Werbung ist nicht tot, aber sie riecht komisch

In Zeiten von Social Media und Adblockern, in Zeiten von Video on Demand und Streaming Audio fragen mich manche, wieso ich gerade jetzt ins Marketing gewechselt habe. Ganz einfach, JETZT kommen die spannenden Herausforderungen.

Nie war klarer, dass klassische Werbung immer weniger beim Kunden ankommt. Der Nutzer im Netz ist deutlich anspruchsvoller, er will gut unterhalten werden und möglichst wenig durch plumpe „bitte, bitte kauf mich“ Werbung gestört.

Hier muß ein Umdenken stattfinden, denn das Netz und seine Nutzer akzeptieren Werbung nur widerwillig und meist nur dann, wenn sie damit auch einen direkten Mehrwert haben.

Und je weiter sich die Technologie entwickelt, um so mehr Möglichkeiten gibt es auch, Werbung auszublenden.

Weder auf meinem Notebook noch auf meinem Smartphone sehe ich Werbung, da beide mit Werbeblockern ausgestattet sind.

Und auch wenn der Twitterpost ironisch gemeint war, dass Google Glass als Killeapp einen Adblocker für die Realität haben könnte, ist so abwegig nicht. Wenn es Apps gibt, die in ein bestehendes Bild eine Übersetzung des dort stehenden Textes überblenden können, so ist es nicht mehr weit bis zum Ersetzen nervender Werbung durch Lieblingsfotos aus dem eigenen Album. Ich wage zu behaupten, Werbung wird in Zukunft indirekter, sie muss stets auch einen akuten Mehrwert bieten, sei es, dass sie als Sponsor für Apps auftritt oder einen Dienst anbietet. Produkte sind im Netz selbst austauschbar. Worin sich Unternehmen in Zukunft differenzieren sind die Dienstleistungen, die sie zusätzlich als kostenlosen Service für den Kunden bieten.

Denn: Sollte es tatsächlich mal so eine App für Google Glass geben, ich wäre der erste, der sie installieren würde.

Warum ich als Blogger Relevanz vor Reichweite stelle. Die generische (Banner-)Werbung stirbt.

Session 1 am 3. Tag der re:publica „Mit dem Blog Geld verdienen“. Was mir sofort auffällt in der Diskussion. Es wird von den Rednern eigentlich nur die Schaltung von Werbung betrachtet. Und die Relevanz eines Blogs ist offensichtlich für die Menge und die Bezahlung von Werbung nicht wichtig. Da ist man offensichtlich immer  noch im Offline Denken verhaftet, dass der dumme Verbraucher nur hinreichend viel Werbedruck brauche und dann kaufen die mein Zeug schon.

Sehr kurz gedacht finde ich. Aber als ich das Thema Relevanz ins Gremium zu tragen versuche, schwenkt das ganze unglaublich schnell wieder dahin, wie ich mein Blog so bespiele, dass ich viele Klicks bekomme.

Da graut es mir doch intensivst. Primär schreibe ich nicht für die Werbeagenturen und mein erstes Ziel ist auf KEINEN Fall, die Masse zu bekommen, die dann meine Partner mit generischer Werbung bespielen können. Und ich glaube, auch das ist genau der Grund, warum im Plenum kaum jemand anwesend ist, der mit seinem Blog mehr als ein oder zwei Bierchen pro Monat bezahlen kann. Nicht, weil es nicht machbar wäre, aber ich glaube, es sind einfach keine Massenblogger anwesend. Es sind gerade die Blogger mit Relevanz, die aber offensichtlich auch mehr RELEVANZ erwartet haben.

Ja, mein Blog bringt mir mehr als nur ein oder zwei Bierchen ein. Aber nicht unbedingt direkt durch Werbung. Mein Blog ist für  mich die Plattform um zu vermitteln, wie ich denke, welches Wissen ich anbieten kann, welche Ansichten ich vertrete. Und  quel surprise. Gerade dadurch, dass ich meine Ansichten, mein Wissen über mein Blog transportiere, habe ich im letzten Jahr mehrere Aufträge als Redner bekommen, kooperiere mit Plattformen wie silicon.de und bekomme das eine oder andere Produkt oder Buch zur EHRLICHEN Rezension.

Mein Aufruf an alle Blogger, die sich Gedanken  darüber machen, wie sie ihr Blog monetarisieren können. Denkt über die Grenzen der Werbung hinweg. Viele sehen das eh nicht oder ignorieren die Banner ebenso, wie sie im TV ignoriert werden. (Und Adblock Plus wird auch immer beliebter 😉 )

Bleibt relevant und authentisch. Schreibt, was ihr denkt, was ihr für richtig und wichtig haltet. Denn dann kann es passieren, dass ihr mit eurem Denken, euren Inhalten wertgeschätzt werdet. Mitterweile bin ich in geringem Umfang nebenberuflich als Redner, Coach und Berater aktiv. Das wäre nicht passiert, hätte ich Living the Future als Geldverdienblog gestartet. Living the Future ist und wird meine Plattform bleiben, Gedanken zu entwickeln, Ideen zu präsentieren und Produkte oder Dienste vorzustellen, die ich für RELEVANT halte. Von denen ich persönlich überzeugt bin oder die ich zumindest für aussichtsreich halte. Und deshalb gibt es auch nur selektive Werbung. Aber diese Werbung lohnt sich auch für diejenigen die (oft ohne vermittelnde Agentur) auf  mich zugekommen sind. Weil ich selbst an die Produkte glaube oder sie zumindest positiv sehe.

Meine These. 5000 relevante Leser sind für einen ehrlichen Blogger, dem die Inhalte seines Blogs etwas bedeuten viel wertvoller, als 100000 Besucher, die sich eigentlich nur bespaßen lassen wollen. Und für Unternehmen, die thematisch zum Blog passen, sind diese 5000 relevanten Leser die deutlich besseren Multiplikatoren als 100000 anonyme Visitor, die weder die Marke noch die Botschaft weitergeben werden.

Und sorry @bstackelberg , weils im nächsten Jahr auch re:publica typisch eine Session dazu geben soll hier noch mein gedankenauslösender Tweet:  „ @bicyclist: Thema für nächstes Jahr. Geld verdienen mit bloggen, jenseits von Banner und Affiliate. Blog als Relevanzreferenz #rp12

Mir wäre Werbung lieber als Abo Modelle

Eine spannende Plattform, aber ein überdenkenswertes Preismodell

Mit Wunderkit ist ein neuer Player auf den Markt der Cloud Dienste getreten. An sich eine gute Sache und die Plattform sieht vielversprechend aus. Das Manko dabei: Wenn ich mehr machen will, als nur meine eigene ToDo Liste zu führen, muss ich in ein Abo einsteigen. Und da sage ich: Sorry, aber wer soll das alles zahlen? Wir reden ja  nicht von ein oder zwei Diensten in der Cloud. Jeder Dienst, der neu an den Markt kommt, versucht sich mit Abomodellen zu finanzieren.

Dann doch lieber Werbung für eine allumfassende Basisfunktionalität in Kauf nehmen und nur „nice to have“ Feature zum Zukauf.

Ein Blick auf die Spielebranche zeigt, dass hier noch genauer nachgedacht werden muss. Die Zahl von Online Spielen, die sich vom Abomodell als alleinigem Teilnahmemodell für den Full Feature Client verabschieden wächst. Star Trek Online, Need for Speed Online, Herr der Ringe online, alle wechseln auf das Free to Play Modell und bieten Premium Feature gegen Bezahlung an. Klingt wie bei Wunderkit? Nicht ganz. Denn Wunderkit macht erst mit einem Abo wirklich Sinn, da ich nur dann mit mehreren Teilnehmern gemeinsam ToDo Listen pflegen kann, was ja das eigentlich besondere ist.

Und auch bei anderen Diensten funktionieren die wirklich wichtigen Features oft erst gegen Abonnement.

Das aber summiert sich ziemlich schnell, will ich einige sinnvolle Dienste nutzen. Hier mal 5 Euro monatlich, da 10 Euro. Wer soll das bezahlen?

Das IPad2 im vierwöchigen Simyotour Test. Heute: Unboxing

Heute kam es an. Das IPad2 von Simyo, das sie mir freundlicherweise im Rahmen der Simyotour bereitgestellt haben, um es vier Wochen lang zu testen, zusammen mit einer Simyo Flat Internet Maximum.

Hier zunächst einmal das Unboxing des Pakets mit IPad2 und Simcard. Wie man es von Apple nicht anders kennt, alles sehr einfach und übersichtlich, dankenswerterweise aber von Simyo noch um Tasche und Schutzhülle fürs IPad2 ergänzt:

Erster Eindruck: Sehr performant, der Wechsel zwischen den Apps reagiert deutlich schneller als auf meinem Galaxy Tab 7. Etwas störend für mich, keine Übersichtsseiten mit Widgets, also keine Möglichkeit, direkt wichtige Daten und Infos zu sehen.

Jetzt werde ich das IPad erst mal mit möglichst vielen vergleichbaren Apps bestücken, um zu sehen, was die beiden Systeme unterscheidet. Parallel laufen erste UMTS Geschwindigkeitschecks und Verfügbarkeitschecks, was die Durchsatzraten der Netze von ePlus, Vodafone und O2 hier an meinem Standort angeht. (T-Mobile ggf. wenn ich einen Kollegen oder Freund finde, der noch dort einen Vertrag hat ;))

SIM Karte und Unterlagen von Simyo waren übersichtlich und verständlich, es klappte auch mit der Sim Karte alles sehr gut und das mobile Netz von Simyo war schnell einkonfiguriert. Für mich bislang ein überraschend positiver erster Eindruck, zumal ich das IPad2 bislang eher „kritisch“ gesehen hatte. Schauen wir mal, wie die Alltagstauglichkeit sich darstellt. Erste Testphase, ein gemütliches Wochenende zu hause mit Couchsurfen und Zeitung via IPad2 auf der Terrasse lesen 😉

Ein erster, noch nicht ganz repräsentativer Geschwindigkeitsvergleich zwischen O2, Vodafone und ePlus, jeweils an exakt der gleichen Raumposition mit exakt der gleichen Haltung ergab verblüffenderweise folgendes:

Ich bin verblüfft, Simyo/ePlus geht als klarer Sieger in meinem HomeOffice hervor. Liefert sogar 3g!

 

Wir sind Helden und die Bild, eine stilvolle Absage! : Update!

Wundervoll, das hat mir den Tag versüsst. Offensichtlich hat die Agentur, die für Bild diese unsägliche Werbung mit Prominenten macht, auch bei „Wir sind Helden“ angefragt. Das hat Judith Holofernes zum Anlaß genommen, mit einem Brief zu antworten. Aber mit WAS FÜR EINEM! Kompliment, lesenswert! Da der Server der Helden vor lauter Begeisterung der Community zusammengebrochen ist, hat auch das BildBlog den Brief veröffentlicht. Unbedingt lesen!

Update: Das Abschaumblatt schlägt zurück: Jetzt missbrauchen sie den Brief auch noch als Werbung. Mit Verlaub wie grosser Abschaum kann man denn eigentlich sein….