Hallo Hersteller: Bitte weniger Smartphones!

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Selbst das älteste Gerät in diesem Bild, ein knapp 2 Jahre altes Nexus kommt noch mit der gesamten neuen Softwarepalette klar. Wie wäre es also mal mit „weniger ist mehr“?

Laut AllaboutSamsung sind die Verkäufe des S4 Mini weit unter den Erwartungen. Die Frage ist nur, unter welchen? Wenn ich sehe, in welchen mittlerweile nahezu irrsinnig schnellen Zeiträumen das neueste Smartphone bereits wieder zum alten Eisen gehört kann ich den Herstellern nur raten. Macht langsamer.

Denn letztlich bedingt das vor allem eine Reaktion. Ich kümmere mich erst mal nicht mehr um den Smartphone Markt, wenn ich mir schon nach wenigen Wochen vor Augen führen lassen muss, dass mein Gerät bereits veraltet ist, kaum dass ich es gekauft habe.

Das Galaxy S4 ist eigentlich immer noch ein Top Smartphone aber schon kursieren Gerüchte, Samsung wolle im Januar das neue vorstellen.

Nach nicht einmal einem Jahr! Da sage selbst ich als Technikgeek, NA UND? Das neue kann gar nicht so viel bieten, dass die Software das ausreizen könnte. Und schon ein Jahresrhythmus bei neuen Geräten ist nur für die wirklichen Technikfans interessant, werden die Geräte jetzt im Halbjahresrhythmus ausgetauscht, sorry, dann bin ich auch raus. Dann wird halt nur noch jedes zweite oder dritte neue Gerät einer Serie betrachtet. Wenn ich mir das Nexus meiner Frau ansehe (nein, nicht das Nexus 4, das Nexus) dann muss ich sagen, es läuft ALLES, was momentan an interessanten Apps auf dem Markt ist hervorragend darauf, das Betriebssystem ist aktuell, die Performanz hervorragend und dank Wechselakku brauch ich mir auch keine Sorgen um evtl. abfallende Batterieleistung zu machen (gleiches gilt übrigens auch fürs Note 2 meines Sohnes und mein Note 3 sowie das S3 Mini der Tochter, ich würde IMMER zu Wechselakkus raten).

Auch die Verkaufszahlen des IPhone 5c scheinen weit unter den Erwartungen zu bleiben, wundert nicht, wenn bislang die Apple Käufer doch stets hohen Wert auf Wertigkeit und gutes Design legten, warum sollen sie dann ein Billigplastik Smartphone mit billigen Kitschfarben kaufen?

Und auch die inflationäre Variantendichte von verschiedenen Smartphones ist mittlerweile geradezu lächerlich. Weniger ist mehr, und es gibt Erkenntnisse aus der Konsumentenforschung, die besagen, dass Kunden zufriedener sind, wenn die Auswahl begrenzter ist. Also reduziert, verlangsamt un baut lieber wieder qualitativ hochwertige Geräte, die nicht kurz nach dem Erscheinen schon die ersten Fehlerbehebungen benötigen!

 

 

Zuviel des Guten: wenn Auswahl schädlich ist

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Auswahl muss sinnvoll sein, sonst macht sie unglücklich.

Schon Miriam Meckel hat es in ihrem Buch „Das Glück der Unerreichbarkeit: Wege aus der Kommunikationsfalle“ thematisiert und ich finde, es nimmt so langsam überhand. Die Menge an Smartphones, die Hersteller wie Samsung auf den Markt werfen, könnte irgendwann zurückfeuern und ist meiner Ansicht nach auch ein weiterer Grund für den Erfolg des IPhones.

Bei aller Begeisterung für neue Technologien, wer soll als Kunde hier noch den Überblick behalten? Und warum soll ich mir ein neues Smartphone anschaffen, wenn bereits beim Kauf das Gerät veraltet ist? Dann kann ich ja gleich bei meinem „alten“ Gerät bleiben, so lange es für mich all das tut, was es soll.

Das Dilemma der zu großen Auswahl und des damit vorhandenen Problems, eigentlich mit keinem Produkt zufrieden zu sein, kennt die Wissenschaft schon länger.

Aber offensichtlich scheinen es die Produktverantwortlichen in den Chefetagen nicht wahrnehmen zu wollen. Stehe ich vor einem Regal mit drei oder vier Varianten eines Produkts, die sich zudem noch deutlich voneinander unterscheiden, dann fällt mir die Auswahl leicht. Bei 30 oder gar 300 Variationen ist es extrem schwer, das Gefühl zu bekommen, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Und dann wende ich mich tendenziell Herstellern zu, die mir klarere Auswahlmöglichkeiten bieten.

Deshalb halte ich Samsungs Flut neuer Formfaktoren, neuer Gerätekategorien für falsch. Besser, Konzentration auf ein oder zwei Geräte pro Formfaktor, damit kann der Kunde zwischen wirklich verschiedenen Geräten wählen und bleibt der Marke treu, die er klar für sich als geeignet erkennt. Bei großer Auswahl ist er nie wirklich sicher.