Das Buch von meinem Blog ist da. Ein gelungenes Experiment

Von epubli, dem Selbstverlagsdienst habe ich ja schon früher im Blog berichtet. Aber ohne einen Selbsttest ist solch ein Bericht nur die halbe Miete. Hier also meine eigenen Erfahrungen. Testobjekt: Mein Blog.

Insgesamt 440 (!!!) Seiten, geschrieben im Laufe des letzten Jahres. Das daraus erzeugte PDF habe ich an epubli hochgeladen und ein A5 Hardcover Buch bestellt. Heute nun kam das Ergebnis an und ich muss sagen, ich bin begeistert. Qualitativ vergleichbar mit einem guten Hardcover Sachbuch, schöner Druck, auch die Farbbilder kommen, obwohl in Schwarz Weiß wiedergegebn gut raus. Und der Preis? Für ein Exemplar knapp 25 Euro!

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So sieht mein Buch von außen aus. Schlichtes Design, ich habe mich absichtlich an den Standardvorgaben orientiert.

Qualitativ lässt sich nichts negatives sagen, Satz und Schriftbild sind sehr angenehm. Ich könnte die Bilder auch in Farbe drucken lassen, wollte aber speziell sehen, wie gut Farbbilder in Graustufen umgesetzt werden und bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.

Der Buchrücken, sauber verarbeitet.

Die Reaktionen im Umfeld auf das Buch und die Qualtität und vor allem den Preis waren durchweg positiv. Viele wussten gar nicht ob der Möglichkeit, waren aber sowohl von der Idee als von der Ausführung begeistert. Ich werde mit Sicherheit diesen Dienst wieder nutzen, alleine schon um, ganz nostalgisch eine Printversion meines Blogs für meine Bibliothek zu besitzen.

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Hier der Artikel von 7. Januar 2011 über epubli, in dem von ihnen selbst gedruckten Buch.. Irgendwie schon amüsant

Mein Kompliment an epubli, wirklich gut gelungen und ein fantastischer Service.

P.S.: Sollte jemand ernsthaft Interesse daran haben, ein Exemplar des Buchs vom Blog zu erwerben, würde ich sogar noch ne Signatur reinpacken 😉 Wenns genug Interessenten gäbe, würde es sogar noch billiger 😉

 

Blogg dein Buch. Wenn aus zwei Welten plötzlich eine wird.

Schon länger beobachte ich die Verlagsideen von Epidu, die offensichtlich erkannt haben, dass man zwar trefflichst auf die neuen Vertriebswege des Web 2.0 schimpfen kann, es aber oft weit mehr bringt, sich darauf einzulassen und neue Konzepte zu entwickeln. Nachdem es nun bereits die Plattform epidu gibt, auf der der Leser mitbestimmen kann, welche Autoren und Werke letztlich verlegt werden, nachdem es mit den eBookCards

eine Möglichkeit gibt, auf elegante Art auch im Buchhandel bzw. generell offline EBooks zu erwerben, hat Epidu jetzt eine weitere Plattform eingeführt.

Blogg dein Buch basiert auf der Idee, dass Verlage durchaus ein Interesse an echten Rezensionen haben, die nicht von Buchkritikern, sondern von „echten Lesern“ stammen. Und das im Gegenzug Blogger ein Interesse daran haben, interessante Artikel zu schreiben. Und nun gibt es für literaturaffine Blogger die Möglichkeit, sich ein vom Verlag bereitgestelltes kostenloses Rezensionsexemplar eines neuen Buches zu bestellen, mit der Maßgabe, es binnen 4 Wochen zu rezensieren. Und zwar durchaus ehrlich, d.h. auch negativ, wenn es nicht gefällt. 

Und das ganze geschieht mit offenem Visier, das heißt der Blogger signalisiert deutlich, es handelt sich um eine Rezension in Kooperation mit Blogg dein Buch und die Plattform selbst verlinkt zu den Blogs und deren Rezensionen.

Ich bin jetzt mit dem Krimi „Jeder Tag endet mit dem Tod“ eingestiegen, quasi als early adopter und werde sowohl diesen Krimi in den nächsten Wochen hier im Blog rezensieren als auch darüber berichten, welche weiteren Erfahrungen ich mit diesem Konzept gemacht habe.

Bislang halte ich das ganze für eine sehr spannende Idee oder wie es im „Managementsprech“ so schön heißt, eine WIN WIN Situation.

Und als Leseratte freu ich mich schon aufs Buch. Übrigens ein klassisches Totholzprodukt. Wird nämlich auch bei mir nie völlig verschwinden.

Wuala für Android ist da!

 

 

Lange habe ich drauf gewartet, aber endlich kann ich auch über mein Smartphone (HTC Desire) auf meine bei Wuala gespeicherten Daten zugreifen. Noch ist die App sehr einfach, aber sie funktioniert! Wer sie sich runterladen will scanne einfach den QR Code oder suche im Android AppStore nach Wuala!

 

 

Richtig guter Kundenservice: Roterfaden.de zeigt, wie es geht

Wie sicher alle wissen, die mein Blog regelmässig lesen, bin ich grosser Fan der Roterfaden Taschenbegleiter. Für mich einfach das optimale Konzept für die persönliche Selbstorganisation.
Nun ist mein A5 Taschenbegleiter aus Leder und da ich wissen wollte, wie ich damit am besten umgehe, hab ich natürlich auf Facebook nachgefragt, wo Roterfaden mittlerweile auch präsent ist. Ich bekam auch ein Feedback, wie ich es mir gewünscht hatte.

 

Wirklich begeistert bin ich aber deshalb, weil ich tatsächlich tags drauf auch noch eine EMail von Roterfaden bekommen habe, in der nochmals direkt auf meine Facebook Anfrage eingegangen wird und mir auch nochmals weitergeholfen wird. Und zwar direkt bezogen auf meine Bestellung, die ich dort getätigt habe.

Man reagiert, und zwar mit wirklichen Infos

Das nenne ich Kundenbetreuung auf allen Kanälen,  denn zusätzlich wurde mir auch noch angeboten, ich könne dort direkt anrufen.

Bin begeistert und kann das nur als wirklich gutes Beispiel für gelungenen Kundenservice anbringen. Zumal wir von einem kleinen, jungen und innovativen Unternehmen sprechen, dessen primäres Produkt eben nicht digital, nicht IT lastig ist. Aber das in Zukunft wichtige Differenzierungsmerkmal wird eben sein, wie gehe ich mit meinem Kunden um. Und hier hat Roterfaden.de wirklich ein dickes Lob verdient.

 

Amazon.de hat den Kindle im Programm. Mit deutschem Buchangebot. Eine Einschätzung

Jetzt ist es soweit. Man kann den Kindle nicht nur in Deutschland kaufen (allerdings immer noch in einer internationalen englischen Version) sondern auch deutsche Bücher. Laut Amazon im Moment ca. 650 000 Bücher (allerdings nicht ganz ehrlich, denn dabei sind auch viele kostenlose Klassiker).

Es wird also spannend, nun auch auf dem deutschen Markt. Die großen Vorteile sind Amazons etablierter Shop im Netz und ein Lesegerät, das zumindest von der Haptik viele ansprechen wird. Zugleich kann man mittels Amazons „Whispernet“ kostenlos über 3G Bücher jederzeit und überall herunterladen (für manch einen Geldbeutel nicht wirklich gut). Dinge, die mich dennoch auch an der deutschen Version stören:

Nicht der Kindle, kein Wireless,nicht mal 3G, aber nur 150 Gramm, 2GByte Speicher und sehr kompakt. Meine Frau ist begeistert.

Zum einen Amazons proprietäres Buchformat, das mich dazu zwingt, diese Bücher weiterhin auf Amazons Kindle oder auf Devices mit installiertem Kindle reader zu lesen, und das es unmöglich macht, die Bücher auf einem anderen Reader zu lesen. Zum anderen kanibalisiert sich Amazon in gewissem Sinne gerade selbst. Sie sind sehr spät dran mit dem Kindle in Deutschland, bieten ihn aber nicht mal in einer deutschen Version an und gleichzeitig gibt es erste Gerüchte über ein Amazon Tablet, das Apples Ipad Konkurrenz machen soll.

Für meinen Geschmack kommt der Schritt auf den deutschen Markt viel zu spät und das proprietäre Format wird hier eher hinderlich sein. Einziges Alleinstellungsmerkmal ist das für den Nutzer kostenlose „Whispernet“, mit dem man on the fly überall unterwegs Bücher kaufen/herunterladen kann. Aber mal ganz ehrlich. Wie oft muss ich mir unterwegs noch ein Buch kaufen und komme nicht, wenn es so dringend ist an irgendein WLan. Zum anderen sehe ich gerade einen Rückwärtstrend weg von den spezialisierten Devices zurück zu den All in One geräten. Erste Beispiele sind das HTC Flyer, das mittels ansteckbarer Tastatur sowohl Netbook als auch Tablet ist und ebenso das Motorola Atrix, das sich über eine Dockingschnittstelle an eine Bildschirm/Tastaturkombi anschliessen lässt und dann ebenfalls zum Netbook mutiert, und auch das Asus Eeepad Transformer sieht sehr vielversprechend aus. Warum soll ich also X Devices nutzen, wenn ich alles in einem Gerät haben kann. Letztlich würde mir ja ein Gerät reichen, das zumindest für 2-3 Tage durchhält, womit ich also einen ganzen Tag lang auf voller Leistung arbeiten kann, ohne es aufladen zu müssen.

Aber das scheint der Industrie nicht zu passen. Man könnte dann ja mit dem Gadgetkonsum aufhören.

Im Moment warte und beobachte ich lieber. Weil ich einfach langsam die Lust daran verliere, mich auf das nächste kurzfristig gehypte Gadget zu stürzen, das dann nur die Taschen noch schwerer, den Geldbeutel noch leerer und den Technikfuhrpark zu hause noch unübersichtlicher macht. Für mich wird die nächste Strategie sein, erst mal weglassen und erst wenn das Hauptdevice (das im Moment aus zweien besteht, meinem Notebook und meinem Smartphone) ausfällt, wird nach einer All in One Kombi a la HTC Flyer oder Asus EeePad Transformer gesucht.

 

Ein Rückblick auf die re:publica 2011 und die eigene Ignoranz

Was nehme ich mit, von der diesjährigen re:publica? Nun, das nicht funktionierende WLan und die Beengheit mancher Veranstaltung haben schon andere Blogger beklagt (die selbst vermutlich nicht mal ein kleines Barcamp organisieren könnten).

Es ist irgendwie eine Veranstaltung der Szenestars. Oder derer, die sich dafür halten.

Während in der Kalkscheune eine hochspannende Session zu Acta, Copyright und Hadopi lief, bevorzugte die breite Mehrheit es, sich von Sascha Lobo als Troll bashen zu lassen. Dabei heißt es doch so schön, don’t feed the trolls.

Auch die wirklich spannenden Sessions über die Bloggerszene im arabischen Raum und was die Revolutionen in Libyen, Tunesien, Ägypten und anderen Nahostnationen mit Facebook und Twitter zu tun haben, waren eher schwach besucht.

Netshelter Invite Only Tech Influencer Party

Gelernt habe ich einiges und auch einige sehr gute Gespräche geführt, viel meiner Follower endlich mal in real kennengelernt und neue Blogger getroffen.

Für mich spielte dieses Mal mehr der Erfahrungsaustausch und die Diskussionen am Rande der Sessions eine grosse Rolle. Von der Themenauswahl her würde ich sagen, 50% waren für mich interessant 50% eher Marketing- oder Selbstdarstellungsveranstaltungen. Was ich gemerkt habe, die Bloggerszene diversifiziert sich. Es sind schon  lange nicht mehr die Geeks, es kommen immer mehr andere Themengebiete in den Fokus. Klar war diese Mal nur, dass es weniger um den Stellenwert der Blogger ging, als um die Metathemen Datenschutz, Emanizpation (ohne als Chauvi gelten zu wollen fand ich das Thema überrepräsentiert) und Open Data.

Die Gründung der Organisation „Digitale Gesellschaft“ sehe ich mit einem leicht unguten Gefühl. Gerade in einer Community, die durch Vernetzung und gemeinsames Agieren geprägt ist eine Instanz einzuziehen, die nur aus einem „geheimen“ Kreis besteht und keine neuen Mitglieder akzeptiert sehe ich eher als Hindernis. Ich hatte eigentlich fast erwartet, dass sich am zweiten Tag eine alternative Orga gründet, aber da waren alle wohl mehr damit beschäftigt, in die Workshops zu kommen, ohne niedergetrampelt zu werden.

Alles in allem hat mir die re:publica einiges gebracht, allerdings habe ich so manche Äußerung bei Interviews am Rande der re:publica kritisch verfolgt, weil oft Aussagen kamen, die ich so gar nicht oder nur sehr schwer unterschreiben würde. Vor allem im Bereich Datenschutz privater Daten neigen meiner Ansicht nach einige mittlerweile zu einer gewaltigen Paranoia. Letztlich liegt es im Ermessen jedes Einzelnen, was er auf Facebook einstellt oder wo er sich in Foursquare eincheckt. Wir brauchen Medienkompetenz, dann können es sich die Advocatii Diaboli auch sparen, immer wieder reflexartig alle Datenerfassung als ein Werk des Teufels zu sehen.

Und auch bei der Frage nach der Monetarisierung des Blogs herrscht zumindest in der deutschen Bloggerszene noch ein verzerrtes Weltbild. Nur weil jemand mit seinem Blog zumindest die Unkosten wieder reinbringen will, muss das nicht zwangsläufig heißen, dass die Artikel gekauft sind.

Fazit: Zu wenig Platz, zu viel Fokus auf die „Szenestars“ aber auch einige wirklich gute Vorträge und vor allem viele gute Gespräche Face to Face haben die re:publica 2011 alles in allem für mich zu einem Erfolg gemacht. Aber es gibt große Verbesserungspotentiale für die Zukunft. Die beiden wichtigsten Wünsche wären: Mehr Platz und ein funktionierendes WLan.

 

Mein Kandidat für den „besten Vortrag“ der re:publica 2011, Gunter Dueck

Der Vortrag stellte das Konzept des Gesellschaftsbetriebssystems vor. Und er war wieder ein Highlight der Thumbs up big time Kategorie. Dueck habe ich noch kennengelernt, als ich als Gastwissenschaftler der IBM in der KI Forschung tätig war. Schon dort war er der Mann mit den querdenkenden Ideen. Und seitdem ist er einer der wenigen Vortragenden, dem ich quasi regelmässig lausche, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Und auch seine Bücher sind empfehlenswert. Besides, ja, ich habe seine Tests gemacht. Bin INFJ mit leichtem Hand zu Asperger. Informatiker halt, wie er sagen würde.

Und eines habe ich gelernt: Es gibt eine ganz bestimmte Bezeichnung für die Form von Beratung, die man heute am häufigsten bekommt: „Flachbildschirmrückseitenberatung“

Einfach ansehen, und mal intensiv über ein paar seiner Thesen nachdenken. Er will nämlich genau dazu anregen. Wieder selbst zu denken.

Mein Tool der re:publica 2011 – myTaxi und der Taxizentralen Shitstorm ist im Anmarsch

Die MyTaxi app ist für mich die im Moment brillianteste Taxiruf App für IPhone und Android

UPDATE Januar 2012: Jetzt scheint den Taxizentralen bewußt zu werden, dass MyTaxi eine echte und gute Konkurrenz ist. Prompt schiessen sie mit unfairen Mitteln gegen MyTaxi: netzwertig.com hat recherchiert und festgestellt, dass die in letzter Zeit (Ende 2011) auftretenden vermehrten negativen Kommentare oft von derselben IP kommen und sich in den Texten selbst ähneln. Sollte das wirklich stimmen, wäre das einen Taxizentralenshitstorm wert. Denn ich bin auch nach mehrfachem Einsatz von MyTaxi immer noch hochzufrieden.

Manchen Tools bekommt man just in time.
Als Abendprogramm des zweiten re:publica Tages hatte mich Sascha Pallenberg zum INVITE only: Netshelterhaus tech influencer event eingeladen. Eigentlich hätte er quasi ums Eck vom Friedrichsstadtpalast stattgefunden, wenn, ja wenn nicht die Außenministerkonferenz ein Verkehrschaos in der gesamten Innenstadt ausgelöst hätte. Also mussten wir aufs Sage Restaurant in Berlin Kreuzberg ausweichen. Ich hatte zwar schon eine Taxi App, die aber gerade nicht installiert war.

Also flux danach gesucht und hoppala, stieß ich auf MyTaxi. Die Bewertungen klangen sehr vielversprechend, doch was ich dann fand, ist einfach genial. Man kann wirklich von einer Social Media Taxiruf App im besten Sinne des Wortes sprechen. Taxifahrer können sich bei dem Dienst registrieren ebenso wie Kunden jeweils mit Name und Smartphone Nummer.

Im Taxiradar sieht man in realtime die Taxis in der Nähe.

Suche ich nun ein Taxi, werfe ich die App an,lasse mich lokalisieren und rufe ein Taxi. Jetzt geschieht das eigentlich geniale. Die App sucht registrierte Fahrer in der Nähe, nennt mir Name des Taxifahrers und immer aktuell die noch verbleibende Zeit, bis das Taxi bei mir ist. Die Buchung erfolgt direkt zwischen Taxifahrer und mir, keine Taxizentrale dazwischen. Somit bezahle ich NUR Den Taxifahrer, damit ist sein Gewinn größer und ich bezahle wirklich nur denjenigen, der mich fährt und nicht noch eine Telefonzentrale mit 😉
Auf einer Landkarte (anschaubar unter :http://map.mytaxi.net/map.php?city=berlin)
kann ich alle Taxis in Berlin sehen, die diesen Dienst nutzen und die ich im Prinzip rufen kann.

Nach Abschluß der Fahrt kann man Fahrer und Fahrzeug bewerten.

Sollte beim Taxi etwas dazwischenkommen, kann der Fahrer mich anrufen, gleiches gilt für mich. Und nach der Fahrt kann ich sowohl Fahrer als auch Taxi auch noch bewerten. Eine absolut brilliante Lösung und wirklich sehr empfehlenswert.
myTaxi gibt es in Hamburg, Köln, Bonn und München. Ab April in Berlin und ab Mai in Frankfurt und Stuttgart.

Mehr unter http://www.mytaxi.net/