Eine gekonnte, ausgewogene Balance aus dezenten Farben, subtiler Animation und Inhalten die bewegen.

Als Teil einer Recherche zu einem längerem Blogartikel gibt es jetzt auch dieses Blog als App für Android. Eine Ipad/iphone App folgt demnächst. Bitte nicht übet die Sinnhaftigkeit diskutieren, das ganze ist Teil eines gross angelegten Tests. Sehr dankbar bin ich aber über jegliches Feedback zu look and feel, Bedienbarkeit und sonstige Gedanken zur App. Es wird weitere teilweise stark veränderte Versionen der App geben, da ich hiermit verschiedene App Generatoren durchteste. Danke an www.stadt-bremerhaven.de für den Linktipp.
353 Seiten, Preis 13,90 € erhältlich bei epidu.de
Freiheit beginnt mit Verantwortung …
Sie hat alles verloren: ihre Heimat und ihre Familie. Ellen aus Dachnat-Kgenmar ist noch ein junges Mädchen, als sie ihr Elternhaus verlassen muss, um fortan bei den gefürchteten Drachenköpfen, den Kgenmar, zu leben. Diese wurden einst von ihrer Gottheit, dem Abwûn, auf die Erde gesandt, um die Menschen zu beherrschen und anzuleiten. Seit vielen Jahrhunderten verbreiten sie nun Angst und Schrecken unter der Bevölkerung.
Als Ellen schließlich mit dem Obersten der verhassten Kreaturen den Bund der Ehe eingehen muss, vollzieht sich ein Wandel. Die große Prophezeiung nimmt ihren Lauf. Doch es gibt auch Neider. Wird es gelingen, in Frieden zu vereinen, was seit jeher durch Hass und Misstrauen auf beiden Seiten entzweit ist? Viel Blut wird fließen, doch dies ist erst der Anfang …
So der Klappentext zu E. M Jungmanns Fantasyroman. Und der Erstling ist durchweg gelungen.Die Kgenmar als eigene Rasse sind gut durchdacht, auch die eingestreuten fremden Namen und Begriffe tragen zur dichten Atmosphäre des Romans bei. Man wird schon nach wenigen Seiten in die Handlung hineingesaugt, der Einstieg erfolgt sehr schnell, ohne dass die Handlung dabei überhastet oder unausgereift wirkt. Sprachlich wirkt das ganze sehr konsistent, und ist ausgesprochen „angenehm“ zu lesen. Man mag den Roman gar nicht aus der Hand legen, will wissen wie es weitergeht, wie die Ehe von Ellen mit dem Obersten Kengmar sich entwickelt und welche Rolle Ellen in der Geschichte wirklich spielt.
Zum ersten Mal seit langem wieder ein Fantasyroman, bei dem man beim Einstieg nicht sofort weiß wohin sich die Handlung bewegt, und bei dem man die fremde Spezies erst im Laufe der Handlung genauer kennenlernt. Dabei bleibt die Handlung stringend und der erste Eindruck, den man über die Kgenmar erhält, wandelt sich im Laufe der Geschichte, man entwickelt sich praktisch in den eigenen Sichten mit der Hauptprotagonistin mit.
Und was mich besonders freut. Das Ende scheint für mich auf eine Fortsetzung hinzudeuten, was mich persönlich freuen würde, da ich den Roman wirklich verschlungen habe.
Interessant auch das Konzept, nicht nur eine fremde Rasse einzuführen, sondern damit auch gleichzeitig fremde Begriffe in die Geschichte mit einzuflechten, ohne dabei jedes Wort direkt zu erklären. Dabei hat die Autorin darauf geachtet, dass die Fremdartigkeit sich durch den gesamten Text zieht, aber das Lesevergnügen nicht behindert. Im Anhang werden die Begriffe zwar erklärt, aber ich muss sagen, auch ohne den Blick in den Anhang konnte ich der Geschichte sehr gut folgen, manchmal bewirkte die Fremdartigkeit der Begriffe sogar, dass man quasi empfindet wie Ellen, die Verwirrung, das Fremdartige der Kgenmar und damit auch die Verlassenheit, die Ungewissheit.
Ganz klare [xrr rating=5/5] 5 von 5 Sternen für diesen erstaunlichen und gelungenen Erstling. Und eine weitere Besonderheit des Romans sei auch noch erwähnt. „Das Herz des Abwûn“ wurde nicht einfach durch Einreichung des Manuskripts an den Verlag veröffentlicht. Der Roman wurde zuvor einer Jury aus Teilnehmern der Epidu Community vorgelegt und dort durch Abstimmung als verlegenswert erachtet. Ein spannendes Konzept, das in diesem Fall einen wirklich empfehlenswerten Roman als Ergebnis hervorgebracht hat.
Preis inkl. MwSt., kostenloser Versand
Vielen Dank dem Epidu Verlag und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar.
Jan Brandts Debütroman „Gegen die Welt“ erschienen bei Dumont ist mit seinen 928 Seiten nicht nur vom reinen Umfang kein Leichtgewicht. Auch die Geschichte wenngleich sie in einem kleinen fiktiven ostfriesischen Dorf namens „Jericho“ spielt, spiegelt ein ganzes Zeitgefühl wieder. Die Zeit der Wende aus der Sicht von Daniel Kuper, Sohn einer Drogistenfamilie. Der Erzähler lässt uns am Leben Daniels teilhaben, zeigt aber auch die Schicksale der anderen Dorfbewohner und ungewöhnliches, das die scheinbare Ruhe und Ordnung des kleinen Dorfes durcheinanderwirbelt. Schneefälle mitten im Sommer, die Landung eines Ufos, von der wir nicht wirklich erfahren, ob sie nur der Fantasie eines Jungen entstammt, Hakenkreuze an Häuserwänden, die wiederum Daniel in die Schuhe geschoben werden. Dazwischen parallele Schicksale, wie die des Lokführers, der uns von seiner verlorenen Familie erzählt und den hilflosen Versuchen, auch gegen den Widerstand seiner Ex-Frau noch Kontakt zu seinem Sohn zu behalten.Und immer wieder neue Charaktere, neue Geschehnisse, die durch die Figur des Daniel Kuper in einen Zusammenhang gesetzt oder doch zumindest getragen werden. Wir verfolgen Daniels Kampf gegen die Dorfbewohner, die ihn für all die unerklärlichen Ereignisse verantwortlich machen und gegen die er letzten Endes auch scheitert.
Aber das Buch ist noch mehr, es ist ein Sittengemälde der Wendezeit, es erzählt die kleinen Geschichten, die verrückten Einzelschicksale auf eine mitreissende, teilweise experimentelle Art, wenn der Autor zum Beispiel über viele Seiten hinweg zwei Geschichten parallel verlaufen lässt, visuell durch eine Doppellinie auf der Seite getrennt.

Jan Brandts Roman gehört mit Sicherheit nicht in die Kategorie der leichten Unterhaltungsliteratur. Aber durch seine detailversessene Art wirkt die Geschichte sehr authentisch. Daniel und seine „Nerd“ Freunde scheint man zu kennen oder gar sich als einer der ihren zu fühlen, so man jene Zeit in ungefähr Daniels Alter erlebt hat. Daniels Geschichte ist die Geschichte jeden Kindes, das seine Fantasie, seine eigene Welt nicht in Einklang mit der provinziellen Enge und „Normalität“ eines Dorfes bringen kann, in dem man den Alltag möglichst unspektakulär und die Ereignisse und Tage möglichst unaufgeregt erleben möchte.
Als Debüt ist der Roman mit seinen 928 trotz mancher Länge ein geglückter Wurf, der meiner Ansicht nach zu Recht seinen Weg auf die Shortlist des deutschen Buchpreises gefunden hat. „Gegen die Welt“ ist kein Roman für Zwischendurch. Denn er fesselt zu sehr, um ihn liegen lassen zu können. Die Geschichten, die Nähe zu vielem eigenen Erleben und die teilweise sehr mystischen Geschehnisse unter anderem um die Clique von Daniel, die durch eine Reihe von mysteriösen Todesfällen immer kleiner wird. Es ist ein Bild des Untergangs, des nahenden Endes, wie es in den Achtzigern und Neunzigern in vielen Köpfen geisterte. Es sind auch die Geschichten von gescheiterten Existenzen, wie Pastor Meinders oder Bernhard Kuper, den alle nur Hard nennen, Daniels Vater, der als Drogist in Jericho lebt, weil er es „nicht bis zum Arzt geschafft hat“, leben Paare nur noch aus Gewohnheit oder Vernunft zusammen. Da werden die versteckten kleinen und grossen Verrücktheiten im Laufe der Geschichte schonungslos ans Licht geholt. Es ist die Art von Dorfgeschichte, die in der Presse oft mit den Worten beschrieben wird: „Das in diesem idyllischen Dorf so etwas undenkbares geschehen würde, das konnte nun wirklich niemand ahnen“.
Jan Brandt ist ein Debüt gelungen, das man durchaus als Paukenschlag bezeichnen kann. Man beginnt das Buch als Fremder zu lesen und schliesst es zum Schluss mit dem Gefühl, wenn auch nicht neue Freunde so doch viele Bekanntschaften kennengelernt und die eine oder andere Figur der eigenen Vergangenheit wieder getroffen zu haben.
Ich kann jedem nur raten, sich auf dieses Buch einzulassen, so er grosse Geschichten liebt, verwobene Erzählungen und einen Detailreichtum und eine Liebe zu den kleinen Finessen, wie ich es in einem Erstling selten erlebt habe.
Klare [xrr rating=5/5] 5 von 5 Sternen für einen Roman, der einen gefangen nimmt und nicht mehr frei lässt, bis sich der Buchdeckel nach der letzten Seite schließt.
Wieder ein genialer Fund bei www.megagadgets.de .Ein Android Radio, mit MP3 Player und Lautsprecherfunktion für den PC.
Die Nutzung ist denkbar einfach. Auspacken, mittels USB Kabel an den Rechner anschliessen und schon läd der Akku und der Radio funktioniert. Sendersuche wird durch kurzes Drücken des Kopfes ausgelöst, der Senderwechsel erflogt durch kurzes Drehen des Kopfes. Laut und leise stellt man mittels langem Drehen. Der Klang ist für diesen kleinen Roboter erstaunlich gut. Ein kleiner Spiralständer sorgt für einen noch besseren Klang, und das Radio kann man auch überall mit hin nehmen. Das amüsanteste am ganzen Gadget, zwischen Kopf und Körper blinkt die Leiste im Rhythmus der Musik.
Anbei ein kleines Video des Radios. Der Klang ist allerdings deutlich besser als in diesem Video und selbst der Bass kommt wirklich erstaunlich gut rüber.
Natürlich ist das ganze „nur“ mono, dafür ultratransportabel und natürlich für jeden Android ein Fan ein musss in seiner Sammlung.
Eine absolute Kaufempfehlung für alle Android Freaks.

Ich bin eigentlich nicht der typische Horrorleser. Aber ich wollte schon seit längerem meine Kindle App auf meinem (bösen) Galaxy Tab ausprobieren. Und eine Autorin, die mich schon mit ihrem Debütroman (bzw. der Leseprobe dazu, der Roman wird noch veröffentlicht bei epidu.de) begeistert hat, hat jetzt bei Amazon quasi im Eigenverlag ihre Sammlung von Kurzgeschichten veröffentlicht. EM Jungmann nennt sich die vielversprechende Neuentdeckung und Karnivoren ihre Horror-Anthologie.
Herausgeberin: E.M. Jungmann
Sieben Kurzgeschichten, die das Fürchten lehren
Wo die Grenzen der Erklärbaren aufgehoben sind, gelten keine Gesetze mehr. Doch auch in der Welt des Grotesken sucht sich der Mensch seinen Weg. Seine Werte wandeln sich, er ändert seine Moral, tut Dinge, die uns Wohlbehüteten unvorstellbar und ein Greuel sind … Er schreibt Geschichten vom gelebten Irrsinn.
Vorerst nur als Kindle-E-Book erhältlich

Ein Blogger, der gerne Bücher liest (ja, das gibt es häufiger als weithin angenommen) und ein Verlag, der innovativ an die Tätigkeit des Verlegens herangeht.
Was kann daraus werden?
Nun, eine Plattform, auf der Verlage ihre Rezensionsexemplare in geringen Mengen zur Verfügung stellen und Blogger diese kostenlos rezensieren können.
Wie das funktioniert?
Ganz einfach. Der Verlag präsentiert sein Buch und stellt 10 Exemplare bereit. Die interessierten Blogger bewerben sich um die Rezension des Buches. Nach einer bestimmten Frist wird aus den bis dahin eingegangenen Rezensionen ausgewählt. Die Bloggerin oder der Blogger erhält das Buch und schreibt darüber eine ehrliche Rezension, nachdem sie oder er es gelesen hat.
Einfach? Richtig! Gekaufte Rezensionen? Falsch. Denn gerade die Ehrlichkeit des Bloggers nützt hier dem Verlag, so kann er frühzeitig einschätzen, ob ein neues Werk auch beim „normalen Publikum“ ankommt oder nicht.

Und der Blogger erhält durch die Rezensionen und deren Verlinkung auf der Seite von Bloggdeinbuch ein bessere Verlinkung und damit mehr Traffic auf dem eigenen Blog.
Also die allseits so berühmte Win-Win Situation für Verlage wie für Blogger.
Oder noch einfacher: Blogg dein Buch bedeutet ehrliche Rezensionen von denen, die das Buch wirklich kaufen würden. Mehr Qualität geht nicht.

Ein Ruhrgebietskrimi, Aus einem mir unbekannten Verlag und von einem mir unbekannten Autor.
Quasi in gewissem Sinne ein doppeltes Wagnis, da ich für gewöhnlich kein typischer Krimileser bin und auch mit Büchern nichts anfangen kann, die zu sehr dem Lokalkolorit verhaftet sind. Insofern las ich die ersten Seiten von „Jeder Einzelne“ mit einer recht kritischen Grundhaltung.
Auch der Stil war für mich am Anfang ungewohnt. Der Erzähler nutzt die Gegenwartsform, berichtet jeweils aus der Sicht des handelnden Hauptprotagonisten der Szene. Doch nach einigen Seiten fällt dies nicht mehr auf, fügt sich sogar recht gut in die gesamte Erzählung. Man bekommt den Eindruck, Auszüge aus den Tagebüchern der Beteiligten zu lesen. Quasi wirklich live beim Geschehen dabei zu sein.
Die zu Grunde liegende Geschichte ist wohl am besten mit dem beschreibenden Text des Verlages abgedeckt:
Zitat: „Nichts geschieht ohne Grund, sagt Lucas in der Untersuchungshaft. Es ist immer nur ein Kreis, der sich schließt. Wer trägt die Verantwortung an Christinas Tod? Wer hat ihr die K.-o.-Tropfen gegeben? Sie nackt in die Ruhr geworfen? Die Justiz verdächtigt ihren Freund Marco Kröner. Er brachte Christina in der fraglichen Zeit von Köln nach Bochum. Bei ihm wurde das Fläschchen mit Liquid Ecstasy gefunden, das ihren Tod verursachte. Der Richter verhängt Untersuchungshaft, der Pflichtverteidiger verspricht eine milde Strafe, wenn Marco gesteht. Nur seine Schwester und Lena glauben an seine Unschuld, verdächtigen Rainer Dahlke, der sich in der Nacht mit Christina treffen wollte, und Olaf Klein, Marcos seltsamen Nachbarn. Lena erhofft sich Hinweise von Alessa Hauser, der besten Freundin der Toten. Besucht sie in einer Drogenklinik und spürt, dass Alessa mehr weiß, als sie sagt. Bei einem späteren Anruf in der Klinik erfährt sie, dass Alessa nach dem Besuch aus der Klinik entwich. Um den Mörder zu treffen?…“
Interessant ist nicht nur die Erzählform. In einer Melange aus Ermittlungen des Freundeskreises von Marco und dem Blick Marcos auf die Geschehnisse selbst, deckt sich im ersten Teil des Buches, den ich grob über das erste Drittel verorten würde langsam das wahre Geschehen auf. Dann werden verschiedene potentielle Täter eingeführt und zum Schluss, abgedeckt vor allem durch die Gerichtsszene der wahre Mörder vorgeführt. Hier greife ich sicher nicht vor, wenn ich sage, das Marco nicht der Täter ist. Aber wer nun wirklich zur Rechenschaft gezogen wird, erfährt der wache Leser bereits nach knapp zwei Dritteln des Buches.
Sehr gut gelungen aber, wie dann die Spannung bis fast zur letzten Seite aufrecht erhalten wird und man dennoch mit dem Hauptprotagonisten mitfiebert.
Stilistisch ist das Buch wie bereits erwähnt in der Gegenwartsform geschrieben: „……“So plötzlich“ Kramer lacht auf. Schulz mischt sich ein, sagt langsam und betont…“
Diese Erzählform ist sonst nicht ganz so mein Geschmack, lässt sich aber hier mit der Dynamik und der Authentizität der Story recht gut rechtfertigen. Kurze Sätze, teilweise bewußt gewählte Wiederholungen des Satzbaus um Geschwindigkeit, ja Hast zu vermitteln, geben der Geschichte eine Geschwindigkeit, die einen spätestens nach Eintritt des Anwalts Dr. Baum in die Erzählung und erste Spuren bei den Ermittlungen durch Lena in das Geschehen zieht.
Der 220 Seiten starke Roman ist ein handwerklich sehr gut gemachter, dynamischer Krimi, der zwar aus der Region kommt aber sich nicht im reinen Zelebrieren des regionalen gefällt. Im Zentrum steht das klassische Who done it eines Krimis, gepaart mit den zum Teil sehr besonderen Lebensgeschichten der Beteiligten.
Für mich ein sehr empfehlenswerter Krimi, wenn ich auch da ich mich nicht ganz mit der Gegenwartsform als Erzählmittel anfreunden konnte nur 4 von 5 Sternen bekommt. Dies aber auch aus meinem persönlichen Geschmack heraus.
Also: [xrr rating=4/5] für „Jeder Einzelne“ von Peter Märkert.
Erschienen ist „Jeder Einzelne“ von Peter Märkert im Brockmeyer Verlag. Das Taschenbuch kostet 12,90€. ISBN 978-3-8196-0752-3.
Mein Dank gilt auch diesmal www.bloggdeinbuch.de für die Plattform und die Auswahl des Verlags und dem Brockmeyer Verlag für das Vertrauen in mein Blog.