Amazon und der Skandal der Scheinheiligkeit

Hallo ihr da draußen, die ihr euch so herzlich über die ARD Doku zu den Zuständen bei Amazon aufregt.

Mal wieder runter kommen. Vor allem all jene, die jetzt zum Boykott von Amazon aufrufen. Wie wäre es dann damit, auch mal über einen Boykott der Post (miese Bedingungen bei Zulieferern), vieler Smartphone Hersteller (Stichwort Foxconn) oder auch bei Discountern (Preisdruck auf Produzenten) nachzudenken? Am besten wäre es ja, den Konsum ganz einzustellen. Damit ist dann zwar auch keinem einzigen Mitarbeiter geholfen, dem es dort dreckig geht, aber man hat halt für sich ein Zeichen gesetzt und sein Gewissen beruhigt. Und mal ganz ehrlich. Ich bin mir sicher, auch wenn alle, die in den sozialen Medien jetzt „Boykott“ brüllen, nicht mehr bei Amazon einkaufen würden, spürbar wäre das für einen global agierenden Konzern wie Amazon kaum.

Für mich sind Boykotts so ähnlich wie die von der Leyenschen Stoppschilder. Ich kauf da nicht mehr also passiert da auch nix mehr, weil jetzt ja deren Umsatz zusammenbricht.

Just my two cents.

Und ich werde weiterhin bei Amazon bestellen, aber auch weiterhin ein Auge drauf haben, wie sich deren Bedingungen entwickeln. Denn das ist etwas, das wir Blogger tun können, um etwas zu bewegen. Den Finger länger auf der Wunde halten, als es die öffentlich rechtlichen unter dem Druck der Quote tun. Denn bei einem könnt ihr sicher sein. In einem Monat ist das Thema allerspätestens aus den Medien verschwunden.

 

Next stop re:publica. 3 Tage live blogging ahead

Ja, es ist wieder so weit. Das grösste Klassentreffen der deutschen Bloggerszene beginnt. Die re:publica, an neuer Location. Und dieses Mal, wie schon die letzten Male werde ich hier live bloggen. Allerdings mit einer Besonderheit. Am Donnerstag werde ich vom Besucher zum Helfer. Denn die letzten beiden Besuche haben mir so viele neue Impulse, Kontakte und Inspirationen gegeben, dass ich dieses Jahr beschlossen habe, auf meine Art Danke zu sagen. Ihr werdet mich also am 2. Tag als Helfer bei der Akkreditierung von 9-17 Uhr finden. Wir sehen uns!

Und für alle, die wie ich heute abend zum #Simyotour revival geladen sind. Ich freu mich auf euch!

Bloggen ist Punk

Wir bloggen, weil wir es können oder doch zumindest wollen. Weil wir etwas mitzuteilen haben, oder weil wir einfach nur schreiben, was uns auf der Seele brennt. Wir denken vielleicht an den Leser, vielleicht auch nur an das, was uns bewegt.

Sprache ist unsere Waffe oder unser Trost. Wir versuchen uns mitzuteilen oder uns von der Seele zu schreiben, was uns bewegt.

Nicht weil wir Journalisten sind, nicht weil wir Dokumente, Titel oder Auszeichnungen haben, die uns zu Journalisten machen oder zu Autoren.

Nicht, weil wir zum Schreiben berufen wurden, sondern weil wir einen Drang, einen Wunsch haben, uns mitzuteilen. Weil da etwas in unseren Köpfen brodelt und nach draußen will. Weil Gedanken, Ideen, auch blanke Wut sich in Worte kleiden wollen, weil wir hoffen, bitten, erflehen, dass vielleicht da draußen jemand ist, der ähnlich denkt wie wir. Das unsere Gedanken Relevanz haben, dass sie Resonanz erzeugen und Rückmeldungen kommen.

Wir wünschen uns den Diskurs und hassen ihn, weil er anstrengt. Aber wir lieben ihn auch, weil er uns zeigt, dass was wir denken doch von Bedeutung ist. Weil es Richtung gibt oder Richtungslosigkeit erträglicher macht.

Wir halten uns an Regeln oder brechen sie, stellen neue auf und kämpfen darum.

Wir sind Punk, den unsere Blogs sind Punk. Die Regeln machen wir in unseren Blogs, aber schon das nächste Blog kann sie zerstören und aus den Trümmern etwas neues bauen.

Bloggen ist Punk.

Vom richtigen Timing beim Veröffentlichen von Blog Artikeln

Eine Weile habe ich mich gefragt, warum manche meiner Artikel sehr schnell retweetet wurden, manche garnicht.
Klar, zuerst vermutet man: Der Artikel war halt nicht sehr relevant. Aber auch relevante Themen fanden erst ab einer bestimmten Tageszeit wirklich Verbreitung. Jetzt nutze ich aktiv die Einstellungen zum Publizierungstiming von WordPress. Sofort poste ich brandaktuelle Themen, die gerade auch auf Twitter oder Facebook hochgepuscht werden. Themen, die etwas mehr Lesezeit oder auch etwas mehr Nachdenken brauchen lege ich mittlerweile in die frühen Morgenstunden, auf die Mittagspause der meisten Büros oder auf den Abend.

Wenn möglich ist es auch spannend, die Seitenstatistiken auszuwerten und zu prüfen, wann man die meisten Besucher im Blog hat. In diese Zeitfenster lohnt es sich dann, lesenswertes, wichtiges zu publizieren.

Damit kann ich zum einen die Zielgruppe etwas steuern, die mein Posting liest, zum anderen kann ich brandaktuelles länger prominent stehen lassen, ohne es gleich durch den nächsten Blogeintrag abzuschwächen.