Das neunte Barcamp Stuttgart. Wenn die eigene Schwäche zur Stärke wird.

20160917_115119Das Barcamp Stuttgart war für mich eines der ersten, die ich besuchte. Und es wurde für mich zur Instanz. Hier treffe ich viele meiner Follower. Hier habe ich mich als depressiver Mensch geoutet, der einen Suizidversuch hinter sich hat.

Dieses Jahr, auch wenn das wie eine Floskel klingt, war ein ganz besonderes Barcamp Jahr für mich. Seit Juli wieder vollständig zurück im (Arbeits-)Leben. Seit Juli wieder auf der Suche, sich im „normalen“ Alltag zurecht zu finden. Dabei hatte und hat mir meine Twitter Timeline immens geholfen. Um so mehr freute ich mich darauf, einige davon auf dem Barcamp meines Herzens wiederzusehen (jap, auch die emotionalere Seite von mir ist seitdem ich Frieden geschlossen habe mit meinem Einhorn Depression ein Teil von mir).

Schon vor dem Barcamp wurde immer wieder gefragt: „Sieht man dich in Stuttgart?“. „Aber natürlich“ war die stets folgende Antwort, schon, weil es massivster Naturereignisse bedurft hätte, mich vom Besuch abzuhalten.

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Man(n) konnte auch in Bällen baden. Bazingah!

Dann der Tag der Anreise, im Zug kann man beobachten, wie sich die Teilnehmer per Zug, Fahrrad, Auto, Flugzeug und gar zu Fuß auf den Weg machen in den Hospitalhof. #bcs9 sammelt als Hashtag der Wahl die Schäfchen und auch so manchen (Wer-)wolf unter sich.

Dass du aber wirklich „zuhause“ angekommen bist, merkst du am besten, wenn die ersten Begrüssungen und strahlenden Gesichter dich bereits vor dem Eingang zum Barcamp erwarten.  Selten wurde ich so positiv empfangen wie durch die strahlenden Augen, das Lächeln und die Umarmung von Nicole Gugger. Ja. Ich bin daheim. Kaum hatte ich mich am Empfang angemeldet, begann der nicht enden wollende Strom von Hallos, von „Danke, für das, was du machst!“ (Nichts besonderes, ja nur konsequent für mich aber schön, den Wert für andere zu erfahren). Und irgendwie überkam mich das Gefühl, mittlerweile zum bunten Hund avanciert zu sein. Prominent vielleicht nicht, aber weit bekannter als ich dachte.

Dann die Sessionplanung und für mich eine unglaublich schöne Überraschung. Bereits am ersten Tag befassen sich insgesamt 5 Sessions mit psychischen Krankheiten/Problemen/Herausforderungen. War das Barcamp Stuttgart jemals ein Technikcamp? Wenn dem so ist, dann hat sich das 2016 radikal geändert. Eine unglaubliche Vielfalt, hochspannende Menschen. Danke Dana, dass ich deine Geschichte kennenlernen durfte und dass du mich so sehr inspiriert hast, meinen Weg weiter zu gehen. Und übrigens. Du klingst wie eine Frau, du siehst aus wie eine Frau und vor allem. Du bist eine Frau. Jetzt, heute, egal wie steinig der Weg noch sein mag!

Meine Session, erneut gut besucht, obwohl ich dieses Jahr eigentlich nur einen Update meines Outings von 2015 anbot. Erneut hochintelligente Fragen, interessiert Zuhörer und ich weiß nicht, ob meine Lesung wirklich gut ankam, die Gesichter zumindest sprachen dafür. Es ist unglaublich ermutigend wenn man spürt, wie viele Menschen es gibt, die Interesse an meinem Schicksal haben, die daraus etwas für sich oder einen Freund/eine Freundin ziehen wollen. Das ist es, wofür ich mich exponiere, wofür ich in die Öffentlichkeit gehe.

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Muss man das hervorragende Essen des Barcamp Stuttgart noch erwähnen? Ich glaube ja, man kann den Caterer für Qualität und Geschmack nicht genug loben.

@windfeder war für mich der nächste Grund, sich überwältigt zu fühlen. Nicht die Eloquenz, nicht die sympathische Ausstrahlung der jungen Barcamperin, es war die Offenheit, mit der sie über ihre Probleme mit ihrer psychischen Erkrankung sprach, die klugen Erkennntnisse, die ehrlich Unsicherheit und der Wille, sich verletzlich zu machen um dann von der Barcamper Gemeinschaft mit offenen Armen aufgefangen zu werden. @windfeder DANKE! Ich habe mich so oft an mich vor einem Jahr erinnert gefühlt. Du gehts den richtigen Weg, und du hast einen Vater, auf den du wirklich stolz sein kannst. Es wird gut gehen, ich fühle das. Warum, frag mich nicht. Aber ich habe in der Zeit seit dem Suizidversuch gelernt: Verlass dich endlich wieder auf deine Gefühle, lass den Kopf nicht alles entscheiden.20160917_115744

Selten habe ich auf einem Barcamp so viele Sessions besucht, aber es war einfach immer etwas dabei, jeder Zeitslot hatte mindestens ein interessantes Thema.

Auch die Session über den Umgang mit der eigenen chronischen Krankheit brachte mich positiv an meine Grenzen. Ich kann mich nicht erinnern, in einer Session aus einem Übermaß an Empathie heraus mitweinen zu wollen, aber bei den offenen, ehrlichen und sehr berührenden Aussagen von Charlie aka @charlilottelise erreichten mehr, als nur Tränen in meinen Augenwinkeln. Ja, ich konnte mich da sehr gut wiederfinden, vieles davon hatte ich selbst so gehandhabt, bis es nicht mehr ging.

20160917_140224Es war eine emotionale Achterbahn, aber immer mit positiven Gefühlen. Selten habe ich mich so verstanden, aufgenommen, daheim gefühlt. Meine Familie vielleicht, meine unglaublich schöne, liebevolle, verständige Frau. Dann aber die Community aus Barcampern und Followern. Danach lange nichts.

In meinem Buch, das 2017 bei Bastei Lübbe erscheinen wird, ist das Barcamp 2015 in Stuttgart ein wichtiger Wendepunkt der Geschichte zum Positiven. Sollte es, und die Möglichkeit besteht, einen zweiten Band geben, dann wird das Barcamp 2016 auf jeden Fall einen Abschnitt bekommen, wenn nicht gar ein ganzes Kapitel.

Danke Jan Theofel, für die Orga, danke fürs möglich machen. Danke für eine Plattform, die mein Leben nachhaltig verändert und zum Besseren gewendet hat. Und danke ALLEN Teilnehmern, die mir Feedback gegeben haben, mich begrüsst oder einfach still umarmt haben. Ich war zuhause und bin es in Gedanken immer noch.

Bis bald, bis zum Barcamp 2017, auf dem ich sicherlich wieder dabei sein werde. Und es dürfte sehr spannend sein, wie mein Lebensweg sich bis dahin verändert hat. Neue Abzweigungen tun sich im Moment fast täglich auf.

Das Barcamp Stuttgart. Der Beweis, dass etwas, das man für eine Schwäche hält, unter den richtigen Menschen zu einer Stärke werden kann.

Und was wäre ein Barcamp ohne seine Sponsoren. Deshalb ein ganz besonderer und von Herzen kommender Dank allen, die das Barcamp möglich gemacht haben.

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Depression und Familie. Belastung und Chance

Ich bin nicht alleine mit meiner Depression. Meine Frau, meine Kinder. Sie haben es miterlebt, miterleben müssen.
Wer Angehöriger eines depressiven Menschen ist, kennt das Gefühl der Hilflosigkeit. Man liebt die Person, aber sie verschwindet immer häufiger im Nebel depressiven Denkens. Dann ist da ein anderer Mensch, traurig, motivations- und freudlos. Und früher oder später beginnt man als Partner anzunehmen, man trage ein Mitschuld.

Die Krankheit hat aber nur einer. Mit den Auswirkungen müssen alle leben. So ist Depression oft auch ein Zerreißprobe für die Beziehung. Auch ich hatte Ängste, meine Familie an mein zickiges, nachtragendes, divaeskes Einhorn Depression zu verlieren. Und fast wäre es geschehen, hätte ich nicht eine Frau geheiratet, die so sensibel, so feinfühlig, so hartnäckig und so liebend ist, dass sie mir sogar aus einer Intuition heraus wortwörtlich mein Leben gerettet hat, in dem sie meinen hoffentlich einzigen ernsthaften Suizidversuch vereitelt hat.
Damit hat sie mich zurück gebracht, zurück ins Leben und zu dem Schritt, nachzusehen, wo ich falsch abgebogen bin. Wo mein Leben eine falsche Wendung nahm und mich schlussendlich beinahe in den Tod stürzen wollte.

Meine Frau hatte Zeiten, da ging sie davon aus, sie habe etwas falsch gemacht, würde sie nur dies oder wetterdas verändern, würde alles gut. FALSCH. Wirkliche Änderung kann nur vom depressiven Menschen selbst kommen. Das Umfeld sollte sich, sobald das eigene Leben, die eigene Zufriedenheit darunter leidet, externe Hilfe holen. Sollte der Partner bereit dazu sein, kann dies auch eine Familientherapie sein, aber auf jeden Fall ist es wichtig, eine realistische Sicht auf die Dinge zu behalten. Der Mensch ist an Depression erkrankt, er ist nicht die Krankheit. Und vieles vom Verhalten, dass der Familie Schwierigkeiten bereitet, ist in der Krankheit begründet.

Hier ist die Herausforderung, den Betroffenen auf dem Weg hin zur Heilung zu begleiten, Stütze zu sein, die bedingungslos da ist ohne zu drängen.
Und es ist wichtig, die Distanz zur Erkrankung des Partners zu waren. Nicht das ganze Leben nur noch abstimmen darauf, was dem Depressiven gut tut, sondern gerade mit Kindern ein weitgehend normales Familienleben führen. Und gerade wenn die Kinder schon etwas größer sind rate ich auch zu Offenheit ihnen gegenüber, was die Erkrankung des Elternteils angeht. Sonst droht auch dort ein Beziehen auf sich selbst und eine Schuldzuweisung, die so gar nicht berechtigt ist. Es wäre gelogen würde ich behaupten, die Begleitung eines depressiven Patienten durch seine Krankheit sei leicht. Aber wenn er bereit ist, Hilfe anzunehmen, sich behandeln und therapieren zu lassen, dann kann die Familie wertvolle Stütze sein.

Nein, ist es. Denn selbst als ich in der tiefsten Dunkelheit versucht habe, die Fassade des glücklichen Familienmenschen aufrecht zu erhalten, habe ich meine Frau und meine Kinder bedingungslos geliebt, aber mein zickiges Einhorn hat mich in einem düsteren Nebel gefangen gehalten. Erst der beinahe Suizid und die Rettung durch meine wundervolle Frau haben mir die Augen geöffnet.
Es lohnt sich, einen Menschen, den man liebt zu begleiten auf diesem teils zutiefst verstörenden Weg. Mein Einhorn ist mittlerweile zahm geworden und begleitet mich, statt mich einzusperren. Und die Liebe meiner Frau und meiner Kinder rettet mich auch durch die düsteren Tage und macht den Fall nicht mehr so tief.

Und das gilt auch in die andere Richtung. Es war letztlich die bedingungslose Liebe meiner Frau, die mich gerettet hat und die es möglich gemacht hat, dass wir die ganzen Jahre auch viele schöne Momente hatten und jetzt wieder den Uwe hervorgeholt haben, wie meine Frau ihn kennengelernt hat. Denn das war der traurigste Satz, den ich hören musste: „Plötzlich war der Mann weg, den ich geheiratet habe. “ Er ist wieder da und wird es auch bleiben. Dafür gibt es viele Indikatoren und noch mehr Gründe.

Oh, und sagte ich auch schon, dass meine Frau zauberhaft, wunderschön, intelligent, leidenschaftlich, liebenswert und ein im besten Sinne guter Mensch ist? Danke dir. Für alles. Für mein Leben.

Der SCIO Molekular Scanner. Unboxing und erster Test

Vor ein paar Tagen war er endlich da. Der SCIO Molekular Scanner von Consumer Physics. Eines der Kickstarter Projekte, die auch liefern und das Ergebnis meiner Unterstützung erreichte mich diese Woche.

Anstelle einer langatmigen Beschreibung habe ich zur Abwechslung mal wieder zwei Videos gedreht.

Das erste ist das Unboxing des Scanners und des Zubehörs.

 

Das zweite zeigt ein paar erste Scans und wie das Gerät an sich funktioniert.

Viel Spass

Mein Samsung Galaxy S7 Edge. Erfahrungen, Tipps und Tricks

Nachdem ich in letzter Zeit eher über meine Depression oder mein Buchprojekt berichtet hatte, jetzt mal wieder einer der Artikel, deretwegen das Blog eigentlich entstanden ist. Seit über 3 Monaten ist mein Daily Driver das Samsung Galaxy S7 Edge. Wer mich kennt, wird sich jetzt wundern, warum es nicht das Note7 wird. Zwei Gründe. Zum einen die bessere Akkulaufzeit, die jetzt nicht so intensiv ins Gewicht fällt, für mich aber immer noch ein relevanter Faktor ist. Zum anderen meine Erfahrungen mit meinem persönlichen  Nutzungsverhalten bei den bisherigen Note Devices, die ich besessen habe.

Tough Case von der Seite
Man sieht sehr deutlich, dass wegen der abgerundeten Kanten das Case nicht alles Kanten schützen kann. Hier ist eine etwas stabilere Folie angeraten

Ja, zu Beginn fand ich die  Note und insbesondere Note Stift spezifischen Feature toll, hab sie auch hin und wieder genutzt. Das hielt aber jedes Mal maximal 2-3 Wochen an. Danach blieb der Stift in seinem Fach und auch die „speziellen“ Features habe ich kaum mehr genutzt. Um wirklich gut Notizen machen zu können, ist selbst der Bildschirm eines Note7 noch zu klein, gerade bei meiner Sauklaue. Zudem dauerte mir die Umsetzung von schnellen Notizen in Druckschrift dann doch immer zu lang. Da war ich mit dem Tippen auf der virtuellen Tastatur wesentlich schneller.

Als also das S7 Edge auf den Markt kam, und die Specs eigentlich eher an ein etwas geschrumpftes Note ohne Stift denken ließen, war mein Beschluß gefasst. Weg vom Stift, hin zu einem reinen Touchscreen Smartphone. Und mit all den Sensoren und der möglichen Zusatzhardware hab ich schnell erkannt, dass die Kombi mir auch im Umgang mit Depressionen und der Angststörung helfen kann. Sag noch mal einer, Technik sei nur Spielerei.

Und ich habe es nicht nur nicht bereut, ich bin auch nach einigen Monaten noch schwer begeistert. Die Größe ist ideal, die Schnelligkeit herausragend und auch in der Handhabung liegt es sehr gut in der Hand. Ich werde mir das Note 7 mal ansehen (an ein Testgerät bin ich bislang noch nicht gekommen, da sollte sich aber was machen lassen), sollte ich es in die Finger bekommen. Aber für mich das nächste spannende Device wird mit Sicherheit das S8Edge sein.

Jpeg
Das Tough Case von Spigen hat auch einen Kickstand und schützt zudem die Kamera stärker. An den Pulssensor kommt man dennoch gut ran.

Was gibt es nun für Tipps. Zum ersten, Cases und Displayfolien. Solltet ihr euch für eine Panzerglasfolie entscheiden, achtet auf zweierlei. Erstens werden auch Folien verkauft, die die Edges aussparen. Die kann man gleich wieder liegen lassen, da sie genau an der entscheidenden Stelle keinen Schutz bieten.

Zweitens. Wenn es eines mit Schutz auch für die Edges ist, folgt sehr genau der Anleitung. Dann funktioniert das auch bestens. Zudem solltet ihr dann bei einem etwaigen Case sehr genau darauf achten, wie stramm es sitzt und wie hoch der Schutzrahmen an den Edges gezogen wird. Denn sitzt es zu stramm oder geht der Rand zu hoch, dann hebt das Case das Panzerglas wieder ab und somit ist zwar der Schutz noch gegeben, aber die Bedienung klappt nur noch eingeschränkt.

S7 Edge
Mein persönlicher Daily Driver mit meinem ganz speziellen Setup

Wer also ein stark schützendes Case verwendet, sollte auf eine klassische Bildschirmfolie setzen, auch hier gibt es bereits dickere Versionen, die einen höheren Schutz auch bei Stürzen bieten. Und testet auch immer, wie gut sich die Kante noch nutzen lässt, wenn sowohl Folie (Panzerglas) als auch Case montiert sind, auch hier kann es zu Problemen kommen.

Ich verwende das Spigen Tough Armor Case in Verbindung mit dem Urcover Nano Crystal 6H Anti Shock Screenprotector. Der wird zwar von manchen Käufern kritisiert, weil er angeblich nicht so gut hält. Wenn man sich aber genau an die Anleitung hält, sollte das kein Problem sein. Bei mir zumindest sitzt es bombenfest. Wenn es mal etwas eleganter sein soll, wechselt das Case zum Tech21 Evo Wallet, das für meinen Geschmack ideal den verstärkten Schutz eines Tough Cases mit dem Look and Feel eines Wallet Cases verbindet.

Auch wenn es einige Kritiker des Edge Displays gibt, ich verwende es ausgiebig. Nachrichtenticker laufen nach mehrfachem Wischen über die Kante des öfteren ab und sparen mir das anschalten des

Gear S2
Mein persönlicher Gesundheitscoach. So behalte ich Puls, Schritte, Wasseraufnahme im Blick und werde auch immer mal wieder gewarnt, wenn ich zu faul rumhänge

Smartphones. Für die Nacht habe ich die Einstellung für Uhrzeit und Weckzeit auf dem Edge aktiviert und anders als manche Kritiker nutze ich auch die Seitenleiste des öfteren, um schnellen Zugriff auf wichtige Informationen zu bekommen. Für mich ist das Edge Display klar ein Mehrwert, den ich nicht mehr missen möchte, und den ich vor allem deutlich häufiger verwende, als noch zu Note Zeiten den Stift.

Was ich als weiteres Zubehör empfehlen kann, ist die induktive Ladestation. Eleganter und einfacher lässt sich das S7 Edge nicht aufladen.

Das ganze ist bei mir mit der Galaxy Gear S2 verbunden, die ich, jetzt kommen wir doch wieder auf meinen schwarzen Hund, für mich wichtig geworden ist, um in Bewegung zu bleiben, und auch um gerade wegen meiner Angststörung meinen Puls zu überwachen als Indikator, was mich wann in „Aufruhr“ versetzt. Auch hier bin ich froh, mit der Gear S2 und dem S7 Edge Hardware an der Hand zu haben, die mich hier unterstützt.

Und zusätzlich habe ich auch die Gear VR. Ob ihr es glaubt, oder nicht, die hat mir in Verbindung mit der Software „Be Fearless“ schon

Gear VR
Eigentlich alles ganz simpel, der Effekt ist dennoch enorm. Die Gear VR

deutlich dabei geholfen, meine Höhenangst zu bekämpfen. Es gibt dafür eine Software, die einen mittels VR von einem Glasaufzug bis hin zum Helikopterflug oder dem gehen auf dem Dach eines Wolkenkratzers alles erleben lässt. Als ich davon hörte, habe ich noch gespottet. Wenn man es aber mit dem S7 Edge in der Gear VR selbst erlebt, dann kriegt man sehr schnell weiche Knie.

 

 

 

Warum ich nicht mehr leben wollte

Triggerwarnung: Solltest du dich im Moment emotional nicht stabil fühlen, lies diesen folgenden Text bitte nicht, sondern hol dir Hilfe. Versprich es mir.

sonne

Ja, ich wollte Suizid begehen. Ich habe es tatsächlich real versucht. Gott sei Dank ging das schief, wobei ich unglaublich viel Glück hatte, im Nachhinein betrachtet.

Aber warum tut man so etwas überhaupt, ist die Frage, die ich am häufigsten zu hören bekomme. Warst du den irre? Nein, war ich nicht. Vielmehr so klar im Kopf, so erschreckend sicher, dass ich im Nachhinein noch immer erschrecke, wenn ich an jenen Tag, den 5. Februar denke. Ich bin nicht stolz auf das, was ich getan habe. Ich bin sogar entsetzt über die Angst, die ich ausgelöst habe.

Aber in diesem Moment, als alles damals begann, war mir nur eines klar. Man hatte mir mein Leben weggenommen. Und das, was jetzt drohen würde, das wollte ich nicht, konnte ich nicht ertragen. Ich wollte nicht sterben. Aber dieses Leben wollte ich auch nicht mehr und es gab in diesem Moment keinen Ausweg mehr, keine Alternative. Mein Leben war am Ende. Es war nicht ohne Fremdbeteiligung aber ich will niemandem Vorwürfe machen. Man hätte manches nicht sagen, manche Regel nicht mir aufbürden sollen. Aber im nachhinein ist man immer klüger. Man hat mich nicht verängstigt, ich wurde in pure, blanke Panik versetzt.

Eines wusste ich in diesem schrecklichen, panischen, vor Angst starren Moment. Ich bin eine Last. Für alle, insbesondere für meine Familie. Klar, es würde Trauer geben, aber dann würde es weiter gehen.

Erst durch den Verlust eines wirklich guten Freundes, Johannes Korten ist mir vor Augen geführt worden, dass dann nichts besser wird. Es gibt immer Menschen, denen man fehlt, deren Leben danach nie wieder ganz heil wird.

Ich werde hier kein Wort über das Wie und das Wo verlieren. Würde mir sowieso nur Ärger einbringen.

Ich bin zurück im Leben, will es nicht mehr tun, auch wenn der Gedanke an sich etwas tröstliches hat. Nein, wer einen Suizid begehen will, ist deshalb kein Monster, nicht gefühllos oder egoistisch. Er ist zutiefst verzweifelt und sieht im eigenen Leben keinen Wert mehr. Dass diese Sichtweise falsch ist, oft sorgt eine Depression oder eine Panikattacke dafür, dass dieser Blick nicht mehr existiert.

Solltet ihr jemanden kennen, der sich schon verdächtig in dieser Richtung geäußert hat, versucht mit allen Mitteln, ihn wenigstens zum Hausarzt oder ans Telefon der Telefonseelsorge zu bringen. Hört zu, helft wenn es geht, schon das kann ein Leben retten.

Solltest du, lieber und gebrauchter Leser selbst suizidale Gedanken haben, bitte, such dir AUF JEDEN FALL Hilfe. Es gibt einen Ausweg. Immer. Ich habe genug Menschen und deren neues, besseres Leben kennengelernt um sagen zu können: Ich weiß, dass es so ist.

Oh und eines noch. Ich bin immer noch zu finden, in diesem Internet. Ich habe mich daraus nicht gelöscht, schon gar nicht schnell.

Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222.

Der Anruf bei der Telefonseelsorge ist nicht nur kostenfrei, er taucht auch nicht auf der Telefonrechnung auf, ebenso nicht im Einzelverbindungsnachweis.

Muslimisches Seelsorgetelefon

Das muslimische Seelsorgetelefon ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 030 / 44 35 09 821 erreichbar.

Hilfe im Chat

Ebenfalls von der Telefonseelsorge kommt das Angebot eines Hilfe-Chats. Die Anmeldung erfolgt auf der Webseite der Telefonseelsorge.

Den Chatraum kann man auch ohne vereinbarten Termin betreten, mit etwas Glück ist ein Berater frei. In jedem Fall klappt es mit einem gebuchten Termin.

Hilfe per E-Mail

Das dritte Angebot der Telefonseelsorge ist die Möglichkeit der E-Mail-Beratung. Auf der Seite der Telefonseelsorgemelden Sie sich an und können Ihre Nachrichten schreiben und Antworten der Berater lesen. So taucht der E-Mail-Verkehr nicht in Ihren normalen Postfächern auf.

Von Freiheit und Überwachung

Nein, ich rede jetzt nicht von den großen, den politischen Überwachern. Mir geht es eher um die Gesinnungskontrolleure im privaten wie beruflichen Umfeld. Diejenigen, die in deinem Twitteraccount herumschnüffeln, deinen Blog lesen, nicht aus Interesse, sondern um dir möglichst bald einen Strick daraus zu drehen. diejenigen, die dich in Gesprächen permanent mit politischer Korrektheit konfrontieren, obwohl es überhaupt nicht um kritische Themen geht. Die radikalen Gleichmacher, die Unterschiede zwischen Menschen per se nicht akzeptieren und für alle das Gleiche fordern, also für die meisten das Falsche.
Es braucht Kraft, gegen diese heimlichen Spanner, diese Gesinnungspolizisten zu bestehen, den Mut nicht zu verlieren zu sagen was man denkt. Denn oft gibt es Denkverbote, darf nur das gesagt werden, was möglichst positiv klingt. Die Klugen erkennen aber oft genau aus dem, was weggelassen wird, wo die Leichen begraben sind.
Ich wünsche mir, dass wir alle mehr Mut aufbringen, Probleme zu benennen, den Finger in Wunden zu legen und nicht nur das Positive aufzuzeigen.
Denn ich bin mir sicher, auch das hat mich diese Woche einen guten Freund gekostet. Und auch das ist ein Vermächtnis. Offener Umgang. Deshalb spreche ich offen über meine Depression, wie sie entstand, wie es zum Suizidversuch kam. Bislang hat mir noch niemand verboten, die Wahrheit zu sagen. Kommt sicher noch. Aber dann hab ich mein Netzwerk. Und das ist größer, als manche denken.
Ich kann und will nicht mehr über mein Schicksal schweigen, weil genau der offene Umgang für mich ein wichtiger Teil meiner Heilung ist. Das Buch ist da nur die papierene Manifestation des Ganzen und dessen, was ich im letzten Jahr erlebt habe. Authentisch, ohne Personen zu benennen. Aber was geschah, das spiegelt sich wieder. Auf das es niemand anderem so gehen muss.

Der elektrische Reporter, Depressionen und ich

Auf der re:publica hatten Kati Krause und ich ja eine Session zu dem Zusammenhang von Depressionen und Social Media bzw. zu Strategien gehalten, wie man in einer Depression mit Social Media umgehen sollte.

Das hat die Redaktion des Elektrischen Reporter wohl so interessant gefunden, dass Kati und ich Teil eines Beitrags des Elektrischen Reporters zu ebendiesem Thema geworden sind. Aber seht selbst: