The ACT!ON has started: re:publica first impressions #rp12

Es ist wieder so weit. Die re:publica 12 ist gestartet und die neuen Lokation hat ihren ersten Test in meinen Augen bestanden. Alles sehr viel weitläufiger, ein leichtes aber sehr angenehmes Gefühl von Improvisation.
Neben den bekannten Sessions etabliert sich die grosse Halle als Treffpunkt von Bloggern für Blogger. Medien sind zuhauf anwesend, fast keine Stelle, an der man nicht einem Fotografen oder einer Fernsehkamera begegnet.

Was mir auffällt. Neben den typischen Werbeständen, die Produkte prominent machen wollen gibt es auch die eine oder andere Station, die wirklich sinnvolles präsentiert oder sich einfach mit neuen Ideen in die Innovationsatmosphäre der re:publica integriert.

Schöne Idee auch der „Berg“ aus Plastikstühlen, der flexibel genutzt werden kann, um sich in kleinen oder großen Gruppen zusammenzusetzen. (Da lasse ich mir doch evtl. welche von nach hause schicken)
Hornbach macht sich Freunde mit einem kleinen, kostenlosen Frühstück, danach kann man ausgedruckt und auf eine große Wand tapeziert die Tweets der Teilnehmer offline verfolgen.

Makerbots präsentieren sich ebenso, wie Simyo mit einem Stand voller Powerakkus, um die Versorgung mit Strom zu gewährleisten. Mehrfachsteckdosen in gelb werden verteilt, Daimler, einer der Hauptsupporter bietet die Möglichkeit, car2go live mitzuerleben.
Wer nicht dabei sein kann, hat die Möglichkeit, diverse Sessions via Livestream zu verfolgen.
Oh und noch ein Feature der re:publica ist wieder da. Das WLan. Oder um es anders zu sagen, die häufige Abwesenheit desselben.
Wie sagte ein Twitterer doch so schön? „Aaah, die re:publica beginnt wieder, endlich wieder 3 Tage offline ;)“

Warum blogge ich eigentlich?

Heute startet die re:publica. Und wieder mal bin ich dabei, weil ich mich irgendwie dazugehörig fühle. Aber warum eigentlich? Warum blogge ich, warum schreibe ich seit Jahren meine Gedanken auf, versuche meine Ideen mitzuteilen und hoffe auf Feedback?

Vielleicht der erste Grund: Ich schreibe gerne. Und das Medium Blog hat einen entscheidenden Vorteil. Die Hürde, einen Text zu verfassen ist sehr niederschwellig. Ein paar Zeilen gehen viel leichter von der Hand, als gleich ein mehrseitiger Text. Und oft werden aus diesen paar Zeilen dank Fluß der Gedanken doch noch mehrere Seiten.

Aber ich schreibe auch, weil ich mit manchem nicht einverstanden bin und für mich selbst das Blog das ideale Medium ist, meine Ideen ungefiltert darzustellen. Dabei ist es gleichzeitig ein ideales Übungsfeld, um nicht nur meine Meinung hinauszuposaunen, sondern sie auch mit Informationen und Daten zu unterfüttern.

Bloggen ist für mich ein Prozess. Ich entwickle Gedanken und Konzepte, durch die Artikel entsteht neuer Recherchebedarf. Irgendwo ist ein Blog eine Art Forschungstagebuch zu den Themen, die mich beschäftigen.

Und letztlich blogge ich auch, um mich als „Marke“ zu positionieren. Da ich mittlerweile in kleinem Umfang auch für Vorträge, Seminare und Coachings gebucht werden kann (ja, den Nebenerwerb habe ich gemeldet, auch meinem Arbeitgeber) ist das Blog auch die Plattform, auf der potentielle Kunden, Kooperationspartner oder auch Kollegen sich informieren können, worin meine Expertise liegt, welche Themen ich aktuell für relevant halte und schlicht, mich als Person auch etwas besser kennenlernen können.

Mein Blog ist definitiv ein Teil von mir. Er stellt in gewissem Maße auch mich dar und gibt mir eine Plattform, auf der ich in Diskurs mit Gleichgesinnten kommen kann, ganz egal wo sie wohnen oder aus welchem Beruf oder welcher Position sie kommen.

Damit will ich nicht sagen, dass ich nicht auch das eine oder andere kommerzielle Interesse mit meinem Blog verbinde. Zum einen ist es, wie schon beschrieben auch ein Teil der „Marke“ @bicyclist und zum anderen gehe ich auch durchaus Blogkooperationen ein, sofern das Produkt, oder die Plattform, die einen Gastartikel veröffentlichen möchte, zu meinem Portfolio und meiner Positionierung passt. Daran finde auch überhaupt nichts verwerfliches, solange die Postings nicht konträr zu dem laufen, was ich vertrete oder versuche, zu bewegen.

Gleichzeitig bietet sich mir die Möglichkeit, neue Impulse zu bekommen. Wobei natürlich gilt, Kommentare und Widerspruch sind oft willkommener, als der Leser glaubt. Denn oft würde ich mir mehr Diskurs, mehr Feedback wünschen, wo dann doch nur dummes Getrolle durchkommt. Aber sobald man sich als öffentliche Figur positioniert, muss man auch mit dieser Shitstormdrohung leben.

Und jeder, das ist manchem nur nicht bewusst, jeder, der ein Blog betreibt wird damit auch zur öffentlichen Figur. Denn er bezieht, so er das Blog wirklich ernsthaft betreibt Position und muss darauf gefasst sein, auf Widerspruch zu stossen.Das ist wohl das einzige, was man jedem mit auf den Weg geben sollte, der einen Blog betreiben will. Publiziere, habe eine eigene Meinung UND, erwarte Gegenwind.

Das Internet als Helfer für den Mittelstand

Der Informationbroker der "Neuzeit": Portale, die spezifische Übersichten über Produkte bieten

Viele mittelständische Unternehmen können sich keine aufwändige IT oder großen Rechercheaufwand im Internet leisten. Hier bieten gerade die neuen Cloud und Crowdsourcing Dienste meines Erachtens einen hervorragenden Ansatz, Zeit und Geld zu sparen und dennoch an qualitativ hochwertige Informationen zu gelangen.

Dabei sehe ich eine wichtige Rolle bei den Portalen, die Informationen zu bestimmten Produkten und Kategorien sammeln und aufbereiten. Ein sehr schönes Beispiel einer solchen Plattform ist Softguide, der zum Beispiel verschiedenste ERP-Systeme auf www.softguide.de auflistet.

Auf der Plattform können Anbieter ihre Systeme eintragen und potentielle Kunden eine Übersicht über die verfügbaren Systeme, sortiert nach betrieblichem Anwendungsgebiet, ebenso wie nach verfügbaren Plattformen erhalten.

Sehr interessant dürfte hier auch die Möglichkeit sein, direkt auf der Plattform eine Ausschreibung einzustellen, sollte keines der angebotenen Pakete dem entsprechen, was das Unternehmen sucht.

Gerade im immer breiter gefächerten Angebot an Lösungen ist es meiner Ansicht nach, ähnlich der journalistischen Tätigkeit des Sammelns und Bewertens von Informationen von immer größerer Bedeutung, einen Überblick anzubieten, der es möglich macht, auch kleinere Anbieter zu finden, die manchmal zwar nicht die großen Pakete liefern können, aber durchaus spezifische Lösungen bereitstellen, die ggf. in ihrer Größe eher zu einem Mittelständler passen als die Standardlösungen der prominenten Anbieter.

Sehr interessant auch, dass auch die sozialen Medien von diesen Plattformen mittlerweile ernster genommen werden. So findet sich Softguide nicht nur im Netz mit eigenem Auftritt sondern ist ebenfalls auf Facebook UND Twitter vertreten.

Zudem ist auf der Plattform auch die Möglichkeit vorhanden, weiteres Infomaterial herunterzuladen, ein Softwareexpose oder sofern vorhanden auch eine Demoversion der Software herunterzuladen.

Insgesamt sehe ich Plattformen wie Softguide auch wenn die Szene momentan sehr stark auf Sharing setzt immer noch für sehr wichtig an, sofern sie sich zusätzlich auch mit den sozialen Diensten vernetzen. Dann ist es möglich, trotz einer Unmenge von Daten und Diensten den Überblick zu behalten, auch wenn man nicht über die Ressourcen für eine aufwändige Internet Recherche verfügt.

Letztlich sind solche Plattformen Informationbroker, die im Netz verfügbare Quellen zusammenfassen und aufbereitet zur Verfügung stellen. Und durch die Anbindung in die Social Media Plattformen werden diese Informationen dann auch einfach gefunden.

Alle gegen Bild: Eine Aktion gegen den Bild-Totholzspam

Die Bild wird 60 und deshalb will man an über 40 Millionen Haushalte UNGEFRAGT eine Ausgabe der Bild verteilen. Schon gegen das normale Blatt habe ich eine Aversion sondersgleichen, aber ich will definitiv keine Bild, auch nicht kostenlos in meinem Briefkasten sehen.

Da kommt die Aktion: http://alle-gegen-bild.de (auch bei Campact zu finden) gerade recht.

Hier kann man sich eintragen und damit kundtun, dass man definitiv keine Bild Zeitung in seinem Briefkasten vorfinden möchte. Die Initiatoren schreiben dazu:

„Unter dem Motto „BILD für alle“ plant der Springer-Konzern am 23. Juni 2012,  anlässlich des 60-jährigen Bestehens der BILD-“Zeitung“, allen 41 Millionen deutschen Haushalten eine Gratis-Ausgabe zu liefern. Doch wir wollen dieses Blatt nicht einmal geschenkt haben, deshalb wehren wir uns.

 Nur mit einem Schreiben an den Springer-Verlag kann man einer Zustellung der Zeitung rechtswirksam widersprechen. Das Ziel unserer Initiative ist es, dass dies massenhaft geschieht, um den logistischen Aufwand dieser Propagandaaktion zu erhöhen und darüber hinaus die Auflage der BILD-“Zeitung“ und damit ihre Einnahmen durch Werbeanzeigen zu drücken.“

Instagram, Facebook und der Aufschlag in der Realität

Eine von vielen "Trauerbotschaften" mit dem Hashtag #instablack, die sich kritisch mit dem Aufkauf von Instagram durch Facebook auseinandersetzt.

#instablack kursiert im Moment als #hashtag bei vielen Instagram Postings, die auf die eine oder andere Art den Kauf von Instagram durch Facebook betrauern.
Zunächst musste sich die elitäre Gemeinschaft der Instagram/Apple User damit abfinden, dass ihr Zirkel der Kreativen durch die Android App beschmutzt wurde, nun auch noch der Kauf von Instagram durch Facebook.
Hätte es nicht Apple sein können? Nein, denn es wird Zeit, dass wir wieder auf dem Boden der Tatsachen landen. There is no such thing as a free lunch. Wer glaubt, es gäbe im Netz irgendeine große, erfolgreiche App, die nicht letztenendes dazu genutzt wird, damit Geld zu verdienen, der lebt in einer Traumwelt. Auch offene, freie Anwendungen haben irgendwo das Ziel, damit Geld zu machen. Und sei es nur, ähnlich Instagram, indem man die Idee kauft. Oder indem ein Entwickler von einem Unternehmen für seine Arbeit bezahlt wird und sich nebenbei in seiner Freizeit mit der Entwicklung beschäftigt, was durch die Investition „Zeit“ indirekt ebenfalls monetär verrechenbar ist.
Werdet endlich realistisch. Weder Apple, noch Google, noch Facebook oder Twitter haben als primäres Ziel, uns die Welt glücklicher zu machen. Primäres Ziel mag das für denjenigen sein, der die App originär entwickelt. Aber spätestens wenn der Cloud Dienst live geht, und Provider Geld für das Hosting wollen, ist früher oder später der monetäre Gedanke im Fokus. Und das noch viel mehr, sobald Risikoinvestoren ins Spiel kommen.

Meine Prognose ist, auch Foursquare wird früher oder später gekauft werden, und ich persönlich erwarte, dass Google hier zuschlägt.. Oder ggf. Apple, einer der beiden wird sich diesen Markt sichern wollen. Denn auch Foursquare ist letztlich noch nicht rentabel und benötigt einen potenten Partner. Ob es dann bleibt oder stirbt, wir wissen es nicht.

Social Media und ROI

Für mich eines der grössten Ärgernisse in vielen Social Media Diskussionen ist: „Was bringt mir das als Unternehmen an Verkäufen?“. Da möchte ich am liebsten gleich einen Rant vom Stapel lassen. HALLO! Jemand zu hause McFly? Wir reden von SOCIAL Media, nicht von Vertrieb. Wir reden von Kommunikation, von Gesprächen auf Augenhöhe. Wenn ich mit Freunden spreche, mir von ihnen Rat einhole, dann sind für mich jene Freunde und deren Meinung glaubwürdig, die nicht aus Eigeninteresse beraten, Tipps geben, sondern die ihr Inhaltswissen uneigennützig zur Verfügung stellen. Auch einem guten Freund glaube ich nicht uneingeschränkt eine Finanzberatung, wenn er selbst im Finanzbereich tätig ist.

Und ich würde keine Technikempfehlung ungesehen glauben, wenn mein Gegenüber Freund und Mitarbeiter eben des Industriebereichs ist, aus dessen Portfolio ich gerade ein Gerät suche.

Es gibt meiner Ansicht nach keinen DIREKTEN Return of Investment, wenn man nur nach betriebswirtschaftlichen Kriterien urteilt.

Aber ebenso, wie mittlerweile einige Staaten darüber nachdenken, nicht mehr das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Merkmal einer „gesunden“ Wirtschaft und Gesellschaft anzulegen, wird es endlich notwendig, andere Maßstäbe an das Social Media Engagement von Unternehmen zu legen. Es geht hier um Nachhaltigkeit, um einen glücklichen Kunden auch nach dem Verkauf.

Dafür bedarf es aber Kommunikation auf Augenhöhe und einem EHRLICHEN Umgang mit dem Kunden und seinen Fragen und Problemen. Das alles kostet Geld das man nicht irgendwo in die weiteren Verkäufe direkt einrechnen kann. Aber es bedingt eine stärkere Kundenbindung, bewirkt, dass die Reputation (einer der wichtigen Werte im sozialen Netz) steigt und somit das Unternehmen und seine Produkte positiver besetzt werden.

Wer weiterhin Social Media unter die Kontrolle von Erbsenzählern stellt, statt sich darüber klar zu werden, dass er hier einen der besten weil direktesten Kommunikationskanäle zum Kunden hat, wer es nicht schafft, statt Abverkaufsberieselung endlich einen echten Dialog mit dem Kunden jenseits vom Verkaufsgespräch zu führen, der wird auf lange Sicht nicht nur Reputation und Glaubwürdigkeit sondern auch Kunden verlieren. Und zwar auf Dauer.

 

Ein kleiner Test: Eine Mitarbeiterin eines Supermarktes wird von einem Kunden gefragt: „Haben Sie Produkt X vorrätig?“

Antwort der Mitarbeiterin A: Nein, das haben wir nicht, das gibts bei uns im Moment nicht aber wir können es bestellen, dann ist es in zwei Wochen wieder da.“

Antwort der Mitarbeiterin B: Nein, das haben wir nicht, aber fragen sie mal drüben in Supermarkt B, die haben da glaub ich noch was.“

 

Wer von beiden handelt betriebswirtschaftlich?

Und wer nach den Kriterien von Social Media?

Antworten gerne als Kommentar.

Gefährliches Halbwissen. Die Salzpanik oder bleibt mir weg mit Ratgebern

Und wieder hat sich eine Instanz in meinen Augen lächerlich gemacht. Stiftung Warentest  vermeldet:

Stiftung Warentest entlarvt gefährliche Salzbomben

dagegen findet sich in einer Studie amerikanischer Wissenschaftler sogar die Annahme, es könnte gar ein zu geringer Salzkonsum schädlich sein. Wohlgemerkt, es ist ein Studie, kein Zeitungsartikel und deshalb wird hier auch nicht von IST gefährlich sondern nur von einer noch zu untersuchenden Möglichkeit gesprochen  (Wers nachlesen will: http://www.forum-gesundheitspolitik.de/artikel/artikel.pl?artikel=1239 )

Ja ne, is klar. Bis heute streitet sich die Wissenschaft, ob Salz für Bluthochdruck verantwortlich ist oder nicht, aber man macht halt gleich mal nen Testbericht und nutzt dazu Halbwissen und Ernährungsirrtümer.

Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, solchen Ratschlägen zur Ernährung irgendwelches Vertrauen zu schenken. Meine einzige Ernährungsregel lautet: Vielfältig. Denn alles ist ungesund, wenn die Dosis stimmt.

Aber die Bevölkerung mit solchen halbwahren unausgegorenen Informationen zu verunsichern halte ich zumindest für grob fahrlässig. Das passt in die Reihe: Mobilfunkstrahlen erzeugen Krebs (und die Angst vor Strahlung erzeugt Dummheit 😉  )und ähnliche Volksmärchen. Selbst Acrylamid ist bei weitem nicht so gefährlich, wie alle glauben. Denn was meist übersehen wird sind die Laborbedingungen. Da bekommen Versuchstiere, deren Testergebnisse schon bei normaler Dosierung nur schwer direkt auf den Menschen anwendbar sind ÜBERDOSEN und man wundert sich dann, wenn sie erkranken. Das ist ähnlich kurzsichtig wie dieses blödsinnige Experiment namens „Supersize Me“ in dem ein offensichtlich nicht sehr fantasievoller Mensch über Wochen nur Hamburger ist. Da kann ich nur sagen, toll und selber doof. Ich esse ja auch nicht jeden Tag ein Steak oder nur Kuchen. Was soll solch ein Experiment beweisen ausser dem Lob der Vielfalt. Wir lassen uns von Medien und esoterischen Pseudowissenschaftlern ins Bockshorn jagen und ignorieren dann die wirklich wichtigen, wissenschaftlich unterfütterten aber meist nicht so propagandistisch panisch hinausposaunten wirklichen Wahrheiten.

Aber was wollen wir in einer Gesellschaft anderes erwarten, in der sich angeblich geistig völlig gesunde Menschen mit Astrologie befassen, Zuckerkugeln futtern, weil die angeblich an einer Heilpflanze vorbeigewedelt wurden oder abstruseste Psychoratgeber lesen, die schon deshalb falsch sein MÜSSEN weil man ein Prinzip niemals auf alle Menschen anwenden kann, da der Mensch naturbedingt unterschiedlich ist.

Update: Weil schon wieder einige Paniker mit Verschwörungstheorien in Richtung Salzlobby auftauchen: Hier noch weitere Quellen für eigenes Nachdenken über das Pro und Contra Salz: http://www.bll.de/download/ernaehrung-bewegung/kongress-ernaehrung.html/vortrag-resch.pdf
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2005/0419/pdf/Q_Salz.pdf
http://www.netzathleten.de/Sportmagazin/Gesundheits-Ernaehrungs-Fitness-Mythen/Salz-und-Blutdruck-Gefahr-oder-Mythos/6513972710774747219/head
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,773662,00.html

Es ist wieder mal so, wie oft in den Medien. Ja, bei BESTIMMTEN Konstellationen ist eine Salzreduktion anzuraten, aber der normale gesunde Mensch braucht sich keine Sorgen zu machen. Aber mit Diäten und Arztbesuchen und Medikamenten lässt sich halt wunderbar Geld verdienen.

Die Welt ist offensichtlich eingeteilt in Normale und Verrückte. Und die Einteilung nehmen die Verrückten vor.

Hütet die Norm, das Ende ist nah

Manchmal kommt mir das ganze Wirtschaftssystem wie ein einziges Ritual vor. Nicht mehr das Nachdenken zählt, sondern Standardisierung, Prozessmodellierung und Festlegung von Vorgehensweisen.

Aber leider übersehen wir dabei eines. Bis die Standards durch all die bereits standardisierten Prozesse laufen, bis alle „ich will mit entscheiden aber ohne Verantwortung“ Entscheider dazu genickt haben, sind die meisten Standards schon wieder veraltet. Und meist sind sie sowieso nur für grosse Strukturen valide, die glauben, nur mit Standardisierung, mit Erbsenzählerei erfolgreich zu sein.

Der grosse Irrtum dabei: Nicht nur unser Privatleben, nicht nur unsere Arbeitswelt, die Welt allgemein verändert sich in immer schnelleren Zyklen. Standards machen da nur noch in Nischen Sinn, oft wäre es, so der Standard denn endlich eingeführt ist, schon wieder an der Zeit, ihn auf den Prüfstand zu stellen.

Vorgehensmodelle haben durchaus ihre Berechtigung aber in Zeiten stetigen Wandels sollten sie maximal als Empfehlungen gelten. In wenigen Nischen sind Standards wirklich sinnvoll, und das sind meist Produkte wie z.B. Stecker oder Maschinen.

Menschliche Prozesse aber standardisieren zu wollen missachtet einen Faktor. Den Menschen. Wir arbeiten und leben nicht alle gleich.  In der Schule aber werden wir zu „Standardprozessen“ erzogen, zum gleich sein mit den anderen. Und später beklagt sich die Wirtschaft genau darüber, dass keine Kreativität, kein Querdenken mehr vorhanden ist sondern eine Herde von 9-17 Uhr Arbeitern.

Überlegt euch endlich mal, was ihr wollt, und akzeptiert, dass ihr den Menschen dann auch Freiräume lassen wollt, wenn ihr Kreativität und Engagement fordert. 2/3 machen nach neuesten Statistiken Dienst nach Vorschrift und fühlen sich ihrem Arbeitgeber wenig verbunden. Wundert nicht, wer zuvor gleichgeschaltet wurde, dem ist später auch sein Leben „gleich“.