Das Tablet ist tot, lang lebe das Tablet

IMG_20120527_1512201Kaum ist die IFA in Berlin gestartet, schon zeigt sich, dass eine meiner Prognosen für 2013 sich zu bestätigen scheint. Das Ende der reinen Tablets. Neben Lenovo, und ASUS zeigen auch HP und Archos neue Tablets, die eine Docking Tastatur der einen oder anderen Art als integralen Bestandteil des Gerätes besitzen. Und Microsoft mit Surface könnte sich ebenfalls zu einer validen Alternative zum herkömmlichen Tablet mausern. Der Markt erkennt, dass die reinen Konsumiergeräte letztlich einen nicht zufriedenen Kunden zurücklassen, viele benötigen letztlich „nur“ die Fähigkeiten eines Tablets aber zusätzlich eine Möglichkeit, auch längere Mails oder Texte zu verfassen. Und gerade die neu erscheinenden Tablets mit Windows 8 sind hier eine interessante Alternative, da auf ihnen auch die „klassischen“ Anwendungen wie Office laufen. Während also Apple und Google gerade erst auf den Zug mit den 7 Zoll Endgeräten aufspringen, wendet sich der Markt bereits intensiv den Hybriden zu. Hier droht Apple gar vom Markttrend abgehängt zu werden, da sämtliche Dockinglösungen bei Apple nicht komplett integriert sind, sondern nur als Addon für das erleichterte Tippen dienen. Die sicherlich als Vorbild dienenden Tablets der Transformer Serie von ASUS hingegen ermöglichen auch eine Steuerung des Systems vollständig über die Tastatur und bieten Zusatznutzen wie z.B. ein Trackpad und einen Zusatzakku.

Meine These vom Anfang des Jahres scheint sich zu bewahrheiten. Die Tablets, wie wir sie bislang kannten werden zum Nischenprodukt und ersetzt durch eine Vielzahl von Hybridlösungen, die Netbook, Notebook und Tablet zu einem Universalgerät zusammenführen. Es bleibt spannend. Und der Seitenhieb in Richtung Apple sei mir gestattet: Hier hat Apple keine Patente im Feuer, mit denen es die Innovation des Marktes aufhalten könnte.

Ich denke, wir werden in diesem Markt noch viele neue Produkte erleben und nach und nach werden die reinen Tablets zu einem Nischenprodukt für den reinen Consumer. Wer auch nur annährend mit seinem Computer in irgendeiner Form „arbeiten“ will, wird früher oder später ein umfangreiches Angebot an Geräten im Bereich von 10 Zoll -13 Zoll vorfinden, die alle aus Tablet und Tastaturdock bestehen und vermutlich dann auch bereits in dieser Kombination ausgeliefert werden. Und diese Endgeräte könnten auch tatsächlich zur Konkurrenz für die reinen Notebooks werden, insbesondere mit Windows 8, da im Gegensatz zu den auf mobile Anwendungen optimierten Tablets von Google und Apple Windows 8 beides bietet. Die mobile Bedienbarkeit gepaart mit der Möglichkeit diverse „Desktop“ Anwendungen laufen zu lassen und somit auch einen Arbeitsplatzrechner für den Schreibtisch zu besitzen.

Ich sage es nochmals, der Kunde möchte nicht 5 verschiedene Geräte zu hause haben, die jeweils nur eine Nische bedienen. Er möchte eine allumfassende Lösung und mit den neuen Hybriden kommen wir der Sache schon sehr, sehr nahe. In Zukunft wird sich vermutlich auf dem Schreibtisch ein großer Bildschirm mit Dockingtastatur Hybride etablieren und als zweites Gerät maximal ein Smartphone mit großem Bildschirm ähnlich dem Galaxy Note oder dem Galaxy Nexus. Alles andere werden Zusatzgeräte sein, die keinen wirklichen Mehrwert mehr bieten.

 

Einige Impressionen neuer Hybriden von der IFA:

HP Envy X2
Lenovo Yoga
Toshiba Satellite 925t

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samsung Ativ

 

Dell XPS Duo 12

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Google Nexus 7 ist im PlayStore in Deutschland erhältlich

Seit heute morgen kann man das Google Nexus Tablet in der 8Gb und der 16Gb Version im Playstore bestellen. Zum Preis von 199 Euro bzw. 249 Euro gibt es ein 7 Zoll Tablet mit Jellybeans, das mit dem Original Android System bestückt ist und daher stets als erstes Device ein Update auf die neuesten Versionen erhält.

Wer ein gutes 7 Zoll Tablet sucht, sollte zuschlagen, solange es noch verfügbar ist, ich vermute spätestens morgen sind alle Geräte ausverkauft.

Update: Da mein ältester Sohn sich das Google Nexus 7 zum Geburtstag (Mitte September)  wünscht, oder besser, noch den Rest an Geld, damit er es sich leisten kann (er hat schon ganz ordentlich drauf gespart), habe ich die 16GB Version heute Morgen um 9:30 im PlayStore bestellt und was soll ich sagen, um 13:00 Uhr bekomme ich von Google die Versandbestätigung. Respekt, das geht ja extremst schnell!

 

Ein Fahrraddynamo, der auch ein Smartphone lädt

Die Konstruktion, ausführlich erklärt

Die Idee an sich ist ja nicht neu. Schon die CT berichtete und beschrieb eine solche Konstruktion. Aber jetzt gibt es das „für den Rest von uns“ der nicht so elektrotechnisch begabt ist:

Das ganze passt an jedes Rad, beinhaltet neben der Ladefunktion noch Beleuchtung und kann mit einem eingebauten Akkupack die Beleuchtung noch bis 2 Stunden nach Stillstand weiter versorgen.

Ein absolutes „haben will“ von meiner Seite! Natürlich gibt es ähnliche Geräte, die sich aber bislang hauptsächlich auf Räder mit Nabendynamo konzentrierten, wohingegen diese Lösung für jedes Rad funktioniert und gleichzeitig auch noch die Fahrradbeleuchtung integriert.

Leider ist das ganze noch nicht direkt in Deutschland käuflich erwerbbar, ich hoffe aber, dass das bald auch einen deutschen Vertriebspartner findet, denn die Idee finde ich einfach genial. Zudem bietet der Hersteller Bikeconsole.com auch noch Halterungen fürs Smartphone, so daß man das Smartphone zum Beispiel als dauerhaften Radcomputer und/oder Radnavi einsetzen kann.

Damit lässt sich das Fahrrad zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit oder nach hause aufladen.

 

 

 

 

Die technischen Daten:

  • Passt an jedes Speichenrad
  • Lädt alle Geräte auf, die über USB ladbar sind
  • Energiegenerator und Beleuchtung integriert
  • 3W 5.0V DC Output.
  • Mobiltelefone werden in 2-3 Stunden vollständig geladen.
  • Geringer Widerstand beim Laden, kein Widerstand, wenn abgeschaltet.
  • Wirkung beginnt bei 5 kmh. volle Kapazität bei  20 kmh
  • 1W Front LED mit intergrierten Linsenoptik
  • 2 S/B LED Rücklicht.
  •  700mAh Li-ion Batterie betreibt die Beleuchtung noch 2 Stunden nach Stillstand.
  • Beleuchtungswinkel anpassbar.
  • Fernbedienung für Lichtschalter
  • Witterungsbeständig.

 

Video ausleihen im Google Play Store jetzt auch in Deutschland

Still und heimlich hat Google jetzt auch in Deutschland die Möglichkeit freigeschaltet, sich Videos auszuleihen.
Noch halte ich die Preise für ziemlich happig, gerade für ältere Filme finde ich knapp 4 Euro schon etwas teuer aber sicher wird sich hier auch mit der Zeit eine Aktionskultur mit Sonderangeboten etablieren. Man darf also gespannt sein!

Mein Fundstück der Woche: Die Geschichte von Lego als Animationsfilm

Da haben sich die Leute von Lego aber mal so richtig ins Zeug gelegt. In einem wirklich liebevoll gemachten Video werden die 80 Jahre der Entstehung und des Wachstums von Lego nacherzählt. Man erfährt so einiges über die Anfänge, und wie es eigentlich zur Entstehung des Namens kam, ebenso wie die Steine entstanden sind, die nicht von Anfang an das Hauptprodukt von Lego waren. Anschauen, es lohnt:

Warum wir oft nicht unsere volle Leistung bringen dürfen und ein Weg aus dem Dilemma

Wer kennt nicht U-Boot Projekte, die von engagierten Mitarbeitern komplett am Regelbetrieb vorbei auf die Beine gestellt werden, frei von jeglichem Verwaltungsoverhead, abgestimmt auf Augenhöhe.

Und wer kann nicht bestätigen, dass die meisten dieser U-Boot Projekte, so sie zu Ende geführt werden durften/konnten, ein großer Erfolg waren.

Das liegt daran, dass wir oft dem Irrtum unterliegen, im Berufsleben wäre jeder darauf bedacht, die optimale Leistung zu bringen und von anderen zu fordern. Dem ist aber leider häufig nicht so. Ich konnte das in diversen Gesprächen auf Konferenzen, in Foren und auch auf Twitter immer wieder validieren, dass häufig zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine große Lücke klafft. Es geht auch heute viel zu oft darum, so zu arbeiten, wie es die Aufbauorganisation erwartet und nicht so, wie es für die direkt anstehende Aufgabe optimal ist. Denn es sind feste Prozesse definiert worden, es existieren oft starre Hierarchien und Aufgabenverteilungen, schlicht, es wird nach Mustern gearbeitet, unabhängig, ob diese Muster zu den Aufgaben passen.

Das war, als es eingeführt wurde sicher gut gemeint, sollte Neueinsteigern den Start erleichtern. Dabei wurde und wird auch weiterhin vergessen, dass wir mittlerweilein fast jedem Bereich des Berufslebens einen extrem schnellen Wandel erleben. Das Produkt, die Lösung, die wir uns vor zwei Jahren für eine bestimmte Aufgabe eingekauft haben, kann heute nicht nur überflüssig, sondern sogar hinderlich sein. Das Vorgehensmodell, dass von allen „Experten“ vor Jahren als das allein selig machende angepriesen worden war, mag heute völlig überholt sein. Alleine, speziell in großen Unternehmen ist die Trägheit gegen Veränderungen sehr groß. Da müssen viel zu viele Instanzen, bis hin zum Betriebsrat durchlaufen werden. Da gilt es Rücksicht zu nehmen auf die Befindlichkeiten von Kollegen und Vorgesetzten. Da wird nicht nach der optimalen Lösung gesucht, sondern nach der, die der Vorliebe eines Vorgesetzten oder gar des Vorstandes entspricht.  Speziell in Berufen, die auch kreative Aspekte haben, gibt es oft einen Bruch zwischen dem, was gefordert, und dem, was gelebt wird.

Ganz schlimm auch, wenn eine Verbesserung eines Produktes oder Prozesses nicht sofort mit einem hart belegbaren ROI unterfüttert werden kann. Zufriedenheit und Reputationssteigerung sind Werte die sich oft sehr schwer in direkte Zahlen umwandeln lassen, vor allem in Zahlen, die mit Euro enden.

Ich habe schon häufiger für mehr Querdenker in Unternehmen plädiert. Aber bevor ein Unternehmen sich Querdenker ins Haus holt, ist eines noch wichtiger. Eine Kultur zu schaffen, die Querdenken unterstützt. Es ist sehr sinnvoll, über gemeinsame Ziele zu sprechen, aber dann die Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters am Erreichen dieser meist wenigen Ziele abzulesen, anstelle den Gesamtbeitrag des Mitarbeiters fürs Unternehmen zu betrachten, halte ich für sehr kurzsichtig. Und vor allem zieht man sich dann eine Sorte von Mitarbeiter heran, die nur genau das tut, was in den Zielvorgaben steht. Das zwar optimal, aber auch dann noch, wenn es eigentlich gar keinen Sinn mehr macht.

Menschen, die das verstanden haben, ignorieren oft den Druck aus festen Zielvorgaben und hinterfragen jeden Tag, was das beste für die eigene Aufgabe, das eigene Team und da Unternehmen ist. Aber leider fallen diese Mitarbeiter oft in starren Strukturen negativ auf. Denn im Blick der Vorgesetzten handeln sie nicht wie erwartet, oder noch schlimmer, zeigen durch den Erfolg ihres querdenkerischen Handelns, dass die Zielvorgaben offensichtlich falsch waren. Wie kann sich ein Mitarbeiter aber erdreisten, selbst zu entscheiden, was gut fürs Unternehmen ist. Ich sage, wer Mitarbeiter wirklich, so wie es heutzutage zumindest als Lippenbekenntnis Mode ist, zu Mitunternehmern machen will, der sollte mit Beurteilungssystemen aufhören, die den Charakter einer Zeugnisvergabe haben und vielmehr auf Augenhöhe kommunizieren.

Dazu muss aber auch die Rolle der Führungskraft völlig neu definiert werden. Ich halte den Ansatz des Mitarbeiters als Mitunternehmer für richtig, dann muss dieser aber auch etwas „unternehmen“ dürfen. Dann muss es möglich sein, flexibel zu agieren, dort zu helfen, wo Hilfe benötigt wird, statt sich dem Vorwurf ausgesetzt zu sehen, zu vieles gleichzeitig zu tun. Die große Mehrheit der Menschen kann sehr genau erkennen, was in einer bestimmten Situation das drängenste Problem ist. Und das ist meist nicht das, was nach Definition der Aufgabe dringend erscheint. Und dann muss es auch erlaubt sein, innerhalb eines Projektes bei Bedarf die Rollen zu wechseln bzw. flexibel zu agieren und reagieren. Wer hier Aufgaben nach Personentagen verteilt, der wird auch nur so viel Aufgabenerledigung bekommen, wie es die Personentage erlauben. Erst, wenn die Arbeit, wie ich ebenfalls schon häufiger dargelegt habe, nach dem Ergebnis beurteilt wird, dann wird das Optimum erreichbar sein. Dazu benötigt es aber deutlich mehr Vertrauen in die Selbsteuerungskräfte der Mitarbeiter und einen Abschied davon, den vermeintlichen Mitunternehmer kontrollieren und überwachen zu müssen. Wer sich überwacht fühlt, wird auch nur das tun, was erwartet wird.