Wikileaks: Amazon und Paypal zu boykottieren bringt nix aber…

Im Moment erbost sich die Internet Community ja massiv über die Sperrung des Spendenaccounts von Wikileaks bei Paypal und des Rauswurfs bei Amazon. Aber warum eigentlich? Hallo, das sind kommerzielle Unternehmen, bei denen unter anderem die Sicherheit der Kundendaten eine sehr grosse Rolle spielt.

Und im Moment ist in der Presse leider fast nur die Darstellung „USA und die Welt gut, Wikileaks böse“ zu sehen. Das macht auf den Durchschnittskunden, und das sind NICHT wir netzaffinen Webuser sondern der durchschnittliche ‚ich kann dieses Computerding grad mal benutzen“ User den Eindruck: Wer mit Wikileaks zusammenarbeitet ist des Teufels.  Der Normalbürger hört dauernd von Diebstahl seiner persönlichen Daten, von Trojanern, Viren und nun von einer Plattform, die vertrauliche Daten verschiedener Regierungen im Internet veröffentlicht. Hallo, da würde ich als Unternehmen mir auch überlegen, ob ich es alleine aus Marketinggesichtspunkten gut finde, wenn ich in einer meidialen Diskussion, die eindeutig unausgewogen auf Wikileaks basht, diesen Dienst bei mir haben wollte.

Wir haben hier ein ähnliches Dilemma wie bei Netzsperren und JMStV. Diejenigen, die sich intensiv mit dem Thema befassen, sehen, was falsch läuft, aber die breite Öffentlichkeit wird gezielt durch die Medien desinformiert und DAS sind die Kunden der Dienstleister.
Wir müssen, auch wenn ich weiss, dass das der schwierigere Weg ist, die Öffentlichkeit informieren, zeigen, wie wichtig Wikileaks ist, auf welcher Basis sein Gründer zur Zeit kriminalisiert werden soll (das Strafrecht von Schweden hinsichtlich Vergewaltigung ist keineswegs mit dem deutschen zu vergleichen sondern in teilen einfach hirnrissig)

Also bitte: Kein blinder und ach so einfacher Gutmenschenaktionismus. Lasst uns eher dafür sorgen, dass die Öffentlichkeit beide Seiten kennenlernt. Genau diese Macht haben wir als Blogger nämlich!

Was eine Smartphonekamera so alles kann.

Folgendes Bild ist gestern auf der Heimfahrt vom Büro entstanden. Das ist auch einer der Vorteile des Radfahrens. Man bekommt viel mehr von den schönen Seiten des Winters mit. Und das Bild war ein Schnappschuss des HTC Desire.

Für mich einer der interessantesten Aspekte der neuen Smartphone Generation. Die Bildqualität ist zumindest für den Durchschnittsfotografen heute so gut, dass er bald keine extra Kamera mehr braucht. Und parallel können die Smartphones mittlerweile die geschossenen Bilder extrem einfach auf allen Social Media Plattformen und in Blogs bereitstellen. Somit kann man quasi davon sprechen, daß letztlich jeder auch zum Fotoreporter wird.

Der Livescribe Pulse im Praxistest

Dank Cybermonday kam ich diesen Montag sehr günstig an einen Livescribe Pulse 2Gb (bei 1edu für ca. 80 Euro) und heute kam das gute Stück nun an!

Stift, Dockingstation, ein Notizbuch mit spezieller Punktrasterung und ein Lederetui für den Stift

Gleich nach dem Auspacken fällt auf, der Stift ist schon sehr gross. Allerdings für mein Gefühl noch leichtgewichtig und liegt recht gut in der Hand. Die Software für das Andocken an den Computer kann man sich direkt von www.livescribe.com herunterladen. Danach wird der Stift nach dem Einstecken sofort erkannt, die Treiber werden automatisch installiert und sogar ein Softwareupdate für den Stift wird durchgeführt.

Angedockt an den Netvertible und die Software erkennt den Stift sofort.

Was mir gleich ins Auge sticht und mich sehr freut: Es gibt eine Anbindung an Evernote! Damit habe ich ein weiteres Device, das mir meine Daten in die Cloud stellt.

Während des Updates nimmt die Desktop Software auch erste Einstellungen am Stift vor (Uhrzeit setzen) und ich kann mich bei Livescribe registrieren, um auf die verschiedenen Online Dienste zugreifen zu können wie z.B. Pencast. Damit ist es möglich, mit dem Stift aufgezeichnete Niederschriften wie einen Film quasi nochmals abzuspielen. So können andere mitlesen, was ich aufgeschrieben habe.

Jetzt den Stift abgedockt und erste Einstellunge mit dem Stift durchgeführt. Das verblüffende: Ohne komplizierte Konfiguration funktioniert der Stift.

Ich kann ihn durch Tippen auf ein Feld auf der Einstiegsanleitung für mich als Linkshänder konfigurieren. Der Stift reagiert erstaunlich schnell und sicher auf die auf dem speziellen Notizblockpapier aufgedruckten Steuersymbole und man kann bestimmte Steuerkreuze sogar selbst malen. Durchs Menü navigiert man, in dem  man auf dem Papier auf das entsprechende Symbol bzw. den passenden Pfeil tippt.

Alles ist wirklich erstaunlich selbsterklärend und die Aufzeichnung funktioniert aus dem Stand und ohne grössere Probleme. Die Sprache ist recht klar zu verstehen und für grössere Räume liegt ein Headset mit eingebautem Mikrophon bei, das auch dort gute Ergebnisse liefert.

links ein gewöhnlicher Kugelschreiber, rechts der Pulse.

Anbei noch ein Grössenvergleich zu einem normalen Stift und ein erstes kleines Demovideo von meinen ersten Gehversuchen.

Fazit: Ich bin fasziniert. Das das ganze zum einen so einfach und vor allem so gut funktioniert, hätte ich nicht erwartet. Damit werde ich sicherlich den einen oder anderen Vortrag mitprotokollieren, zumal der Akku definitiv für einen Tag reicht!

Eine klare Kaufempfehlung und noch ein Tipp zum Abschluss. Da es den Nachfolger Echo ganz neu auf dem Markt gibt, der aber fast baugleich ist und nur mehr Speicher hat (wobei 2Gb bereits für mehrere Tage reichen) gibt es den Pulse bei Versendern und vor allem bei EBay schon für unter 100 Euro. Wer also viel mitschreibt (viele Meetings, viele Vorlesungen) der findet im Pulse das ideale Werkzeug. Und für mich ist er schon deshalb interessant, weil ich mit diesem Werkzeug auch in einem technophoben Umfeld noch willkommen bin.

Digitale Außenseiter: Eine Scheindiskussion

Studie: Wachsende Sorge um „digitale Außenseiter“ titelt der Heise Ticker.

Nach einer Studie der Initiative D21 zur digitalen Gesellschaft sind 63 Prozent der Gesellschaft nicht oder wenig souverän im Umgang mit der digitalen Technik.

Ach? Was hat das jetzt speziell mit digitaler Technik zu tun? Ich wage mal zu behaupten, daß das so ziemlich  die Prozentzahl der Bevölkerung ist, die schon immer Probleme mit Technik hatte. Vermutlich nicht prozentgenau aber es gab schon immer Technophobiker, die glaubten, beim Zug fahren würden sich die inneren Organe verschieben, das CERN könne mit einem schwarzen Loch die Erde vernichten, Mobilfunkstrahlen würden Krebs erzeugen (selbst wenn der Mast gar nicht angeschaltet war). Es ist nun mal so, dass viele Menschen Probleme mit Technik haben. Und die wird man auch nicht überzeugen können. Wer immer noch emotional argumentiert, wenn es um die Vorteile eines papierenen Buchs geht, wer jedes elektronische Bürohilfsmittel immer noch als „Spielzeug“ klassifiziert und sich stolz brüstet, er fände sich auch ohne Navi zurecht, der soll von mir aus in der digitalen Diaspora versauern.

Ich mags langsam nicht mehr hören. Wer nicht will, den soll man in seiner Welt lassen. Wir können nicht alle von den Vorteilen der modernen Welt überzeugen. Das hat noch nie geklappt. Es bedarf stets auch eines Generationenwechsels, um gewisse Technologien selbstverständlich zu machen.

Ich erinnere mich noch gut an die dummen Sprüche, als ich in den Neunzigern mein erstes Mobiltelefon hatte: „Des braucht niemand, i will gar ned erreichbar sein“ und so weiter und so fort.

Heute geben nur noch die ewig gestrigen, die die Technik nicht verstehen mit der Nichtnutzung an. Und werden von der modernen Kommunikation abgehängt. Und exakt das wird mit der aktuellen Generation, oder zumindest dem Teil, der nicht gewillt ist auch mal etwas neues kennenzulernen passieren. Wir werden sie nicht mehr erreichen. Aber wir sollten die Welt auf die nachwachsende Generation vorbereiten, wir die wir heute schon sehen, wie die Welt morgen aussehen wird. Und wer jetzt sagt, das sind doch vor allem die „Alten“: Au contraire!!! Ich kenne auch im Alterspektrum derer zwischen 20 und 40 hinreichend viele Technikallergiker, die schon Panik bekommen, wenn nur mal das Mobiltelefon klingelt oder jeden enerviert anschauen, der nicht auf einem Stück totem Holz seine Notizen macht sondern auf einem Tablet PC.

Und wer heute immer noch ignorant meint: „Social Media? Bloggen? Du musst ja Zeit haben!“ Dem schleudere ich ein verachtungsvolles: „Nee, aber du ne bescheidene Terminplanung!“ entgegen.

Organisation mit Pfiff: Die Roterfaden Taschenbegleiter

Zugegeben, ich hatte schon immer ein Faible für intelligente Ordnungssysteme. Aber jetzt hab ich meinen speziellen Favoriten gefunden.

Der Taschenbegleiter sammelt Zettel, Notizen, Quittungen schnell und effektiv an einem Ort

Der Taschenbegleiter von roterfaden . Entstanden aus einer Design Diplomarbeit bieten die Taschenbegleiter eine einfache wie geniale Methode, beliebige Zettel aber auch Terminkalender oder Notizhefte variabel und flexibel mitzunehmen. Durch drei Klammern werden beliebige Zettel im Taschenbegleiter festgehalten, und gleichzeitig dient die Klammer als Lesezeichen.

Das ganze ist Handarbeit und lässt sich auf der Seite von roterfaden mit verschiedenen Farben, Materialien, aber auch unterschiedlicher Anzahl an Innentaschen und Klammern indivdualisieren. Zudem kann man als Krönung der Individualisierung auch eine eigene Stickerei einbinden lassen.

Schöne Verarbeitung, Liebe zum Detail und das gewitzte Klammersystem sind die Markenzeichen der hochwertigen Taschenbegleiter

Auch in Zeiten, in denen vieles digital erledigt wird, sind die Taschenbegleiter eine extrem sinnvolle Lösung, da sie quasi als Sammelbecken für all die verbliebenen losen Blätter, Notizen und Zettel dienen. Es gibt die Taschenbegleiter in den Formaten A4, A5 und A6.

Gerade jetzt so kurz vor Weihnachten ein schönes Geschenk, das in Deutschland in Handarbeit hergestellt wird und Ordnung ins Chaos so mancher Tasche bringen wird. Auch hier gilt, es ist nicht ganz billig, aber die Handarbeit, die Produktion in Deutschland und der hohe Individualisierungsgrad rechtfertigen den Preis, der bei knapp 49 Euro startet und dann entsprechend dem Maß an Individualisierung steigt.

Und auch der Service von roterfaden ist vorbildlich, man erhält zu jeder Frage eine Antwort und kann auch Sonderwünsche direkt mit den Mitarbeitern abklären. Mein Taschenbegleiter wird mit einer kleinen Stickerei versehen sein. Meinem Lieblingszitat von Albert Einstein und meinem Lebensmotto: „Viel mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben….“

Und dennoch gibts es auch noch nicht elektrifizierte, schöne Dinge, die nützlich sind und einem das Leben erleichtern können.

Und hier noch ein Promovideo, das das Prinzip sehr gut zeigt:

Update: läuft auch als Beitrag zur Blogparade Wo gibt es gute Weihnachtstipps im Netz

Die Generation Y pfeift auf Hierarchien. Aber nicht nur die!

Die Computerwoche titelt: „Die Generation Y: Weg mit den Hierarchien„. Und ich muss sagen, nicht nur die Generation Y, also die nach 1980 Geborenen pfeifen darauf. Wenn ich mir ansehe, wie hoch das Durchschnittsalter der Nutzer von Plattformen wie Facebook und Twitter ist (jenseits der 30) dann kann ich nur sagen, wir sind bereits mitten im Wandel und es gibt bereits eine immer grösser werdende Zahl von Arbeitnehmern, die schon lange jenseits der Hierarchien arbeiten.

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Geht mein Blog im Januar offline?

Die Novellierung des Jugendmediendienstestaatsvertrags (JMStV) scheint alle Instanzen zu passieren. Sollte dies wirklich der Fall sein, werde ich sämtliche von mir betreuten Domains sowie meinen Blog vom Netz nehmen. Auf Grund des hohen Aufwandes und der unsicheren Rechtslage frage ich mich, ob ich in diesem Land unter solchen Bedingungen noch den Aufwand treiben soll.

Erste Blogs gehen schon offline und wer weiß, wie das ganze sich noch weiter auswirken wird. Abmahnwellen sind auf jeden Fall schon mal wieder vorprogrammiert.

Ich hoffe jetzt noch darauf, dass irgendwo in diesem Lande Vernunft herrscht (in der Politik ja offensichtlich nicht).  Den von mir betreuten Vereinen mit ihren Homepages werde ich auf jeden Fall empfehlen, bis auf weiteres auf einen Internet Auftritt zu verzichten.

Danke liebe Politiker für diesen Akt von höchster Inkompetenz. So vernichtet man Meinungsfreiheit und verjagt das kreative Potential der Blogger und Internet Community endgültig aus Deutschland.

Und noch grösseren Dank ihr lieben Grünen für das Abschalten des eigenen Verstandes zu Gunsten des Fraktionszwangs. Ihr wundert euch über politikverdrossene Bürger?

Ich nicht mehr.

Gute Nacht Deutschland.

Stress in der IT. Das Tabu, über das man besser nicht spricht

Techannel hat einen Artikel neu veröffentlicht, der schon 2009 richtig war und heute noch nichts an Brisanz verloren hat: „Stress im Job: Das Leiden der IT Mitarbeiter„.

Es gibt verschiedene Aspekte, wobei ich hier einen Aspekt kritisieren muss, der in dem Artikel empfohlen wird. Es sollen in den Meetings die Stresslevel der einzelnen Mitarbeiter thematisiert werden. Das setzt aber stehts einen vernünftigen, toleranten und am Menschen orientierten Umgang voraus. Und genau hier hapert es in der IT. Oft sind gerade die dort tätigen Mitarbeiter nicht gerade die Ausgeburten an sozialer Kompetenz. Sich über die Leistung oder die Probleme des anderen lustig machen gehört ebenso dazu, wie ein harter Konkurrenzkampf und die Furcht, nicht zu den Topperformern zu gehören.

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