Carta vermeldet heute: Digitale Medientechnik macht schlau!
Und ich gehe sogar noch weiter, es benötigt eine gewisse Intelligenz, digitale Medientechnik für sich gekonnt zu nutzen. Schon das Fernsehen ist für den Durchschnittsbürger eher ein Ruhigstellinstrument, das meist mit seichten bis dummen Talkshows und merkwürdigen Castingsshows bedient. Wer aber genauer hinsieht, findet spannende Wissenschaft (Quarks&Co) sehr gute Talkshows (Scobel) und Dokumentationen (National Geographic). Und das gleiche Phänomen gilt auch für das (soziale) Web. Ich kann nur die „dummen Seiten“ ansurfen, und mich zum Hundersten Mal über den nächsten XY Sportwagen oder die Fussballergebnisse vom Wochenende auslassen, oder ich bilde mich, folge der Arbeit der Nasa (NASA TV), höre spannende Blogs (CCzwei, SWR2 Aula, SWR2 Impulse) und recherchiere, forsche und engagiere mich im Netz. Es ist nicht das Netz, das verdummt, es sind die Menschen, die schon dumm ins Netz einsteigen und dann auch nur dummes herausbekommen.
Ich lese z.B. seit ich die Möglichkeit dazu habe, ausser der ZEIT nur noch auszugsweise Tageszeitungen, dafür aber mehrere um mir ein objektiveres Bild zu machen. Wenn ich etwas kaufe, informiere ich mich zuvor um auch gut beraten zu werden und gerade was klassische Literatur angeht, habe ich so manche Perle im Netz gefunden, die jetzt stehts auf meinem EBook Reader dabei ist (The complete Shakespeare, alle Sherlock Holmes Romane, Immanuel Kant und Nietzsche, das Gesamtwerk, Goethes Faust I und II und vieles mehr)
Unternehmen und Social Media. Ein paar persönliche Thesen
Im Nachklang zur re:publica hier meine Thesen zum richtigen Umgang von Unternehmen mit den neuen Sozialen Medien. Danke auch an alle Teilnehmer des Lotus JamCamp für den Erfahrungsaustausch aus Sicht des „Business“.
a) Social Media bedingt Ehrlichkeit. Es gibt keine Hierarchie mehr zwischen dem Unternehmen „Da oben“ und dem Kunden da unten.
b) Social Media darf nicht nur nach aussen hin angeboten werden, sondern muss auch IM Unternehmen gelebt werden (re:publica Lotus Jamcamp)
c) Wer Social Media als Unternehmen ernst nimmt, muss mit Kritik von Seiten der Kunden ernsthaft und offen umgehen. Kritische Stimmen zu sperren oder zu verklagen führt sehr schnell zum sogenannten „Streisand Effekt“. http://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt
d) Social Media Postings können nicht als abgestimmte Marketingaussagen in den Plattformen erscheinen. Es muss eine Kultur der Offenheit sein. Werbebotschaften in Twitter oder Facebook schlagen sehr schnell um ins Gegenteil (Siehe z.B. die letzten Ereignisse rund um Herrn Grupp von Trigema)
e) In den Social Media gilt der Titel nichts, die Reputation wird durch die Postings definiert. Erst ,wenn die Qualität die Community überzeugt, kann Vertrauen aufgebaut werden.
f) Es braucht einen Code of Conduct bzw. einen Codex für die Mitarbeiter, die sich während ihrer Tätigkeit im Social Media Umfeld bewegen. Sperren sind zu vermeiden, es gilt, als Firma auch über die Mitarbeiter in den Social Media in Erscheinung zu treten. Hierfür sind entsprechende Handlungsanweisungen zu definieren.
g) Es gibt nicht die Digital Natives unter 30 und den „Rest“ sonden die Digital Residents also diejenigen, die unabhängig von ihrem Alter in und mit den Social Media Plattformen leben und die Digital Visitors, für die das alles „Spielzeug“ ist. Beide Gruppen sind disjunkt und können nur auf emotionaler Ebene diskutieren.
h) Die nachwachsende Generation erwartet zwingend Engagement im Bereich der Web2.0 Technologien und ebenfalls, diese auch an ihrem Arbeitsplatz nutzen zu können. Bzw. sie nutzt diese Technologien vermehrt, da unabhängig von Firmenfirewalls und Filtersystemen die Smartphones der aktuellen Generation Zugang zu allen Social Media Netzwerken ermöglichen.
Wir sind als Privatleute schon längst da, wo die Unternehmen fehlen.
i) Der moderne Kunde ist immer weniger an ein Unternehmen gebunden. Viele Kunden tauchen in ihren Unternehmen schon lange nicht mehr auf, da sie alles online erledigen. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch massiv verstärken. Unternehmen können hier nur Schritt halten, in dem sie in adäquater Weise in den modernen Medien präsent sind.

