Warum der zufriedene Kunde wichtiger ist, als der Profit: Mundpropaganda 2.0

Ja, es gibt sie noch, die Firmen, die zuforderst auf die Zufriedenheit des Kunden achten und nicht auf den Profit.
Unser Autohändler ist so einer. Autohaus Weber in Schwäbisch Hall. Ich mach ja selten Werbung, aber für ihn gerne. Zunächst hat er uns nun schon unser zweites Familienauto zu einem guten Preis und mit allem Service besorgt.
Zum anderen, was viel wichtiger wiegt, der Service stimmt. Ich kann den Wagen hinbringen, werde dann vom Chef persönlich in die Firma gefahren und so gut wie alle Arbeiten dauern max. 1. Tag, obwohl der ganze Laden nur aus dem Chef, seiner Frau und einem Angestellten besteht. Er ist kein offizieller Händler einer Marke mehr, kann aber noch Fahrzeuge durch Kooperationen besorgen und bietet vollen Kundendienst an. Seine Spezialität sind weiterhin Fahrzeuge von Honda (seiner ersten Marke als Händler) und Hyundai (so hatten wir in damals kennen und schätzen gelernt). Und wenn mal was fehlt, oder wir einen Sonderwunsch haben. Kein Problem.

Dazu kommt noch, dass das ganze Unternehmen sehr familiär läuft.
Hab jetzt den Händler gleich mal bei Gowalla, Foursquare und Qype eingetragen. Und natürlich empfohlen, denn gerade für solch kleinere Firmen ist Mundpropaganda oft alles. Und mit den neuen sozialen location based Services kann man Mundpropaganda ganz anders gestalten!

Der Verbund kann auch Barcamp! Von Füchsen, Volksbanken und einem twitternden CEO

Sowohl electrouncle als auch der Bausparfuchs berichten aktuell vom ersten Barcamp im Verbund bei der Volksbank Bühl.

Leider war ich nicht „eingeladen“, sofern man das bei nem Barcamp überhaupt sagen kann, aber nach allem, was ich über die Volksbank Bühl via Twitter und Facebook mitbekommen und durch die beiden Berichte gelesen habe, stelle ich fest, beim Verbund, und bei dessen Bausparkasse arbeite ich ja, wächst das Interesse und das Engagement für Social Media stetig. Die Zeichen der Zeit wurden erkannt. ABER: Auch die Hürden sind natürlich gross aber nicht unüberwindlich. Letztlich geht es viel mehr um einen Kulturwandel als um eine Technologie.

Es verlangt eher ein anderes Denken im Umgang mit Information, mit dem Kunden und mit dem Netz als neue Technologien. Und entscheidend ist die Begeisterung und der „versteckte“ Skill der Mitarbeiter, die sich bereits in ihrer Freizeit mit Social Media befassen. Insofern freuts mich sehr, dass ich meine Kenntnisse bei uns im Unternehmen einbringen darf und soll.

Social Media is here to stay und auch mein Arbeitgeber ist da aktiv! Gell Fuchs?

Es wird weniger gebloggt! Ist die Masse überhaupt schon bereit für Social Media?

Facebook-Euphorie auf dem Rückzug titelt silicon.de.

Sagen wir es mal so, manche Nachrichten werden einfach durch Wiederholung nicht besser. Und auch Early Adopters haben irgendwann die Nase voll davon, dauernd vermittelt zu bekommen, daß ihre „Visionen“ ja eh nur Spinnereien seien.
Der viel grössere Faktor, der in Deutschland noch massiv zuschlagen wird, ist die Trägheit der Masse. Wir sind und bleiben ein technophobes Volk, das Techniken erst dann adaptiert, wenn es sie quasi „zwangsweise“ in seinen Alltag integriert bekommen hat.
Ich erinnere mich an die vielen Kollegen, die sich für besonders cool halten, weil sie kein Mobiltelefon nutzen, kein Navi im Auto haben und dieses Internet auch nur selten anmachen. Wie ignorant und teilweise gar dumm sie damit rüberkommen, erkennen sie nicht. Denn Technik kann man nutzen oder nicht. Gibt man aber mit der eigenen Ignoranz an und wertet diejenigen als „dumm“ ab, die die Technik verstehen und nutzen, dann macht man sich selbst lächerlich.
Navigationsgeräte machen den Verkehr sicherer (wie oft habe ich Autofahrer in fremden Städten rumzuckeln sehen, verzweifelt die Straßennamen suchend und eine grosse Karte auf dem Beifahrersitz. Hinter ihm dann meist eine Schlange genervter Verkehrsteilnehmer), ein Mobiltelefon, sinnvoll eingesetzt macht mich erreichbarer für die Menschen, die mir wichtig sind. Letztlich ist die Ablehnung so mancher Technik eher vergleichbar mit der Aussage: Das lass ich mal lieber, ich verstehe das nicht. So beweisst so manch einer mit seiner unreflektierten Technophobie nur die eigene Dummheit. Denn jemand, der die Technik erprobt hat, und danach für sich selbst feststellt, er braucht sie nicht, dessen Meinung akzeptiere ich. Generelle Ablehnung ohne Reflektion ist schlicht dumm.

Es mag durchaus sein, dass auch ich bald weniger blogge. Aber nicht, weil ich keine Inhalte finde oder eigene Gedanken habe. Nur würde ich gerne auch für diejenigen schreiben, die nicht zu den Early Adopters gehören. Aber bis die im Netz lesen, wirds wohl noch ein paar Jahre dauern.

Meine Zeit ist mir zu wichtig: Von Zeitdieben und dem Wert der Zeit

Peter Glaser schreibt in einem interessanten Artikel bei Carta über den neuen Tatbestand des Lebenszeitdiebstahls. Grob umrissen liegt die „Straftat“ darin, daß uns durch die Informationsflut und die daraus resultierenden Aufwände für die Filterung von Relevanz wertvolle Lebenszeit gestohlen wird. Nun gab es schon vor Jahren eine Bewegung, die das „Simple Living“ propagierte, und in Büchern wie „Your money or your life“ sehr gut darlegte, daß wir bei jedem Konsum hinterfragen müssen, wie viel der eigenen Lebenszeit dafür geopfert werden muss, weil ich für den Erwerb arbeiten muss, das Objekt gepflegt und ggf. auch aufwändig entsorgt werden muss.

Letztlich geht es um versteckte Kosten über die sich der Mensch für gewöhnlich keine Gedanken macht. Aber es ist durchaus richtig und wichtig, sich Gedanken zu machen, wie viel meiner Zeit ich dafür investiere, Informationen zu bekommen und zu filtern.

Ok, man kann sich das meiste im Fernsehen schenken und spart so eine Menge an Lebenszeit für sinnvolles. Aber auch sinnvoll eingesetzte Werkzeuge können einem hier helfen. Im Netz wahllos gesurft habe ich schon seit längerem nicht mehr. Mein Startpunkt ist Google Reader und ein paar Tools, die sich um ihn ranken. Wir sollten uns stets vor Augen halten, wofür wir unsere Zeit investieren und wofür wir sie investieren wollen. Und das gilt sowohl für den Beruf, als auch fürs Privatleben. Wer permanent Überstunden arbeitet, und den Beruf vor die eigenen Interessen stellt, darf sich nicht beschweren, wenn er nur einen sehr begrenzten Freundeskreis und vermutlich keine Partnerin/keinen Partner hat. Und eine Familie besitzt man nicht, in einer Familie lebt man. Mich würde interessieren, wie viele Familien deshalb zerfallen, weil letztlich einfach einer der Elternteile nicht wirklich präsent war.
Es gehört auch zum Leben, bei der Einschulung der Kinder dabei zu sein, Zeit für einen Familienausflug zu haben oder einfach nur mit Sohn oder Tochter etwas zu basteln.

Viele sind zu sehr mit ihrer Karriere beschäftigt, während das Leben andere Dinge vor hat.

Manche sind offline und auch noch stolz drauf, Ignoranz 2.0

Ja, diesen Blogeintrag werden genau die,die es eigentlich angeht nicht lesen. Die 29%, die zu einem grossen Teil, laut Artikel der Tagesschau grösstenteils bewusst offline sind und bleiben wollen. Nun war die Erde auch ziemlich lange eine Scheibe, Männer mit mehr Rechten als Frauen behaftet, die Eisenbahn lebensgefährlich, ein Mobiltelefon Spielerei und das Internet überflüssig und böse.
Gut nur, dass die Geschichte auch zeigt, das Ignoranten irgendwann von der Realität überholt und auch ignoriert werden.
Mittlerweile gibt es so viele relevante und wichtige Dinge im Netz, von objektivierenden Informationen über vergleichende Dienstleistungen bis zu offenerer Kommunikation, daß jeder, der sich dem verweigert, wohl eher Angst vor seinem eigenen Unverständnis der Technologie hat.
Ich kann es mittlerweile nicht mehr hören, wie schlimm Computer, wie gefährlich das Internet sein soll. Autofahren ist deutlich gefährlicher für mein Leben, aber dennoch fährt fast jeder Auto!
In 20 Jahren werden wir über die Menschen lachen, die sich dem Netz freiwillig verweigert haben. Nicht jeder muss jeden Tag online sein, aber die Möglichkeiten nutzen sollte man. Wenn etwas das Leben erleichtert ist totale Ablehnung letztlich unreflektiert und in letzter Konsequenz dumm.

Interessant auch, dass es einen Unterschied zwischen Stadt und Land gibt. Scheint doch was an dem Spruch zu sein: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
Ist aber dumm, denn gerade durch das Internet kann das Land gegenüber der Stadt wieder aufholen, weil der Wohnort durch das Internet immer weniger relevant wird.
Letztlich bringt sich mittlerweile jeder, der das Netz ignoriert früher oder später in eine schlechte Position und wird sich dann mit Sicherheit auch noch darüber beschweren.

Und final interessant ist auch, dass die Internet Ignoranz auch ein Schichtenproblem zu sein scheint. Also ignorieren auch genau die das Netz, die dadurch ihre eigenen Lebensverhältnisse verbessern könnten, durch Zugang zu wichtigen Informationen, durch Bildung von helfenden Netzwerken.

Blog, bitte zum Diktat!

Ich gebe zu, ich spinne immer gerne ein wenig rum, wie wohl zukünftige Webtechnologien aussehen könnten.
Was stört mich denn als Blogger im Moment noch am meisten? Nun, die Zeit, die ich brauche,bis ich von einer Idee für einen Blogbeitrag zum fertigen Blogartikel komme. Die Idee habe ich unterwegs, aber ohne PC oder Notebook in der Nähe. Aber mein Smartphone ist immer dabei. Nun hat Google ja in die neuen Android Smartphones auch eine Spracherkennung eingebaut. Wie wäre es denn, wenn ich nun meinen Blogartikel ins Smartphone diktieren könnte und durch einmaliges Absenden via Bestätigungscodewort oder Tastendruck würde dieser Blogeintrag veröffentlicht? Wahlweise liesse sich sogar ein dabei aufgenommenes Foto mit integrieren. Das ganze natürlich location based, also der Blogeintrag wäre, wenn relevant gleich mit den betreffenden Geokoordinaten getagt?

Also ich fände das ne tolle Sache! (Wenn jemand an so was arbeitet, bitte melden, ich bin da gerne Betatester!!! Und wenns keiner entwickelt…..Hmmmmm. Ne Entwicklungsumgebung hab ich mir ja schon eingerichtet und die Spracherkennungsapi sollte nicht so schwer zu nutzen sein…….)

UPDATE: Kaum ausgeschrieben entdecke ich im Netz VLingo! Und das scheint genau das anzubieten, was ich mir wünsche. Jetzt bin ich gespannt,wie gut das Diktieren in deutsch funktioniert.

Wir wissen, wie wir arbeiten wollen. Aber wir dürfen nicht!

Und wieder meldet sich eine Studie mit einem Bild der Arbeit der Zukunft. Nichts neues, was wir da lesen. Das haben wir schon öfter gehört. PricewaterhouseCoopers titelt: „Managing tomorrow’s people: Future of work“ so berichtet Silicon.de. Na ja, das was dort drin steht, das ist doch eigentlich schon lange klar. Weniger Überstunden, mehr Wertorientierung, flexibleres ortsunabhängiges Arbeiten. Aber warum tun wir nichts ? Nun, es sind die bekannten Denkmuster, die eine Veränderung verhindern. Noch immer wird der Arbeitnehmer eher nach Anwesenheit denn nach Leistung bezahlt. Noch immer ist die visuelle Präsenz wichtiger als die Leistung. Und oftmals helfen die Gewerkschaften mit ihren überkommenen 9-17 Uhr Denkmodellen nicht wirklich weiter. Wenn ich als Softwareentwickler arbeite, dann arbeite ich an einem Problem und dessen Lösung. Und da geht es einfach manchmal nicht, mittendrin aufzuhören.

Was ich mir als Arbeitnehmer am meisten wünsche? Kreatives Arbeiten mit der Freiheit, effektiv zu sein und sich endlich vom effizienten Arbeiten zu verabschieden. Nicht mehr ausgelastet sein, sondern effektiv. Sich um die Produktion von Ergebnissen zu kümmern, anstelle nur die Mitarbeiter auszulasten 😉

Und letztlich dank Social Media und Web 2.0, dank mobilem Internet und neuen Arbeitszeitmodellen wird es kommen, aber es wird dauern. Und die jetzigen Denkmodelle von Mitarbeiterführung werden verschwinden. Weil es die Hierarchien nicht mehr geben wird. Und das ist der eigentlich Hinderungsgrund. Die da oben wollen an ihren Positionen festhalten, auch wenn sie letztlich überflüssig werden. Es wird weniger eine Revolution der Arbeitswelt. Vielmehr eine langsame, dafür aber umso beständigere Evolution.