ansieht, und sich mal fragt, wer hier wohl von wem geklaut hat.

Na, wer hat hier wohl von wem geklaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Update: Auch Sascha Pallenberg findet ein paar treffende Worte zu dem schwachsinnigen Gehabe im Moment. Und er findet ein nettes Bild, das zeigt, dass es doch tatsächlich auch vor Apple schon Tablets mit abgerundeten Ecken gab. Welche Provokation. Bitte Steve, klag sie weg.

 Bert Keely, der im Jahre 2000 auf der Comdex in Vegas folgendes Produkt und damit die Tablet PC Vision von Microsoft zeigte:
Bert Keely , der im Jahre 2000 auf der Comdex in Vegas folgendes Produkt und damit die Tablet PC Vision von Microsoft zeigte:

 
Update: Es wird alles noch viel grössenwahnsinniger, als ich mir das überhaupt ausmalen konnte: Nach neuesten Informationen will Apple offensichtlich den Verkauf aller Samsung Geräte aus der Galaxy Serie verbieten. Was ich von Apples aktueller Patenttrollpolitik halte, verbietet mir meine gute Kinderstube zu schreiben. Ich hoffe aber, dass die Gerichte zum Wohle des Verbrauchers urteilen und Apple ordentlich abwatschen. DAS darf nicht rechtens sein, sonst können uns Unternehmen in Zukunft dank ihrer Patentportfolios vorschreiben, was wir zu nutzen haben!

Blogparade: Zeig uns deinen Kaffeevollautomaten

Wieder eine Aktion aus der Reihe „interessante Blogparaden“. Der Blog „Bankdudler“ ruft auf, den eigenen Kaffeevollautomaten zu zeigen und über die eigenen Erfahrungen zu berichten. Hier also unser Prachtstück, eine Nivona 750, die damals knapp 1000 Euro gekostet hat:

Der Automat macht einen wunderbaren Latte Machiatto, Espresso und Kaffee

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welche Erfahrungen habt Ihr mit dem Automaten bisher gemacht?

Sehr gute, es gab in dem Jahr, das wir den Automaten nun besitzen noch keinerlei Probleme, die Maschine arbeitet zuverlässig.

Was ist das Besondere an deinem Automaten?

Die einfache Bedienung ist eines der Highlights. Ob der Automat neues Wasser braucht, gespült werden muss, entkalkt, alles wird in Klartext angezeigt und jeder Schritt wird angekündigt. Zudem macht der Automat hervorragende Kaffees und ist sehr pflegeleicht. Und dank des besonderen Designs passen auch sehr hohe Gläser unter den Auslaß.

Hatte dein Automat schon mal eine Reparatur ?

Nein, wir hatten noch keinen Reparaturfall, wenn, so können wir aber zu dem Händler, der uns das Gerät verkauft hat. Und dort würde er problemlos versorgt.

Was ist deine Lieblingskaffeesorte und warum?

Wir haben  eine Lieblingskaffeesorte, Kaffee einer kleinen Rösterei aus Heilbronn namens „ Hagen Kaffee

Mit welcher Einstellung am Automaten trinkt du deinen Kaffee am liebsten?

Also wir haben zwei Einstellungen. Beide lieben wir Latte Macciatto den ich in der Einstellung sehr stark, meine Frau in der Einstellung mild trinkt.

Nutzt du gemahlenen Kaffee?

Nein.

Wieviele Tassen Kaffee hat deine Maschine schon gebrüht?

2700 Tassen Kaffee wobei es dabei meist Latte Macciatto war, also kann man, was die reine Kaffeemenge angeht auch sagen, 2700 grosse Tassen oder 5400 kleine Tassen.

Würdest Du Dir den Automaten nochmal kaufen?

Definitiv, denn der Preis ist durch die Qualität und die Leistung der Maschine mehr als gerechtfertigt.

Gibt es DEN Automaten für dich? Dein Traumgerät?

Es gibt kein Traumgerät aber es gibt eine Art von Firma, deren Produkte ich schätze. Nivona haben wir gewählt, weil sie weniger Wert auf Werbung, dafür aber viel Wert auf Qualität und praktisches Design legen.

Der Aufstieg des Ebooks als Chance für das gedruckte Buch

Es gibt nicht nur die negativen Aspekte, beim Aufstieg des EBooks und seinem Konkurrenzkampf mit dem klassischen Buch.

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Das Paperback der Zukunft? Immer mehr Menschen lesen nicht auf Papier oder EInk sondern direkt auf dem Smartphone.

Blicken wir in die Vergangenheit, so gab es schon häufiger technische Neuerungen, die angeblich das Ende einer anderen „Kulturtechnik“ einläuten sollten.

Für mich ist der Aufstieg des EBooks auch eine Chance. Denn ich sehe das EBook vor allem in Konkurrenz zum billigen Taschenbuch, das nicht genossen, gelesen, erlebt sondern konsumiert wird. Für mich besteht die große Chance für das gedruckte Buch und speziell für das Hardcover, wenn es sich ein wenig aus dem Konsumzirkus zurückzieht und sich wieder zum Kulturgut stilisiert. Hochwertiger Druck, eleganter Einband. Das gedruckte Buch ist nicht tot, es sollte sich nur neu erfinden im Sinne eines Fokussierens auf die Qualität und weniger die Quantität. Will ich ein Buch lesen, weiß aber nicht, ob mir Autor oder Inhalt wirklich zusagen, griff ich bislang zum gedruckten Paperback. Mit der Ankunft des Ebooks landen solche Geschichten bei mir eher auf dem EBook Reader.

Aber es gibt auch Romane und Autoren, die sind mir ein weiteres Lesen wert. Und hier möchte ich (sicher eine spezielle Einstellung, die ich aber in Gesprächen mit anderen Literaturliebhabern so oder ähnlich wiederfinde) das wertige, das papierene Buch. Ich möchte es im Regal sehen, möchte schon durch seine visuelle Präsenz daran erinnert werden. Denn ein rein digitales Buch ist längst nicht so präsent in meinem Alltag.

Und geben wir Bücherwürmer es doch offen zu. Auch der Blick aufs gefüllte Regal mit all den gerne und wiederholt gelesenen Autoren fehlt. Und auch hier prophezeie ich einen Wandel. Weg vom billigen Hardcover zurück zu wertigen Büchern, mit eleganten Umschlägen, Golddruck und Lesebändchen. Das gedruckte Buch wird sicher Marktanteile verlieren. Aber es hat auch, wenn die Verlage das erkennen die Chance, als Kulturgut und als Objekt von Wert an Bedeutung zu gewinnen.

Ähnliches haben wir schon häufiger erlebt. Trotz der Ankunft des Kugelschreibers werden auch heute noch Füller verkauft. Trotz Keyboard und E-Piano findet sich in so manchem Haushalt das hochwertige Klavier. Ganze Kataloge leben vom Angebot wertiger, aber eigentlich „veralteter“ Produkte (Manufactum hat dies quasi zum Kult erhoben).

Für mich werden EBook und „klassisches Buch“ koexistieren. Das eine als Konsumgut, das andere als Kulturgut.