Mein Fazit vom Social Business Jamcamp der IBM: Es hat gerockt (oder besser, gejamt)

Die Bühne, auf der auch ich vortragen durfte. Ja, die war auch in Real so stylisch.

Am 20. Oktober war auch ich dabei beim Jamcamp der IBM. Als Zuhörer aber auch als Vortragender. Spannende Themen rund um die Möglichkeiten einer mobilen Arbeitswelt und Crowdsourcing als gänzlich neuer Aspekt der Arbeitswelt von morgen haben mich doch stark darin bestätigt, mich weiterhin intensiv mit dieser Fragestellung zu befassen.

Und ja, wir haben technologisch heute die Möglichkeit, komplett unabhängig von Ort und Zeit zu arbeiten. Aber es bedarf eines Kulturwandels, der, wie mir Diskussionsteilnehmer bei meiner Breakout Session dankenswerterweise aufgezeigt haben, weit über die Arbeitswelt hinaus gehen muss. Arbeit muss völlig neu bewertet werden und gesellschaftlich mehr nach ihrem Effekt denn nach der aufgewendeten Zeit gesehen werden.

Ich live während meines Vortrags
Ich live während meines Vortrags - Foto: Netmedianer

Und was ich ebenso mitgenommen habe: Der Kunde hat durch die sozialen Medien immer mehr Relevanz für die Entscheidungen des Unternehmens.

Es genügt nicht mehr, Fans auf Facebook zu sammeln, viel wichtiger ist relevanter Content, der auch auf Augenhöhe geliefert wird. Marketing als Einwegkanal ist vorüber, jetzt ist echter Dialog gefragt.

Watch live streaming video from ibmwebcastgermany at livestream.com

Mein Vortrag ist ab 01:58 zu sehen.

Ansonsten kann ich der Orga für das gesamte Ambiente, die Settings, das Equipment für die Präsentatoren nur ein höchstes Lob aussprechen. Dank auch an @digialnaiv Stefan Pfeiffer für das erneute Vertrauen in mich als Vortragenden. Sehr gut gemacht. Ok, eine Anmerkung, aber die gabs ja schon öfter. Das nächste Mal muss definitiv der Twitter Nick auf das Namensschild.

 

Als wäre es für mich bereitgestellt worden 😉

 

Und zum Abschluss noch ein schönes Zitat aus meinem persönlichen Highlight des Tages, dem Vortrag von Gunter Dueck: „Nicht nur mehr Leute mit Abitur, sondern die Bildung eine ganze Stufe heben.“ Definitive Zustimmung von einem INFP (Die Zuhörer wissen, was gemeint ist ;))

Und eine persönliche Erkenntnis: Blogger sind INFP und suchen nach Relevanz/Bedeutung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

NXTDroid: Android Smartphone Lagesensor als Mindstorms Roboter Fernsteuerung

Es gibt doch immer wieder coole Entdeckungen: So zum Beispiel die APP NXTDroid für Android Smartphones.

Damit lässt sich der Lego Mindstorms Roboter via Bluetooth fernsteuern, in dem man den Lagesensor des Android Smartphones als Steuerung nutzt. Kippen nach vorne, Bewegung nach vorne, kippen nach hinten, Bewegung nach hinten, kippen nach Rechts, Rechtsdrehung, nach Links, Linksdrehung.

Einfach und sehr genial, die Kinder und der Herr Papa haben damit viel Spass.

Im ersten Video steuert mein jüngster Sohn, im zweiten meine Tochter den Roboter mit dem Samsung Galaxy Tab.

Einfach eine klasse Idee von Lego!

 

Weleda stellt klar: „Wir betreiben keine Fake-Accounts“

Nachdem die Recherchen von Susanne Popp jetzt ja doch für einiges Aufsehen in der Social Media Szene gesorgt haben, meldet sich jetzt Weleda zu Wort und dementiert jegliche Manipulation ihrer Fan Seiten.
Welche Schlüsse lassen sich aus diesem Fall ziehen?

Zum einen hat Weleda hier richtig reagiert, in dem es zu den Vorwürfen Stellung nimmt. Letztlich merkt man aber auch, dass soziale Netzwerke gerade wenn sie auch mit anonymen Accounts arbeiten, nicht gefeit vor Vorwürfen sind und gleichzeitig eine Kontrolle des Verhaltens und dem Vermeiden von Betrügereien lassen sich schwer verhindern und Authentizität von Nutzern lassen sich schwer nachvollziehen.

Möglicherweise liegt hier auch einer der Gründe für die Klarnamenpflicht, die Google+ weiterhin verlangt. Möglicherweise liegt dahinter das Interesse, die Qualität der Postings auf einem höheren Niveau zu halten. Denn was auch ich in meinem Blog zu spüren bekam. Sobald man anonym posten kann, werden die Texte sehr schnell persönlich und beleidigend. Das ist aber kritisch, gerade für ein Unternehmen, das ja von einem positiven Image lebt.

Es bleibt zu beobachten, wie die Geschichte sich weiter entwickelt. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Es mag Fake Postings gegeben haben, jetzt wäre es aber für alle Beteiligten zuallererst an der Zeit, in Kontakt miteinander zu treten und die Sache auf einem ruhigen und sachlichen Level zu klären.

Spielen, Innovation und der Schaden durch Wirtschaftsstudenten

Warum sind wir mittlerweile in vielen IT Bereichen weniger innovativ als Copycats? Nun, vieles hängt sicher damit zusammen, dass bei uns neue Internet Unternehmen oft von Wirtschaftsstudenten gegründet werden. Da geht es dann nicht darum, dass etwas völlig neues entwickelt wird, da soll nicht Technologie vorangebracht werden, nein, da geht es ums Geld verdienen.

Ich glaube schon lange nicht mehr wirklich an den angeblichen Innovationsstandort Deutschland. Es ist ein Ingenieursstandort, wo bestehendes verfeinert wird, im Auftrag von Erbsenzählern, deren primäres Ziel nicht die Verbesserung des Produkts oder gar, Gott bewahre eine Verbesserung des Lebensumfelds der Gesellschaft ist, sondern der eigene Profit. Man sieht das sehr gut an mieser Qualität von Zügen, die an die Bahn geliefert werden, von Stromkonzernen, die lieber Schrottreaktoren des Profit wegens weiter betreiben, als innovative neue Energiekonzepte zu erforschen und generell daran, dass wir Hochschulen und Forschung immer mehr nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten messen und damit der Grundlagenforschung, die nicht nach rein wirtschaftlichen Interessen trachtet immer mehr das Wasser abgraben.

Immer mehr Forscher wandern ins Ausland ab, immer mehr hochqualifizierte suchen neue Herausforderungen bei den Nachbarn. Warum ? Weil bei uns die Manager und Bürokraten und ja,leider auch die Bankmanager viel mehr über Innovation entscheiden als die Technologen, die um Machbarkeit und Möglichkeit wissen.
Noch gelten wir als Innovationsstandort, aber meiner Ansicht nach sind wir das schon längst nicht mehr und halten nur eine Fassade wie einst die potemkinschen Dörfer aufrecht, damit man in die deutsche Wirtschaft weiterhin investiert. Wirkliche Innovation wandert längst ab. Wir müssen wieder den Ingenieuren, den Technikern, den Informatikern die Macht zur Innovation geben, statt Revision, Rechn ungswesen und Shareholdervalue über die Weiterentwicklung unserer Technik unserer Online und Offline Welt entscheiden zu lassen. Die grössten Innovationen entstanden durch Menschen, die nicht nach Gewinn strebten, sondern nach Verbesserung, Erleichterung und ja nach Spass.

Der Spass muss zurück in die Technik, lassen wir uns nicht den Spass von geldgeilen Bürokraten verderben. Die besten Entwicklungen sind aus Spass aus Freude am Experimentieren entstanden. Genau das aber treiben erbsenzählende Wirtschaftwissenschaftlich verdorbene Managementfuzzis uns immer mehr aus. Wer ROI und Shareholder Value für wichtiger als Erneuerung, Weiterentwicklung hält, wer Oberflächen und Software mit den Techniken von heute, oder noch schlimmer von gestern entwickeln lässt, wer sich damit brüstet, keinen Computer zu brauchen, oder kein Smartphone, der ist weder besonders intelligent noch modern. Er ist lediglich ein Dinosaurier von gestern, der sein eigenes Aussterben zur Kunst stilisiert.

Lassen wir uns den Spass am Spiel, am Experiment nicht verbieten. Technik ist da, um genutzt zu werden, auch und gerade für Dinge, für die sie ursprünglich nicht vorgesehen war. Der grösste Antreiber für die Entwicklung neuer PC Hardware sind die immer detailreicheren Spiele. Der grösste Antreiber für die Entwicklung im Internet sind die kreativen Köpfe, die die Möglichkeiten der Vernetzung und der sozialen Netzwerke ausloten.

Deutschland mag ein Ingenieursland sein. Innovationsland kann man es nur noch immer eingeschränkter nennen. Und daran sind auch die Ackermänner der deutschen Wirtschaft und die Hundte schuld, die Profit vor Innovation, Wirtschaft vor Gesellschaft stellen.
Noch…… denn, vielleicht war occupywallstreet erst der Anfang. Vielleicht braucht es auch ein occupyeconomy und occupybusiness. Damit wieder die Wirtschaft für den Menschen und nicht länger der Mensch für die Wirtschaft da ist. Damit wieder 99% relevant sind, nicht länger 1%.

Update: Interessant, dass passend zum Thema Motivation und Spielen gerade ein passender Artikel aufgetaucht ist: Das Wall Street Journal berichtet: Latest Game Theory: Mixing Work and Play

Die Provokation zum Sonntag: Warum Apple möglicherweise in Wirklichkeit Samsung wegklagen will

Ein Kommentarthread auf Google+ brachte mich auf folgenden, vielleicht provokanten aber möglicherweise gar nicht so abwegigen Gedanken. Vielleicht geht es Apple im Moment gar nicht um die Patente (die gab es schon länger und schon länger Tablets mit runden Ecken etc. alles ja schon bekannt).

Vielleicht steckt dahinter folgende Überlegung:

 

There is more to the tablet market than only the IPad2

 

Jobs steckt(e) nicht dahinter. Er hatte sich in einem früheren Interview ja selbst mal zum „Stehlen und verbessern“ bekannt. Das war möglicherweise schon Vorbereitung für den Übergang. Mit dem Bewusstsein, dass Cook nicht der Charismatiker ist wie Jobs…. Und das es keine wirklich NEUEN Produkte fürs Weihnachtsgeschäft 2011 gibt.

Denn im Moment gibt es diverse echte Konkurrenten zu IPad und IPhone auf dem Markt. Und die kommen meist von Google/Android. Wenn man jetzt die Öffentlichkeit durch die Klagewelle verunsichert, denkt sich der eine oder andere. Bleib ich doch beim Big player.

 

Just my two cents aber so abwegig ist das meiner Meinung nach nüchern betrachtet gar nicht