Es wintersonnwendet sehr. Auch in der Bloggerwelt: Der Adventspodcast 2010

Auch in der Blogosphäre gibt es besinnliches, existiert Nächstenliebe und wie sich das für Blogger gehört, wird das ganze multimedial und kreativ in diesem Fall von Bianca Gade   inittiert.

Das ganze ist ehrenamtlich und als Social Media Aktion für einen wohltätigen Zweck gedacht.

Bereits zum 3ten Mal kann man sich auf der Seite www.adventpodcast.de an den 24 Advenstagen (oder für mich Atheisten an den Tagen vor der Wintersonnwende) jeweils einen Podcast herunterladen.

Wer zum Podcast beitragen will, kann dies bei der AdventpodcastCommunity oder auch bei Xing tun. Und mit einem Banner Werbung für die kreative Idee machen.

Eine wie ich finde sehr gelungene Idee um auch in die Blogosphäre etwas Besinnlichkeit, Kultur und Nachdenken zu tragen!

Bereits zum 3ten Mal lädt Bianca Gade dazu sein, täglich ein Gedicht, eine Geschichte, oder einen Song mit Weihnachtlichen Inhalt anzuhören.

” Für alle, die das Projekt noch nicht  kennen, hier kurz, um was es sich dreht:

1. Es ist eine ehrenamtliche Social Media / PR-Aktion für den wohltätigen Zweck

2. An 24 Adventstagen werden jeweils ein Podcast zum freien Download zur Verfügung gestellt

3. An jedem Adventstag wird eine Non-Profit-Organisationen beworben – üblicherweise keine der großen, sondern die vielen kleineren Projekte, die häufig um ihre Existenz kämpfen müssen

4. Der Podcast wird unter meiner Koordination von Autoren und SprecherInnen zusammengestellt und von mir anschließend hier veröffentlicht. Jeder im Team macht dies ehrenamtlich. ”

Wer selber eine Idee dazu beisteuern möchten, kann das noch gerne tun. Erste Anlaufstelle ist dazu die AdventpodcastCommunity oder auch Xing. Natürlich kann man auch Fan des Projekts werden. Wer Facebook nicht so mag, kann gerne mit einem witzigen Banner den Podcast verlinken. :idee:

Auf jeden Fall, freue ich mich schon auf die Folgen !!

Der IT-Arbeitsplatz der Zukunft, eine Vision wie es sein könnte

Computerwoche berichtet über den IT-Arbeitsplatz der Zukunft:

Erwartungen zu konservativ – Centracon-Studie: Der IT-Arbeitsplatz der Zukunft – computerwoche.de.

Interessante Aspekte, aber das ganze ist mir nicht tief genug und geht mir nicht weit genug. Deshalb hier mal die Beschreibung, wie ich mir meinen IT-Arbeitsplatz der Zukunft vorstellen und wünschen würde.

Basis ist ein Notebook, dessen Monitor abnehmbar ist und als Tablet dienen kann. Diesen docke ich im Büro in eine Docking Station mit grossem Monitor und Volltastatur um damit Softwareentwicklung zu betreiben.

Mein OS läuft hauptsächlich über die Cloud (z.B. Jolicloud) und ich habe meine gesamten Daten über ein Werkzeug wie Wuala oder Dropbox im Netz. Darüber wird auch mein Smartphone synchronisiert, so daß ich die wichtigsten Unterlagen stets auch via Smartphone dabei habe. Über VPN und UMTS kann ich von jedem Ort der Welt über einen sicheren Tunnel auf meine Entwicklungsumgebung und das Büroinformationssystem zugreifen, so daß egal wo ich mich aufhalte, ich an meiner Softwareentwicklung arbeiten kann.

Insofern besitze ich im Büro auch keinen festen Arbeitsplatz mehr, sondern wähle mir abhängig davon, ob ich überhaupt im Büro arbeiten möchte (ich arbeite in der Zukunft ziel- und ergebnisorientiert, nicht nach festen Arbeitszeiten) einen Raum mit entsprechender Ausstattung, suche ein Coworking Office auf oder bleibe gleich zu hause und vereinbare Meetings via Videokonferenz, für die ich auch den heimischen Grossbildfernseher und eine darin installierte hochauflösende Kamera nutzen kann, sowie ein Whiteboard, auf dem dann gemeinsame Entwicklung stattfinden kann.

Im alltäglichen Miteinander kontaktiere ich meine Kollegen via Social Network, vernetze mich mit Experten abhängig vom Projektauftrag oder tausche mich mit anderen Entwicklern aus. Twitter und Facebook sind für mich integraler Bestandteil auch meiner Businesstätigkeit um schnell an Informationen zu kommen und Kontakte zu knüpfen.

In einem unternehmensweiten Wiki werden Projekte und Technologien dokumentiert und meinen Projektfortschritt dokumentiere ich wie auch die anderen Kollegen meines Teams in einem Projektblog.

So in etwa erträume ich mir das….. Mal sehen, was davon in Zukunft Realität sein wird.

Wie viele Mitarbeiter benötigt ein Unternehmensblog?

Eine wichtige Frage, die sich immer dann stellt, wenn ein Unternehmen die ersten Schritte in Richtung Social Media geht.

Und sie ist insofern elementar, da nur ein Blog, das auch regelmässig mit neuen Beiträgen bestückt wird, für den Kunden interessant wird.

Am Anfang steht allerdings die Klärung einer Frage: Was soll mein Blog präsentieren?

Es gibt hier verschiedene Ansätze:

1) Das Produktinformationsblog

Hier kann ggf. ein bereits vorhandener Bereich innerhalb des Marketings diesen Part mit übernehmen bzw. das Thema kann dann ggf. sogar outgesourct werden. Da es hier im faktische Produktinformationen geht, benotigt das Blog kein weiteres Staffing.

2) Der „Blick ins Unternehmen“

Hier sollten zumindest ausgewählte Mitarbeiter aus dem täglichen Business bloggen dürfen, denn es wäre unglaubwürdig, würden hier nur Artikel aus einer Quelle erscheinen. Man muss immer bedenken, ein Blog ist kein herkömmliches Printmedium. Es geht um Authentizität und Inhalte.

3) Der Mitarbeiterblog

Hier hängt alles davon ab, wie gross die erlaubte „Gemeinde“ von Bloggern ist. Und um es gleich vorab zu erwähnen: Zuvor benötigt es Social Media Guidelines, um die Beiträge der Mitarbeiter nicht permanent kontrollieren zu müssen, ob darin ggf. Betriebsgeheimnisse verraten werden oder rechtlich bedenkliches gebloggt wird.

Das ist nur ein kleiner Überblick in drei Granularitätsstufen aber allen dreien gemeinsam ist:

Es werden auf jeden Fall neben den eigentlichen Autoren mind. 4 Mitarbeiter benötigt. warum gerade 4? Nun zwei Mitarbeiter (auch aus Gründen der Urlaubs- Krankheitsvertretung), die sich um die Technik kümmern, Updates einspielen, Designs anpassen etc. und zwei Mitarbeiter, die quasi die Redaktion darstellen und dafür Sorge tragen, dass auf jeden Fall in regelmässigen Abständen Artikel erscheinen, ggf. proaktiv auch selbst mal einen Artikel einstellen und sich um die Verbreitung innerhalb z.B. Facebook und Twitter kümmern.

Und diese Mitarbeiter benötigen vor allem auch entsprechende Schulungen in Fragen des Umgangs mit Social Media. Plattes Marketing funktioniert dort nicht. Und die Reaktionszeiten, die dort eingefordert werden, bedingen, dass Mitarbeiter in diesem Bereich relativ autonom posten dürfen, um zum Beispiel auf negative Kommentare reagieren zu können. Wobei das um Gottes Willen nicht heißt, Kommentare unüberlegt zu löschen. Rechtsverstösse dürfen natürlich entfernt werden aber offene Kritik muß auch mit offenem Visier begegnet werden. Im Blog und im Social Web ist der Kunde auf dem gleichen Niveau wie das Unternehmen. Und damit ist das Unternehmen auch viel schneller Kritik ausgesetzt. Auch hierfür muss Personal bereitstehen, um zeitnah und adäquat zu reagieren. Und bitte beachten, ich spreche nicht von Posten, sondern von Personen, die sich mit dem Thema befassen. Natürlich wird das nicht beständig eine Aufgabe mit 100% Auslastung sein. Aber es sollten die beiden „Rollen“ jeweils mit zwei Personen gesetzt sein, damit auch bei Krankheit das Thema Social Media nicht unbeobachtet bleibt.

Innovation kann man nicht verordnen

Innovation findet in vielen Unternehmen immer noch nach dem „wir verordnen das, dann klappt das auch“ Prinzip statt. Da wird ein Prozess aufgesetzt, unterfüttert von vielen Excel Tabellen und Datenbanken, mit mehreren Freigabeinstanzen für neue Ideen.

SO GEHT DAS NICHT. Innovation ist nicht verordenbar. Innovation hat etwas mit Kreativität zu tun. Und das ist, speziell in stark verwaltungsgetriebenen Betrieben ein rotes Tuch. Kreativität hat auch etwas mit Spielerischem,  mit nicht sofort sichtbarem ROI zu tun. Und die üblichen Manager der heutigen Generation brauchen Zahlen. Aber leider lässt sich Innovation nicht in Zahlen packen. Innovation entsteht in Freiräumen,  in denen der Mitarbeiter eben nicht an seinen Kennzahlen gemessen wird. Flow, also das selbstvergessene und oftmals hochkreative Arbeiten an einem neuen Thema klappt dann am besten, wenn kein Erbsenzähler mit Stoppuhr und Excel Sheet hinter einem steht. Die Kultur der 20% zur eigenen Verfügung oder der abgeschafften Zeiterfassung in manchen Unternehmen ist keine reine Menschenfreundlichkeit sondern vielmehr der Erkenntnis geschuldet, dass wir heute gerade mit den kreativen Köpfen unsere Marktvorteile erreichen. Die Produkte sind in allen Branchen austauschbar geworden, nur die kreative, besondere Idee kann ein Unternehmen da noch hervorheben oder das neue, innovative noch nicht dagewesene Produkt.

Wie heißt es so schön in Schillers Don Carlos: „Sire, gebt Gedankenfreiheit“.

Recht hat er, nur der freie Geist kann auch neues erfinden. Der eingezwängte, überwachte Geist versucht lediglich das zu erreichen, was von ihm mit der Stoppuhr in der Hand erwartet wird.

Sind Location based Services der Tod des kleinen Händlers um die Ecke?

Eine Diskussion auf Facebook brachte mich auf dieses Thema. Dort hatte ich gepostet:
„Im Spielwarenladen genau das Fischertechnik Set finden, das man sucht: Gut. Mit dem Smartphone den Barcode scannen und den Preis bei Amazon finden, besser. Online bestellen und 40 !! Euro sparen. Unbezahlbar….. Wer jetzt noch fragt, wozu so ein Smartphone gut ist………..“

Es entspann sich eine Diskussion, ob solch ein Verhalten nicht die lokalen Händler zum Verschwinden bringt.

Dazu habe ich eine klare Meinung, die aber auch etwas mit Moral und Nachdenken zu tun hat. Ich nutze häufig den Barcode Scanner meines Smartphones, um herauszufinden, ob ich ein Produkt nicht woanders oder online günstiger bekomme.

Das ist aber nicht wirklich neu, nur dauerten solche Preisvergleiche früher länger und ich musste länger suchen. Letztlich gab es diese Art des Preise vergleichens schon lange, nur beschränkten sie sich früher meist auf grössere Städte, in denen es grössere Konkurrenz gab.
Jetzt aber, auch wiederum dank des Internets müssen auch die Händler in kleineren oder Mittelstädten mit den Geschäften in der Stadt und auch den Onlineshops konkurrieren.
Für mich ist das legitim. Wenn ich einen Preis sehe, der deutlich über dem Schnitt der Preisvorgaben der Umgebung liegt, kaufe ich nicht, ob ich diesen Preis nun aus verschiedenen Prospekten oder online kenne.

Was ich aber viel spannender finde, ich kann auch etwas über die Herstellung des Produkts, die ethischen und moralischen Aspekte des Unternehmens herausfinden.
So ist es auch schon das eine oder andere Mal geschehen, dass ich beim lokalen Händler zu einem teureren Produkt gegriffen habe, weil das teurere Produkt ohne Kinderarbeit, ohne Schadstoffe oder ohne lange Transportwege auskam. Es werden eben nicht nur die Preise transparenter sondern auch die Herstellungshintergründe.

Und ob ich nun bei der lokalen Filiale einer Spielwarenhandelskette das Produkt überteuert kaufe oder im Internet günstiger. Da muss ich sagen, halten sich meine Skrupel in Grenzen. Ich hoffe, alle wissen dass z.B. viele der angeblich so günstigen Produkte des Elektromarktes mit dem M am Anfang in Wirklichkeit sogar bei lokalen kleinen Elektrohändlern billiger sind.

Kaufen hat neben dem Aspekt des Preises immer auch einen moralischen und einen ethischen Aspekt. Und denn kann mir niemand abnehmen, aber Werkzeuge wie barcodescannerbestückte Smartphones können mir die Entscheidung einfacher machen.

Und der kleine Spielwarenhändler nebenan hat nicht nur meine Sympathie sondern auch mein Geld. Denn dort wird nicht nur verkauft, sondern auch beraten und Service geboten. Bei den Ketten ist das aber beschränkt auf Ware geben, Geld nehmen….. Dort sind die Unterschiede im Service zum Onlinedienst nur noch marginal.

Die Digital Natives verlangen eine neue IT

Viel wird zur Zeit darüber diskutiert, wie die Arbeitswelt der Zukunft aussieht, wie die Digital Natives den Umgang mit den neuen Technologien in die Unternehmen tragen.

Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist hierbei aber auch, das in der IT selbst ein frischer Wind zu wehen beginnt, oder wehen sollte.

Denn auch in der Softwareentwicklung wird sich einiges ändern. Die Digital Natives erwarten auch im Umgang mit Werkzeugen, mit Programmierrressourcen und im Teamwork die Social Media Welt. Wikis sind da nur ein erster Schritt. Wer mit Google und Blogs aufgewachsen ist, für wen es ganz normal ist, sich beständig aus dem Netz zu informieren, der interessiert sich wenig für alte, langjährig gewachsene Applikationen, die nur noch mühsam weitergepflegt werden können, aber eigentlich bereits seit langem nicht mehr dem Anspruch der Nutzer dienen.

Der neue Entwicklertypus denkt serviceorientiert. Rapid development, agile development sind dort kein Fremdwort sondern bereits fester Bestandteil des Entwicklerrepertoires.

Nicht  nur die Hardware, oft auch die über Jahre gewachsene Software ist hier oft, wie auch die Computerwoche anmerkt, den Ansprüchen der Generation der Digital Natives nicht mehr gewachsen. Die schnellen Innovationszyklen der Social Media Plattformen bedingen auch eine andere Art der Softwareentwicklung, die sich mehr an Open Source, an gemeinsam entwickelten und auch so der Bedarf besteht, schnell austauschbaren Komponenten besteht.

Das grosse Anwendungspaket wird immer mehr den kleinen, schlanken Services weichen, die sich beliebig auf webbasierten Plattformen verknüpfen und bereitstellen lassen.

Fat Clients werden immer mehr in den Cloud Diensten aufgehen, die über eine elegante aber leichtgewichtige Browserschnittstelle oder ein Gui Framework wie Eclipse genutzt werden können. Zudem lassen sich solche Anwendungen sehr einfach auch auf Mobile Endgeräte wie Tablet PCs oder Smartphones bringen.

Zusammenarbeit in virtuellen Teams, übergreifender Wissenstransfer und die Teilhabe und Teilnahme in Entwicklercommunities müssen Einzug halten, wenn man die Fachleute der neuen Generation in sein Unternehmen holen will. Wer dogmatisch an seinen bisherigen Entwicklerprozessen und Werkzeugen klebt, wird bald erfahren, dass sich die Expertn anderweitig orientieren.

Nichts ist so alt, wie der Prozess und die Technologien von heute, der Softwareentwickler von heute orientiert sich in seiner Entwicklung bereits an den kommenden Trends und baut Systeme, die sich schnell modifizieren oder austauschen lassen.

Das kann, wenn es entsprechend gewürdigt wird, ein deutlicher Vorsprung vor der Konkurrenz und damit ein Marktvorteil sein, denn derartig aufgestellte Entwicklerteams können neue Technologien hochgradig flexibel adaptieren und laufen nicht Gefahr, einmal etablierte Prozesse unhinterfragt bis in alle Ewigkeit weiter zu betreiben.

Das EBook ist keine Konkurrenz zum Buch, eine Streitschrift

Zunächst. Ich nutze einen EBook Reader. Und ich habe es genossen, im Urlaub 7 Bücher dabei zu haben, die ich auch alle gelesen habe (nein, ich schaue abends in der Regel kein Fernsehen, sondern lese lieber).

ABER: Es gibt immer noch Aspekte, die ich am klassischen Buch schätze und Defizite vor deren Klärung ich mich nicht wirklich auf eBooks einlassen werde. Grösstes, elementarstes Manko. So lange EBooks noch mit DRM verkauft werden, kommen sie für mich als primäre Lesequelle einfach nicht in Frage. Ich kann sie nicht verleihen, wenn ich sie in der Familie weitergeben will, braucht jeder einen EBook Reader, was mir, zumal die EBooks gleich teuer wie ihre sehr einfach verleihbaren, und ohne Strom nutzbaren papierenen Vorfahren sind. Zudem scheint die ganze EBook Szene sich wieder von den gut lesbaren und mit langer Batterielebensdauer zu den schlecht lesbaren TFTs und leuchtenden Bildschirmen zu wandeln, deren Batterielaufzeit für die Lektüre eines Buches ebenfalls eher schlecht ist.

Zum anderen muss selbst ich gestehen, dass ich auch bibliophil im Sinne eines Bücherfreundes bin. Gerade bei besonderen Editionen, greife ich manchmal zu, weil ich gerade das mir so ans Herz gewachsene Buch in einer edlen Form haben möchte.

Und da ich auch ein Bücherwurm mit manchmal etwas besonderen Interessen bin (siehe das Gesamtwerk von Pepys) gibts es für meinen literarischen Geschmack noch viel zu grosse Lücken. Ach ja, und  nochmal. Mit DRM werde ich nie ganz auf eBooks umsteigen. Vielmehr erwarte ich von der Buchbranche eine Lösung, die es mir erlaubt, ein Buch sowohl in Papierform als auch als EBook zu lesen, ohne gleich zweimal für das gleiche Werk zahlen zu müssen. Und dann ist da noch das Problem des gebrauchten Buches, des Weitergebens eines gelesenen Buches und besonders für mich als bibliophilen Menschen und das mag jetzt old school oder rückschrittlich klingen. Mir fehlt auch die physische Präsenz eines schön gebundenen Buches mit Leineneinband im Regal.

Wie seht ihr das werte Leser? Selbst ich als early adopter bin im Moment hin- und hergerissen und habe zum Beispiel bereits festgestellt, dass die wenigen mit DRM verhunzten Bücher, die ich mir bislang bei Online Buchhändlern gekauft habe nicht wirklich in meinem Besitz sind, daß ich sie z.B. nicht so einfach an meine Frau weitergeben kann, die zwar auch einen EBook Reader hat, aber auf dem die DRM Bücher extrem langsam geöffnet werden und die Kapitelwechsel extrem lange dauern.

Für mich gibt es drei Knackpunkte, die für mich den Hype um EBooks wieder stark dämpfen könnten.

a) Die sehr gut und angenehm lesbaren und zudem sehr energiesparenden EInk Displays weichen wieder den leuchtenden mit kurzer Laufzeit behafteten Displays solcher Devices wie dem IPad, das definitiv kein guter EBook Reader ist. Für mich ist die Aufgabe eines EBook Readers, ein möglichst optimales Leseerlebnis zu bieten. Dazu brauch ich weder WLan Anschluss, noch EMail Abfrage, Kalender oder gar Textverarbeitung. Dazu brauche ich ein auch in der Sonne sehr gut lesbares Display, einen EBook Reader unter 50 Euro und eine möglichst lange Batterielaufzeit

b) Es bleibt weiterhin beim DRM, was das Weitergeben eines ausgelesenen Buches sehr schwer macht, wohingegen ich einen Roman in Papierform sehr einfach einem Freund geben kann. Zumal ich auch nie weiß, ob der andere mein EBook Format überhaupt auf seinem Reader lesen könnte? So lange es hier noch mehrere Formate gibt, ist auch das eine elementare Hürde.

c) Ich muss mir ein Buch in Papierform als EBook nochmal kaufen. Solange das noch der Fall ist, werde ich mir jedes Buch, das  mir für längere Zeit zur Verfügung stehen soll, lieber in Papierform kaufen, denn was passiert, wenn mein EBook Reader kaputt geht? Dann ist dank idiotischem DRM das EBook ggf. weg oder es kostet mich indirekt nochmal was, da ich mir ja einen neuen EBook Reader anschaffen muss, der an sich ja nur sehr teure Hülle für ein Buch ist. Das Buch aber, wenn es auf dem Reader gespeichert ist, hat keinen wirklichen Wiederverkaufswert, zumindest nicht in einer von DRM verseuchten unterschiedlichen Formaten von EBooks und einer im Gegensatz zum Buch unklaren Rechtslage, was das Buch angeht.

EBooks sind an sich eine geniale Idee. Aber auch hier haben sich die Anbieter wieder zu sehr in verschiedenen Formaten und in einer viel zu schnellen Modellwechselquote verheddert, anstelle sich auf das EBook an sich zu konzentrieren. Es wäre so einfach. Jedes papierene Buch, z.B. jedes Hardcover hat als Beigabe einen speziellen Code, mit dem man sich die DRM freie EBook Version herunterladen kann.

Jetzt bitte ich um Kommentare, oder sollte ich hier etwa recht haben?