Edutainment der schönen Art: ArteTV präsentiert Type:Rider

typeEs gibt sie noch, die gelungenen, überraschenden, lehrreichen und dennoch extrem unterhaltsamen Spiele.
Und manchmal kommen sie aus einer sehr unverhofften Ecke.
So hat aktuell Arte eine wunderbare Spielidee umgesetzt, in der man in einem Jump and Run als ein Doppelpunkt durch die Geschichte der Schrift reist. Der Name des Spiels: Type:Rider (ja, der Doppelpunkt ist ebenso wie das Wortspiel Absicht)

Features:
•• 10 Levels, die jedes Mal eine andere typografische Epoche umfassen
•• Atemberaubende Landschaften und beeindruckende Soundwelten
•• Packende Stimmungen
•• 3 Spielarten: intuitiv, virtueller Joystick und per Neigung ihres Devices
•• Historische Archive und Kunstwerke

Dabei wandern die beiden Punkte durch verschiedene Parcours, die mit schönen Bildern hinterlegt sind und bei denen Buchstaben in verschiedenen Schriftarten auf manchmal recht verrückte Art den Hindernisparcour bilden.

Klingt merkwürdig? Mag sein, aber ich finde, es ist ein extrem gelungenes Spiel, das nicht nur spannend ist, sondern auch ästhetisch einiges zu bieten hat. Aber seht selbst:

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Tiny Death Star von Lucasarts im deutschen Store verfügbar

tiny2tinyDarauf dürften die Star Wars Fans und die Retro Gamer lange gewartet haben. Man kann jetzt auch in Deutschland das Aufbauspiel Tiny Death Star herunterladen, das im liebevollen Retro Look den Bau des Todessterns auf amüsante Art simuliert.

Das ganze Spiel ist im Look der Spiele aus den 80ern  gehalten und man baut quasi einen Turm mit immer neuen Etagen verschiedener Art wie Shops, Freizeit und Wohneinheiten. Im Prinzip ist Tiny Death Star eine Wirtschafts- und Aufbausimulation, die vor allem auch für den Casual Gamer interessant ist, da sie im Hintergrund weiter läuft und man auch „Geld verdient“ wenn man nicht aktiv spielt.

Wem Spiele wie Game Developer Story oder Tiny Tower gefallen, der sollte Tiny Death Star mal ausprobieren.

 

 

 

 

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Spieletipp des Jahres: Ich, einfach unverbesserlich: Minion Rush

ichWer auch nur ansatzweise die Minions, die kleinen Kerle aus dem meiner Ansicht nach genialen Animationsfilm „Ich, einfach unverbesserlich“ gemocht hat, der wird an diesem Spiel seine helle Freude haben. Gameloft hat die kleinen Kerle wirklich super umgesetzt in einem Spiel, das zwar mit dem Spielprinzip von Temple Run arbeitet, aber durch verschiedene Umgebungen, Stories und Minispiele frischen Wind in das Genre bringt. Sound, Grafik, es passt einfach alles.

Ich sehe schon Wettkämpfe auf die Familie zukommen, wer den kleinen Minions am besten hilft.

Minion Rush ist verfügbar für IOS und Android.

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Warum mir Egoshooter lieber sind als die sogenannte „Realität“


Zugegeben, das Buch „reality is broken“ von Jane McGonigal hat mich für diesen Artikel inspiriert. Aber schon immer brannte mir die Frage auf der Seele, warum offensichtlich in Deutschland jeden Abend 2-3 Stunden vor dem Fernsehschirm vor zum Teil abgrundtief schlechtem und niveaulosem Programm zu sitzen allgemein anerkannt zu sein scheint, es aber zu Verrohung und Amokschützen führen soll, wenn Jugendliche und Erwachsene sich in kooperativen Egoshootern zusammenfinden, um gemeinsam gegen Aliens oder andere Feinde zu kämpfen.  Und wer hier Egoshooter zu Killerspielen degradiert, der zeigt sich nur als ewig gestriger, der sich weder vernünftig mit der Materie noch mit den zum Teil hochkomplexen Handlungen und strategisch äußerst anspruchsvollen Inhalten dieser Spiele auseinandergesetzt. Das Spiel ist aber leicht als Schuldiger zu degradieren, denn den Fehler da zu suchen, wo er existiert, in der zerbrochenen, egomanischen Gesellschaft ist ungemein schwerer und Würde echtes Handeln im Sinne des Bürgers, statt populistischer Symbolik verlangen.

Die Zeiten des egomanischen Einzelkämpfers, der für sich alleine alles abballert, was nicht bei drei in der Deckung oder auf den Bäumen ist, ist längst vorbei. Gerade Spiele wie die Halo Serie oder Online Spiele wie Eve Online oder auch Star Wars the Old Republic legen insbesondere Wert auf Fähigkeiten wie Hilfsbereitschaft, strategisches Denken und kooperatives Handeln.

Was also macht zum einen Computerspiele für so viele Menschen so attraktiv und lässt gleichzeitig viele so unkooperativ im Alltag werden? Ein Faktor ist mit Sicherheit der im Moment vorherrschende Kult des Egos. Nach oben kommen, mit den Ellenbogen für die Karriere kämpfen, Selbstverwirklichung auch auf Kosten anderer sind anerkannt, werden gar gefördert mit solchen Fragen wie „wo sehen sie sich in 5 Jahren“ und wer Karriere machen will, darf auch heute noch nicht zimperlich sein, muss bereit sein, auch auf Kosten anderer seine Karriere voranzutreiben.

Dabei sind die Inhalte der Berufe und die Aufgaben des Alltags immer konformer, immer weniger erfüllend. Kann die Mehrheit von sich behaupten, einen Beruf zu haben, in dem sie für ein größeres, besseres ganzes arbeitet? Und wenn sie das tut, kann sie behaupten, dann auch gerecht bezahlt zu werden? Je inhaltsleerer für das Wachsen der Gesellschaft ein Beruf ist, um so besser bezahlt scheint er zu werden.

Die Krankenschwester, der Pfleger kämpfen am Existenzminimum, leisten aber großes für Menschen und Gesellschaft. Der Investmentbanker schiebt Geld hin und her und vernichtet damit gelegentlich auch die eine oder andere Existenz, erhält dafür aber unanständig hohe Honorare. Beraten wird nicht mehr zum Wohle des Kunden, sondern zum Wohle der Abschlußprämie.

Die Realität ist wahrlich kaputt wie McGonegal so richtig erkannt hat. Und deshalb „flüchten“ sich immer mehr Menschen in Computerspiele. Aber interessant daran ist nicht die Flucht an sich, sondern die Gründe dafür. McGonegal hat hier ein paar sehr interessante Aspekte genannt, deren wichtigster meiner Ansicht nach die Suche nach einem höheren Sinn, einem Erlebnis von Gemeinschaft, von gemeinsamem Arbeiten für ein größeres ganzes ist.

Und hier greift, was ich als die interessanteste Entwicklung der Gegenwart betrachte. Gamification, also ein spielerischer Umgang mit den Aufgaben und Hürden des Alltags. Natürlich wird nie alles ein Spiel sein, aber gerade die Strategien und Ideen aus der Spieleentwicklung, die von der Dauermotivation eines Spielers zum weiteren Spielen über die Erzielung von Erfolgserlebnissen und einem Gemeinschaftsgefühl gehen sollten, ja müssen wir auf den Alltag übertragen. Und erste Ansätze, so habe ich auch bereits in meinem letzten Blogbeitrag geschrieben lassen sich im großen Erfolg der sozialen Netze erkennen. Wir wollen teilen, wollen zu einem gemeinsamen ganzen beitragen. Aber Wirtschaft und Politik behindern hier immer mehr, grenzen aus, machen alles zum Zwang zum abzumessenden, zu bewertenden, benotenden Pflichthandeln. Freude ist im heutigen System nicht vorgesehen, oder wenn, dann bitte im privaten, die Arbeit hat nicht Spaß zu machen, sie hat Spitzenleistung zu liefern. Der Mensch ist in diesem System eigentlich gar nicht vorgesehen, wird nur geduldet, wenn er sich den Mechanismen eines sehr calvinistischen Arbeitsdenkens unterordnet.

Ich sehe in Gamification, Serious Gaming und einer genaueren Betrachtung der Motivations- und Gemeinschaftsbildung durch Computerspiele und Social Networks eine der wichtigsten Aufgaben der nächsten Jahre. Oder um es anders zu formulieren, akzeptabler auch für den Kritiker. Wir sollten uns Gedanken machen, warum so viele Menschen so häufig in Spielewelten verschwinden und was denn in der „echten“ Realität so falsch läuft. Denn nicht die Spieler oder die Spielewelten sind das Problem. Die Realität ist es, die dem einzelnen kaum noch echte, kooperative Entfaltungsmöglichkeiten, Ruhezonen, Wege, sich kreativ auszudrücken bietet. Wir müssen weg von der übercontrollten berechneten Betriebswirtschaftsrealität und wieder hin zu einer sozialen, humanistischen Realität. Auch wenn das manche nicht gerne hören. Die Wirtschaft muss wieder für den Menschen da sein, nicht umgekehrt. Wir müssen in eine Gesellschaft investieren, die anstelle des Shareholder Value den Society value wieder als höchsten anzustrebenden Wert definiert.

Reality is broken. But we still can fix it. By having REAL fun!

Und wer noch etwas Zeit für ein Video hat, dem kann ich folgenden Vortrag von Jane McGonigal nur dringend ans Herz legen.

Temple Run 2 ist im Android Store gelandet. Für das Kind in uns allen.

Ich weiß, wir alle sind ganz seriöse Erwachsene, die Spaß nur nach Feierabend haben und auf ihren Smartphones nur sinnvolle Anwendungen. Wenn da nicht auch noch das innere Kind wäre. Und fürs innere Kind gibt es von Imangi Studios seit heute Temple Run 2 auch für Android.   Und nicht nur die Grafiken sind peppiger geworden, es gibt auch mehr Möglichkeiten zu springen, zu fahren, zu klettern. Also, damit euer inneres Kind nicht länger quengelt rate ich dringend: Besucht den App Store oder klickt einen der Links unten.

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Spielerisch Daten sammeln: Ingress und die Portale

Ich wohne in Schwäbisch Hall. Nicht gerade ein Ort, der im neuen augmented reality Spiel ingress von Google mit vielen „Portalen“ also öffentlichen Objekten oder Gebäuden bedacht ist, die im Spiel als wichtige „Knoten“ dienen.

Aber hey, es gibt ja eine Option zum Teilen geogetaggter Bilder von entsprechenden Portalkandidaten. …Na? Klingelts ? Wie wenn nicht so kann Google an Daten von Regionen und Objekten kommen, die noch nicht gut kartographiert sind. Wie, wenn nicht so lassen sich Objekte validieren und die Daten zum Beispiel in Google Maps optimieren. Ist ingress wirklich nur ein Spiel oder nicht auch ein riesengroßes Crowdsourcing Experiment um die Daten, die im Spiel von den Nutzern gesammelt werden dahingehend zu verwenden, die eigenen Datenbestände zu optimieren? Denn man reicht neue Portale mit Hilfe einer Bezeichnung UND eines geogetaggten Bildes ein!

Bin gespannt, ob Google hier noch Infos dazu herausgibt. Bislang macht man um das gesamte Spiel ja ein großes Geheimnis. Aber wer weiß, wie sich das ganze noch entwickelt. Nicht falsch verstehen. Mir gefällt das Spiel und das Konzept. Aber wir wissen ja. „There is no such thing as a free beer“. Also für irgendwas muss das Spiel auch für Google gut sein.

Nach Angry Birds jetzt Bad Piggies, die Schweine schlagen zurück

Rovio ist bekannt für seine Erfolgsreihe von Angry Birds spielen, die schon geradezu Kultstatus erlangt hat.

Und seit heute kann man in Googles Play Store auch die „andere Seite der Macht“ spielen. Mit Bad Piggies legt Rovio eine Variation des Angry Birds Themas vor, die wirklich gelungen ist. Das Grundprinzip ist dabei dasselbe. Man muss in der Rolle eines der kleinen grünen Schweine Objekte einsammeln und damit Runde um Rund weiterkommen. Was sich verändert hat ist die Transportart. Flogen die Angry Birds noch, so müssen sich die Bad Piggies am Boden bewegen und können sich das durch die Konstruktion diverser Fahrzeuge erleichtern. Da kann man Räder zu Autos montieren, aber auch Flugzeuge bauen.

Natürlich ist das ganze nicht mehr so einfach wie Angry Birds und so manch ein Bauauftrag benötigt schon ordentlich Gehirnschmalz. Aber wer Spiele wie Crazy Machines liebt und Spaß am Knobeln hat, kommt bei Bad Piggies voll auf seine Kosten. Wichtig aber, man darf nicht eine Fortsetzung der Angry Birds Reihe erwarten, denn deren einfache Bedienbarkeit gilt zwar weiterhin aber die Rätsel sind durch den Bau der Maschinen für die Fortbewegung doch deutlich schwieriger geworden.

Alles in allem ein wunderbarer Nachfolger für die Angry Birds Reihe und mit Sicherheit nicht das einzige Bad Piggies Spiel.