Sind Location based Services der Tod des kleinen Händlers um die Ecke?

Eine Diskussion auf Facebook brachte mich auf dieses Thema. Dort hatte ich gepostet:
„Im Spielwarenladen genau das Fischertechnik Set finden, das man sucht: Gut. Mit dem Smartphone den Barcode scannen und den Preis bei Amazon finden, besser. Online bestellen und 40 !! Euro sparen. Unbezahlbar….. Wer jetzt noch fragt, wozu so ein Smartphone gut ist………..“

Es entspann sich eine Diskussion, ob solch ein Verhalten nicht die lokalen Händler zum Verschwinden bringt.

Dazu habe ich eine klare Meinung, die aber auch etwas mit Moral und Nachdenken zu tun hat. Ich nutze häufig den Barcode Scanner meines Smartphones, um herauszufinden, ob ich ein Produkt nicht woanders oder online günstiger bekomme.

Das ist aber nicht wirklich neu, nur dauerten solche Preisvergleiche früher länger und ich musste länger suchen. Letztlich gab es diese Art des Preise vergleichens schon lange, nur beschränkten sie sich früher meist auf grössere Städte, in denen es grössere Konkurrenz gab.
Jetzt aber, auch wiederum dank des Internets müssen auch die Händler in kleineren oder Mittelstädten mit den Geschäften in der Stadt und auch den Onlineshops konkurrieren.
Für mich ist das legitim. Wenn ich einen Preis sehe, der deutlich über dem Schnitt der Preisvorgaben der Umgebung liegt, kaufe ich nicht, ob ich diesen Preis nun aus verschiedenen Prospekten oder online kenne.

Was ich aber viel spannender finde, ich kann auch etwas über die Herstellung des Produkts, die ethischen und moralischen Aspekte des Unternehmens herausfinden.
So ist es auch schon das eine oder andere Mal geschehen, dass ich beim lokalen Händler zu einem teureren Produkt gegriffen habe, weil das teurere Produkt ohne Kinderarbeit, ohne Schadstoffe oder ohne lange Transportwege auskam. Es werden eben nicht nur die Preise transparenter sondern auch die Herstellungshintergründe.

Und ob ich nun bei der lokalen Filiale einer Spielwarenhandelskette das Produkt überteuert kaufe oder im Internet günstiger. Da muss ich sagen, halten sich meine Skrupel in Grenzen. Ich hoffe, alle wissen dass z.B. viele der angeblich so günstigen Produkte des Elektromarktes mit dem M am Anfang in Wirklichkeit sogar bei lokalen kleinen Elektrohändlern billiger sind.

Kaufen hat neben dem Aspekt des Preises immer auch einen moralischen und einen ethischen Aspekt. Und denn kann mir niemand abnehmen, aber Werkzeuge wie barcodescannerbestückte Smartphones können mir die Entscheidung einfacher machen.

Und der kleine Spielwarenhändler nebenan hat nicht nur meine Sympathie sondern auch mein Geld. Denn dort wird nicht nur verkauft, sondern auch beraten und Service geboten. Bei den Ketten ist das aber beschränkt auf Ware geben, Geld nehmen….. Dort sind die Unterschiede im Service zum Onlinedienst nur noch marginal.

Die Digital Natives verlangen eine neue IT

Viel wird zur Zeit darüber diskutiert, wie die Arbeitswelt der Zukunft aussieht, wie die Digital Natives den Umgang mit den neuen Technologien in die Unternehmen tragen.

Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist hierbei aber auch, das in der IT selbst ein frischer Wind zu wehen beginnt, oder wehen sollte.

Denn auch in der Softwareentwicklung wird sich einiges ändern. Die Digital Natives erwarten auch im Umgang mit Werkzeugen, mit Programmierrressourcen und im Teamwork die Social Media Welt. Wikis sind da nur ein erster Schritt. Wer mit Google und Blogs aufgewachsen ist, für wen es ganz normal ist, sich beständig aus dem Netz zu informieren, der interessiert sich wenig für alte, langjährig gewachsene Applikationen, die nur noch mühsam weitergepflegt werden können, aber eigentlich bereits seit langem nicht mehr dem Anspruch der Nutzer dienen.

Der neue Entwicklertypus denkt serviceorientiert. Rapid development, agile development sind dort kein Fremdwort sondern bereits fester Bestandteil des Entwicklerrepertoires.

Nicht  nur die Hardware, oft auch die über Jahre gewachsene Software ist hier oft, wie auch die Computerwoche anmerkt, den Ansprüchen der Generation der Digital Natives nicht mehr gewachsen. Die schnellen Innovationszyklen der Social Media Plattformen bedingen auch eine andere Art der Softwareentwicklung, die sich mehr an Open Source, an gemeinsam entwickelten und auch so der Bedarf besteht, schnell austauschbaren Komponenten besteht.

Das grosse Anwendungspaket wird immer mehr den kleinen, schlanken Services weichen, die sich beliebig auf webbasierten Plattformen verknüpfen und bereitstellen lassen.

Fat Clients werden immer mehr in den Cloud Diensten aufgehen, die über eine elegante aber leichtgewichtige Browserschnittstelle oder ein Gui Framework wie Eclipse genutzt werden können. Zudem lassen sich solche Anwendungen sehr einfach auch auf Mobile Endgeräte wie Tablet PCs oder Smartphones bringen.

Zusammenarbeit in virtuellen Teams, übergreifender Wissenstransfer und die Teilhabe und Teilnahme in Entwicklercommunities müssen Einzug halten, wenn man die Fachleute der neuen Generation in sein Unternehmen holen will. Wer dogmatisch an seinen bisherigen Entwicklerprozessen und Werkzeugen klebt, wird bald erfahren, dass sich die Expertn anderweitig orientieren.

Nichts ist so alt, wie der Prozess und die Technologien von heute, der Softwareentwickler von heute orientiert sich in seiner Entwicklung bereits an den kommenden Trends und baut Systeme, die sich schnell modifizieren oder austauschen lassen.

Das kann, wenn es entsprechend gewürdigt wird, ein deutlicher Vorsprung vor der Konkurrenz und damit ein Marktvorteil sein, denn derartig aufgestellte Entwicklerteams können neue Technologien hochgradig flexibel adaptieren und laufen nicht Gefahr, einmal etablierte Prozesse unhinterfragt bis in alle Ewigkeit weiter zu betreiben.

Warum der zufriedene Kunde wichtiger ist, als der Profit: Mundpropaganda 2.0

Ja, es gibt sie noch, die Firmen, die zuforderst auf die Zufriedenheit des Kunden achten und nicht auf den Profit.
Unser Autohändler ist so einer. Autohaus Weber in Schwäbisch Hall. Ich mach ja selten Werbung, aber für ihn gerne. Zunächst hat er uns nun schon unser zweites Familienauto zu einem guten Preis und mit allem Service besorgt.
Zum anderen, was viel wichtiger wiegt, der Service stimmt. Ich kann den Wagen hinbringen, werde dann vom Chef persönlich in die Firma gefahren und so gut wie alle Arbeiten dauern max. 1. Tag, obwohl der ganze Laden nur aus dem Chef, seiner Frau und einem Angestellten besteht. Er ist kein offizieller Händler einer Marke mehr, kann aber noch Fahrzeuge durch Kooperationen besorgen und bietet vollen Kundendienst an. Seine Spezialität sind weiterhin Fahrzeuge von Honda (seiner ersten Marke als Händler) und Hyundai (so hatten wir in damals kennen und schätzen gelernt). Und wenn mal was fehlt, oder wir einen Sonderwunsch haben. Kein Problem.

Dazu kommt noch, dass das ganze Unternehmen sehr familiär läuft.
Hab jetzt den Händler gleich mal bei Gowalla, Foursquare und Qype eingetragen. Und natürlich empfohlen, denn gerade für solch kleinere Firmen ist Mundpropaganda oft alles. Und mit den neuen sozialen location based Services kann man Mundpropaganda ganz anders gestalten!

Gute Beratung ist mehr wert als das „günstigste Gerät“: Unser neuer Kaffeevollautomat

Heute waren wir bei unserem lokalen Lieblingselektrofachmarkt „HEM“ und wieder wurde mir bewiesen, daß es sich lohnt etwas mehr zu investieren und auch eine gute Beratung zu bekommen als immer nur auf den billigsten Preis zu achten. Meine Frau wünschte sich einen Kaffeevollautomaten und deshalb beschlossen wir zum HEM zu gehen um uns dort über gute Geräte beraten zu lassen. Tja, daraus wurde dann eine vollständige Kaffeeverkostung mit genauester Erläuterung der vor und Nachteile der verschiedenen Geräte. Letztlich haben wir jetzt eine Nivona 770.

Der Automat macht einen wunderbaren Latte Machiatto, Espresso und Kaffee

Die Marke kannte ich zuvor überhaupt nicht. Muss aber sagen, wir sind höchst zufrieden. Ein ausgesprochen leckerer Kaffee, man kann grosse Tassen verwenden, das Gerät ist sehr einfach zu reinigen und macht einen wunderbaren Milchschaum.

Gut, die Maschine ist kein Billiggerät, aber nach einigen Erfahrungen mit vermeintlich günstigen Angeboten kann ich jedem nur empfehlen, mehr auf Qualität als auf den Preis zu achten. Einige Details an der Maschine sind sehr gut durchdacht und sie ist ihren Preis wirklich wert.
Das ist mir einen besonderen Dank an Herrn Yalcin wert. Sehr freundliche und ausführliche Beratung und der Kaffee war wirklich sehr gut 😉

Was will ich damit sagen? Auch wenn ein Händler scheinbar teurer ist als die Konkurrenz, kann es sich lohnen, etwas mehr zu investieren, wenn man dann letzlich genau das bekommt, was man möchte und in guter Qualität. Ich persönlich finde es wichtiger, das zu bekommen, was mir am optimalsten nutzt und nicht das, was gerade noch so die ihm gestellte Aufgabe erfüllt.