Mein Vortrag „Zukunftstrends: Here and there and everywhere“

Der neu gegründete Verein Connect-it  hatte mich eingeladen, im Rahmen eines „Meet&Chill“, also eines gemütlichen Beisammenseins einen Vortrag in meiner Rolle als Blogger, Autor und Trendforscher zu halten.

Für alle die dort waren oder die zumindest einen Überblick darüber bekommen wollen, wie ich die Entwicklungen unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren sehe gibt es den Foliensatz jetzt zum Ansehen und herunterladen bei Slideshare:

Der Vortrag war, wie ich es gerne mache auch mit brandaktuellen Topics gefüllt. Die Quintessenz des ganzen ist, dass wir uns hin zu einer Sharing Economy entwicklen werden und Unternehmen sich daher eher Gedanken machen müssen, welchen Service sie anbieten, Produkte werden nicht mehr zwangsläufig gekauft, sondern geliehen, und zum Beispiel die Autoindustrie erkennt das gerade und kauft sich in den Sharing Markt ein. Aber das wird sich auf viele auch sehr traditionelle Produzenten ausdehnen.

Als Vater packt mich die blanke Wut: Wie wir die Zukunft unserer Kinder zerstören

Elter sein war noch nie leicht. Ich weiß. Ein beliebter Spruch, wenn man eine Diskussion im Keim ersticken will. Genau so wie „nie hatten wir ein besseres Bildungssystem als heute“ und „uns geht es doch gut, warum klagen wir eigentlich?“

Alles Bullshit. Wir sind wie ein Mensch in einem Sportwagen, der auf eine Klippe zufährt und statt zu bremsen, freut er sich, dass er beschleunigen kann, weil die Straße zur Klippe ja frisch geteert und frei ist.

Dabei liegt so vieles im Argen. Wir sind eine reiche Nation, das mag wahr sein. Aber nur finanziell. Wir spielen in der Bildung, oder sollte ich besser sagen Ausbildung nur im Mittelfeld. Die skandinavischen Länder führen uns immer wieder vor, wie man seine Kinder nicht nur ausbildet, sondern wirklich an Bildung und die Freude an Wissen heranführt.

Wir haben Rektoren an unseren Schulen, die versuchen, mit geschönten Statistiken zu belegen, dass der Irrsinn G8 wirklich für alle Schüler von Vorteil ist. Und gleichzeitig verschicken diese Rektoren, oder besser, lassen Briefe verschicken, in denen sie schon den schwächeren Schülern, noch bevor überhaupt eine Versetzung gefährdet ist zu einem Verlassen der Schule raten (ja, ich habe solche Empfehlungen gesehen, nein, das waren keine dummen Schüler).

Wir sind stolz darauf, dass wir ein Bildungssystem haben, das quasi in jeder Legislaturperiode wieder umgebaut, neu strukturiert wird, und das dann teilweise mit Methoden, die eigentlich begabten Kindern ihre Grundlagen ruinieren. So gibt es in Grundschulen diesen idiotischen Ansatz, wir lernen schreiben in dem wir schreiben, wie wir sprechen. Seltsam, dass sich gerade dort, wo diese Schulen aktiv sind, die weiterführenden Lehr(straf)anstalten dann darüber beklagen, dass die Kinder schlecht vorbereitet seien.

Und wir hören von Unternehmen, die sich über mangelndes Wissen, mangelnde Grundlagen ihrer Auszubildenden oder Studenten beklagen. Tja, es soll ja tatsächlich so sein, dass nicht alle gleich schnell lernen oder auf die gleiche Art. Warum aber setzt man das an deutschen Schulen offensichtlich voraus? Und was ist mit all den nicht normgerechten Schülern, die introvertiert, sehr aufgeweckt sind? Ach halt, die werden ja alle ritalinisiert, weil der arme Lehrer sich ja nicht um jedes Kind kümmern kann.

Doch, verdammt noch mal. Das erwarte ich als Elter. Schliesslich ist das mein Anspruch zuhause. Nur weil eines meiner drei Kinder anders als die anderen ist, werde ich das ja nicht umbiegen. Aber genau das tun wir. Wir basteln uns den Normmenschen zusammen, der möglichst die herrschenden Politikerversuche brav wählt, nicht viel hinterfragt, seiner Arbeit folgsam und mit möglichst wenig eigenem Denken folgt.

Wir züchten uns eine Kultur der unkreativen Ja Sager. Denn mal ganz ehrlich, wann galt schon mal Kreativität in der Schule als eine herausragende Leistung. Das packt man in Arbeitskreise und außerschulische Aktivitäten. Oder wie mein Sohn, der ein begabter Klavierspieler ist so schön persiflierte: Toll, dass ich in Musik gute Noten habe, in einem Fach, das mir gar nix bringt.

Wie weit ist eine Gesellschaft eigentlich geraten, bei der alles nur noch auf Effizienz getrimmt wird, bei der wir alle wie die Idioten der Doktrin des Konsums und des Geldes nachlaufen. Kultureinrichtungen müssen sparen, Krankenhäuser und Schulen werden auf ökonomische Effizienz getrimmt (sollen also nicht mehr Menschen helfen, sondern Gewinne steigern. Wie ekelhaft ist das eigentlich)

Wenn wir einen Aufschrei brauchen, dann für eine neue Werteordnung unserer Gesellschaft. Wo rechter Sumpf von ermittelnden Behörden ignoriert, ja manchmal fast schon gefördert wird, wo Polizisten über Jahre im Ku Klux Clan aktiv sein können und Topmanager Milliarden hinterziehen und gleichzeitig ganze Unternehmensbereiche feuern dürfen, da kann man eigentlich nur froh sein, dass der deutsche Michel ein so ruhiger Geselle ist. Eigentlich sollten wir hier jeden verdammten Tag auf die Straße gehen und für eine andere Denkweise protestieren.

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Das gilt bei uns schon lange nicht mehr, bei uns ist die Doktrin: Spare bei den Durchschnittsbürgern, dann hast du in Mengen, Geldadel. (Wobei Adel ja eigentlich ein zu positives Wort ist, aber alles andere, was mir einfällt, könnte mir Beleidigungsklagen einbringen)

Nein, ich halte weder unser Schulsystem, noch unsere momentane Wirtschaft für bewundernswert. Wir alle rasen mit immer höherer Geschwindigkeit auf eine Wand zu. Aber wir machen es wie Mutti. So lange niemand meckert, ist ja alles bestens.

Und auch unser eigenes Denken gilt es zu hinterfragen. Wir leben in einer Zeit, die geprägt ist von Digitalisierung, von Online Services und dem Internet. Aber als gute Deutsche schimpfen wir auf die Technologien und wollen sie verbieten.

Wir haben ernsthaft Schulen, die glauben, wenn ein Kind Excel und Word bedienen kann, ist es fit für den Arbeitsmarkt? Ja, vielleicht für einen der berüchtigten Zahlenschubser Jobs, die mit der Realität der Welt nichts zu tun haben. Aber wir bieten weder Medienkompetenz, noch wollen wir sie wichtig nehmen. Und wenn ich Lehrer drauf anspreche, dann bekomme ich sehr oft zu hören, würde ich ja gerne, aber da fehlt mir das Wissen und die Zeit. Ja verdammt nochmal, dann sollten wir dafür sorgen, dass Lehrer dies bekommen. Vom Elternhaus das zu verlangen ist illusorisch ob der mangelnden Medienkompetenz vieler Eltern, die entweder alles verbieten (sehr ignorant und dumm) bis hin zu alles erlauben (ebenso ignorant und dumm) aber selten differenzierten Umgang mit den Medien lehren (wie auch, wenn die erfolgreichste… na ja, Zeitungsimitation Die Zeitung mit den vier blutroten Buchstaben und das erfolgreichste Fernsehen die privaten mit Unterschichten TV und Spannershows sind). Schon mal drüber nachgedacht, für bestimmte Themen wie Medienkompetenz externe Experten in die Schulen zu lassen. Ach so, geht ja nicht, weil die ja keine didaktische Ausbildung haben. Aber Lehrer haben die, entschuldigt mich, ich muss mal kurz… nee, eigentlich lange und herzlich lachen.

Oh, und noch was: Warum brauchen wir eigentlich immer noch solche Reden wie die von Emma Watson, warum braucht es immer noch Kampagnen wie „HeForShe“? Weil ich in meinem Umfeld immer noch erlebe, dass viele Eltern ihre Jungs zu echten Testosteron Trotteln erziehen und dass Kinder, die mal nicht den Macho raushängen lassen oder den starken Mann, das schwache Mädchen spielen gemobbt und verspottet werden. Warum? Weil wir nichts, aber auch gar nichts besser machen. Wir leben immer noch die Klischees und lügen uns selbst an, dass dem nicht so ist. Ja, nach Emma Watsons Definition bin ich ein Feminist, weil ich als introvertierter, eher kreativer, linkshändiger, etwas sehr großer Mann noch nie in das übliche dumme Machoschema passen wollte und damit natürlich Außenseiter und mobbenswert war. Deshalb vielleicht rege ich mich auch so auf, bin so wütend über die Ignoranz in unserer Gesellschaft. Weil sich NICHTS gebessert hat, es wird nur anders verkauft.

Bis es zu spät ist. Und nicht nur beim Klima, auch bei unserer Gesellschaft steht die Uhr bereits ganz knapp vor zwölf.

Die Zeit, die Anstalt und die Zensur

Fundstück der Woche : ZDF zensiert “Die Anstalt” nach erstinstanzlichem Urteil Josef Joffe war wohl nicht amüsiert und ich empfehle, ein so beeinflusstes Blatt nicht mehr zu lesen, da dessen journalistische Qualität nicht mehr gegeben ist. | Die Propagandaschau https://propagandaschau.wordpress.com/2014/07/26/zdf-zensiert-die-anstalt-nach-erstinstanzlichem-urteil/
Und bitte alle den Film sichern falls der große Zensor auch hier zuschlägt. Ich habe ihn schon digital vorliegen.

Die Cloud kommt durch die Hintertür

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Nich Unmengen von Speicher im Device, aber in der Cloud.

Alle weltweit reden von „der Cloud“. Viele, von den Möglichkeiten, wir deutschen fast ausschliesslich von den (oft vermeintlichen) Risiken. Aber während noch eifrig diskutiert wird, zeigen mir persönlich einige Entwicklungen, dass der zweite Aufstieg der Cloud frei nach dem bekannten HypCycle in vollem Gange ist.
Ein Indiz für mich sind die Verkaufszahlen von Smartphones, Tablets und insbesondere Chromebooks. Alles Geräte, die nicht mit Monsterspeichermedien prahlen können, die kein Terrabyte an Daten bereithalten. Aber alles auch Geräte, die davon leben, darauf aufbauen, dass der Nutzer das meiste im Netz tut.

Und der Gedanke, wenn mal zu Ende gedacht macht Sinn. Denn Terrabytes an Daten verwalten ist vielleicht noch angenehm, wenn man wirklich nur ein Endgerät hat. Aber sobald ich Teile, Ausschnitte davon dabei haben will, sei es auf meinem Smartphone, dem Tablet oder meinem Ultrabook/Chromebook, dann brauche ich Synchronisierungsmechanismen. Und diese müssen zuverlässig laufen, und wenn ich unterwegs bin, darf da dann ja nichts fehlen.

Auftritt Cloud Speicher. Schon seit Jahren nutze ich die Cloud, um bei Workshops und Vorträgen alle mein e Dateien, Daten und Medien bei mir zu haben. Ich brauche mir NIE Gedanken zu machen oder zu prüfen, ob der Sync der letzten Nacht funktioniert hat. Und wenn es sich um sensible Daten handelt, na dann lege ich sie entweder auf meine private Cloud, die von einem simplen RaspberryPi bereitgestellt wird, oder lege sie verschlüsselt ab.

Damit sehe ich noch einen weiteren Trend auf uns zukommen. Es wird wieder abgespecktere, günstigere Endgeräte geben, die nicht mehr Unmengen an Rechenleistung oder Speicher mitliefern, sondern so abgestimmt sind, dass sie schnell arbeiten und schnell im Netz operieren. Denn die Rechenleistung wie auch der Speicher wird dann aus dem Netz kommen. Datenbackups inklusive.

Und während wir noch diskutieren, ob Google unsere Daten an die NSA gibt (warum eigentlich Google, jeder Trojaner auf dem eigenen Rechner kann das, oder evtl. das eine Game, das man heruntergeladen hat, aber Google Bashing ist ja dank Verlagen und Verwertungsgesellschaften in Deutschland gerade modern.) Nutzen weltweit immer mehr Menschen und gar Unternehmen die Cloud als Teil ihrer IT.

Warum wir keine Angst vor Robotern haben sollten, aber vor Politikern

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Noch kennen die meisten von uns Roboter primär als Spielzeug oder in der industriellen Fertigung, aber sie sind schon weiter, als wir denken.

Vollbeschäftigung ist immer noch ein Wort, das Politiker gerne heranziehen, wenn sie uns von den Qualitäten ihrer Politik überzeugen wollen.

Aber eigentlich lügen sie uns dann an. Denn was viele nicht wahr haben wollen. Immer mehr auch hochqualifizierte Jobs werden in Zukunft von Robotern und Computern erledigt. Man muss nur mal Ideen wie die Auslieferung per Drohne und selbstfahrende Autos weiterspinnen und schon können ganze Horden von Taxifahrern, Busfahrern, Postboten freigesetzt werden, wie es so schön im Managementsprech heißt. Und dass das nicht heute schon passiert liegt nicht am Wohlwollen des Managements sondern an den bislang noch vorhandenen technischen und rechtlichen Unzulänglichkeiten.

Auf der re:publica wurden erste Softwareversuche vorgestellt, die es ermöglichen, automatisiert (Roboterjournalismus: Wenn Algorithmen Nachrichten machen) und dank Technologien wie „Big Data“ werden auch Talente von Menschen, die früher als unersetzlich gelten plötzlich zumindest auf mittlere Frist ersetzbar.

Hier wäre es an der Zeit, zwei große Fragen zu klären oder zumindest ins öffentliche Bewußtsein zu bringen. Zum einen die ethisch moralische Frage danach, welche Berufe in Zukunft von Maschinen überhaupt gemacht werden sollen (Stichwort Roboter in der Pflege oder bei Aufgaben, die auch Menschenleben betreffen wie Transport größerer Personengruppen).  Zum anderen, wie wir uns als Gesellschaft positionieren sollen, wenn es vermutlich schneller, als uns als Gesellschaft lieb sein kann, definitiv nicht mehr genug Arbeit für die große Mehrheit der Bevölkerung gibt. Denn die Wirtschaft ist mittlerweile weitestgehend von den Bürgern entkoppelt. Finanzmärkte, Globalisierung haben dafür gesorgt, dass es nicht mehr wichtig ist, dort, wo produziert wird, auch Kundschaft zu haben. So lange es irgendwo auf der Welt noch einen Wachstumsmarkt gibt, florieren die weltweit agierenden Konzerne. Aber die Bürger in den Ländern, in denen die Erwerbsarbeit verschwindet, bekommen früher oder später Probleme und damit die gesamte Gesellschaft dieses Landes, dieser Region.

Sehr hilfreich finde ich hier die Diskussion über ein Grundeinkommen ebenso wie die Kritik an Hartz IV, das immer noch davon ausgeht, dass wer einmal arbeitslos geworden ist, so er sich nur anstrengt, schnell wieder Arbeit finden kann. Ein großer Trugschluss, vor allem in einer Kultur, die primär auf offiziell erworbene Zertifikate und erlernte Berufe blickt, nicht auf die persönlichen Talente der Person und in der es so etwas wie eine „Überqualifizierung“ gibt.

Während sich Politik, Gewerkschaften und Unternehmen immer noch über solche Fragen wie Arbeitsplatzgarantie, Übernahmegarantie und die Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen streiten, wachsen nachfolgende Generationen in eine Situation, in der auch mit hochqualifizierter Ausbildung vermutlich zumindest eine längere Jobsuche ansteht, wenn nicht gar die Erkenntnis, dass der erlernte Beruf mittlerweile von Maschinen besser erledigt wird.

Es ist nicht schwarz oder weiß, nicht alles ist durch Maschinen machbar. Aber ich bin mir sicher, wir werden eine kritische Grenze der Automatisierung in den nächsten 10 Jahren erreichen, die sich massiv auf die Gesellschaft auswirken wird. Und es ist dringend nötig, hier schon Vorarbeiten zu leisten, um dann  nicht von der Veränderung überrascht zu werden.

Die Lüge als Grundlage von Politik und Wirtschaft

Wir werden belogen. Ich hoffe, das ist für den einigermaßen informierten Leser nichts neues. Aber das Ausmaß und die Dreistigkeit finde ich erschreckend. (Hinweis in eigener Sache: Wer gerne und oft Sätze wie „Du siehst das viel zu eng“ oder „Das bildest du dir alles nur ein“ oder gar „Die Politiker wollen doch nur unser Bestes“ benutzt, der sollte jetzt mit dem Lesen aufhören)

Von der Werbung will ich mal gar nicht anfangen, die ja nie lügt, aber durchaus trickreich die Lüge als Halbwahrheit tarnt, und wirklich relevante Informationen einfach unter den Tisch fallen lässt. Da wird die Süssigkeit zum Fitness Snack mit der extra Portion Milch, da soll man Nahrungsergänzungsmittel kaufen in einem Land, dem es an vielem mangelt aber sicher nicht an vielfältiger, vitaminreicher und gesunder Nahrung, die man dann am ehesten findet, wenn man der Werbung  nicht glaubt.

Auch die Politik hat die Lüge zum Grundprinzip gemacht. zu Guttenberg hat uns das letztlich mit seiner Aneinanderreihung von Lügen über seine Doktorarbeit nur sehr stümperhaft vor Augen geführt. Auch die Lüge der Energiewende mit der angeblich notwendigen Verteuerung vertuscht vor allem, dass Unternehmen von vielem befreit werden, was der Bürger, der eigentlich Arbeitgeber der Politik tragen muss. Wirtschaft über alles, dafür ist jede politische Lüge recht.

Und auch der Abhörskandal der NSA zeigt, wie sehr man die Lüge bereits politisch verinnerlicht hat. Der Bürger soll sich nicht so haben, das in  den Medien sei doch alles aufgebauscht und Snowden ein Lügner. Bis zu dem Zeitpunkt an dem Big Mama Merkel abgehört wird. Plötzlich ist alles ein Skandal, aber man kann Snowden dennoch kein Asyl gewähren, weil man es sich ja mit Amerika nicht verscherzen dürfe. GELOGEN. Man will einfach nicht ehrlich genug sein, das ganze Ausmaß des Skandals in die Öffentlichkeit zu tragen, und die Lügen der letzten Jahre, vermutlich Jahrzehnte offenlegen.

Und da lügen uns die Golfplatzbewohner und Monsterdreckschleuderfahrer an, man könne einfach keine Tariferhöhungen jenseits der 5 Prozent bieten, da die Wirtschaft daran zu Grunde ginge und überhaupt hätte man ja so viele Sozialschmarotzer. Das sagen die, die sich Millionengehälter in den Rachen schieben und damit vermutlich die größten Sozialschmarotzer sind.

Ganz trickreich aber ist die Duldung einer Lüge, weil sie nutzt, weil sie ablenkt. Die Montagsdemos der Verschwörungstheoretiker mit ihren idiotischen Chemtrail Drohszenarien und dem dumpf/dummen rechten Gedankengut spielen Wirtschaft und Politik förmlich in die Hände. Denn im Zweifel lässt sich mit diesem Hintergrund jede Kritik an den Lügengebäuden von Wirtschaft und Politik entwerten, in dem man sie in die Nähe der Verschwörungstheorien drängt. Da wird uns Wasser, das mit etwas Glück den Schatten eines Wirkstoffs gestreift hat als teure und wirkungsvolle homöopathische Medizin verkauft, und wenn man dann berechtigte Zweifel aus wissenschaftlicher Sicht anbringt, sieht man sich einem durch Wirtschaftsinteressen angeheizten  Mob gegenüber, der einen beschimpft und bedroht. (Wobei, selbst in der echten pharmazeutischen Industrie gibt es solche Mobs bling gläubiger Menschen. Ich sage nur die Droge Ritalin).

Ach ja, und dann glauben tatsächlich noch viele, was in der Zeitung steht. Vor allem in dem Drecksblatt mit den vier Buchstaben. Dabei sind viele Medien nicht viel mehr als Geldverdienmaschinen, denen die Nachricht nur dann wichtig ist wenn sie Auflage und damit Geld bringt. Oder glaubt wirklich irgendwer, wir hier im Westen wären auch nur annähernd über die Geschehnisse in der Ukraine informiert worden? Oder im Irak, oder im Fall Snowden?  Die Politik der Spiele und des Brotes ist mittlerweile mithilfe der Lüge schon zur hohen Kunst geworden. Wie genial ist es zum Beispiel, während der Fussball WM (Spiele) alle möglichen unverschämten Gesetze zum Wohle der Wirtschaft durchzuwinken und sie hinterher als wichtig für den Bürger zu verkaufen?

Und es gibt noch viele solcher Lügen: Die Behauptung, man wolle Bildung, wo man nur Ausbildung will, die Behauptung, Hartz IV seie nötig, um Menschen zur Arbeit zu „bringen“, wo man eigentlich nur Geld für die eigenen unverschämten Gehälter haben will und dem Volk Vollbeschäftigung vorgaukelt in einer sich immer weiter automatisierenden Zeit in der eigentlich Arbeit immer mehr verschwindet und man längst über ganz andere gesellschaftliche Themen nachdenken sollte.

Und manche Lüge vergessen wir selbst offensichtlich, kaum haben wir sie einmal durchschaut. War da nicht diese Bankenkrise, ausgelöst durch riesige Lügengebäude von Investmentbanken und ihren angeblichen Speerspitzen der Finanzwelt. Da wurden Lügen in Derivate verpackt und uns vorgegaukelt, eine Bank habe Interesse an unserem Wohl und der Mehrung unseres Vermögens, wo es doch IMMER um die Mehrung des Vermögens von Bank und Shareholdern (ein anderes Wort für Schmarotzer) geht.

Und wer kennt nicht die herrlichen Baulügen in Stuttgart, Hamburg  und Berlin, die Jahr um Jahr mehr Geld verschlingen werden, angeblich zum Wohle von uns allen sind aber in Wirklichkeit doch nur ein paar wenigen Wirtschaftsunternehmen viel Geld einbringen werden und danach Kosten für den Staat und damit uns alle verursachen. (Moment, sorry, fast hätte ich gelogen, das tun sie ja jetzt schon dank solcher Topmanager und Experten wie Herrn Mehdorn und Konsorten)

Ein offener Brief von Nick Hanauer, einem Milliardär an seine wohlhabende Freunde zeigt jetzt schon, wo das alles hinführen kann (wer es lieber original hat, hier die Quelle). Dabei ist für  mich garnicht wichtig zu prüfen, wie echt der Brief an sich ist, mag er sogar gelogen sein. Er beinhaltet mehr Wahrheiten als alles, was die Politik so absondert. Denn er blickt zurück auf frühere gesellschaftliche Ungleichgewichte, entstanden durch die Lüge, dass Reiche immer reicher werden dürfen, ohne dass sie sich um den Rest der Gesellshaft sorgen.

Irgendwann werden die Mistgabeln auftauchen und der große abgehängte Rest wird aufstehen und zumindest für eine kurze Zeit mit zwar unschönen Mitteln aber dennoch wieder ein annäherendes Gleichgewicht herstellen. Wollen wir das? Oder wäre es nicht an der Zeit, etwas intelligenter zu agieren in einer Zeit, in der wir alle Möglichkeiten und Mittel an der Hand haben. Aber vermutlich nicht. Denn es gibt genug, die daran und an der Lüge vom zwingenden Status Quo sehr gut verdienen.

Also dann, lassen wir uns weiter belügen. Bis wieder die ersten Villen brennen. Denn eins ist gewiss. Je mehr uns Politik und Wirtschaft verunsichern, umso egaler ist uns irgendwann was noch wahr und was gelogen ist. Wenn es genügend Menschen schlecht genug geht, wird der Aufstand unabwendbar sein. Das konnten und können wir in anderen Ländern mit schlechterer wirtschaftlicher Situation beobachten. Nur vergessen offensichtlich zu viele Geldadlige, dass die Geschichte zeigt, dass oft der Adel zuerst dran war, wenn es ans Umverteilen ging.

 

 

Reset the Web, eine Aktion gegen die Datendiebe und Überwachungsverbrecher von NSA und Co.

Vielleicht habt ihr das Banner bereits woanders gesehen, heute, der 5.6. ist der Tag, an dem das Netz aktiv wird. Wir haben die Nase voll von Überwachung und Diebstahl unserer Privatsphäre durch die Privatsphärenverbrecher von #NSA und Co.

Ladet euch das Privacy Pack herunter und macht auch euren Computer sicherer vor Überwachung. Denn wir alle haben ein Recht auf  Privatsphäre und was #NSA und Co. tun oder planen, ist schlicht ein Verbrechen.

Und macht selbst mit, postet auf Facebook und Twitter darüber, protestiert in eurem Blog oder schaltet auch ein Banner. Mehr Infos dazu findet ihr bei resetthenet.org

 

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Umarmt die Unternehmen, damit ihr sie unter Kontrolle habt

Es gibt einen tiefen Graben zwischen den Vertretern der reinen Lehre und den Unternehmen. Auf der einen Seite diejenigen, die allen Handlungen eines Konzerns irgendeine böse Absicht unterstellen. Auf der anderen Seite die Unternehmen, die gerade wegen der permanenten Unterstellungen immer mehr auf Distanz zu kritischen Bloggern und Netzaktivisten gehen.

Ich finde aber, die Zeit der Grabenkämpfe sollte nun so langsam vorbei sein. Auch Unternehmen haben ein Problem mit Tatbeständen wie PRISM und dem Verhalten der NSA. Denn es untergräbt das wichtigste Teilgebiet des Unternehmenserfolgs. Vertrauen in die Datensicherheit. Und Vertrauen in die Produkte. Auch wenn wir davon ausgehen, dass Konzerne letztlich primär auf die Rendite schauen, ist es dennoch sinnvoll, den Kontakt zu ihnen zu halten. Als Blogger gerade auch deshalb, weil dadurch im besten Fall eine Interaktion entstehen kann, die sowohl dem Blogger (durch mehr Leser und mehr Relevanz) als auch dem Unternehmen helfen kann, das direkter erfährt, wo es auf dem Holzweg ist, oder welche Bedürfnisse der Markt wirklich hat. Manchmal finde ich es geradezu lächerlich, wie gegen Google, Facebook etc. gewettert wird, sie wollten doch alle nur unsere persönlichen Daten. Ich wage zu

Die Welt ist selten schwarz oder weiß, und noch viel seltener hat es ein Unternehmen alleine auf den Profit abgesehen, da eine solche Sichtweise nicht langfristig trägt.

Wir sind in einem Stadium der Diskussion, in dem auch gehandelt werden muss, und zwar auch und gerade in Bereichen, in denen die Lobby der Konzerne viel stärker ist als die Lobby des Netzaktivismus. Denn eines fürchten die politischen Entscheidungsträger. Ein Einbrechen der Wirtschaft, eine Verschlechterung, die die breite Masse zu spüren bekommt. Und eine Öffentlichkeit, die durch Unternehmen und Medien viel stärker rückwirkt, als durch uns Blogger alleine. Sehen wir es doch so, wie es ist. In unserer Filterblase (mag sie noch so groß sein) mögen wir ja relevant sein. Aber wenn man sieht, wie die breite Öffentlichkeit (nicht) auf Themen wie Snowden und NSA reagiert, dann brauchen wir ganz andere Kanäle, um die Masse zu erreichen.

Wir mögen ja über den Auftritt von F-Secure und „The Hoff“ auf der re:publica gelacht haben. Aber genau solche Produkte braucht es in der „realen Welt“ auf Smartphones. Tools, die transparent ohne einwirken des Nutzers sein Smartphone absichern. Und die dann auch noch zu einem realistischen Preis verfügbar sind. Das Blackphone ist eine gute Idee, aber nicht zu dem bislang avisierten Preis. Hier braucht es die Skalierbarkeit großer Konzerne.