Rezension „Multiplayer, gefährliches Spiel“ von Jannis Becker

multiplayerEin Buch über die Gefahren des Online Rollenspiels. So war mein erster Gedanke, als ich den Titel las. Aber „Multiplayer, gefährliches Spiel“ dreht sich eigentlich sogar recht wenig um das Spiel .Im Laufe der Erzählung,die sich um die Hauptperson Finja dreht wird das Rollenspiel immer mehr zu einer etwas irritierenden Einfügung in eine ansonsten eher von den Beziehungsnöten einer jungen Frau handelnden Geschichte. Erst zum Schluß wird dann daraus auch wirklich das, was ich eigentlich die ganze Zeit erwartet hatte, ein Thriller.

Der gesamte Rest des Buches handelt mehr von den Problemen einer jungen Frau, die sich in ihrem Beruf nicht wirklich wohl fühlt, mit ihrem Aussehen zu kämpfen hat und dann, und das fand ich in der Art der Einführung etwas überraschend, sich in Abenteuer mit Männern stürzt. Das Abtauchen in die virtuelle Welt des Spiels ist, so hatte ich den Eindruck eine eher nicht wirklich handlungsrelevante Ergänzung der Geschichte. Über ihren Rollenspielcharakter erfährt man zwar ein wenig darüber, wie Finja sich in der virtuellen Welt gibt, aber die direkte Verbindung zur Handlung hat mir dann doch in Teilen gefehlt. Wer mit „Multiplayer, gefährliches Spiel“ einen Thriller oder einen Roman über die Gefahren des Online Rollenspiels erwartet, wird enttäuscht sein.

Insgesamt ist das Buch gut geschrieben und zeichnet ein Psychogramm einer jungen Frau, die vom Leben nicht gerade verwöhnt wird, die mit einem unfairen Chef und unsympathischen Kollegen zu kämpfen hat. Dann ist da noch ein Verehrer namens Ben, der ihr hinterherläuft. Der Fokus der Handlung liegt also viel deutlicher in den realen Konflikten und das Videospiel stellt quasi nur ein Ventil dar, eine Flucht in eine kontrollierte und kontrollierbare Welt. Direkte Bezüge aus den Rollenspielereignissen in die reale Welt vermisst man aber weitgehend.

Etwas gestört hat mich zudem, dass der einzige Zusammenhang zwischen der realen Welt der Finja und dem Rollenspiel wieder mal darüber gezogen wird, dass sich eine schüchterne Frau (immerhin mal eine Rollenspielerin, nicht ein Rollenspieler) in der Rollenspielwelt auslebt, weil sie scheinbar in der realen Welt Probleme hat, einsam ist. Das ist aber leider ein ganz übles Klischee, das eigentlich gerade in einer solchen Geschichte nicht so simpel übernommen werden sollte.

Man kann den Roman als gute und leichte Unterhaltungsliteratur einsortieren, das Thema Online Rollenspiele ist aber nicht wirklich in die Handlung integriert, vielmehr geht es um einen Prozess der Selbstfindung, des Auseinandersetzens mit den eigenen Unsicherheiten und dem Platz in der Welt. Das Buch an sich ist nicht schlecht, wenn man sich nicht thematisch einen Thriller in der Welt der Online Rollenspiele erwartet. Wer sich für ein Psychogramm und die Entwicklung einer jungen Frau, die durch äußere Umstände eine Außenseiterrolle innehat interessiert, der dürfte dem Roman einiges abgewinnen können. Es ist leichte Kost, die aber das angeteaserte Titelthema nicht wirklich umsetzt.

Alles in allem 3 von 5 Sternen (2,5, gäbe es Kommasterne 😉 )

MULTIPLAYER – Gefährliches Spiel
Roman
von Jannis Becker Seiten: (ca.) 456
Erscheinungsform: Originalausgabe
Erscheinungsdatum: Feb 2014
ISBN: eBook 978-3-95520-467-9
Format: ePUB

Erhältlich als direkt beim Verlag
Für Kindle Nutzer gibt es das Buch auch bei Amazon

Mein Dank gilt DotBooks und Blogg dein Buch für die zur Verfügungstellung des Rezensionsexemplars.

 

Best Blog Award: Ein Stöckchen und 11 Fragen.

BestBlogAwardJohannes hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Ein großes Stöckchen, eigentlich einen Zaunpfahl.

Und in dem Zaunpfahl sind 11 Fragen eingraviert. Die soll ich beantworten.

Man sieht, Johannes kennt mich gut, denn die Fragen sind wirklich eine Herausforderung und insofern bin ich mehr als versucht, diese Fragen zu beantworten.

Nun aber flux zu Johannes 11 Fragen:

 
Was ist Dein persönlicher Antrieb für die Bloggerei?

Punkt eins, ich schreibe gern. Schon in der Schule hatte ich zwei Fächer mit so richtig guten Noten. Das war zum einen die Informatik, zum anderen Literatur. Ja ich weiß, eine sehr merkwürdige Kombination, aber daraus ist dann mein Studienwunsch und schliesslich Wirklichkeit „Computerlinguistik und KI “ entstanden. Mit der  Informatik verdiene ich mittlerweile unseren Lebensunterhalt, mit meiner Leidenschaft fürs Schreiben habe ich diesen Blog als meine persönliche Möglichkeit, meine Gedanken in Textform zu bringen gestartet. Letztlich schreibe ich primär für mich, dann für meine Leser. So kann ich gewährleisten, dass was ich schreibe auch meine Gedanken sind. Natürlich denke ich auch darüber nach, wie ich meine Gedankenwelt verständlich in Textform gießen kann, aber ich bin es, so empfinde ich zumindest meinen Lesern schuldig, authentisch und ehrlich zu sein.

Hand aufs Herz, wie wichtig ist es Dir, dass gelesen wird, was Du schreibst?

Auch wenn kaum jemand meine Texte lesen würde, würde ich weiterhin schreiben. Ich freue mich über Feedback, weil es mir erlaubt, meine eigenen Gedanken zu reflektieren und weil ich gerne auch korrigiert werde, wo ich mit meinen Ansichten fehl zu laufen drohe. Aber würde ich mein Blog nur schreiben, weil ich will, dass es gelesen wird, würden die Inhalte vermutlich anders aussehen. Andererseits kann ich beruhigen, ich habe mittlerweile einen durchaus ansehnlichen Kreis von Stammlesern und freue mich über jeden Kommentar.

Was war Dein bisher schönstes Blog- oder Online-Netzwerk-Erlebnis?

Da kann ich nur Stefan Pfeiffer und unsere mittlerweile zur Freundschaft erwachsene Online Verbindung anbringen.

Es war zu Beginn dieses Blogs, ich war schon auf Twitter sehr aktiv und befasste mich gerade mit Linux als Alternative für den Business Desktop. Da schrieb mich @digitalnaiv an via Twitter und fragte, ob ich nicht, da ich mich ja so sehr mit dem Thema Linux und der Desktop beschäftige, Interesse hätte, auf der re:publica einen Workshop zu dem Thema zu halten? Da ich sowieso plante, zur re:publica zu fahren konnte ich da natürlich schlecht nein sagen und er Rest ist schönste Social Media Geschichte. Egal, wer von uns beiden ein Beispiel für den Nutzen von Social Media anbringt. Diese Geschichte wird immer wieder erzählt und auch später haben wir uns noch das eine oder andere Mal getroffen bzw. treffen uns immer wieder mal und dann ist es, auch wenns ein Klischee  bedient, als wäre man gar nicht weg gewesen.

Was bereichert Dein Leben zur Zeit am meisten?

Weit vor allem die Familie. Ich hatte in den letzten Jahren auch schlechte Tage und persönliche Tiefs, aber was auch immer war, meine Familie stand zu mir. Und da ich meine Frau auch heute noch zutiefst liebe und wir drei wirklich tolle Kinder haben ist das wirklich die Basis und die Grundlage, auf der mein restliches Leben ruht. Ansonsten bereichert mich die Arbeit in einem neuen wunderbaren Team, das wirklich Teamspirit hat und in dem der persönliche Umgang von erstaunlich viel Freundlichkeit geprägt ist. Und ganz aktuell mein erstes Buch, das mir doch mehr bedeutet, als ich dachte. Ich hatte schon während meiner Schulzeit immer diesen Traum, mal ein ECHTES eigenes Buch zu veröffentlichen und jetzt ist das wahr geworden. Das ist für mich in sich ein tolles Gefühl, da damit einer meiner eher unrealistischeren Lebenswünsche doch noch wahr geworden ist. Und zusätzlich bereichert hier die Arbeit am zweiten Band, der quasi das Sahnehäubchen darstellt.

 

Kunst und Kultur oder Kommerz und Kapital? Und wieso das Eine und nicht das Andere?

Definitiv Kunst und Kultur. Ich hätte gerne beides, habe aber in der Vergangenheit immer wieder erfahren (müssen), dass der Kommerz und das Kapital früher oder später die besten Ideen zerstört, wenn man ihn die Oberhand gewinnen lässt. Schon so manche gute Idee, so manches Projekt war tot, als es darum ging, jetzt endlich „Rendite“ zu erwirtschaften. Sobald etwas in die Hände der Verkäufer fällt und diejenigen, die mit dem Herzen dabei sind in die zweite Reihe rücken (müssen), geht es mit der guten Idee in den meisten Fällen bergab.

Mal angenommen, Du dürftest an einem Tag um 20.00 Uhr auf dem Sendeplatz der Tagesschau eine 15minütige Botschaft an die Zuschauer richten. Was würdest Du ihnen sagen?

Denkt stets daran, dass auf eurem Grabstein nie stehen darf, er schuftete sich zu Tode. Das Leben dreht sich um Menschen, um Beziehungen, um Glücksmomente, die nicht mit Geld erkauft sind. Und hängt nicht zu sehr am Geld, das ist nur bedrucktes Papier. Versucht nicht, jeden Tag zu leben, als sei es euer letzter, das würde den Tag nur überhöhen. Lebt jeden Tag, lebt einfach, genießt, habt Freude und haltet euch fern von muffeligen, von griesgrämigen Menschen. Lernt, hört nie auf, neugierig zu sein. Und seid kindisch, bleibt in eurer Seele ein Kind, das staunen kann, das neugierig und verspielt ist. Die Welt ist schon viel zu ernst, viel zu erwachsen, wir müssen alle auch wieder Kinder sein, Freude und Spaß im Leben entdecken.

Womit kann man Dich wirklich begeistern?

Mit Begeisterung. Ich schätze Menschen, die für eine Sache brennen (nicht ausbrennen). Ich mag Menschen, die tiefe Gedanken zu denken wagen, die auch mal unbequeme Fragen stellen. Und ich schätze Menschen, die authentisch sind, auch wenn das vielleicht für manche ein abgegriffener Begriff ist.

Was war Deine größte Enttäuschung in diesem Jahr?

Mir selbst eingestehen zu müssen, dass eine berufliche Entscheidung doch nicht das richtige für mich war. Ich hatte mich mit Begeisterung auf ein Thema gestürzt, das jetzt leider doch im Sande verläuft und nicht wirklich gelebt wird. Da viel mir der Abschied von dem Team, von den Kollegen sehr schwer, weil sie alle wunderbare Menschen waren und sind aber es heißt so schön: „Love it, change it, leave it“ Love ging gar nicht, wenn meine Ideen nicht gehört werden, change it, da hätte ich viel zu viel von mir aufgeben müssen um so aufzutreten, dass es einen Wandel gegeben hatte, also blieb mir nur leave it. Dafür bin ich jetzt angekommen. In jedem Ende liegt halt doch auch ein neuer Anfang 😉

Unterstellt, Du wärst ein Musikstil. Welcher käme Deinem Wesen am nächsten?

Schwer zu sagen, wie man das beschreiben könnte, vielleicht hilft es, Musiker zu nennen, die mich musikalisch vertreten sollten, so ich denn auswählen müsste: Sting, Kate Bush, Enya aber auch Lilly Allen. Vielleicht trifft es am besten: Ich bin viele Stile, ich mag mich da nicht festlegen, da es für mich nur gute und schlechte Musik gibt, jenseits von Stilen.

Was war das schönste Lob, das Du in diesem Jahr erhalten hast?

Das war erst vor kurzem. Wir hatten mit Studenten ein Projekt gestartet, es entstand eine Software und was schon lange mein Wunsch war, dieses Mal haben wir es, mit viel Hilfe und auch Unterstützung durch mich und meine Skills geschafft, dass das Produkt tatsächlich in den realen Einsatz kam. Als dann noch der Kunde insbesondere auch meinen Einsatz gelobt hat, das tat und tut schon verdammt gut. Oh, erwähnte ich schon, dass ich der festen Meinung bin, dass wir alle viel zu viel kritisieren und viel zu wenig loben?

Hand aufs Herz und geradeheraus: Wie findest Du es, dass ich Dir diesen Stock ungefragt vor die Füße geworfen habe?

Hmm, erste Reaktion, oh je, dann die Fragen gelesen, darauf ein hmm, dann ein , na das könnte spannend werden. Ich mag es, Fragen zu beantworten die jenseits vom üblichen Themenspektrum liegen.

Und nun zum Stöckchen, das ich gerne an die folgenden geschätzten Blogger weitergebe:

Stefan Pfeiffer

Marc Höttemann

Marco Bereth

Beate Schmitz

Dorothee Leister

EM Jungmann

Hilke Gesa Bussmann

Mika Kienberger

Georg Schiele

Romy Mlinzk

Und hier meine 11 Fragen:

1 Was war für dich das einschneidenste Ereignis, persönlich oder öffentlich des Jahres 2013?

2 Was würdest du noch heute ändern, wenn du könntest?

3 Was wolltest du immer lernen und hast es noch nicht? Und warum nicht?

4 Welchem Menschen des öffentlichen Lebens würdest du am liebsten Mal so richtig die Meinung sagen?

5 Wenn du für einen guten Zweck 1 Million Euro spenden könntest, welcher wäre das?

6 Was würdest du gerne machen, wenn du nicht mehr für deinen Lebensunterhalt arbeiten müsstest?

7 Dir wird ein Autorenvertrag für ein Buch über dein Leben angeboten. Wie würde der Titel lauten?

8 Welches ist für dich das bislang wichtigste Buch und warum?

9 Wenn man dein Leben verfilmen würde, welches Genre sollte der Film haben?

10 Welcher Mensch, lebend oder bereits tot ist für dich die wichtigste Persönlichkeit?

11 Es kommt mal wieder ein Weltuntergang. Dieses Mal aber wirklich. Was würdest du zum Schluss noch machen wollen?

 

Das Buch zum Film war gestern. Heute gibt es das Buch zum Blog. Zu meinem Blog: Digilog

Manche Dinge überrollen einen einfach. Als damals Stefan Pfeiffer sein Buch zu seinem Blog herausbrachte, fand ich das genial, konnte mir aber nicht so recht vorstellen, dass so etwas auch mal von mir erscheinen würde. Zeitsprung ins Heute. Gestern ist es passiert. Mein erstes eigenes Buch, ein Sachbuch, genauer ein Auszug der Beiträge aus meinem Blog, die sich um das Thema Arbeitswelt der Zukunft und zunehmende Digitalisierung ranken, ist veröffentlicht. Und nein, nicht nur als EBook, als „echtes“ Totholz Buch, was ich insofern spannend finde, da ich damit eben jene Fraktion erreichen kann, die bislang digital lesen für „Teufelswerk“ hält, damit aber quasi einer der Inhalte meines Buches ist.

Natürlich ist mir klar, dass ich hier weder einen Bestseller geschaffen habe, noch eine große Leserschaft erreichen werde. Ich betrachte es mehr als Experiment, wie die beiden Welten des klassischen Print und der digitalisierten Literatur doch weiterhin koexistieren können. Denn von dem Buch wird es auch eine EBook Version geben, die zum Zwecke der Rezension bei Bloggingbooks, dem Verlag, der das Buch gemeinsam mit mir auf den Markt gebracht hat bereitgestellt wird. Natürlich freue ich mich über jeden Leser, jeden Kommentar und jede Bewertung. Und natürlich wird man die EBook Version, sobald fertig ebenfalls bei Amazon beziehen können 😉 .

Zu finden ist das Buch zumindest bei Amazon bereits und in weiteren Buchkatalogen wird es wohl dieser Tage aufgenommen:

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Meinen ganz besondern Dank richte ich an Frau Valentina Rudenco, die mich im Autorenprozess unterstützt und begleitet hat und natürlich meiner Familie, die mich als Autor aushalten musste.

Und ja, ich habe natürlich im Nachhinein noch den einen oder anderen Schreib- oder Grammatikfehler gefunden. Man möge es mir nachsehen für meinen Erstling als bloggender Autor.
Und natürlich einen besondern Dank für Stefan Pfeiffer, der das quasi alles losgetreten hat 😉 Es warten noch zwei Biere auf dich!

Edutainment der schönen Art: ArteTV präsentiert Type:Rider

typeEs gibt sie noch, die gelungenen, überraschenden, lehrreichen und dennoch extrem unterhaltsamen Spiele.
Und manchmal kommen sie aus einer sehr unverhofften Ecke.
So hat aktuell Arte eine wunderbare Spielidee umgesetzt, in der man in einem Jump and Run als ein Doppelpunkt durch die Geschichte der Schrift reist. Der Name des Spiels: Type:Rider (ja, der Doppelpunkt ist ebenso wie das Wortspiel Absicht)

Features:
•• 10 Levels, die jedes Mal eine andere typografische Epoche umfassen
•• Atemberaubende Landschaften und beeindruckende Soundwelten
•• Packende Stimmungen
•• 3 Spielarten: intuitiv, virtueller Joystick und per Neigung ihres Devices
•• Historische Archive und Kunstwerke

Dabei wandern die beiden Punkte durch verschiedene Parcours, die mit schönen Bildern hinterlegt sind und bei denen Buchstaben in verschiedenen Schriftarten auf manchmal recht verrückte Art den Hindernisparcour bilden.

Klingt merkwürdig? Mag sein, aber ich finde, es ist ein extrem gelungenes Spiel, das nicht nur spannend ist, sondern auch ästhetisch einiges zu bieten hat. Aber seht selbst:

[appbox googleplay com.bulkypix.typerider]

Kindle startet Matchbook. Zum Hardcover das Ebook kostenlos dazu

wpid-20121208_164253.jpgIch habe es schon 2010 prophezeit und leider hat die deutsche Verlagsbranche bis auf wenig Ausnahmen wieder mal den Trend verpennt. Amazon bietet nun für Bücher an, was es mit Autorip für CDs bereits erfolgreich eingeführt hat. Wer sich rückwirkend bis 1995 bei Amazon ein Buch in Totholzform gekauft hat, kann, so der Verlag mitmacht das EBook entweder stark rabattiert oder gar kostenlos dazu erhalten. Natürlich im Kindle Format. Noch ist das nur ein Anfang und nicht fürs vollumfängliche Buchprogramm realisiert. Aber mit Blick auf Autorip wird das nicht lange auf sich warten lassen.

Das wird sicher wieder einen großen Aufschrei und das Betteln nach staatlicher Hilfe durch die deutschen Verlage nach sich ziehen. Tja, schade, denn das erwarte ich als Buchkäufer eigentlich von euch, die ihr alle Totholzbücher ja sowieso in digitaler Form verfügbar habt.

Hier der Pressetext zur Ankündigung.

Title: Introducing „Kindle MatchBook“: Soon Customers Will Be Able to Purchase Kindle Editions of Print Books Purchased from Amazon–Past, Present and Future–for $2.99 or Less

Date(s): 3-Sep-2013 8:59 AM

Over 10,000 books already enrolled from authors such as Ray Bradbury, Michael Crichton, Blake Crouch, James Rollins, Jodi Picoult, Neil Gaiman, Marcus Sakey, Wally Lamb, Jo Nesbo, Neal Stephenson, and J.A. Jance, among many others

Today’s announcement is also a call to all authors and publishers to enroll their books in Kindle MatchBook–offering customers great value while adding a new revenue stream

Kindle MatchBook is the latest in a series of customer benefits exclusive to the Amazon ecosystem of digital content

SEATTLE–(BUSINESS WIRE)–Sep. 3, 2013– (NASDAQ:AMZN)–Amazon today introduced Kindle MatchBook, a new benefit that gives customers the option to buy–for $2.99, $1.99, $0.99, or free–the Kindle edition of print books they have purchased new from Amazon. Print purchases all the way back to 1995–when Amazon first opened its online bookstore–will qualify once a publisher enrolls a title in Kindle MatchBook. Over 10,000 books will already be available when Kindle MatchBook launches in October, including best sellers like I Know This Much Is True by Wally Lamb, The Art of Racing in the Rain by Garth Stein, The Thorn Birds by Colleen McCullough, A Prayer for Owen Meany by John Irving and The Hangman’s Daughter by Oliver Pötzsch, with many more titles to be added over time. Customers can learn more by visiting www.amazon.com/kindlematchbook.

„If you logged onto your CompuServe account during the Clinton administration and bought a book like Men Are from Mars, Women Are from Venus from Amazon, Kindle MatchBook now makes it possible for that purchase–18 years later–to be added to your Kindle library at a very low cost,“ said Russ Grandinetti, Vice President of Kindle Content. „In addition to being a great new benefit for customers, this is an easy choice for publishers and authors who will now be able to earn more from each book they publish.“

Bundling print and digital has been one of the most requested features from customers. With Kindle MatchBook, they can keep their favorite book on their shelf, and have a copy in their digital library for reading, perhaps re-reading it with features like X-Ray and Popular Highlights.

„I love this idea. It’s simple, brilliant, and good for everybody,“ said best-selling author Marcus Sakey. „I love to have print books on my shelf, but I love reading my Kindle on the go, and there are plenty of titles I’d like both ways. It’s ridiculous to ask readers to pay full retail twice for the same book.“

Kindle MatchBook features include:

Kindle editions at a great price: Amazon customers who purchase or have purchased qualifying print books can get the Kindle edition for prices that are typically $2.99, $1.99, $0.99, or free.
For book purchases dating back to 1995: Print purchases all the way back to 1995–when Amazon first opened its online bookstore–will qualify once a publisher enrolls a title in Kindle MatchBook.
Easy discovery: Readers can easily look up their entire print book order history to discover which of their past purchases are enrolled in Kindle MatchBook.
Popular Kindle-only features: As with regular purchases, Kindle MatchBook titles have unique features such as Whispersync, Popular Highlights, and X-Ray.
Read anywhere capabilities: In addition to Amazon’s best-selling Kindle devices, customers can download a free Kindle reading app for iPhone, iPad, Android tablets and phones, PC or Mac and start building their Kindle library today.

Kindle MatchBook will launch with books from Ray Bradbury, Michael Crichton, Blake Crouch, James Rollins, Jodi Picoult, Neil Gaiman, Marcus Sakey, Wally Lamb, Jo Nesbo, Neal Stephenson, and J.A. Jance, among others. In addition, Amazon Publishing will include all its titles in Kindle MatchBook. Authors and publishers using Kindle Direct Publishing (KDP) can enroll their books in the program today by visiting http://kdp.amazon.com.

Meine Leseempfehlung, selbst wenn ihr dieses Jahr nur ein Buch lesen wollt: Carly’s Voice

Wer sich mit dem Denken befasst, wer sich mit Menschen befasst, wer sich mit Autismus befasst.
Einfach alle, die neugierig sind auf das Leben und auch auf die etwas „anderen“ Menschen, dem sei Carly’s Voice: Breaking Through Autism
dringend ans Herz gelegt.

In einem sehr nahe gehenden Buch beschreiben Carly Fleischmann, eine Autistin und ihr Vater, was sie erlebt haben, und wie es dazu kam, das Carly Fleischmann mittlerweile eine der bedeutensten Stimmen für eine Verständnis von Autismus ist. Zum Buch gibt es auch eine Webseite http://carlysvoice.com/

Dank des Notebooks ihres Vaters hat Carly es geschafft, mit ihrer Umwelt zu kommunizieren und so offen gelegt, dass Autismus nichts mit Dummheit oder Empfindungslosigkeit zu tun hat.

Und Carly zeigt, dass sie eine Kämpferin ist, die auf immer neuen Wegen für ein besseres Verständnis autistischer Menschen wirbt. Wenn ihr in diesem Sommer plant, nur ein Buch zu lesen, dann sollte es unbedingt Carly’s Voice sein. Es fasziniert, erschüttert und bringt einen zum Lachen wie zum Weinen. Einfach ein großartiges Buch!

Die große Weltentaucher Schatzsuche Tag 4

Gasse_nUnd auch heute wieder könnt ihr, wenn ihr gut aufpasst einen Buchstaben für das Weltentaucher Gewinnspiel finden. Es gelten die Teilnahmebedingungen.

Interview mit Jolanda

Es ist ein Montag und die Sonne scheint, als ich mich in ein Café setze, um Jolanda zu treffen. Jolanda – für viele von Ihnen wird dieser Name nun ein Begriff sein, für wiederum andere nicht. Jolanda spielt im zweiten Teil der Weltentaucher-Legende eine der Hauptrollen und zählt zu den Lieblingsfiguren der Autoren. Normalerweise lehnt Jolanda jede Form von Befragungen oder Interviews ab. Umso mehr freue ich mich, dass sie sich anlässlich der großen Weltentaucher-Schatzsuche bereiterklärt hat, mir ein kurzes Interview zu geben.

Mittlerweile sind es dreißig Grad, Jolanda hat sich bisher um eine Viertelstunde verspätet. Ich hoffe, sie kommt noch. Da der zweite Weltentaucher-Teil kurz vor der Veröffentlichung steht und viele ihr Bild bereits auf dem Cover gesehen haben, hat sie Angst, sie wird auf der Straße erkannt. Zu mir sagte sie in dem kurzen Telefonat nur »Sie erkennen mich schon« und hat aufgelegt. Ich bin gespannt.

Gerade, als ich mir meinen zweiten Kaffee bestellen will, kommt Jolanda in das Café. Sie hat ihr Haar mit einem dünnen Tuch umhüllt, das ihr Gesicht zudem ein bisschen verschleiert. Sie will nicht erkannt werden. Zielstrebig setzt sie sich zu mir.

 

 

»Guten Tag, Jolanda«, begrüße ich sie. »Ich hoffe, du hast gut hierher gefunden?«

Jolanda reagiert nicht, sondern winkt der Kellnerin zu.

»Was darf ich ihnen bringen?«, erkundigt diese sich höflich.

»Einen schwarzen Kaffee und eine Apfelsaftschorle.« Jolanda rückt ihr Tuch auf dem Kopf zurecht und lehnt sich entspannt nach hinten.

»So, jetzt können wir anfangen.« Sie schenkt mir ein Lächeln. Ich zücke mein Notizbuch und das Aufnahmegerät, drücke die Play-Taste, doch als ich es auf den Tisch legen will, schüttelt sie den Kopf.

»Keine Aufnahmen. Nur schriftlich«, ermahnt sie mich und ich verstaue das Gerät zurück in meiner Tasche, ein wenig angefressen.

»Gut, dann nur schriftlich.« Ich schiebe meine Kaffeetasse zur Seite, um mehr Platz für meinen Notizblock zu haben, tippe mit dem Stift auf dem Papier.

»Ich schlage vor, ich stelle einfach die Fragen und du antwortest mir. Ich schreibe es auf und verarbeite es dann zu einem schönen Interview.«

Sie nickt. Ich fahre fort.

»Seitdem du in dem zweiten Teil der Weltentaucher-Legenden eine Hauptrolle spielst, hat sich dein Leben verändert. Das hast du mir jedenfalls am Telefon gesagt. Kannst du uns vielleicht erzählen, inwiefern sich diese Rolle auf deinen Alltag auswirkt?«

Jolanda wendet keine Sekunde ihren Blick von mir ab. Sie überlegt, ich erkenne es an den Grübchen in ihren Mundwinkeln.

»Es ist als würde ich auf einmal ein ganz anderes Leben führen. Vorher habe ich einfach mit meiner Familie gelebt, meine Aufgaben erledigt und das war‘s. Ich bin durch Rom gefahren, habe Besorgungen gemacht. Und nun? Seitdem das Cover raus ist, glaube ich ständig, dass mich jemand verfolgt. Es ist schrecklich. Aber irgendwie auch rührend.«

»Du spielst im zweiten Teil die Begleiterin von Acadius. Acadius selbst durften wir bereits im ersten Teil als jungen, strebsamen Alchemisten kennenlernen, der so manchem Leser unsympathisch war. Hier auf dieser Welt würde man sagen, er kann ein richtiges Arschloch sein. Wie hast du Acadius kennengelernt?«

Noch nie zuvor hatte Jolanda jemand die Frage nach Acadius gestellt. Ich sehe, wie ihre Augen zucken und sie nervös die Beine übereinander schlägt.

»Nun«, beginnt sie, doch sie wird von der Kellnerin unterbrochen, die ihr ihre Getränke bringt. Sie wartet, schiebt die Tassen penibel nebeneinander.

»Ich mag Acadius. Sehr sogar. Er ist mir auf den 180 Seiten ein guter Freund geworden. Damals, als ich ihn am Strand aufgefunden habe, da war er so klein. So zerbrechlich. Und auch wie er sich in dieser Welt bewegt hat … Wahrscheinlich hatte ich einfach nur keine Vorurteile. Die Studenten an seiner Universität allerdings schon. Sie wussten ja, dass er etwas Besonderes sein musste, wenn er als Sechzehnjähriger noch aufgenommen wird.«

Ich schreibe so schnell ich kann mit.

»Du hast es schon angesprochen: In dieser Welt kennt Acadius sich nicht aus. Wie gut hat er sich schon eingelebt?«

Jolanda rührt mit dem Löffel in einem Kaffee herum, in dem es nichts zum Rühren gibt.

»Ganz gut. Er macht sich. Ich helfe ihm, wo ich kann.«

Knappe Antwort. Ich merke, dass sie nicht über Acadius reden will. Mit Sicherheit hat sie von der Autorin Anweisungen bekommen, was sie sagen darf und was nicht. Nur verständlich, immerhin soll die Spannung nicht vor Veröffentlichung des Buches genommen werden.

»Ihr seid auf der Suche, habt ihr denn schon gefunden, was ihr braucht?«

Eine völlig aus dem Zusammenhang gerissene Frage.

»Nein.« Kühl. Ich merke, wie die Distanz zwischen uns wächst.

»Jetzt wo die Schreibarbeit an dem zweiten Teil beendet ist, wird dein Leben da leichter? Kannst du in deinen alten Trott zurückkehren?«

Sie lässt den Löffel fallen.

»Das wird man nie wieder können. Die Autorin hat unser Leben umgeschrieben. Es sind Freunde von mir verunglückt, es sind neue Menschen hinzugekommen, wie soll ich da noch das gleiche Leben führen können wie vorher?«

Ich erkenne eine Träne in ihren Augenwinkeln.

»Eine Frage noch, dann gehe ich wieder.«

Sie trinkt ihren Kaffee in schnellen Zügen. Die Apfelschorle folgt. Es wird ihr zu viel, offensichtlich.

»Wirst du in einem weiteren Weltentaucher-Teil auftauchen?«

Sie zögert keine Sekunde.

»Ja, aber nicht in Teil 3 und 4. Die Autorin lässt uns eine kurze Verschnaufpause. Teil 5 und 6 gehören dann wieder uns.«

Sie steht auf und geht. Lässt mich alleine mit noch mehr Fragen im Kopf als vorher.

Weiter gehts bei

1. Juli 2013 »Diese verdammte Pflanze« -Acadius‘ Tagebucheintrag bei Jessica Wagner auf ihrer Bücherkiste http://www.jessisbuecher.blogspot.de 

2. Juli 2013 Exklusive Leseprobe der zweiten Weltentaucher-Legende auf dem Weltentaucher-Blog http://www.weltentaucher.net