Das Internet als Helfer für den Mittelstand

Der Informationbroker der "Neuzeit": Portale, die spezifische Übersichten über Produkte bieten

Viele mittelständische Unternehmen können sich keine aufwändige IT oder großen Rechercheaufwand im Internet leisten. Hier bieten gerade die neuen Cloud und Crowdsourcing Dienste meines Erachtens einen hervorragenden Ansatz, Zeit und Geld zu sparen und dennoch an qualitativ hochwertige Informationen zu gelangen.

Dabei sehe ich eine wichtige Rolle bei den Portalen, die Informationen zu bestimmten Produkten und Kategorien sammeln und aufbereiten. Ein sehr schönes Beispiel einer solchen Plattform ist Softguide, der zum Beispiel verschiedenste ERP-Systeme auf www.softguide.de auflistet.

Auf der Plattform können Anbieter ihre Systeme eintragen und potentielle Kunden eine Übersicht über die verfügbaren Systeme, sortiert nach betrieblichem Anwendungsgebiet, ebenso wie nach verfügbaren Plattformen erhalten.

Sehr interessant dürfte hier auch die Möglichkeit sein, direkt auf der Plattform eine Ausschreibung einzustellen, sollte keines der angebotenen Pakete dem entsprechen, was das Unternehmen sucht.

Gerade im immer breiter gefächerten Angebot an Lösungen ist es meiner Ansicht nach, ähnlich der journalistischen Tätigkeit des Sammelns und Bewertens von Informationen von immer größerer Bedeutung, einen Überblick anzubieten, der es möglich macht, auch kleinere Anbieter zu finden, die manchmal zwar nicht die großen Pakete liefern können, aber durchaus spezifische Lösungen bereitstellen, die ggf. in ihrer Größe eher zu einem Mittelständler passen als die Standardlösungen der prominenten Anbieter.

Sehr interessant auch, dass auch die sozialen Medien von diesen Plattformen mittlerweile ernster genommen werden. So findet sich Softguide nicht nur im Netz mit eigenem Auftritt sondern ist ebenfalls auf Facebook UND Twitter vertreten.

Zudem ist auf der Plattform auch die Möglichkeit vorhanden, weiteres Infomaterial herunterzuladen, ein Softwareexpose oder sofern vorhanden auch eine Demoversion der Software herunterzuladen.

Insgesamt sehe ich Plattformen wie Softguide auch wenn die Szene momentan sehr stark auf Sharing setzt immer noch für sehr wichtig an, sofern sie sich zusätzlich auch mit den sozialen Diensten vernetzen. Dann ist es möglich, trotz einer Unmenge von Daten und Diensten den Überblick zu behalten, auch wenn man nicht über die Ressourcen für eine aufwändige Internet Recherche verfügt.

Letztlich sind solche Plattformen Informationbroker, die im Netz verfügbare Quellen zusammenfassen und aufbereitet zur Verfügung stellen. Und durch die Anbindung in die Social Media Plattformen werden diese Informationen dann auch einfach gefunden.

Social Media ausmisten: Denn weniger ist mehr

Ich gestehe, ich bin, auch durch mein großes Interesse am Thema Social Media und Vernetzung auf vielen Plattformen angemeldet. Aber jetzt ist wieder so ein Punkt, an dem ich mich von einigen verabschieden werde, weil sie mir einfach keinen Mehrwert bieten. Diesmal trifft es vor allem diverse Mobilplattformen.

Bei mir fallen unter die Kategorie, kein wirklicher Mehrwert Path, weil ich nicht auf mehreren Plattformen meinen Status pflegen will und mir die Circles von Google+ reichen. Banjo, weil es nicht wirklich interessant ist, wer in meiner Umgebung aktiv ist, wenn ich diese Status auch über die entsprechende Plattform App direkt bekomme. Wuala, weil die anfänglich tolle Idee, Plattenplatz im Netz zu teilen und dadurch selbst mehr Platz zu bekommen leider aufgegeben wurde. Pinger, weil Whatsapp mir völlig genügt. Oh, und übrigens. SMS ist bei mir auch ein Medium, das ich nur noch benutze, wenn es gar nicht anders geht. Und diese Momente sind sehr selten geworden.

Mein Hauptfokus beschränkt sich auf 4 Plattformen: Facebook, Google+, Twitter und Pinterest. Und selbst Pinterest steht unter „Beobachtung“ weil ich eigentlich über picplz die meisten Bilder mit meinen sozialen Netzwerken automatisch teile. Lediglich als Pool für Infografiken zu meinen Fachgebieten Social Media, Mobile Computing und Workplace of the future find ich das spannend.

Weniger ist mehr, und das gilt auch und gerade in den sozialen Netzen.

Und meine gesamte Lektüre läuft sowieso über die gesammelten RSS Feeds und Google Reader. That’s about it.

Instagram, Facebook und der Aufschlag in der Realität

Eine von vielen "Trauerbotschaften" mit dem Hashtag #instablack, die sich kritisch mit dem Aufkauf von Instagram durch Facebook auseinandersetzt.

#instablack kursiert im Moment als #hashtag bei vielen Instagram Postings, die auf die eine oder andere Art den Kauf von Instagram durch Facebook betrauern.
Zunächst musste sich die elitäre Gemeinschaft der Instagram/Apple User damit abfinden, dass ihr Zirkel der Kreativen durch die Android App beschmutzt wurde, nun auch noch der Kauf von Instagram durch Facebook.
Hätte es nicht Apple sein können? Nein, denn es wird Zeit, dass wir wieder auf dem Boden der Tatsachen landen. There is no such thing as a free lunch. Wer glaubt, es gäbe im Netz irgendeine große, erfolgreiche App, die nicht letztenendes dazu genutzt wird, damit Geld zu verdienen, der lebt in einer Traumwelt. Auch offene, freie Anwendungen haben irgendwo das Ziel, damit Geld zu machen. Und sei es nur, ähnlich Instagram, indem man die Idee kauft. Oder indem ein Entwickler von einem Unternehmen für seine Arbeit bezahlt wird und sich nebenbei in seiner Freizeit mit der Entwicklung beschäftigt, was durch die Investition „Zeit“ indirekt ebenfalls monetär verrechenbar ist.
Werdet endlich realistisch. Weder Apple, noch Google, noch Facebook oder Twitter haben als primäres Ziel, uns die Welt glücklicher zu machen. Primäres Ziel mag das für denjenigen sein, der die App originär entwickelt. Aber spätestens wenn der Cloud Dienst live geht, und Provider Geld für das Hosting wollen, ist früher oder später der monetäre Gedanke im Fokus. Und das noch viel mehr, sobald Risikoinvestoren ins Spiel kommen.

Meine Prognose ist, auch Foursquare wird früher oder später gekauft werden, und ich persönlich erwarte, dass Google hier zuschlägt.. Oder ggf. Apple, einer der beiden wird sich diesen Markt sichern wollen. Denn auch Foursquare ist letztlich noch nicht rentabel und benötigt einen potenten Partner. Ob es dann bleibt oder stirbt, wir wissen es nicht.

Social Media und ROI

Für mich eines der grössten Ärgernisse in vielen Social Media Diskussionen ist: „Was bringt mir das als Unternehmen an Verkäufen?“. Da möchte ich am liebsten gleich einen Rant vom Stapel lassen. HALLO! Jemand zu hause McFly? Wir reden von SOCIAL Media, nicht von Vertrieb. Wir reden von Kommunikation, von Gesprächen auf Augenhöhe. Wenn ich mit Freunden spreche, mir von ihnen Rat einhole, dann sind für mich jene Freunde und deren Meinung glaubwürdig, die nicht aus Eigeninteresse beraten, Tipps geben, sondern die ihr Inhaltswissen uneigennützig zur Verfügung stellen. Auch einem guten Freund glaube ich nicht uneingeschränkt eine Finanzberatung, wenn er selbst im Finanzbereich tätig ist.

Und ich würde keine Technikempfehlung ungesehen glauben, wenn mein Gegenüber Freund und Mitarbeiter eben des Industriebereichs ist, aus dessen Portfolio ich gerade ein Gerät suche.

Es gibt meiner Ansicht nach keinen DIREKTEN Return of Investment, wenn man nur nach betriebswirtschaftlichen Kriterien urteilt.

Aber ebenso, wie mittlerweile einige Staaten darüber nachdenken, nicht mehr das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Merkmal einer „gesunden“ Wirtschaft und Gesellschaft anzulegen, wird es endlich notwendig, andere Maßstäbe an das Social Media Engagement von Unternehmen zu legen. Es geht hier um Nachhaltigkeit, um einen glücklichen Kunden auch nach dem Verkauf.

Dafür bedarf es aber Kommunikation auf Augenhöhe und einem EHRLICHEN Umgang mit dem Kunden und seinen Fragen und Problemen. Das alles kostet Geld das man nicht irgendwo in die weiteren Verkäufe direkt einrechnen kann. Aber es bedingt eine stärkere Kundenbindung, bewirkt, dass die Reputation (einer der wichtigen Werte im sozialen Netz) steigt und somit das Unternehmen und seine Produkte positiver besetzt werden.

Wer weiterhin Social Media unter die Kontrolle von Erbsenzählern stellt, statt sich darüber klar zu werden, dass er hier einen der besten weil direktesten Kommunikationskanäle zum Kunden hat, wer es nicht schafft, statt Abverkaufsberieselung endlich einen echten Dialog mit dem Kunden jenseits vom Verkaufsgespräch zu führen, der wird auf lange Sicht nicht nur Reputation und Glaubwürdigkeit sondern auch Kunden verlieren. Und zwar auf Dauer.

 

Ein kleiner Test: Eine Mitarbeiterin eines Supermarktes wird von einem Kunden gefragt: „Haben Sie Produkt X vorrätig?“

Antwort der Mitarbeiterin A: Nein, das haben wir nicht, das gibts bei uns im Moment nicht aber wir können es bestellen, dann ist es in zwei Wochen wieder da.“

Antwort der Mitarbeiterin B: Nein, das haben wir nicht, aber fragen sie mal drüben in Supermarkt B, die haben da glaub ich noch was.“

 

Wer von beiden handelt betriebswirtschaftlich?

Und wer nach den Kriterien von Social Media?

Antworten gerne als Kommentar.

Googles Project Glass geht an die Öffentlichkeit

Jetzt wurde der Mantel des Schweigens gelüftet. Google hat eine eigene Seite auf Google+ für das Project Glass, die erste Augmented Reality Brille von Google eingerichtet.

Wenn das, was in nachfolgendem Video vorgeführt wird auch nur annähernd dem entspricht, was wir von Project Glass erwarten dürfen, könnte das ganz interessant sein. Zumal auch die Brille selbst bei weitem nicht mehr so klobig zu werden scheint, wie das noch in den ersten Bildern zu vermuten war.

Natürlich reden wir hier von Designstudien, aber immerhin ist man sich offensichtlich bei Google bewußt, dass eine „normale“ Brille mit hinzugefügter Hardware deutlich zu klobig werden dürfte und wenig Akzeptanz findet. Das, was in den Designstudien angedacht ist, findet da schon eher meine Zustimmung und ich könnte mir durchaus vorstellen, so etwas zu tragen.

Es bleibt aber abzuwarten, inwiefern diese bisherigen Fotos und der Film wirklich dem entsprechen, was wir unter Project Glass in der Realität erwarten dürfen.

Es könnte aber durchaus hochgradig spannend werden.

 

Hütet die Norm, das Ende ist nah

Manchmal kommt mir das ganze Wirtschaftssystem wie ein einziges Ritual vor. Nicht mehr das Nachdenken zählt, sondern Standardisierung, Prozessmodellierung und Festlegung von Vorgehensweisen.

Aber leider übersehen wir dabei eines. Bis die Standards durch all die bereits standardisierten Prozesse laufen, bis alle „ich will mit entscheiden aber ohne Verantwortung“ Entscheider dazu genickt haben, sind die meisten Standards schon wieder veraltet. Und meist sind sie sowieso nur für grosse Strukturen valide, die glauben, nur mit Standardisierung, mit Erbsenzählerei erfolgreich zu sein.

Der grosse Irrtum dabei: Nicht nur unser Privatleben, nicht nur unsere Arbeitswelt, die Welt allgemein verändert sich in immer schnelleren Zyklen. Standards machen da nur noch in Nischen Sinn, oft wäre es, so der Standard denn endlich eingeführt ist, schon wieder an der Zeit, ihn auf den Prüfstand zu stellen.

Vorgehensmodelle haben durchaus ihre Berechtigung aber in Zeiten stetigen Wandels sollten sie maximal als Empfehlungen gelten. In wenigen Nischen sind Standards wirklich sinnvoll, und das sind meist Produkte wie z.B. Stecker oder Maschinen.

Menschliche Prozesse aber standardisieren zu wollen missachtet einen Faktor. Den Menschen. Wir arbeiten und leben nicht alle gleich.  In der Schule aber werden wir zu „Standardprozessen“ erzogen, zum gleich sein mit den anderen. Und später beklagt sich die Wirtschaft genau darüber, dass keine Kreativität, kein Querdenken mehr vorhanden ist sondern eine Herde von 9-17 Uhr Arbeitern.

Überlegt euch endlich mal, was ihr wollt, und akzeptiert, dass ihr den Menschen dann auch Freiräume lassen wollt, wenn ihr Kreativität und Engagement fordert. 2/3 machen nach neuesten Statistiken Dienst nach Vorschrift und fühlen sich ihrem Arbeitgeber wenig verbunden. Wundert nicht, wer zuvor gleichgeschaltet wurde, dem ist später auch sein Leben „gleich“.