Der neue Einkaufsberater, das Web und die Cloud/Crowd

Mein Smartphone ist mit einer Kamera ausgestattet. Das hat einige findige Programmierer dazu veranlasst, einen Barcode Scanner zu implementieren. Dies an sich wäre nur eine nette Spielerei, stünde hinter dieser Anwendung nicht das gesamte Internet. Heute kann ich mit einem Scan in jedem Laden die aktuellen Preise der Produkte erfragen, die Lebensmittelampel, die ja dank unserer Regierung immer noch nicht offiziell verpflichtend ist, für die meisten Lebensmittel abfragen und lesen, was andere über das Produkt schreiben, und welche Testwertungen es gibt.
Sicher früher gab es das alles schon (einer der nichtssagensten Sätze der Web 0.0 Generation) aber die Verbindung des Always On meines Smartphones mit dem Internet bietet mir völlig neue Möglichkeiten, als Konsument mündig zu werden und die Produkte zu hinterfragen, die ich kaufe.
Und da heute ja, weil man ja als höchstes Ziel Profitmax…. aeh Kostensparen hat auch die hochpreisigen Waren in China produziert werden und die Herstellungswege so intransparent geworden sind, dass es sich schwer nachvollziehen lässt, wo ein „Made in Germany“ Produkt denn nun wirklich HERGESTELLT wurde und ob die Mitarbeiter dort unter sozialen Gesichtspunkten arbeiten oder nur ausgebeutet werden (Stichwort Foxconn), würde ich mir noch wünschen, dass es bald eine Webseite gibt, die nach einscannen meines Produktbarcodes auch die sozialen Aspekte des Unternehmens anzeigt, mir auch deutlich vor Augen führt, dass ich, wenn ich bei bp tanke, mich offensichtlich nicht sehr um Standards, Ethik und Moral kümmere.

Wir können mit Hilfe des Webs zu sehr mündigen Konsumenten werden. Allerdings braucht es dazu immer noch eins. Verstand, und den Willen, als Verbraucher aktiv zu werden.
Aber dank Web 2.0 haben wir zum ersten Mal Werkzeuge in der Hand, die uns bei jedem Produkt die Konsequenzen unseres Kaufes vor Augen führen können. Wie wäre es mit einer Berechnung des CO2 Impact beim Kauf jedes Produkts?
Ich wünsche mir so etwas.

Web 2.0 und das Ende des Überwachungswahns der Arbeitgeber. „Wenn ihr uns nicht traut, trauen wir euch auch nicht“

Heute titelt die „Computerzeitung“ Erste Gehversuche mit der Generaton Y
Angeblich schätzen Arbeitgeber die nach 1980 Geborenen dergestallt ein, dass sie flexiblere Arbeitszeiten und Zugriff auf neueste Technologien fordern.
Aber wieso eigentlich nur die nach 1980 geborenen. Das erwarte gerade ich als Informatiker für jeden, der in oder mit den Technologien des 21 Jahrhunderts arbeitet. Aber hier zeigt sich auch wieder die kognitive Dissonanz der Arbeitgeber. Zwar glauben sie vermutlich diesen Thesen, doch sind die wenigsten bereit, sie auch in der Realität bereitzustellen.
Aber das wird die nachfolgenden Generationen irgendwann nicht mehr interessieren. Um so mehr die neuen Technologien wie Cloud Computing und Mobile Computing auch im privaten Bereich erschwinglich werden umso weniger interessiert den Arbeitnehmer, was sein Arbeitgeber ihm zur Verfügung stellt. Er wird auf eigene Initiative ohne die Zensurfilter der Arbeitgeber ins Netz gehen, sei es mit IPad oder Smartphone, mit Netbook oder Notebook.
Eines verkennen die Arbeitgeber nämlich immer noch. Die Macht des Arbeitnehmers in seiner Rolle als Konsument.
Vieles geschieht ausserhalb des Kontrollbereichs der Unternehmen. Und der Mensch ist letztlich kein Homo Oeconomicus. Im geht es vielmehr um die Möglichkeit,frei und selbst zu entscheiden und sich sein Leben nach den eigenen Wünschen und Hoffnungen zu gestalten. Und wenn das Unternehmen da nicht mitzieht, bleibt es in Zukunft bei der Kommunikation der Arbeitnehmer immer mehr außen vor. Schon heute knüpfe ich viele Kontakte, erfahre viel über die neuesten Technologien durch meine sozialen Netzwerke. Und diesen Zugang habe ich über ein Smartphone, weil leider viel zu oft genau die Informationen gesperrt sind, die ich für eine aktuelle Problemstellung brauche.

Mein Fazit vom Barcamp Bodensee #bcbs10: GELUNGEN!

Hallo fellow follower und following fellows 😉 (Sorry, couldn’t resist)
Mein persönliches Fazit vom Barcamp Bodensee, meinem ersten Barcamp mit Beteiligung als Vortragender ist extrem positiv ausgefallen. Hab endlich einige meiner Mittwitterer getroffen (nochmal ganz liebe Grüsse an @ChiliconCharme, deren Twitternick der Wahrheit entspricht) und an @db_uebersee, die an meinem Besuch schuld ist, wofür ich nochmals ein dickes Danke an den Bodensee sende. Ich hab einiges an Ideen und Inspirationen mitgenommen. Linux muss, um erfolgreich zu werden, auch Desktop Support leisten. Canonical ist da ein erster Ansatz, aber auch lokale Dienstleister könnten hier eine Marktlücke für sich entdecken.

Ein Softwareentwickler fürs IPhone, der jetzt davon aus diversen Gründen Android betrachtet, hat mir sehr interessante Einblicke in die Games Entwicklung für Mobile Devices und die Probleme dieses Marktes gewährt.

Ich habe gelernt, das PayPal so seine Probleme mit dem Incident Management hat und dadurch sowohl bei Usern wie auch bei Companies bis hin zu finanziellen Schwierigkeiten alles auslösen kann. (wtfjeans.com konnte davon ein Liedchen singen)
Interessant war auch die völlig von der IT entfernte Diskussion um „The meaning of life“, da wurde sehr offen und professionell diskutiert und das Thema tatsächlich ernsthaft angepackt. Mal sehen, ob das noch auf Twitter weitergeht.

Hochinteressant fand ich auch die Session „Webtools for Business“. Da wurde von Dropbox und Wuala, über
Google Docs bis hin zu backupify und diversen anderen Diensten ein breites Spektrum von Werkzeugen vorgestellt, das offensichtlich bei vielen Firmen auch in der nicht IT längst intensiv genutzt wird. Viele davon nutze ich auch in meinem privaten Alltag als Digital Citizen. Aber auch hier zeigt sich für mich ein interessantes Phänomen. Ähnlich wie im realen Leben gibt es auch im Web die Grossstädte, in denen der Umgang mit dem Web kein Thema mehr ist und bereits in den Alltag auch der Companies integriert wurde.
Dagegen gibt es auch die, wie ich sie stets gerne nenne „Digitale Diaspora“ einen Bereich von Firmen und Usern, die mit den neuen Technologien nur sehr zögerlich umgehen, und dadurch oft Vorteile und Business Opportunities verpassen.

Und ich hab einen tollen Buchtipp bekommen, den ich hier gerne weitergebe:Tiziano Terzani „Das Ende ist mein Anfang“.

Und noch etwas habe ich mitgenommen etwas unerwartetes aber schönes. Meine Mittwitterer sind nette, spannende, interessante, tolerante und neugierige Menschen. Follower nicht nur im Geiste sondern auch Inspiration und Ansporn, mich weiter mit den Themen und Trends zu befassen und einen regen Austausch zu pflegen.

Thanx to all involved für ein sehr gelungenes Barcamp, bei dem sogar das Wetter brilliant war!

Radtour 2.0 und Duftalarm bei Fahrradhelmen

Ein Blog, dem zu folgen sich in den nächsten Monaten lohnen wird. Nordseerunde: Bericht über eine zweimonatige Radtour entlang der Nordsee, dokumentiert und protokolliert in WordPress, Twitter und diversen anderen Social Media.

Und noch eins, was ich sehr spannend finde: Ist mein Helm nach einem Sturz noch zu gebrauchen? Demnächst kann man riechen, ob ein Helm noch gut ist;) Im Ernst.. Lest selbst: Duftalarm signalisiert Sicherheitsrisiko bei Fahrradhelmen

Unternehmen und Social Media. Ein paar persönliche Thesen

Im Nachklang zur re:publica hier meine Thesen zum richtigen Umgang von Unternehmen mit den neuen Sozialen Medien. Danke auch an alle Teilnehmer des Lotus JamCamp für den Erfahrungsaustausch aus Sicht des „Business“.

a) Social Media bedingt Ehrlichkeit. Es gibt keine Hierarchie mehr zwischen dem Unternehmen „Da oben“ und dem Kunden da unten.

b) Social Media darf nicht nur nach aussen hin angeboten werden, sondern muss auch IM Unternehmen gelebt werden (re:publica Lotus Jamcamp)

c) Wer Social Media als Unternehmen ernst nimmt, muss mit Kritik von Seiten der Kunden ernsthaft und offen umgehen. Kritische Stimmen zu sperren oder zu verklagen führt sehr schnell zum sogenannten „Streisand Effekt“. http://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt

d) Social Media Postings können nicht als abgestimmte Marketingaussagen in den Plattformen erscheinen. Es muss eine Kultur der Offenheit sein. Werbebotschaften in Twitter oder Facebook schlagen sehr schnell um ins Gegenteil (Siehe z.B. die letzten Ereignisse rund um Herrn Grupp von Trigema)

e) In den Social Media gilt der Titel nichts, die Reputation wird durch die Postings definiert. Erst ,wenn die Qualität die Community überzeugt, kann Vertrauen aufgebaut werden.

f) Es braucht einen Code of Conduct bzw. einen Codex für die Mitarbeiter, die sich während ihrer Tätigkeit im Social Media Umfeld bewegen. Sperren sind zu vermeiden, es gilt, als Firma auch über die Mitarbeiter in den Social Media in Erscheinung zu treten. Hierfür sind entsprechende Handlungsanweisungen zu definieren.

g) Es gibt nicht die Digital Natives unter 30 und den „Rest“ sonden die Digital Residents also diejenigen, die unabhängig von ihrem Alter in und mit den Social Media Plattformen leben und die Digital Visitors, für die das alles „Spielzeug“ ist. Beide Gruppen sind disjunkt und können nur auf emotionaler Ebene diskutieren.

h) Die nachwachsende Generation erwartet zwingend Engagement im Bereich der Web2.0 Technologien und ebenfalls, diese auch an ihrem Arbeitsplatz nutzen zu können. Bzw. sie nutzt diese Technologien vermehrt, da unabhängig von Firmenfirewalls und Filtersystemen die Smartphones der aktuellen Generation Zugang zu allen Social Media Netzwerken ermöglichen.
Wir sind als Privatleute schon längst da, wo die Unternehmen fehlen.

i) Der moderne Kunde ist immer weniger an ein Unternehmen gebunden. Viele Kunden tauchen in ihren Unternehmen schon lange nicht mehr auf, da sie alles online erledigen. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch massiv verstärken. Unternehmen können hier nur Schritt halten, in dem sie in adäquater Weise in den modernen Medien präsent sind.