Vollzeit Klapse, Teilzeit Klapse und der Wahnsinn der Realität

Ich bin wieder zuhause. Nicht nur für eine Übernachtung,nein, die Vollzeit Klapse hat mich als stabil entlassen. Wohlgemerkt stabil, nicht geheilt, weil Heilung einer schweren Depression nicht so einfach von heute auf Morgen geht. Im Gegenteil es ist eigentlich ein immerwährender Prozess des auf sich selbst achtens und sich nicht wieder in Situationen bringen lassen, die zu einem neuen Schub führen. Letztlich habe ich vor allem gelernt, dass ich mir selbst wichtiger sein sollte, mehr auf mich achten, weniger auf die Meinung und Zuneigung anderer geben. Ich habe Freunde und eine tolle Familie, aber ich muss auch akzeptieren, dass es Menschen gibt, die ich nicht mag und dass das in Ordnung ist, ja sogar dass ich Feinde haben kann, und auch das in Ordnung ist.

Schluss mit dem Harmoniebedürfnis. Schluss damit, everbodies darling sein zu wollen. Ab Morgen geht es in die Teilzeit Klapse, in die Tagesklinik hier in Hall. Ich nenne es „auswildern“, das langsame Gewöhnen an den „normalen“ Alltag. (Der oft viel irrsinniger ist als alles, was man so in der Klapse erlebt).

Ich bin so einigen Menschen dankbar, die auch in sehr dunklen Tagen zu mir gehalten haben und es noch tun. Und ich werde weiterhin offen mit meiner Depression umgehen, weil genau das Totschweigen Menschen in die Depression treibt statt zu helfen.

Ebenso wie bestimmte bayrische Poltiker, die jetzt ein Berufsverbot in bestimmten Berufen bei Depression fordern.

Wie dumm diese Forderung ist, dürfte schon daran ersichtlich werden, dass der Pilot ja eben seine Depression zu verschleiern suchte, weil er wusste, dass das zum Ende seiner Karriere führen könnte. Wenn nun jeder mit der Gefahr des Verlusts seines Jobs wegen Depression konfrontiert ist, werden sich noch weniger Menschen behandeln lassen oder auch nur vernünftig mit ihrer Depression umgehen. Letztlich treiben solche Forderungen noch mehr Menschen zu Extremhandlungen wie Selbstmord. Danke werte Politiker für populistisches dummes Gewäsch bar jedes Verständnisses für eine sehr weit verbreitete Krankheit, die schon heute unter der ungerechten und gefährlichen Stigmatisierung leidet.

Ich werde weiter für mehr gesellschaftliche Akzeptanz von Depressionen als behandelbare und damit kontrollierbare Krankheit kämpfen. Wir sind viele und wir leisten viel, nicht wegen aber trotz unserer Depression.

Solch dumme Forderungen sollten gerade Politiker aus der Vergangenheit kennen und wissen, wohin eine solche unreflektierte Stigmatisierung führt.

Gott sei Dank scheint es in der twitternden Bevölkerung mehr intelligente und vernünftige Menschen zu geben, wie der Shitstorm wegen des Berufsverbots zeigt.

Besinnliche Zeit, warum nicht jeden Monat?

Ich habe ja angekündigt, dass ich im Blog in der Vorweihnachtszeit nicht ganz so aktiv sein werde. Und ich spüre selbst, wie wichtig das für mich ist, etwas kürzer zu treten, sich wieder die Zeit zu nehmen, die eigenen Ziele zu evaluieren.

Was ich in den vergangenen Jahren gelernt habe und immer noch lerne: Nur weil wir in einer scheinbar immer schnelllebigeren Zeit leben, müssen wir das nicht auch für unseren eigenen Lebensstil übernehmen. Leistungsdruck, Stress, immer höhere Taktzahlen. Es tut gut, hier zu versuchen, insbesondere im familiären Umfeld etwas Druck rauszunehmen. Seien es die Kinder und der Notendruck oder auch die eigenen Ansprüche an Leistung und Souveränität.

Wir müssen uns auch wieder erlauben, mal schlechte Tage zu haben, mal nicht optimal zu sein. Wer sich nur aus seiner Leistungsfähigkeit definiert, wird irgendwann auch nur noch von anderen so gesehen. Und ich bin mir sicher, sobald wir so sorgsam mit uns umgehen und uns nicht nur als Maschine sehen, die „halt funktionieren muss“ werden wir auch gelassener anderen Menschen gegenüber. Auch wenn manche uns das suggerieren wollen, das Leben ist weder ein beständiger Notfall noch ein Wettrennen. Dazu machen es nur diejenigen, die einen Nutzen daraus ziehen.

Wenn ich an die wirklich guten Freunde der Familie denke, dann kann ich bei so manchem bis heute nicht sagen, was sie oder er beruflich tut. Das ist aber auch gar nicht wichtig, weil mir der Mensch an sich wichtig ist, mit all seinen Stärken und eben auch Schwächen.

Ich denke, das ist eine wichtige Erkenntnis für die besinnliche Zeit vor den Feiertagen und etwas, das wir auch in den Alltag übernehmen sollten. Wertschätzung einem Menschen gegenüber sollte nicht von dessen Leistung und dessen „Nutzen“ für Gesellschaft, Unternehmen oder die eigenen Bedürfnisse abhängig sein. Der Mensch an sich sollte wert geschätzt werden.

Und gerade wenn ich auf die aktuelle Flüchtlingsdiskussion schaue denken ich, gerade auch hier wäre es dringend notwendig, wieder den Mensch zu betrachten. Wir diskutieren hier über Kosten versus Nutzen in einer Situation, in der viele gerade mal noch das blanke Leben in den im Vergleich superreichen Westen gerettet haben.

Etwas weniger Arroganz und Kosten- Nutzenrechnerei und etwas mehr Menschlichkeit stünde uns allen gut zu Gesicht. Und weil es mich selbst tief berührt hat hier nochmal der Flüchtlingschor aus der von mir sehr geschätzten Sendung: „Die Anstalt“:

Meine „Lächeln und Winken“ Philosophie oder warum ich dennoch nett sein will.

Vor kurzem wurde ich wegen meiner Aussage „Lächeln und Winken“ schon fast falsch verstanden, deshalb hier mal die Erklärung. Auch wenn ich immer wieder vermittelt bekomme, man müsse agressiv sein, seinen Willen durchsetzen, nicht nachgeben, auch damit leben, dass man sich Feinde macht.

Mag alles richtig sein. Aber das bin nicht ich. Wenn ich es mittels Konsens schaffe, habe ich einen entscheidenden Vorteil. Ich habe mir auch noch die Sympathien des Gegenüber gewonnen bzw. erhalten. Viele Siege, die man im Leben erreicht gehen auf Kosten von Beziehungen zu anderen Menschen. Ich lächle lieber und winke, versuche also, Sympathien zu gewinnen, statt mir durch Druck und Aggressivität anderer Menschen erzwungene Zustimmung zu erlangen, die doch meist mit stiller Ablehnung und im Extrem Feindseligkeit erkauft wird.

Und mir ist es nun mal auch wichtig, Netzwerke zu pflegen, die stabil sind, auf die ich mich auch in Krisenzeiten verlassen kann. Diese Netze funktionieren aber nur, wenn ich meinen Partnern auf Augenhöhe und mit Freundlichkeit begegne. Zwinge ich jemanden zu meiner Meinung oder einer Entscheidung gegen seinen Willen, so kann ich sicher sein, dass die Beziehung zu dieser Person leidet. Gerade im Gespräch über Dritte (das ich z.B. aus obigen Gründen auch nicht führe, aber das ich leider immer wieder als unfreiwilliger Zuhörer mitbekomme) erkennt man sofort, dass die Menschen, die glauben, sie hätten Freunde und Verbündete eigentlich nichts weiter haben als Menschen, die Angst vor der Person haben und ihr bei nächstbester Gelegenheit in den Rücken fallen würden. Und auch aus Titeln oder Ämtern bedingte Macht wird mittlerweile überschätzt. Denn selten war es einfacher, jenseits von Titeln und Macht etwas auf die Beine zu stellen. Crowdfunding, Crowdsourcing, Bloggen, 3D Druck, Selbstverlag. Wer die Arroganz der Macht und der großen Konzerne nicht mehr möchte, macht es mittlerweile eben wieder selbst. Oder sucht sich Gleichgesinnte und macht es gemeinsam. Wir leben in einer Zeit, in der nicht mehr zählt, welchen Titel oder welche Position ich habe, sondern in der es möglich wird, die individuelle Begabung zu nutzen.

Agressive und „über Leichen gehende“ Menschen sind keine Menschen, auf die ich mich verlassen kann und somit keine Netzwerke, die auch in Krisenzeiten tragfähig sind. Ein gutes Netzwerk besteht aus Dialog auf Augenhöhe. Und mit der nötigen Freundlichkeit. Deshalb bin ich weiterhin lieber nett. Macht das Leben zwar nicht unbedingt immer leichter. Aber erzeugt zwischenmenschliche Beziehungen im virtuellen wie im realen Raum, die auch in Krisenzeiten für einander da sind. Alles andere nenne ich die „Messer hinterm Rücken“ Philosophie.

Und das will ich nicht leben und auch nicht meinen Kindern vermitteln. Wir leben in einer so komplexen Welt, dass wir die darin existierenden Probleme nur gemeinsam bewältigen können. Nicht, in dem wir Machtspiele spielen, sondern indem wir gleichberechtigte Netzwerke entwickeln, die sich gegenseitig stützen und unterstützen. Und da liegt für mich die große Chance und Macht von sozialen Netzen.

Gerade auch die Ereignisse aktuell in der Türkei zeigen mir, dass sich niemand mit Agressivität und Ignoranz lange halten kann. Wir sind nicht mehr nur willig zu regierende träge Masse sondern können uns zusammenschließen und dadurch mehr erreichen. Und nie war das so einfach wie heute dank moderner vernetzender Technologien. Erdogan hat schon recht, dass er Twitter fürchtet. Nur stoppen wird er es nicht können. Der „normale“ Mensch mag das Miteinander und lehnt das Gegeneinander ab. Die Zeit des Konkurrierens und sich gegenseitig Ausstechens nähert sich dem Ende (eigentlich ist sie schon vorbei nur muss sich das erst durch die Generationen und Hierarchien durchpropagieren). Auch hier ist ein Teil dieser Wirkung meiner Ansicht nach die digital geförderte und vereinfachte Möglichkeit, sich zu vernetzen. Das Netz ist freundlich, wenn man es lässt. Und es kann böse werden, wenn man es daran hindern will. Aber nicht hinter der Maske böse. Direkt, offen und insofern ebenfalls ehrlich.

Ich amüsiere mich oft über die Schulungen, die man zu Themen wie Konfliktfähigkeit erhält. Nicht, dass ich sie schlecht finde. Nur leider ist es wie mit so vielen Schulungen. Wendet man es wirklich an, dann gerät man oft erst in Konflikte. Weil natürlich auch mein gegenüber das Wissen braucht.
Erst vor kurzem hatte ich einen Konflikt, weil ich eine EMail nicht gelesen hatte, bis sich rausstellte, dass man mir die Mail nur per CC gesendet hatte. Jeder, der Methodiken der Arbeitsorganisation gelernt hat weiß, dass ein Punkt beim Eindämmen der EMail Flut ist, Mails, die ich per CC erhalte zuallerletzt, wenn überhaupt zu lesen. Etwas wichtiges schickt man der Person direkt. Nun entstand der Konflikt aber gerade durch das Nichtwissen, oder das Nichtanwenden dieser Methodik durch mein Gegenüber. Man sieht also, man mag geschult sein so intensiv man will. Es bedarf einer gewissen Gelassenheit und Toleranz, gerade wenn man nur „nett“ sein will, aber dennoch seinen EIGENEN Weg geht. Und man muss auch immer beachten. Nur weil ich nach einem gewissen Prinzip lebe, tut oder versteht das nicht zwangsläufig meine Umwelt.
Und natürlich habe ich, und das ist etwas, das einzugestehen mir auch oft noch schwer fällt, selbst den grössten Fehler gemacht. Ich hätte meine Arbeitsweise bezüglich CC Mails offen kommunizieren müssen. Auch das sollte man immer beachten. Nicht nur „Lächel und Winken“ sondern das Prinzip auch kommunizieren, wann immer die Situation es erfordert.

Schon mal einen psychisch Kranken kennengelernt? Eben!

Burn Out ist in aller Munde, es gab diverse Fälle auch prominenter, die unter Depressionen litten und auch Magersucht wird immer wieder thematisiert. Und dennoch frage ich mich immer wieder, wo sind sie, wo sind diese ganzen Erkrankungen? Versteht mich nicht falsch, ich glaube sicher, dass es noch eine weit höhere Zahl von Menschen gibt, die psychologische Hilfe benötigen.

Aber leider sind wir noch lange nicht so weit, psychische Erkrankungen auch allgemein anzuerkennen.

Ja, auch ich hatte vor ein paar Jahren einen Burn Out, zum großen Teil durch zu hohe Ansprüche an mich selbst verschuldet und vom Umfeld mit Freuden (aus-) genutzt. Spannend fand ich aber, wie viele ähnliche Fälle plötzlich in meinem Umfeld zu Tage kamen, nur dadurch, dass der oder diejenige wusste, dass ich ja „ein Leidensgenosse sei“. Und das waren zum Teil weit zurückliegende Fälle, von denen man nie etwas erfahren hatte. Deshalb gehe ich bis heute mit dem Thema sehr offen um, achte auf mich und spreche auch mit anderen direkt über Burn Out (der übrigens oft in Wahrheit eine ausgewachsene Depression sein kann und dann erst recht mit ärztlicher Begleitung „geheilt“ werden kann). Wir müssen auch die psychischen Belastungen und Erkrankungen endlich in die öffentliche Wahrnehmung bringen, ohne gleich mit dem Irrenhausvergleich zu kommen. (Jüngst gab es in meinem Umfeld eine Veranstaltung zum Thema Burn Out, die wiederholt werden müsste, weil der Andrang so extrem groß war, dass man den Saal hätte 3-4 mal füllen können.)

Eins sei hier deshalb einmal klar gesagt. Psychische Erkrankungen sind nicht gleichbedeutend mit „verrückt sein“. Es sind genau so körperliche Erkrankungen wie Schnupfen, Husten oder schwerer Krankheiten wie Krebs. Und man kann sie ebenso behandeln und in vielen Fällen auch heilen.

Wir müssen weg von der Gedankenwelt, die uns vorgaukelt, dass jede Erkrankung des Geistes gleichbedeutend mit Irrsinn, Unberechenbarkeit etc. ist. SAP sucht gerade Autisten als Programmierer. Da hat man wohl erkannt, dass in vielen psychischen Defiziten auch Begabungen stecken können.

Ich bin für einen gelasseneren Umgang mit psychischen Erkrankungen. Denn Abstempeln und in eine Ecke stellen hat noch nie jemandem geholfen. Und viele psychische Behinderungen sind nur dann eine Behinderung, wenn man sich nicht auf den „Patienten“ einlässt. Und manches, was unsere Gesellschaft für krankhaft hält, ist manchmal einfach eine im Moment nicht gefragte Charaktereigenschaft. So hat man jüngst festgestellt, dass in Frankreich deutlich weniger Kinder an ADHS „erkranken“. Nicht, weil es nicht auch dort „auffällige“ Kinder gibt aber weil die Ärzte dort längst nicht so häufig eine Verhaltensstörung dahinter vermuten. Seltsam, wie das Leben in einem Land eine Krankheit eindämmen kann ;). Eine Behinderung ist nur dann eine Behinderung, wenn sie mich im Alltag behindert. Aber leider behindern oft nicht die „körperlichen oder geistigen“ Defizite, sondern die Umwelt.

 

Apple schmeisst App raus, die über ungerechte Smartphone Produktion berichtet

Tja, das soll der glückliche Apple Kunde wohl nicht erfahren müssen. Dafür gibt es die geniale App Phonestory jetzt für Android. Hab sie gleich mal runtergeladen. Ansehenswert und regt zum Nachdenken an. Aber jetzt nur noch Android Nutzer. Denn auch wir Android User sollten uns bewußt machen, was hinter unseren ach so schicken Smartphones steckt und auf Verbesserung drängen. DAS ist es, was die App vermitteln will. Aber eben nicht mehr Apple Usern.

Apple mag wohl nicht, dass Kunden sich Gedanken machen.

Bitte: Ich möchte endlich mal wieder was Positives von euch berichten Apple, wird aber von  Tag zu Tag schwerer.

Warum ich die Frauenfussball WM vielleicht sogar im Netz verfolgen werde, und was das mit Informatik zu tun hat

Hmm, ich glaube, die Frauenfussball WM werd ich  zumindest im Netz verfolgen. Denn da gibts hoffentlich nicht diese langweiligen „Pseudoexpertendiskussionen“ von Posern, die glauben, sie wären der bessere Nationaltrainer. (ok, Fussball war noch nie ein Sport für mich, aber den Frauen würde ich den Triumph wirklich gönnen). Schon witzig, führt man als Informatiker Gespräche über seine berufliche und private Leidenschaft, wird man schräg angeschaut, diskutiert man aber über Fussball, ist alles ok. Relevanz, irgendwer? Ich will ja nicht, dass alle über Informatik reden. Aber man sollte halt auch bei den Pausengesprächen Toleranz walten lassen. Nicht alle Männer finden Freude daran, sich in ihrer Freizeit nur noch mit Saufen, Autos, Fussball und Baumärkten zu befassen.

Zumindest im Moment kann ich mir da wirklich vorstellen, mit der Frauenfussballnationalmannschaft (oder muss ich im Sinne der Radikalemanzen vom Schlage einer Frau Schwarzer Frauschaft schreiben ?) mitzufiebern, da es zumindest für mein Empfinden dort bei weitem entspannter und vor allem auch weniger um wirtschaftliche Interessen geht. Wenn ich solche Menschen wie Blatter in den Medien erlebe oder über die idiotisch hohen Gehälter für Männer, die auf dem Rasen einem Ball nachjagen lese, dann kann ich ob diesen Unverhältnisses nur den Kopf schütteln und an die von unserem lieben Herrn Westerwelle in anderem Kontext völlig deplatzierte „Römische Dekadenz“ denken. Dekadenz hat auch etwas mit Geld und Wohlstand zu tun. Beides haben meiner Ansicht die männlichen Profifussballer in viel zu hohem Maß.

Und nein: Auch jetzt lohnt es nicht, mit mir über Fussball zu diskutieren. Dazu besitzt dieses Thema für mich nicht und wird auch nie die nötige Relevanz besitzen.

Aber den Frauen drück ich die Daumen. Schon alleine der Genugtuung wegen, sollten sie im Gegensatz zu den lauten, superverdienenden Männern die WM gewinnen.

Übrigens, für alle, die aktuell informiert werden wollen und ein Android Smartphone ihr Eigen nennen, es gibt für knapp 70 Cent eine App, die zumindest nach Meinung der Fussballexperten in meinem Umfeld sehr gut gemacht ist:

 

Women's World Cup 2011

Women’s World Cup 2011

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We hope you like the app, and we welcome all feedback. Enjoy the tournament, and may the best team win!
Recent changes:
Fixed and issue with automatic timezone conversion.
Content rating: Everyone
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Offliner gegen Onliner, Dueck gegen Lobo? Oder wo Sascha Lobo irrt.

Offliner gegen Onliner ein Artikel von Sascha Lobo gegen die angebliche Arroganz der Online Community gegenüber den Offlinern schlägt im Netz hohe Wellen. Dabei sind die Aussagen so alt wie die Entwicklung des Fortschritts selbst.
Sicher gibt es den einen oder anderen Onliner, der sich arrogant gegenüber nicht so technik affinen Menschen gibt. In meinem Umfeld muss ich aber danach sehr intensiv suchen. Die meisten angeblichen Digital Natives oder auch einfach nur Technik affinen Menschen bemühen sich sogar sehr intensiv um einen Dialog mit denjenigen, die noch nicht online sind.

Arrogant ist, wer sich arrogant gibt. Und das findet sich ebenso bei den Offlinern, in diversen Artikeln der sogenannten Leitmedien, die sich mit einer gewissen Genugtuung über die angeblich so arroganten Digital Natives echauffieren oder Politiker, die zwar nicht in der Lage sind zu erklären, was ein Browser ist, voller Stolz berichten, dass sie es nicht nötig hätten ins Netz zu gehen aber gleichzeitig gegen die angeblich so tendenziell gesetzesfeindlichen urheberrechtsverletzenden Internet Aktivisten wettern, die nach der Ansicht der uninformierten Politiker im Internet als rechtsfreiem Raum agieren. Moderate Töne hört man von den Wortführern beider Lager selten.
Manchmal versteigen sich die Medienvertreter gar in geradezu irre Gedankengänge wie die angeblichen faschistoiden Tendenzen der re:publica

Wie es ein Blogger so schön formuliert: Niveau sieht nur von unten wie Arroganz aus.

Ich halte mich nicht für Teil einer Elite und ebensowenig für einen minderwertigen technophilen Faschisten. Aber ich halte auch nichts davon, wenn ihn den Medien ganze Gruppen der Bevölkerung verpauschalisiert in eine Ecke gestellt werden. Nicht diejenigen sind arrogant und selbstverliebt, die für ihre Ideale eintreten, sondern diejenigen, die sich für die Vertreter der Kultur und ihrer Ideale halten.

Etwas mehr Gelassenheit bitte, auf beiden Seiten. Dafür sind aber leider Artikel wie der von Sascha Lobo im Spiegel nicht hilfreich. Denn selbst die Darstellung der angeblichen Arroganz der Onliner ist in sich ja eigentlich schon wieder eine Überhöhung einer sehr divergenten Gruppe von Menschen, unter der die meisten einfach nur Freude an Kommunikation haben und das auch teilen. Und zwar Online UND Offline.
Und für mich ist es auch ein Gutteil Arroganz zu glauben, man könne die Internet Szene definieren und sie wäre homogen. Das ist falsch. Homogen ist möglicherweise die Szene, die sich auf bestimmten Feldern engagiert. Aber es gibt viele Blogs, viele Bloggerinnen, viele, denen die Ansichten der oft selbstdeklarierten Meinungsführer kräftig gegen den Strich gehen.

Und noch was: Wer bei Duecks Vortrag die Ironie, die satirische Überhöhung nicht versteht, der muss dessen Vortrag für arrogant halten und wer sich zu solchen Aussagen herablässt wie Zitat: „…Abgesehen von der asozialen Komponente und der grotesken Verhöhnung von Ausbildung, Professionalität und Wissenschaft kann man Günter Dueck nur bedingt einen Vorwurf machen: …“ der hat nicht wirklich zugehört und vermutlich auch keines der Bücher von Gunter Dueck gelesen. Es geht letztlich darum, gerade das Wissen die Bildung und die Professionalität in Arbeitswelt und Wissenschaft wertzuschätzen.Also das genaue Gegenteil dessen, was Sascha Lobo angeblich aus dem Vortrag herausgehört haben will. Insofern, setzen, sechs.
Lobo empfehle ich dringend sich auch mit Duecks Büchern wie „Aufbrechen„, „Topothesie“ oder „E-Man“ zu befassen.
Denn spätestens mit obigem Zitat zeigt sich. Man hat nicht zugehört und schon gar nicht nachgedacht oder sich überhaupt informiert, welche Ansichten, welche Philosophie der Vortragende vertritt…. DAS ist Arroganz.

Update: Scheinbar sind noch andere nicht der Meinung des Königs und wagen es, Kritik zu üben. Oh wir bösen Untertanen, die wir anders denken, oder soll ich sagen, besser zuhören können?

Hütet euch vor den Pauschalurteilen in Sachbüchern

Sachbücher, speziell solche, die uns Lebenshilfe anbieten oder den „Payback“ oder das „Glück der Unerreichbarkeit“ predigen, müssen mit Vorsicht gelesen werden. Sicherlich gibt es dort gute Anregungen aber all diese Bücher gehen von einem Grundirrtum aus. Nämlich, dass alle Menschen gleich sind, und alles für alle gleich negativ oder positiv ist. Manchmal frage ich mich: „Wer bin ich, wenn ich Lebenshilfebücher lese … Und was macht mein Gehirn solange?“
Nun sollte man mittlerweile wenigstens das gelernt haben, daß jeder Mensch ein Individuum ist. „Was dem einen sin Uhl, is dem andern sin Nachtigall“. Jeder muss für sich den optimalen Weg finden.
Das ist schwieriger aber auch ehrlicher. Und dazu gehört es auch, sich genau zu überlegen, ob die Thesen und Bedrohungsszenarien real sind, oder eher die Wiederspiegelung dessen, was der Autor fürchtet oder mag. Ich garantiere, wenn ich in eine beliebige Buchhandlung gehe, kann ich zu fast jedem Lebenshilfethema einen Pro- und Contra-Autor finden. Lebenshilfebücher sind schon im Ansatz falsch, weil es eben nicht DEN Weg, das Lebensmuster gibt, das für alle gilt.
Die beste Lebenshilfe ist immer noch: Locker bleiben, nicht jedem neuen Lebensberatertrend folgen, und sich mehr aus sich definieren, als aus dem letzten Trendthema, das durch die Bücherwelt geistert. Zur Zeit ist es im Trend, auf das Social Web zu schimpfen. Ich kann mich noch erinnern, als das Fernsehen diese Rolle übernahm, davor das Kino, das Buch, der Strom, das Feuer. Und sicher hat auch mal der eine Steinzeitmensch über den anderen gemeckert, weil der sich warme Kleidung anzog, die ja verweichlicht…. Ich halte mich da ein mein Lieblingssprichwort: Es gibt Menschen, die Fische fangen und solche, die nur das Wasser trüben.
Eins jedoch wünsche auch ich mir als Veränderung. Dass auch in den Firmen wieder der Mensch in den Fokus kommt, nicht die Humaressource. Dass wieder darüber nachgedacht wird, dass ich mich auch als Mitarbeiter dann am besten entfalte, wenn ich nach meinem Stil arbeiten kann, nicht nach dem, was gerade in dem Buch stand, das mein Projektleiter, Teamleiter, Vorgesetzter zuletzt gelesen hat. Gerade in kreativen Berufen ist dies das A und O des Erfolgs.