Es ist nicht das Internet kaputt, sondern der Mensch: Eine Replik auf Sascha Lobo

„Das Internet ist kaputt“ postuliert Sascha Lobo jüngst in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Dem mag ich nun so gar nicht zustimmen.

Zumal hier wieder einmal Technologie, deren Verwendung und die ethisch moralischen Grundwerte einer Gesellschaft in einen Topf geworfen werden.

Aber von Anfang an. Zunächst, wäre das Internet kaputt, so könnten wir keine EMails mehr abrufen, nicht mehr surfen oder unsere Geschäfte tätigen. Das alles aber geht. Was ist denn dann nun kaputt? Es ist die Sicht der Menschen, zum einen auf ethisch moralische Werte, auf die Welt allgemein und die digitale Welt im Besonderen.

Es ist quasi der Sündenfall des digitalen Zeitalters. Als das Internet noch „jungfräulich“ war und nur Experten es zu nutzen wussten, da war das Paradies noch für alle zum Greifen nah. Zugriff auf Daten weltweit, das Wissen der Menschheit nur einen Klick entfernt.

Doch dann kam der Sündenfall. Das ehemals kostenlose und elfenbeinturmartig geschützte Netz trat hinaus in die Öffentlichkeit. Und jetzt auch ins Angesicht des Durchschnittsmenschen. Der natürlich sofort fragte: Was bringt es mir (finanziell)? Und schneller als der Wissenschaftler die Sündenfallfrucht zu verhindern versuchte traten erste Unternehmen auf den Plan. Es begann die Kommerzialisierung des Netzes und damit der breite Zugriff für alle. Nun aber wurde das Netz nicht nur für Unternehmen interessant sondern auch für die eher halbseidenen oder auch illegalen Organisationen, die natürlich ein gleich großes Interesse daran hatten. Und in Folge auch für die Staatsorgane, wobei hier nicht der durchschnittliche Politiker gemeint ist, der das Internet immer noch in der Nähe der Bundesautobahnen verortet sehen will sondern diejenigen, deren ureigenstes Ziel immer schon das Beschaffen möglichst lückenloser Informationen war und ist. Die Geheimdienste.

Und während die Mehrheit der Bevölkerung sich nur widerwillig ins Netz begab, empfingen die dunkleren Organisationen vom Stile einer #NSA das Netz mit offenen Armen, bot es ihnen doch ein Füllhorn an Informationen und dank des Desinteresses der breiten Masse auch zunehmend Informationen, die sie so noch nie zuvor erlangt hatten. Bewegungsprofile, Personenprofile, eine unabsehbare Zahl von  Datenquellen.

Aber es gab sie, die Mahner, diejenigen, die bereits zu Beginn erfasst hatten, was das Problem, was die Gefahr dieser Datenfülle war. Seien es EFF oder CCC (wer diese Begriffe nicht kennt, interessiert sich sicherlich noch heute kein Jota für Datenschutz in der wirklich relevanten digitalen Form)

Doch die Mehrheit der Bürger glaubten und glauben immer noch jenen, die ein großes Interesse haben, den Bürger möglichst gläsern zu gestalten. Unternehmen, die das Kaufverhalten kennen wollen, Regierungen und Geheimdienste, die wissen wollen, wie der Bürger tickt.

Es war das Denken, das Interesse des Bürgers, oder besser sein Desinteresse, das kaputt war und ist. Wo Sender wie RTL und Pro 7 Erfolge feiern, wo die BILD Zeitung als glaubwürdiges Nachrichtenorgan gehandelt wird und die Mehrheit immer noch glaubt, dass Wahlversprechen auch gehalten werden, da ist es kein Wunder, wenn auch das Internet zunehmend aus seinen unschuldigen Anfängen immer mehr in einen Sumpf von Missbrauch und Datendiebstahl gerät. Es ist der mangelnde Ernst im Umgang mit dem Internet, das Verkennen seiner Bedeutung und der Gefahren, wenn es in die falschen Hände gerät. Das Internet an sich ist immer noch das ideale Medium für Demokratie und ihre Prozesse. Und mehr als ein Mal konnten wir es dabei schon im realen Einsatz erleben.

Aber solange die Mehrheit der Bevölkerung das Internet immer noch als eine technologische Spielerei betrachtet und „auch gut ohne“ auskommen kann bzw. dieses „Internetz“ am liebsten ganz abschaffen möchte, so lange werden diejenigen, die einen halbseidenen Nutzen daraus ziehen weiterhin unbehelligt die Grundlagen des Internets unterminieren können. Und wer uns erzählen möchte, das Internet zerstöre die Demokratie, der verkennt, dass das Internet kein Lebewesen ist, kein selbst entscheidendes System. Wir sind es, wir alle, die wir uns durch Lethargie und Ignoranz, durch Technophobie und weltfremdes zurückblicken auf die angeblich so viel bessere Vergangenheit davon abhalten lassen, das Internet positiv zu nutzen und uns gegen die zu stellen, die es missbrauchen.

Was Snowden aufgedeckt hat, war nicht die Zerstörung des Internets. Es war und ist die Zerstörung der Freiheit von uns allen, der eigentlichen demokratischen Idee und der unbändige Wunsch der Regierenden, uns lückenlos überwachen zu können. Das Internet ist ein neutrales Instrument. Wir sind es, die durch unser Nichtstun einer Minderheit erlauben, es negativ zu missbrauchen.

Wir brauchen kein Lamentieren über ein kaputtes Netz. Wir brauchen einen Aufstand gegen eine kaputte Gesellschaft.

 

Wir alle sind Trolle. Die wahre Geschichte hinter Obamas Selfie

Bilder können lügen. Das schreibt der Fotojournalist, der für die Bilder von Obama ,Cameron und der dänischen Premierministerin Helle Thorning Schmidt beim Aufnehmen eines Selfie verantwortlich zeichnet.

Denn der Kontext wurde weder in den Medien noch in der Social Media Crowd wirklich beachtet. Eine Gedenkfeier in Südafrika ist keine „Trauerfeier“, insofern ist es schon mal ganz ok, dabei Spaß zu haben. Man ehrt einen Verstorbenen indem man ihn FEIERT.

Also passen auch solche Bilder gut in das Gesamtbild, das man bei einer solchen Feier erwartet. Es sei dann, man kommt mit seinem eigenen Weltbild und Gedankenmodellen daher und projiziert diese unreflektiert. Dann natürlich geht so etwas bei einer Trauerfeier gar nicht. Aber die drei waren eben bei keiner Trauerfeier. Selbst Michelle Obamas ernster Gesichtsausdruck ist nach Aussage des Fotojournalisten ein reiner Zufall.

Wir sehen zwei Dinge: Bilder lügen doch! Und wir sollten immer zuerst nachdenken, bevor wir jemanden verurteilen.

Zur Vollständigkeit  noch der Link zum Blogbeitrag des Fotojournalisten. So, und können wir uns jetzt alle mal wieder wichtigen Themen zuwenden?

 

Getdigital wird wegen der Begriffe „Geek Nerd“ abgemahnt. Der Wahnsinn geht weiter

Geek und Nerd sind  ja nun nicht wirklich Begriffe, die ich für schützenswert halte. Um so irrsinniger ist, was jetzt die Firma  Trade Buzzer UG treibt. Sie hat sich die Begriffe schützen lassen, vertreibt wohl unter dem Label einige wenige Sachen bei EBay. Haupteinnahmequelle sollen aber wohl Abmahnungen werden. So ist Getdigital, DEM Online Shop für Geeks und Nerds der, wenn niemand anders diese Begriffe auch verdient hat eine Abmahnung wegen der Verwendung eben dieser Begriffe ins Haus geflattert.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich dieses Vorgehen gelinde gesagt für eine Frechheit halte und hoffe, dass im nun wohl folgenden Gerichtsverfahren der Richter die Herren und Damen von Trade Buzzer ordentlich zusammenfaltet finde ich es schon ein starkes Stück, dass solche Begriffe wie Geek und Nerd, die schon seit langem im Alltagssprachschatz existieren, plötzlich schützenswert sind. Zudem erdreistet man sich, eine Abmahngebühr von sagenhaften 1531,90 EUR zu erheben. Übrigens geht der Irrsinn noch viel weiter. Googlet man nach dieser Firma, so hat sie sich auch den Namen Sheldon Cooper sichern lassen. Ein Schelm, der abzockböses dabei denkt.

Die ganze Geschichte könnt ihr im Blog von GetDigital nachlesen. Trade Buzzer wünsche ich einen Shitstorm, der sich gewaschen hat!

Interessant ist übrigens auch, das die Firma bei EBay wohl erst seit August diesen Jahres aktiv ist! http://www.ebay.de/usr/tradebuzzer

Die große Seuche des mobilen Gaming: Free to Play

IMG_1646Sind wir mal ehrlich. Alle finden wir es doch gut, wenn wir ein Spiel kostenlos bekommen. Seien es die Sims, Plants vs. Zombies oder Real Racing.

Aber bekommen wir diese Spiele wirklich umsonst? Nein, im Gegenteil, die werden richtig teuer, wenn man wirklich dauerhaft Freude daran haben will und vielleicht sogar mit und gegen Freunde spielen.

Free to Play ist in den allermeisten Fällen nichts weiter als eine Marketing Lüge um die Leute zu deutlich höheren Ausgaben zu verführen, als sie zu Beginn für den Erwerb des Spieles zu zahlen bereit wären.

In App Käufe sind das momentan größte Ärgernis der mobile gaming Industrie. Zwar behauptet jeder Hersteller, man könne das Spiel auch ohne sie genießen, aber entweder muss man dann zwischen den Partien ärgerlich lange warten (oder kauft sich weitere Level gegen Cash) oder man verliert früher oder später gegen diejenigen, die sich ihre Fahrzeuge oder Charaktere gegen Bares verbessern.

Ich bin für ein zurück zu den Spielen, für die ich zu Beginn einen reelen Preis zahle,  sagen wir, ca 5 Euro, anstelle im Lauf eines Spielerdaseins 20-50 Euro oder mehr für In App Käufe auszugeben, die ich zudem, sollte ich das Spiel mal später komplett neu spielen wollen ALLE verliere.

Hallo Hersteller, ja, es ist eine tolle Idee für eure Profite, aber für uns Gamer ist das ein Geld verschwendendes Ärgernis. Wenn ihr schon diesen Blödsinn betreibt, dann eine Bitte. Bietet gegen einen sinnvollen Preis die Vollversion an. Und damit MEINE ich die Vollversion.

Wer in einem Spiel, für das ich bezahlt habe tatsächlich auch noch in App Käufe versteckt, die für das Vorankommen im Spiel wichtig sind, tut mir leid, der will mich definitiv abzocken und dessen Spiele werde ich weder spielen, noch irgendjemandem weiterempfehlen.

Fundstück des Monats: Ein junges, unglaubliches Talent

Dieses Video verbreitet sich wie ich meine zu Recht im Netz wie ein Lauffeuer. Und was man der kleinen Lady anmerkt, sie hat es aus eigenen Stücken gemacht und viel Freude daran. Einfach fantastisch. Für mich mein Fundstück des Monats.
Und nein, das ist kein Playback, die junge Dame singt live!

 

 

Und hier das ganze Video, allerdings natürlich in holländisch, die Übersetzung findet sich in den Kommentaren.

Samsung arbeitet an Google Glass Konkurrent

Wie Brancheninsider Eldar Murtazin vermeldet, will Samsung zum Unpacking Event im April oder Mai eine eigene Version einer Brille ähnlich Google Glass vorstellen.

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Unwahrscheinlich ist das nicht, da offensichtlich neben Smartwatches die Technologie einer Brille, die als externes Display für ein Smartphone fungiert auf großes Interesse stößt. Warten wir ab, was Samsung da plant und ob das dann ausgereifter sein wird, als Google Glass.

Immerhin hat der Kopf hinter Samsungs Galaxy Gear, Pranav Mistry in seiner Zeit an der Universität an einem neuen Interface auf der Basis eines Beamers und Gesten gearbeitet, das sicher als Grundlage für eine etwas andere Art einer Computerbrille dienen könnte. Anbei das Video zur Vorstellung von sixthsense.

 

 

Mein Fundstück der Woche: Eine Zeitplantafel aus Lego

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Bildquelle: Thenextweb

Das möchte ich, haben will, jetzt, sofort, hier im Büro, über die ganze Wand..

Wie cool ist das denn. Da hat die Agentur Vitamins nicht einfach einen der üblichen Zeitplaner an die Wand getackert, sondern sich mal so richtig kreativ was überlegt. Herausgekommen ist ein toller Zeitplaner auf der Basis von Lego, der sich sogar noch mit google Calendar und Smartphone digital übernehmen lässt! Und durch die Verwendung von Lego hat man zum einen, und das ist nicht immer Voraussetzung, Spaß beim Planen, man kann wirklich physisch die „Einheiten“ spüren und dank Lego halten die gesetzten Einheiten auch bombenfest. Ich finde, eine absolut tolle Idee und wieder ein Beweis mehr, dass Lego längst nicht nur Spielzeug ist.
Und durch die Kombination mit einer Software, die ein Foto des Planers digitalisiert und den im Team geteilten Google Kalender damit via EMail befüttert ist absolut brilliant. So würde ich mich sofort organisieren. Einfach klasse, wie hier Spaß und ernst kongenial kombiniert wurden.

Anschauen und  staunen. Ich bin begeistert.

 

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Bildquelle: Thenextweb

Gemeinsame Fotoalben erstellen mit Lirdy

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Ein klares, einfaches Interface zeichnet die App aus. Bilder bereitstellen ist selten so einfach gewesen.

Es gibt ja bereits einige Fotodienste, die es ermöglichen, Bilder online zu stellen. Bei den meisten hapert es aber an der sozialen Komponente, man kann einfach nicht gemeinsam ein Fotoalbum erstellen. Google+ bietet zwar mit seinen Events die Möglichkeit, Fotos zu einem Event zu sammeln, aber dafür müssen alle Beteiligten auch einen Google Account besitzen. Deshalb lohnt es sich, auch andere Dienste in Betracht zu ziehen.

Ein aktuelles Beispiel, das mir wegen der einfachen Oberfläche und der mobilen Clients sehr gut gefällt. Der Name des Dienstes ist Lirdy und was ihn auszeichnet und von anderen unterscheidet ist die extrem einfache Schnittstelle, um ein Album anzulegen bzw. Bilder hochzuladen.

Was Lirdy zudem auszeichnet ist der Datenschutz. So schreibt man selbst dazu: „Lirdy steht voll und ganz hinter dem Schutz der Privatsphäre und der Daten seiner Nutzer. Es werden auch keine persönlichen Profildaten gesammelt. So wird dem Nutzer ermöglicht, völlig anonym und nur mit seinem Nutzernamen bei Lirdy aufzutreten. Wir setzen stark auf den Serverstandort Deutschland, wodurch Lirdy den strengen deutschen Datenschutzbestimmungen unterworfen ist.

Der Nutzer kann Fotoalben gezielt mit bestimmten Personen teilen. Man kann das Fotoalbum entweder komplett öffentlich der privat erstellen. Erstellt man ein privates Album, kann man dem Album nur durch Einladung, entweder per Link über Facebook oder E-Mail oder durch Scannen des Lirdy-Codes beitreten und selbst Fotos hochladen.

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QR-Code scannen und man hat Zugriff auf das Album, um Bilder hinzuzufügen. Dafür muss man keinerlei persönliche Daten preisgeben.

Diesen Worten müssen natürlich wie immer auch Daten folgen, aber da die Server in Deutschland stehen, und auch die Firma in Deutschland beheimatet ist, gilt hier zumindest deutsches Recht.

Das Prinzip hinter Lirdy funktioniert wie folgt. Derjenige, der die Bilder z.B. einer Veranstaltung sammeln möchte, legt auf Lirdy, nachdem er sich registriert hat ein Album an. Bei Lirdy kann man zu jedem Fotoalbum einen entsprechenden QR-Code, den sogenannten “Lirdy-Code”, aufrufen. Das macht es auch sehr großen Gruppen möglich, Fotos sehr schnell und unkompliziert in einem gemeinsamen Album auszutauschen.

 

Der Vorteil ist hierbei, dass außer demjenigen, der das Fotoalbum verwaltet niemand sich direkt anmelden und damit persönliche Daten hinterlegen muss. Dafür können aber alle Eingeladenen sei es über den PC oder über die für IOS und Android verfügbaren Apps Bilder auf den Dienst hochladen. Über die App geht das dank einfachen klaren Interfaces sehr gut, wer als weiterer Teilnehmer hochladen will, scannt einfach den QR Code und ist mit dabei.

Natürlich ist so ein Album nur so sicher wie die Teilnehmer vertrauenswürdig sind. Gibt jemand die Zugangsdaten weiter, haben natürlich auch andere Zugriff auf das Album. Aber dies ist weniger eine Lücke des Dienstes als eine Frage des Vertrauens derer, die gemeinsam ein Album erstellen.

Lirdy ist aber dank der extrem einfachen Handhabung und der effizienten Möglichkeit, Fotos von besonderen Events oder Lebensereignissen mit den Beteiligten zu teilen eine sehr schöne Alternative, die ich mit Sicherheit das eine oder andere Mal ausprobieren werde.

[appbox googleplay screenshots com.lirdy.mobile.android]