Gartner prophezeit 10 Veränderungen der Arbeitswelt. Ein kritischer Kommentar

Interessant, wie sich manche Themen zu gewissen Zeiten geradezu aufdrängen. Da lese ich aktuell gerade „Morgen komm ich später rein“ von Markus Albers (dessen Buch „Meconomy“ auch ein klarer Lesetipp ist). Und jetzt vermeldet Gartner 10 Veränderungen für die Arbeitswelt binnen der nächsten 10 Jahre.

Vieles, was Gartner prognostiziert, wünsche ich mir selbst, bzw. erwarte ich selbst für die Zukunft. Aber leider sind auch viele Aspekte dabei, die zwar wünschenswert sind, aber sicherlich speziell von denen, die Arbeit controllen, so nicht mal gedacht werden können.

Die Thesen mit einem Kommentar von mir:

1. De-routinization of Work

Gartner sieht hier weiterhin Aufgaben für die Angestellten, die sich aber wegbewegen von einfachen Routineaufgaben, hin zu den Aufgaben, die speziell nur der Mensch bearbeiten kann. Das ist eine positive Entwicklung, verschärft meiner Ansicht nach aber zum einen das Fachkräfteproblem, da ich jetzt sehr spezifische Skills brauche und lässt das Heer der schlecht ausgebildeten Langzeitarbeitslosen wachsen. Und es gibt durchaus auch einfache Tätigkeiten, die zwar ein Computer leisten kann, die ich aber immer noch am liebsten von einem Menschen erledigt haben möchte (Stichwort Telefonservices)

2. Work Swarms
Gartner identifiziert hier Teams anstelle von Einzelleistungen und den Schwarm, der sich nur kurzfristig aus Mitarbeitern bildet, die z.B sonst in verschiedenen Teams arbeiten aber jetzt für eine spezielle Aufgabe schnell zusammen agieren, evtl. auch nur virtuell um sich danach sofort wieder anderen Themen zu widmen. Hier wird stark die Rolle des mittleren Managements in Frage gestellt, da solch schnelle Selbstorganisation nur durch unmittelbares Agieren ohne Kontrolle von oben gut funktioniert.

3. Weak Links
Diese Verbindungen existieren schon heute, wenn man stark in sozialen Netzwerken agiert, wo man schnell und unbürokratischen Austausch pflegt. Problem wird hier wiederum der Verlust der Hierarchien sein, da hier keine Manager den Austausch kontrollieren, anfordern oder lenken können. Er entwickelt sich dynamisch aus Aufgaben und Interessen der Beteiligten.

4. Working With the Collective

Hier sind Gruppierungen gemeint, seien sie unter Kontrolle des Unternehmens oder außerhalb, die über Wohl oder Wehe eines Unternehmenserfolges mitbestimmen. Ganz klar eine solche Gruppe sind natürlich die Kunden. Aber das geht noch weiter, auch NGOs oder Meinungsbildner im Netz oder den Medien können beeinflussend wirken. Ebenso kann hier die Dynamik der sozialen Netze schnell für ein Unternehmen zum Erfolgsfaktor oder auch zum Misserfolg führen (Streisand Effekt). Ein richtiger, ehrlicher Umgang ist hier von Nöten und es gilt neue Wege zu finden, offener und ehrlicher mit Kunden wie mit Partnern zu kommunizieren, denn die Zeiten eines Unternehmens „da oben“ und der Kunden „da unten“ sind bald vorbei. Dann heisst es, die Rolle des gleichberechtigten Partners zu akzeptieren und zu verinnerlichen, will man nicht vom „Kollektiv“ ab gestraft werden.

5. Work Sketch-Ups
Gartner meint hier, dass gerade die Nicht-Routine Tätigkeiten nicht mehr nach vorgegebenen Standardabläufen bearbeitet werden. Das ist insofern nur logisch, da mich die Verwaltung und Kontrolle der Einhaltung solcher Standardverfahren viel zu viel Zeit kostet und letztlich durch den informellen Kreis das in dieser speziellen Situation optimale Verfahren angewendet wird, das durchaus auch erst im Prozess der Tätigkeit entstehen kann.

6. Spontanous work
Hier beschreibt Gartner den Horror eines jeden Controllers, da hier pro-aktive Tätigkeiten, Ideenfindung, arbeiten ohne direkten Auftrag gemeint ist. Wenn ich frei bin von Routinetätigkeiten kann ich meine kreativen Potentiale nutzen. Aber wie soll hier der direkte Nutzen gemessen werden, wer bestimmt eine „freie Tätigkeit“. Und auf welchen Posten buche ich Arbeiten, die jetzt noch gar keinen Auftraggeber haben. Andererseits stecken gerade hier, wie Unternehmen wie Google zeigen die Potentiale für neue marktfähige Ideen, die das Unternehmen wirklich voranbringen, die aber im „Alltagsgeschäft“ untergehen. Leider wird hier auch ein großes Problem sein, dass sich schnell eine Neidkultur entwickelt. Denn so hart das klingen mag. Wer sich nicht selbst organisieren kann, wer nicht die nötige Selbstdisziplin und vielleicht auch nicht das nötige Können hat, der wird neidisch auf diejenigen blicken, die frei, die kreativ arbeiten. Schon heute gibt es zwischen Kreativen und den „Echten Schaffern“ eine Neiddebatte. Die ist zwar dumm aber wird leider geführt.

7. Simulation and Experimentation
Hier kann man ganz klar sagen, ja, das passiert schon heute schon. Viele Prozesse werden heute nicht mehr im Realen durchgeführt, sondern virtuell. Eines der schönsten Beispiele sind Crashtests. Der kritische Aspekt ist, wie erhalte ich Gewissheit, dass die Simulation auch die Realität abbildet, wie schütze ich mich vor Fehlinterpretationen oder vergessenen Rahmenparametern. Und wer bezahlt mir das ganze? Auch hier wieder zeigt sich, daß die Zeit der Erbsenzähler, der Human Ressource Denker vorbei ist, will ein Unternehmen auch für die Zukunft gut aufgestellt sein.

8. Pattern Sensitivity
Wichtig. Und ein Trend in sich. Bestes Beispiel hierfür die Entwicklung zuerst der Netbooks, die von vielen belächelt sowohl den eigenen Markt gefunden haben, als auch den Markt für Notebooks zu einer Umorientierung in der Preispolitik gezwungen haben. Ähnliches geschieht bei den EBooks Readern und bei den Tablet PCs. Es wird immer wichtiger, Muster zu erkennen, die sich im Geschäftsumfeld entwickeln, und die ggf. Einfluss auf die eigene Geschäftspolitik haben können.

9. Hyperconnected
Wir sind immer vernetzter. Gartner sieht hierin heute das Problem und morgen die Lösung in dem sich Firmen ihrer starken Vernetzung innerhalb und mit den Kunden bewusst sind und diese Vernetzung fördern, statt sie unter Kontrolle halten zu wollen. Hier sehe ich zum Beispiel die sozialen Netze und die Business Netzwerke als gute Beispiele für die Richtigkeit der These. Viele meiner Tipps für Problemlösungen erlange ich durch Crowdsourcing, durch die Frage, die ich an die Netzcommunity stelle und die mir sehr oft durch jemanden beantwortet wird, der entweder selbst die Lösung kennt, oder jemanden kennt, der sie kennt, oder jemanden….

10. My Place
Mit Sicherheit für mich das Schlüsselthema der Zukunft. Die Arbeitszeitmodelle des 9-17 Uhr Jobs gelten für immer weniger Bereiche. Wissensarbeiter, gerade im internationalen Kontext können theoretisch immer und überall arbeiten. Das bedingt zum einen die Disziplin, auch nicht erreichbar, privat zu sein. Zum anderen eröffnet es aber auch ganz andere Möglichkeiten, Beruf und Familie in Einklang zu bringen, dann zu arbeiten, wenn man kreativ ist, wenn die Arbeit auch leicht gelingt, anstelle im Büro sitzen zu müssen, nur weil man nicht für das Ergebnis sondern für die geleistete Arbeitszeit bezahlt wird. Als Wissensarbeiter ist es eigentlich irrelevant, wo ich arbeite, solange ich einen Netzzugang habe, kann das auch von zu hause aus, auf Dienstreise oder im Cafe um die Ecke sein. Aber auch dies bedeutet einen Kontrollverlust für meine direkten Vorgesetzten. Sie müssen sich mehr darauf fokussieren, ob meine Aufgabe in Time erledigt wird und nicht, ob ich die vorgeschrieben Zeit gearbeitet habe. Sie müssen damit leben, dass ich beginne, effektiv zu arbeiten und aufhöre, effizient zu sein.
Ich lebe schon längst nach diesem Modell. Meinen Beruf gebe ich nicht einfach am Ausgang ab, ich recherchiere, forsche, schlicht arbeite auch, wenn ich zu hause am Rechner bin. Leider noch nicht so flexibel, wie ich es mir wünschen würde aber ich bin da zuversichtlich. Oder um es mit Markus Albers zu sagen: „Morgen komm ich später rein“, diesen Satz hoffe ich, in Zukunft wirklich mal auch bei mir im Büro sagen zu können 😉

Alles in allem ein paar gute Punkte, ich zweifle jedoch, ob alle so einfach umsetzbar sind und daher wirklich in 9-17 Uhr Unternehmen ankommen werden. Denn bei all diesen Punkten muss eins am Anfang stehen. Ein Umdenken im Umgang mit den Mitarbeitern, ein Umdenken im Umfang des Kontrollwahns und das Bewusstsein, dass man auch in der Arbeitswelt loslassen muss, um wirklich gutes zu leisten. Der Flow ist auch für den Angestellten ein Gewinn. Wenn er zugelassen wird.

Letztlich trifft es das Bild, das Albers in seinem Buch „Meconomy“ zeichnet doch meiner Ansicht sehr gut. Auch wenn ich Angestellter bin, werde ich in Zukunft immer mehr wie ein Freiberufler arbeiten, mit flexibleren Arbeitsorten und Zeiten, mit neuen Arbeitsmodellen und ggf. auch mit anderen Denkmustern, was die Trennung von Privat und Beruf angeht. Ob wir das wollen, kann ich nicht sagen, ich will es, wenn es von beiden Seiten gelebt wird. Denn für mich stellt all dies einen klaren Schritt hin zu einer erfüllenderen, und auch zu einer familienfreundlicheren Arbeitswelt dar. Wenn auch ich als Arbeitnehmer mehr Verantwortung übernehme. Auch und gerade beim Planen von Auszeiten, bei Quality Time und beim beachten meiner „Work Life Balance“.

Update: Auch Stefan Pfeiffer bespricht in seinem Blog die Studie von Gartner und zeigt, dass in innovativen Unternehmen wie der IBM vieles davon schon längst gelebt wird.

Auch die National Geographic Society nutzt Crowdsourcing

Nachdem ich vor kurzem bereits moonzoo und andere Projekte aus dem Zooniverse vorgestellt habe, jetzt eine neue spannende Anwendung von Crowdsourcing: Mongolia, Valleys of the Khans sucht Freiwillige, die im Rahmen des Crowdsourcing helfen, auf Satellitenaufnahmen historische Objekte zu finden. Das ist für mich immer wieder eine Chance, mein Interesse an Wissenschaft und Forschung im realen Einsatz in den Dienst der guten Sache zu stellen. Schon direkt nach meinem Studium habe ich sowohl zwei Wochen meines Urlaubs als auch über tausend Euro investiert, um damals bei einem Projekt der Earthwatch Gesellschaft bei der Beobachtung von Walen und Delphinen in der irischen See zu helfen. Bis heute verbinde ich mit dieser Expedition ganz besondere Erlebnisse, ganz besondere Menschen, die aus allen Teilen der Welt zusammen gekommen sind, um einem Wissenschaftler zu helfen,Wale und Delphine zu schützen. Und wir durften aktiv mitarbeiten, nicht als „Wasserträger“ sondern mit allen klassischen Mitteln der Forschung! Ich bin immer wieder mit Begeisterung dabei wenn es darum geht, wissenschaftlich zu arbeiten, jenseits von Profitdenken und Return of Investment 😉

Ein Film als Social Media Experiment: „Life in a Day“

Interessantes Experiment, wenn wirklich hinreichend viele Menschen mitmachen: „Life in a day“

Der 24. Juli soll via grossem crowdsourcing Experiment in einem Dokumentarfilm festgehalten werden.

Wie kann man mitmachen? Am 24. Juli hat jeder 24 Stunden Zeit, einen Ausschnitt seines Lebens aufzunehmen und auf YouTube im „Life in a Day“ Channel bereitzustellen.

Kevin McDonald, der mehrfache Oscar Gewinner wird dann die besten Aufnahmen zu einem Dokumentarfilm zusammenstellen. Dieser wird von Ridley Scott produziert. Präsentiert, wird der Film dann auf dem berühmten Sundance Festival 2011. Wer einen Ausschnitt beigesteuert hat, der es in den finalen Film schafft, wird in den Credits genannt und gehört vielleicht sogar zu den 20 ausgewählten Beitragenden, die bei der Premiere anwesend sein werden.

Ich finde, ein spannendes Konzept und ich werde sicher einen kleinen Beitrag dazu steuern.

Astronomie als Event. Wie man Kinder an die Wunder des Weltalls heranführt und warum Open Source hier eine entscheidende Rolle spielt

Ich bin begeisterter Amateurastronom. Zwar sehr rudimentär, aber ich arbeite daran. Mit einem Celestron Teleskop abends die Planeten, den Mond und die Sterne zu beobachten ist immer wieder faszinierend. Und man kann diese Faszination dank Computertechnik aus seinen Kindern sehr gut vermitteln. Zum einen gibt es wundervolle Astronomiesoftware als OpenSource.
Ans Herz legen kann ich hier vor allem Stellarium, das ein sehr realistisches Bild des Himmels darstellt

Es wird auch der Boden eingeblendet, um eine möglichst realistische Darstellung des Abendhimmels zu erreichen.

und zudem die Möglichkeit hat, die motorgetriebenen Teleskope von z.B. Celestron anzusteuern und auszurichten. Dort kann man dann auch die Bewegungsprofile von Satelliten mit einblenden. Ein guter Überblick über Software , die zum einen als Planetarium fungiert, zum anderen auch die Flugbahnen von Satelliten darstellen kann, findet sich auch unter „CelesTrak„. Herausheben möchte ich das von mir sehr gerne genutzte Satscape,

Satscape
Die Flugbahnen werden auf Wunsch auch auf eine 3D Darstellung der Erde projeziert.

das neben der Darstellung der Satelliten auf einem 3D Globus auch noch eine Sprachausgabe anbietet, so daß man bei der Sternenbeobachtung direkt angesagt bekommt, ab wann die z.B. die ISS am Nachthimmel sichtbar ist. Und bevor jetzt wieder jemand sich beschwert, woher das Geld für ein so teures Teleskop nehmen. Mal bei Amazon vorbeischauen, bei den Warehouse Deals kann da helfen. So kam ich für die Hälfte des Originalpreises an ein Celetron Einstiegsteleskop mit Computernachführung.

Multimedial wirds bei NASA und ESA. Dort gibt es viele beeindruckende Fotos, Filme und bei der NASA zudem NASA TV. Dort beobachten wir immer gerne die Live Übertragungen der Shuttle Starts und die Berichte von der ISS. Man kann hier live die Arbeit der Astronauten verfolgen. Und wer selbst als Amateur mithelfen will, findet unter Spacehack einiges an Möglichkeiten, sich aktiv an der Erforschung des Weltalls zu beteiligen.

Ich zum Beispiel helfe gerne gelegentlich bei der Kartographierung des Mondes, der Analyse von Staubpartikeln der Stardust Sonde oder der Beobachtung von Sonnenstürmen, alles zu finden im Zooniverse. Find ich viel spannender als dröges Fernsehen am Abend. Und wenn ich mir dumme Sendungen im Fernsehen spare und hochrechne, wie lange der Durchschnittdeutsche täglich vor dem TV sitzt (bis zu 4 Stunden täglich) dann habe ich pro Woche mindestens 28 Stunden für intelligentere Tätigkeiten als TV Starren.

Web 2.0 und das Ende des Überwachungswahns der Arbeitgeber. „Wenn ihr uns nicht traut, trauen wir euch auch nicht“

Heute titelt die „Computerzeitung“ Erste Gehversuche mit der Generaton Y
Angeblich schätzen Arbeitgeber die nach 1980 Geborenen dergestallt ein, dass sie flexiblere Arbeitszeiten und Zugriff auf neueste Technologien fordern.
Aber wieso eigentlich nur die nach 1980 geborenen. Das erwarte gerade ich als Informatiker für jeden, der in oder mit den Technologien des 21 Jahrhunderts arbeitet. Aber hier zeigt sich auch wieder die kognitive Dissonanz der Arbeitgeber. Zwar glauben sie vermutlich diesen Thesen, doch sind die wenigsten bereit, sie auch in der Realität bereitzustellen.
Aber das wird die nachfolgenden Generationen irgendwann nicht mehr interessieren. Um so mehr die neuen Technologien wie Cloud Computing und Mobile Computing auch im privaten Bereich erschwinglich werden umso weniger interessiert den Arbeitnehmer, was sein Arbeitgeber ihm zur Verfügung stellt. Er wird auf eigene Initiative ohne die Zensurfilter der Arbeitgeber ins Netz gehen, sei es mit IPad oder Smartphone, mit Netbook oder Notebook.
Eines verkennen die Arbeitgeber nämlich immer noch. Die Macht des Arbeitnehmers in seiner Rolle als Konsument.
Vieles geschieht ausserhalb des Kontrollbereichs der Unternehmen. Und der Mensch ist letztlich kein Homo Oeconomicus. Im geht es vielmehr um die Möglichkeit,frei und selbst zu entscheiden und sich sein Leben nach den eigenen Wünschen und Hoffnungen zu gestalten. Und wenn das Unternehmen da nicht mitzieht, bleibt es in Zukunft bei der Kommunikation der Arbeitnehmer immer mehr außen vor. Schon heute knüpfe ich viele Kontakte, erfahre viel über die neuesten Technologien durch meine sozialen Netzwerke. Und diesen Zugang habe ich über ein Smartphone, weil leider viel zu oft genau die Informationen gesperrt sind, die ich für eine aktuelle Problemstellung brauche.

Crowdsourcing im Unternehmen, das Ende des Herrschaftswissens

Auch im Unternehmen muss man sich in Zukunft daran gewonnen, dass die normalen Hierarchien des Wissens zunehmend durch die neuen Technologien abgelöst werden. Jeder kann sich immer schneller informieren, Google und Wikipedia sind auf den meisten Smartphones verfügbar und somit kann der übliche „Fachexperte“ im Unternehmen immer seltener mit Buzzwords einen Blumentopf gewinnen. Schon heute sind die „unteren Etagen“ der Unternehmen bereits besser informiert, als die in ihren Managementgeschwängerten Führungsetagen beheimateten Zahlenverwalter (Manager). Wenn ich als Mitarbeiter bereits Folien vereinfachen muss, damit sie mein Vorgesetzter versteht, dann ist in Zeiten des Crowdsourcing der Weg nicht mehr weit zum kompletten Umgehen der Verwaltungsebenen. Warum? Der grosse Vorteil ist die Beschleunigung. Heutzutage ist man als Entwickler und „einfacher Mitarbeiter“ oft mehr damit beschäftigt, verschiedenste Exceltabellen und Zahlengräber fürs Management zu produziern, als wirklich zu arbeiten. Wenn hinter mir dauernd jemand steht, der für die Softwareentwicklung die vor mir liegt wissen will, wie viele PT ich dafür brauche, möchte ich ihm am liebsten zurufen. „So viele bis ich fertig bin, stupid.“ Es gibt nun mal keine festen Zahlen für die Aufwände zur Entwicklung von etwas neuem. Und wer glaubt, mit immer mehr Kontrolle und Überwachung der Mitarbeiter, wird man besser, wird früher oder später erleben, wie sich gerade die besten Köpfe nach anderen Tätigkeiten umsehen. Früher war es leicht, als Management von oben herab zu agieren, heute ist das Wissen in der Crowd und wer das ignoriert, verliert.

Der Experte von heute muss vor allem auf das Wissen der vielen reagieren und den Katalysator bilden. Denn er ist längst nicht mehr der Inhaber des technischen Wissens. Er ist vielmehr der Verwalter und Koordinator geworden.