Innovation braucht Querdenker

Update 29.08.2011 : Das Thema bleibt spannend, aktuell in der ZEIT: Stellt Menschen ein, und nicht Mutanten.

Die Zeit schreibt in ihrer neuen Ausgabe „Querdenker machen Karriere„.

Recht hat sie, aber es ist nicht leicht, dieses Bewußtsein in Chefetagen und Personalabteilungen zu verankern.
Zu einfach ist es, die Kopie des bisherigen zu suchen, für die Softwareentwicklung den reinen Informatiker, fürs Marketing einer Bank den Banker mit Marketingausbildung.
Was aber macht den Quereinsteiger so attraktiv? Vor allem der andere Blickwinkel, die Lust am Hinterfragen. Viele neue Mitarbeiter mit dem passenden Background sind leider auch betriebsblind. Da werden zwar Versuche unternommen, neue Technologien und Vorgehensweisen einzuführen, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und mag tendenziell keine Veränderung. Aber gerade hier ist es nützlich, auch die anders Denkenden mit zu integrieren, diejenigen, die schon per definitionem neben dem Tellerrand stehen, über den der eingefahrene Mitarbeiter gar nicht mehr blickt.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, es ist oft ein Kampf als Quereinsteiger. Ich bin zwar als Softwareentwickler tätig und habe auch Informatik studiert, aber eben auch Sprachwissenschaften, Künstliche Intelligenz und Computerlinguistik. Vieles aus diesem Fundus kann ich zwar insgeheim bei der täglichen Arbeit anwenden, aber ich tue das stillschweigend, weil ich damit bei dem einen oder anderen den Tellerrand überschreite, über den dieser einfach nicht blicken will.
In einem Markt, in dem sich die Produkte, egal welche Branche immer mehr nur noch marginal unterscheiden, kommt es auf die innovativen Ideen, die kreativen Lösungen an. Dafür aber ist Querdenken, sich in unterschiedlichsten Wissensgebieten bewegen elementar. Und gerade der Querdenker hat dies von Grund auf gelernt, weil er flexibel sein muss, will er in neuen Feldern bestehen.

Und auch die Psychologievorlesungen meines Studiums haben mir schon häufig im Umgang mit Auftraggebern oder Kollegen genützt.

Querdenken mag manchmal für die „Das haben wir immer schon so gemacht“ Menschen anstrengend sein. Aber wenn immer nur das Bestehende weiterentwickelt wird, droht irgendwann Stillstand. Nichts ist so alt wie die Idee von gestern.
Und sollte ein Unternehmen sich entschließen, Innovation als eigene Aufgabe zu verankern tut es gut daran, sich gerade die Querdenker zu suchen. Dort ist die Innovation zu hause. Und dann bitte nicht erwarten, dass die Querdenker als erste vorgeschlagen werden. Meist sind sie für die Führungsetagen eher die unbequemen, weil sie hinterfragen, weil sie auch nicht einfach hinnehmen, was halt immer schon so gemacht wurde. Aber sie sind diejenigen mit den Impulsen, mit dem so wichtigen Blick über den Tellerrand hinaus. Es lohnt sich, die Querdenker, die Quereinsteiger ins Unternehmen zu holen bzw. diejenigen zu finden, die bereits im Unternehmen sind. Sie könnten einen gewichtigen Beitrag zum Vorsprung vor der Konkurrenz leisten.

epubli, mein Gewinn und auch sonst eine gute Idee

Die Plattform epubli beobachte ich nun schon eine ganze Weile. Bislang hab ich zwar noch kein eigenes Werk, das ich dort veröffentlichen könnte (obwohl ich mit dem Gedanken spiele, meine gesammelten Blogbeiträge des letzten Jahres als reales Buch zu sammeln) aber die Idee finde ich mehr als faszínierend.
Jeder, der einen Text verfasst hat, seien es Gedichte, Prosa, ein Tagebuch oder eine Biographie, kann dies zu epubli hochladen und sich daraus ein Buch erstellen lassen. Und das zu Preisen, die durchaus mit den Preisen für ein „normales“ Buch im Handel konkurrieren können. Und für knapp 20 Euro im Jahr kann man sein Buch dann auch noch richtig veröffentlichen, inklusive ISBN Nummer!
Hier wird wirklich real, was ich schon seit längerem erwarte. Extreme Personalisierung. Durch die neuen Möglichkeiten von Internet und IT wird es plötzlich auch finanziell gangbar, kleine und Kleinstmengen zu veröffentlichen. Quasi die umgekehrte Schnittstelle zwischen ebook und Buch. Und wie ich finde, eine geniale Idee gerade z.B. als „besonderes Geschenk“ oder für das persönliche Archiv.

Was mit Fotos schon seit längerem geht, geht mit dem Dienst von epubli auch mit dem geschriebenen Wort.

Auch ne Leseratte gewinnt mal ein Buch 😉

Wer weiß, vielleicht biete ich demnächst die „gesammelten Rants“ aus meinem Blog an? So abwegig find ich das nicht.

Positiv finde ich auch, dass epubli auch in den sozialen Netzen unterwegs ist, und so über den Dienst auf dem Laufenden hält aber auch sonst professionell agiert.

Darüber, also über deren Aktivitäten auf Facebook hatte ich letztes Jahr sogar noch Glück mit epubli. Es gab da ein Weihnachtsgewinnspiel. Aufgabe war es, zu begründen, warum man das Buch von Markus Albers „Meconomy“ unbedingt bräuchte. Und meine Argumentation schien offensichtlich so schlüssig, dass das neue Jahr für mich schon mal sehr positiv, nämlich mit dem Gewinn eines Exemplars von „Meconomy“ begann. Das nenn ich einen Start ins Jahr. Danke an Sophie von epubli, die dieses Gewinnspiel auf Facebook gestartet hat und danke, dass ich der Gewinner geworden bin. Zumal das Buch ja in sich schon ein Fallbeispiel für die neue Art der Veröffentlichung ist. Albers hat es ja selbstvermarktet und erst nachdem das EBook ein grosser Erfolg war auch eine Printversion veröffentlicht und zwar mit und über epubli wie das folgende Bild zeigt:

Man beachte den Verlag 😉

Also man sieht, das Prinzip funktioniert 😉

Frau Aigner, ich wusste ja garnicht, daß Facebook gesundheitschädlicher ist als Dioxin!

In einem Interview mit dem Tagesspiegel meint Frau Aigner mal wieder, sie müsse sich nicht um wichtige Themen kümmern, sondern wieder mit ihrem ablenkenden Facebook Bashing weitermachen:

Verbraucherministerin Aigner
„Ich halte Facebook für problematisch“

Tja, Facebook ist halt als Gutmenschennebelkerze hervorragend geeignet. Die Mehrheit der Bundesbürger versteht dieses ganze Internet sowieso nicht und würd dieses böse Ding eh am liebsten abschalten, da kann man gerne mal populistisch und inkompetent wie Frau Aigner draufhauen. Sie sollte sich mal um die wirklich wichtigen Dinge kümmern, die die Gesundheit der Bürger betreffen. Aber da stecken ja mächtige Konzernlobbies dahinter, die in Deutschland ihre Lobbyisten haben und deshalb natürlich alles tun, damit sie auch nach solchen Skandalen wieder so weiter machen können wie bisher.
Ich wünsche mir endlich, daß Politiker wieder Politik für Bürger machen, nicht für Kernkraftwerksbetreiber, Hotelbesitzer und Lebensmittelkonzerne, die uns chemische Cocktails als gesunde Lebensmittel verkaufen.

Gehe deshalb gleich mal wieder zu meinem kleinen Bauern ums Eck, der nichts anderes als Grünfutter füttert und zu unserem regionalen Bauernmarkt, der gentechnikfreie Produkte aus der Region verkauft.

Mit Verlaub Frau Aigner, ihre Art wie sie Prioritäten setzen halte ich für viel problematischer. So lange unsere Lebensmittelqualität nicht vernünftig überwacht wird, sollten manche Politiker vielleicht zu anderen Themen erst mal die Klappe halten. Die Gesundheit von mir und meiner Familie hat gefälligst stets gewährleistet zu sein, zumal in einem Land, das sich so mit seinen angeblichen Erfolgen brüstet!

Aber sie sind ja nicht alleine. So lange es noch weitere Kapazitäten wie Herrn Ramsauer gibt, die anstelle sich für eine vernünftige, nachhaltige und am Bürger orientierte Verkehrspolitik einzusetzen glauben, sie müssten die deutsche Sprache retten brauche ich mir Gott sei Dank keine Gedanken machen, dass sich in relevanten Bereichen etwas verbessert. Wer braucht schon Straßenbahnen, Züge und vernünftigen öffentlichen Nahverkehr, so lange die Autolobby noch so mächtig ist?

Ach und zum Abschluß. Man sollte nicht so großartig gegen Facebook schimpfen, wenn man andererseits der US Regierung das Ausspähen der Bankkonten von Bundesbürgern erlaubt und die Vorratsdatenspeicherung für ALLE Bundesbürger einführen will, ohne dass ich da mein Veto einlegen oder nicht dran teilnehmen kann. Schon mal was von dem Satz „Mit zweierlei Maß messen“ gehört?

Der MTV Shitstorm ist symptomatisch, sterbt doch an eurer Gier

Es ist erstaunlich, dass offensichtlich in manchen Managementetagen immer noch nicht das wahre Wesen des Internets verstanden wird. Und das das ganze jetzt sogar in die „klassischen“ Medien abstrahlt, macht das ganze noch bemerkenswerter (wobei bei einem Musiksender von einem klassischen Medium zu sprechen nicht einer gewissen Ironie entbehrt). Seit Jahren wird nun versucht, mit stets nur geringem Erfolg, PayTV in Deutschland zu etablieren. Wenn man sich die Reaktionen auf den Facebook Seiten von MTV Deutschland ansieht, zeigt sich aber, daß dieser Schritt nicht wirklich so wohl überlegt zu sein scheint, wie angenommen. Oder man könnte auch sagen: Da haben Manager mal wieder entschieden, was ihrer Ansicht nach das Beste für den Kunden ist, ohne den Kunden zu fragen. Ich finde es ausgesprochen erhellend, wie sehr im Moment klassische Medien, sei es Print oder TV auf das Internet bashen, gleichzeitig aber immer wieder mit ihren verquasten Geschäftsmodellversuchen scheitern, die in den Elfenbeintürmen der Chefetagen offensichtlich von einem Management ersonnen wurden, das sein eigenes Medium nicht mal so konsumiert wie die aktuelle Kundschaft. Bzw. das so weit entfernt von Kunden und deren Wünschen in den Sphären reinen Profitdenkens lebt, dass es die Kunden auf der Strecke zurücklässt.
Die Printmedien schaffen es nicht, die neuen digitalen Verkaufspfade zu beschreiten, die öffentlich rechtlichen vergessen ihren Auftrag und daß sie eigentlich schon staatliches PayTV sind (was anderes ist die GEZ Gebühr als eine staatlich verordnete PayTV Gebühr) und die Privaten, die ja eigentlich durch Werbung finanziert sein sollten, wandern in Bezahlangebote ab, die keiner will, schon gar nicht, so lange man verpflichtend GEZ und ggf. auch Kabelgrundgebühren zahlen muß. Hallo ihr da oben. Es gibt Menschen, die können sich keine 50 Euro monatlich leisten (GEZ monatlich knapp 18 Euro, Kabel alleine etwa 17 Euro +- abhängig vom Anbieter sind schon alleine knapp 35 Euro!!, dazu z.B. das Sky Basispaket wieder 17 Euro), nur um trashiges Unterschichten TV und Endlosschleifen von Filmkanälen anzuschauen. Es gibt Menschen, die arbeiten hart für ihr Geld und deren Lohn ist nicht 5 oder 6 stellig im MONAT!
Also kommt runter von eurem hohen Ross und macht wieder Produkte für Kunden, nicht für profitgierige Anteilseigner und Aktionäre.

Das Tablet ist NICHT die Lösung liebe Verleger

In der Süddeutschen war heute zu lesen: Die iPad-Illusion „Tablet-Computer sollen die Zeitungsbranche retten, weil Nutzer Geld für Nachrichten zahlen. Doch eine Zwischenbilanz zeigt: Der Traum könnte sich als Chimäre entpuppen. “

Damit meint die Süddeutsche, daß die erwarteten glorreichen Umsätze mit Zeitungsapps offensichtlich doch nicht so eintreffen wie erwartet. Nun denn. Analysieren wir die Gesamtsituation doch mal ganz ehrlich. Zum einen. Im Gegensatz zum EBook Reader ist ein IPad ein MULTIMEDIA Device. Mit herkömmlichen reinen Print- und Bildapps kommen die Verlage da nicht weit, denn es gibt ja auch noch Video, Audio UND Spiele. Und ich wage zu behaupten, daß für die meisten Käufer des IPads und ähnlicher Devices das Gerät definitiv kein Arbeitsgerät ist. (Es sei denn, es gehört hauptsächlich Konsumption zur Arbeit des Besitzers). Sobald ich selbst Texte verfassen oder aktiver auf Twitter oder Facebook unterwegs sein will, brauche ich eine Tastatur oder zumindest eine schnelle und effiziente Eingabemethode.

Zum anderen wird der Markt in diesem Jahr meiner Ansicht nach nicht so explodieren, wie manche das erwarten. Denn der erste Hype ist durch, ich kenne bereits einige Nutzer, die desillusioniert von ihren Tablets wieder zu Notebooks und Smartphones umschwenken, denn ein Tablet ist nun mal kein Arbeitsgerät, mal ein paar Nischen ausgenommen.

Außerdem, sooo günstig ist eine Zeitung auf dem App auch nicht, selbst wenn sie günstiger angeboten wird. Denn das Lesegerät ist inital sehr teuer. Und da es sich um ein technisches Gerät handelt ist die Lebenszeit begrenzt und durch den Hypefaktor limitiert, so daß in mind. 2-3 Jahren das Nachfolgegerät kommen muss. Nun hat der typische Tablet Nutzer aber auch noch Smartphone und Notebook, die auch in regelmäßigen Rhythmen ersetzt werden müssen. Alles in allem, je mehr Gadgets man besitzt ein um so teurerer Spaß.

Und einer der schönen Seiteneffekte des Webs ist ja, daß ich mir meine Nachrichten aus verschiedenen Quellen zusammenstellen kann. So lange die Verleger immer noch ganze Zeitungen im Abo anbieten, werde ich mich hüten, mich digital nur an eine Zeitung zu binden. Dann doch lieber der breiter gestreute Dienst, den ich über einen RSS Feed beziehe.

Sicher, Tablets werden weiterhin am Markt bestehen. Aber auch hier ist der Hype bald vorbei, und dann werden wir alle merken, daß ein Tablet weder ein Smartphone, noch einen Notebook ersetzt und somit als weiterer Ausgabeposten wohlüberlegt sein will. Ich nutze zur Zeit „noch“ einen gebrauchten Tablet PC, der aber bei weitem häufiger mit Tastatur, als nur als reines Tablet genutzt wird. Und er wird mit Sicherheit nicht durch einen weiteren oder gar ein Tablet ersetzt werden. Wohlgemerkt, es geht mir NICHT um die Sinnhaftigkeit von Touchscreens. Aber als alleinige Eingabemöglichkeit finde ich sie schon bei Smartphones gerade noch tolerierbar, da ich auf einem Smartphone eher keine längeren Texte schreiben werde.

Letztlich empfand und empfinde ich günstige (also ca. 50 Euro teure) EBook Reader immer noch als die bessere Alternative, da hier das Leseerlebnis angenehmer und das Budget bei weitem nicht so strapaziert ist!

Das Buch vom Blog. So werde ich als Blogger Buchautor.

Wer hat sich nicht schon mal überlegt, ob er nicht das ganze Material, was er in seinen Postings produziert hat, zwischen die Deckel eines Buches bringen könnte? Das geht recht einfach!

Dazu bedarf es zweier Schritte:

Schritt 1: Installation des Plugins Feedfabrik Blogbook Printing für Feedfabrik.com

Damit lässt sich aus dem bestehenden Blog ein PDF erzeugen, das entweder für ein paar Euro bei Feedfabrik erworben werden kann, oder gleich zwischen die Deckel eines Buchs gepresst werden.
Schritt 2: Eventuell leichte Anpassungen des Artikeltemplates. Es kann durchaus passieren, das ein paar Merkwürdigkeiten im Buch auftauchen. So werden bei mir im Moment noch die Kategorien doppelt dargestellt. Das lässt sich aber sehr leicht beheben, in dem man im Artikel Template die entsprechende PHP Zeile auskommentiert, dann das PDF Buch erzeugt, und sie danach wieder einkommentiert.
Schritt 3: Eigenveröffentlichung. Wer die PDF Version bevorzugt kann später z.B. direkt bei Feedfabrik oder beim Dienst www.epubli.de aus dem erstellten PDF immer noch ein Buch erzeugen lassen.
Auch wenn man nur das PDF erstellt, ist das ganze ausgesprochen spannend, denn so erfährt man schwarz auf weiß, wie viel man eigentlich bereits an Texten produziert. Ich war extrem erstaunt, dass die Gesamtheit meiner bisherigen Blogposts (allerdings inklusive der Bilder) immerhin ein Buch von 580 Seiten ergeben würde!

So sieht der Pluginscreen aus, über den der Druck des Buches "angestossen" wird.

Probiert das ruhig mal aus, denn der Dienst bietet die Möglichkeit, das ganze Buch vorher anzusehen und ein Vorschau-PDF herunterzuladen. Ich überlege mir dieses Jahr ernsthaft, ob ich mir so einen Abzug meines Blogs nicht ins Regal stelle. Die Kosten sind nur unwesentlich höher als wenn ich mir ein Buch im Buchhandel kaufe und es ist ein sehr persönliches Archiv meiner bisherigen Schreibarbeit

Vergesst das Social Web, Gaming Web ist der nächste Schritt

In einem sehr interessanten Vortrag :“ The game layer on top of the world“ bei TED erläutert Seth Priebatsch, warum er glaubt, dass wir bei den sozialen Netzwerken keine tiefgehenden Neuerungen mehr erleben werden, warum ein neuer Paradigmenwechsel ansteht. Er sieht den „Gaming Layer“ als nächsten Schritt, die Verbindung von Handlungen in der realen Welt mit Punktesystemen und Belohnungen, wie wir sie schon von Spielen und solchen Einrichtungen wie der Happy Hour kennen, wo man dafür belohnt wird, wenn man ein bestimmtes Geschäft zu einer bestimmten Zeit aufsucht und dann einen Rabatt erhält.
Und ich finde, er hat da einen Punkt. Wir gelangen vom rein sozialen hinzu den Spielen. Die Systeme von Foursquare und Gowalla, Qype und anderen Empfehlungssystemen beruhen auf der Idee, einen Badge, einen besseren Punktestand oder Reputation zu erreichen. Selbst die Zahl der Follower, die Zahl der Retweets bei Twitter wird bereits von Diensten wie Klout gemessen, um daraus ein Ranking zu extrahieren.
Das kann eine spannende neue Form sein, den lokalen Geschäften durch Punktesysteme zu helfen. Denn wer sagt denn, dass Systeme wie Payback nicht auch in lokalen Communitys eingesetzt werden könnten, um lokale Geschäfte zu fördern, um dafür zu sorgen, dass wieder vermehrt lokal gekauft wird. Über Punktesysteme könnte man z.B. auch Fahrgäste im öffentlichen Verkehr belohnen, wenn sie den Bus nehmen, anstelle das Auto.
Wenn sinnvoll und mit Verstand eingesetzt kann man so quasi als Nebenprodukt das Konsumverhalten der Menschen zum besseren verändern. Man muss aber darauf achten, dass nicht der Kommerz hier die Oberhand gewinnt, und wie bei den Systemen der Kreditkarten oder der Payback Karten nur noch der Konsumaspekt gewinnt. Aber hier bietet die „Community“ die bereits erlernte Tradition und das Wertegebäude der Social Media an Gewicht, daß puren Kommerz und plumpe Werbung schon heute eher abstraft als befürwortet.

Wir brauchen Medienkompetenz statt Medienignoranz!

Der Spiegel berichtet: Deutsche Jugendliche hinken in Europa hinterher. Das wundert mich nicht.

In Deutschland, dem scheinbaren Land der Dichter und Denker wird über die Medien noch viel zu negativ nachgedacht. Wo die Presse lieber über Cyberbullying und Egoshooter berichtet als über die Bildungsmöglichkeiten und die Demokratisierungspotentiale des Internets kann ich den Jugendlichen keinen Vorwurf machen, wenn sie nicht so kompetent sind wie ihre Altersgenossen in aufgeschlosseneren Ländern.
So lange Rektoren noch solchen Schwachsinn verzapfen wie „Der Computer verdummt unsere Schüler“ und „keinen Computer bis zur achten Klasse“ da wundert mich nix.(und ich habe das live erlebt und war fassungslos ob solch mittelalterlicher Gedankenwelten) Wir müssen endlich begreifen, dass auch Computersachverstand wichtig ist. Dass wir Medienkompetenz brauchen. Und zwar und gerade bei den Eltern. Die lassen ihre Kinder meist entweder unkontrolliert auf den Rechner los oder verbieten ihn ganz. Beides zeugt von entsetzlicher Ignoranz und ist gefährlich.
Wir dürfen die Kinder nicht mit dem Netz alleine lassen. So weit richtig. Aber das Netz ist nicht gefährlich und nicht schädlich, wenn es kompetent genutzt wird.

So lange aber Lehrer, Politiker und die Medien noch solchen Blödsinn verzapfen und das Internet und Computer als verdummende Technologien verdammen, denen man angeblich nur mit dem Lesen von Büchern und dem Denken in Gedankenwelten von Vorgestern begegnen kann, werden wir noch weiter zurückfallen. Nicht die Computer, das Internet und Computerspiele sind am schlechten Abschneiden bei PISA schuld. Es liegt an einer nur am Sparen orientierten Bildungspolitik, an überforderten Lehrern und einer Presse, die lieber spektakuläre Halbwahrheiten verbreitet, anstelle richtig nachzurecherchieren.

Wir brauchen eine neue Erziehung, die wieder bildet, anstatt nur auszubilden. Auch wenn das solche Herren wie ein Herr Hundt nicht gerne hören. Die Unternehmen kommen erst an zweiter Stelle. Wir müssen den MENSCHEN bilden, nicht den Arbeitnehmer. Wir haben schon zu viele dumpfe Abnicker und Karrieristen in den Unternehmen. Auch die Finanzkrise war mit ein Resultat eines Denkens, das nur noch auf den Profit und nicht mehr auf den Menschen schaut. Ein bisschen mehr humanistische Bildung, etwas mehr Ethik und Moral wäre manchen „da oben“ nicht abkömmlich!

Deutschland heute, das ist vor allem eins: Ein bildungsfernes Ausbildungsland mit akuter Technophobie.