Es gibt einen tiefen Graben zwischen den Vertretern der reinen Lehre und den Unternehmen. Auf der einen Seite diejenigen, die allen Handlungen eines Konzerns irgendeine böse Absicht unterstellen. Auf der anderen Seite die Unternehmen, die gerade wegen der permanenten Unterstellungen immer mehr auf Distanz zu kritischen Bloggern und Netzaktivisten gehen.
Ich finde aber, die Zeit der Grabenkämpfe sollte nun so langsam vorbei sein. Auch Unternehmen haben ein Problem mit Tatbeständen wie PRISM und dem Verhalten der NSA. Denn es untergräbt das wichtigste Teilgebiet des Unternehmenserfolgs. Vertrauen in die Datensicherheit. Und Vertrauen in die Produkte. Auch wenn wir davon ausgehen, dass Konzerne letztlich primär auf die Rendite schauen, ist es dennoch sinnvoll, den Kontakt zu ihnen zu halten. Als Blogger gerade auch deshalb, weil dadurch im besten Fall eine Interaktion entstehen kann, die sowohl dem Blogger (durch mehr Leser und mehr Relevanz) als auch dem Unternehmen helfen kann, das direkter erfährt, wo es auf dem Holzweg ist, oder welche Bedürfnisse der Markt wirklich hat. Manchmal finde ich es geradezu lächerlich, wie gegen Google, Facebook etc. gewettert wird, sie wollten doch alle nur unsere persönlichen Daten. Ich wage zu
Die Welt ist selten schwarz oder weiß, und noch viel seltener hat es ein Unternehmen alleine auf den Profit abgesehen, da eine solche Sichtweise nicht langfristig trägt.
Wir sind in einem Stadium der Diskussion, in dem auch gehandelt werden muss, und zwar auch und gerade in Bereichen, in denen die Lobby der Konzerne viel stärker ist als die Lobby des Netzaktivismus. Denn eines fürchten die politischen Entscheidungsträger. Ein Einbrechen der Wirtschaft, eine Verschlechterung, die die breite Masse zu spüren bekommt. Und eine Öffentlichkeit, die durch Unternehmen und Medien viel stärker rückwirkt, als durch uns Blogger alleine. Sehen wir es doch so, wie es ist. In unserer Filterblase (mag sie noch so groß sein) mögen wir ja relevant sein. Aber wenn man sieht, wie die breite Öffentlichkeit (nicht) auf Themen wie Snowden und NSA reagiert, dann brauchen wir ganz andere Kanäle, um die Masse zu erreichen.
Wir mögen ja über den Auftritt von F-Secure und „The Hoff“ auf der re:publica gelacht haben. Aber genau solche Produkte braucht es in der „realen Welt“ auf Smartphones. Tools, die transparent ohne einwirken des Nutzers sein Smartphone absichern. Und die dann auch noch zu einem realistischen Preis verfügbar sind. Das Blackphone ist eine gute Idee, aber nicht zu dem bislang avisierten Preis. Hier braucht es die Skalierbarkeit großer Konzerne.
Ist es nicht beschämend, wie ignorant die Mehrheit der angeblich so klügeren Erwachsenen mit diesem Thema umgeht?
Ich bin auch in der Ausbildung aktiv und befasse mich damit, wie man junge Menschen adäquat anspricht, wie man Ihr Interesse für eine Ausbildung in einem bestimmten Bereich weckt. Und hier stosse ich in Gesprächen, aber auch in der Presse immer wieder auf das Vorurteil, dass die jungen Menschen nicht mehr erreichbar, zu uninteressiert zu ungebildet wären.
Jedes dieser Argumente mag für eine gewisse Minderheit gelten, aber so leid mir das tut, nein, das ist einfach nicht wahr. Vielmehr ist es einfach so, dass wir sie nicht mehr erreichen. Und durch die Möglichkeiten, die das digitale Zeitalter bietet, sind sie auf den scheinbaren Wissensvorsprung der Erwachsenen auch längst nicht mehr so angewiesen, finden schon viel früher zu ihren eigenen Lebensphilosophien und – etwas das ich sehr positiv finde – hinterfragen und prüfen viel häufiger.
Wer zum Beispiel vorwirft, die Jugend von heute sein ungebildet, der stellt möglicherweise nur die falschen Fragen. Denn seien wir doch mal ehrlich. Vermitteln wir unserer Jugend überhaupt noch den Eindruck, Bildung sei wichtig? Ausbildung? Ja definitiv. Schaff ersch mal was gscheids hör ich immer noch viel zu oft.
Dabei weiß die junge Generation sehr genau, was sie will, und wer ehrlich mit ihr ist. Den oftmals sehr fantasievollen aber jenseits jeder Realität formulierten Ausbildungs- und Jobbeschreibungen glaubt sie längst nicht mehr. Ehrliche Geschichten aus dem Ausbildungsalltag sind viel bedeutsamer geworden. Das ach so beliebte Wort der „Authentizität“ greift auch hier, oder um es einfacher zu formulieren. Seid ehrlich mit uns, dass ihr uns meist anlügt haben wir schon lange begriffen.
Auch die Medien, mit denen wir meinen, die Jugend zu erreichen,sind längst out. Selbst Facebook gehört da schon zum alten Eisen und mit dem Fernsehen braucht man gar nicht mehr anzufangen. Video on Demand, YouTube, wer sich sein Programm nach seinen eigenen Wünschen und ganz ohne nervende Werbelügnereien zusammenstellen kann, dem braucht man über die „alten Medien“ keine weichgespülten Werbebotschaften mehr zu liefern.
Auch die junge Generation hat Interesse an Information. Aber sie kennt auch die medialen Filterblasen und umgeht sie klugerweise oft.
Und wer kann es ihnen verdenken. Sich auf ein Berufsbild festzulegen, nur weil ein Unternehmen mir erzählt, man werde gerade gebraucht, ist in Zeiten, in denen Manager gleich Leute entlassen, nur weil das Unternehmen mal kein Wachstum aufweist wohl eher unglaubwürdig. Es ist den jungen Leuten sehr wohl bewußt, dass sie, zumindest in den Unternehmen der alten Denkmuster letztlich nichts weiter sind, als eine Zahl in einem Excel-Sheet, die einen bestimmten Wert einnehmen muss, und sonst im Zuge der Kosteneinsparung für den Shareholder-Value gestrichen wird.
Während wir immer noch und unbelehrbar Privatleben, Gesundheit, Freunde dem beruflichen Erfolg zu opfern bereit sind, beginnt sich die nachwachsende Generation an neuen, und wie ich finde gesünderen Werten zu orientieren. Der Mangel an Interesse für Aufstiegschancen und das Bedürfnis nach ehrlicher und echter Balance zwischen Privat und Beruf oder wie ich es bevorzuge die Integrative Gestaltung beider Bereiche, bei der ich mein Ich nicht am Eingang abgeben muss, um als brave Arbeiterameise dem zu gehorchen, was die da oben verordnen, all dies zeigt mir, dass eigentlich die nachwachsende Generation viel schlauer ist, als wir es sind und in manchen Bereichen womöglich wir endlich mal begreifen sollten, dass die Zeiten, in denen Alter = Erfahrung = Wertvolles Wissen war, längst vorbei sind Der Wandel in Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie vollzieht sich mit einer derartigen Geschwindigkeit, dass es anmaßend wäre, als „Erwachsener“ einen guten Rat für die Zukunft der Jugend zu geben. Man kann eigene Erfahrungen vermitteln, sollte aber die Einschätzung denen überlassen, die nicht beständig in der Vergangenheit leben, sondern an der Zukunft interessiert sind.
Wer in Medien und im persönlichen Gespräch immer noch den Verfall der Kultur beklagt, wer es verwerflich findet, dass die Jugend YouTube und EBooks nutzt, sich digital informiert, der rettet nicht die Kultur oder Gesellschaft. Der ist einfach von gestern und sollte sich mal wieder eine Prise Realität gönnen.
Ich vertraue auf unsere Jugend im Moment mehr, als auf manche meines Alters (und ich bin wahrlich nicht mehr der Jüngste ;))
Aber zu behaupten, die Jugend von heute sei schlecht, dumm, uninteressiert war schon immer ein dummer und falscher Spruch. Nur heute ist es geradezu gefährlich, diesem Irrglauben noch anheim zu fallen.
Die Jugend ist nicht mehr bereit, dem Dogma alles für den Konsum, alles für die Wirtschaft zu folgen. Und sie hinterfragt Statussymbole, vor allem wenn sie so vorgestrig sind wie dicke Firmenwagen oder unbedeutende weil irrelevante Titel. Und dass der Mensch, der in einer Firmenhierarchie über ihnen steht weder intelligenter, noch besser, noch erfahrener sein muss, ich denke auch das haben die jungen Menschen spätestens seid Börsencrashs und Finanzbetrug begriffen. Und wie ehrlich man in der Politik mit ihnen umgeht, nun, Edward Snowden hat sicher auch da einiges gerade in den jungen Köpfen bewegt. Ja, ich weiß, gleich heißt es wieder, aber doch nicht bei der Mehrheit. Richtig, aber noch weniger bei eben jenen, die sich selbst immer so gerne als weise, erfahren, klüger darstellen. Nämlich bei uns. Wir sind doch, wenn wir mal ehrlich sind, noch viel ignoranter und weltfremder als die gesamte junge Kultur zusammen.
Insofern. Geben wir der Jugend eine Chance. Und verdammt nochmal, seien wir endlich mal ehrlich zu ihr.
Seit heute kann man auch in Deutschland über Google Kiosk Zeitungen und Zeitschriften kaufen und abonnieren. Einige Ausgaben sind zum Start kostenlos verfügbar, die CT für den gleichen Preis von 4,20 Euro, wie man sie auch bei Heise selbst erwerben kann.
Bin gespannt, wer hier noch auf den digitalen Zug mit aufspringt. Noch ist das Angebot eher übersichtlich, ich hoffe, dass sich hier bald eine breite Palette von Printmedien präsentiert.
Diesen Text schreibe ich, auch wenn er erst später erscheint im Zug zurück von einer grandiosen re:publica 2014. Und ich weiß schon jetzt, dass ich mich spätestens am Montag Morgen zurück wünsche in diese Ansammlung kreativer, schreibaffiner, denkaffiner, querdenkender ganz besonderer Menschen.
Es ist eigentlich nicht die Stadt Berlin, die die re:publica ausmacht, es sind die Menschen, die hier zusammenkommen und sich wie selbstverständlich jenseits von Ideologien und vorgefertigten Denkmodellen austauschen. Wer zur re:publica geht, und wieder kommen will, der hat die Gabe des „Über den Tellerrand hinaus denkens“.
Das ist es, was für mich bei der Vielfalt und Divergenz der Vorträge das verbindende Element war und ist. Alle sind interessiert, alle bereit, sich auszutauschen. Manchmal lässt man dafür sogar eine Session Session sein, um ein gutes und anregendes Gespräch weiter zu führen. Insgeheim würde ich mir wünschen, alle re:publicaner könnten ein halbes Jahr einfach nur beisammen sein, weiterdenken, Ideen ausentwickeln. Es würden sicher fantastische Dinge dabei entstehen.
Nun aber begibt sich die „Gemeinde“ (Netzgemeinde werde ich mir sparen, denn die re:publica geht längst über die netzaffinen Menschen hinaus) wieder zurück in ihren Alltag. In anderen Städten oder der Digitalen Diaspora. Zu Kolleginnen und Kollegen, die die Denkmuster teilen und es nicht schlimm finden, wenn man ein Smartphone benutzt bis hin zu jenen, die einen gleich mit vernichtenden Blicken zurücklassen, erlaubt man sich auch nur ein wenig Technikaffinität zu zeigen.
Was nehme ich mit, was sollten wir mitnehmen? Zum einen die nötige Penetranz, die wichtigen Themen, die auf der re:publica diskutiert wurden immer und immer wieder in den Alltag zu tragen. Das ist die negative Seite daran, wenn man sich mehr mit der Zukunft, mit dem befasst, wie es sein könnte, es sein sollte. Man braucht eine gewisse nervende Penetranz und darf sich nicht von Widerständen irritieren lassen. Wir sollten weiterhin das Thema Datenschutz und PRISM in der Öffentlichkeit aufrecht halten, denn die Überwachungsverbrecher auch in unserer Regierung hoffen, dass sich das ganze irgendwann von selbst erledigt.
Wir sollten wieder mehr darüber nachdenken, nicht so sehr gegen die Unternehmen zu arbeiten, sondern sie vielmehr ins Boot holen, ihnen klar machen, dass gelebter Datenschutz und entsprechende Angebote ein Marktvorteil sein können und dass in Zukunft das Geschäftsmodell gewinnt, dass nicht nur den Profit, sondern auch und insbesondere den Kundenvorteil in den Fokus stellt. Auch wenn ich Sascha Lobos Vorträge manchmal „anstrengend“ finde. Der diesjährige hat zu Recht aufgerüttelt und uns unsere eigene Trägheit vor Augen geführt. Es reicht eben nicht, bei jeder neuen Petition zu unterzeichnen und ein Like zu teilen. Wir müssen auf diejenigen zugehen, die (manchmal dummerweise) in unserem Namen über die digitale Welt entscheiden. Und wer das nicht kann, ja der sollte doch tatsächlich mal bereit sein, zu spenden oder gleich Mitglied zu werden in einer jener Vereinigungen, die sich nicht wie der vorgestrige ADAC mit Technologien der Vergangenheit sondern wie CCC oder Netzpolitik mit den Themen der Zukunft befassen.
Die re:publica, und das fand ich ausgesprochen angenehm, disktuierte weit mehr über Gesellschaftsmodelle, über politische Themen, als in den Vorjahren, sie ist erwachsen geworden, ohne sich erwachsen aufzuspielen. Sie ist weiser geworden und gleichzeitig in der Vielfalt der Themen verspielter.
Jetzt ist es an uns, das, was wir in diesen drei intensiven Tagen gelesen, gehört, gesehen haben, die Gespräche und Ideen, die wir gemeinsam entwickelt haben, in den Alltag zu tragen. Quasi wie eine re:public Guerilla immer wieder dort aktiv zu werden, wo wir jenseits von unseren Rollen oder „Daytime Jobs“ merken, dass wir etwas bewirken können.
Ich für meinen Teil fand insbesondere den Track über die Rolle von digitalen Medien und digitalem Wissen in der Bildung hochgradig spannend, denn an uns, ja auch an uns Eltern ist es, unseren Kindern das Werkzeug für einen positiven Umgang mit der digitalen Zukunft mitzugeben.
Insofern arbeite ich jetzt bereits an einem Sessionvorschlag für die #rp15. Und werde mein Wissen in Schulen und in die Köpfe von Lehrern, Eltern und Schülern zu transferieren versuchen. Und das hat nichts mit „was ist das beste Smartphone“ zu tun. Sondern mit Datenschutz, Netzpolitik und gesellschaftlichem Wandel.
Und trotzdem. Ein bisschen Blues habe ich, deshalb, wenn ihr mir auf Twitter über den Stream lauft: Bin immer für ein wenig #flausch dankbar 😉
Ach und nein, ich habe keinen Grund, bewußt offline gehen zu müssen. Es stört mich nicht und wer interessant ist, wer mich ernsthaft anhört, für den lege ich mein Smartphone jederzeit zur Seite. Leider gibt es einfach zu viele langweilige Menschen, und Gott sei Dank nicht auf der re:publica 😉
Die Republik trifft sich. Nein, falsche Formulierung, die res-publica trifft sich auf der re-publica. Wer im Jahre 2014 auf die re:publica kommt, weil er ein Treffen von Nerds mit Nerds, von Bloggern mit Bloggern erwartet, dürfte enttäuscht worden sein.
Selten war die re:publica so sehr auch Spiegel der Gesellschaft, wie dieses Jahr. Das mag auch der schieren Menge an Besuchern und der immer weiter ausfächernden Vielfalt der Themen für die Sessions geschuldet sein. Und dennoch zieht sich auch weiterhin ein digitaler roter Faden durch die, ja was ist die re:publica eigentlich? Konferenz, ne, dazu kann man zu sehr auf Augenhöhe kommunizieren. Barcamp? Zu vorausgeplant. Sagen wir es so, die re:publica ist die Quintessenz dessen, was als immerwährender Diskurs das Jahr über durch die wie wir gelernt haben eigentlich gar nicht vorhandene Netzgemeinde wabert. Sparen wir uns das erste Wort Netz und ersetzen das zweite durch Gesellschaft, kommen wir der Sache schon näher. Die re:publica 2014 ist auch Schmelztiegel von Vorreitern, Mahnern, Vor- und Querdenkern der ganzen Republik (sic). Wenn ein Raul Krauthausen Car Sharing für Menschen mit Behinderung fordert, hören ebenso alle zu, wie wenn ein „einfacher Blogger“ eine Session hält. Es geht nicht um Rollen, um Titel oder Reichweite. Es geht um den offenen Austausch.
Und es geht auch darum, aushalten zu können, wenn Sascha Lobo die Saalgemeinde beschimpt, weil wir doch alle den Worten keine Taten folgen lassen, weil wir alle immer dann laut werden, wenn wir dafür nicht von der Tastatur weg müssen.
Was ich für mich von der re:publica mitnehme ist, dass wir alle verdammt nochmal endlich unseren Hintern hoch kriegen müssen und den Marsch durch Insitutionen, seien das nun Schulen, Vereine, Behörden,Medien gehen müssen um das mal zu tun, was wir seid Jahren immer fordern….. Aber halt nur von „den anderen da“. Wir müssen das Digitale ins Analoge tragen. Wir müssen Menschen die Potentiale aufzeigen und die Gefahren.
Und zwar in deren Narrativen. Auch das ist ein Auftrag an uns alle. Macht die Botschaft sexy. Zeigt, dass es wichtig, relevant und wertvoll ist, sich Gedanken zu dem zu machen, was unsere Regierung im Fall Snowden tut, und noch viel wichtiger, was sie nicht tut. Wir brauchen klarere Botschaften, wir müssen die Aushorchverbrecher vorführen. Der Protest muss laut, muss öffentlich und muss penetrant sein und bleiben.
Und was ich auch gelernt habe. Wir sollten verdammt nochmal aufhören, unserer Jugend das Engagement, die Innovationsfreude, die Fähigkeit zwischen gut und schlecht zu unterscheiden abzusprechen.
Die Jugend kann sehr wohl zwischen gut und böse, zwischen gut und schlecht unterscheiden. Aber für sie gehören die „alten Medien“ und ja, dazu gehören auch bereits die ersten Blogs bereits zum Bereich schlecht. Wenn ich erlebe, wie indifferent meine Kinder dem Thema Datenschutz gegenüber standen, wie oft ich mit ihnen sprechen musste, bis sie verstanden, was gut und was schlecht ist wenn online gestellt, das waren viele Gespräche. Bis zu dem Tag, an dem sie bei ihrem heißverehrten Youtuber @lefloid plötzlich etwas über PRISM und Snowden hörten.
Nun bin ich es, der hinterher hecheln muss um all ihre Fragen sinnvoll,ehrlich und auch vernünftig jenseits meiner Filterblase als „fucking old digital native“ zu erklären.
Ich glaube, wir sind bereits so sehr zum digitalen Establishment mutiert, dass wir uns in den nächsten Monaten ganz schön lang machen müssen, um von unserem hohen „Wir wissen doch alles besser als ihr“ Ross runterzukommen.
Die re:publica im Jahre 2014 und im Jahre 1 nach Snowden der digitalen Zeitrechnung ist tatsächlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Nun müssen ihr die Telnehmer in Kopf, Herz und Blog folgen.
We are living the future ist wohl wahr. Aber für 2015 ist mein persönliches re:publica Motto: Out of the wild, into the public.
Und für uns alle, für jeden Tag, für jeden Ort: Kriegen wir endlich unseren Arsch hoch und machen wir unseren Mund auf. Und seien wir penetrant. Erst wenn wir diejenigen, die sich ignorant über den Willen der Bürger und der digitalen wie analogen Gesellschaft hinwegsetzen so richtig nerven können wir sagen: „Now we are talking public“
Als Teilzeittrendforscher ist für mich eine der profunden Quellen für neue Ideen und aufkommende Trends das Crowdfunding. Genauer gesagt Plattformen wie Indiegogo, Startnext und Kickstarter.
Hier lässt sich sehr gut beobachten, womit sich innovative Menschen beschäftigen und was die Nutzer für nützlich und relevant halten.
Abstrahiert man dann von den Produkten auf die dahinter liegenden Denkmodell, lassen sich daraus auch gesellschaftliche Trends ablesen.
So kann man beobachten, dass immer mehr Künstler ihre Projekte durch ihre Fans finanzieren. Der Vorteil für beide Seiten? Größere künstlerische Freiheit, gesicherte Finanzierung und die Möglichkeit, Projekte zu starten, die nicht dem ökonomisierten Mainstream gehorchen.
Ein weiterer Trend ist das zunehmende verschwinden von Bargeld. Wenn man zum Beispiel auf Kickstarter nach dem Begriff wallet, also Geldbörse sucht, so findet man eine Unzahl von Projekten, deren Fokus auf Minimalismus und primär auf die Nutzung von Karten fokussiert. Bargeld wird in diesen Konzepten gar nicht mehr oder nur noch als Notlösung gesehen.
Schon vor drei Jahren war mit der Pebble und anderen wearable devices der Trend abzulesen, über den erst in diesem Jahr die breite Masse spricht. Quantified self.
Es begann mit der Pebble
Für mich der nächste Trend sind 3d Drucker für die Masse (ein Projekt dazu war binnen weniger Minuten finanziert) und das Fahrrad als echtes Verkehrsmittel für den Alltag. Es ist auffallend, wie sehr sich die Zahl an Fahrrad Projekten in den letzten Monaten gesteigert hat, die darauf abzielen, das Fahrrad stärker als Verkehrsmittel für den Alltag zu etablieren jenseits eines einen Sportgerätes.
Das Fahrrad als Verkehrsmittel für jeden Tag
Und günstige Technologie, insbesondere im Bereich Robotik und Computer (Kano sei hier nur als ein Beispiel genannt) wird es mehr Schulen möglich machen, die Kinder und Jugendlichen auf sinnvolle Weise an neue Technologien heran zu führen anstelle sich auf dumpfe Excel und Word Kurse zu beschränken.
Auch im Bereich Literatur bewegt sich etwas. Hier starten spannende Buchprojekte alleine finanziert durch die Crowd. Das ist meiner Ansicht nach ein gutes Signal für Kunst und Kultur, die sich damit nicht mehr so allumfassend an den Kommerz verkaufen muss.
Man sieht an obigen Beispielen, Crowdfunding kann neben der reinen Finanzierung einer Idee auch ein gesellschaftlich kultureller Impulsgeber sein und gesellschaftlichen Wandel fördern, wo sich öffentliche Hand und Unternehmen verweigern.
Und Crowdfunding macht so manche disruptive Technologie oder gesellschaftliche Veränderung erst möglich, indem sie die Werkzeuge in die Hand der innovativen Menschen gibt.
Folgenden Pressetext habe ich heute von scrivo-pr bekommen, und da ich mit den Aussagen, die darin getroffen werden in hohem Maße übereinstimme, bringe ich ihn hier mal unkommentiert. Wie gesagt, der dort wiedergegebene Eindruck deckt sich sehr stark mit meiner Sicht auf dieses Thema:
Dritter ADP Social Media Index: Anstieg des Prognose-Index um elf Punkte / Unternehmen planen stärkere Investition in Social Media in den kommenden sechs Monaten
Neu-Isenburg, 28. April 2014 – Ob Ausbeutung, chaotische Strukturen oder kinderfreundliche Organisation: Wie sich das Arbeiten in einem Unternehmen anfühlt, wissen neugierige Bewerber immer öfter bereits vor ihrem ersten Arbeitstag. Denn: Arbeitnehmer bewerten ihre Arbeitgeber zunehmend im Internet. Das zeigt der ADP Social Media Index (ASMI), die dritte Studie zur Social Media-Nutzung im Personalmanagement von ADP. Die Macht der sozialen Medien ist Unternehmen bewusst. Unternehmen wollen deshalb in den nächsten sechs Monaten noch stärker in soziale Medien investierten. Laut Untersuchung ist der Prognose-Index, der die Bereitschaft für Social Media-Investitionen anzeigt, um elf Punkte gestiegen.
Arbeitgeberbewertungsplattformen sind auch in Deutschland im Kommen. Das gilt vor allem für kununu. Was klingt wie eine exotische Frucht, zählt laut ASMI zu den führenden Arbeitgeberbewertungsseiten im deutschsprachigen Raum. „Kununu-Bewertungen werden zunehmend auch bei Xing angezeigt. Kununu setzt sich in den meisten Firmen durch“, erklärt Prof. Dr. Walter Gora von der Cisar – consulting and solutions GmbH, die die Studie im Auftrag von ADP durchgeführt hat. Bei Kununu stieg demnach die Anzahl der Unternehmen, die mindestens zwei Bewertungen verzeichnen, von 69 Prozent im Dezember 2012 auf heute 80 Prozent.
Firmen sprechen Bewerber laut ADP zunehmend dort an, wo diese sich aufhalten: in sozialen Netzwerken. Folge: Soziale Netzwerke zählen inzwischen für 30 Prozent der Unternehmen zu wichtigen Rekrutierungskanälen. Die eigene Unternehmenswebseite bleibt zwar aktuell 96 Prozent der am häufigsten genutzte Weg. Allerdings folgen LinkedIn mit 54 und Xing mit 52 Prozent. Facebook wird aktuell erst von rund jedem vierten Unternehmen (23 Prozent) genutzt. „Die Kommunikation mittels Social Media gewinnt immer mehr an Bedeutung“, sagt Professor Andreas Kiefer, Vorsitzender der Geschäftsführung von ADP Deutschland.
Bereits 24 Prozent der befragten Unternehmen haben eine Social Media-Strategie für das Personalmanagement entwickelt. In der ersten Erhebung im Dezember 2012 waren es nur acht Prozent und im Juni 2013 waren es schon 16 Prozent der befragten Unternehmen. „Diese Entwicklung zeigt, dass sich immer mehr Unternehmen Gedanken über eine Social-Media-Strategie machen und diese auch umsetzen“, erklärt Kiefer.
Die mittlerweile dritte Erhebung des ASMI analysiert die Anwendung von sozialen Medien im Personalbereich deutscher Unternehmen. Seit 2012 wird er halbjährlich erhoben. Dabei werden Unternehmen quantitativ befragt und ihr Social Media-Einsatz qualitativ untersucht. In den Untersuchungen und Prognosen fließen die Daten und Angaben von rund 240 Unternehmen ein.
Über ADP:
ADP ist der weltweit führende Anbieter von Services und Lösungen rund um die Entgeltabrechnung, Personaladministration und das HR-Management. Automatic Data Processing, Inc. (Nasdaq: ADP) wurde 1949 in New Jersey, USA, gegründet und ist in über 70 Ländern einschließlich China erfolgreich vertreten. Seit über 60 Jahren realisiert ADP die Optimierung und Auslagerung von HR-Geschäftsprozessen (Business Process Outsourcing). ADP arbeitet weltweit für etwa 620.000 Kunden aller Branchen und Größen. In Deutschland erfolgt bereits jede 5. Personalabrechnung mit Produkten und Services von ADP. 60.000 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von über 11 Mrd. US Dollar weltweit. ADP realisiert über 50% des Umsatzes mit mittelständischen Unternehmen. 2012 hat das weltweit anerkannte Wirtschaftsmagazin FORBES ADP unter die Top 100 der innovativsten Unternehmen aufgenommen. ADP besitzt als einziges Unternehmen ein Triple A-Rating, zusammen mit Johnson & Johnson, Microsoft und Exxon. Laut einem Ranking des renommierten Security 500 Magazin zählt ADP im Bereich Business-Services zu den weltweit drei sichersten Unternehmen.
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